Emily Brontë, geboren 1818 in Yorkshire, gilt heute als eine der bedeutendsten und zugleich rätselhaftesten Stimmen der Weltliteratur. Die Tochter eines Geistlichen verbrachte den Großteil ihres kurzen Lebens im abgeschiedenen Pfarrhaus von Haworth, wo sie in enger Gemeinschaft mit ihren Schwestern Charlotte und Anne eine eigene, hochkomplexe Fantasiewelt erschuf. Sie galt als extrem scheu, naturverbunden und eigenwillig, wobei sie die Einsamkeit der Moore jedem gesellschaftlichen Kontakt vorzog. Unter dem männlichen Pseudonym Ellis Bell veröffentlichte sie 1847 ihren einzigen Roman Sturmhöhe, der die zeitgenössische Kritik durch seine erzählerische Wucht, die düstere Moral und die Darstellung ungezähmter Leidenschaft zutiefst verstörte.