Aaron - HeikeHanna Gathmann - E-Book

Aaron E-Book

HeikeHanna Gathmann

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Beschreibung

Der König des Rock'n Roll und des Hüftschwunges könnte heute die Pop-, Rock-, Blues- und Soulmusik nicht mehr revolutionieren, doch die Präsens und Präsentation der Elvis Songs war einmalig. Verschwiegen hatte der legendäre US Sänger mit der besonderen Baritonstimme die Tatsache, dass er an einer unheilbaren Erb- und Stoffwechselerkrankung litt. Und nicht nur an einer schweren Tablettensucht. Wie würde es Elvis Aaron Presley ergehen, wenn er für eine kurze Zeitspanne in die Gegenwart zurückkehren könnte? Auf den blauen Planeten, dessen Bewohner von Unsicherheiten und Ängsten geplagt werden. Gemeinsam mit der Malerin Martha Mellow - genannt Marshmarigold - begibt sich Aaron auf seine vorerst letzte Lebensreise.

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Seitenzahl: 112

Veröffentlichungsjahr: 2019

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HeikeHanna Gathmann

Aaron

Eine heiter-phantastische Erzählung

 

 

 

Dieses ebook wurde erstellt bei

Inhaltsverzeichnis

Titel

I. „Pferde aus Memphis“

II. „Schamanenglück“

III. „Schmusetarzan“

IV. „Eddy Adam Predley“

V. „Zwei Tiger in der Nacht“

VI. „Fünfhundert Zahnpastatuben“

VII. „Ein maltesischer Koffer“

VIII. „Gozoner Mondlandschaft“

IX. „Die Methode Malody“

X. „Tanz am Shabbes“

XI. „Ein Colt Phyton, Baujahr 1955“

XII. „Zwei Pässe“

Impressum neobooks

I. „Pferde aus Memphis“

Es war ein eisiger, kalter Winterabend. Der kleine Fluss vor ihrem Haus war zugefroren. Vereinzelt schossen weiche Schneeflocken aus dem grauen, verschlossenem Wolkenhimmel. „Ich bin es - Aaron“, rief eine glockenklare, sanfte Stimme vor ihrer Haustür, „ich brauche deine Hilfe!“ Martha öffnete. „Ich habe es geahnt“, erwiderte sie, „der göttliche Sänger ist zurück. Wegen der Kälte war die Frau in eine dicke Wolldecke gehüllt. Der Mann trat ein, stellte seine Reisetasche vor ihre Garderobe. „Dick bin ich geworden“, bemerkte er etwas verschämt, „mein rechtes Auge erblindet. Mein Herz schmerzt, die Koronararterien sind kaputt.“ „Ich weiss.“ Sie blickte mit einem Anflug von Zärtlichkeit auf seine korpulente Erscheinung, die einmal rank und schlank gewesen war. Sein feines, dunkles Haar und seine tiefblauen Augen sahen aus wie eh und je, nur dass die einst mit dämonischer Kraft funkelnden Pupillen traurig und müde wirkten. „Es ist prima, dass du dich dazu überwinden konntest, das Grab deiner Schmerzen zu verlassen. Denk‘ dran: Deine cherokeesischen Wurzeln vertragen keine Speedpillen!“ Marthas mächtige, blonde Lockenpracht zitterte leicht, als wolle sie ihre Worte der Sorge um den Sänger unterstreichen. „Du hast recht“, rief der Mann, „ich bin eine schlafwandelnde Apotheke.“ Er hatte ihr Wohnzimmer betreten und sich mit einem tiefen Seufzer der Erleichterung auf Marthas samtblau schimmerndes Sofa fallen lassen. Die vor ihm grell lodernden Holzscheide im Kaminofen beruhigten ihn. „Unruhig wie ein kopf- und zielloser Tiger ziehe ich in den Nächten umher und scheine dennoch nirgendwo anzukommen.“ Die zierliche Frau lächelte und fügte hinzu: „Du warst das goldene Kalb, welches am Ende geschlachtet wurde. Die Rampensau, die nicht mehr konnte. Du hättest vorausschauend alle Verpflichtungen ausschlagen und auf dich achtgeben müssen.“ „Ich konnte mich selbst nicht mehr ausstehen, Martha! Niemand will begreifen, welchen Preis ich für Verehrung und Gabe bezahlen musste.“ „Nun - deine Fressanfälle waren irdischer und nicht göttlicher Natur“, antwortete sie, „aber ich mache mir Sorgen wegen etwas anderem …“ Aaron sah Martha neugierig an. „Warum das?“ „Heute ist jeder cool. Will keine Schwäche zeigen. Die Zeit der grossen Emotionen ist vorbei. Du bist aus der Zeit gefallen, Aaron!“

Der Sänger liess im Duschbad die heissen Wasserstrahlen auf seine verkrampfte und verhärtete Schultermuskulatur prasseln. Wie ein kleines, glückliches Kind gluckste er verzückt. Griff mit den Händen nach den Wassertropfen und schmeckte sie. Es sei gut, wieder hier, auf der Erde zu sein, lachte er erfreut. Im Bademantel stürmte der Mann in Marthas Küche, aus voller Kehle tönend: „In this heartbreak hotel I’m so lonely I could die.“ „Wirklich?“, sagte sie. Auf dem Holztisch standen ein frisch zubereiteter Tomatensalat, knusprig gebratenes Putenfleisch und selbstgebackene Haferflockenkekse. „Meinen Pferden in Memphis-Tennessee könnte es nicht besser ergehen“, bemerkte Aaron mit einem Stirnrunzeln und fügte sogleich beschwichtigend hinzu, „aber ich liebe die Natursteine, aus denen dein Haus gebaut ist.“ Martha hatte derweil zu einer Trommel gegriffen und begonnen mit ihren Handflächen auf die lederne Haut des Instrumentes zu schlagen. In einem Rhythmus, der sich just in ihr regte. „Du verschwendest deine kostbare Lebenszeit mit einem abgehalferten Casanova. Stattdessen solltest du mit Pinsel und Farben an deinen Bildern arbeiten, Martha!“ „Wirklich?“, wiederholte sie und fuhr mit dem Trommeln fort. Dann stutzte sie. „Ist dir klar, dass sich in deiner begnadeten Stimme die Einsamkeit des Universums spiegelt?“ „Das war einmal. Sag‘ mal … spricht denn heute niemand mehr von der Liebe an sich?“, fragte Aaron nervös. Interessiert die schmalen, nackten Füsse der Malerin betrachtend. „Nein. Zu deiner Zeit sind Menschen - Amerikaner und Russen - in einem Hochgefühl und im Wettstreit zum ersten Mal auf dem Mond gelandet. Heute landen dort Chinesen. Stattdessen befürchtet die Menschheit, dass erneut ein Asteroid auf diesem Planeten einschlagen könnte. Wie in den Dinozeiten. Die Liebe aber hat sich in ein Mauseloch verkrochen.“ „Das hätte ich Mao nie zugetraut“, erwiderte der Sänger.

II. „Schamanenglück“

Ein halbes Jahr später. Der Musiker zweifelte an Marthas Versprechen, zu kommen. Zusammen mit zwei Freunden hockte er gelangweilt an seinem Sommerpool. Der dunkelblonde, unscheinbare Mann hiess David und war Aarons Stiefbruder. Der andere nannte sich Larry und galt als persönlicher Lebensberater des Sänger. Im Beruf Friseur schnitt und pflegte er dessen Haartolle. Aaron hatte bereits das zweite Sahnestück der Willkommenstorte verdrückt. „Marthas Diät hatte Wunder bewirkt“, jammerte er laut, „nun werde ich wieder fett. Sie wird nicht kommen!“ „Sei froh, dass du in diesen ökonomisch angespannten Zeiten privilegiert leben darfst“, fuhr ihm Larry wirsch ins Wort, „viele Menschen haben wenig Geld. Vor allem nicht für Konzertkarten.“ „Dem möchte ich zustimmen“, sagte David, „die Kids hängen lieber stundenlang vor ihren PCs und geben sich in den sozialen Netzwerken anderen Illusionen hin. Deine Stimme und Liebe zur Gospelmusik zählen heute nicht mehr viel. Mehr als der Job eines Turnschuhverkäufers oder eines Busfahrers wären in der Gegenwart vermutlich nicht drin!“ „Aha!“, bemerkte der Sänger nach einer Weile des Nachdenkens verwundert, „mit den Genen meiner jüdischen Urgrossmutter, den indianischen meiner Ururgrossmutter mütterlicherseits würde mir auch jetzt etwas einfallen, um auf mich aufmerksam zu machen.“ „Denkste!“, grinste der Friseur, dessen Handy summte, „der Gärtner berichtet, dass eine Dame seit zwei Stunden auf dem Boulevard hin- und herbraust und immer wieder anklopft.“ „Das ist Martha“, rief Aaron erfreut, der das Handy des Freundes für einen Peilsender hielt, „gib‘ auf der Stelle das Zeichen zum Öffnen der Gartenpforte!“ David lachte. In diesem Moment war das Zuschlagen einer Autotür zu hören. Hinter der Hecke am Pool tauchte Martha auf. Einen riesigen Karton in den Händen haltend. Das lockige Haar notdürftig mit einem roten Band zusammengehalten, hingen einzelne Strähnen wirr im Nacken und in der Stirn. Mutig begrüsste sie die verschwiegene Männerrunde. „Die Dame mit der ungestümen Note“, lachte Larry. „Sie ist eine Lady“, hielt der Sänger dagegen. Er war aufgestanden, umarmte Martha und blickte neugierig in den Karton: „Ah - frisches Gemüse für den Sonnenkönig.“

Martha liebte den legeren, amerikanischen Stil. Vor allem seine breiten, komfortablen Doppelbetten. Ihres besass eine weiche, königsblaue, nicht allzu dicke Überdecke, in welche nur ein weisses Laken eingeschlagen war. Auf der lag sie nun entspannt, streckte ihre vier Gliedmassen aus. Wie eine glückliche, zufriedene Katze. Nach einer Weile streifte sie ihr weinrotes Sommerkleid über. Betrachtete zufrieden ihren wohlproportionierten Körper im Wandspiegel. Wie Aaron sich wohl fühlen mochte, fragte sie sich. Seinen hässlichen Herzstillstand, früh morgens im Badezimmer geschehen, schien er überwunden zu haben. Nach über vierzig Jahren der Abwesenheit vom irdischen Geschehen, nach unendlich vielen Stunden, in denen er als gesunkener Stern im Kosmos herumgeirrt sei, müsse er sich doch hier als Fremder fühlen. Ah, er habe ein dickes Fell, schob sie die Bedenken beiseite. Schloss eilig den Reissverschluss an der Taille. Schlüpfte in ihre mit Holzperlen verzierten Sommersandalen und stieg behutsam die Treppenstufen ins Erdgeschoss der Villa hinab. Im Empfangszimmer wartete der Musikbarde in einem seiner geliebten, weissen Ledersessel sitzend. „Du siehst regelrecht hübsch aus“, sagte er strahlend, „mit dir ist mir das Glück einer Schamanin widerfahren. Obgleich ich über achtzig Lenze zählen müsste und ein alter, greiser Mann bin, darf ich noch einmal zweiundvierzig Jahre alt sein.“ Aarons Augen glänzten mit dem bunten, schillerndem Fensterglas des Zimmers - ein Pfauengefieder im Tiffanystil - um die Wette. Mit kleinen, tänzelnden Schritten lief Martha im Raum umher. Als handele es sich um eine neue Welt, die es erst kennenzulernen galt. Gebannt folgte er ihren beinahe schwerelos wirkenden Bewegungen. „Nur wir beide - wie schön!“, sagte er entzückt, „keine Busse mehr, vollgeladen mit lauten, plappernden Touristen, die ich in meinem Grab liegend ertragen muss. Endlich keine Blumenkörbe mehr, die mir schwer auf der Brust liegen, als wäre meine Person eine Vermittlungsagentur für einsame Herzen. Für Menschen, welche mich mit ihren mitgebrachten Duftkerzen in meiner Gruft fast ersticken.“ „Sei nicht ungerecht“, erwiderte Martha hitzig, „ohne deinen Erfolg und ohne deine Fans wärst du vielleicht ein Nichts geblieben.“ „Warum muss ich mich denn immerzu bei allen bedanken“, fauchte er grimmig, „wenn Arroganz und Aufgeblähtsein in einer Darmparese münden?“ „Das waren die in Erdnussbutter gebratenen Bananen. Du hättest noch so viele Lieder komponieren können, Aaron!“ „Ich war nie ein Komponist, sondern der Interpret einer Zeitepoche. Ein Rock’n Roller und ein Schnulzenkönig. Es ist das Schicksal der Götter, irgendwann kläglich abzudanken. Weil niemand dauerhaft einem Idealbild entsprechen kann.“ „Wie wahr!, bemerkte Martha.

„Es duftet zauberhaft nach Brokkoli“, rief die Malerin, die von einem grauhaarigen, gutmütigem Herrn begrüsst wurde. „Endlich jemand, der sich von dir nicht alles gefallen lässt, Aaron!“ „Himmel - ich bin froh darüber, dass die Zeiten vorbei scheinen, in denen mir wildfremde Frauen die Kleider vom Leib reissen wollen. Samt Hautfetzen. Ich war eine Jagdtrophäe!“ „Und hübsche Frauen dein Pelzschmuck“, entgegnete Aarons Stiefmutter, eine Frau mit einem Allerweltsgesicht. In ihren kräftigen Händen eine dampfende Suppenschüssel haltend, „seid friedlich.“ Begeistert betrachtete Martha die Essmöbel aus edlem, feingeschnitzen Holz. Das kostbare Geschirr von eleganter, europäischer Art. Das feingekräuselte Haar des Vaters. Seine charmant, zugleich schelmisch wirkende Mundpartie. Irische oder schottische Einflüsse, vermutete sie. Die vier setzten sich zu Tisch. „Zwei Personen fehlen. Wo sind Larry und David?“, fragte Aaron. „Larry ist fort zu einem Kunden. Mit dem Fahrrad“, erklärte die Stiefmutter. „Er kann doch jederzeit eines meiner Motorräder oder Autos nehmen“, bemerkte der Sänger entrüstet. „Das ist sein Beitrag für ein neues Umweltbewusstsein.“ David hatte mit einem Tablett - darauf frischgebackene Baguettes - den Raum betreten. „Ein Bike … bist du bekifft?“, fuhr Aaron ihn an. Doch der schritt zielsicher auf einen riesigen Flachbildfernseher zu. „Das müsst ihr alle sehen!“ Der Sänger zuckte erschreckt zusammen. „Ich vermutete darin eine moderne Sonnenbank“, schrie er entsetzt, „aber das ist doch Dylan im Weissen Haus! Der Typ sieht aus wie ein seniler Penner.“ „Der farbige Mann, der ihm den Orden an das Brustkuvert heftigt, war übrigens unser letzter Präsident“, sagte David. „Und wer ist der jetzige?“, fragte Aaron ungläubig. „Ein Angeber. Wir sollten uns freuen, denn in Memphis wurde einst Martin Luther King ermordet. Diese Preisverleihung ist ein denkwürdiger Augenblick“, bemerkte der Vater des Sängers, „unterlasse es bitte tunlichst, wie früher geschehen, mit einem Gewehr auf den Bildschirm zu ballern, mein Sohn. Denk‘ an dein schwaches Herz. In das nach dir benannte Hospital können wir dich nicht mehr bringen.“ „Wohin?“ „In das Krankenhaus, in welchem du obduziert wurdest. Es wurde inzwischen gesprengt.“ „Ich erinnere mich“, murmelte der Musiker leise, „meine Gedärme schienen an diesem Morgen explodieren zu wollen. Oder war es mein Inneres? Dieser ganze Elvisscheiss! Vor Augen eine neue Konzerttournee. Ich wusste, dass ich nur noch eine Farce meiner Selbst war. Ein grausamer Schmerz hatte mich in jenen Todesminuten gepackt … er war der Kampf mit dem Tod. Oder der mit meinem versauten Leben. Es war der Wunsch meines Herzens nach der Endlichkeit aller Dinge.“

III. „Schmusetarzan“

Aaron und Martha hockten auf seiner mit Kissen überladenen Sofagarnitur. Der Musiker hantierte mit einer kleinen Digitalkamera, indem er die Batterie und Speicherkarte ausgiebig prüfte. „Das Ding ist ein Paradies für die persönliche Eitelkeit, Martha. Knipsen, löschen, knipsen. Diese Selfies sind ganz nach meinem Geschmack. Wow!“ Die Malerin lächelte, hatte ihr Notebook auf dem Couchtisch platziert und in Betrieb genommen. „Selfish, selbstverliebt ist auch deine überwältigende Sammlung deiner vergoldeten LPs. Wolltest du damit das geraubte Gold der Indianer zurückerobern?“ „Memphis ist arm. Hier gibt es kein Gold. Sag‘ mal, wo sind eigentlich die Hippies abgeblieben?“, fragte er zaghaft. „Die haben inzwischen entweder ein Restaurant, ein Reisebüro oder eine Tauchschule in einem Land ihrer Sehnsucht aufgemacht. Oder sie sind Biobauern geworden“, antwortete sie mit einem energischen Unterton, „eine Bitte habe ich an dich …“ „Was?“ „Keine weiten Schlaghosen und Plüschhemd. Der Look der Siebziger, der überkandidelte Trompetenlook sind out, mein Lieber! Kein Machogürtel und bombastischen Diamantringe. Jeans und T Shirt reichen vollkommen. Das Open Air Konzert an diesem Nachmittag ist eine Spende der hiesigen Banken. Eine Art Gratisveranstaltung für die armen Schlucker dieser Stadt.“ Aaron schluckte benommen. Neugierig blickte er auf Marthas Notebook. Die Frau schob das Gerät in seine Reichweite. „Eine Maustaste? Oh, allmächtiger Google! Aber das Wichtigste im Leben sind in der Tat genug Mäuse“, lachte er, „das ist einfacher als Klavierspielen ohne Noten.“ Er tippte das Stichwort >Herzoperation<. Sogleich flackerten Fotos von Herzkatheder und Bypass über den Bildschirm. „So etwas gab es damals noch nicht“, murmelte er leise. „Hast du deine Frau eigentlich gut behandelt, Aaron?“ „Sprichst du von Priscilla? Nein. Niemand konnte sich in meiner Nähe entwickeln.“ Der Mann googelte seinen eigenen Namen. Ein Bild, das auftauchte, zeigte ihn in einem prinzenhaften, königsblauem Frack. Neben dem amerikanischen Präsidenten Richard Nixon stehend. „Dem habe ich eine Waffe geschenkt“, bemerkte er nicht ohne Stolz. „Waffenbesitz und mögliche Gewalt sind ein Urübel der amerikanischen Gesellschaft“, entgegnete Martha barsch. Zögernd setzte der Musiker einen Link auf ein verheissungsfreudiges Kurzvideo. Auf einem Klo sang ein unansehnlicher, fettleibiger Unbekannter: „Because I’m a tramp I had to die. People I had taken too many of these damned pills and drugs. We’re caught in a trap and I can‘t walk out. We can‘ go together and build our dreams on suspicious minds.“ „Was für ein Abgang!“, schluchzte Aaron.