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Joe Maier muss immer wieder erleben, dass seine Beziehungen scheitern. Diese schmerzhaften Erfahrungen lösen Lebenskrisen aus, von denen er manche einfach überwindet - andere Krisen aber erschüttern sein Leben bis in die Grundfeste und er stellt alles infrage. Erst nach langer Zeit, vielen Gedanken und Abwägungen ist er imstande, eine neue Sichtweise einzunehmen, die er im ersten Teil von ACHSELZUCK, DE ME IPSO formuliert: klare und einfache Bausteine, um sein zukünftiges Leben besser und zielgerichteter gestalten zu können. Im zweiten Teil von ACHSELZUCK, DE ANIMALIBUS werden einige seiner Gedanken und Überlegungen aufgegriffen und auf die Gesellschaft übertragen. Das bleibt nicht ohne Kritik an den gesellschaftlichen Verhältnissen. Joe Maier schlägt einen konsumreduzierten Lebensstil vor, um zu mehr individueller Freiheit zu gelangen.
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Seitenzahl: 82
Veröffentlichungsjahr: 2022
Joe Maier
Achselzuck
Autobiografische Lebensbetrachtungen
Copyright: © 2022 Joe Maier
Lektorat: Volker Zapf - volkerzapf.de
Umschlag & Satz: Erik Kinting – buchlektorat.net
Verlag und Druck:
tredition GmbH
Halenreie 40-44
22359 Hamburg
Softcover
978-3-347-61922-7
Hardcover
978-3-347-61923-4
E-Book
978-3-347-61924-1
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Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek:
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.d-nb.de abrufbar.
INHALT
Teil 1:
De Me Ipso
Vorwort
Ausgangspunkt
Leben
Recht
Lebensbild
Grundbedürfnisse
Lust und Freude
Sinn und Sinnstiftung
Freiheit, Verantwortung und Zeit
Identität
Gesundheit
Entscheidung
Konsequenzen
Integrität
Respekt
Beziehungen
Konsum
Komplexität
Gerechtigkeit
Leitfaden
Achselzuck
Dankbarkeit
Teil 2:
De Animalibus
Vorweg: Ein Blick zurück nach vorn
Der Blick auf uns
Zeithorizonte
Warum leben wir zusammen? Oder: das Leben in sozialen Verbänden
Wie gestaltet sich unser Zusammenleben? Oder: wie leben wir Menschen zusammen?
Rom – Panem et Circenses
Was beeinflusst unser Zusammenleben oder unsere Wirtschaft und Politik fundamental?
Werde ich damit glücklich?
Gibt es Alternativen? De Animalibus oder vom Glück der Tiere
Danksagung
Quellenachweise
TEIL 1:
DE ME IPSO
VORWORT
Ich bin Joe Maier. Ich bin in einem kleinen Dorf aufgewachsen, eingebettet zwischen Bergen, Wiesen und Wäldern. Ich lebte in einer heilen Welt. In diese Umgebung wurde ich einfach hineingeboren, so wie auch meine Mitschüler. Mein Interesse für Geschichte und Geographie hatte mich zwar im Geiste schon an verschiedene Orte jenseits meines Horizonts geführt, real war ich aber noch immer in meiner kleinen und überschaubaren Welt.
Der Weg zur Reifeprüfung führte mich in kleinen Schritten aus meinem gewohnten Umfeld hinaus in eine neue Welt, nicht zu fremd aber dennoch anders. Im letzten Schuljahr wurde mir bewusst, dass der Lernstoff für die abschließende Prüfung in allen Bereichen nur an der Oberfläche der Themen kratze. Mehr war einfach nicht vorgesehen. Für mich war damit auch klar: Ich wollte studieren, ich wollte in die Tiefe gehen, ich wollte mehr wissen, ich wollte besser verstehen.
Mein Weg führte mich nach Graz. Gerade mal zwanzig Jahre alt, voller Neugier und Wissensdurst. Mit dem Studium hatte ein neuer Lebensabschnitt begonnen – weg von zu Hause und in eine neue Welt eintauchen, auf eigenen Füßen stehen, lernen und begreifen wollte ich.
Es war Herbst 1996, als eine Studentin mich in ihren Bann zog. Ihre Gesellschaft ließ mich alles um mich herum vergessen, ich war glücklich. Nichts konnte meine Stimmung trüben, keine Herausforderung war zu groß, wie viel kostet die Welt?
Irgendwann wurde ich jedoch auf den Boden der Realität zurückgeholt und ich erlebte einen Absturz in die finstersten Tiefen. Ich war enttäuscht, verletzt, hilflos und aller Perspektiven beraubt. Ich taumelte von Vorlesung zu Vorlesung, von Tag zu Tag, von Woche zu Woche. Dies waren mein Herbst 1996 und der folgende Winter.
Wie viele Gedanken gingen mir durch den Kopf, welche Leiden musste ich durchleben? Manches hielt ich als Notiz fest und irgendwann fasste ich den Entschluss, ein Buch zu schreiben. Ich war noch immer zu verletzt, um mein Befinden in Worte fassen zu können, daher wollte ich die Zeit als Thema ergründen. Kein leichtes Unterfangen, aber ich befand mich in guter Gesellschaft. Viele Menschen – einfache Leute, Denker und Gelehrte – haben sich darüber Gedanken gemacht und auch einiges zu Papier gebracht.
Mein Talent zum Schreiben hielt sich in Grenzen, allerdings brachte diese Arbeit wenigstens etwas Ablenkung. Anstelle einsam in meine Gedankenwelt zu versinken, konnte ich auf ein Ziel hinarbeiten. Ich sammelte vieles zu diesem Thema: Begriffe, Sprüche und Zitate. Ich recherchierte und mit der Zeit war der ursprüngliche Schmerz nicht mehr allgegenwärtig, er kam nur mehr schubweise. Das war zwar auch nicht leicht, aber die Zeit zwischen den Schüben wurde erträglicher. Damit einhergehend reduzierte sich im Laufe der Monate das Interesse am Schreiben und irgendwann waren diese Studentin und damit auch das Buch für mich nicht mehr wichtig.
In meinem Leben machte ich weitere Bekanntschaften und es folgten weitere Krisen. Wieder begann ich mit dem Sammeln von Sprüchen, dem Nachlesen meiner Notizen, dem Schreiben, dem Diskutieren, dem Nachdenken und dann wuchs wieder Gras über die Sache. Das Studium konnte ich erfolgreich abschließen und wurde Assistent an der Universität. Der Wechsel war nahtlos und unspektakulär. Mit jedem Jahr wurde die Publikationsliste länger und regelmäßig erhielt ich Einladungen zu Konferenzen. Schritt für Schritt folgte ich der akademischen Laufbahn mit dem Ziel, als Professor tätig zu werden. Das Schreiben an meinem persönlichen Buch war nicht mehr wichtig, entscheidender waren nun die akademischen Veröffentlichungen, die Symposien, das Vorankommen.
Dann kam das Frühjahr 2014 und eine besondere Dame, nennen wir sie TM, trat in mein Leben. Ich stellte ihr Leben auf den Kopf und letztendlich sie auch meines, das aber erst Jahre später. Es begann spielend und zog sich mit vielen Höhen und Tiefen über mehrere Jahre hin. Das Ende kam schleichend im wahrsten Sinne des Wortes, mit vielen Facetten und Nuancen. Hatte ich dieses Ende verdient? Hatte ich dieses Ende vielleicht auch selbst verschuldet? Warum? Hätte es auch eine andere Lösung gegeben? Wieso hatten wir es nicht geschafft? Waren wir zu verschieden? Haben wir uns zu wenig ausgetauscht oder waren wir weder bereit noch fähig? Und übrigens: Wieso konntest du mir nicht von Angesicht zu Angesicht sagen: erstens, dass es aus ist, und zweitens, dass schon ein anderer an deiner Seite ist?
Viele unbeantwortete Fragen und noch mehr Gedanken, mit denen ich im Herbst 2016 allein gelassen wurde. Über Wochen und Monate war die Gefühlslage undurchsichtiger denn je. Anfängliche Wut wurde irgendwann von Trauer und Schmerz abgelöst. Ich war zum Glück nicht mehr ganz so hilflos wie vor Jahren, dennoch drehten sich meine Gedanken immer wieder im Kreis und ich gelangte wieder zu meinem lang geplanten Projekt: Ein Buch will – muss – jetzt geschrieben werden. Wieder die alten Notizen suchen, lesen, sortieren, ergänzen.
Innerlich konnte ich keine Ruhe finden, ob ich wollte oder nicht. Emotional war das Thema noch nicht erledigt, denn zu viele Fragen warteten auf Antworten. Mit all den Gedanken, Fragen und den alten Notizen drehte ich mich immer wieder im Kreis, ohne Aussicht auf einen Ausweg. Es war ein emotionaler Scherbenhaufen, der vor mir lag, ich saß an meinem Schreibtisch, unfähig meine Gedanken und Emotionen in Worte zu fassen, ich ging in meiner Wohnung auf und ab, von Zweifel, Fragen und Ohnmacht getrieben. Eines Tages, als ich mich wieder an meinen Schreibtisch setzte, erkannte ich, dass viele dieser Notizen und Fragen wiederholend waren, welche ein Muster oder vielleicht auch eine Botschaft erkennen ließen und im besten Falle auch eine Antwort für mich in sich hatten. Ich habe alles fein säuberlich sortiert und im Laufe der Zeit wurden einige Schwerpunkte erkennbar. Diese ließen sich in kleinere Themenblöcke unterteilen und nun konnte ich zu diesen Themen Definitionen formulieren oder recherchieren. Ein wichtiger Schritt für mich und für mein Buchprojekt.
Damals waren es nur Begriffe und Definitionen, aber immerhin. Heute sind sie für mich viel wichtiger, als ich es mir je vorstellen konnte, denn langsam begann ich zu verstehen und damit wurde für mich eine neue Basis geschaffen, auf welcher ich heute mein Handeln ausrichte. So konnte DE ME IPSO, der erste Teil von ACHSELZUCK, im Oktober 2018 in der nun vorliegenden Fassung vollendet werden.
Bei eigentlich allen Textstellen fragte ich mich: „WARUM?“ Warum will ich diesen Begriff erklären? Warum ist dieser Begriff wichtig? Was ist die richtige Erklärungstiefe? Alles sollte behandelt werden, universell und allgemein gültig. Vieles wurde gekürzt, manches gestrichen, damit das Wenige, das Wesentliche klar zur Geltung kommen kann und nicht zwischen den vielen Worten untergeht. Dieses Wesentliche, dieses Wenige leitet mich jetzt in die Zukunft und dafür bin ich sehr dankbar.
An dieser Stelle möchte ich klarstellen, dass es sich um meine persönlichen Sichtweisen handelt. Sie haben mir geholfen, etwas Klarheit und Ordnung in mein LEBEN und HANDELN zu bringen und sie leiten mich auch in Zukunft. An keinem Punkt möchte ich verletzen, beleidigen, diskriminieren, ausgrenzen oder andere Vorstellungen bewerten.
Viel Spaß bei der Lektüre, fruchtende Gedanken und anregende Diskussionen!
Ihr Joe Maier
AUSGANGSPUNKT
13,8 Milliarden Jahre sind seit dem Urknall vergangen. Ausgehend vom Urknall und jenem Punkt, in welchem alles konzentriert war, begann sich das Universum auszudehnen und dabei Masse und Energie in Raum und Zeit zu verteilen. Dies ist die heute allgemein vertretene Vorstellung und Theorie zur Entwicklung des uns gegenwärtig bekannten Universums – unter der Voraussetzung, dass die Naturgesetze universell gelten und dass das Universum in alle Richtungen gleich gestaltet ist. Auf dieser Theorie aufbauend stellen sich mir jedoch folgende Fragen:
Kann sich das Universum ewig ausdehnen oder kehrt sich diese Expansion vielleicht irgendwann um? Wird oder kann sich dann wieder alles in einem einzigen Punkt konzentrieren? Warum sollte es sich wieder komprimieren? Ist es möglich, dass die Kontraktion spiegelbildlich zur Expansion verläuft, also weder Masse noch Energie verloren gehen. Würde fehlende Masse oder Energie die physikalischen Gesetze ändern? Kann sich aus der möglicherweise fehlenden Masse oder Energie ein anderer Konzentrationspunkt bilden, vielleicht auch mehrere? Folgt dann ein neuer Urknall oder vielleicht zwei oder noch weitere? Angenommen das Universum dehnt sich fortwährend aus: Was war vor dem Urknall und was hat diesen ausgelöst? Banale Frage: Woher kam alles?
Wie sind die physikalischen Gesetze entstanden? Geschah dies zeitgleich mit der Entstehung von Masse und Energie oder sind es schlichtweg die grundlegenden Eigenschaften von Masse und Energie, die deren Wesen immanent sind?
Welche dieser Fragen ist bereits zweifelsfrei beantwortet? Ich weiß es nicht, aber für mich reicht es zu wissen oder anzunehmen, dass wir uns in Raum und Zeit circa 13,8 Milliarden Jahren vom Urknall entfernt befinden, auf einem Planeten im unendlichen Universum leben und uns als Menschen bezeichnen.
LEBEN
Wie oft habe ich bereits den Begriff Leben in den Mund genommen? Wie oft habe ich
