Adam und Eve - Penny Palmer - E-Book

Adam und Eve E-Book

Penny Palmer

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Beschreibung

MIT IDIOT UND BABYBAUCH Zum Buch: Adam ist ein Raubein, ein widerlicher Kerl ... ein Sportler schlimmer ein erfolgreicher! Er pendelt verantwortungslos von einer Frau zur anderen. Das jedenfalls denkt die feinfühlige und etwas chaotische Eve, die ausgerechnet von ihm nach einem One Night stand schwanger wird. Nach einer wunderbaren Liebesnacht, die sich als Fehler herausstellt schlägt die Nachricht, von ihrer Schwangerschaft wie eine Bombe in das liebevolle Familienleben der Petarkas. Eve braucht einen Mann, gut aussehend, kultiviert und wenn er reich ist wäre das auch kein Problem, nur schade das Eve den Großkotz Adam nicht mehr los wird, denn der Mann mit der Seele eines sexsüchtigen Bären hat sich verliebt. Ehestreit und fliegende Teller, schon bevor die Ehe geschlossen wird. Eine turbulente romantische Komödie. Alle Erlöse aus dem Verkauf dieses Buches gehen zu 100 Prozent in den Hochzeitsfond meiner guten Freunde, denen das Geld fehlt, um zu heiraten und getrennt von einander leiden.

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Seitenzahl: 265

Veröffentlichungsjahr: 2014

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Penny Palmer

Adam und Eve

One-Night-Stand mit Folgen

 

 

 

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Inhaltsverzeichnis

Titel

1 Kapitel

2 Kapitel

3 Kapitel

4 Kapitel

5 Kapitel

6 Kapitel

7 Kapitel

8 Kapitel

9 Kapitel

10 Kapitel

11 Kapitel

12 Kapitel

13 Kapitel

14 Kapitel

15 Kapitel

16 Kapitel

17 Kapitel

18 Kapitel

19 Kapitel

Impressum neobooks

1 Kapitel

Eve Petarkas hatte furchtbare Kopfschmerzen und kam sich gerade vor als habe man sie unter LSD gesetzt. Sie stand in der Kopierkammer in denen die Mitarbeiter des Bostonians Magazins mit dem Gefühl etwas Verbotenes zu tun ihre Zigaretten schnell rauchten und den Kaffee in sich schütteten. Der Praktikant stand auf dem Flur, um zu warnen, wenn der Babynazi schnuppernd den Gang entlangmarschiert käme. „Wer um Himmelswillen ist das?“, fragte Steven Watts vom Sport gerade und deutete mit der manikürten Hand zum Fenster hinaus. Der Mann hatte die Hände eines Pianisten und den Mund einer Hure. Drei Frauen, Eve eingeschlossen steckten sofort den Kopf hinaus. Ein Mann von einen Meter fünfzig Körpergröße, der aussah als habe man ihm bereits als Baby mit Anabolika gepäppelt marschierte mit angewinkelten Armen in das Mister Olympia Fitnessstudio auf der anderen Straßenseite. Deshalb fanden die verbotenen Zigarettenpausen auch hier statt damit die Frauen und Steven die Männer beobachten und bewerten konnten. „Also der ist eine glatte Zwei!“, sagte Steve begeistert. Er stand auf muskulöse Typen und schien jetzt ein Faible für Monster entwickelt zu haben.

„Der ist eklig! Ich weiß es ist schlimm Menschen auszulachen, aber Steven verdammt der sieht aus wie Ralph von den Super Hero Ninja Turtles.“

Steve schüttelte den Kopf und boxte Eve freundlich gegen den Oberarm. „Du hast eben keine Ahnung wie es sich anfühlt von so einem Stier rangenommen zu werden als gäbe es keinen Morgen.“

„Du doch auch nicht, dein Freund wiegt im Höchstfall 70 Kilo und das nicht wegen irgendwelcher Muskeln.“

Steve seufzte und sah dem Super Hero Ninja Turtel hinterher. Er sah die drei Frauen an, „meint ihr ich hätte dort eine Chance? Ich könnte mich dort anmelden und mir ein Sixpack antrainieren.“

„Trink den Sixpack lieber, das macht mehr Spaß“, sagte Heulsuse.

Petermen, alle Praktikanten bei der Zeitschrift hießen Petermen, seitdem der erste Praktikant 1956 aus dem Fenster gesprungen war steckte seinen Kopf in die Räucherkammer und machte das Zeichen. Sofort wurde das Fenster aufgerissen und die Kaffeebecher und Zigaretten flogen in einem hohen Schwall auf die belebte Straße. Hektisch klemmte sich jeder ein Stapel Papier unter den Arm oder hielt sich sein Telefon an das Ohr und verließ Beschäftigung vortäuschend das Zimmer. Eve setzte noch die Kaffeemaschine in Gang und ging langsam zurück in die Redaktionssitzung. Um Punkt zwölf kam der Babynazi aus seinem Jalousien verhängten Glaskabuff und verteilte die Artikel. Steven als einziger Mann, der Babynazi hatte wirklich keine Ahnung, dass er stockschwul war, bekam immer den Sport zugeteilt. Eve hatte einmal den dummen Fehler begangen, auf seine Frage, wessen Leber gesund ist, die Hand zu heben und seitdem war Gastronomie ihre Sache. Keine gehobene Gastronomie keine leckere Küche, wo man sich satt essen konnte und dessen Artikel auch noch ernst genommen wurden, ihr Spezialgebiet war die Unterhaltungsgastronomie, eine Wortschöpfung des Babynazis. Der Chefredakteur riss die Glastür zu seinem Kabuff auf und kam aus dem Löwenkäfig marschiert und stellte sich, wie ein militärischer Heerführer ans Kopfende des langen Konferenztisches im Gemeinschaftsbüro. Er sah zur Wanduhr und wartete exakt dreißig Sekunden, bis es Punkt zwölf Uhr war. Dabei bewegte sich sein Mund, lautlos zählte er die Zeit rückwärts. Einer, so wurde in den Fluren des Bostonians kolportiert, der ihn gefragt hatte, warum er nicht einfach früher anfinge, wurde von ihm sofort gefeuert.

„Scheiße der hat stinkende Laune, er hat immer diese ekligen weißen Flecken am Hals, wenn er stinkig ist“, flüsterte Steve zu Eve.

„Warum hat er eigentlich immer so miese Laune?“

Steve war seit 7 Jahren beim Bostonian und hielt es damit 7 Jahre länger als die Meisten aus. „Er war Mal bei der Melbourne-Sun und hat wohl die Aborigines alle beleidigt, Murdock hielt es für besser ihn aus dem Schussfeld zu bringen, in Australien drohen dem Schandmaul zwei Jahre Gefängnis für den Dreck, den er erzählt und schreibt.“

Babynazis stechender Blick bohrte sich in die Anwesenden vier Reporter. Er sah aus, wie ein Terrorist, der die Geisel aussucht, die als Zeichen das man es ernst meint, vor laufenden Kameras abgeknallt wird. „Also ihr Hohlköpfe passt auf. Wisconsin Trottel“, er meinte Steve, „zwei Seiten und nicht schon wieder den Scheiß, welche Klamottenmarke welcher Red Sox Spieler bevorzugt, Sport du Trottel oder bist du in der Mode? Die verfluchten Eingeborenen“, er meinte alle Amerikaner, „sind wie bescheuerte Hottentotten ganz versessen auf Statistikperlen, also bring gefälligst ein paar, und wenn du es eben wie euer verfickter Finanzminister machst und dir völlig wahnsinnige aus den Fingern saugst.“ Der Redakteur sah Debra Collins, Heulsuse an die für die rührseligen Storys zuständig war. Die Frau war klein und tough, ihre Zeit als Kriegsberichtserstatterin der Atlantapost in Ruanda hatten sie abgehärtet. Heulsuse war durch so viel Blut gewatet, das sich ihr Sinn für Moral irgendwann aufgehängt hatte. Der einzige Mensch vor dem Babynazi so etwas wie Respekt hatte war sie. „Heulsuse bring mir diesmal bitte nicht wieder verkrüppelte Kinder, ich kann Kinder nicht ausstehen, ich habe mich von meiner Frau scheiden lassen, weil sie welche wollte. Also bring mir einen Armeeveteranen, der im Rollstuhl um Almosen bettelt, und der mindestens die Tapferkeitsmedaille bekommen hat. Oder bringe mir einen miesen Slum Lord, der bei dem Scheißwetter die Heizungen abstellt.“

Debra fragte gelangweilt: „Geht auch was mit Rentnern? Ich muss meine Großmutter besuchen, sie macht nicht mehr lange und hat dieses nette Haus, da kann ich die alten Leutchen gleich ausquetschen, ob ein Todesengel umgeht.“

„Wo?“

„Oma liegt in einem Altenheim in Black Bey.“

„Black Bey bist du bescheuert Heulsuse? Ich brauche was fürs Herz und die Altenheime in Black Bey sind Paläste. Also komm mir nicht mit so einem Mist sonst schicke ich dich das nächste Mal zu einer Sitzung der anonymen Onanisten und glaube mir die gibt es. Also bring mir irgendetwas, aber wehe es ist schon wieder so ein kleiner Krüppel. Also kein Aids, kein Krebs und verdammt nicht andauernd Kinder. Wir Leben in einer kaputten Stadt! Findest du nicht zur Abwechslung Mal was anderes, als krebskranke Kinder mit einem letzten Wunsch?“

Mit jedem seiner Worte war es spürbar stiller geworden. Eve kannte keinen schlimmeren Menschen, der Mann war ein Menschenhasser und dabei sah er recht nett aus. 1 Meter 70 groß, füllig und weiße buschige Augenbrauen und er trug immer ein Hawaiihemd. Aber er war nicht nett, sondern ein Mistkerl. Er sah zu Eve und sie konnte deutlich hören, wie die Göttin der Pressefreiheit gerade ihren Abschluss an der Bostoner Journalisten Schule in lauter kleine Schnipsel riss. Eve konnte sich bei aller Anstrengung keinen schlimmeren Menschen vorstellen, als den Babynazi, aber zumindest war sein Menschenhass allgemein und umschloss jede Nation, jede Kultur, er hasste einfach alles, was atmete und zwei Daumen hatte, außer Affen. Aber am meisten hasste er seine Angestellten und die Leser des Bostonian.

„Du Blacky machst mir vier Artikel, jeder eine halbe Spalte und nicht wieder den Scheiß mir die Getränkekarte abzuschreiben, ich will das Leben beschrieben haben, welche Musik gespielt wird, wie sich das Publikum zusammensetzt, ob es Erdnüsse gibt.“

„Altersmäßig?“, fragte Eve sarkastisch.

„Bist du so eine hohle Nuss oder tust du nur so? Ich will wissen, ob da Weiße hingehen oder ob das eine scheiß Taberne ist, wo die Band den Mariachi spielt! Der Leser will wissen, ob sein Auto geklaut wird, wenn er kurz auf ein Bier rein geht oder ob er abgestochen wird, weil er kein Scheißwort spanisch versteht!“

„Also soll ich das wieder ein Mal umschreiben?“

„Natürlich Einstein, denkst du ich will mir die Antidiffamierungsliga auf den Hals hetzen, die schwulen Mistkerle haben mehr Anwälte als der verhurte Clinton bei der Lewinsky Anhörung. Und wenn du Kleinhirn das umschreibst, pack Stereotypen rein, unsere bescheuerten Leser sind verfickte, hinterwäldlerische Rassisten.“

„Heißblütige Latinos, Salsa exotische Atmosphäre?“ Eve wusste das allein das Wort exotische Atmosphäre, oder heißblütige Latinos der tot eines Ladens waren.

Der Redakteur sah zu Brenda le Mortaign, das arme Mädchen kam aus Toronto Kanada. „Also Froschfresser für dich gibt‘s etwas Nettes zur Abwechslung, dein Artikel über das zu strenge Pressegesetz hat dem Boss gefallen, du darfst dir deine blöden Schlittschuhe anschnallen und dir das verfickte Boston Film Festival reinziehen und den Idioten, die hier ihre scheiß Filme Uraufführen anstatt in Cannes, mit deinen stupiden Fragen löchern.“

Seit Eve mit ihrem Vater im Kino den Film die Akte gesehen hatte, wollte sie immer nur eines, Danzel Washington heiraten und unbedingt Journalistin werden, tja das hatte sie nun davon, verfluchtes Hollywood. Eve nahm sich ihre Adressen von den Papieren, die der Babynazi auf den Tisch geworfen hatte, und stand auf. Babynazi sah Eve an. „Willst du so gehen? Mach dich chic zeig ein bisschen Titten und Arsch und dann reden die bescheuerten Barkeeper auch aus dem Nähkästchen. Vielleicht hast du Glück und der anonyme Informant erzählt dir, wie der bescheuerte Bürgermeister mit der Pfeife Crack im Mund von einem Stricher auf dem Klo einen geblasen bekommen hat!“ Er deutete mit dem Finger zu Steve: „Und du Wisconsin Trottel, bring mir was Anständiges aufs Papier und nicht wieder eine Elegie an die Eleganz von so einem Scheiß Baseball. Baseball ist kein Sport, sondern eine Verhöhnung des Crickets. Und für was zum Teufel hältst du die verdammten Leser, das sind keine bescheuerten Europäer, das sind alles verfickte weiße Legastheniker wie du! Also morgen früh habe ich eure Artikel, und zwar nicht als verfickte E-Mails im Spamordner!“

Steve sah zu Eve und sagte: „Ich habe mich geirrt, der strahlte ja heute vor guter Laune.“ Er sah zum Fernsehgerät in dem die NBC Nachrichten liefen. „Mach mal den Irakkrieg aus und mach den Sport an, heute spielen die Bean Eaters.“

2 Kapitel

An diesen eisigen Oktoberabend 2010 hatte das Baseballspiel im Flutlicht bestrahlten Venway Park Stadion wenig Ähnlichkeit mit dem traditionellen Familiensport. Es war kein Sonntagsausflug, zu dem der Vater mit seinen Kindern ging. Es war Krieg, zumindest sahen das so die Fans, die keine Karten für das Traditionsduell der Boston-Beane Eaters gegen die Detroit Tigers bekommen hatten. Selbst die Hot Dog- und Getränkeverkäufer hatten denselben Gesichtsausdruck wie Soldaten im Ersten Weltkrieg vor einem mörderischen Sturmangriff. Vor dem Stadion hatte sich die Polizei von Detroit in ihre Aufstands Bekämpfung‘s Montur gezwängt und der Pitcher, der Tigers Hisasmi Aikawa machte, den Spielern aus Boston das Leben bitter und warf den dritten Batter aus seinem Lauf. Boston lag in den letzten drei innings mit 9-6 zurück. Adam Chandler war voller Adrenalin, er stand von der Spielerbank auf und spuckte seinen Kaugummi auf den Rasen und lief unter den Blicken von 40000 buhenden Detroit Fans von der Spielerbank zur first Base und hatte nur einen einzigen Gedanken. Er war nicht beseelt vom Sieg. Nicht beherrscht vom berauschenden Gefühl die Entscheidung in den Händen zu halten, oder irgendeine positive Emotion. Adam dachte einzig daran, wie er dem verdammten Idioten, der hinter der Bostoner Spielerbank saß und ihn zur Zielscheibe seines Hasses gemacht hatte, wehtun könne. Die Affenlaute, die der fette Hundesohn mit dem Gesicht eines Donuts im Detroit T-Shirt seit Beginn des Spiels machte, klangen immer noch in seinen Ohren, aber das er mit Bananenschalen nach ihm warf hatte das Fass zum überlaufen gebracht. Adam wog den harten, weißen Ball in seiner Hand und entschied sich dem Idioten das stupide Grinsen für diese Baseballsaison aus der Visage zu radieren. Er drehte sich um und schätzte die Entfernung und warf. Es war ein Wurf wie aus dem Lehrbuch. Adams Schultern, Hüften und Beine bildeten eine Spirale. Der Ball flog in atemberaubender Geschwindigkeit in die falsche Richtung. Selten hatte Adam eine Dummheit technisch so schön gemacht. Das Publikum im ausverkauften 40 tausend Menschen fassenden Stadion und 20 Millionen TV Zuschauer hielten in dieser Sekunde gemeinschaftlich den Atem an und folgten mit allen ihren Sinnen der Flugbahn des Baseballs. Götterstille legte sich über die Dinge, Adam hörte den Flügelschlag der Tauben über dem Baseballfeld und er schmeckte die kalte, feuchte Luft. Er wusste in diesem Moment ganz einfach das er treffen musste. „Runter vom Platz!“ Adam hörte den Schiedsrichter nicht noch seine Pfeife, es war nur ein Säuseln nicht mehr als ein Flüstern. Die Ruhe, die sich über das Venway Park Stadion gelegt hatte, war unendlich schön. Adam nahm seine Baseballkappe ab und legte den Kopf in den Nacken und sah zufrieden an den Sternenhimmel. Der Zeppelin einer Brauerei schwamm über dem Stadion im Wolkenmeer, wie ein silberner Walfisch. Adam dachte an Mobby Dick, als Kind sein Lieblingsfilm, bevor Pornos die Stelle eingenommen hatten. Der Schrei: Wal Captain! Wal Steuerbord voraus, verwandelte sich schnell in das hysterische „Runter vom Platz!“ des Schiedsrichters, der diese unglaublich dichte Stille zum Platzen brachte. Adam senkte den Kopf und sah auf das hysterische Männchen in seinem schwarz-weiß gestreiften Hemd der immer noch die Backen aufgeplustert in seine Trillerpfeife blies. „Reg dich ab und betrachte alles Mal aus der richtigen Perspektive, es ist doch eigentlich nur ein Spiel, oder?“ Adam ging, einen alten Koolandthe Gang Song pfeifend vom Feld. Seine Teamkameraden standen erstarrt und hatten das Kaugummikauen und auf den Boden spucken komplett eingestellt. Sie sahen ihn nur schweigend an, so musste sich Pontius Pilatus gefühlt haben, als er Maria sah und ihre Blicke brennen fühlte. 20000 Augenpaare waren auf die gigantischen Stadionmonitore gerichtet, auf denen in Ultra High Definition gezeigt wurde, wie zwei Sanitäter Adams Opfer auf einer Trage die Treppe hoch schleppten und unter der Last fast zusammenbrachen. Thomas Tannenbaum schoss auf Adam zu und packte ihn am Hals. Er beugte sich zu seinen Ohren und zischte: „Adam du Idiot, du hast nichts gesehen du bist kurzzeitig erblindet, sag das und du kommst mit einem Jahr Spielsperre davon!“ Adam drehte sich um, sah auf den Monitor und meinte, „die Sanitäter können einem leidtun, der Kerl wiegt eine Tonne.“ Adam lächelte und klopfte Thomas auf die Schulter. Mit ihm verband ihn eine wirkliche Freundschaft. Drei Jahre im selben Team schweißte sie zusammen. Er grinste seinen Kumpel an, als wäre es nur ein Streich gewesen.

„Jetzt heißt es erst einmal unter die Dusche und dann muss ich mit meiner Anwältin reden.“

„Lichtschock, du hast nur einen schwarzen Tunnel gesehen!“

Adam tippte sich an die Stirn, blinzelte und verschwand durch die Unterführung in die Spielerkatakomben, wo im Aufenthaltsraum der Klubbesitzer und die Offiziellen des Baseballverbandes umlagert von einer ungeheuren Meute Reporter und Kamerateams standen und auf ihn warteten. Tränen liefen über seine Wange und die pure Panik stand in seinem entsetzten Gesicht. Bevor das Blitzlichtgewitter einsetzte, stützte sich Adam an der Wand ab, dachte an die Szene in Rocky, wo der Boxer halb tot nach Adrian schreit und rief mit weit aufgerissenen starren Augen direkt in die unzähligen Fernsehkameras: „Coach! ich sehe nichts!“ Er durfte nicht grinsen, aber verdammt dafür müsste man ihm den Oscar geben.

3 Kapitel

Die Männer saßen auf einem langen selbst gezimmerten Steg. Thomas hatte diese Anlegebrücke 10 Meter weit auf den See gebaut. Die viele Arbeit nur, um dort mit dem Gefühl mitten auf dem Wasser zu sein, wie auf einer unbewohnten Insel zu angeln. Nach dem Presserummel hatte Adam sich in Thomas Hütte, am Lake Iderville zurückgezogen. Einem der schönsten und größten Seen in Virginia. „Und einsam oder?“, fragte Thomas. Adam war noch unschlüssig, ob sich eine Antwort auf die verfickte Frage wirklich lohnt, einsam war kein Ausdruck, er war lebendig begraben. Tannenbaum steckte in grünen Angelhosen, Gummistiefeln und einer wasserfesten Derby Jacke. Adam reichte seinem Freund wortlos eine Bierdose in die Hand und brummte etwas vor sich hin. Dichter Nebel kroch von den BlueRidge Bergen hinunter und weiße Nebelfetzen schwebten über dem Wasser. Der Nebel würde am Abend hier sein und Iderville Hill in seinen Fingern halten, dem Nebel würde feuchte Kälte folgen.

„Ich muss hier Holz hacken, damit ich nicht friere“, beschwerte sich Adam.

„Ist immerhin deine Schuld, wenn die Reporter dein Haus belagern und wo findest du einen besseren Platz zum Untertauchen.“

„Hm.“

„Hm was? Ist das eine Antwort? Ich denke ihr New Yorker seit die mit den treffenden Worten. Ich kann mich nicht erinnern das hm ein Wort ist.“

Adam grinste in seinen Vollbart, den er nach Thomas Einschätzung nur trug, um die Leute noch mehr auf sich aufmerksam zu machen, er sah dem Una-Bomber ungeheuer ähnlich.

„Die New Yorker sind die mit dem Thimes Square. Die mit den treffenden Worten sind die Traperziner Mönche, denn sie Schweigen bei Eintritt in den Orden.“

„Warum gehst du nicht an dein verfluchtes Telefon? Ich habe vorhin tausend Mal angerufen.“

„Weil die Telefonschnur nicht bis hierher reicht.“

Thomas schüttelte den Kopf. „Wo ist dein Handy?“

„In Boston, damit ich hier draußen nicht gestört werde. Willst du angeln, oder mich mit deinen Fragen löchern?“

„Also ich nehme dein hm als ja.“

„Hier gibt es kein Stripklub, der Pub ist zum Kotzen aber wenigstens gibt es hier Bier. Wie läuft das Geschäft?“

„Schleppend, der Cubaner dein Ersatzmann hat sich verletzt und die letzten drei Spiele gingen flöten und die Reporter verstopfen das Trainingsfeld.“

„Das trifft sich gut, das bald Superbowl ist.“

Thomas hatte nur die Hälfte verstanden. „Was, das wir die Spiele verlieren oder das die Reporter jeden Scheiß von uns beobachten?“

„Wenn ich kurz vor dem Superbowl komme, wird es kein großes Aufsehen erregen. Das ist wie bei der spanischen Grippe erst kocht sie und tötet Millionen und auf einmal ist sie weg.“

„Der Superbowl ist der perfekte Termin. Also wie gefällt dir meine Hütte?“

„Es gibt nur kaltes Wasser zum Waschen und ich muss hinter dem Haus in die Büsche machen.“

„Warum ich habe doch ein Plumpsklo!“

„Du hattest!“

Thomas erbleichte: „Was?“

„Du hast mir nicht gesagt, dass es hier scheiß Bären gibt.“

„Ja es gibt hier Bären und was hat das mit dem Klo zu tun?“

Adam verzog sein Gesicht. „Ich dachte ein Einbrecher, ich sitze hier in der Nacht und trinke und höre dieses Geräusch jedenfalls schleiche ich mich ums Haus herum und sehe diesen unheimlichen Kerl an der Mülltonne wühlen.“

„Und?“

„Und? Ich habe ihm eins mit dem Baseballschläger übergezogen und dann war es ein riesiger Bär.“

Thomas war gekommen um seinen Freund zu besuchen, der Mistkerl ging nicht an sein Telefon. Thomas hatte sich während der achtstündigen Autofahrt, die grässlichsten Szenarien ausgedacht. Als er an seiner Angelhütte angekommen war, hatte er die hundert Glühbirnen am Eingang bemerkt und erleichtert angenommen Adam würde hier Orgien mit der halben Stadt feiern. Thomas war froh zu sehen, dass Adam nicht an einem Baumast hing und die Natur ihn nicht umgebracht hatte.

„Deshalb das viele Licht, am Eingang?“

„Ja und deshalb ist dein verficktes Klo hinüber, ich habe mich darin verbarrikadiert und das Mistvieh hat es auseinandergenommen.“

Thomas zuckte mit den Schultern: „lass dir das eine Lehre sein!“

„Ja, das nächste Mal nicht auf dich zu hören. Ich könnte auf den Bahamas in einem vier Sterne Hotel die Sache auszusitzen, anstatt mich in der Wildnis zu verstecken.“

„Ich bekomme tausend Dollar für das Klo.“

„Ja und ich Gelbfieber von den Moskitos hier.“

„Dann sind wir quitt.“

„In Ordnung.“

„Du kommst also kurz vor dem Superbowl und steigst ins Training ein?“

„Ich werde nicht lange hier bleiben.“

„Du wirst sehen es wird dir gefallen, ein Mann auf du und du mit Mutter Natur.“

Adam drehte sich zu seinem Freund, „es kann mir nicht gefallen Thomas, ich bin hier, weil das Reportergesindel mein Leben zur Hölle macht.“

Thomas grinste. „Du vergisst, dass du dafür verantwortlich bist.“

Adam nickte. „Also ich wurde plötzlich blind und ...“

Thomas kratzte sich den Kopf ein Moskito hatte ihn gestochen. „Ja ich habe dir zu dieser Lüge geraten.“ Thomas nahm einen Schluck Bier und spitzte den Mund. „Das Bier ist ganz gut schmeckt fast wie aus Boston.“

„Idiot es ist nicht aus Boston. Ich bin nicht in Boston, sondern am Arsch der Welt.“

„Wer auf die Ideen eines Narren hört, ist ein Idiot.“ Thomas lachte leise in die Bierdose vor seinem Mund. Adam spuckte in den See und starrte feindselig auf die Nebelfetzen, die über den See waberten. Er brabbelte kleine Flüche in seinen Bart. Adam sah nicht mehr aus wie der Mann aus den Hochglanzmagazinen. Er kreuzte die in ausgeleierten Jeans steckenden Beine und wirkte rein von der Körperhaltung entspannt. Nur seine Augen leuchten hart.

„Als ich dich vorhin hier gesehen habe, dachte ich einen Moment lang Charles Manson ist entkommen. Wenn du dich rasieren lässt, siehst du nicht mehr aus wie ein Penner.“

„Wenn ich mich rasieren lasse, fliegt mein Inkognito auf.“

„Die Leute aus Iderville werden anfangen zu behaupten sie haben Big Foot hier beim Angeln gesehen.“

„Sind eben blöde Leute!“, brummelt Adam in seinen Bart und zog die Angel ein. Mit ruhigen Händen befestigte er den Köder, etwas Schweinefleisch und warf die Schnur wieder aus. Adam sah, wie der Wind mit den Baumwipfeln spielte. Herbstwetter es wurde kalt und nass. Er legte die Angel auf den Steg und nahm sich ein neues Bier.

Thomas Blick wirkte besorgt. „Du trinkst zu viel.“

„Ich denke zu viel!“

„Dann hör auf damit.“

„Das Denken abzustellen ist eine Kunst, Kumpel eine wahre Kunst.“

„Du denkst nicht wirklich, oder?“

Adam zog seine Brauen zusammen, und warf einen Seitenblick zu Thomas Tannenbaum. „Ja.“

„Du musst aufhören damit.“

„Ich kann nicht die Einsamkeit hier ist unerträglich, ich kriege den Waldkoller.“

„Adam du bist erst zwei Tage hier!“

„Das sind Hundetage, das hier ist eine verfickte Wildnis hier rechnen die Minuten wie Tage!“

„Spinner, eine halbe Meile von hier ist die Stadt.“

„Thomas nenne nie wieder eine Wildnis ohne Stripklub eine Stadt, denn es ist keine es ist nur verbaute Wildnis.“

4 Kapitel

Es war eiskalt, seine Finger waren rot gefroren und steckten bis zur Hälfte des Handrückens in den Taschen seiner knallengen Jeans, weiter bekam er sie nicht hinein. Die Hose würde auf den Müll wandern. Die ersten Schneeflocken wirbelten durch die Luft. Die Laternen brannten und die Geschäftsleute hatten begonnen ihre Schaufenster, weihnachtlich zu dekorieren. Adam blieb vor einem kleinen Spielwarengeschäft stehen, das dem Ansturm von Toys r us Filialen und der herzlosen Zeit, wo aus Kindern Konsumenten und Zielgruppe geworden waren überlebte und sah sich die Auslage an. Er war kein sentimentaler Typ, aber wenn er den Blick hob und sein Gesicht in der Fensterscheibe ansah, fühlte er sich im Moment alleine. Seine kurzlebigen Abenteuer waren keine Geschichte für einen Liebesroman und halfen ihm nicht mehr über das Gefühl der Einsamkeit hinweg. Er schüttelte die lästigen Gedanken aus seinem Kopf. Er sah eine Weile auf die Spielzeugeisenbahn für 799 Dollar, die kleine Rauchwölkchen ausstoßend ihre Runden durch ein Plastik mini Amerika drehte. So eine hätte er als Kind gerne besessen, was bei den mageren Einkünften seiner Mutter nicht ging. Mit zwei Jobs versuchten sie damals von Tag zu Tag über die Runden zu kommen und immer fehlte es am Geld. Und selbst wenn, 800 Dollar für eine Eisenbahn, die Leute die ihren Kindern das kauften, waren Idioten. Er schob sich sein Basecap tief in die Stirn und betrachtete sich kritisch. 36 Jahre alt, groß, sportlich und attraktiv. Er hatte eigentlich alles, um glücklich zu sein. Einen langjährigen und gut dotierten Vertrag als Startwerfer des zweiten Bostoner Baseballteams. Er war berühmt, zumindest in Boston und er liebte es Baseball zu spielen, er hatte Geld und er sah gut aus, also verflucht warum war er nicht glücklich? Adam schob sich seine Kappe noch tiefer ins Gesicht, um nicht erkannt und wieder auf das Detroit Spiel angesprochen zu werden. Er drehte sich von seinem Spiegelbild ab und ging weiter vorbei an glücklichen Paaren die einen Schaufensterbummel machten.

Seine Wohnung befand sich in der obersten Etage einer ehemaligen Kutschenstallung aus dem neunzehnten Jahrhundert. Ein cleverer chinesischer Geschäftsmann hatte die verrotteten victorianischen Gebäude in der gesamten Commonwealth Avenue aufgekauft und zu nostalgischen Luxuswohnungen umbauen lassen. Adam tippte die Zahlen seines Geburtstages 2511 in das elektronische Schloss und stieg leise den Hausflur hoch. Er hatte keine Lust das MissGonzales die Bewohnerin der unteren Etage ihn hörte und in ihrem Kauderwelsch aus Spanisch und Englisch nervte. An seiner Etage angekommen öffnete er die Tür, seufzte und ging hinein. Als betrete er die Wohnung eines Verstorbenen, schlug ihm sofort der kalte Geruch der Leere entgegen. Bis zur Decke reichende Aluminiumfenster ließen die Neonlichter der Straßenreklamen ein. Das Licht, das an den Wänden tanzte, bildete immer dasselbe Muster. Gelb ... Gelb ... Blau und Rot, wie ein Code. Er wurde noch wahnsinnig davon. Gelb vom Macdonalds, Gelb vom Seven Eleven, Blau vom Reagens Jazzklub und Rot vom Chrom. Der rege Autoverkehr, auf der Commonwealth Avenue war, nur gedämpft zu hören. Adam klatschte in die Hände und das Licht flammte in dem großen Raum auf. Nicht zum ersten Mal sah und fühlte er sich in diesem mit Designdingen vollgestellten Klischee, in dem er lebte, das etwas fehlte. Seine Wohnung hatte eine Innendesignerin, die ganz versessen auf die 69. Stellung war, in einen Stil, der die Leere betonen sollte, eingerichtet. Sie sagte zwar andauernd Freiheit, Fläche meinte aber bestimmt Leere und Stille. Adam schleuderte seine Schuhe achtlos von sich und warf seine Jacke auf die Büffelledercouch, die vor den Panoramafenstern stand. Er lief auf dicken Wollstrümpfen die Wohnung entlang zur offenen Küche und öffnete den Kühlschrank. Er musterte den Inhalt, ein Teller mit getrockneter Pizza, Milch und drei Flaschen Bier, von denen eine halb leer war. Er nahm ein Bier heraus biss den Kronverschluss herunter und nahm sein I-Phone heraus und diktierte in sein elektronisches Tagebuch. „Hallo, Siri meine Taube“, er blieb am scharfkantigen Glastisch stehen und fuhr prüfend mit den Fingern den Rand entlang. „Siri wir brauchen eine Wohnung mit Garten. Hunde lieben es, auf Bäume zu klettern und sich von Feuerwehrmännern einen runterholen zu lassen.“ Nichts, warum konnten SIRIS Programmierer ihr keinen Logarithmus einpflanzen, wann sie lachen sollte. Adam setzte sich auf die Couch am Fenster, schaltete hinter sich den 90 Zoll Fernseher an und beugte sich vor und sah auf die Straße hinab. Unzählige für den Freitagabend gestylte Menschen zogen in die Restaurants oder Klubs der Gegend. Er bedauerte, dass niemand anwesend war, der Sinn für Humor besaß. Als er wieder erfasste das sein Loft eigentlich nichts anderes, als ein Abstellraum war und er sich dort fühlte, wie ein Mantel der an der Garderobe abgegeben wurde, vibrierte das Telefon in der Hand. Sein markantes dunkles Gesicht nahm sofort den Ausdruck von Wachsamkeit an. Oft riefen Irre an, komplett Wahnsinnige und bedrohten ihn, oder noch schlimmer es waren betrunkene Fans, die einem Prominenten einfach nur mal ihr Herz ausschütten wollten. Als hätte er die Lust und Geduld den Jammerlappen zuzuhören. Ein Computerhacker bekam jedes Mal seine geheimen Telefonnummern heraus und poste sie eine halbe Stunde später im Internet. Vor allem nach der ärgerlichen Sache mit dem Detroit Tigers Fan vermehrten sich diese Anrufe. Er stellte den Lautsprecher ein und lauschte eine Weile und hörte ein asthmatisches Schnaufen. Er verstellte die Stimme. „Christus Segen sei mit dir Bruder oder Schwester. Hier ist Pater Brown von der Columbus Christ Church gesegneter Advent."

„Hallo, Adam lass den Quatsch ich weiß, dass du es bist!“

Adam rollte mit den Augen. „Kevin, was ist los?“

Kevin hüstelte, er war Adams Berater, ein Angestellter der größten Marketinggesellschaft des Landes. Kevin betreute außer ihm noch einige hoffnungsvolle Boxer und ein 14 jähriges Skateboardass das so gut, wie in jedem Werbespot für Cornflakes zu sehen war. Der blonde Knabe, der auf dem Skateboard ins Haus rollt und von der unglaublich mütterlich und heißen Schauspielerin, die seine Mutter mimt, seine Cornflakes serviert bekommt. Adam war in diesem Punkt eifersüchtig auf den Knaben, warum konnte Kevin ihm nicht einmal einen Werbespot besorgen mit einer so heißen und irgendwie mütterlichen Frau als Partnerin. Vielleicht würde die ihm Mal zur Abwechslung nach dem Sex etwas zu Essen machen und nicht gelangweilt auf die Uhr sehen und Fragen, ob er Lust auf einen Klub hat.

„Das wollte ich dich Fragen!“

„Gut und wie läuft es bei dir?“

„Du kennst die Antwort, ich hatte eine Nierenstein Operation wie soll es mir schon gehen, wenn ich nur Blasentee trinken kann? Genug Privates geschwatzt, wie geht es denn, meinem Lieblingsspieler wir haben lange Zeit nichts von dir gehört?“

„Also schön das Du dich mal gemeldet und mich angerufen hast. Wir sehen uns Kumpel.“

„Adam es wird schwierig dir lukrative Werbepartner zu besorgen, wenn ständig dein Ausraster im Fernsehen wiederholt wird.“

Adam war gerade vom Anblick der auf der Straße spazierenden Paare abgelenkt. Er drehte den Ton der Nachrichten im TV ab und fragte sich, wie lange es her war, dass er mit einer Frau die ihm wirklich etwas bedeutete Hand in Hand spazieren gegangen war. Irgendwohin einfach, um zu laufen miteinander zu reden und stehen zu bleiben, um sich die Schaufenster anzusehen. Die Stimme seines Werbeberaters riss ihn aus den Gedanken. Er sah von den Paaren auf der Straße in seine kalte Wohnung.

„Welcher Ausraster?“, fragte er müde, obwohl er die Antwort natürlich kannte. Die verdammte Welt schien ja keine anderen Probleme zu haben als diesen Idioten im Krankenhaus.

Kevin lachte hysterisch, für einen Moment klang er, als sehe er die bulligen Männer mit der Zwangsjacke, die ihn abholen kamen, es klang sehr verzweifelt und paranoid. „Du fragst mich tatsächlich welcher Ausraster? Nur dein Letzter ich rede von dem Mann, dem liebenden Familienvater, wie ihn die Zeitungen nennen, der wegen dir stirbt.“

Adam schmunzelte, Kevin übertrieb furchtbar, er machte aus Mücken keine Elefanten, sondern gleich ganze Sonnensysteme. „Reg dich ab, der Idiot schläft nur ein paar Stunden länger als üblich!“

Kevins Stimme klang schrill und unangenehm. „Er liegt im Koma, Adam! Du hast ihm den Ball mit 100 Meilen die Stunde an die Stirn geworfen. Du solltest Gott auf den Knien dafür danken, dass er nicht tot ist. Du weißt, was die Sponsoren wollen! Du musst nach Detroit und den Mann im Krankenhaus besuchen. Ich habe mit seiner Familie geredet. Du übernimmst die Krankenhausrechnung und die Kosten für seine Rehabilitation, gibst der Ehefrau einen Scheck über 400000.“

Adam wurde ärgerlich. „Kevin es war ein blöder Unfall, das Flutlicht hat mich für einen Moment blind gemacht, der Schock darüber ... du weißt, doch was ich bei der Anhörung vor der Sportkommission gesagt habe. Gutachter, allesamt hervorragende Augenspezialisten bestätigen meine Aussage. Meine Anwältin sagt, es wirke wie ein Schuldeingeständnis, bei einer eventuellen Zivilrechtsklage, wenn ich mich dort sehen lasse. Es war nur ein Unfall oder gehst du zu jedem Kerl, den du anfährst?“

Kevin klang einen Moment lang sprachlos, aber er fand seine Worte schnell wieder. „Aber Adam ich fahre keine Menschen an, denn ich weiß, was sich gehört. Teddy will, dass du den Kerl besuchst. Du solltest besser an seinem Krankenhausbett sitzen und dir vor den Kameras der Journalisten die Augen aus dem Kopf heulen. Teddy macht sich Sorgen um deinen Werbewert.“

„Muss sie nicht. Ich habe mich mit einem Marketingspezialisten beraten. Sage Teddy ich komme diese Woche in der Agentur vorbei.“

„Sie wird erleichtert sein das zu hören, die von der Brauerei machen sich Sorgen und bei 10 Millionen Dollar Werbebudget macht sich dann auch Teddy Sorgen.“

In der Marketingabteilung war Adam eine Blondine aufgefallen, hübsch, und wenn sie eine der begehrten Studentenjobs erhalten hatte, auch intelligent aber vor allem hatte sie eine Mörderoberweite. „Du Kevin gib mir die Telefonnummer von der neuen Praktikantin, die bei euch ist.“

„Von Donna? Nur über meine Leiche. Nichts gegen dich Adam, aber du bist ein Scheißkerl und brichst ihr das Herz.“

„Dann rufe ich eben Teddy an, sie hat weniger Skrupel bei einer Werbeikone, die ihr 10 Millionen im Jahr bringt.“

„Werbeikone?", brüllte Kevin. „Michael Jackson und BrittneySpears