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Mittwoch, Donnerstag, Freitag – drei aufregende Tage für Ninzo und Ketewan, genannt Zknapi. Drei Tage, an denen die 13-jährigen Freundinnen nicht nur die üblichen Freuden und Leiden des Mädchenseins erleben, sondern auch erfahren, was es heißt, in einer gottverlassenen Konfliktzone zu leben, in der sonst bloß noch Kinder, Alte und Krüppel verblieben sind. Gewitzt muss man sein, sich was einfallen lassen. Sonst kommt man nirgendwohin, nicht an Kleider, nicht an Monatsbinden, nicht an Zigaretten und auch nicht an Milch für das Brüderchen. Was zu Friedenszeiten Recht und schicklich war, gilt nun schon lang nicht mehr. Krieg ist mehr als reine Männersache, und doch muss man bei aller mädchenhaften Gerissenheit manchmal ganz, ganz tapfer sein. Der jungen georgischen Erzählerin Tamta Melaschwili ist ein aufsehenerregendes Debüt von emotionaler Wucht gelungen. Georgischer Literaturpreis Saba 2011 für den besten Debütroman
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Seitenzahl: 103
Veröffentlichungsjahr: 2015
Mittwoch, Donnerstag, Freitag – drei aufregende Tage für Ninzo und Zknapi. Drei Tage, an denen die 13-jährigen Freundinnen nicht nur die üblichen Freuden und Leiden des Mädchenseins erleben, sondern auch erfahren, was es heißt, in einer gottverlassenen Konfliktzone zu leben, in der sonst bloß noch Kinder, Alte und Krüppel verblieben sind.
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Tamta Melaschwili (*1979) wuchs in Georgien auf. Sie verbrachte ein Jahr als Migrantin in Deutschland, wo sie zu schreiben begann. 2008 schloss sie ihr Studium der Gender Studies an der Central European University in Budapest ab. In Georgien arbeitet sie über Frauenrechte und Genderfragen.
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Natia Mikeladse-Bachsoliani arbeitet am Goethe-Institut von Tiflis und ist die Übersetzerin von Aka Morchiladzes Roman Santa Esperanza.
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Tamta Melaschwili
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Roman
Aus dem Georgischen von Natia Mikeladse-Bachsoliani
E-Book-Ausgabe
Unionsverlag
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Die Originalausgabe erschien 2010 unter dem Titel Gatwla im Verlag Diogene, Tbilissi.
Die Übersetzung wurde gefördert vom Georgischen Ministerium für Kultur- und Denkmalschutz.
Originaltitel: Gatwla
© by Gamomzemloba »Diogene« 2010
Dieses Werk wurde vermittelt durch Rachel Gratzfeld, Agentin für georgische Literatur, Zürich.
© by Unionsverlag, Zürich 2024
Alle Rechte vorbehalten
Umschlag: Sergey Lagutin
Umschlaggestaltung: Martina Heuer
ISBN 978-3-293-30730-8
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Mutter sagt: Meine Milch ist versiegt, deshalb weint es.
Ihre Milch ist versiegt, deshalb weint es, sage ich zu Ninzo. Sagt Ninzo: Was hast du vor? Einen anderen Ausweg als wieder zu Gwelesianis gibt es nicht. Sie rüttelt an der Klinke der Hoftür. Sag ich: Gestern hatte es einen Krampf, vor lauter Weinen. Da hab ich den Finger in Wein getunkt und ihm in den Mund gesteckt. Da ist es wieder eingeschlafen. Glaub mir, die Apotheke der Gwelesianis ist der einzige Ausweg. Wir müssen es tun. Sag ich: Sie bringt mich um. Mir ist zum Kotzen. Sagt Ninzo, die Stimme immer dünner: Es stirbt euch weg, das Kind, dann kann deine Mutter jammern, Gott holt die Engel zu sich. Sag ich: Läster nicht. Warum seid ihr beide bloß so blöd, deine Mutter und du? Ich halte Ninzos Hand an der Klinke fest. Hör mit dem Gerüttel auf, das Geräusch geht mir auf die Nerven. Na gut. Ninzo lässt los. Sag ich: Du weißt doch, wie sie ist? Stundenlang hat sie wegen der gestohlenen Makkaroni und dem Tee aus Mananas Laden mit mir geschimpft. Hä, sagt Ninzo und zerrt wieder an der Klinke, woher weiß sie das? Hast du ihr nicht gesagt, die Frau von der humanitären Hilfe hätte dir das gegeben? Hab ich ihr gesagt, aber vergessen, die Preisschilder abzuziehen. Warum bist du auch so blöd? Warum? He, nimm die Hand von der Klinke! Lass du zuerst los! Nein, du! O. K.! Wir starren einander eine Weile stumm an. Sagt Ninzo: Komm mal kurz in den Hof, und nachher gehn wir. Sie schaut an mir vorbei. Im Hof sitzt Saur und glotzt vor sich hin. Er trägt einen alten Anzug, voll mit dem ganzen Schrott, den er damals bekommen hat. Sagt Ninzo: Schau, der hat sie nicht mehr alle, sitzt den ganzen Tag rum, die Brust voller Medaillen. Sagt Saur: Schau, wie die herumläuft. Eine richtige Schlampe wird das mal. Aus dir wird auch mal eine Schlampe. Dabei liegt deine Oma oben im Sterben. Sagt Ninzo: Großvater, geh ins Haus. Siehst du nicht, sie fliegen wieder. Dass bloß nichts passiert. Sagt Saur: Ach was, und schaut zur Seite. Ninzo hat im Hof Erde umgegraben für Blumen, ich trample drauf herum. Sagt Ninzo: Ich geh mich umziehen und komm gleich wieder. Saur wiederholt: Ihre Oma liegt im Sterben. Ich antworte nicht. Sagt Saur: Was ist das für ein Krieg?, das ist kein Krieg. Die einen hier, die anderen dort und mittendrin nichts. Sag ich: Sie werden einen Korridor öffnen. Was? Wer behauptet das? Was für einen Korridor? Sag ich: Die Leute reden darüber, der Vater meines Klassenkameraden hat es gesagt. Ach was, sagt Saur, sie werden keinen Korridor öffnen. Du wirst schon sehn. Sie werden uns alle vernichten. Sag ich: Sie werden einen öffnen, der Vater meines Klassenkameraden hat es gesagt. In den nächsten Tagen werden sie einen öffnen. Sagt Saur: Der Vater meines Klassenkameraden, der Vater meines Klassenkameraden, und zieht eine Grimasse. Lass die Erde in Ruh, trampel nicht ständig drauf herum. Er schaut nach oben. So wie die heute fliegen. Sag ich: Was heißt so? So halt. Sie werden uns vernichten. Sag ich: Werden sie nicht, sonst hätten sies schon längst getan. Sagt Saur: Sag mal, Mädel, wem traust du eher, mir oder dem verkrüppelten Vater deines Klassenkameraden? Sag ich: Dem Vater meines Klassenkameraden. Ach was, sagt Saur und verstummt. Komm, lass uns gehn, sagt Ninzo und zieht die Tür hinter sich zu. Sie trägt ein blaues Kleid. Schreit uns Saur hinterher: Sie klaut meinen Tabak, die Schlampe. Ninzo stellt sich taub, als ob sie es nicht hört, schaut nur auf ihr Kleid. Schau mal, Zknapa1
