Abenteuer im Kopf - Emily Grothe - E-Book

Abenteuer im Kopf E-Book

Emily Grothe

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Beschreibung

Seltsame Dinge, Verbrechen und Träume. In diesem Buch gibt es keine Grenzen. Werde einen Tag zum Geist, kläre ein Verbrechen auf und fahre mit auf eine Klassenfahrt der etwas anderen Art. Oder reise in der Zeit herum, lüfte ein mysteriöses Rätsel und werde zum Social-Media Star. Tauche in verschiedene Welten ein und lasse deiner Fantasie freien Lauf. Denn jeder Einzelne hat seine ganz eigenen Abenteuer im Kopf.

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EPUB
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Seitenzahl: 173

Veröffentlichungsjahr: 2019

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© 2019 Emily Grothe

Umschlaggestaltung, Illustration: Emily Grothe

Lektorat, Korrektorat: Emily Grothe

Herausgeber: Emily Grothe

weitere Mitwirkende:

Dieter GrotheMarina RafflenbeulRamona RafflenbeulDoris Grothe-Rafflenbeul

Verlag und Druck: tredition GmbH, Halenreie 40-44, 22359 Hamburg

ISBN Taschenbuch: 978-3-7482-0446-6

ISBN Hardcover: 978-3-7482-0447-3

ISBN e-Book: 978-3-7482-0448-0

Das Werk, einschließlich seiner Teile, ist urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung ist ohne Zustimmung des Verlages und des Autors unzulässig. Dies gilt insbesondere für die elektronische oder sonstige Vervielfältigung, Übersetzung, Verbreitung und öffentliche Zugänglichmachung.

Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek:

Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.d-nb.de abrufbar.

Mehr als nur ein Buch?

„Mama, ich bin zuhause!“, rief ich nach der Schule. „Ah, gut Viviane! Dann kannst du mir ja mal eben helfen!“, rief meine Mama aus dem Wohnzimmer. Ich ging zu ihr. Sie hatte gerade das Wohnzimmer gesaugt. „Kannst du mal eben die Schränke abstauben?“, fragte sie und drückte mir ohne eine Antwort abzuwarten auch schon das Staubtuch in die Hand. „Ja“, erwiderte ich. „Wie war denn dein Tag?“ fragte sie und stellte den Staubsauger zurück in die Ecke. „Och, ganz gut.“, antwortete ich und fing an, den großen Schrank abzustauben. Ich hörte, wie meine Mutter gerade das Mittagessen in der Küche zubereitete. „Was gibt es heute zu essen?“, fragte ich hungrig. „Pfannen-Mix!“, rief sie zurück. Pfannen-Mix war etwas richtig Leckeres! Das bestand meistens aus den Resten vom Tag davor. Heute waren es Bratkartoffeln mit Rührei und Erbsen. „Hmm…. Hört sich Lecker an!“. Als ich fertig mit Abstauben war, ging ich in die Küche und setzte mich an den Tisch. Wenig später war das Essen fertig und meine Mama stellte es auf den Tisch. „Ach ja, morgen Nachmittag gehen wir alle auf den Dachboden. Der muss mal wieder aufgeräumt werden.“, berichtete Mama und füllte mir das Essen auf. „Okay. Aber das ist so eklig da oben! Da sind alles Spinnen und so. Und ich hasse Spinnen!“, entgegnete ich angewidert. „Ja und genau deswegen wollen wir dort aufräumen. Damit da eben keine Spinnen mehr sind“, antwortete sie schnell. Stumm aß ich mein Essen. Da kam mein Papa auch schon von der Arbeit. „Na ihr?“, war das Erste, was er sagte. „Hallo! Du kommst gerade rechtzeitig. Heute gibt es Pfannen-Mix“, berichtete Mama. „Ah Lecker! Übrigens, wir haben weitere Rechnungen bekommen, die musst du dir mal anschauen. Langsam habe ich das Gefühl, die verlangen immer mehr Geld von uns.“ Papa stöhnte und setzte sich neben mich an den Tisch. Er füllte sich ebenfalls Essen auf. Nach dem Mittagessen setzte ich mich an die Hausaufgaben. Doch auf einmal surrte mein Handy neben mir. Es war Bianca, meine Freundin. Ich hatte es immer noch auf lautlos gestellt. „Hi. Hast du gerade Zeit, mir ist langweilig?“, fragte sie. „Ich bin noch mit den Hausaufgaben beschäftigt. Bist du etwa schon fertig damit?“, fragte ich verblüfft. „Nee, ich habe keinen Bock. Mache ich später.“ Das war so typisch bei ihr. Sie macht alles, wozu sie keinen Bock hat, erst auf dem letzten Drücker. Na ja, mich soll es nicht kümmern. Irgendwann vergisst sie noch die Hausaufgaben. „Ok, dann lass ich dich mal weiter machen“, beschloss sie. Wir verabschiedeten uns und legten auf. Für die Hausaufgaben brauchte ich gut anderthalb Stunden. Aber komischerweise musste ich immer an den Dachboden denken und wie eklig es wäre, wenn einer dieser Spinnen auf mich zu krabbeln würde. So was ist mir schon einmal passiert. Ich habe das ganze Haus zusammengeschrien. Ich glaube immer noch, dass das auch die Nachbarn zwei Straßen weiter gehört haben. Nach den Hausaufgaben rief ich Bianca noch einmal an. „Übrigens, ich muss dir etwas Cooles erzählen. Ich bin endlich Tante geworden!“, berichtete ich aufgeregt. „Wirklich? Das ist ja cool! Ist es ein Mädchen oder Junge? Und wie heißt er oder sie?“, hakte sie gespannt nach. „Es ist ein Mädchen und sie heißt Clarissa. Ich finde den Namen total klasse!“ „Ja, ich auch. Ich freu mich für dich!“, sagte sie. Wir plauderten noch lange. „Viviane, kommst du bitte, es gibt Essen!“, rief meine Mama auf einmal. Bianca und ich hatten bereits so lange telefoniert, dass es schon wieder Abend war. „Du, ich muss aufhören es gibt Essen“, sagte ich zu Bianca und wir legten auf. Ich lief die Treppe hinunter. Zum Abendessen gab es leckere Hot Dogs. Jeder belegte sich seinen Hot Dog so, wie er es mochte. Nach dem Abendessen setzten wir uns noch im Wohnzimmer vor den Fernseher und schauten wie jeden Abend noch einen Film. Ich machte es mir mit einer Tüte Chips auf dem Sofa bequem. Heute war Mittwoch. Das bedeutete, heute gingen die Filme nicht so lange und ich konnte sie mit zu Ende gucken. Am Schluss war die Tüte leer und ich war müde. Gähnend ging ich in das Badezimmer und putze mir die Zähne. Meine Katze Shadow leistete mir Gesellschaft. Übrigens haben wir ihr den Namen Shadow gegeben, weil sie so schwarz wie ein Schatten ist. Fast jeden Abend ging sie mit mir ins Badezimmer. Dort sprang sie dann auf das Waschbecken und schaute mir bei jedem Handgriff genau zu. Nach mehreren erfolglosen Versuchen, mir die Zähne zu putzen, hatte ich es nun endlich geschafft. Shadow hatte mir immer wieder die Zahnbürste aus der Hand gehauen, weil sie sich immer an meinen Arm schmuste. Dabei drückte sie ihren Kopf immer so doll gegen meinen Arm, dass mir die Zahnbürste aus der Hand fiel. Ja, es war schon nicht einfach. Nach dem Zähneputzen, was für mich eine gefühlte Ewigkeit dauerte, ging ich ins Bett. Heute war ich richtig müde, was normalerweise nicht der Fall war. Ich ließ mich ins Bett fallen. Als ich auf die Uhr schaute, sah ich, dass wir schon 22:34 Uhr hatten. Kurz danach schlief ich ein. „Und nun die Nachrichten um 6 Uhr.“ Ich öffnete meine Augen. Die Nacht war schon wieder vorbei. Mir kam es so vor, als wenn ich gerade erst eingeschlafen wäre. Mit verstrubbelten Haaren stand ich auf und ging zum Spiegel. „Oh, meine Güte!“, ich erschreckte mich vor mir selbst. „Ich sehe ja aus, als hätte ich grade einen Stromschlag bekommen.“ Ich schlurfte zum Kleiderschrank und suchte mir etwas Neues zum Anziehen heraus. Als ich mich fertig umgezogen hatte stellte ich mich erneut vor den Spiegel und wagte mich an die Bürste. Heute klebten meine Haare, als wären sie mit einem Klebestift eingerieben worden. Ich entschied mich mal für einen hohen Pferdeschwanz. Dieser war immer praktisch im Alltag. Ich machte mich fertig wie jeden Morgen: Frühstücken, Zähne putzen, Schuhe und Jacke anziehen. Auf dem Weg zur Schule begegnete mir Bea. Sie war eine gute Freundin. „Hey Viviane! Ich wollte dich zu meiner Pyjamaparty heute Nachmittag einladen. Ich weiß, es ist etwas kurzfristig, aber vielleicht hast du ja trotzdem Zeit?“ Sie drückte mir einen lilafarbigen Brief in die Hand. „Oh, das ist echt nett von dir, aber leider kann ich heute nicht. Wir müssen den Dachboden aufräumen“, antwortete ich genervt. „Ach so, na ist ja nicht schlimm“, meinte sie. „Aber danke trotzdem“, entgegnete ich. Wir gingen zusammen zur Schule und hatten uns auf dem Weg viel zu erzählen. Ich war schon etwas enttäuscht, dass ich nicht auf die Party konnte, sondern auf dem Dachboden irgendwelche ekligen Tiere wegmachen musste. Dazu kam noch, dass ich Pyjamapartys liebte. Als wir auf dem Schulhof angekommen waren, ging ich zu Bianca rüber. „Hi!“ grüßt sie. „Hallo, na wie…“ „Ich lade dich gerne zu meiner Pyjamaparty heute Nachmittag ein. Ich weiß, es ist etwas kurzfristig, aber vielleicht hast du ja doch Zeit zu kommen?“, unterbrach mich Bea. Sie drückte Bianca den gleichen Brief in die Hand, den sie mir auch schon gegeben hatte. „Oh, danke, das hört sich gut an. Ich schau mal, ob ich kommen kann“, antwortete Bianca. Bea lächelte und machte sich auf den Weg, um noch andere einzuladen. „Kommst du auch?“, fragte Bianca. „Nein, ich habe leider keine Zeit. Meine Eltern und ich räumen heute den Dachboden auf. Warum immer, wenn meine Freunde mich zu einer genialen Party einladen?“ Als es klingelte machten wir uns auf den Weg zum Klassenraum. Die Stunde begann und die Lehrerin kam in die Klasse. Eigentlich war es gar nicht unsere Mathelehrerin, aber auf dem Stundenplan stand, dass wir jetzt Mathe hätten. „Oh man, ich hasse Mathe“, flüsterte ich zu Bianca rüber. „Ja, Dezimalrechnung ist echt tot langweilig.“ „Guten Morgen! Heute muss ich euch überraschen, denn heute werde ich Frau Parson vertreten. Sie hatte heute einen Arzttermin und fällt deswegen aus. Ich werde nun mit euch keine Mathe machen“, erklärte sie. Die ganze Klasse jubelte. „Aber wir werden noch einmal die Zeichensetzung durchgehen. Eure Klassenlehrerin hat mir nämlich gesagt, dass ihr das noch üben müsst.“ Und schon war die Freude in den Gesichtern der Schüler wieder verschwunden. Nach der Schule ging ich allein nach Hause. Eigentlich lief ich immer mit Bianca nach Hause. Aber sie wurde heute von ihren Eltern abgeholt. Gerade, als ich vom Schulhof kam, fing es an zu regnen. „Oh, na toll! Heute ist echt nicht mein Tag!“, schimpfte ich leise. Ich holte meinen Regenschirm aus meiner Schultasche und ging damit nach Hause. Zuhause angekommen stellte ich sofort den nassen Schirm in die Dusche und hängte meine nasse Jacke über die Heizung. „Na, du hast ja tolles Wetter mitgebracht“, meinte Mama lachend. „Ja, heute ist einfach nicht mein Tag“, antwortete ich. „Heute gibt es Spinat! Dein Papa hat es sich mal gewünscht!“ „Na super…“, dachte ich. Ich hasste Spinat. Mama füllte mir auf und ich setzte mich an den Tisch. „Dein Papa kommt heute etwas später, er hat nämlich noch eine Besprechung in seinem Büro“, erklärte Mama. „Aha“. Wir beide aßen schon mal. „Was habt ihr heute so in der Schule gemacht?“, fragte sie interessiert. „Nix Interessantes. Nur langweiliges Zeug“, entgegnete ich. Ich hatte schnell aufgegessen und machte danach meine Hausaufgaben. Heute hatten wir viel auf. Als ich fast damit fertig war, kam mein Papa auf einmal hoch. Er war in der Zwischenzeit nach Hause gekommen. „Wir wollen jetzt auf den Dachboden, kommst du?“, fragte er. „Ja gleich.“ Er verschwand wieder und ich machte noch eben die letzte Aufgabe fertig und packte danach meine Hefte und meine Federmappe ein. Mama und Papa waren schon oben als ich hochkam. „Viviane, räumst du bitte dort hinten auf? Wir teilen den Dachboden so ein bisschen ein“, sagte Mama. „Was, dahinten?“, fragte ich erstaunt. „Ja, warum nicht?“ „Ach, nur so.“ Ich ging langsam in die hinterste Ecke unseres Dachbodens. Überall waren dicke Spinnweben. Gegenstände hatten wir mit alten Decken abgedeckt, damit sie nicht einstaubten. Weiter vorn stand eine alte Schreibmaschine. Vorsichtig versuchte ich, die Decke herunterzuziehen. Die Schreibmaschine sah noch aus wie neu, obwohl sie schon seit vielen Jahren hier oben stand. Ich stellte sie erst einmal an die Seite. Es stand sogar eine alte Tür ganz hinten. Aber ich beschäftigte mich lieber mit den kleinen Kisten. Nach einiger Zeit und vielen weiteren Kisten entdeckte ich eine größere Kiste. Ich nahm die Decke ab. Sie war nicht beschriftet. „Mama was ist hier drin?“, fragte ich gespannt. Sie schaute einmal kurz herüber „Alte Sachen von Oma. Mach die aber nicht auf, da sind sehr zerbrechliche Sachen drin. Die sind ja auch schon alt“, antwortete sie. „Okay.“ Ich stellte sie so, wie sie war an die Seite und machte weiter. Am Abend waren wir fertig. „Das sah weniger aus als es war“, sagte ich zum Schluss und stöhnte. Nach dem Abendessen war ich schon so müde, dass ich ohne Film sofort ins Bett ging. Ich fiel einfach nur ins Bett und schlief sofort ein. Am nächsten Morgen wurde ich von den Sonnenstrahlen geweckt. Mit müden Augen schaute ich auf den Wecker. „Was? 8 Uhr? Ich habe verschlafen!“, geschockt sprang ich aus dem Bett, zog mich schnell an und rannte wie ein Blitz nach unten. „Warum haben Mama oder Papa mich denn nicht geweckt? Und warum klingelte mein Wecker denn nicht?“ Doch als ich in die Küche kam war alles dunkel. Die Vorhänge waren noch alle geschlossen und es stand auch kein Frühstück auf dem Tisch. „Mama, Papa?“, rief ich und sah mich suchend überall um. Dann kam mir eine Idee. Ich ging zurück nach oben und horchte an der Schlafzimmertür meiner Eltern. Ich konnte das leise Schnarchen von Papa hören. Ich machte die Tür auf „Viviane, was ist los?“, fragte Mama mich verschlafen. „Ähm, es ist 8 Uhr und ich komme zu spät zur Schule?“, entgegnete ich. „Mist! Dann beeil dich. Mach dir schon mal ein Brot, wir kommen!“, meinte Papa und sprang ähnlich wie ich zuvor aus dem Bett. Unten machte ich mir ein Nutella-Brot und aß es schnell auf. Zähneputzen musste ich heute wohl ausfallen lassen. Meine Eltern waren in der Zwischenzeit auch unten und machten sich ebenfalls Frühstück. Ich hatte ein komisches Gefühl. Ich bin sonst noch nie zu spät gekommen. Ich nahm heute mal das Fahrrad, um schneller da zu sein. Angekommen stellte ich es nur zu den Fahrradständern, schloss es aber nicht ab. Ich rannte zur Klasse und riss die Tür auf. Alle starrten mich an. Ich hasste solche Momente, in denen mich alle anschauten. „Na? Ich schätze, du bist ein bisschen zu spät“, sagte Herr Müller sofort. „Ja“, nuschelte ich in meinen Schal. Für solche Gelegenheiten war es immer gut, einen Schal zu tragen. Schweigend setzte ich mich an meinen Platz, während Herr Müller mich ins Klassenbuch eintrug. Er fuhr fort mit dem Unterricht. „Du hast dich ja noch nie verspätet. Was war denn los?“, fragte Bianca mich leise. „Mein Wecker hat irgendwie nicht geklingelt. Und meine Eltern haben auch verschlafen“, antwortete ich allerdings nicht so leise. „Ah ja, erst zu spät kommen und dann auch noch im Unterricht quatschen? Höchst interessant!“ Auf einmal stand Herr Müller vor mir. Ich hatte ihn gar nicht kommen sehen. Er schüttelte den Kopf. Ich räusperte mich nur und schwieg. Nachdem er mich tatenlos nur angeschaut hatte ging er zurück zur Tafel. Den Rest der Stunde schaute er immer mal wieder zu mir rüber, um sicher zu gehen, dass ich mitarbeitete. Die Stunde verging für mich endlos langsam. Ich traute mich irgendwie nicht, mich in dieser Stunde zu melden. Deswegen blieb ich einfach nur stumm auf meinem Stuhl sitzen. Na ja, ich war ja nicht die erste die je zu spät gekommen war. Die Jungs machten es ständig. Keine Ahnung warum. Am Ende der Stunde bat Herr Müller mich zu sich. Mir klopfte das Herz bis zum Hals. Was ist, wenn ich jetzt richtig Ärger bekam? „Du musst dich mal mehr anstrengen. Ich weiß, du bist sonst noch nie zu spät gekommen, aber du beteiligst dich auch sonst zu selten im Unterricht. Warum hast du dich heute denn nicht gemeldet? Das hätte vielleicht deine Note verbessern können“, begann er. Ich war schon überrascht. Ich war davon ausgegangen, jetzt richtig Ärger zu bekommen, aber ganz im Gegenteil. Er blieb total ruhig. „Na ja, irgendwie hatte ich Angst, mich heute zu melden. Weil ich ja schon zu spät gekommen bin und im Unterricht geredet habe. Ich weiß auch nicht warum“, gab ich leise zu. „Aber warum hattest du denn Angst? Glaubst du, wir Lehrer reißen dir den Kopf ab, wenn du etwas Falsches sagst? Jeder macht doch Fehler. Ich wünsche mir nur, dass du dich öfters beteiligst. Glaub mir, ich würde dir liebend gerne eine bessere Note aufschreiben. So, und jetzt geh mal in die Pause.“ Ich lächelte einmal kurz, drehte mich dann um und ging zu Bianca, die schon sehnsüchtig darauf wartete, dass ich ihr erzählte, was er gesagt hatte. Ich erzählte ihr alles auf dem Weg zum Schulhof. „Warum solltest du auch Ärger bekommen? Weil du einmal zu spät gekommen bist? Das ist doch kein Weltuntergang. Manchen passiert das ständig“, meinte Bianca. „Ja, hast ja Recht. Es war alles nur so ein bisschen durcheinander heute“, entgegnete ich. Am Ende des Schultages gingen wir wieder wie gewohnt zusammen nach Hause. Zum Mittagessen gab es noch die Reste von dem Spinat. „Herr Müller hat gesagt, ich soll mich mehr anstrengen und mehr mitarbeiten. Er sagte, ich melde mich zu wenig“, berichtete ich beim Essen. „Ja, beim Elternsprechtag hat er uns das auch schon gesagt“, antwortete Papa. „Und warum habt ihr mir das nicht gesagt?“ „Wir dachten, du wüsstest es.“ Eine Zeit lang herrschte Schweigen. Dann begann Papa, von seinem Arbeitstag zu erzählen. Ich hörte nur halb hin, denn da fiel mir auf einmal die alte Kiste von Oma ein und dass ich sie nicht öffnen durfte. Ich war ja schon irgendwie neugierig, was sich darin befand. Aber wenn ich eines der Sachen kaputt machen würde, würde es richtig Ärger geben. Ich versuchte, diese Kiste ganz schnell zu vergessen, sonst würde ich sie später doch noch öffnen. Wie jeden Tag machte ich danach meine Hausaufgaben. ‚Ich muss ein Dreieck für Mathe zeichnen…Moment wie ging das nochmal?‘ Ich wusste ehrlich gesagt nicht mehr, wie ich das machen sollte. Ich konnte mich gar nicht konzentrieren. Dabei musste ich das gerade jetzt, weil wir nämlich bald eine Arbeit in Mathe schrieben. Aber so sehr wie ich das auch versuchte, es funktionierte einfach nicht. Ich musste es einfach tun. Ich musste wissen, was in dieser Kiste war. Ich ging aus meinem Zimmer und die Treppen hoch zum Dachboden. Ich schaute mich um, ob nicht gerade Mama oder Papa hier waren. Die Luft war rein und ich begab mich zur hintersten Ecke. Ich sah die Kiste, aber ich musste ein bisschen rumräumen um an sie heran zu kommen. Doch ich schaffte es, mich durchzuarbeiten. Ich fand es sicherer, die Kiste mit in mein Zimmer zu nehmen. Denn hier auf dem Dachboden konnten Mama und Papa jeden Augenblick hereinkommen und in meinem Zimmer würden sie klopfen und ich hätte noch genug Zeit, um sie schnell verschwinden zu lassen. Vorsichtig hob ich sie hoch. Sie war nicht gerade leicht. Eine Stufe nach der anderen stieg ich die Treppe hinunter und versuchte schnell aber vorsichtig in mein Zimmer zu gehen. Ich stellte die Kiste auf dem Boden ab und schloss die Zimmertür. Ich war so aufgeregt. ‚Wow, das ist ja wie ein alter Schatz! Was ist, wenn da richtig viel Geld von meiner Oma drin ist? Werden wir dann reich? Nein, ich kann meinen Eltern das dann ja nicht zeigen. Dann wüssten sie ja, dass ich die Kiste geholt hätte. Ach egal.‘ Ich öffnete sie nun endlich und entdeckte normale antike Gegenstände. Ich war schon etwas enttäuscht. Ich hätte irgendwie mit mehr gerechnet. Stattdessen sah ich nichts weiter als verstaubte alte Sachen. ‚Und? Was ist da jetzt so wertvoll dran?‘, fragte ich mich. Ich wühlte ein bisschen darin herum und entdeckte ganz unten ein altes Buch. Ich hob es vorsichtig aus der Kiste. Vorne auf dem Buch fand ich einen Handabdruck mit der Zahl 1 in der Mitte. Die Hand war so groß wie meine. ‚Ob meine Hand wohl darein passt?߯ Ich legte sie auf den Abdruck. Doch plötzlich fing er an zu leuchten! Es leuchtete immer heller. Ich zog erschrocken meine Hand weg. Aber das Buch hörte nicht auf zu leuchten. Es rappelte laut und schlug sich auf einmal von ganz alleine auf. ‚Was ist denn das?߯ Doch ehe ich mir die Frage selbst beantworten konnte wurde ich schon in das Buch hineingezogen…Ich wachte auf. ‚War das nur…oh nein!߯ Ich bemerkte, dass ich ohne Fallschirm oder sonst etwas, was mich hätte retten könnte vom Himmel fiel. Ich schrie um mein Leben. Ich kniff die Augen zusammen und wartete darauf, dass ich auf die Erde aufprallte. Doch nach einiger Zeit hatte ich das Gefühl, dass ich gar nicht mehr fiel. Vorsichtig öffnete ich meine Augen. Ich schwebte kurz über dem Boden. ‚Euer ernst?߯, dachte ich. Als ich mich richtig umgesehen hatte versuchte ich, vollständig auf den Boden zu gelangen. Kniend saß ich nun da. In einer unbekannten Umgebung und weit und breit nichts zu