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Ein junger New Yorker Network-Analyst beginnt seinen Jahresurlaub voller Entspannung. Eine Entspannung, welche nicht lange anhalten sollte. Eh er sich versah, begann für ihn das Abenteuer seines Lebens. Dank Glück im Unglück, lernte er Leyla kennen, welche sich ihm anschloss und mit ihm weiter ins Ungewisse vorstieß. Zusammen ahnten sie nicht, auf was für ein Abenteuer sie sich da eingelassen hatten. Schon bald hieß es für beide "Lauf um zu Leben". Eine geheime Bruderschaft war ihnen auf den Fersen. Vertrauen wurde zu Misstrauen und Unschuld zur Sünde. Es war eine Reise, die ihnen alles abverlangte.
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Seitenzahl: 268
Veröffentlichungsjahr: 2015
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Prolog
Nähe Briant Park - 17:35 Uhr
Irgendwo „Down Town“ 19:30 Uhr
Kartenlesen - 20:30 Uhr
Der Planschmied
Eine andere Welt.
Kairo 37°
Ausrüstungsgegenstände
Sandkorn im Sandkasten
Straßen und Gassen
Sandrose
Unten
Immer den Gang entlang
Es werde Licht
Der Hafen von Men-nefer
Ich hab nur Seepferdchen
Auf alten Schiffen...
Licht am Ende des Tunnels
Wohin die Reise geht
Wie der Vater so...
Tempel und Gräber
Stufen im Sand
Die wahren Könige von Abydos
Zimmerservice
Aufgewirbelter Staub
Die losen Enden eines Puzzles
Gut versichert
Keine Frage des Glaubens
Lose Fäden
Durch die Vordertür
Zurück zur Route
Parallelen
Das Leben der Götter
Roter Sand
Kein Umweg mehr
Durch Ruinen
Letzter Gang
Der Tempel der wahren Könige
Spuren im Sand
Reisebericht (Epilog)
>> Hallo, wie geht es Ihnen? <<
>> Danke der Nachfrage, gut! <<
>> Können wir dann anfangen? <<
>> Ja, gern! <<
Es war Juli, die Sonne strahlte durch die atemberaubenden Häuserschluchten der Straßen New Yorks. Ich genoss den Wechsel von Licht und Schatten, welcher auf meinen Platz fiel, während sich der Bus meiner Endhaltestation näherte. Schon seit langem habe ich eine Busfahrt nicht mehr so genossen. Als ich mein Ziel erreichte und aus dem Bus hinausstieg, stand dort auch schon Christian, welcher mich vor Freude grinsend mit zwei Liberty Coffee to go in den Händen empfing.
>> Na du Urlauber! <<
>> So muss das anfangen! <<
begrüßten wir uns, dann erst reichte Christian mir einen der Becher entgegen. Fast wie einen heiß begehrten Pokal nahm ich den Becher wohlwollend mit den Worten, „vier Wochen mein Lieber“ entgegen.
Wir betraten den Briant Park und setzten uns in der Nähe der Tischtennisplätze hin.
>> Und? Was hast du geplant? <<
>> Nichts!! <<
Ich nahm einen Schluck aus meinem Becher.
>> Ich denke, ich werde mich mal entspannen. <<
>>Was? Warum so träge? <<, meckerte Christian.
>> Lass uns doch nach Seaworld oder Vegas fliegen! <<, schlug er im Eifer vor. Aber um ehrlich zu sein, hatte ich keine große Lust, drei von vier Wochen damit zu verbringen, mein Gehirn in der Gegend zu verstreuen, nur um dann in Woche vier alles verkatert einsammeln zu müssen. Also lehnte ich mich in den Stuhl und sagte zu ihm
>> Ich hätte mal wieder Lust, entspannt ein Buch zu lesen und.. <<
Ich konnte den Satz nicht mal beenden, als das hämische Gelächter bei Christian begann.
>>Schon mal etwas von einem Tablet oder E-Book-Reader gehört? <<, lachte er >> Ja .. ich .. <<
>> So etwas Antiquiertes wie ein Buch hält doch niemand mehr in den Händen! <<
Während Christian, so wie es nun mal seine Art war, ungehemmt Post-PC-Ära Bemerkungen von sich gab, schaute ich mich kurz im Park um und musste ihm unweigerlich und stillschweigend Recht geben. Aber für mich als IT - Architekten ist es eben dennoch ein guter Ausgleich zum alltäglichen HighEnd, welcher mich umgibt. Christian, seines Zeichens Programmierer, konnte oder wollte diesen Standpunkt einfach nicht nachvollziehen. Er liebt Technik und Quellcodes. Wenn er sich einen Film ansieht, sieht er keine Schauspieler oder keine Effekte, er sieht CGI. Bei einer LED - Laufschrift oder den Big Screens auf dem Time Square sieht er keine Werbung, sondern „binäre“ Abläufe.
>> Und wohin nun? <<, unterbrach Christian mein Denken.
>> Gott Christian!! <<
>> Was denn?? <<
>> Du solltest von deinem Kaffee mal herunterkommen. <<
>> Sind doch nur zwei oder drei. <<
Ich überlegte kurz und dachte, antwortete ihm endlich auf seine Frage
>> Wir gehen dorthin, wo man in Manhattan noch gute Bücher bekommt. <<
>> Das ist doch ein Witz oder? <<, brüllte Christian, während er sich vor Lachen die Hände vors Gesicht hielt! Er nahm sein Smartphone und postete gleich einen Foto Comment namens >> hab mich verlaufen << mit seiner Sozial-App. Dann steckte er seinen tragbaren PC weg und belustigte sich weiter darüber, dass dieser Buchladen wahrscheinlich bereits beim Erbauen Manhattans oder gar beim ersten Buchdruck hier bereits stand. Ich schaute ihn nur noch kommentarlos an und öffnete ihm die Tür.
>> Hast du das auch gespürt? <<
>> Was denn? <<
>> Als ob man eine alte Grabkammer öffnet. <<
Meine Augen verdrehend betraten wir den Laden und Christian konnte einfach nicht aufhören und immer mehr dieser Witze von sich zu geben, welche wohl auch der etwas ältere Verkäufer mitbekam. Dem Anschein nach war er auch sichtbar erbost über die Sprüche, denn bei der Frage nach Abenteuerbüchern, kam er mir mit der plumpen Frage >> Führt denn euer OnBuchzone so etwas nicht? <<, entgegen. Ich beteuerte ihm, dass ich doch lieber ein echtes Buch in meinen Händen halten würde. Der Verkäufer murmelte nur noch etwas von wegen >> 11 bis 13 << und dem Wort >> Regalreihe <<. Während ich also die Regalreihen nach etwas interessantem durchsuchte, tat Christian dieses erstaunlicherweise auch. Er ließ es sich jedoch nicht nehmen, den einen oder anderen Kommentar abzulassen.
>> Wenn du dich hier am Papier schneidest... <<
>> Was dann? <<
>> Dann kommst du danach bestimmt auch gleich in ein Regal. <<
Dennoch durchsuchte auch er die Regale weiter durch, bis plötzlich etwas vor mir raschelnd auf den Boden fiel. Er schaute zu mir, schaute nach unten, schaute erneut zu mir.
>> Siehst du .. <<
>> Spar es dir! <<
>> Mit nem E-Book wäre dir so was nicht passiert! <<
Er liebäugelte mit der Situation, während mir der Schweiß über die Stirn rannte. Wie peinlich war das!? Ausgerechnet mir passiert so etwas, dachte ich, während Christian mir >> Das musst du jetzt wohl kaufen! <<, zuflüsterte. Ich schaute mich kurz nach rechts und links um, ob es jemand mitbekommen hatte, doch außer dem Verkäufer, der gerade mit ein paar vergilbten Zetteln beschäftigt gewesen war, war niemand zu sehen. Ich bückte mich also nach unten, um das Papier wieder aufzuheben.
>> Moment mal. <<
>> Was los? Kaputt? <<
>> Das ist nicht aus dem Buch. <<
Christian rückte neugierig näher, als ich anfing, die Seite zu begutachten. >> Es sieht älter als das Buch aus<< , forensikte Christian mit seinem Leihwissen aus dem Internet, während ich mir das Papier genauer betrachtete und anfing, es auseinander zu falten.
>> Das sieht doch eher wie eine Karte aus. <<
>> Jetzt wo du es sagst! <<,
flüsterten wir uns leise zu, doch plötzlich unterbrach uns der alte Herr vom Tresen mit einem Räuspern. Wahrscheinlich nur, um sich zu vergewissern, dass wir nichts Dummes in seinem Laden anstellen. Ich ging auf das Räuspern ein und schaute zurück zu dem Herrn, hob das Buch in meiner Hand nach oben, um ihm zu signalisieren, dass ich dem Anschein nach fündig geworden bin. Ich wandte mich somit zur Kasse um und zog den plötzlich sehr neben der Spur stehenden Christian einfach mit.
>> Fünfundsiebzig Dollar << murmelte der Herr, während er den Betrag in seine 50er Jahre Kasse eingab. Christian und ich verspürten gleichzeitig diesen Kloß im Hals und schluckten ihn bitter hinunter. Doch der Gesichtsausdruck von Christian, als ich die fünfundsiebzig Dollar auch noch bezahlte, machte es allemal wieder Wert. Wir verließen den Laden und gingen ein paar Schritte die Straße entlang. Ein sichtlich noch mehr als zuvor verwirrter Christian stolperte neben mir vor sich hin. Um ihm die Verwirrung etwas zu nehmen, holte ich das Buch aus meiner Jacke und öffnete es
>> Sieh her! <<
>> Du hast nicht echt! <<
>> Oh, doch!! <<
Dann schloss ich das Buch an der Stelle wieder, worin ich zuvor die Karte versteckt hatte.
Wir entschieden uns kurzerhand, weiter in Richtung Down Town zur Wohnung von Christian zu fahren. Die Wohnung war eigentlich mal eine schöne große Familienwohnung mit 3 großen Zimmern. Doch Christian ließ eine Wand entfernen und kindertauglich ist es hier auf keinen Fall. Überall Kabel, Steckdosen, Verteiler, offene PC-Gehäuse mit rotierenden Lüftern und scharfen Kanten. Wer hier ein Kind spielen lässt, dem sollte jegliches Sorgerecht entzogen werden. Hier wäre das Kind entweder innerhalb von fünf Minuten durch eines der Netzwerkkabel erdrosselt oder vom Stromschlag getroffen worden. Um ehrlich zu sein, bin ich zum ersten Mal bewusst in seiner Wohnung. Ich hatte mich hier zwar schon ab und zu ausgenüchtert, aber eigentlich trafen wir uns sonst immer nur in der City. Wie dem auch sei, tat sich irgendwo in dem Chaos zwischen CDs, Zeitschriften, einer Unmenge an Tastaturen, Mäusen, Festplatten und sonstiger Hardware so etwas wie ein Tisch mit Sitzgelegenheiten auf. Ganze fünfzehn Minuten benötigen wir, um den Tisch frei von all dem Zeug zu bekommen und weitere zehn Minuten für die beiden Sessel.
>> Bring mir nichts durcheinander! <<, scherzte Christian, als ich den letzten Stapel Hardware und Überreste eines alten C64 Commodore auf den Boden legte. Nun war der Moment gekommen, an dem wir uns endlich mal Zeit nehmen konnten, um herauszufinden, was wir so heimlich aus dem Laden mitgehen lassen hatten. Ich holte erneut das Buch aus meiner Jacke, entnahm die Karte und faltete sie vorsichtig auf. Als ich das Papier auf dem Tisch ausbreitete, fragte ich Christian, ob er so etwas Antiquiertes wie eine Lupe besäße.
>> Dreh sie einfach um! <<
>> Wie bitte??<<
>> Die Karte, dreh sie um. <<
>> Ah ja.. .. was!? <<
Christian schaute mich mit ernster Miene an, kam auf mich zu, nahm die Karte und legte sie verkehrt herum auf die Glasfläche des Tisches. Lichtblitze zuckten plötzlich vom Tisch aus durch den Raum und ich machte reflexartig zwei Schritte zurück.
>> Was zur Hölle! <<
>> Cool nicht!? <<
>> Ja << *schluck* >> sehr cool!! <<
Rollläden fuhren den Fenstern herunter, um den Raum zu verdunkeln. Eine der Deckenplatten fing an, sich von oben herab zu lösen und plötzlich flimmerte vor mir ein 2,5 x 2 m großes Bild der Karte an der Wand. Mit den Worten >> Entspann dich << tippte Christian mir auf die Schulter und erklärte, der Tisch sei ein A5 Scanner, welcher an einem Projektor gekoppelt ist. So schaut er sich halt immer seine Zeitungen an, da in vielen Artikeln der wichtige Teil eben zwischen den Zeilen steht. Ich war verblüfft, keine Frage, aber vor allem deswegen, dass es in Christian's Wohnung etwas gab, das nicht gleich auf Anhieb nach HighEnd & Technik schrie.
Wir schauten auf das projizierte Bild
>> Das sieht mir ägyptisch aus. <<
>> Ich habe nur Ahnung von Technik, nicht davon. <<
>> Christian, jedes Kind erkennt Hieroglyphen! <<
>> Ich bin aber nicht jeder! <<
Auf der Karte befanden sich rundherum Hieroglyphen, aber auch in der Karte selbst standen mehrere aneinander gereihte Zeilen. Auf ein paar Teilen der Karte waren auch noch gezeichnete Landpassagen zu erkennen, jedoch ohne ersichtliche Hinweise, wo oder was dieses Gebilde sein sollte. >> Hieroglyphen, Hieroglyphen << murmelte Christian vor sich hin, sprang auf, rannte, ohne über ein Kabel zu stolpern, zu seinem Keyboard und hackte auf den Tasten herum. Ich schaute mir indessen die Struktur der Karte einmal genauer an.
>> Ich glaube, ich hab was. <<
>> Dann zeig mal her. <<
Christian drückte mit geschwollener Brust die Entertaste. Unter den Hieroglyphen der Karte tauchte auf einmal eine Art Übersetzung auf.
>> Wie hast du?? <<
>> Frag besser nicht! <<
>> Will ich es denn jetzt wissen? <<
>> Nein willst du nicht. <<
Christian kam triumphierend hinter seinen Monitoren hervor. Manchmal ist diese Unwissenheit besser, denn Christian war schon des Öfteren von den hiesigen Behörden mitgenommen worden, natürlich nur zur Unterstützung im Rahmen der Nationalen Sicherheit. Es erschien mir intelligenter, nicht zu fragen, wie er das nun wieder angestellt hatte. Eingehend betrachtete ich also die Zeichen und ihre Deutung während Christian sich am Kinnbart kraulend neben mich hinstellte.
„der weißen Mauer Men-nefer,
kein Tag, keine Nacht,
ein Schiff in Fahrt“
Schweigen legte sich über unsere Lippen und für kurze Zeit war nur das Surren von unzähligen PC-Lüftern zu hören. Der Computer übersetzte gerade das Wort Men-nefer in Memphis
>> Viel ist es ja nicht! <<, sagte Christian.
>> Stimmt, aber es ist was. <<
>> Willst ein Bier? <<
>> Du fragst noch? <<
Es ist aber ein Anfang sagte ich mir immer wieder. Doch eines, das war mir jetzt schon klar, diese Karte war so alt, dass es trotz der vielen Geheimnisse Amerikas, schier unmöglich war, dass das erwähnte Memphis auf der Karte auch nur irgendetwas im Entferntesten mit der Stadt Memphis in Tennessee zu tun haben konnte. Ich nahm einen Schluck aus der Flasche. Die Karte brannte sich in meinem Kopf. Dann kam mir ein Gedanke. Ich bat also Christian darum, noch einmal alle zusätzlichen Informationen, die wir von der Karte her haben, einmal mit Ägypten abzugleichen. Da wir sonst nichts vor hatten und der Abend lang werden würde, entschloss ich mich, einen Kaffee zu machen. Christian saß derweil vor seiner Tastatur und sprach etwas von Suchmaschinen Bots und NetCrawlern und nach etwa 30 Minuten Suche im World Wide Web fanden wir schließlich etwas, das zur „weißen Mauer“ passte. Die heutigen Ruinen der einstigen Stadt Memphis wurden ursprünglich von dem alten Volk der Ägypter auch Inebu-Hedj genannt, was so viel wie Stadt der weißen Mauer bedeutet. Allerdings hörten hier auch schon unsere Informationen auf, denn mit Tag und Nacht oder gar etwas mit Schiffen oder Schifffahrt hatten unsere Informationen dieser Stadt nichts zu tun. Wir fanden heraus, dass Memphis einst ein strategischer Punkt am Nildelta war, weshalb dort viele Werk- und Produktionsstätten gerade für die Waffenproduktion angesiedelt wurden, jedoch sind diese wie die Stadt selbst untergegangen. Obwohl wir trotz Suche nicht mehr als diese Ruinen hatten, war es für uns ein Anfang. Wir hatten nun ein Land und eine Stadt und während ich in Gedanken die Karte betrachtete, lief Christian in seiner Wohnung auf und ab bis er bei dem Versuch, dabei nichts zu zertreten, mich auf einmal ansah und fragte
>> Was hast du vor? <<.
Selbst oben im zwölften Stock hörte man das Grollen eines Motors sowie die zerrenden Reifen, die versuchten, sich beim Bremsvorgang am Asphalt zu klammern. Dann trat Ruhe ein. Christian schaute zu mir rüber, es sah aus, als wolle er mich gerade etwas fragen, als es bereits an der Tür läutete. Mit Kopfschütteln schritt Christian zur Tür, öffnete diese und begrüßte Peadders.
Peadders war ein Ex-Militär. Seit heute weiß ich aber nicht genau, was er dort gemacht hat, denn sagen durfte er natürlich niemandem etwas aufgrund einer Geheimhaltungsstufe XY und regierungsübergreifenden Geschehnissen.
>> Du willst da echt hin? <<, fragte Christian.
>> Ich habe Urlaub. <<
>> Irgendwie finde ich nun das mit dem Buch lesen besser. <<
Christian kratzte sich sorgenvoll am Kopf, während er die Tür hinter Peadders schloss.
Peadders stand nach einem großen Satz mitten im Raum, begrüßte wie immer niemanden und betrachtete erst einmal die Wandprojektion. Peadders wollte erst gar nicht wissen, woher wir die Karte hatten. >> Wann soll es denn losgehen? <<, waren seine ersten Worte zu mir und Christian. Wie ich bereits erwähnte, ein >> Hallo << oder >> Wie geht es euch << kannten wir einfach nicht von ihm. Peadders selbst wollte auch nie gefragt werden, wie es ihm geht, was er so macht und wo es hin geht. Er sah in Fragen, die man ihm stellte, nur zwei Möglichkeiten: Überflüssigkeit oder Befragung. Welches von beiden er gerade interpretiert, war selbst mir nach nun mehr als 25 Jahren Freundschaft noch immer ein Rätsel. Aber wenn ich eines in den Jahren von ihm gelernt hatte, dann dass das Peadders einer dieser Freunde ist, auf die man sich immer und überall verlassen kann. >> Das mit dem Losgehen ist eine gute Frage! <<, stolperte Christian in nachgeahmten Militärgesten durch den Raum. Er fragte mich, wie ich denn so mal eben nach Ägypten kommen möchte, denn schließlich gibt es ja noch Visumsanträge, Zoll und sonstige Grenzbestimmungen. Christian war kaum fertig mit seinen Ausschweifungen, da schauten ihn Peadders und ich nur an und sagten
>> Dirk!! <<.
Während ich Dirk anrief und ihm die Situation schilderte, besprachen Peadders und Christian die Lage und klärten die benötigten Utensilien für die Reise. Mit jeder Minute, die wir alle zusammen das Vorhaben planten, kamen wir immer näher an den Punkt, wo es für mich ernst wurde. Was mich wunderte, keiner von ihnen sagte zu mir ich wäre verrückt oder ich solle es lassen. Jeder meiner Freunde unterstützte mich, selbst Dirk sagte zu mir am Telefon, als ich zu ihm meinte >> so schnell wie möglich << dass wir uns morgen um 10:30 Uhr am Flughafen treffen würden. Ich legte auf.
>> Ich fliege nach Ägypten!! <<
>> Sehr gut, ich kenne da jemanden! <<, sagte Peadders
>> Yaay, volle Begeisterung <<, motivierte Christian
Der Abend kam mir wie eine halbe Ewigkeit vor, aber zum Schlafen war niemand von uns bereit. Während Christian sich weiter an die Entschlüsselung der Karte machte, telefonierte, und organisierte Peadders meine Ausrüstung.
Dabei stellte er mir Fragen zu militärischen Ausrüstungsgegenständen, von denen ich nicht die blasseste Idee hatte, wofür man diese benötigen würde. Auf meine Frage, wie er das eigentlich alles bis morgen früh besorgen möchte und vor allem, wie ich das alles in Ägypten durch den Zoll bekommen soll, bekam ich nur die kurze Antwort
>> alles bereits vor Ort organisiert <<
von ihm zu hören. Meine Augen wurden immer schwerer und die Müdigkeit hatte mich doch noch gepackt. Christian's Sofa zog mich in seinen Bann, was die beiden jedoch nicht abhielt, noch bis tief in die Nacht weiter zu machen.
Stille und Dunkelheit legte sich über Manhattan.
Pünktlich um 10:30 Uhr ließ mich Peadders aus seinem Hummer H1, welcher natürlich aus Militärbeständen stammt, vor dem süd - westlichen Privatflugzeugeingang des La Guardia Flughafens raus. Dirk machte eine Handbewegung zum bewaffneten Wachpersonal und der Pförtner öffnete mir das Tor. Peadders fuhr mit grollendem Motorengeräusch davon. Dirk begrüßte und umarmte mich.
>> Mensch, haben wir uns lange nicht mehr gesehen! <<
>> Wenn du immer weg fliegst. <<
>> Ja, Arbeit eben!!<<
Ich liebte es, mich mit Dirk zu unterhalten. Kein Wort über IT - Zeugs und keine geheimnisvollen Verschwörungen. Christian und Peadders konnten sich darüber meist tagelang unterhalten. Während Dirk mich also zum Flugzeughangar begleitete, meinte er, dass er überrascht gewesen wäre, so spontan von mir zu hören. Wir sprachen gerade über die Geschehnisse der vergangenen Monate, als wir die Halle betraten und vor einem Privatjet stehen blieben. Die Triebwerke wurden gerade hochgefahren und das Bodenpersonal gab die ersten Navigationsanweisungen an den Piloten weiter. Dirk sah mir mein Staunen an.
>> Was Einfacheres und Unauffälligeres ging wohl nicht? <<
>> Nicht in der kurzen Zeit! <<
>> Ich weiß, ich sagte ja, so schnell wie möglich! <<
>> Schon gut, für meine Freunde nur das Beste! <<, Dirk lachte.
Er überreichte mir einen großen Umschlag. Während ich den Flieger betrachtete, machte ich mir zum ersten Mal in all der Aufregung Gedanken über mein Budget. Dirk legte seine Hand auf meine Schulter und sagte mit vermeintlich gut gemeinten Worten, dass ich mir keine Sorgen machen solle, ihm wäre noch jemand einen Gefallen schuldig gewesen. Eine Aussage, die mir aber eher noch mehr Magenschmerzen verursachte. Ich drehte mich zu ihm und wollte gerade damit loslegen und sagen, dass ich das alles unmöglich annehmen kann, als er mich allerdings höflich unterbrach, um auf den Umschlag hinzuweisen. >> Pass ja auf, dass du ihn nicht verlierst! <<, mahnte er mich ab und zog einen frischen Presseausweis aus dem Umschlag hervor.
>> Das kann da drüben deine Lebensversicherung sein! <<
>> Danke. <<
Als ich widerwillig die Gangway zum Flieger hinauf ging, rief Dirk mir noch >> und komm mir ja heil wieder nach Hause << zu. Ich nickte dankend, begrüßte die Flugbegleitung sowie den Piloten und sah, wie sich hinter mir die Tür schloss.
Im Flieger selbst saßen noch sechs andere Passagiere in Maßanzügen, Whiskey trinkend und über Aktien und Transfusionen sprechend. Sie schauten nur kurz zu mir auf und beachteten mich auch genauso schnell nicht mehr. Die Flugbegleitung verstaute meinen Rucksack, in den ich Wechselkleidung, ein wenig Bargeld, meine Kamera und einen Umschlag von Peadders, welchen er mir auf der Fahrt zum Flughafen übergab, eingepackt hatte. Ich schnallte mich an und hörte die Durchsage des Piloten, die wie bei den Linienflügen aus Wetternachrichten und der Flugzeit bestand.
Neun Stunden Flugzeit demnach, ich musste irgendwann dazwischen eingeschlafen sein, denn ich wurde vom Aufsetzen der Maschine und dem Gerüttel der anscheinend sehr unebenen Fahrbahn recht unsanft geweckt. Noch vom Schlaf benommen bekam ich mit, wie der Flieger die >> Parking Position << erneut in einem Hangar erreichte und ich mit den anderen Passagieren aus dem Flugzeug verabschiedet wurde. Ich schnallte mir meinen Rucksack um und folgte den anderen, die von arabisch sprechendem Bodenpersonal durch den Hangar geführt wurden. An einer Passkontrolle zeigte ich lediglich den von Dirk organisierten Presseausweis vor und wurde ohne jegliche Durchsicht meines Rucksacks oder gar dem lästigen Abtasten mit Metalldetektoren durchgelassen. Ich trat aus dem Flughafen heraus und lief förmlich gegen eine Wand aus Hitze. Zum ersten Mal betrat ich in meinem Leben ägyptischen Boden. Doch viel sah ich nicht, denn die Sonne nahm mir jegliche Sicht und blendete so stark, dass ich im ersten Moment meine Umgebung nur schemenhaft wahrnehmen konnte.
>> Das passiert jedem das erste Mal! <<, sagte eine tiefe Stimme nah bei mir, als ich versuchte, mit zusammengekniffenen Augen etwas zu erkennen.
>> Hier nehmen Sie die! <<
>> Ich danke Ihnen! <<
Die Stimme überreichte mir eine Sonnenbrille und nachdem ich sie aufsetzte, sah Ich endlich das zur Stimme gehörende Gesicht. Es war ein älterer Mann, kein Araber, eher Europäer, mit kurz geschorenen Haaren und einer sehr verdächtig nach militärriechender Haltung.
>> Hallo! Ich bin.. <<
>> Sie müssen der Bekannte vom Sergeant sein! <<
>> Ich.. <<
<< .. Bitte folgen Sie mir Sir! <<
Der Mann zeigte mit einer Handbewegung auf einen Jeep, der etwas abseits des Gebäudes auf einem Parkplatz stand.
>> Sergeant? <<
>> Ja, mir wurde befohlen, ich solle Sie hier abholen! <<
>> Meinen Sie Peadders? <<
>> Ich geleite Sie zum Hotel. <<
>> Hotel? Ja mein Hotel ist …<<
>> Dort wartet bereits eine Nachricht auf Sie SIR! <<
Es mag an dem vertrauten Militärton gelegen haben, also sprang ich zu einem vollkommen Fremden in den Wagen in der Hoffnung, dass er mit Sergeant Peadders meinte und mit Hotel nicht die US - Botschaft, welche mich wegen illegalem Einreisens gleich wieder außer Landes schaffen wollte. Erst nach wenigen Metern auf der Straße und dem Anblick von Straßenschildern mit der Aufschrift Kairo ließen mich realisieren, dass ich wirklich hier war. Mitten in einer fremden Kultur, einem fremden Land und das nur, weil wir eine alte Karte in einem Buch gefunden hatten. Wer würde mich da nicht für verrückt halten!?
Wir fuhren also durch die Stadt und während ich es mir nicht nehmen ließ, die Straßen Kairos mit denen New Yorks zu vergleichen, kam ich mir verloren und alles andere so fremdartig vor. Auf einem Schild konnte ich lesen, dass wir gerade am ägyptischen Museum vorbeifuhren. Danach bogen wir ab und fuhren entlang einer langen Straße am Nil.
Nach einer gefühlten Dreiviertelstunde blieb der Fahrer endlich vor einem der Häuser stehen und zeigte mit einem Finger auf ein sandsteinfarbenes Gebäude mit blauen Verzierungen. Zu meinem Glück sah es wirklich wie ein Hotel aus, was meiner Abgespanntheit wahrscheinlich sichtlich gut tat. Ich packte also meinen Rucksack, den ich die ganze Zeit fest zwischen meinen Beinen klammerte und stieg aus. Als ich mich umdrehte und mich beim Fahrer bedanken wollte, verabschiedete dieser sich nur noch mit >> Willkommen in Kairo << durch das offene Beifahrerfenster und fuhr davon. Ich drehte mich also um und wandte mich dem Hotel zu >> das steht wohl nicht im Reiseführer << witzelte ich mit mir selbst und ging durch den Torbogen Richtung Rezeption.
>> Hallo guten Tag…..<<
>> Ah Amerikaner, ich erwartet <<
>> Ich habe Nachricht, nur für Sie <<
begrüßte mich ein älterer Mann. Er streckte seine Hand aus, und wollte mit einer freundlichen Geste meinen Rucksack, sprich mein einziges Gepäckstück, entgegennehmen, welches ich jedoch dankend ablehnte. Der Mann schaute mich mit einem durchdringenden Blick an, drehte sich um und verschwand hinter der Rezeption. Sekunden später holte er ein Päckchen hervor und legte es auf den Tresen.
>> Ist nur für Sie << sagte der Mann erneut und legte meinen Zimmerschlüssel daneben. Ich nahm also den Schlüssel und das Päckchen und ging in Richtung Zimmer. Da ich nur ungern mit dem außerhalb jedes Wartungsvertrages fahruntüchtigen Fahrstuhl fahren wollte, entschloss ich mich, die schmale Treppe in den 2.Stock zu nehmen. Das hätte ich mir allerdings 2 mal überlegen sollen, denn durch die Hitze und die stickige Luft schnaufte ich auf den letzten Stufen, als wäre ich zwei Kilometer im Centralpark Joggen gewesen. Mein Zimmer sah aus wie der Rest des Hauses: ALT! Aber ich wollte ja ein Abenteuer, also gehörte so was auch irgendwie dazu. Immerhin gab es einen Kühlschrank mit kaltem Wasser und einen kleinen Röhrenfernseher, welcher mich trotz der stolzen achtundzwanzig arabischen Programme weniger interessierte. Ich legte meinen Rucksack auf das Bett und setzte mich sogleich mit dem Päckchen an den kleinen Esstisch und packte es aus. Ich staunte nicht schlecht, als ich ein recht großes und schweres Telefon ähnliches Gerät und dazu einen Zettel mit einer mir unbekannten Nummer in meiner Hand hielt. Ich schaltete also das Telefon ein und wählte die Nummer. Nach mehreren Knacken, Piepen und Rauschen meldete sich Peadders am anderen Ende klar und deutlich mit einem
>> Wie ich sehe, bist du angekommen! <<
Ich öffnete das Fenster des kleinen Zimmers, während mir Peadders und Christian aufgeregt berichteten, dass sie neue Informationen für mich hätten. Die Software, die Christian mal eben dafür programmierte, hat weitere Teile der Karte entschlüsselt, in denen die Bedeutung der Worte Hafen und Runter wichtige Punkte waren. Es war dennoch wie zuvor nicht viel. Am Vorabend studierte ich noch die Karte Ägyptens und vor allem die Ruinen der Stadt Memphis und meinte zu den Jungs, dass wir unmöglich von einem Hafen sprechen konnten, da die Ruinen mitten in der Wüste lägen. Christian beteuerte mir, er habe es 2 mal überprüft, doch jedes Mal kamen diese Worte heraus. Aufgrund der mageren Informationen entschloss ich mich, am nächsten Morgen nach Helwan aufzubrechen. Helwan war einer der naheliegenden Orte zu den Ruinen.
>> Warst du schon bei der Adresse, die ich dir zukommen lassen hatte? <<, fragte mich Peadders neugierig. Eine Adresse?? Mein Blick viel auf meinen Rucksack. Die ganze Aufregung ließ mich glatt vergessen, dass Peadders mir ja noch einen Briefumschlag vor dem Abflug am Flughafen überreicht hatte.
>> Du warst noch nicht dort oder!? <<
>> Ich ahm.. <<
>> Morgen aber! Du wirst erwartet! <<
Während Peadders mir weiterhin im Militärston Anweisungen bzgl. der Wasser- und Nahrungsaufnahme gab, öffnete ich leise mit einer Hand die Tasche meines Rucksacks.
>> Ja, ich verstehe, ich werde morgen früh gleich als erstes dort hinfahren. << >> Wenn nicht, lass ich dich abholen! << >> Das ist nett von dir, aber ich schaffe das.. danke euch! <<
Dann legte ich das Telefon auf den Tisch und mich selbst aufs Bett. Nachdenkend starrte ich zur Decke, an welcher bereits an vielen Ecken die Farbe absprang. In meinem Kopf rasten die bereits entschlüsselten Wörter, weiße Mauer, Memphis, Hafen, Tag- Nacht, Schiff, Unten, immer wieder hin und her. Dabei versuchte ich den Zusammenhang sowie ihre Bedeutung zu verstehen, doch der lange Flug und die ungewohnte Hitze forderten ihren Tribut und ließen mich einschlafen.
Am nächsten Morgen weckte mich ein Klopfen an der Tür
>> Morgenessen fertig << .
Langsam und benommen stellte ich meine Füße neben das Bett und rieb mir die Augen.
>> Ich bin echt in Ägypten <<
sagte ich zu mir selbst auf dem Weg ins Bad, um zu bestätigen, dass dieses doch alles kein Traum sei. Es zeugt vielleicht nicht von Hygiene, doch ich beschloss vorerst meine Kleidung vom Vortag erneut anzuziehen und redete mir ein, dass dieses so besser sei, da ich ja nicht auffallen und mir eh erst mal einen Überblick verschaffen wollte. Nach einigem hin und her überzeugte ich mich also schließlich selbst, schnallte meinen Rucksack um und verließ das Zimmer. Erneut verzichtete ich auf den Fahrstuhl und nahm die Treppen nach unten zur Lobby. Dort wartete der ältere Herr auch schon auf mich und zeigte auf einen sehr reich gefüllten Frühstückstisch. So klein und heruntergekommen das Hotel auch war, die Gastfreundschaft und das Essen waren 5 Sterne wert!
Als der alte Herr erneut zu mir kam und mir mit einer Kanne in der Hand die Frage andeutete, ob er noch etwas Tee nachgießen darf, bejahte ich dieses und nutzte die Gunst, um nach einem Taxi zu fragen. Er schüttelte den Kopf und aufgrund der Sprachbarriere machte er nur eine verneinende Handbewegung, während er sich umdrehte und auf arabisch in die Räumlichkeiten hinter der Rezeption rief. Ein Kopf schaute hinter dem Tresen hervor und die beiden unterhielten sich weiter, während ich das Wort >> Tourist << aufschnappte.
Der Mann kam hervor und wurde von dem älteren Hotelbesitzer als sein Sohn Alkim vorgestellt, welcher mich gern als Touristenführer durch Kairo fahren würde. Nach dem Frühstück drückte ich dem alten Herrn 10 Dollar Trinkgeld in die Hand, welcher sich immer wieder dafür bei mir bedankte und ging nach draußen, wo auch schon Alkim mit seinem Wagen auf mich wartete. Ich bekam bereits von Weitem mit, wie er versuchte, ein paar durchaus interessante Sehenswürdigkeiten in meiner Sprache von ein paar Handzetteln einzustudieren, doch als ich ihm dann meinen Brief mit der Adresse überreichte, wurde ihm schnell klar, dass ich nicht auf Sightseeing aus war. Nickend und erleichtert nahm er den Zettel entgegen, stellte das Radio an und fuhr los. Alkim ließ es sich jedoch nicht nehmen, die zwei bis drei Sehenswürdigkeiten zu kommentieren, an denen wir vorbeifuhren.
Nach einer Weile hielten wir vor einem kleinen Haus, welches im selben Stil wie das Hotel gebaut war. Der Eingang des Hauses war jedoch mit einer großen roten Holztür verriegelt. Ich bat Alkim, auf mich zu warten, während ich ins Haus ging. Er nickte und setzte sich entspannt in seinen Sitz. Da ich keine Klingel sah, klopfte ich einfach. Die Tür öffnete sich einen Spalt und ein Mann in den Vierzigern schaute mich an.
>> Was wollen Sie? <<, fragte er mich mürrisch. Wortlos überreichte ich den Brief. Die Tür öffnete sich weiter
>> Ah, kommen Sie rein! <<
>> Ja gern, ich bin .. <<
>> Pss.. keine Namen <<
>> Okay <<
>> Ich hab auf Sie gewartet mein Freund! <<
Wir gingen durch den Eingangsbereich in ein Hinterzimmer, welches einen weiteren Gang in eine Art Nebengebäude öffnete. Am Ende des zweiten Flures befand sich ein kleines Zimmer mit einem Tisch in der Mitte und ringsherum stapelten sich Kisten aus Militärbeständen. Der Mann legte entspannt einen dunkelbraunen Rucksack auf den Tisch.
>> Waren Sie bei Army? <<
>> Nein, war ich nicht, ich.. <<
>> Hier ist USA Assult Pack Rucksack! <<
>> Danke ..<<
>> Von Army, sehr gut! <<
Er fing an, in den Kisten hinter sich zu wühlen. Nach und nach sammelten sich immer mehr Gegenstände auf dem Tisch, während ich nicht mehr aus dem Staunen heraus kam. Eine ein Liter Aluminium-Trinkflasche, Wasseraufbereitungstabletten, ein Gürtel mit Seitentasche für Karten und sonstige Unterlagen, ein Survival-Messer, ein Zippo mit Benzin, ein US-Erste-Hilfe-Set, ein kleines Seil, eine zusammengefaltete Plane, Knicklichter, eine Taschenlampe und Batterien. Unwohl wurde mir erst, als der Mann plötzlich ein Magazin in eine Waffe steckte, durchlud und auf den Tisch legte. Ich konnte meinen Blick nicht von der Waffe nehmen. Ja, ich bin Amerikaner, doch sah ich in meinem Leben noch nie eine Waffe vor mir.
>> Ist nicht große amerikanische Waffe, aber Waffe ist gut. <<
>> Nein, ich benötige keine Waffe. <<
