A Deception of Courts - Ben Alderson - E-Book

A Deception of Courts E-Book

Ben Alderson

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Beschreibung

Robin Icethorn, König des Winterhofes, muss die Hand aufhalten, die droht, Monster auf die Welt loszulassen. Die Suche nach den Schlüsseln zur Befreiung des Dämonengottes Duwar hat begonnen. Auf der Suche werden Robin und seine Verbündeten in einen Krieg der Götter hineingestoßen und sind doch nur Spielfiguren in einem Spiel, an dem Robin nie teilnehmen wollte. Während neue Flammen mit elektrisierender Macht knistern und alte Flammen ebenso verändert zurückkehren, ist Robin gezwungen, Entscheidungen zu treffen, die sein Leben und das seines Königreichs für immer verändern werden.

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Seitenzahl: 725

Veröffentlichungsjahr: 2026

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A Deception of Courts
Impressum
WAS BISHER GESCHAH
DANKSAGUNG

Ben Alderson

A Deception of Courts

Realm of Fae

(Band 3)

Übersetzt von Michelle Markau

Impressum

A DECEPTION OF COURTS

(Band 3)

Die Originalausgabe erschien 2024 unter dem Titel

»A Deception of Courts: Realm of Fey«

A DECEPTION OF COURTS Copyright © 2024 by Ben Alderson

All rights reserved.

The moral rights of the author have been asserted.

Published by Arrangement with Taryn Fagerness Agency,

4810 Pt Fosdick Dr PMB 34 Gig Harbor WA 98335 U.S.A

Dieses Werk wurde vermittelt durch die Literarische Agentur Agence Hoffman GmbH,

Bechsteinstr. 2, 80804 München

Alle Rechte der deutschsprachigen Ausgabe © 2026

A Kingdom of Lies

by VAJONA Verlag GmbH

Druck und Verarbeitung:

FINIDR, s.r.o.

Lípová 1965  

737 01 Český Těšín

Czech Republic

Übersetzung: Michelle Markau

Korrektorat: Aileen Dawe-Hennigs und Lisa Schönfeld

Satz: VAJONA Verlag GmbH

Umschlaggestaltung: Stefanie Saw

VAJONA Verlag GmbH

Carl-Wilhelm-Koch-Str. 3

08606 Oelsnitz

Merlin, ich danke dir, dass du diesen Dienst in deinem und damit auch in meinem Herzen lebendig hältst.

WAS BISHER GESCHAH

Robin Icethorn hat die Macht von Icethorn beansprucht. Doch trotz seines Königstitels kann er seinen Vater nicht aus den Klauen von Doran Oakstorm befreien. Nach einer erneuten Drohung will Robin handeln und nicht länger nur abwarten. Doch seine Bitte kann von der Cedarfall-Königin nicht erfüllt werden: Sie kann ihm keine Soldaten für einen Krieg gegen Doran zur Verfügung stellen. Robin sieht einen letzten Ausweg: ein Gespräch mit Doran. Doch während dieses Gesprächs zeigt sich, dass Erix sich aus Schuld gegenüber Doran selbst an ihn ausgeliefert hat. Doran nutzt die Möglichkeit, um in Erix’ Gedanken einzudringen und ihn zu kontrollieren. Gegen seinen Willen bringt er Robins Vater um.

Von Trauer getrieben verlässt Robin Farrador. Er hofft, einen Deal mit ›der Hand‹ eingehen zu können. Er reist nach Durmain und hofft, dass seine Anwesenheit von den Jägern nicht unbemerkt bleibt. Sie finden ihn in seiner ehemaligen Heimatstadt. Doch bevor er ihnen seinen Vorschlag unterbreiten kann, finden ihn Althea und Gyah. Alle drei werden gefangen genommen und sollen nach Lockinge zum Anführer der Hand gebracht werden.

Althea ist während des kurzen Kampfes verletzt worden. Robin und Gyah bezweifeln, dass sie bis Lockinge durchhalten wird, und bitten Duncan Rackley, den Anführer der Söldner, sie zu heilen. Er stimmt zu und sie legen einen Zwischenstopp in Finstock ein. Dort wird Althea behandelt und Robin erhält einen Einblick in die Geheimnisse der Organisation der Hand. Dabei handelt es sich um einen Kult, der einen ehemaligen Dämonengott anbetet.

Nach einem kurzen Aufenthalt in Fintstock setzen sie ihren Weg nach Lockinge fort. Doch sie werden von Erix überrascht. Er steht mittlerweile vollkommen unter Dorans Kontrolle und greift sie an. Althea und Gyah können fliehen. Robin kann Erix mithilfe seiner Macht überwältigen. Zusammen mit Duncan flieht er nach Ayvbury. Dort kommen sie bei Abt Nathanial, einem ehemaligen Bekannten Duncans, unter.

Während Duncans Wunden heilen, kommen er und Robin sich näher. Es kommt zu einer leidenschaftlichen Nacht. Doch kurze Zeit später wird Ayvbury von Gryvern überfallen und Abt Nathanial getötet. Robin zieht die Aufmerksamkeit aller verbliebenen Gryvern auf sich, lockt sie weg und tötet sie. Dabei fällt ihm zum ersten Mal auf, dass die Gryvern äußere Merkmale mit den Fae teilen.

Da Robin noch immer noch mit der Hand reden muss, machen sich Duncan und Robin zu Fuß auf den Weg nach Lockinge. Während Duncan in der Stadt alles besorgt, um am nächsten Tag unbemerkt eindringen zu können, kommt es zu einem letzten Gespräch zwischen Robin und Erix. Dieser erklärt ihm, dass die Gryvern Dorans Kinder sind. Erix bittet ihn, ihm einen schnellen Tod zu gewähren, da es nicht mehr lange dauern wird, bis Doran wieder in seinen Kopf eindringt und ihn Dinge tun lässt, die er nicht tun will. Doch Robin verwehrt ihm diesen Wunsch und schickt ihn weg.

Da Duncan nicht am vereinbarten Treffpunkt auftaucht, macht sich Robin auf den Weg zur Stadt. Dort wird ihm klar, warum Duncan nicht zurückgekehrt ist: Er ist aufgeflogen und von den Jägern gefangen genommen worden. Robin ergibt sich freiwillig. Doch statt zur Hand gebracht zu werden, führt man ihn in den Untergrund. Dort entdeckt Robin endlich, was mit all den entführten Fae geschehen ist: Sie wurden hierhergebracht. Jesibel ist eine von ihnen. Sie lebte einst in Icethorn. Doch nachdem Julianna und ihre Familie umgebracht worden waren, musste sie fliehen. Auf ihrer Flucht wurden sie und viele andere Icethorn-Fae gefangen genommen. Jesibel bringt Robin zu Elionor Oakstorm. Die ehemalige Königin wurde nicht umgebracht, entgegen allen Annahmen, sondern ebenfalls in dieses unterirdische Gefängnis gesteckt.

Nach einer Nacht im Untergrund wird Robin seine Audienz bei der Hand, Aldrick, gewährt. Es stellt sich heraus, dass es ein alter Fae ist, der vom Blut anderer, magiebegabter Fae lebt. Doch kurz darauf wird Robin klar, dass er das Blut nicht nur braucht, um zu überleben, sondern auch, um seinen Anhängern Magie zu schenken. In einem Ritual wird Duncan von ihm mit einem Dolch erstochen, in welchem sich Robins Blut befindet. Dadurch wird er zurück ins Leben geholt und besitzt von nun an die Macht, Blitze zu beschwören.

Während eines Überfalls der Gryvern gelingt es Robin, Elionor, Duncan und Kayne zu fliehen. Währenddessen stoßen sie auf Seraphine, die Anführerin der Asp, die ihnen offenbart, dass sie dafür bezahlt wurde, Robin aus der Festung Lockinge zu schaffen. Doch Aldrick benutzt seine Magie, um in Robins Kopf einzudringen und ihn zu kontrollieren. So enden sie wieder bei ihm. Er offenbart ihnen, dass er seinen Kult aufgebaut hat, um den alten Dämonengott Duwar zu befreien. Durch eine List Seraphines gelingt es ihnen doch zu fliehen.

Am Ufer der Festung werden sie von Doran konfrontiert. Dieser ist glücklich, Elinor noch am Leben zu sehen. Doch statt dieses Gefühl zu teilen, bringt Elinor ihn um. Alle fliehen mit einem Boot von der Festung in die wartenden Arme von Althea Cedarfall.

Der ranzige Gestank von Scheiße, Ale und kohlehaltigem Rauch brannte mir in der Nase, als ich mir meinen Weg durch die Slums von Lockinge bahnte. Das Summen der Fliegen um mich herum war lästig, aber ich hatte mich viel zu sehr an ihre Anwesenheit gewöhnt, als dass ich mir die Mühe machte, sie zu verscheuchen.

Mit gesenktem Kopf und in die Stirn gezogener Kapuze bemerkte mich keiner der Menschen, die in den Slums der Stadt leben mussten. In ihren Augen gehörte ich hierhin, und die ebenso verborgene Gestalt an meiner Seite auch.

In diesen Teilen der Menschenstadt wurden schlimme Dinge erwartet.

Der Käfig, wie die Slums treffend genannt wurden, war voll von Fremden, die Geheimnisse und gefährliche Begierden hegten. Niemand sah sich lange um, aus Angst, von einem Betrunkenen angegriffen oder von einem Landstreicher gefangen genommen zu werden, um dann auf einem der vielen Hinterhofmärkte verkauft zu werden.

Obwohl die schmutzigen Straßen und schäbigen Behausungen zu den besten Zeiten voller Menschen waren, erwies sich der Käfig als der beste Ort für eine Gruppe von Fae, einen veränderten Menschen und ein Nest von Meuchelmördern, um sich dort zu verstecken. Das war genau das, was unsere Gruppe unwahrscheinlicher Verbündeter in den Wochen nach den Ereignissen mit Aldrick und seiner dämonischen Erscheinung von Duwar getan hatte.

Wir hatten uns versteckt. Abgewartet. Auf den richtigen Moment.

Hätte Althea ihren Willen durchgesetzt, wären wir schon längst wieder in Wychwood gewesen. Elinor Oakstorm, Mutter der beiden Verstorbenen Tarron und Lovis und verwitwete Königin von Doran Oakstorm, war sicher in Wychwood angekommen, wie ihr Brief vier Tage zuvor bestätigt hatte. In Begleitung der Wachen von Cedarfall wurde die Oakstorm-Königin zurück an ihrem Hof erwartet. Ein Hof, der sie vor vielen Jahren für tot gehalten hatte, getötet von Jägern.

Während meines kurzen Aufenthalts im unterirdischen Gefängnis von Schloss Lockinge hatte ich erfahren, dass diese Annahme nicht korrekt gewesen war. Dieses Gefängnis war der Grund, warum ich noch nicht nach Wychwood zurückgekehrt war.

Elinors Heimkehr hatte viele Vorteile für unser Vorhaben. Vor allem, um die nötige Hilfe in der menschlichen Hauptstadt Lockinge zu erhalten. Dort hatten wir uns zu Altheas Missfallen versteckt, nachdem wir aus Aldricks Fängen entkommen waren.

Die Wahrheit war, dass ich besser schlief, weil ich wusste, dass sich Elinor weit weg von Aldrick aufhielt. Ihre angeborene Heilkraft war entscheidend für Aldricks Fähigkeit, Menschen in magiebegabte Wesen zu verwandeln. Ohne ihr Blut konnte Aldrick keine unwilligen Menschen mehr töten und wiederbeleben, wie er es mit Duncan getan hatte.

Duncan. Allein bei seinem Namen musste ich an seine schwieligen Hände denken, die über meinen Rücken strichen. Oder an seine feuchten Lippen, die Geheimnisse an die Haut meines Halses flüsterten.

Mit jedem Tag, der verging, wuchs die Panik in meiner Brust noch mehr. Ich erwartete, dass er an seiner Veränderung zerbrechen würde, aber seine Unverwüstlichkeit überraschte mich jedes Mal aufs Neue. Die unnachgiebige Seraphine, unsere gnädige Gastgeberin, die zufällig eine der führenden Assassinen der berüchtigten Gilde Kinder der Asp war, hatte ihm ein eisernes Armband gegeben – dünn und zart – ähnlich dem, das meine Mutter mir als Kind geschenkt hatte. Es hielt Duncans neue Macht unter Verschluss. Aber ich konnte sehen, dass sie tief in seinen grünen Augen lauerte. Sie wartete wie eine Schlange darauf, zuzuschlagen.

Das Herz der Menschenstadt war nicht der richtige Ort für magische Explosionen unnatürlicher Blitze. Es hätte uns verraten, bevor wir es wollten. Und in der wenigen Zeit, die Duncan ohne das Band verbracht hatte, schien seine Magie ihn mehr zu kontrollieren als er sie. Ich wusste, dass es eine Zeit geben würde, in der ich verstehen würde, was mit ihm geschehen war, aber bis ich das Ziel meines Plans erreicht hatte, würden diese Fragen warten müssen.

Der schrille Schrei eines Vogels riss mich aus meinen Gedanken und zurück in den Moment. Ich brauchte nicht aufzuschauen, um den Ruf zu erkennen. Lucari, Kaynes Falke, flog über mir, ein grau-weißer Fleck vor dem Hintergrund eines obsidianfarbenen Nachthimmels. Die Kreatur bewegte sich mit einer solchen Geschwindigkeit, dass die betrunkenen Männer, die auf den Stufen der verfallenen Tavernen sangen, blinzelten und sie nicht erfassen konnten.

Ich war hoch konzentriert und wusste, was es bedeutete. Lucaris zwei scharfe Rufe verkündeten eine eindeutige Botschaft.

Unsere Zeit des Wartens war fast vorbei, und die Zeit zum Handeln nur noch wenige Augenblicke entfernt.

»Weißt du, Robin, es ist noch nicht zu spät, umzukehren. Wenn du mir sagst, dass du deine Meinung geändert hast, werde ich dir zur Seite stehen und dir helfen, eine andere Lösung zu finden.«

Ich blickte zur Seite und erkannte das Glänzen heller Augen unter dem verblichenen burgunderroten Mantel. Selbst in den Schatten brannte Althea Cedarfalls Präsenz so hell wie die innere Flamme, die in ihrer Seele loderte. Cedarfall-Macht – wild wie eine wütende Flamme.

Althea hatte mir noch nicht verraten, was sie den Kindern der Asp als Gegenleistung für ihre Hilfe bei meiner Rettung aus den Fängen der Hand versprochen hatte. Andererseits hatte auch ich einen Preis für ihre Hilfe gezahlt, den ich ebenfalls noch nicht zu offenbaren bereit war. So funktionierte das bei Althea und mir; wir waren beide so stur wie ein Fels in der Brandung. Ich war nur dankbar, dass sie heute Nacht an meiner Seite war.

Seufzend richtete ich meinen Blick auf die dunklen Umrisse der Festung weit vor mir. Lockinge war auf einem Hügel gebaut worden. Seraphine hatte mir erklärt, dass die Menschen einst geglaubt hatten, die Festung selbst sei auf einem erloschenen Vulkan als Tribut an den Schöpfer errichtet worden. So wollten sie sicherstellen, dass sie seinem himmlischen Reich so nahe wie möglich waren.

Allein der Gedanke daran ließ mich erschaudern. Die Festung war einst ein Zeichen des Glaubens und der Liebe zum Schöpfer gewesen. Doch nun beherbergte sie die eine Person, die wild entschlossen war, eine Zeit der Dämonen und ihrer rachsüchtigen Mächte heraufzubeschwören.

»Es gibt nichts, was mir wichtiger wäre, als diese Pläne zu stoppen, Althea. Wir haben zu hart gearbeitet. Ich werde keinen Rückzieher machen.«

Ihre Finger schlängelten sich unter ihrem Mantel hervor und in den Ärmel meiner Unterjacke, wo sie meine Hand fand und fest umklammerte. Der Moment ihrer Berührung war kurz, aber tröstlich. »Das könnte schrecklich enden. Dir sind die Risiken bewusst?«

Natürlich kenne ich sie. Ich atmete aus, mein Atem bildete Wolken in der feuchten, schweren Luft. »Aber es könnte auch funktionieren. Es muss funktionieren.«

Wenn ich schlief, ging ich meine Pläne durch. Wenn ich wach war, hatte ich sie noch klarer vor Augen. Es gab keinen Moment des Tages oder der Nacht, den ich verschwendete. Ich dachte immer an das, was mich erwartete.

»Dein Vertrauen inspiriert mich, mein Freund. Lass es uns tun. Nicht, dass ich dich daran erinnern müsste, aber ich bleibe bis zum Ende an deiner Seite.«

Wie schon so oft in den letzten Tagen wiederholte ich drei Worte, die allmählich ihre Bedeutung verloren. »Ich danke dir.«

Wie in jedem Moment des Schweigens, der mir vergönnt war, schweiften meine Gedanken zu den kriegsähnlichen Höhlen weit unter Lockinges Festung und zu den unzähligen Fae, die dort gefangen waren. Wie hätte ich nach Wychwood zurückkehren können, wenn ich wusste, was dort zurückgeblieben war? Die Antwort war einfach: Ich konnte es nicht.

Ich dachte oft an Jesibel. Ihr Gesicht brannte heiß in meinem Kopf, wann immer ich darüber nachdachte, meine wilde Idee, sie alle vor Aldrick zu retten, aufzugeben. Sie war, wie die anderen, die im Untergrund gefangen gehalten wurden, aus ihrer Heimat gestohlen und wie Vieh benutzt worden. Alles nur, damit Aldrick seine verdammten Pläne durchziehen konnte, eine Armee von Menschen mit Magie zu erschaffen, die helfen sollten, das Versprechen eines Dämons in einer Welt zu erfüllen, die sich von ihren Göttern abgewandt hatte.

Wie viele Icethorn-Fae waren wegen des Todes meiner Familie gefangen genommen worden? Wäre ich nach Wychwood zurückgekehrt, hätte man mich an meinen Hof gebracht, nur um ihn leer und ohne Leben vorzufinden. Denn sie waren hier. In Lockinge, begraben unter der Erde, mit eisernen Halsreifen ausgestattet.

Ich war jetzt ein König. Ob ich es nun wirklich glaubte oder nicht, das musste etwas bedeuten. Wenn nicht für mich selbst, dann für die Fae, die sich darauf verließen, dass ich sie retten würde.

Meine Fehler und mein Kummer hatten mich an diesen Ort geführt. Ich weigerte mich, ihn zu verlassen, ohne mir zu nehmen, was mir rechtmäßig zustand.

»Du bist meinetwegen zurückgekommen. Was ich für die Fae im Untergrund tue, unterscheidet sich nicht von deiner Entscheidung, immer an meiner Seite zu stehen.«

Althea hielt Schritt, ihre Stiefel klatschten in Pfützen, wovon auch immer. »Ich weiß. Und genau das ist der Grund, warum ich dich nicht an den Haaren gepackt und gegen deinen Willen zurück nach Wychwood geschleppt habe. Es ist die richtige Entscheidung. Gefährlich, ja. Verdammt dumm, aber auch perfekt geplant.«

»Deine Mutter wird mich umbringen, wenn wir zurückkommen, oder?« Ich atmete aus und musste an Lyra Cedarfall denken, die ein genaues Ebenbild dessen war, wie Althea in den kommenden Jahren aussehen würde. Brennend rotes Haar, Augen, die vor Autorität leuchteten.

Meine Bemerkung war nicht dazu gedacht gewesen, Althea zum Lachen zu bringen, aber das tat sie. Sie stieß ein schadenfrohes Bellen in die Nacht aus und warf dabei den Kopf zurück. »Nicht, wenn du erfolgreich bist. Um sie solltest du dir ohnehin keine Sorgen machen. Gyah wird dich umbringen, wenn das alles schiefgeht. Seit unserem kurzen und unangenehmen Aufenthalt in Finstock ist sie mir gegenüber sehr beschützerisch geworden.«

Mir war aufgefallen, dass Althea häufig von Gyah sprach. Es schien, als sei sie in Gedanken bei ihrer Leibwächterin – ein Gefühl, das ich nachvollziehen konnte. Mir wurde ganz warm ums Herz, als ich sah, wie sich Altheas Gesicht aufhellte, wenn sie die Eldrae erwähnte. Ihre Bewunderung war überdeutlich in ihrem Gesicht zu erkennen, wenn Gyahs Name über ihre Lippen kam.

»Erinnere mich daran, dass ich dich weiter dazu befrage, was zwischen euch vorgefallen ist«, sagte ich. »Wenn das alles vorbei ist.«

Althea schlug mir mit der Faust auf die Schulter. Selbst wenn sie sich zurückhielt, war ihre Stärke unglaublich. »Wenn wir überleben, dann werde ich dir vielleicht alles bis ins kleinste Detail erzählen. Wenn auch du mir alle Details über dich und deinen Jäger verrätst.«

»Duncan«, korrigierte ich zum hundertsten Mal. Ich hatte noch nie gehört, dass Althea ihn bei seinem Namen nannte, sondern ihn immer mit dem Titel ansprach, unter dem wir ihn zum ersten Mal getroffen hatten.

»Ja, General Rackley, der … wenn man vom Teufel spricht.«

Mein Herz schlug mir bis zum Hals, als sich vor uns zwei Schatten von der Wand eines Gebäudes lösten. Wir wurden langsamer, zögerlich angesichts dessen, was uns erwartete. Wäre da nicht Lucari gewesen, der sich aus großer Höhe herabstürzte und auf der Schulter der kleineren Gestalt landete, hätte ich sie für eine Bedrohung gehalten. Obwohl sie das genaue Gegenteil waren.

Zumindest in meinen Augen.

Hölzerne Fensterläden bewegten sich im eisigen Wind, ächzten und quietschten in den Scharnieren, die die Nacht nicht überleben würden. Der Putz bröckelte stellenweise ab und bedeckte die gepflasterte Straße dahinter mit schneeähnlichen Hügeln aus abgenutzter Farbe und Ziegelstaub. Das verlassene Gebäude sah im Vergleich zu den verdunkelten Häusern, die sich von beiden Seiten neben ihm befanden, nicht viel anders aus. Nichts deutete darauf hin, dass es sich um eine der vielen Höhlen handelte, die die Asp als Versteck und für ihre Pläne nutzten. Also doch nicht so verlassen. Aber nach heute Nacht würde sie nie wieder für irgendetwas genutzt werden.

Ich dachte an die dünne, durchgelegene Matratze auf dem Boden. Sie war neben einer zerbrochenen Öllampe in einem der oberen Räume des Gebäudes ausgerollt worden. Die Vorstellung, dass sie in Flammen aufgehen würde, gefiel mir nicht. Im wahrsten Sinne des Wortes. Ich dachte an den umgedrehten Spiegel, der seit unserer ersten Nacht Staub angesetzt hatte. Seit ich Duwar gesehen hatte, fiel es mir schwer, in einen Spiegel zu schauen. Jedes Mal, wenn ich an einem vorbeikam, erwartete ich, dass mich ein glühender, gehörnter Gott anstarren würde. Zum Glück sorgte Duncan dafür, dass ich diesen Ängsten aus dem Weg gehen konnte, indem er die wenigen Spiegel, die in unserem Versteck gehangen hatten, abgenommen hatte.

Eines der vielen Dinge, die Duncan für mich getan hatte.

»Schon ein Zeichen aus der Festung?«, keuchte ich und fiel Duncan praktisch in die ausgestreckten Arme. Er hielt mich fest, meine Wange drückte sich gegen den Ledergürtel, der ihm in drei Schlägen um die Brust geschnallt war.

Im Schatten des Gebäudes war es dunkel. Nicht einmal der Mond wagte es, mir genug Licht zu geben, um ihn vollständig sehen zu können. Also nutzte ich den Rest meiner Sinne, um ihn zu bewundern. Ich atmete tief ein und ließ mir einen Moment Zeit, um mir einzureden, dass es nur ihn und mich gab, ohne Bedürfnisse und Wünsche. Wenn ich meine Augen lange genug geschlossen hielt, konnte ich mir uns in einer anderen Zeit, einem anderen Moment vorstellen. Einen, in dem das drohende Unheil, das die Nacht bringen sollte, nicht geschehen würde.

»Noch nicht.« Duncans tiefe Stimme dröhnte durch seine Brust und in meine. »Seraphine hat jedoch bestätigt, dass die Hand Lockinge verlassen hat. Bis uns das Signal aus dem Inneren der Festung erreicht, müssen wir allerdings warten. Aldrick muss weit weg sein, wenn wir Erfolg haben wollen.«

Ich löste mich von Duncan und blickte wieder hinauf zu den hässlichen Umrissen der Festung. Dort ragte ein Turm in den Himmel, der weit höher war als alle anderen daneben. Die Spitze kokettierte mit den dunklen Wolken, von denen sie ab und zu verdeckt wurde.

Wie Duncan bereits bestätigt hatte, war der Turm dunkel. Meine Sehkraft wäre vielleicht stärker gewesen, wenn ich ein reinblütiger Fae gewesen wäre; trotzdem konnte ich die schlitzartigen Ätzungen an den Wänden des Turms erkennen. Fenster. Dunkel und leblos. So wie der Rest der Festung seit der Nacht, in der Dorans Gryvern angegriffen hatten. Ein Teil von mir hatte gehofft, Aldricks Schweigen rühre daher, dass er unter dem Spiegel gestorben war, den Seraphine auf ihn hatte fallen lassen.

Aber unsere Informationen ließen etwas anderes vermuten.

Aldrick war ein schwacher, verrückter Fae. Seine Macht bestand darin, den Willen in den Köpfen seiner Opfer zu unterdrücken und sie zu kontrollieren. Seine Magie war stark wie ein aus Eisen gewobenes Netz und machte jeden, den er auswählte, völlig machtlos. Er konnte uns alle unter seine Kontrolle bringen, wenn wir ihm wieder nahe genug kämen, weshalb es für meinen Plan unerlässlich war, dass Aldrick Lockinge verließ, bevor wir uns wieder hineinschleichen konnten.

Ich war nervös, wollte nicht einmal blinzeln, aus Angst, dass ich es verpassen würde, wenn der Turm im Feuerschein leuchtete und ein Signal gab.

»In ein paar Stunden werden uns die Cedarfall-Schiffe erreichen«, warnte Kayne mit steifer Miene. Lucari senkte ihren Schnabel und ließ etwas Kleines in seine Hand fallen. »Wenn irgendjemand Wind davon bekommt, dass sich eine Armada von Fae-Schiffen am Horizont der menschlichen Hauptstadt versteckt, wird das einen Aufruhr auslösen, bevor wir überhaupt eine Chance haben, anzufangen.«

Jedes Mal, wenn Kayne sprach, was selten vorkam, sah ich ihm direkt in die Augen. Darin lag immer noch eine gewisse Beklemmung. Im Gegensatz zu Duncan war Kaynes jahrelange Gehirnwäsche noch nicht gänzlich aus ihm gewichen. Wir waren nahe dran, aber wir brauchten mehr Zeit. Ganz gleich, ob er glaubte, es gut vor mir verbergen zu können, er irrte sich. Vertrauen ging schließlich in beide Richtungen.

Ich hatte Duncan von meiner Sorge um Kayne erzählt. Der hatte mir einen Kuss auf die Stirn gedrückt und versprochen, dass man seinem Freund vertrauen konnte. Bis er das Gegenteil bewiesen hatte, würde ich den rothaarigen Jäger bei uns tolerieren müssen. Ich konnte nicht leugnen, dass seine Fähigkeiten als Fährtenleser entscheidend dazu beigetragen hatten, uns so weit zu bringen. Ohne Lucaris und Kaynes Wissen über die Stadt hätten wir das Geflüster nicht gehört, das darauf hindeutete, dass Aldrick vorhatte, Lockinge zu verlassen.

Aber seine Beteiligung bedeutete nicht, dass ich ihn in dem Moment, in dem ich ihn als Bedrohung empfand, ungeachtet seiner Freundschaft zu Duncan, verschonen würde. Das misstrauische Funkeln in Duncans dunklem, smaragdgrünem Blick sprach Bände. Er hatte es verstanden und keinen Atem verschwendet, um mich vom Gegenteil zu überzeugen.

»Zeig mir, was geschickt wurde«, bat ich und versuchte, den harschen Befehl aus meinem Tonfall heraushalten zu können.

Kayne nickte, ungekämmte Rotschopflocken fielen ihm in die Stirn. Er streckte die Hand aus, entfaltete seine blassen Finger und enthüllte den Zweig mit den drei markanten goldenen Blättern.

Blätter aus der Stadt Aurelia.

Althea stockte der Atem. »Sie sind es.«

Meine Brust schwoll an, als ich meine Freundin betrachtete. Ich konnte das Lächeln, das sich auf meinem Gesicht ausbreitete, nicht verbergen. »Elinor hat es geschafft, genau wie sie gesagt hat.«

»Unterschätze niemals das Band der Freundschaft. Meine Mutter und Elinor stehen sich seit ihrer Kindheit nahe. Wenn es eine Verbindung gibt, die stark genug ist, um Schiffe für uns auf See zu schicken, dann ihre.«

Kayne hielt die goldenen Blätter in der Hand und zermahlte sie in seiner Handfläche zu Pulver. Elinors Brief von vor ein paar Tagen hatte ihre Hilfe versprochen. Doch als ich den Farbton der Blätter und den goldenen Staub entdeckte, den die Blätter auf Kaynes Fingern hinterließen, wurde das alles sehr real.

Es gab nur einen kurzen Moment aufgeregter Vorfreude, bevor alles wieder auf mich einstürzte. So war das mit der Realität. Sie ruinierte einen Moment, schärfte die Sinne. Ohne sie hätte ich mich vielleicht in meiner Hoffnung verloren und nicht in der harten Arbeit, die noch vor uns lag.

Der Wind drehte sich und brachte einen schärferen Geruch mit sich, der sich durch den Gestank der Slums zog. Meine Augen brannten. Ich blinzelte und konnte nicht verhindern, dass ich zusammenzuckte, als der säuerliche Geruch in meine Nase und meinen Rachen eindrang und sich dort festsetzte.

»Alles ist in Ordnung.« Ich trat von dem Gebäude weg und unterdrückte den Drang, heftig zu husten. »Aber wenn wir kein Signal aus der Festung bekommen, dann vertrauen wir auf Seraphine, dass Aldrick die Stadt verlassen hat, und machen weiter. Es hängt zu viel davon ab, um umzukehren.«

Schon bald würde der entsetzliche Geruch aus dem Gebäude die berauschten nächtlichen Wanderer des Käfigs darauf aufmerksam machen, dass etwas nicht stimmte. Dies war nicht das einzige Gebäude, von dem eine solche Aura ausströmte. In der Umgebung des Käfigs gab es weitere leer stehende Asp-Gebäude, die alle mit Öl getränkt waren.

Wir waren bereit und warteten auf dieses eine Signal. Alles hing davon ab.

Ich richtete meinen Blick wieder auf den dunklen Turm. Meine Beklemmung wuchs und fühlte sich an, als drückte sich eine starke, behandschuhte Hand auf meinen Mund und als hielte eine andere meine Nase zu. Je mehr Zeit ohne das Signal verging, desto stärker wurde der Trommelschlag der Angst. Jemand sprach, aber meine Gedanken donnerten, als ob eine Armee von Pferden durch sie hindurchstürmte.

»Robin?«, fragte Duncan. Sein Tonfall ließ vermuten, dass er meinen Namen nicht zum ersten Mal aussprach. »Sag mir, dass du noch bei mir bist …«

Ich riss meinen Blick von dem immer noch dunklen Turm los und sah zu Duncan. Selbst mit dem eisernen Armband um sein Handgelenk war ich mir sicher, dass ich das Knistern scharfer, weiß glühender Blitze spürte, die über seinen besorgten Blick tanzten.

Seine Hand kreiste über meinen Rücken, um mich zu beruhigen. Es funktionierte so gut, dass ich eine Antwort vortäuschen konnte. »Es geht mir gut, ich bin nur konzentriert.«

»Du hast viel um die Ohren, aber lass dich davon nicht erdrücken. Sprich mit mir, teile deine Last.«

Ich schluckte und hatte das Gefühl, dass mir ein Messer im Hals steckte. »Wenn ich sie im Stich lasse …«

»Wenn es dich tröstet: Den Fae im Untergrund wird es nicht anders ergehen als sonst auch«, antwortete er schnell. »Konzentriere dich auf das, was du kontrollieren kannst, und nicht auf das, was du nicht kontrollieren kannst. Okay? Behalte einen klaren Kopf.«

Ich zwang mich zu einem Lächeln. Wenn Kayne mit seinem urteilenden Blick oder Althea mit ihrer offensichtlichen Abneigung gegen den Mann, der mich berührte, nicht an unserer Seite wären, hätte ich ihn geküsst. Bei den Göttern, ich wünschte, ich könnte es. Das Versprechen, mich in ihm zu verlieren, war die Belohnung, die ich mir geben würde, wenn das alles vorbei war.

»Besser?«, fragte er und neigte sein Gesicht zu meinem.

»Deutlich«, log ich.

Vielleicht war das Schicksal bereit, sich unserer Gruppe von unwahrscheinlichen Verbündeten anzuschließen. Das wäre nicht unmöglich, wenn man bedachte, wer zu unserer Gruppe gehörte: ein König, eine Prinzessin, ein Jäger und ein veränderter Mensch. Das Schicksal hätte sich in unseren Reihen sehr wohlgefühlt.

Deshalb hatte es diesen Moment gewählt, um sich zu offenbaren.

Drei schnelle und hohe Pfeiftöne durchbrachen die Nacht. Ein Schauer lief mir über den Rücken, als ich meine Aufmerksamkeit wieder auf den Turm richtete, um zu sehen, wie ein goldenes, wunderschönes Feuer entfacht wurde. Der Schein der wundersamen Flammen tanzte aus dem Inneren des Turms. Für jeden anderen, der zur Festung hinaufschaute, wäre es ganz normal gewesen.

Die Bewohner der Festung hatten sich einfach entschieden, den Turm in dieser Nacht aufzusuchen. Aber für mich war es das Signal, auf das wir gewartet hatten. Eines, das Seraphine mit den wenigen verbliebenen Asp, die sich noch in der Festung befanden, geplant hatte.

Wenn die Hand Lockinge verlässt, wird der Turm brennen.

Es kam mir so vor, als wäre die Zeit fast stehengeblieben, als ich beobachtete, wie der Turm zu brennen begann.

Dann brach ein weiteres Feuer aus. Eine Explosion erschütterte den Käfig und erhellte den Nachthimmel in einer Wolke aus bösartigen Flammen. Das Geräusch erschütterte mich so sehr, dass mein Herz wieder pochte und das Adrenalin wie ein wilder Fluss durch mein Blut floss.

Weit in der Ferne, tief im Herzen der Slums, ging ein Versteck der Asp in Flammen auf. Ich blinzelte und konnte mir vorstellen, wie Ziegelsteine und Glas auf die leeren Straßen regneten, wie die Hitze die schmutzigen Straßen verbrannte.

Schreie von überrumpelten Menschen.

Es folgte eine weitere Explosion. Diesmal aus einer anderen Ecke des Käfigs.

Dann noch eine. Und noch eine. Ein Teil nach dem anderen erbebte, die Slums von Lockinge litten unter der Zerstörung des Feuers. Ein kleiner Funke genügte, und die ölgetränkten Gebäude gingen in Flammen auf.

»Sollen wir auf unseren Erfolg anstoßen?«, fragte Althea an meiner Seite und hob etwas vor sich hoch. Vorsichtig hielt sie zwischen zwei Fingern ein verkorktes Fläschchen mit einer braunen Flüssigkeit. Teil zwei unseres Plans.

»Ich denke, das wäre eine ausgezeichnete Idee«, erwiderte ich, schloss mich Althea an, holte ein identisches Fläschchen aus meiner Brusttasche und hielt es hoch.

Auch die anderen zogen ein Fläschchen heraus. Unsere Korken knallten im Gleichtakt und fielen auf die gepflasterte Straße, ohne einen weiteren Gedanken daran zu verschwenden.

Seraphine hatte mehrfach erklärt, wie sie Aldricks Gedankenkontrolle nicht erlegen war, als sie sich in seinen inneren Kreis eingeschleust hatte. Das Tonikum, das die Assassinenzwillinge täglich zu sich genommen hatten – Mariflora – war im Grunde eine Blume, die zu einer Paste zermahlen und mit Likör verdünnt wurde. Die Blume stammte zwar aus einem bestimmten Waldgebiet im Elmdew-Hof, wurde aber derzeit im Keller eines der Gebäude gezüchtet, die jetzt im Käfig brannten.

Nach der heutigen Nacht würden wir keine Vorsichtsmaßnahmen mehr treffen müssen, um zu verhindern, dass Aldrick die Kontrolle über unseren Verstand erlangte. Wir würden bis zum Morgen weit weg von dieser elenden Stadt sein, vorausgesetzt, wir waren erfolgreich.

Nein, Robin. Konzentriere dich.

»Na dann, Mund weit auf«, sagte Duncan und zwinkerte mir anzüglich zu. Mir stockte der Atem; meine Wangen drohten rot zu werden.

»Noch nicht«, flüsterte ich.

»Oh.« Duncans Zunge kam zwischen seinen Lippen hervor, bevor er das Fläschchen an sie presste und den Kopf zurückwarf.

»Verdammt«, stöhnte Kayne und schüttelte den Kopf wie ein Hund. »Das ist ekelhaft.«

Althea schaute auf das Fläschchen, ohne auch nur einen Funken Ekel in ihrem Gesicht zu zeigen. Tatsächlich führte sie das leere Fläschchen zum Mund und leckte den Tropfen Tonic ab, der an der Seite herunterlief. »Lass dir ein paar Eier wachsen, Kayne. Ich bin sicher, du hattest schon Schlimmeres im Mund.«

Das Mariflora brannte meine Kehle hinunter und ließ keinen Zentimeter unberührt. Ich musste mich bemühen, mich nicht an meinem Lachen zu verschlucken, als ich sah, wie Kaynes Gesicht so rot wurde wie sein Haar.

Wenigstens war er so vernünftig, sich nicht auf ein verbales Duell mit Althea einzulassen. Keiner würde gegen sie gewinnen.

»Jetzt haben wir alle etwas guten, alten, flüssigen Mut getrunken«, sagte ich. Mein Mund fühlte sich an, als würde ich Feuer atmen. »Willst du uns die Ehre erweisen, Althea?«

Sie hielt ihr leeres Fläschchen nicht mehr in der Hand. An seiner Stelle befand sich eine goldene Flamme. Sie warf Licht auf ihr verborgenes Gesicht und betonte das wölfische Grinsen, das ihre sommersprossigen, schönen Züge verzerrte.

»Ich kann gar nicht ausdrücken, wie sehr ich mich darauf gefreut habe, diesen Ort in Brand zu setzen.« Die Flamme wurde immer größer und teilte ihre Aufregung.

»Oh, das wissen wir«, fügte Duncan mit einem freundlichen Verdrehen seiner grünen Augen hinzu. »Du redest von nichts anderem mehr, seit du zum ersten Mal einen Fuß in dieses Haus gesetzt hast. Nicht gerade prinzessinnengerecht, oder?«

Altheas Grinsen wurde noch breiter, und sie blitzte Duncan mit ihren Zähnen an, der ihr Lächeln erwiderte – auch wenn das anscheinend nicht die Reaktion war, die sie erwartet hatte. »Ich ziehe es vor, wenn meine Matratze nicht auf dem Boden liegt und mit mindestens acht Kissen bedeckt ist.«

»Dann zünde sie an«, sagte ich und fühlte insgeheim das Gleiche wie Althea. Auch wenn das Feuer den Dreck, den Schimmel und den Gestank des Gebäudes verbrannte, glaubte ich nicht, dass meine Haut die Erinnerung daran so leicht loswerden würde.

»Mit Vergnügen …« Althea holte aus, als wäre das Feuer in ihrer Handfläche ein Ball, den sie werfen wollte. »Zeit, in ein Gefängnis einzubrechen und ein paar Fae zu befreien.«

Ich nickte und knirschte mit den Zähnen. Mein Körper vibrierte vor Verlangen, die Sache zu Ende zu bringen.

Althea rollte mit den Schultern, neigte den Kopf nach unten und fletschte die Zähne, um uns alle zu warnen. »Lauft.«

Es dauerte nicht lange, bis Lockinge in Flammen aufging. Und je mehr Funken zündeten, desto schwerer fiel es mir, nicht zu lächeln.

Rauch quoll aus den zahllosen Gebäuden, die von dem wütenden Inferno verschlungen wurden. Die schwere Präsenz bedeckte den bereits obsidianfarbenen Himmel, bis der Mond und die Sterne nicht mehr zu sehen waren. Hätte ich mir nicht die Maske aus dunklem Stoff über das Gesicht gezogen, hätte ich Asche und verbranntes Öl auf der Zunge geschmeckt, denn die Luft in der Stadt war dick davon.

Duncan hielt neben mir Schritt, seine massigen, muskulösen Arme schwangen an seinen Seiten. Kayne führte die Gruppe mit seinem Falken an, der durch den Himmel schnitt. Althea bildete das Schlusslicht, obwohl ich sie nicht sehen konnte, da meine Aufmerksamkeit auf die Festung vor mir gerichtet war. Die Entschlossenheit ihrer Schritte und ihr schweres, aber kontrolliertes Atmen verrieten mir, dass sie dicht hinter mir ging.

Selbst als die Menschen verängstigt und mit verschlafenen Augen aus ihren Häusern strömten, konnte ich nicht umhin, mich an meinem aufgeregten Überschwang zu erfreuen.

Es funktioniert, verdammt.

Ich riskierte nur einen kurzen Blick über die Schulter. Über die engen, dunklen Straßen und Gassen des Käfigs erstreckten sich die Knospen verschlingender Flammen, während jede Behausung der Asp brannte.

Das Opfer der vielen Verstecke der Asp war nur als Ablenkung gedacht. Etwas, das die Königswachen und Jäger aus der Festung holen sollte, um die Zerstörung zu untersuchen und das Chaos zu beseitigen. Auf diese Weise wollten wir einen Weg freimachen, der es uns ermöglichte, in das Festungsgelände und an den Ort zurückzukehren, dem wir vor nicht allzu langer Zeit entkommen waren. Unsere Rückkehr diente nur einem einzigen Zweck: Wir würden in das Gefängnis eindringen und die Hunderte von Fae befreien, die weit unter der Stadt gefangen waren.

Und die Flut von gepanzerten Männern und Frauen, die alle das weiße Symbol der Hand auf der Brust trugen, als sie durch die Hauptstraßen von Lockinge liefen, zeigte, dass der Plan funktionierte.

Meine Ohren klingelten noch immer von der Explosion, die Althea verursacht hatte, als sie ihre beschworene Flamme auf das Gebäude geworfen hatte, das wir in den letzten Wochen unser Zuhause genannt hatten. Den kalten, schimmeligen Räumen und den Ratten, die versucht hatten, uns zu vertreiben, würde ich nicht hinterherweinen. Als wir durch den mittleren Teil der Stadt rannten und uns in den dunklen Seitengassen versteckten, fühlte ich einen Anflug von Schuld für das Leben der Kreaturen, die nun als verbranntes Fleisch in den Slums sterben würden. Ihr Tod war das Opfer, das für die Rettung der anderen gebracht werden musste.

Opfer, die harte Wahrheit des Wortes, war etwas, mit dem ich jetzt nur allzu vertraut war.

Es gab nur so viel, auf das ich mich hätte vorbereiten können. Und auch die nächsten Schritte des Plans lagen außerhalb meiner Kontrolle. Ich konnte nicht zulassen, dass die pessimistischen Sorgen mein Urteilsvermögen trübten. Ich hatte den Weg zur Festung durch die Stadt nicht ständig ablaufen können. Mein Verstand hatte sich mit dem Wunsch beschäftigt, die Fae aus Aldricks Gefangenschaft zu befreien. Wochenlang war das alles gewesen, woran ich denken konnte. Von dem Moment an, als Seraphine uns nach Lockinge zurückgeschmuggelt hatte, bis zum heutigen Tag, hatte ich nur an sie gedacht.

Manchmal, wenn der Wind sich drehte, konnte ich die Kloake der Kanalisation noch immer an meiner Haut riechen. Konnte noch immer sehen, wie wir durch die dicken, unbekannten Substanzen, die zähflüssig durch eine Reihe von höhlenartigen Tunneln unter der Stadt ins Meer flossen, wateten. Wir hatten Lockinge mit Scheiße bedeckt betreten und noch nicht einmal mit dem eigentlichen Plan begonnen.

Es würde sich alles lohnen. Zumindest hatte ich mir das in den Nächten, in denen ich schlaflos neben Duncan auf der ausgerollten Matratze in dem nun brennenden Gebäude gelegen hatte, immer wieder eingeredet.

Zuerst hatte ich Elinor gebeten, für die unzähligen Fae, die wir retten würden, eine Transportmöglichkeit zu besorgen. Schiffe, und zwar viele. Um die Fae nach Hause zu bringen. Ich hatte geglaubt, dass dies die schwierigste Aufgabe sein würde, aber ich hatte mich geirrt. Am meisten Mühe kostete es mich, Seraphine davon zu überzeugen, die Behausungen der Asp in der Stadt aufzugeben. Ich tat es, weil es keine andere Möglichkeit gab, aber der Preis dafür war hoch. Egal, wie oft Althea mich um eine Antwort bat oder Duncan fragend eine Braue hob, ich verriet nicht, was ich für ihre Hilfe eingetauscht hatte. Aber wie es bei der Gilde der Meuchelmörder war, war im Leben nichts umsonst, nur im Tod war Geld so nutzlos wie der Atem.

Seraphine hatte mit dem Tod ihrer Schwester alles verloren. Aldrick hatte ihr ihren Zwilling genommen und sie als einzigen Teil eines Paares zurückgelassen. Aber Münzen bluteten noch immer ein dunkleres Rot als das Blut der Familie. Ich wäre ein Narr, zu glauben, die Assassinen hätten aus dem Wunsch heraus, das Richtige zu tun, geholfen. Genau wie Seraphine zu mir gesagt hatte, als ich sie zum ersten Mal um Hilfe gebeten hatte, waren die Worte auch jetzt noch klar.

Die Welt vor einem Dämonengott zu retten, rettet uns nicht vor der Armut. Das ist ein ganz anderer Krieg.

Richtig und falsch waren einfach zwei Seiten derselben Münze, und den Asp war es egal, auf welcher Seite die Münze landete; Hauptsache, sie landete in ihren Händen.

Mir kam es so vor, als wären wir nur einen Moment gelaufen, bevor wir zu unserem vereinbarten Treffpunkt kamen. Kayne drückte sich an die Seite des Händlergebäudes, die von der Hauptstraße wegzeigte. Von dort aus hatte man den besten Blick auf die Soldaten, die auf dem Weg zur Festung patrouillierten. Dieselben Soldaten, die Duncan und mich mitgeschleift hatten, als wir zum ersten Mal in Lockinge angekommen waren.

Damals, als ich die wahre Identität der Hand noch nicht gekannt hatte. Bevor er sich als genau die Kreatur entpuppt hatte, die er seinen Anhängern aufgetragen hatte, zu jagen, zu fangen und zu töten: ein Fae.

»Wie viele siehst du?«, fragte Duncan, der nicht ein wenig außer Atem wirkte. Er sah nicht so aus, als wäre er die harte Steigung einer Stadt hinaufgelaufen, während ich den Drang bekämpfte, mich umzudrehen und nach Luft zu schnappen.

Kayne schwieg einen Moment und schaute um die Ecke der Apotheke, die uns Unterschlupf bot.

Dies war der letzte Ort, an dem wir uns verstecken konnten, bevor wir den mühsamen Kampf zum Eingang der Festung auf uns nehmen mussten. »Vierzig«, antwortete er, »vielleicht fünfzig, soweit ich sehen kann. Und das ist die Zahl ohne diejenigen, die auf der Mauer stehen oder vom Inneren der Bastardfestung hinaussehen.«

»Scheiße«, stöhnte Duncan. Das erinnerte mich an eine andere Zeit und einen anderen Ort, an dem er das gleiche Wort unter anderen Umständen ausgesprochen hatte. »Ich dachte, unsere Ablenkung würde mehr bringen.«

Ich drängte mich hinter ihn, fuhr mit einer Hand seinen harten Rücken hinauf und legte sie ihm auf die Schulter.

»Wir haben mit mehr gerechnet«, flüsterte ich. »Aber dafür gibt es ja einen Notfallplan. Keine Sorge, das wird unseren nächsten Schritt nicht aufhalten, nur … etwas schwieriger machen.«

Positiv zu bleiben war die einzige Option für den Erfolg. Ich musste die Moral aufrechterhalten.

»Und auf weniger gehofft«, warf Althea ein und zog die Stoffabdeckung von ihrem Mund herunter. »Wie stehen die Chancen, dass wir es mit magiebegabten Menschen zu tun haben? Denn das wird unsere Erfolgsquote beeinflussen.«

Duncan versteifte sich unter meiner Hand. Ich drückte meine Finger in seine Schulter, in der Hoffnung, ihm etwas Trost spenden zu können.

»Ich weiß genauso wenig wie du«, antwortete Kayne. »Ich könnte die Zahl besser einschätzen, wenn du mich Lucari auskundschaften lassen würdest –«

»Nein«, fuhr ich ihn an und unterdrückte den Drang zu schreien. »Lucari ist wichtig und ich kann sie nicht riskieren. Sobald jemand deinen Falken sieht, wird es uns verraten. Lucari bleibt bei dir, bis wir so nahe an den Wachen sind, dass dein Schwert bereits die erste Brust durchbohrt hat, die du findest. Erst dann wirst du sie freilassen und Gesichter abreißen lassen.«

Wäre mein Gehör so stark wie das von Althea, hätte ich mit Sicherheit gehört, welches Geräusch der Kloß in seinem Hals machte, als er schluckte. Sein Schweigen sprach Bände. Ich konnte die Beklommenheit in seinen starren Augen sehen, als er innerlich mit sich rang. Lucari bedeutete Kayne viel, und mir auch.

»Niemand zwingt dich, bei dieser Sache mitzumachen, Kayne«, sagte ich und trat näher an ihn heran. »Ich werde nicht weniger von dir halten, wenn du dieses Mal aussetzt.«

Kayne sah sich mit der realen Möglichkeit konfrontiert, gegen die zu kämpfen, an deren Seite er einst gestanden hatte. Das war viel verlangt – das war mir klar.

Kayne hielt sein Kinn erhoben und blickte über seine sommersprossige Nasenspitze auf mich herab. »Ich habe meine Wahl getroffen. Und ich bin hier, oder? Wenn ich mich nicht mit dem Gedanken herumschlagen würde, unschuldige Menschen zu töten, wäre ich kein Mensch.«

Er benutzte diese Worte mit Absicht, und ich spürte ihren Stich.

»Unschuldig ist kein Wort, mit dem ich sie beschreiben würde«, antwortete ich.

»Dessen ungeachtet kämpfe ich an deiner Seite.«

Erleichterung machte sich in mir breit. »Wirst du dasselbe empfinden, wenn du jemandem gegenüberstehst, den du einst kanntest? Wenn die Person am Ende deiner Klinge ein anderer Jäger ist, dem du nahegestanden hast? Ich muss wissen, dass du jeden töten wirst, der sich uns in den Weg stellt.«

Meine Augen huschten zwischen seinen hin und her und versuchten, einen Hauch von Zurückhaltung zu erkennen. Wenn da etwas von diesem Gefühl lauerte, täte Kayne gut daran, es zu verbergen.

»Robin«, sagte Duncan und benutzte meinen Namen, um meine Aufmerksamkeit wieder auf sich zu ziehen. Wie ein Anker hatte seine tiefe Altstimme die Kraft, mich in seinen Händen zu halten und mir ein Gefühl der Sicherheit zu geben. »Vertraust du mir?«

»Ich weiß, worauf du hinauswillst«, antwortete ich und verlor mich in seinem tiefen, waldgrünen Blick.

»Dann muss ich dich nicht daran erinnern, dass ich Kayne vertraue, also vertraue mir. Ungeachtet dessen, was er von deiner …« Art denkt. Er wollte es sagen, hielt sich aber zurück, als er die Dolche bemerkte, die Althea allein durch ihren Blick in seine Richtung warf. »Was ich damit sagen will, ist, dass Aldrick unser gemeinsamer Feind ist. Fae, Mensch, er ist eine Bedrohung für uns alle. Dafür zu sorgen, dass er das, was er mir angetan hat, nicht noch einmal tun kann, ist das erste Glied in der Kette, die wir durchbrechen müssen. Wir können nur gewinnen, wenn wir zusammenarbeiten.«

»Hast du schon einmal daran gedacht, die Jagd auf meine Art aufzugeben und stattdessen Reden für die Unterdrückten zu halten?«, fragte Althea und neigte den Kopf einen Zentimeter zur Seite. Die Schärfe in ihrer Stimme war nicht zu überhören. Ich zuckte zusammen, als sie die plötzliche Spannung zwischen uns durchbrach. »Du würdest das gut machen.«

»Bitte. Wir haben keine Zeit zum Streiten«, sagte ich, bevor Duncan erwidern konnte, was auch immer über seine vollen Lippen kommen mochte. Ich drehte mich um und betrachtete Kayne und Lucari ein letztes Mal. Der Falke musterte mich mit wachsamen Augen von seinem Sitzplatz auf seiner Schulter aus. »Kayne, ich vertraue darauf, dass du das Richtige tun wirst, wenn du ihnen gegenüberstehst.«

Er nickte, sein Blick war scharf wie eine Klinge.

»Es gibt nur einen Weg, das herauszufinden«, antwortete Althea für ihn und drängte sich an uns allen vorbei, um einen Blick auf das Hindernis zu werfen, das wir überwinden mussten. »Also, wer ist bereit für ein bisschen Rauferei?«

Duncan grinste und hob seine Hand zu dem Zweihandschwert, das aus dem Mantel auf seinem Rücken ragte. Das war seine Art, zu bestätigen, dass er tatsächlich bereit war.

Kayne folgte seinem Freund und zückte die Zwillingsschwerter, die geduldig an seinem Gürtel ruhten, und drehte jedes in einem vollen Bogen an seiner Seite, während Lucari mit gleicher Bereitschaft zwitscherte. »Ich bin dabei.«

Ich hatte Waffen an meine Hüfte und andere um meine Arme und Oberschenkel geschnallt. Seraphine hatte großes Interesse daran, mich in der Kunst des Umgangs mit scharfen Gegenständen auszubilden, auch wenn meine beste Waffe in meinem Blut lag. Die Magie. Mit meinen Fähigkeiten – oder dem Mangel daran – wäre ich vielleicht nicht in die Gilde aufgenommen worden, aber ich war selbstbewusster mit dem Griff einer Klinge in der Hand, als ich es zuvor gewesen war.

Doch heute Abend waren das nicht meine bevorzugten Waffen. Auch Althea hatte nicht vor, eine Klinge oder eine Axt zu benutzen.

Ich erkannte die Hitze, die von ihrer Haut ausging, als ihre Magie an die Oberfläche kam. Sie sang in der Luft und freute sich über die Freisetzung. Wir würden mit dem kämpfen, wonach Aldrick sich sehnte – und das, was er am meisten begehrte, zunichtemachen.

Obwohl ich meine Magie noch nicht freigelassen hatte, konnte ich ihren Hunger nach Rache spüren. Das beruhigte mich.

»Bevor wir gehen«, murmelte Duncan und zog mich fest an sich. »Eine letzte Sache.«

Bisher hatten wir uns mit der Zurschaustellung von Zuneigung in der Öffentlichkeit zurückgehalten. Es hatte sich nicht richtig angefühlt, es vor Althea oder Kayne zu tun. Sie wussten zwar beide von uns, aber dennoch gab es eine unausgesprochene Regel, die für Distanz zwischen uns sorgte, wenn andere dabei waren.

Eine Regel, die Duncan kurzerhand brach, bevor wir uns in den bevorstehenden Kampf stürzten. Er drückte sich an mich, das Schwert in der Hand, um zu verhindern, dass er nach meinem Gesicht griff, was er sicher vorhatte. Mit einer schnellen Neigung seines Kopfes fanden seine Lippen die meinen.

Eine Welle heiteren Friedens überkam mich. Bevor ich die Augen schloss, nahm ich die tiefe Narbe wahr, die von seinem Augenwinkel bis zu seinem Mundwinkel verlief. Es war eine der vielen Unvollkommenheiten, von denen ich wie besessen war. Ich brauchte nicht mit dem Finger darüber zu streichen, um zu wissen, wie sie sich anfühlte. Dieses Gefühl war bereits tief in meinem Kopf verankert.

Sein Kuss war sanft und viel zu schnell. Es war nicht das übliche Zungenspiel und das Beißen der Zähne in die Lippen. Er war angenehm, wie ein Kompliment, das meine Seele erwärmte.

Als Duncan sich von mir löste, zog es mich zu ihm. Mein Gewicht fiel gegen seine starre, feste Brust. Er seufzte, was von einem Lächeln begleitet wurde.

»Mein König«, sagte Duncan.

»Solltest du dich nicht verbeugen, wenn du mit mir sprichst?«, flüsterte ich.

Duncans helle Augen blitzten auf, als er mir zuzwinkerte. »Dafür wird später noch Zeit sein, wenn wir dein Volk befreit und vorangegangenes Unrecht wiedergutgemacht haben.«

Ich stand sprachlos da, als Duncan sich von mir entfernte, Kayne auf die Schulter klopfte und unser Versteck verließ. Fast hätte ich gerufen, er solle zurückkommen; ich hatte vergessen, dass dies alles Teil des Plans war. Meines Plans.

Mit dem Selbstvertrauen eines Königs oder von jemandem, der einfach glaubte, irgendwo hinzugehören, schritt Duncan auf die murmelnden Wachen zu, die ihn bald bemerkten. Vor der Kulisse der brennenden Slums von Lockinge rief Duncan mit einer Stimme, die durch die Jahre als sein früheres tödliches Ich trainiert worden war.

General Duncan Rackley, der Jäger.

»Willst du nicht nachsehen, was es mit dem ganzen Trubel auf sich hat?« Duncans Befehl drang durch die Nacht, kaum gedämpft durch das Ziehen von Schwertern oder das Summen gespannter Bögen. »Deine Stadt brennt, und du stehst herum, als ob es dich nichts anginge.«

»Halt!«, rief ein Jäger.

Aber Duncan blieb nicht stehen.

Komm schon.

Althea hielt mich an meinem Umhang zurück, um mich daran zu hindern, zu ihm zu laufen.

Wo bist du?

»Warte«, zischte Althea mir ins Ohr. »Warte einfach.«

»Was war das?«, rief Duncan dem Jäger zu. »Komm ein bisschen näher und sag es noch einmal. Gib dir diesmal etwas Mühe und lass Selbstvertrauen in das Kommando fließen … vielleicht glaube ich dir dann.«

»Noch einen Schritt weiter, und du wirst von Pfeilen durchbohrt werden wie ein Truthahn während Yule.«

»Wo ist sie?«, fragte ich Althea und konnte die Worte nur schwer aussprechen, während mein Herz in meiner Kehle pochte. Duncan lenkte ihre Aufmerksamkeit auf sich, aber das war nutzlos, wenn unser Gast nicht auftauchte.

»Seraphine wird kommen«, antwortete Althea. »Glaube an sie. Sie hat uns noch nie im Stich gelassen.«

Glaube. Ein so seltsames Konzept. Es tat wenig, außer Hass zu schüren und Blut zu vergießen. Ich war mir sicher, dass so etwas wie Glaube auch eine schöne Seite hatte, aber vielleicht musste ich sie erst noch finden.

Ich biss mir auf die Unterlippe und füllte meinen Mund mit dem scharfen Geschmack von Metall. Es war das Einzige, was mich davon abhielt, meiner Angst nachzugeben und zu zerbrechen.

»Aber, aber, ich bin doch nur gekommen, um ein bisschen zu plaudern. Von Jäger zu Jäger.« Duncan war nicht mehr zu sehen, aber seine Stimme wurde immer eindringlicher. »Wie wäre es mit einem kleinen Gespräch. Ich, du und … meine Klinge?«

»Komm schon«, murmelte ich, meine Gedanken kontrollierten nun meine Worte. Eis umschloss meine Fäuste und betäubte meine Handflächen, während sich meine Nägel in sie gruben. Ein eisiger, kalter Wind kam von der dunklen Straße hinter uns und drückte auf meinen Rücken, als wollte er mich vorwärtstreiben.

Ein Pfeifen durchbrach die Nacht, genau wie damals im Käfig. Ich hätte auf die Knie fallen können, als ein weiterer Pfiff ertönte, dann noch einer und noch einer, bis der Himmel voll von Signalen war.

»Jetzt!«, rief Althea, aber ich war bereits vorgestürmt.

Lucari kreischte und stieß ihren Kriegsschrei aus, als sie zusammen mit Kayne, der mit erhobenen Klingen folgte, in die Soldaten flog.

Ich setzte meine Magie frei, bat in einem stillen Gebet zu Altar um Unterstützung und führte meine Verbündeten in die Schlacht. Ich konnte gerade noch rechtzeitig sehen, wie sich die Kinder der Asp in den Reihen der Jäger zeigten. Einer nach dem anderen zogen die Assassinen ihre Klingen und vergossen das Blut unserer überraschten Feinde auf den Straßen ihrer ach so großartigen Hauptstadt.

Die Idee zu diesem Plan war vor drei Nächten entstanden, als ich zum letzten Mal einen Jäger getötet hatte.

Selbst jetzt, während die Haut des Jägers, den ich gerade berührte, sich in Diamantglas verwandelte, bevor er auch nur schreien konnte, spürte ich noch die Blutreste meines letzten Opfers an meinen Händen. Egal, wie oft ich sie schrubbte, das Gefühl der kränklichen Wärme wollte nicht verschwinden.

Nach dieser Nacht würde ich eine Ewigkeit im Meer baden müssen, um das Gefühl, das der Tod hinterließ, loszuwerden.

Im Gegensatz zu dem namenlosen Jäger, dessen Körper in Tausende von sternförmigen Stücken auf dem Hof vor der Festung Lockinge zerbrochen war, hatte derjenige, den ich in jener Nacht ermordet hatte, einen Namen. Einen, den zu vergessen ich mir selbst verweigerte, obwohl das dreckige Schwein es verdient hatte.

Peter Torr. Er war ein stämmiger Mensch mit schwarzem, fettigem Haar gewesen. Wenn er sich mit der Hand durch die Haare gefahren war, hatten seine Finger nass ausgesehen. Er hatte das Symbol seines Herrn, die Hand, quer über der Brust getragen, und war stolz darauf gewesen. Seine fleckige Tunika war zerknittert gewesen, als er sich in der schmutzigen Taverne im Käfig niedergelassen hatte. Ich glaubte, dass Peter einfach darauf gewartet hatte, dass das Zeichen auf seiner Tunika ihm eine Nacht mit kostenlosen Getränken und Sex mit jedem Gast der Taverne, den er wünschte, bescheren würde.

Es war Seraphine, die mir in dieser Nacht Auskunft über seinen Aufenthaltsort gegeben hatte. Und sie hatte recht gehabt. Peter hatte auf einem der klapprigen Barhocker gesessen, dessen Beine laut mit Protest gegen sein unerwünschtes Gewicht aufgestöhnt hatten. Große, fleischige Hände hatten auf die Theke geklatscht, als er die Aufmerksamkeit der jungen Bardame gefordert hatte, die denjenigen, die das Geld hatten, ein paar Pints Bier gezapft hatte.

Ich hatte in der dunklen Ecke der muffig riechenden Taverne gesessen und ihn beobachtet, die Kapuze tief in die Stirn gezogen, um die Spitzen meiner Ohren vor neugierigen Blicken zu verbergen. Noch bevor der Jäger eingetreten war, hatte ich ein freudiges Gefühl verspürt, endlich wieder draußen zu sein, nachdem ich mich tagelang mit Duncan, Althea und Kayne in der Unterkunft verkrochen hatte, die mehr ein Gefängnis als ein Zuhause geworden war. Diese Blase der Freude, frei zu sein, war in dem Moment zerplatzt, als Peter mit seiner undeutlichen, aber fordernden Stimme hereingeplatzt war.

»Mach es ganz voll«, hatte er über die Theke gespuckt und die junge Bardame zusammenzucken lassen. Ich war zu weit entfernt gewesen, um erkennen zu können, ob es aus Angst oder Ekel gewesen war. Ich hatte mir gedacht, dass es wahrscheinlich beides gewesen war. »Das kannst du sicher gut, Mädchen, was? Etwas ganz vollmachen … und das kann auch ich für dich tun.«

Ich hatte nicht hören können, was ihre Antwort gewesen war. Aber ich hatte sehen können, wie die Röte über ihr Gesicht gekrochen war und wie sie sich schneller bewegt hatte, um dem Jäger zu geben, was er verlangt hatte, nur um von ihm wegzukommen.

Peter hatte getrunken und getrunken. Je mehr Zeit vergangen war, desto überzeugter war ich geworden, dass das einfach werden würde. Ich hatte immer noch keinen einzigen Tropfen der bernsteinfarbenen Flüssigkeit in meinem Krug angerührt, weil ich Angst gehabt hatte, mich zu übergeben oder benebelt zu sein, obwohl ich mich doch nur konzentrieren musste.

Seraphine, so hatte ich gelernt, hatte mit vielem recht. Vielleicht war es das, was eine Asp ausmachte, mehr noch als versteckte Klingen und Taschenspielertricks. Information. Wissen.

Vier Drinks. Das war alles, was Peter hinuntergekippt hatte, bevor er mit seiner schwerfälligen Hand in die Hosentasche gegriffen und genau das hervorgeholt hatte, weswegen ich in die Bar gekommen war.

Schlüssel.

Ich hatte gespürt, wie sich meine Lippen nach oben gezogen hatten, als er tat, wovor Seraphine gewarnt hatte. Männer. Vorhersehbare Kreaturen. Nicht alle, aber die meisten, wie ich erfuhr.

Mit geschwollenen Händen hatte Peter den großen Metallring aus seiner Tasche gezogen, an dem drei schlanke Schlüssel gehangen hatten. Ich hatte sie sofort aus der Nacht im Käfig wiedererkannt, als Duncan Althea, Gyah und mir erlaubt hatte, uns von den eisernen Halsreifen zu befreien, die unsere Kehlen umgeben hatten.

Zum ersten Mal, seit ich das Bier bestellt hatte, hatte ich es in die Hand genommen und an die Lippen geführt. Ich hatte meinen Blick nicht von ihnen abwenden können, als ich über den abgenutzten Rand des Kruges geblickt hatte. Hungrig hatte ich gespürt, wie sich mein verzweifeltes Verlangen nach den Schlüsseln wie eine Schlange tief in meinem Magen zusammenzog. Ich hatte sie gebraucht, und ich würde alles tun, um sie in meine Hände zu bekommen.

Peter hatte die Schlüssel herumgeschwenkt, als wären sie eine Trophäe. Ein Zeichen der Dominanz, dass er ein Jäger gewesen war und alle um ihn herum minderwertig waren. Mein Herz hatte einen Sprung in der Hoffnung gemacht, dass die Menschen um ihn herum ihn mit der gleichen Abscheu betrachteten. Dann hatte ich mich daran erinnert, dass es an seinem Zustand und seiner Person lag und wahrscheinlich nichts mit der Tatsache zu tun hatte, dass er Fae jagte, gefangen nahm und tötete, nur weil sie existierten.

Es hatte mich in den Fingern gejuckt, mich auf ihn zu stürzen. Ihm die Schlüssel aus der Hand zu nehmen und zu gehen. Oder ihm die Hand abzuschlagen, denn das würde ihn von dem abhalten, was er vorhatte, als er der Bardame einen Blick zugeworfen hatte, als sie vorbeigegangen war.

Aber ich hatte gewartet. Geduldig, wie ich es jeden Tag seit meiner Rückkehr nach Lockinge getan hatte. Mein Ziel war wichtiger gewesen als Eile, und ich hatte mich viel zu lange vorbereitet, um diesen Moment zu vergeuden und zu ruinieren.

Peter hatte die Taverne nach seinem sechsten Krug Bier verlassen. Seine schlampigen Füße waren übereinander gestolpert, als er auf die Straße gegangen war. Wie ein Schatten war ich ihm gefolgt. Er hatte gerade gesungen, als ich hinter ihm aufgetaucht war, nah genug, um den Schweiß zu schmecken, der von seiner krummen, runden Gestalt getropft war. Unbeholfen war er über seine Worte gestolpert. In seinem betrunkenen Zustand hatte er den Text kaum deutlich aussprechen können. Er hätte nie gewusst, dass ich da gewesen wäre. Peter hatte mit seinem undeutlichen Gesang erst aufgehört, als sich meine Klinge an seine Kehle gepresst hatte. Es war unmöglich gewesen, zu erkennen, ob er gegurgelt hatte, weil der Dolch durch seinen Hals geglitten oder es ein vom Bier verursachter Schluckauf gewesen war.

Peter Torr war in der Nacht verblutet, unfähig, zu singen oder zu schreien, als ich den Schlüsselbund abgerissen hatte, an dem er sich trotzig festgehalten hatte. Seine weit aufgerissenen Augen waren offen geblieben, als gurgelnde Laute aus dem dunklen Schnitt in seiner Kehle gedrungen waren. Seine blutverschmierten Hände hatten nach der Wunde gegriffen, als hätte er sie zusammendrücken können, um die Blutung zu stillen.

Seine Bemühungen waren vergebens und der Schaden war nicht mehr zu retten gewesen.

Peter hatte mich beobachtet, als ich auf Duncan zugeschlendert war, der sich in den Schatten der Hintergasse der Taverne aufgehalten hatte. Ich hatte keine Gewissensbisse gehabt, als ich meine rotbefleckten Finger gehoben hatte, um Duncan die Schlüssel zu zeigen. Es hatte kein Lob gegeben, das in dieser Gasse auf mich gewartet hatte. Nicht, dass ich eines gebraucht hätte.

Jetzt, drei Nächte später, als ich einem anderen Jäger, der mit erhobenem Schwert auf mich zustürmte, schnell die Hände entgegenstreckte, fühlte ich Schuld. Sie hatte sich die ganze Zeit über versteckt.

Sie hatte sich in meinen Eingeweiden wie ein Stachelmesser eingegraben. Wenn ich danach gegriffen hätte, um es herauszuziehen, hätte ich noch mehr Schmerzen und Unbehagen ertragen müssen. Stattdessen schob ich die Schuld tiefer und tiefer mit jedem Leben, das ich nahm. Aber das Gewicht der Schlüssel in meiner Brusttasche half, das Gefühl zu dämpfen, wenn auch nur leicht.

Es ist für eine größere Sache, erinnerte ich mich.

Ein wilder, eisiger Wind wehte um mich herum und brach mit einer Handbewegung nach vorn aus. Er rauschte über den Boden und ließ zerklüftete Eissplitter von den gepflasterten Straßen emporschießen. Der Jäger war nicht darauf vorbereitet, als mein Eis seine Füße und Unterschenkel verschlang. Es kam so plötzlich, dass seine Knochen durch die Haut brachen und sein Schwung zunichtegemacht wurde.

Mein Angreifer sackte in sich zusammen und ließ sein Schwert fallen, das vor meinem Stiefel zum Erliegen kam.

»An dich wird man sich nur erinnern, weil du auf der falschen Seite der Geschichte gestanden hast«, sagte ich schwer atmend. Dann zwang ich so viel Luft, wie ich aufbringen konnte, aus meiner Lunge, um das Gesicht des Jägers zu bedecken, bis sich seine Haut verhärtete und seine Organe zu kalten Eissplittern wurden.

Zwei erledigt, unzählige weitere vor uns.

Althea war ein Feuersturm. Ihre Flammen zischten wie Schlangen, als sie auf die Haut derer trafen, die dumm genug waren, sie als Opfer zu wählen. Im Gegensatz zu der Kälte, die meinen Körper wie ein Schild umgab, erkannte ich Altheas Macht, die mit fordernder Kraft gegen mich drückte.

Ich zuckte wegen ihrer Hitze zusammen, die so hell war wie ein sterbender Stern. Ein Strudel aus kochenden Flammen, die nach ihrem Willen tanzten. Sie nahmen die Jäger mit und ließen sie als Schalen aus blasiger Haut und verkohlten Knochen zurück.

Althea war wirklich eine unaufhaltsame Kraft. Das böse Lächeln, das sich auf ihrem Gesicht zeigte, erzählte Geschichten darüber, wie gern sie das hier tat. Wie ein Vogel, der endlich aus seinem eisernen Käfig befreit wurde, konnte sie ihre Magie entfesseln und denjenigen, die sich ihr widersetzten, eine Botschaft übermitteln.

Meine Ablenkung in dem tobenden Inferno führte dazu, dass mir eine Jägerin zu nahe kam. Ein Luftstoß streifte mich seitlich im Gesicht, als sie eine Klinge auf mich zubewegte. Ich wich zur Seite aus und keuchte angesichts der plötzlichen Präsenz. Ich rutschte auf dem eisglatten Boden aus und verlor den Halt. Zum Glück, sonst hätte sich die Klinge in der weichen Haut an der Stelle vergraben, wo mein Hals auf meine Schulter überging.

Duncan musste mein scharfes Einatmen gehört haben. Ein so leises Geräusch inmitten des Donners von Tod und Chaos, aber er hörte es, denn er stürmte in Sekundenschnelle auf mich zu und schwang sein Breitschwert mit präziser Zielsicherheit aus der Dunkelheit.

Anders als die Jägerin verfehlte Duncan sein Ziel nicht.

Ihr Kopf fiel von ihren Schultern, dunkles Blut spritzte aus den durchtrennten Adern in den Nachthimmel. Es war so viel Blut. Es spritzte und floss, als hätte Duncan einen Fluss geöffnet und ihn über ihre Leiche fließen lassen. Sie stand noch eine Sekunde, bewegte sich, bevor sie zu Boden sackte, wo ihr Körper sich zu den anderen gesellte, die unserem Angriff zum Opfer gefallen waren.