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"Lügen funktioniert nicht mehr. Die Banken, die Versicherungen, VW, Politiker, alle lügen wie gedruckt," ruft Joe, Leiter der PR-Agentur Moxley Biggleswade, aus Angst, die falsche Marketingstrategie für einen Großkunden entwickelt zu haben. Er schickt ein "fucked" hinterher. Kein Wunder, handelt es sich bei dem Auftraggeber um ein Unternehmen, das mithilfe modernster Bohrtechnik in mehr als anderthalb Kilometer unter der Erdoberfläche Öl und Gas fördert. Elizabeth, Professorin im Ruhestand, wird zu Joe's Gegnerin, als sie sich für den Erhalt von Wäldern und Wiesen, sowie sauberen Wassers engagiert. Mutig spricht sie bei einer politischen Versammlung das aus, was sie denkt. Sie verhandelt mit einflussreichen Persönlichkeiten, von Demonstrationen hält sie sich fern. Jenny und Sam, ihre jüngeren Freunde, mit social media bestens vertraut, wenden das Blatt: über Nacht wird Elizabeth als Fracking-Gegnerin weltberühmt. Die Anti-Fracking-Bewegung braucht eine Identifikationsfigur. Die Professorin im Ruhestand wäre ideal dafür geeignet, würde sie selbst nicht stets darüber reflektieren, wie weit man im Kampf um Geld, Erfolg und gesunden Lebensraum gehen darf. Ihr Ehemann Jack, der die Rosen im Garten und den nachmittäglichen Tee liebt, lässt sie widerstrebend das tun, was sie für richtig und wichtig erachtet. Den Zugangscode zu Elizabeth' Computer hätte er Sam vielleicht besser nicht genannt. Scharfzüngig zeigt der Autor den Interessenkonflikt, der weder vor Bestechung, Bedrohung, noch vor der Beugung demokratischer Rechte Halt macht.
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Seitenzahl: 109
Veröffentlichungsjahr: 2018
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LITAG THEATERVERLAG MÜNCHEN
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Tel. 089 2880 3440
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Personen
ELIZABETH (75), Dozentin im Ruhestand, Fracking-Gegnerin
JACK (78), ihr Mann, Geschäftsmann im Ruhestand
JOE (38), Leiter Unternehmensentwicklung der PR-Agentur Moxley Biggleswade
MALIK (28), Technischer Direktor, Moxley Biggleswade
HAL (58), Geschäftsführer von Deerland Energie
EMMA (26), seine Assistentin / JUNGE FRAU im Publikum
NEVILLE (64), Gemeinderat, Vorsitzender des Bauausschusses
JENNY (42), Anti-Fracking-Aktivistin / BÜRGERMEISTERIN (38)
SAM (22), Anti-Fracking-Aktivist und JENNYS Lebensgefährte/JUNGER MANN im Publikum
KELLNER (40) / POLIZIST (36)
Erster Akt
Erste Szene
Ein Gemeindesaal, der für eine öffentliche Veranstaltung vorbereitet wurde. Vorne Mitte drei Stühle hinter einem langen Tisch auf Böcken mit einer Decke darauf. Auf dem Tisch ein Mikrofon, eine Karaffe mit Wasser und drei Gläser. Vorne links ein Rednerpult mit Mikrofon. Hinten eine große Leinwand.
Licht, als die BÜRGERMEISTERIN, PROFESSOR DAN WAKEMAN, HAL FRASER und JOE SELBY hereinkommen. Das Saallicht bleibt an. Die BÜRGERMEISTERIN stellt sich hinter das Rednerpult. Die anderen drei setzen sich an den Tisch, holen Material hervor etc. JOE SELBY holt ein MacBook heraus und öffnet es, während die BÜRGERMEISTERIN Unterlagen auf das Rednerpult legt.
Während dieser Szene wird das Theaterpublikum zum Publikum einer öffentlichen Veranstaltung.
BÜRGERMEISTERIN
Guten Abend, meine Damen und Herren.
(Tippt ans Mikrofon.)
Funktioniert das? Bin ich überall zu verstehen?
(Ohne auf Antwort zu warten.)
Wunderbar. Bevor wir zum Hauptzweck dieses Abends kommen –
(Rückkopplung.)
Oh dear. Bevor wir zum Hauptzweck dieses Abends kommen, einige kleine –
(Weitere Rückkopplung. Es hört schließlich auf.)
(schaut ins Off)
Kriegen wir das bitte geregelt? Gut. Bevor wir zum Hauptzweck dieses Abends kommen, einige kleine organisatorische Dinge. Aufgrund feuerpolizeilicher Auflagen müssen die Gänge jederzeit frei bleiben.
(Schützt ihre Augen vor dem Licht und schaut ins Publikum.)
Behalten Sie also bitte Ihre Handtaschen auf dem Schoß, meine Damen, wo sie hingehören. Vielen Dank. Im unwahrscheinlichen Fall eines Feuers oder einer ähnlichen Notsituation, verlassen Sie bitte zügig und vor allem geordnet den Saal durch den nächstgelegenen Ausgang und versammeln Sie sich hinten auf der Dorfwiese beim Kriegerdenkmal.
Wie Sie ja alle wissen, besteht der Hauptzweck der heutigen Informationsveranstaltung darin, dem Unternehmen Deerland Energie die Gelegenheit zu geben, seine Pläne vorzustellen, hier in der Region Schiefergas zu fördern, und die möglichen Auswirkungen auf unsere Gemeinde zu erläutern. Unsere Referenten erhalten jeweils 20 Minuten Redezeit. Anschließend werde ich Fragen aus dem Publikum moderieren. Sollten Sie eine Frage haben, warten Sie bitte, bis jemand mit einem Mikrofon zu Ihnen kommt, bevor Sie zu sprechen beginnen. Erheben Sie sich bitte von Ihrem Platz, nennen Sie Ihren Namen und sprechen Sie laut, deutlich sowie vor allem kurz und bündig. Wir möchten keine Co-Referate, sondern lediglich Fragen. In Ordnung? Wunderbar. Lassen Sie mich also direkt unsere Redner vorstellen. Zunächst einmal freue ich mich sehr –
(Weitere Rückkopplung. Jetzt ist sie sichtlich genervt.)
Kann das vielleicht bitte endlich mal jemand abstellen?
(Sie schaut wieder ins Off. Ein TECHNIKER erscheint, signalisiert, etwas unternehmen zu wollen, und geht wieder.)
Danke. Zunächst einmal freue ich mich sehr, Mr. Hal Fraser, den Geschäftsführer von Deerland Energie, begrüßen zu dürfen. Mr. Fraser hat sein ganzes Berufslebenin der Öl- und Gasindustrie verbracht und wird uns sicher heute Abend viel Informatives mitteilen.
(HAL nickt eher verkrampft.)
Neben ihm sitzt Mr. Joe Selby, der PR-Berater von Deerland Energie. Von ihm weiß ich, dass er nur zu gerne Ihre Fragen beantworten wird.
JOE
(breit lächelnd)
Unbedingt.
BÜRGERMEISTERIN
Schließlich bin ich unserem dritten und letzten Gast heute Abend zu außerordentlichem Dank verpflichtet, dass er kurzfristig eingesprungen ist, nachdem der ursprünglich vorgesehene Redner erkrankte. Daher ein besonders herzliches Willkommen für Professor Dan Wakeman, Träger des britischen Verdienstordens –
ELIZABETH
(halblaut aus dem Publikum)
Oh, nein, bloß nicht der.
BÜRGERMEISTERIN
(leicht irritiert)
– Dan Wakeman, Professor für Energiemanagement an der Baleford University. Professor Wakeman ist einer unserer angesehensten Wissenschaftler und ein Experte für die Fracking-Technik. Deshalb gleich zu –
ELIZABETH
(laut aus dem Publikum)
Professor Wakeman ist bestechlich.
BÜRGERMEISTERIN
Also, bitte. Ich würde gerne ohne weitere Umstände –
ELIZABETH
Ich sagte, Professor Wakeman ist bestechlich.
BÜRGERMEISTERIN
Wir wollen uns doch hier an die Spielregeln halten, ja?
ELIZABETH
(steht auf)
Na gut. Verfahrensfrage, Frau Bürgermeisterin. Professor Wakeman ist bestechlich.
BÜRGERMEISTERIN
Bitte setzen Sie sich.
Ein JUNGER MANN im Publikum holt sein Handy hervor und fängt an, ELIZABETH damitzu filmen.
ELIZABETH
Professor Wakeman leitet einen Fachbereich, der von Energieunternehmen finanziert wird.
BÜRGERMEISTERIN
Es gibt später noch genügend Zeit für Fragen.
ELIZABETH
Ich stelle keine Frage. Ich erhebe eine Anschuldigung.
BÜRGERMEISTERIN
Das reicht. Setzen Sie sich bitte endlich?!
ELIZABETH
Nein!
BÜRGERMEISTERIN
Sie halten nur das Prozedere auf.
ELIZABETH
Gut so!
BÜRGERMEISTERIN
Sicherheit! Wo ist die Sicherheit?
(Zum Professor.)
Ich entschuldige mich vielmals.
ELIZABETH
Wieso das denn? Dieser Mann würde seine eigene Großmutter verscherbeln. Er ist total gekauft. Kein Wunder, dass sie ihm den Verdienstorden nachgeworfen haben.
ZWEI SICHERHEITSLEUTE in Uniform erscheinen.
BÜRGERMEISTERIN
Ich lasse Sie aus dem Saal entfernen.
ELIZABETH
Vor den Leuten hier sollten Sie sich entschuldigen. Das ist keine Informationsveranstaltung. Ein von Deerland Energie organisierter Propagandaabend ist das.
Einige „Hört! Hört!‟-Rufe.
BÜRGERMEISTERIN
(zu den SICHERHEITSLEUTEN)
Entfernen Sie diese Frau.
JUNGER MANN im Publikum springt auf.
JUNGER MANN
Das ist nicht fair! Lassen Sie sie reden.
JUNGE FRAU im Publikum interveniert.
JUNGE FRAU
Genau, lassen Sie die alte Dame reden. Sie hat ein Recht dazu.
BÜRGERMEISTERIN
Nein, hat sie nicht.
JUNGER MANN geht von seinem Platz aus Richtung Mittelgang und filmt dabei weiter.
JUNGER MANN
Entschuldigung... Entschuldigung... Sorry...
ELIZABETH
Professor Wakeman ist eine Schande für die Wissenschaft.
Die SICHERHEITSLEUTE packen sie.
JUNGER MANN
Lasst sie los!
ELIZABETH
Er sollte sich schämen. ... Aaarrgh! Loslassen!
JUNGER MANN
Lasst sie los. Ich nehme das auf!
JUNGE FRAU
Sie tun ihr weh! Sie tun ihr weh.
JUNGE FRAU betritt den Mittelgang. Die SICHERHEITSLEUTE marschieren mitELIZABETH den Gang entlang, gefolgt von JUNGER MANN und JUNGER FRAU.
JUNGE FRAU
Sie brechen ihr den Arm! Aufhören!
JUNGER MANN
Ich hab das auf Video, ich hab das auf Video!
BÜRGERMEISTERIN
(inzwischen ziemlich gestresst)
Bringt sie einfach raus hier!
JUNGER MANN und JUNGE FRAU folgen ELIZABETH und den SICHERHEITSLEUTEN. JUNGER MANN filmt alles. Man hört weiter das Gerangel, als sie zu einem der Ausgänge kommen.
BÜRGERMEISTERIN
(über den Lärm hinweg)
Alle sitzenbleiben.
(Gestresst)
Bitte bleiben Sie ruhig! Es besteht kein Grund zur Aufregung!
(zu WAKEMAN, JOE und HAL)
Sorry, das ist mir alles schrecklich peinlich.
(Die SICHERHEITSLEUTE, ELIZABETH, JUNGER MANN und JUNGE FRAU verlassen alle den Saal. Es kehrt wieder Ruhe ein. WAKEMAN schüttelt leidend-angewidert den Kopf. JOE wartet einfach ab und schaut ruhig zu.)
Meine Damen und Herren… Meine Damen und Herren.
(Die nächste massive Rückkopplung. Jetzt verliert die BÜRGERMEISTERIN die Geduld. Sie fährt den TECHNIKER im Off an.)
(wegen der Rückkopplung nicht zu verstehen)
Verdammt noch mal, kriegt das jetzt endlich jemand in den Griff
(Rückkopplung hört plötzlich auf.)
und repariert das Scheiß-Teil!
(Kapiert, dass das zu hören war.)
Oh. Oh dear. Das… Das tut mir leid… Verzeihen Sie bitte… Unsere Tonanlage ist anscheinend leider, wie Sie ja hören können, ist sie…
Noch mehr Rückkopplung übertönt sie. Die Rückkopplung hört auf, als der TECHNIKER hereinkommt. Er geht zur BÜRGERMEISTERIN und flüstert kurz mit ihr. Sie nickt.
BÜRGERMEISTERIN
(zum TECHNIKER)
Ja... Ja… Verstehe. Okay.
(TECHNIKER geht ab. BÜRGERMEISTERIN geht vom Mikrofon weg und spricht laut mit dem Publikum.)
(verhaspelt sich)
Äh... leider gibt es eine Verzögerung von wenigen Minuten, während das… äh, wenn Sie sich bitte so lange gedulden…
Sie bemerkt, dass JOE aufgestanden und zu ihr herübergekommen ist. Er flüstert kurz mit ihr. Sie nickt erleichtert. Er geht zurück zu seinem Platz, nimmt sein MacBook und tippt etwas auf der Tastatur. Sie entfernt sich vom Rednerpult und spricht so laut, dass sie ohne Mikrofon zu verstehen ist.
BÜRGERMEISTERIN
Meine Damen und Herren, während wir unsere technischen Probleme beheben, zeigen wir Ihnen ein kurzes Video, das Mr. Selby freundlicherweise mitgebracht hat.
(Schaut hinüber zu JOE.)
Also. Sind wir soweit?
JOE hebt den Daumen.
BÜRGERMEISTERIN
Wunderbar.
JOE setzt sich. Das Saallicht und das Licht auf der Bühne werden heruntergefahren, und es wird ein kurzes Video gezeigt. (s. Anhang).
Die letzte Einstellung zeigt eine durchgehend saftig-grüne Landschaft ohne jede Spur des Fracking-Vorgangs. Das Bild wird eingefroren und darüber erscheint das Logo des Unternehmens: schmale Frauenhände mit perfekt lackierten Fingernägeln, die eine empfindliche Pflanze beschützen. Darunter wird der Satz eingeblendet:
DEERLAND ENERGIE: MIT HERZ UND VERSTAND
Währenddessen Einrichtung der Bühne und Abgang der Schauspieler. Das Video bildet den Übergang zu:
Zweite Szene
Am nächsten Vormittag. Ein Zimmer in den schicken Büroräumen der PR-Agentur Moxley Biggleswade. Während des Videos setzten sich JOE, MALIK, HAL und EMMA um einen Tisch, iPads und Laptops offen vor sich. Wenn das Licht angeht, bemerken wir, dass sie sich das Video angeschaut haben. MALIK tippt auf seinen Laptop, und die Leinwand wird weiß.
JOE
Okay. Was meinen Sie? Für mich hat es gestern Abend in Fenstock ganz gut funktioniert. Ich wollte es natürlich eigentlich zuerst Ihnen zeigen, es hat sich aber einfach angeboten.
HAL
Wer war denn diese schreckliche Frau im Publikum? Haben Sie das rausgekriegt?
JOE
Ach, bloß so eine gestörte alte Kuh. Kein Problem. Was meinen Sie zu dem Video?
Zufrieden?
HAL
Ja. Mir gefällt’s sehr gut.
JOE
Nett. Dann lassen Sie uns als Nächstes –
EMMA
Hal, nur ganz kurz…
JOE
Ja?
EMMA
Diese Schlusseinstellung, können wir die noch mal sehen?
JOE
Klar. Malik?
MALIK tippt auf seinen Laptop, um das Video zu laden. Er friert es bei der Schlusseinstellung ein.
EMMA
Die Hände. Bei denen bin ich mir nicht ganz sicher.
HAL
Es sind doch Frauenhände, oder?
JOE
Das will ich schwer hoffen.
EMMA
Ich halte sie irgendwie nur, also, für ein bisschen…
JOE
Zu den Händen müssen Sie Folgendes wissen.
EMMA
Ja, erzählen Sie.
JOE
Wir haben dafür ein Top-Hände-Model engagiert. Außer Hände macht sie nichts, ja? Sie kennen doch den Spot, bei dem eine Frau ein Ferrero Rocher aus einer Schachtel nimmt? Das war ihre Hand. Den für Christian Louboutin-Nagellack? Das waren ihre Nägel. Und den, wo ein Frauenfinger über das Display eines iPhone 7 streicht? Das war ihr Finger. Jep, diese Frau ist die allererste Adresse für Hände. Sie hat uns 5.000 für einen halben Tag gekostet.
EMMA
Muss es denn eine Frau sein?
JOE
Ja, natürlich. Die Hände einer Frau sagen: Ich kümmere mich, ich bin weich, sanft und einfühlsam.
EMMA
Bisschen altmodisch? Bisschen abgegrast? Bisschen sexistisch?
JOE
Okay, holt mir einen Bauarbeiter, und wir nehmen seine Hände.
(MALIK findet seine Bemerkung nicht ganz so lustig, wie er selbst.)
EMMA
Eigentlich keine schlechte Idee.
MALIK
Was?
EMMA
Hart im Freien arbeitende Männer fördern Öl und Gas, um dein Zuhause zu heizen und zu beleuchten. Starke, männliche, vertrauenswürdige Hände. Immer her damit.
JOE
Soll das ein Witz sein? Das wollen Sie? Männerhände?
EMMA
Ja.
(zu HAL)
Hal, für dich auch okay?
HAL
Ja. Ja, ist eine ziemlich gute Idee.
JOE
(zuckt mit der Schulter)
Sie sind der Klient. Malik?
MALIK
(seufzt)
Ich mach’s.
JOE
Okay. Nett. Noch etwas?
HAL
Nein, nein, ich denke nicht.
JOE
Toll. Dann können wir ja –
EMMA
Sorry, die Broschüre. Wir haben uns die Broschüre noch einmal angesehen.
HAL
Ah ja, genau. Die Broschüre.
MALIK
Die haben Sie doch schon freigegeben. Wir hatten Ihnen vor einer Woche die Fahnen geschickt. Und sie wird übermorgen gedruckt.
EMMA
(Holt die Broschüre aus ihrer Aktenmappe.)
Ich weiß, tut mir leid, absolut leid. Aber in dem Teil mit dem glücklichen Dorf…
JOE
Ich liiiiebe diesen Teil. Das englische Dorf nach dem Fracking – so nett, idyllisch und bukolisch wie Delia Smith beim Morris-Tanz um einen Zitronenkuchen.
EMMA
…in diesem Teil haben wir ein kleines Problem mit einigen der Fotos. Nicht wahr,
Hal?
HAL
Ja. Haben wir.
EMMA
Auf Seite 12. Das Bild mit der Frau, die die Hecke schneidet.
JOE
Was ist mit ihr?
EMMA
Sie benutzt einen elektrischen Trimmer.
MALIK
Und was ist das Problem daran?
HAL
(zu EMMA)
Ja, ich wüsste nicht –
EMMA
Es wirkt einfach falsch. Weil –
JOE
Sie meinen, sie sollte das manuell machen.
EMMA
Ja. Ja, denke ich.
MALIK
Ach, kommen Sie. Das macht doch keiner mehr.
JOE
Nein, Emma hat Recht.
(zu EMMA)
