Adonis Adamos - Dieter de Harju - E-Book

Adonis Adamos E-Book

Dieter de Harju

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Beschreibung

ADONIS ADAMOS – Auf der Suche nach der geheimnisvollen Skala des Mannes (überarbeitete 2. Auflage) Adonis findet es jammerschade, dass in seiner Kultur eine zunehmende Entmannung stattfindet. Er befürchtet durch Bestrebungen einflussreicher Frauenkreise den Verlust männlicher Würde, ja, die Entwertung des Männlichen. Auf Malta begegnet er bei seiner Suche danach, wie Männlichkeit wieder zurückgewonnen werden kann, dem weisen, feinen Mann in Weiß: Adamos. Dieser überträgt Adonis die Mission, die geheimnisvolle Skala des Mannes zu finden, zu entschlüsseln und zurück in seine Kultur zu bringen. Die "Phallus-Skala" zeigt auf, wie Mann ein Mann wird. Allzu lange war diese von den acht unbeseelten Weibern im Verborgenen gehalten worden, um Männern die Orientierung zu nehmen und Frauen an die Macht zu bringen. Adonis nimmt die Leser mit auf spannende, überraschende, geheimnisvolle, ebenso romantische, unterhaltsame, manchmal etwas provozierende Entdeckungsreisen in unterschiedliche Kulturen, hin zur geheimnisvollen Skala des Mannes. Er begegnet Göttern und Menschen, wie den acht göttlichen Jungs im Traumhimmel, Giacomo Casanova in Venedig, Charles Bukowski, einem Andernacher, wie er selbst. Mit Alexis Sorbas tanzte er auf Kreta, auch Göttervater Zeus, nicht zuletzt die acht unbeseelten Weiber sowie wunderbare, starke Frauen, spielen eine wichtige Rolle. Lebendige, herausfordernde, spannende, kurzweilige, gleichermaßen lehrreiche Begegnungen. Wie auch immer, Leserin und Leser können mit Spannung, Tiefsinn sowie Humor an seiner Suche von der Ahnung bis zur Entdeckung, Seelenwanderungen, Symbolentschlüsselung sowie wundersamen Sichtbarmachung der geheimnisvollen Skala teilnehmen. Eins sollten die Leser beim Lesen der Geschichte nicht vergessen; so real Adonis erzählt und Dieter es verfasst hat: Es ist ein surrealer, phantastischer Männerroman, den ein Mann geschrieben hat. Vielleicht ist es gar ein Märchen für Erwachsene...

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EPUB
MOBI

Seitenzahl: 487

Veröffentlichungsjahr: 2022

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© 2023 Dieter de Harju

überarbeitete 2. Auflage

Covergrafik von Inge Adlesgruber, München © 2022

Fotos, Bilder Innenteil von Dieter de Harju, Tutzing © 2022

ISBN

Softcover:

978-3-347-93654-6

Hardcover:

978-3-347-93655-3

e-Book:

978-3-347-93656-0

Druck und Distribution im Auftrag des Autors:

tredition GmbH

An der Strusbek 10

22926 Ahrensburg

Germany

Das Werk, einschließlich seiner Teile, ist urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung ist ohne Zustimmung des Verlages und des Autors unzulässig. Die Publikation und Verbreitung erfolgen im Auftrag des Autors, zu erreichen unter: tredition GmbH, Abteilung „Impressumservice“, An der Strusbek 10, 22926 Ahrensburg, Deutschland.

Dieter de Harju

ADONIS ADAMOS

Auf der Suche nach der geheimnisvollen Skala des Mannes

Auf einen Blick

Adonis findet es jammerschade, dass in seiner Kultur eine zunehmende Entmannung stattfindet. Er befürchtet durch die Bestrebungen einflussreicher Frauenkreise den Verlust männlicher Würde, ja, die Entwertung des Männlichen. Dass gar in gewissen Kreisen von „toxischer Männlichkeit“ gesprochen wird, macht ihm miese Laune. Männer werden dabei von Natur aus als gefährliche Wesen, ja, giftig, angesehen. Oh, Mann!

Adonis macht sich auf den Weg, um herauszufinden, wie wahrhaftige Männlichkeit wieder zurück gewonnen werden kann. Bestärkt wurde er auch von Frauen, die beklagten, dass der heutige Mann weder Fisch noch Fleisch sei.

Auf Malta begegnete er bei seiner Suche nach Männlichkeit, Adamos, dem weisen, feinen Mann in Weiß. Dieser überträgt ihm die Mission, die geheimnisvolle Skala des Mannes zu finden sowie zu entschlüsseln. Diese Phallus-Skala zeigt auf, wie Mann ein wahrhaftiger, reifer, liebevoller, kraftvoller Mann wird, der zugleich die Frau in ihrer Kraft und ihrer Stärke respektiert. Adonis ist überzeugt, dass fähige Männer, wie fähige Frauen gemeinsam eine bessere Welt schaffen können.

Adonis nimmt die Leser mit auf spannende, überraschende, geheimnisvolle, ebenso unterhaltsame, manchmal etwas provozierende Entdeckungsreisen in unterschiedliche Kulturen, hin zur „Phallus-Skala“.

Auf seiner Suche begegnete er Göttern und Menschen, wie den acht Göttlichen Jungs, Giacomo Casanova, Charles Bukowski, Alexis Sorbas, gar auch Göttervater Zeus und starken, wunderbaren Frauen.

All diese Begegnungen waren lebendig, herausfordernd, spannend, kurzweilig, gleichermaßen lehrreiche Erlebnisse.

Wie auch immer, Leserin und Leser können mit Spannung, Tiefsinn sowie Humor an seiner Suche von der Ahnung bis zur Entdeckung, Seelenwanderungen, Symbolentschlüsselung sowie Sichtbarmachung der geheimnisvollen Skala teilnehmen.

Eins sollten Leser wie Leserinnen bei der Geschichte nicht vergessen; so real Adonis erzählt und Dieter es verfasst hat:

Es ist ein surrealer fantastischer Männerroman, den ein Mann, geschrieben hat … vielleicht ist es gar ein Märchen für Erwachsene.

Ein fantastischer Männerroman

… fast ein Märchen für Erwachsene …

Inhalt

Cover

Urheberrechte

Titelblatt

Da ist ein Mann …

… und es ergab sich

I have a dream

Hinauf in eine andere Welt – Göttliche Jungs mit Sheriff Stern

Warum sich Adonis auf die Suche machte

1 Route 66 Walk the line

Gedankensplitter am Hafen

Mann, in den besten Jahren

Hunting over

Wer ist eigentlich der, der die Geschichte erzählt?

Und das Geld?

Ein Tag Pause

Schwarzbier – Guinness

Adonis Einsichten an den vier Säulen

Adonis Männliche Mission

Die Antwort verwehte (bisher) der Wind

Im Eiscafé

Wann ist Mann ein Mann? Blowin' in the Wind

Quo Vadis?

Nix Capito

Am Anfang … wo war das Licht?

Krieger des Lichtes

Männer! Wo denn?

Eine wundersame Zeichnung im Seeleben

Immer wieder München

Frauen in einem Straßencafé – Männer? Wo sind sie geblieben?

Adonis in der Frauenrunde

Bier-Lebensgarten

Antworten unterm Lindenbaum

Adonis träumte …

2Adamos Geschichte der geheimnisvollen Skala

Die erste Begegnung

Malta

Geschichte der geheimnisvollen Skala

Schlafende Dame

Die Offenbarung von Nadine

Die Mission

3Acht Symbole

Der Rat von Adamos

Symbole auf Adonis Weg

Adamos auf dem Balkon

Zweifel ade

Weniger ist mehr: die acht Symbole – noch unverstanden

4 Symbol Begegnungen

Adonis Wurzeln

Antunnacum – wo alles begann

Besuch beim Film – mein Vater

Ein besonderes Geburtstagsgeschenk: alle acht Symbole

Laura – Verführung hat einen Namen

Mit dem „Käfer“ unterwegs

Erinnerungen an den Vier Säulen

Weltweite Streifzüge

Ungeduld

Adonis’ Erkenntnis

Schreibtag

Java – Yogyakarta

Borobudur

Candi Prambanan

Bali

Ubud

Pura Goa Lawah

… und dann noch Thailand

Hin Ta Hin Yai!

Matrimandir

Villvanatham

5 Innehalten

Zwischenstopp am See

6 Wo die Suche beginnen?

Begegnung mit Adamos

Vier Schritte

7 Jassu Kreta

Die Suche

ComeBack-Bar

Lias Empfehlung: Myrtos

Jassu Kriti

Ankommen in Myrtos

Wiedersehen mit Lia

Griechische Freu(n)de

Miriam

Adonis zweite Reise nach Myrtos

Meeresspaziergang mit Jurre nach Tertsa

Miriam Katastrofi – Loslassen

Das Orakel von Delphi – Lias Buchgeschenk

Adonis Traum von Lia

Das Orakel

Drei in der Taverne

Suchen und finden: Adonis dritte Reise nach Myrtos „Mich bewegte das Gespräch mit Laura noch sehr, ebenso das mit Leonie. Diese Frauen sind so anders als Frauen in meiner Kultur.

Zurück in Myrtos

Los geht‘s

Jessicas Geheimnis

Der andere Morgen

Rankos Bar, Irish Pub, Laura

… noch nicht ganz geschafft

Endlich beim Finden

Blitz und Donner

Ziegenleder

Die goldene Rolle

Alexis: Tanz mit dem wilden Mann am Strand

Zurück von Myrtos mit einer Hälfte

8 Rovinj Fündig werden in 1000 + 1 Nächten

Erholung und der Rat von Laura

Der Mann in Weiß zeigt den Weg zur zweiten Hälfte

Auf der Suche nach der zweiten Hälfte: St. Andrija

Da war sie wieder: Jessica

Jessicas Verkündung

Tempel der Vier Säulen

Zweite Skalen-Hälfte

Der Fund: Die geheimnisvolle Skala des Mannes

Dovidenja, Arrivederci Laura

9 Venedig – Giacomo

Zurück am See

Adamos weist den Weg

Königin der Adria

Giacomo – Porta Magma

Chevalier de Seingalt: Wie er das Leben sieht

Vanessa im Casanova Museum

Adios Venezia

10 Agadir Entschlüsselung auf der Kasbah

Vor der Entschlüsselung

Das Phallus-Symbol

Bestens vorbereitet

Abflug

Salam Aleikum Agadir

Erster Aufstieg

Im „Venezia“

Skalen-Symbole benannt

Die Entschlüsselung

Das „Gespiegelte C. Der Spieljunge“:

2. Jüngling (Ein C, hellrot) 5.–9. Lebensjahr

3. Junger Mann (Umgefallenes T, gelb) 10.–15. Lebensjahr

4. Blödmann (Bedachte Leere, grau) 16.–18. Lebensjahr/ und alle anderen Jahre

Vier Schlösser geöffnet

Vanessas Bauchtanz

… noch nicht ganz entschlüsselt

5. Jäger (Bedachtes Dreieck, grün) 19.–25. Lebensjahr

6. Seemann (Bedachtes H, blau) 26.–35. Lebensjahr

7. Krieger (Bedachtes X, dunkelrot) 36.–49. Lebensjahr

8. Mann (Bedachtes M, orange) ab 50. Lebensjahr

Vierter Aufstieg

Zeus, Adamos, acht Göttliche Jungs und eine Meerjungfrau

Adamos Männerweisheit

Mannwerdung

Nobody is perfect!

Göttervater Zeus Erklärung

Agadir – zu guter Letzt

Zurück am See – fast geschafft!

11 Die Wiederkehr der Phallus-Skala

ANTUNNACUM – BACK HOME – COMING HOME

Back to the roots

Begegnung mit einem sehr wilden Mann

Giacomo – drei Männliche Attribute

Liebhaber

Gleichberechtigung

Auf der Suche nach Mutters Baum

Chai am alten Krahnen

Der Apfelbaum

Acht unbeseelte, beseelte Weiber am Apfelbaum

Vis-à-vis der Phallus-Stele

Die Marmor-Stele im Apfelbaum

Adonis’ Initiation

„Seid einig“

Zurück im Schlossgarten

Lebe wohl, Adamos – Hoffnungsvoll

Adonis Adamos

Cover

Urheberrechte

Titelblatt

Da ist ein Mann …

11 Die Wiederkehr der Phallus-Skala

Adonis Adamos

Cover

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Da ist ein Mann …

Da ist ein Mann

der sich reifen lässt

Er drängt nichts in sich

Er überstürzt nichts

Er hat immer ein Heute

das ihn ganz erfüllt

ebenso ein Morgen

das er erwarten kann

Seine Seele

hat ein tiefes Atemholen

sie grübelt nicht

wünscht nichts Weites

Er hat einfach Sommer

Körper Geist Seele vereint

Da ist ein Mann

der reift …

Dieter de Harju

… nachdem Adonis die geheimnisvolle Skala des Mannes gefunden hat…

Frei nach Rainer Maria Rilke

Des Menschen Geist aber ist träge, er sucht sich das im Geschriebenen zurecht, was er für sich braucht.

Giacomo Casanova im Gespräch mit Adonis in Venedig

… und es ergab sich

Ja, ich machte mich schließlich auf die Suche danach, was einen Mann zum Mann macht. Nach vielen Jahren erwartungsvollen Umherstreifens, Verlaufens, auch vermeintlichen Situationen, in denen ich glaubte, gefunden zu haben, was ich suchte, war ich kurz davor, die Suche aufzugeben. Ja, ich wollte die fortschreitende Entmännlichung unserer Kultur hinnehmen.

Dann aber begegnete ich auf Malta dem weisen, feinen Mann Adamos, dem Mann in Weiß. Durch ihn veränderte sich mein Leben und ich mich selbst tiefgreifend. Er übertrug mir die Mission, die geheimnisvolle Skala des Mannes, die Phallus-Skala, zu finden, diese zu entschlüsseln. Gab mir entscheidende Orientierungen für die Suche. Das Ergebnis sollte ich im Sinne eines Wegweisers männlicher Entwicklung in meiner Kultur veröffentlichen. Vor allem meine Artgenossen würden das Buch lesen, gemeinsam mit Frauen. Adamos war überzeugt davon, dass ich das „Tao des Mannes“ auf einer höheren männlichen Entwicklungsstufe in unsere Kultur einbringen werde.

Offengestanden, ich verstand damals noch nicht, was er damit meinte, fand es auch etwas sehr prätentiös und metaphysisch. Aber Adamos überzeugte mich, verkörperte glaubwürdig, was er sagte. Er sprach zudem aus, was in mir schon viele Jahre nach Antworten suchte. So nahm ich seine Mission etwas wagemutig, zugleich erwartungsvoll an. Durch die Begegnungen mit ihm, hatte ich zugleich einen weisen Begleiter gewonnen, schließlich auch einen Freund, bei meiner Suche nach der geheimnisvollen Skala des Mannes.

Es wurde eine aufregende, turbulente, selbsterkennende Reise, die mich fast um die ganze Welt führte, manchmal auch um den Verstand brachte.

Geheimnisvolle, wunderbare, spannende, emotional mich völlig mitnehmende zwischenmenschliche Begegnungen mit Frauen und Männern, ja, selbst Götter, faszinierende Orte und surreale Begebenheiten. Schließlich führte mich all dies zur Erfüllung meiner Mission.

Nicht zuletzt spielten einfühlsame, weise, wunderbare Frauen, die Männer wertschätzten, eine bedeutende Rolle bei meiner leidenschaftlichen männlichen Suche. Ebenso begleiteten mich atemberaubende, romantische und erotische Erlebnisse.

Leserin und Leser können mit Spannung, Tiefsinn sowie mit Humor an meiner männlichen Reise von der Ahnung bis zur Entdeckung, Seelenwanderungen, Erfahrungen bei der Suche, fesselnde Begegnungen, der Symbolentschlüsselung sowie Sichtbarmachung der geheimnisvollen Skala, teilnehmen.

Manche Leser werden auf dieser Expedition ins Männliche sich wiedererkennen, vielleicht gar das erste Mal sich selbst begegnen. Leserinnen erfahren in meiner Geschichte eventuell etwas, was sie sich schon dachten, gar wünschten, aber bisher nicht glaubten oder glauben wollten.

Wie auch immer, möge die geheimnisvolle Skala des Mannes, das „Tao des Mannes“, Männer zu sich selbst hinführen, ihnen wieder männliche Würde verleihen. Mann und Frau brauchen sich, jede und jeder in seiner, in ihrer eigenen Art!

Eins aber sollte beim Lesen meiner Geschichte nicht vergessen werden; so real ich erzähle und Dieter es aufgeschrieben hat: Es ist ein surrealer Roman, den ein Mann, gar zwei Männer für Männer in unserer deutschen Kultur, geschrieben haben … vielleicht schrieben wir gar eine Art Märchen für Erwachsene …

Möge die Geschichte der Suche nach der geheimnisvollen Skala des Mannes vor allem Einsichten in sich selbst ermöglichen, ebenso unterhalten – nicht zuletzt auch zu lebendigen Gesprächen miteinander anregen.

Männer und Frauen können in Liebe leben, wenn sie sich ihre Andersartigkeit verzeihen können, ja, mit ihrer geschlechtlichen Eigenart gemeinsam leben. Es lebe der geschlechtliche Unterschied!

Ein erfülltes Liebesleben ist auch in Unvollkommenheit möglich!

Adonis mit Dieter de Harju

Der Roman schrieb sich in Andernach am Rhein (Antunnacum) – Tutzing, Starnberger See – Frankfurt am Main – Myrtos, Kreta – Valletta, Malta – Rovinj, Istrien – Agadir, Marokko – Venedig und anderswo …

I have a dream

… meine Suche nach der geheimnisvollen Skala begann mit einem Traum: Es war mittlerweile dunkel, Mondschein und funkelnde Sterne luden zum Schlafengehen ein. Nach einem Schlaftrunk hörte ich noch „Stand up“ von Jethro Tull, schlief dabei ein, fiel in einen tiefen Traum, der mich in eine Welt führte, die nicht von dieser war. Die traumhaften Gedankenflüsse rissen mich mit. Ich ließ einfach los …

Hinauf in eine andere Welt – Göttliche Jungs mit Sheriff Stern

In meinem Traum schwebte ich in einer blauen Säule hinauf in den Himmel. Ich sah mich schließlich in einem bizarren Kreis von acht weiß gekleideten jungen Männern stehen, die um eine bunt schimmernde Flamme saßen. Es hatte etwas Vertrautes, die Jungs kamen mir bekannt vor. Jeder von ihnen hatte an seinem weißen Hemd einen Stern geheftet – einen fünfzackigen Stern aus Alabaster mit Inschriften. Alle Acht wirkten wie Sheriffs. Diesen Gedanken fand ich aber albern. Dennoch wollte ich wissen, wo ich bin, wer die Jungs waren, vor allem auch, was es mit diesem Alabasterstern auf sich hat …

Vater Sonne pulsierte regelrecht, aus ihnen heraus strahlte reine Männlichkeit. Es waren acht göttliche Männer. Ich musste etwas blinzeln; deren Glanz, wie die mystische Flamme, blendeten mich. Ich fühlte mich wahrhaftig in einer anderen Welt, ja, auf einem anderen Planeten.

Jeder der Göttlichen Jungs hielt einen goldenen Becher in der Hand. Sie tranken hin und wieder einen Schluck, es mundete ihnen wohl, luden mich ein, in ihren Kreis Platz zu nehmen. Einer gab mir einen goldenen Becher. Wie aus heiterem Himmel erhoben alle zugleich ihre Becher, prosteten mir zu. Irgendwie dachte ich, dass ein Trinkgelage nicht so ganz in diesen ehrwürdig anmutenden Kreis hineinpasst. Nahm dann auch einen Schluck. Ich war freudig erstaunt! Es war frisch gezapftes Guinness!

Na,ja, ich nenne es ja auch Göttertrank. Etwas beneidete ich die Jungs, die scheinbar aus einem frischen, nicht leerenden Fass ihre goldenen Becher zapften. Aber, Guinness bekomme ich ja Gott und Arthur sei Dank auch auf Erden – wie all die anderen köstlichen Biere.

Hier war ich aber in einer ganz anderen Welt, atmete tief durch, nahm noch einen Schluck aus dem goldenen Becher, lächelte die Jungs an. Sie lächelten zurück, nickten mir zu.

Ich schaute mir jeden der Göttlichen Jungs in ihren weißen Gewändern aufmerksam an … ja, es waren griechische Götter, die hier im Kreis miteinander saßen. Diese Götterwelt hatte mich schon immer besonders interessiert. Ich versuchte die Götter an ihrer Gestalt, wie im Ausdruck, zu erkennen:

Aphro, Sohn der Aphrodite (Schönheit, sinnliche Liebe, Fruchtbarkeit); Apoll, Sohn von Apollon (Gott der Jugend, Heilkunst, Licht, Dichtkunst und Musik); Ares, Sohn des Kriegsgottes; Atheno (Sohn von Athena, Göttin der Weisheit, der Künste, Handwerks und Krieges); Diony, Sohn von Dionysos (Gott des Weines, der Ekstasen); Erotiko, Sohn von Eros (Gott der Liebe); Fortun, Sohn von Fortuna (die Göttin des Glücks und Schicksals); Posei, Sohn von Poseidon (Gott des Meeres).

Ich ließ die Göttlichen Jungs auf mich wirken, ein kraftvoller, wunderbarer Kreis, nickte jedem einzelnen zu, lächelte dabei wissend.

Mir schien es jetzt an der Zeit, mich vorzustellen: „Adonis“ sagte ich zu ihnen, führte dabei intuitiv meine rechte Hand ans Herz, verbeugte mich vor jedem der Göttlichen Jungs. Sie nickten, erwiderten meinen Herzgruß.

Meine Frage und die Antwort der acht Göttlichen Jungs

Mit einem Mal stand alles still, selbst die blau schimmernde Flamme hielt inne …

Alle acht Jungs schauten mich an, fragten zu gleicher Zeit in einer Art Singsang: „Adonis, wir kennen dich! Du bist hierhin geführt worden, um uns eine Frage zu stellen.“

Etwas verunsichert schaute ich in die Runde, sagte: warum ich hier bin, weiß ich nicht, aber eigentlich würde ich hier mit euch gerne nur zusammen sein, den Göttertrank genießen.“ Sie lächelten mich an, nickten, sangen wieder: „Schön, dass du hier bist, wir freuen uns über dich, stelle uns aber jetzt deine Frage.“

Der Gedanke, dass die mich bewegende Frage auf der Erde bei den tonangebenden Frauen ziemlich dämliche Reaktionen auslöst, hielt mich zurück, direkt meine Frage zu stellen. Zudem kam es mir hier im Himmel, vor den Göttlichen Jungs bizarr vor, solche irdischen Niederungen zu äußern. Ich überwand mich:

„Ihr wisst doch, was ich fragen will!“ Sie lächelten mich wieder an, nickten, sangen weiter: „Aber du musst deine Frage stellen, damit wir dir eine Antwort geben können, mit der du weiterkommst.“ Sie schauten mich erwartungsvoll an.

Ich begann dann den Jungs zu erzählen, was mich bewegt, vor allem äußerte ich meinen Unmut über Entwicklungen in meiner Gesellschaft, die mich nicht zur Ruhe kommen lassen, … auch wenn mir klar war, dass sie es schon wissen: „Auf der Erde, vor allem in dem westlichen Land, in dem ich lebe, werden Männer durch politisch ‚herrische‘ Frauen immer mehr entmannt. Den Männern wird mehr und mehr die Würde genommen. Einflussreiche Frauenkreise sind dabei zunehmend ein abwertendes Klima des Mannes über die Medien und in der Politik zu schaffen. Wenn es auch noch nicht so weit gekommen ist, wie in dem Fantasy Roman von Marion Zimmer Bradley „Die Frauen von Isis“, wo Frauen in einer matriarchalischen Gesellschaft uneingeschränkt herrschen, Männer verachten und als Sklaven behandeln. Auch wenn es bei uns noch nicht so schlimm ist, müssen Männer sich aber den Anfängen in unserer Kultur erwehren! Denn in unserer Gesellschaft tendieren Männer mehr und mehr dazu, sich zu entschuldigen, ein Mann zu sein. Zu vielen Männern ist die männliche Orientierung abhandengekommen.

Von guten Geistern verlassene Frauen sind gar dabei, die Sprache zu verunstalten, zu „gendern“, ja, die wundervolle deutsche Rechtschreibung auszulöschen. In England werden jetzt gar Worte wie Muttermilch als „Menschenmilch“ oder statt Vater und Mutter als „Geburtseltern“ in Kliniken sprachlich verordnet. Hoffentlich wird unsere deutsche Sprache nicht verblöden. Das „Gendersternchen“ ist Ausdruck eines sich selbst nicht verstehenden weiblichen Machtstrebens, sind geschlechtsneutrale Verwirrung*innen.

Was für eine Vergewaltigung der wunderbaren deutschen Sprache. Goethe, Schiller und wohl alle deutschen Dichter und Schriftsteller wie Schriftstellerinnen können nur noch verständnislos mit dem Kopf schütteln, die Toten rotieren in ihren Gräbern!

Wenn auch Kritik am Verhalten unreifer, nicht entwickelter Männer durchaus berechtigt ist, haben bestimmte Frauenkreise die Gleichberechtigung als Vehikel für ihre Machtinteressen benutzt. Diese unseligen Weiber rauben dem Männlichen in unserer Kultur mehr und mehr die Daseinsberechtigung und Orientierungen, ja, die Würde. Sie tun dies ungeachtet dessen, dass Frauen keine Ahnung davon haben können, was Mann Sein bedeutet. Wir Männer erklären ja Frauen auch nicht, wer sie sind, das tun höchstens Blödmänner.

Hier nun meine Frage: wie kann dieser zunehmenden Entwertung des Männlichen in unserer Kultur Einhalt geboten, wahrhaftige Männlichkeit wieder zurückgewonnen und entwickelt werden? Es ist höchste Zeit, die Männerwürde in unserer Kultur zurückzubringen; das haben auch Frauen verdient, denen ihre machtbesessenen Geschlechtsgenossinnen die Männer weggenommen haben!

Die Göttlichen Jungs lachten jetzt alle herzlich laut, griffen zu ihren Guinness Krügen, prosteten mir zu. „Cheers! Bewahre uns vor den Frauen von Isis!“ riefen sie. Auch ich nahm meinen Krug. Das beruhigte mich; denn was ich etwas verkürzt den Jungs sagte, wirkte allzu viele Jahre, wie ein giftiger Stachel in mir. Solche Gedanken in meinem Land zu äußern, ist fast ein Straftatbestand.

Die Göttlichen Jungs schauten sich gegenseitig tief blickend, wissend an, schwiegen etwas, schauten dann alle zu mir, hielten inne. Wieder fielen sie in ihren Singsang:

„Hey Adonis, Bob Dylan bringt es in seinem wunderbaren Lied ‚Blowing in the wind“ auf den Punkt: ‚Wie viele Straßen muss ein Mann erst begeh'n, bevor du sagst, er sei ein Mann? Die Antwort weiß nur der Wind!

Du fühlst dich ja durch die Bewegung der unseligen Weiber, die ihre Weiblichkeit verloren haben, um bessere Männer zu werden, blockiert worden. Aber du spürst noch den Wind auf deinem Weg. Höre auf damit, diesen Frauen, die durchaus ihre Reize haben, trotzdem gefallen zu wollen. Du hast die Antwort auf deine Frage selbst, in dir ist genügend Männlichkeit bewahrt. Das wirst du bei deiner Suche noch besser verstehen.

Wir sind dir brüderlich zugeneigt, da du ein tiefes Empfinden des Männlichen hast. Du bist auf deinem männlichen Weg. Du ehrst das Wahre, Schöne und Gute – und ebenso unsere göttliche Gemeinschaft. Wir geben dir einen Hinweis, um die Verunsicherung, ja, Entmannung deiner Brüder auf Erden aufzulösen. Es gilt wahrhaftige Männlichkeit wachzurufen, weiterzuentwickeln, das Tao des Mannes wieder fließen zu lassen. Nur so können Mann und Frau gemeinsam, jede und jeder, in der jeweiligen geschlechtlichen Eigenart, die Kunst zu lieben und zu leben, auf der Erde entwickeln und gestalten.

Adonis, dir wird ein weiser Mann auf einer Insel in einem Hafen begegnen, der dir den Weg weisen wird. Sei ohne Sorge, Männlichkeit ist unverwüstlich, wunderbar, richtig verstanden ein Segen. So ist es und wird es ewig bleiben.“

Aphro sprach jetzt alleine zu mir, schaute mich dabei mit etwas schelmischen Blick an: „Übrigens bedeutet dein Name ‚von strahlender Schönheit‘. „Adon“ bedeutet ‚Herr‘, also ‚schöner Herr’ – klingt doch wunderbar.“

Ich wusste nicht so recht, wie ich darauf reagieren sollte, lächelte, schaute wieder jeden der Jungs in tiefer Verbundenheit in die Augen, eine Welle der Freude und Stärke durchströmte mich dabei. Ich dankte jedem wieder mit meiner Hand auf dem Herzen, nickte ihnen zu. Dann wollte ich mich aufmachen, blieb dann aber stehen, fragte die Jungs, was es mit dem Sheriff-Stern, den jeder von ihnen trug, auf sich hat:

… und der Alabaster Sheriff Stern?

Ich rief den Jungs zu: „Verratet mir bitte noch, was bedeutet euer Sheriff Stern?“ Die Jungs lachten. Erotiko antwortete:

„Der fünfzackige Stern bedeutet zum einen das männliche Symbol der Ordnung, für die wir Männer verantwortungsvoll in der Kultur sorgen sollen, die wir mit männlicher Kraft und Tugend aufrechterhalten, damit alles gut und behütet ist. Hierzu gehört unser Männerwerk zu bewältigen, jeder zu dem er sich berufen fühlt. Nicht zuletzt schützen und beachten Männer ihre Frauen. Für wahre Männer eine Selbstverständlichkeit! Als Fünfstern ist der Stern das Symbol des Pentagramms, ein kraftvolles Schutzsymbol, das auch für Schönheit und Harmonie steht.

Zum anderen symbolisiert der Fünfstern die fünf Tugenden: Liebe, Wahrheit, Weisheit, Gerechtigkeit, Güte. Diese fünf Tugenden sind die universellen menschlichen Charaktereigenschaften, die die Menschheit zusammenhält. Nur so kann Frieden und Liebe gelebt werden. Sie gelten für Männer wie Frauen. Männer sind hier stärker gefordert, da ihre Triebstruktur besonderer Kultivierung bedarf, sie beinhaltet aber die Schöpfungskraft männlicher Werke.

Aber, das weißt du ja: Alles hat und braucht seine Zeit. Für dich ist ja die Jagdzeit, wie du sie bisher wolltest und erlebt hast, vorbei. Also, auf zu neuen Lebensqualitäten!

Und noch eins, Adonis, grüße deinen besten Freund Jorgos von uns. Du kannst dich glücklich schätzen, einen besten Freund auf Erden zu haben.

Nicht nur die Freundschaft zwischen Mann und Frau, auch Männerfreundschaft ist besonders kostbar.

Warum sich Adonis auf die Suche machte

Mann kann nicht immer ein Held sein,

aber immer ein Mann!

Blick zurück … Gedanken unterm Lindenbaum

Adonis ist wieder zurück von seiner langen Reise. Er sitzt auf seiner Lieblingsbank unter den zwei Linden, in der Brahmspromenade am See. Ein Park zum Lustwandeln mit Seeblick und Bänken. Einfach mal innehalten.

Er hat die geheimnisvolle Skala des Mannes nach jahrelanger, weltweiter Suche gefunden, auch entschlüsselt. Wenn er gewusst hätte, wie viele Monate es an Schreib- und aufwühlender Erinnerungsarbeit in der letzten Phase seiner Mission erforderte, wäre es einfacher gewesen, gleich mit dem Schreiben zu beginnen. Aber hinterher ist Mann ja immer schlauer. Jedoch war das Aufschreiben seiner Reiseerlebnisse und Erfahrungen erforderlich; denn erst mit dem Mit-Teilen des Geheimnisses der Phallus-Skala in Buchform erfüllt er seine Mission.

Er musste lächeln, aber woher hätte er wissen sollen, was mit dieser Suche alles verbunden war, ja, was er sich da aufgebürdet hatte. Auch konnte er nicht ahnen, dass die Suche so viele Jahre dauern würde. Allerdings war es seine eigene Entscheidung, die er in keiner Hinsicht bereute. Doch, eins nach dem anderen …

Zufrieden schaute Adonis hinüber zur anderen Uferseite, folgte Lichtern und Schattenspielen, wie diese sich durch umher segelnde Möwen, Wolken und dahingleitende Boote auf der Seeoberfläche spiegelten. Eine unaufhörlich wandelnde Bildershow.

Er lächelte, dachte, ja, es ist wirklich so: Der Weg ist ständige Wandlung. Auch wenn der Weg als Ziel gilt, verleiht das am Ziel ankommen aber erst den Sinn.

Adonis hat gefunden, wonach er viele Jahre suchte. gibt sich entspannt seinen Gedanken hin:

Es heißt: ‚Wer suchet, der findet!‘ Das dies nicht so einfach ist, konnte ich in mannigfacher bis wundersamerweise auf meiner Suche nach der geheimnisvollen Skala erleben. Adamos meinte des Öfteren zu mir, dass alles schwer ist, bevor es leichter werde. Der Spruch schenkte mir immer wieder ein Lächeln, motivierte mich vor allem öfter dazu, meine Suche nicht abzubrechen; denn leicht war es nicht, die Phallus-Skala zu finden. Mein Weg führte mich durch verschiedenartige, vielfältige Welten und Zeiten, brachte mich mit unterschiedlichsten Arten von Menschen zusammen, gar mit Göttern. Begegnungen, die von mir nicht selten ‚Alles‘ forderten, mir aber ebenso reichlich Wunderbares schenkten, um der zu werden, der ich geworden.

Jetzt lag das Manuskript meiner Suche in einer blauen Hülle neben mir auf der Parkbank. Ich war zufrieden, ja auch stolz, dass ich für uns Männer, ebenso für unsere Kultur, wahrhaftige Orientierungen, Maximen für unsere geistig-seelische Entwicklung zurückgebracht habe. Ja, ich brachte das Tao des Mannes zurück! „Es geht um die Würde und Kraft des Mannes!“

Es gibt nichts Gutes, außer Mann tut es!

1Route 66 Walk the line

Gedankensplitter am Hafen

Adonis ist wieder in Rovinj – zurück an diesem geheimnisvollen Ort, wo er den zweiten Teil der geheimnisvollen Skala gefunden hatte. In den letzten Jahren führte es ihn immer wieder in dieses zauberhafte, ja magische Städtchen mit venezianischem Flair am Meer. Diese Anziehungskraft konnte sich Adonis nicht erklären, er fühlte sich halt dort einfach in besonderer Weise wohl.

Adamos hatte es ihm vorausgesagt, dass er, nachdem er die geheimnisvolle Skala gefunden sowie entschlüsselt hat, in Rovinj auf seine Suche zurückblicken wird. Jetzt war es so weit …

Sein Aufnahmegerät und Notebook wurden mehrere Wochen seine ständigen Begleiter. Ebenso ergaben sich wunderbare wie wundersame Begegnungen, auch entspannte Tage am Strand. Natürlich gönnte er sich einige festliche Stunden in seinen Lieblingslokalen.

Adonis schaut gedankenversunken auf die bunten, leicht schwankenden Fischerboote im Hafen.

In der Dämmerung spiegeln sie mit ihren Netzen einen mystischen Glanz wider. In ihm regen sich romantische, ja malerische Gefühle. Immer wieder sucht er sich in seinem Geist eines der Boote aus, segelt damit ohne Ziel in die Nacht hinein …

Liebend gerne sitzt er in der Café Bar Palma direkt am Hafen. Assi, der Kellner, bringt ihm meistens unaufgefordert einen Cappuccino mit dem unvermeidlichen Grappa.

Er kann hier, wie in ganz Rovinj, einfach sein, entspannen, schauen, sich erinnern, weitere Notizen für seine Geschichte der geheimnisvollen Skala machen – aber auch einmal gar nichts. Eis und Bier gibt es dort auch, gar Guinness.

Die Hafenpromenade ähnelt einem leibhaftigen Theater. Spaziergänger verschiedener Nationen gehen am Hafen, Paare umschlungen, plaudernd, lachend umher, schauen oder zeigen sich selbst.

Adonis schaut zur Altstadt hin, hinauf zum Hügel, wo hoch oben die venezianische Kirchturmspitze den Ort überragt. Die Statue der heiligen Euphemia strahlt grün und blau, wie ein Schutzschleier umhüllt sie Rovinj. Ein Augenmagnet für jeden, der mit offenen Augen träumen kann.

Träumen lassen ihn auch wunderbare Frauen, die an ihm vorüber schlendern, einige lächeln ihn dabei geradewegs an. Adonis genießt diese Augen-Blicke besonders; denn hier scheinen ihm Frauen anders als in seiner Kultur, beachten Männer, ja, sie schätzen Männlichkeit, sind nicht ängstlich, zeigen ihr Interesse, ihre Neugierde.

Die ruhige und freundliche Atmosphäre dieses Platzes, die Hafenpromenade war für ihn schon häufig der Ort, um seine nicht selten ruhelosen Gedanken zu entspannen. Einfach nur hinschauen, zu den Fischerbooten, hoch zur leuchtenden Euphemia, die Hafenatmosphäre, die lustwandelnden Menschen, entspannten ihn. Er gönnt sich jetzt den Grappa, ließ dann seinen Gedanken freien Lauf.

Adamos hatte ihm nicht nur die Mission erteilt, die geheimnisvolle Skala zu finden, sondern ihn auch auf seiner Suche in den verschiedenen Ländern, begleitet. Oft gab er ihm wertvollen Rat. Als Abschluss seiner Reise sollte er seine Erfahrungen der Suche aufschreiben. So würde er das „Tao des Mannes“, wie es Adamos nannte, als Art Leitfaden für die Entwicklung des Männlichen in seine Kultur zurückbringen.

Zugleich aber solle er sich während dieser Zeit des Aufschreibens auch ausruhen, sich entspannen.

Adamos sagte ihm voraus, dass er einen Ghostwriter finden wird, der ihn unterstützt, aus seinen Aufzeichnungen ein Buch zu kreieren. Dieser Mann werde ein „de“ in seinem Namen haben. Im Chinesischen bedeutet es „Stärke und Leben“. Adonis wird mit seiner Hilfe authentisch, zugleich kreativ seine Erfahrungen und Ergebnisse erfassen – wohl auch mal sich ein Glas gönnen.

Zwischenbemerkung von mir, Dieter de Harju, der dies gerade aufschreibt. Adonis gab mir dafür seine Tagebuchnotizen:

Adonis gab sich in den nächsten Wochen ganz seinen Erinnerungen, dem Finden und Entschlüsseln der geheimnisvollen Skala des Mannes hin.

Adamos empfahl ihm, dass er vor seinen Rückerinnerungen, sich erst einmal seines eigenen Lebensweges bewusst machen soll. Es sei wichtig zu wissen, wer der Mann ist, der sich auf die Suche begeben hatte. So beginnt Adonis gedanklich seine Rückfahrt auf der Route66. Die Hafenatmosphäre schenkte ihm hierfür den „Sprit“, ja, den Spirit. Er begann mit seinen Aufnahmen, drückte auf die Starttaste:

Mann, in den besten Jahren

„Mann, in den besten Jahren, heißt das wohl. Meine Lebenszeit, in der ich gerade angekommen bin. Ich finde, das ist ein unsinniger Spruch, jeder weiß doch, dass es ältere Männer beruhigen soll, nicht mehr zu den Jungen zu gehören … Lieber Himmel, als sei ‚jung sein’ etwas Besonderes. Jeder war einmal jung, bevor er älter wurde, falls er es geworden ist. Denn gestorben wird ja in jedem Lebensalter. Wenn man alt werden konnte, spielt immer auch die Glücksgöttin Fortuna eine Rolle. Jedes Lebensalter ist doch etwas Besonderes, das Beste kann doch Morgen noch kommen. Udo Jürgens singt gar, dass mit 66 Jahren das Leben erst anfängt. Na, dann – auf geht‘s!“

Adonis stoppte die Aufnahme. Er lächelte, bestellte sich ein Bier, fühlte sich wunderbar, einfach hier am Hafen in der Bar herumzusitzen, auszuruhen, dabei seinen Gedanken freien Lauf zu lassen. Wie er so in seinen Gedanken versunken war, rissen ihn drei wohlgeformte Frauen, die lachend, aufreizend dahin spazierten, aus seinem Gedankenfluss.

Er drückte die Aufnahmetaste: „Ja, diese Frauen wissen genau, wie sie wirken, was sie ausstrahlen. Sie zeigen sich halt so, wie sie sich fühlen. Sie mögen es, wenn Männer ihnen nachschauen, Kontaktaufnahme macht ihnen keine Angst. Aber jetzt bleibe ich erst mal bei mir selbst; habe mir ja die Herkulesaufgabe vorgenommen, die Geschichte meiner Suche nach der geheimnisvollen Skala aufzuschreiben.

Als ich so den drei Grazien lächelnd nachschaute, dachte ich: ‚Oh, Mann, eine wahre Augenweide! Einfach wunderbar!‘ Jetzt brauchte ich einen Schluck Bier. Wieder spürte ich dieses ewige Begehren, das solche Augenblicke in mir auslösten …

Ich weiß ja, dass nicht wenige Frauen mich so anschauten, als wüssten sie über mich Bescheid. Na ja – vielleicht strahle ich so etwas wie Casanova aus, obwohl ich nie ein Frauenjäger war. Ich liebte immer die Frau, die an meiner Seite war, dachte, es sei für immer. Letztlich begegnete ich solchen Frauen, die zu meiner Lebenssituation, nun, ja, Lebensphase passten. Bei den Frauen war es wohl ebenso. Ich folgte keinem Plan, lebte das Liebesleben, solange es gemeinsam zu leben war …“

Adonis stoppte die Aufnahme. Er atmete bei diesen Gedanken tief ein und aus, schaute etwas traurig. Etwas fehlte ihm. Ja, eine Frau an seiner Seite, mit der er leben und älter werden kann. Es war wohl bisher noch nicht an seiner Zeit.

Er drückte die Aufnahmetaste: „Eine feste Beziehung brauchte ich bisher wohl nicht, zumindest glaubte ich das, da es halt nicht in mein bisheriges Leben passte. Es ging mir bisher auch gut, mit wechselnder weiblicher Begleitung. Freunde hatte ich auch, ebenso Freundinnen. Allein fühlte ich mich bisher nie. Jetzt sollte ich mal mein Glas Grappa leeren, etwas ausruhen, bin sehr aufgewühlt.

Gut wird es mir tun, einfach meine Augen über die Boote, hinaus ins Meer schweifen zu lassen. Ja, einfach jetzt in einem Fischerboot gedanklich hinaus aufs weite Meer …“

Er stoppte seine Aufnahme, packte seine Sachen in den Rucksack, seinem ständigen Begleiter, zahlte und machte sich hinauf zur Hl. Euphemia, um noch weiter Ausschau … auf sich selbst, zu halten. Er hatte sich auf dem Weg noch Wasser und Obst besorgt. Erfrischte sich, meditierte mit seinen Augen im Meer. Drückte den Aufnahmeknopf:

Hunting over

„Ja, ich weiß, dass eine neue Zeit für mich angebrochen ist. Viele Jahre des Reisens, des Suchens und Beziehungslebens liegen hinter mir. Meine Sturm- und Drangzeit ist vorüber. Ich empfinde das entspannend, weiß ich doch heute, dass das ständige Jagen nicht nur Befriedigung und Freuden, sondern ebenso oft auch Ungewolltes, Probleme, Stress bedeutete. Auch erfuhr ich häufig, dass ich nicht verstanden wurde. Aber so ergeht es wohl uns allen.

Meine Unabhängigkeit, dieses immer weiter gehen, selbst wenn es schon gut war, wo ich hingekommen, ja, wo ich erfolgreich war, brachte auch Neider hervor. Immer trieb es mich weiter, zur nächsten Herausforderung. Ich verstehe ja, dass es für andere nicht immer nachvollziehbar war, was ich tat. Aber, das mussten sie ja auch nicht. Hauptsache, sie ließen mich meinen Weg gehen, dann war ich schon zufrieden. Es strömt wohl in meinen Adern schillersches Blut, das der Freiheit. Friedrich Schiller meinte: ‚Es liebt ein jeder, frei sich selbst. Zu leben nach dem eigenen Gesetz.‘ Das ist wohl bei mir so besonders ausgeprägt. Aber, Freiheit ist nichts, was einem geschenkt wird, sondern muss erarbeitet, errungen und verdient werden. Auch Glück, das Lächeln von Fortuna, spielt dabei eine Rolle.

Freiheit hat aber einen hohen Preis, was ich öfter erfahren musste. Dieses Freiheitsstreben führte mich nicht selten fehl, eben nicht dorthin, wohin ich wollte, auch in Sackgassen. Freiheit ist halt auch ein Suchen, kein Plan.

Ich muss an Jean-Jacques Rousseau denken, Schriftsteller, Philosoph und noch einiges. Dieser meinte, dass die Freiheit des Menschen nicht darin liege, dass er tun kann, was er wolle, sondern darin, nicht das tun zu müssen, was er nicht will. Wie wahr!“

Adonis drückte die Stopptaste, beendete für heute seine Aufzeichnungen. Er war aufgewühlt, auch müde. Wusste, dass er noch einige Zeit brauchen wird, um ganz in seine Geschichte der Suche einzusteigen. Kurz schlief er ein, trank dann die Flasche Wasser aus, packte seinen Rucksack, machte sich zurück in die Café Bar Palma.

Fand dort einen freien Platz mit direktem Blick zu seinen geliebten Fischerbooten. Das Bier stand bald schon vor ihm. Er nahm einen tiefen Schluck des gut gezapften kühlen Blonden. Während er den Schaum von seinem Schnurrbart mit der Serviette abtupfte, spazierte eine wunderhübsche, schwarzhaarige, wohlgeformte Dame auf ihn zu, blieb etwas stehen, lächelte ihn an.

Sie fragte nach Feuer. Adonis brauchte etwas Zeit, um diese Verführung ganz zu erfassen. Schaute ihr lächelnd in die Augen, sagte: „Spiacente, Bella Donna – ich rauche nicht, habe zwar Feuer, aber keine Flamme.“ Er fand es in diesem Augenblick selbst blöd, wie er das so sagte. Sie lachte nur, warf ihm einen Handkuss zu, ging weiter.

Es kam ihm wie eine Ewigkeit vor, als er ihr hinterherschaute, genoss einfach das Schöne und die Anmut der Bewegungen ihrer Weiblichkeit.

Adonis nahm wieder das Aufnahmegerät, wollte noch einige Gedanken über den Sucher der Skala aufnehmen. Drückte die Aufnahmetaste:

„Mir geht es wirklich gut; denn ich bin durchflutet, von einem tiefen Gefühl des Freiseins. Ja, ich bin frei, angekommen in diesem Leben. Seit ich die geheimnisvolle Skala gefunden habe, lebe ich mein Leben bewusster, achtsamer, intensiver. Ja, das reine, wahre, einfache Leben: Pura Vita!

Nach Perfektion hatte ich nie gestrebt. Aber mein bisheriges Leben hatte etwas von einer ständigen Jagd, nicht selten Hetzjagd. Sowohl beruflich wie privat. Ich hörte oft den Ruf in mir tönen: Waidmannsheil! Ja, irgendwie passte das.

Auch wenn ich auf meinem bisherigen Weg jagte, gab es doch immer wieder Lichtungen zum Ausruhen und Feiern. Allzu oft mischten sich nach einer ‚erfolgreichen Jagd‘ in mir Gefühle von Freude, Schmerz wie Wehmut. Dann sagte ich mir: Waidmannsdank! Meine Jagdzeit brachte mir wunderbare Erlebnisse, wie Erfahrungen, aber nicht nur Gutes … gelernt hatte ich von allem und jedem.

Lieber Himmel! Gleich drehe ich durch! Es wird wirklich Zeit, endlich mit der Geschichte meiner Suche nach der Skala zu beginnen. Ich habe verstanden und akzeptiert, dass meine Jagdzeit vorüber ist! Es gibt nur Weniges, was ich auf meiner Route66 wirklich bereue. Aber jetzt ist es genug: Hunting over!“

Er hatte das wohl etwas laut gerufen. Einige Gäste im Lokal hoben ihre Gläser, lächelten, prosteten ihm zu. Adonis erhob auch sein Glas, rief ihnen ein Prost zu, warum auch immer sagte er: ‘Das Beste kommt erst noch!‘ Alle nickten mit dem Kopf, hielten ihre Gläser hoch, lachten. Es war aber egal, was er gerufen hätte, sie verstanden kein Deutsch.

Adonis hatte seine Aufnahme nicht gestoppt, nahm weiter auf:

„Ja, mich erfüllt es, hier einfach an diesem Platz mit freundlichen Menschen zu sitzen, es war eine schlichte, große Freude. Der Kellner Assi hatte mir in der Zwischenzeit noch einen Grappa hingestellt. Ich freute mich über diese Gabe des Hauses.“

Er stoppte seine Aufnahme. Mit einem großen Wohlgefühl lehnte er sich entspannt in den Sessel. Prostete dem Kellner zu, genoss den Grappa, blickte auf die leicht schwankenden Fischerboote, schaute dann in der freundlichen Lokalrunde umher.

Adonis packte seine Notizen mit dem Aufnahmegerät in den Rucksack, zahlte seine Zeche, schlenderte in Richtung der Fischerboote. Er setzte sich auf den Poller, wo das Drachenboot festgemacht war, schaute auf das Boot, versank dann weiter in seine Gedanken. Er drückte die Starttaste:

Wer ist eigentlich der, der die Geschichte erzählt?

„Adamos hatte mir geraten, bevor ich meine Geschichte der Suche erzähle, in mich selbst hineinzuschauen. Es fällt mir hier am Hafen leichter. Nach meiner Suche habe ich besser verstanden, wer ich eigentlich bin, auch, was ich in diesem Leben will.

Ja, das Hemmungslose, Triebhafte, war so lange für mich gut, wie meine Projekte, meine beruflichen Aufgaben ganz in meinem Lebensmittelpunkt standen. Da war nicht viel Raum für stabile Beziehungen, wohl aber Freundschaften. Frauen waren für mich Inspiration, gute Freundinnen, Gefährtinnen. Ich verehre und achte Frauen, die ich nicht zuletzt durch die Liebe meine Mutter lieben gelernt hatte. Allerdings, so ganz ließ ich keine Frau näher an mich heran, nur meine Mutter.

Mann sein bedeutete für mich vor allem frei sich entscheiden zu können, gleichgültig, was immer Mann tut. Das heißt aber nicht, verantwortungslos zu sein. Jeder Mann kann sich frei entscheiden, sollte aber wissen, was er will. Entscheidet er sich für eine Familie, dann muss er sich darum kümmern, eben die Verantwortung als Familienvater übernehmen. So ist das!

Die Maxime meines Lebens ist Freiheit, ja, Unabhängigkeit, damit ich das, was in mir auf Erfüllung wartet, erleben kann. Nur so kann ich meine Gaben weitergeben. ja, Wirklichkeit werden lassen.

Aber perfekt bin auch ich nicht. Mein Triebleben war bisher stärker als mein Liebesleben. Wenn ich darüber nachdenke, muss ich lächeln; irgendwie war ich bescheuert, so viel Energie dahin zu ‚vergießen’. Aber ich brauchte wohl die vielen Abenteuer, auch abwechslungsreiche Beziehungen, um meine Lebendigkeit erfahren zu können. Ärger gehört wohl dazu, wie heißt es doch: No risk, no fun! Ich schaffte in dieser stark triebhaften, überaus kreativen Lebensphase viele Werke, all das Triebhafte war auch inspirierend. Ja, ich empfinde ein Gefühl von Dankbarkeit für wunderbare, erfüllende Zeiten, Situationen und Menschen.

Nach all meinen Erfahrungen bei der Suche nach der geheimnisvollen Skala hat eine neue Zeit für mich begonnen: ‚Hunting over!‘ Na ja: Hunting over bedeutet ja nicht, dass ich keine wunderbare, intensive, erotische, fantasievolle Zeit mit einer Frau erleben kann. Reifere Beziehungen haben aber eine andere, wie ich finde, höhere Qualität, ist mehr ein gemeinsames Leben im Heute statt Kämpfe über die Zukunftsgestaltung, mehr inniges miteinander, weniger sexuelle Gymnastik.

Alles halt zu seiner Zeit.

Ich muss schmunzeln. Ein Schluck Grappa täte gut, habe aber keinen, Wasser muss jetzt reichen. Oh, Mann, ich werde ja vernünftig! Aber, ich kenne mich ja, vor einem Sturm lasse ich immer Ruhe einkehren …

Mir waren auf meinem bisherigen Weg vielerlei Lebensgenüsse wichtig, die ich mir auch gönnte. Ich erinnere mich noch an die Studentenzeit, wo ich mir Striche auf dem Ölofen machte, für Frauen, die ich glaubte, glücklich gemacht zu haben, sexuell. Oh, Mann … Ich war wirklich mal ein Blödmann!

Nachdem ich die Phallus-Skala gefunden habe, weiß ich, dass triebhafte Lebemänner noch keine wahren Männer sind. Es sind unreife, unsichere, egoistische männliche Wesen, die sich selbst ständig in ihrer Unsicherheit beweisen müssen. Sie fühlen sich nur gut, wenn sie glauben, besser als andere Männer, Sieger oder Helden zu sein. Andere Männer sind für sie nur Konkurrenten. Dennoch, schlechte Menschen sind sie deswegen nicht. Häufig stecken sie etwas länger in einer Phase, die auf der Phallus-Skala als Blödmann bezeichnet wird. Damit hatte ich ja auch Erfahrungen gemacht… Alles hat und braucht halt seine Zeit. Auch noch in ihren Trieben verfangene Männer können auf dem Weg zur wahren Männlichkeit, zu ihren tiefen männlichen Gefühlen sein.

Ich glaubte bisher, nur als ‚Einsamer Wolf‘ meine Lebensaufgaben schaffen zu können. Oh, Mann, ich war extrem anspruchsvoll und ehrgeizig. Meine Tage waren dadurch mehr als gefüllt, selbst viele Nächte raubte ich mir den Schlaf durch meine selbst gestellten Aufgaben. Entspannen konnte ich wirklich nur beim Sex, feiern, vor allem, klar auch Bier und Cocktails, vor allem, wenn ich eine Aufgabe gelöst hatte. Klar, auch dazwischen mal.

Und das Geld?

Geld spielte bei mir nie eine große Rolle, war nie ein Ziel meiner Arbeit. Ich achtete nur darauf, dass ich genug zum Leben hatte. Schulden machte ich keine einzigen auf meinem Lebensweg. Leider hatten mich aber andere betrogen, denen ich half und vertraute. Musste schmerzhaft erfahren, dass bei Geld die Freundschaft aufhört.

Zufrieden war ich, wenn das Werk, das ich schaffte, Anerkennung bekam, andere damit etwas anfangen konnten. Selbst wenn ich mit meinen Werken aneckte, erkannte ich den Sinn darin. Leben ist für mich das eigentliche Kunstwerk!

Zu lange taten mir die mangelnde Anerkennung meiner Werke weh; denn was ich schrieb, malte, komponierte, war mit meinem Herzblut geschaffen. Waren meine Kinder, aus meinem Herz geschaffen. Es waren meine Art von Predigen der Lebendigkeit, der Liebe. Aber das kann ich mit meiner Reife jetzt loslassen. Es ist nicht mehr wichtig!

Ich war zufrieden mit meinem Leben, so anstrengend es auch war, na ja – wie ich es mir selbst häufig machte. Erst auf der Suche nach der Skala des Mannes, erkannte ich, dass Lebenszufriedenheit der wahre Reichtum ist!

Ich bin heute an dem Punkt in meinem Leben angelangt, wo ich fühle, mir gar sicher bin, dass so, wie es bisher in unserer Kultur war, genug ist, dass es gilt, gemeinsam eine neue Lebenskultur zu erschaffen …

Auch darum bin ich auf die Suche nach der geheimnisvollen Skala gegangen. Auf meinen Expeditionen, schließlich deren Fund, änderte sich Grundlegendes in meinem Leben. Mein Geist, meine Seele, mein Körper sind durch die Suche mehr eins geworden. Wie das geschehen ist, will ich mit der Geschichte der Suche erzählen. Der ganze Mann ist in mir erwacht. Aber jetzt genug mit meinem Gedankenfluss … Adonis drückte die Stopptaste.

Lebendige Gespräche in unterschiedlichen Sprachen, Gelächter erfüllte die Atmosphäre der Bar. Überall freuten sich die Gäste, sie genossen einfach ihr Zusammensein. Normalerweise würde Adonis mitfeiern, aber nach all seinen Gedanken über sich, wurde es ihm etwas zu unruhig. Er brauchte Ruhe, packte seine Sachen zusammen, zahlte, verabschiedete sich vom Kellner und den anderen Gästen mit „Do sutra!“ Bis Morgen! Sie winkten ihm zu.

Er machte sich zu seinem Apartment auf. Er dachte auf dem Weg, dass es bald genug sein sollte, auf sich selbst zu schauen. Adonis wollte aber seinen Lesern sich selbst vermitteln, als der, der die Geschichte der Suche erzählt. Vielleicht wurde seine Geschichte so besser verstanden. Auch dachte er, es sei gut zu wissen, wer er selbst ist, da er es mit sich selbst bis zum Lebensende zu tun hat. Er musste lächeln …

Ein Tag Pause

Zurück in seinem Apartment fiel er sogleich in einen tiefen Schlaf. Erst gegen Mittag erwachte er. Vater Sonne strahlte schon länger, hatte die Terrasse in ein goldenes Licht getaucht. Ihm ging noch seine gestrige Selbstbetrachtung durch den Kopf. Setzte sich nach dem Duschen, bei dem er dachte, endlos im Meer zu schwimmen, erst einmal unter die Palme seiner Terrasse. Der Tisch fühlte sich, durch die lange Sonnenbestrahlung, wie eine Wärmeplatte an. Er mochte es aber lieber heiß als kalt, genoss seine Kanne Kaffee, frühstückte.

Wieder im Tag angekommen, nahm er seinen Rekorder, holte sein Notebook, spielte das gestern Aufgenommene ab, erfasste seine Gedanken. Er wunderte sich, so bald schon mit seinen Notizen fertig zu sein. Es waren wohl seine Gefühle bei der gestrigen Selbstbetrachtung, die ihn glauben ließen, dass es mehr zu schreiben gebe. Heute wollte er eine Pause bei seinen Rückerinnerungen einlegen.

Ihm war jetzt klar, dass seine Geschichte zu erzählen, noch viel Zeit erforderte. Er brauchte dafür Ruhe und Klarheit.

Der gestrige Blick auf sich selbst hatte ihn aufgewühlt. Was er zu erzählen hatte, war etwas tief Persönliches, dass er nur bereit war zu erzählen, weil er die Mission von Adamos angenommen hatte. Jetzt fühlte er sich auch reif, dazu stehen zu können. Der Suchende war er ja selbst, Adonis! Er stellte sich der Herausforderung, seine Männlichkeit reifen zu lassen.

Er lächelte bei dem Gedanken, dass es ja nichts Gutes gibt, außer wenn Mann es tut, frei nach Erich Kästner. Friedrich Nietzsche meinte, dass die Reife des Mannes bedeute, dass man den Ernst wiedergefunden habe, den man als Kind hatte, beim Spiel. Nun, denn, dem war wohl so. Dieser Gedanke entspannte ihn.

In seiner Gedankenversunkenheit hatte er die Zeit wieder völlig vergessen. Es war schon später Nachmittag, es dämmerte schon. Immer noch saß er unter der Palme auf seiner Terrasse. Er wollte noch ausgehen, machte sich auf den Weg zu Rankos Bar.

Schwarzbier – Guinness

Rankos Bar ist schlicht wunderbar, mitten in der fantastischen Altstadt mit ihren verwinkelten gepflasterten Gassen. Er sitzt am liebsten vor der Bar, an einem kleinen Tisch auf der Gasse. Ranko sieht ihn, lächelt und bringt ihm unaufgefordert ‚sein’ schwarzes Tomislav. Er schenkt es sich selbst mit einem tiefen Seufzer ein, denkt: ‚Ja, es sind die kleinen Dinge, die so großartig sein können!‘ Wie das Schwarzbier, das er genießt, wenn Guinness nicht angeboten wird.

Als er so vor der Bar sitzt, erinnerte er sich an seine Frankfurter Zeit. Dort zog es ihn abends nach seinem Tagwerk, fast rituell, für einen Absacker in das Irish Pub, nahe seiner Wohnung. Schwarzbier gibt Adonis ein Gefühl von familiärer weltweiter Verbundenheit, da er in all den Ländern, die er bereiste, immer wieder ein Pub findet, mit lebensfrohen Menschen, wo er sich zu Hause fühlte. Nicht zuletzt hat er hier ein Gefühl von männlicher Freiheit. Zugegeben, auch Frauen, denen er dort begegnete, genossen es und waren echt klasse …

Auch in Rovinj verweilte er immer wieder einmal im dortigen Irish Pub, auf seinem Rückweg zum Apartment, auf ein Nacht-Guinness.

Er musste bei so vielen Gedanken an Bier grinsen, doch war es nicht Benjamin Franklin, der feststellte, dass Bier der überzeugendste Beweis dafür sei, dass Gott den Menschen liebt und ihn glücklich sehen will? So ist es wohl! Adonis lachte wohl etwas laut, am Nachbartisch hoben andere Gäste ihre Gläser, lachten mit, prosteten ihm zu „Zivjeli!“

Viele Frauen, denen er von seiner Bierliebe, ja Bierkultur, vor allem Guinness, erzählte, schüttelten den Kopf, konnten nicht verstehen, dass ein Mann mit seiner Bildung Bier so wichtig nahm. Allerdings genossen einige Freundinnen gerne auch Bier mit ihm. Sie kannten ihn ja, wussten, dass er so ist. Seine Liebste, Daisy, begleitete ihn gerne ins Pub, auch in den Biergarten. Seit er am See lebt, führt ihn immer wieder mal sein Weg ins Irish Pub, in die große Stadt. Männer!

Halt eine Art Familienbande, sein bester Freund, Jorgos, seit über Jahrzehnten, teilt diese Leidenschaft mit ihm. Er lebt 500 km entfernt, sind dennoch alltäglich in Kontakt miteinander. Ja, Männerfreundschaft ist für ihn ebenso wertvoll, wie die zu Frauen.

Adonis beendet froh und munter diesen Ausspann-Tag. Auf dem Rückweg zu seinem Apartment fühlte er sich als der, der er ist. Er wollte am nächsten Tag mit dem Schreiben seiner Geschichte der Suche beginnen, wollte sich aber keinen Druck machen, sondern es fließen zu lassen. Mit diesen Gedanken schlief er entspannt ein.

Am anderen Morgen erwachte er schon früh, setzte sich bald unter die Palme, frühstückte. Nach seiner Pause gestern hatte er heute nichts aufzuschreiben, packte seine Schreibsachen und den Rekorder zusammen, auch die Badesachen, ging los an den Strand zum Goldenen Kap.

Adonis Einsichten an den vier Säulen

Ausgelassen schlenderte er den Weg zu den vier Säulen beim Goldenen Kap. Er wird noch berichten, wie er dort den zweiten Teil der geheimnisvollen Skala gefunden hat. Die vier steinernen Säulen wirken wie der Eingang zu einem Meerestempel.

Adonis lehnte sich an eine Säule, genoss einfach den wunderbaren Blick über das Meer. Einfach im Moment zu sein, nimmt er als eine neue Qualität seines Männerlebens wahr. Nicht mehr auf der „Jagd“ zu sein, tat ihm richtig gut.

All das verdankt er seinen Erfahrungen bei der Suche nach der geheimnisvollen Skala des Mannes. Seit Adonis die Skala gefunden und entschlüsselt hatte, wird er mehr und mehr zu dem Mann, der er ist. Seine Seele hat ein tiefes Atemholen, er reift. Er geht seinen Weg als Mann.

Adonis männliche Mission

Seine Gedanken an den vier Säulen hatten ihn emotional aufgewühlt. Er wollte jetzt nicht mit seinen Aufzeichnungen der Suche weiter machen, ging an den Strand, sprang ins Meer, ließ sich einfach treiben, legte sich danach in die Sonne.

Gemütlich spazierte er am Nachmittag am Ufer zurück, dann die Gassen entlang zu seinem Apartment. Keine erwartete ihn dort, wie in seiner Wohnung am See. Aber dafür hatte er sich ja entschieden. Alles zu seiner Zeit … Erst wollte er seine Mission erfüllen, danach weiterschauen.

Am Abend blieb er im Apartment, wollte am nächsten Tag seine Erinnerungen weiter aufzeichnen. Adonis nahm sich ein Bier aus dem Kühlschrank, setzte sich auf die Terrasse, ließ einfach los.

Es ist Ende September, der Herbst machte seine Aufwartung. Auch wenn das Meer noch zum Schwimmen lockt, die Abende sind kühler geworden.

Er dachte, dass es ihm guttäte, wenn seine Freundin bei ihm wäre, sie jetzt kuscheln könnten … aber, noch ist er durch seine kreative Einsamkeit, seine Lonely-Wolf-Mentalität geprägt. Er brauchte immer wieder eine gewisse Auszeit, nur für sich und sein jeweiliges Werk. So war es halt noch bei ihm.

Etwas ließ ihn auf der Terrasse nicht richtig zur Ruhe kommen. Die reichlichen, vielfältigen Erlebnisse seiner Mission gärten, ja, rauschten in ihm. Ein zweites Bier brachte ihm etwas Ruhe.

Adonis fühlte sich jetzt so weit! Er hat die fantastische Skala des Mannes gefunden, freigelegt, die geheimnisvollen Symbole entschlüsselt. er will das Geheimnis in einem Buch mitteilen. Damit ist seine Mission erfüllt.

Zehn Jahre sind vergangen, seit er zu seiner Mission aufgebrochen war. Damit startete auch eine große Wende in seinem Leben. All die Jahre der Suche, des Verlaufens, Findens, Weitergehens, des Missverstehens und Verstehens, ja auch Krankheiten und Verluste, haben ihn zu dem werden lassen, der er heute ist. Wenn er seine Geschichte mitgeteilt hat, will er sich zurückziehen. Will einfach sein Leben ohne Plan, gelassen weiterleben. Pura Vita!

Er empfand Vorfreude darauf, war erschöpft von der Gedankenflut des Tages, ging früh schon ins Bett, die Stille der Nacht war bald mit ihm.

Die Antwort verwehte (bisher) der Wind

Am anderen Morgen wurde er früh durch das Bellen des Haushundes geweckt. Er stand auf, schaute, was los war. Als er auf der Terrasse unter der Palme stand, kam der Hund angelaufen, wedelte mit dem Schwanz.

Adonis streichelte ihn, fragte, was ist denn los, Hund? Der legte sich nur auf seine Füße. Komisch, dachte er. Ob wohl Adamos dahintersteht, der mich wecken ließ?

Na, gut – er brühte seinen Kaffee, ein Früchtemüsli, hörte ‚Lokomotive Breath‘ von Jethro Tull etwas lauter, was aber den Hund nicht vertrieb, der unter dem Tisch liegen blieb. Anscheinend auch ein Tull Fan …

Heute wollte er seinen Blick in sich abschließen, packte seine Sachen, spazierte von seinem Apartment, wie von einer unsichtbaren Hand gezogen, früher als sonst direkt in das Eiscafé am Hafen.

Im Eiscafé

Eigentlich begann er hier, seinen Tag ausklingen zu lassen. Adonis setzte sich, war gespannt, was sich ergeben würde. Als er so dasaß, schaute er wieder zum Drachenboot. Warum auch immer entschied er sich spontan eine kleine Schiffstour zu machen.

Er trank seinen Cappuccino. Dabei beobachtete er ein junges Pärchen, das an der Eistheke stand. Der junge Mann bestellte und zahlte sein Eis. Der Kellner wollte schon den nächsten Kunden bedienen, da protestierte die junge Frau, dass auch sie ein Eis wolle. Sie erhielt, was sie bestellte, zahlte. Beide gingen mit ihrem Eis fort … Adonis konnte beim Kellner einen verwunderten Blick wahrnehmen, auch er schaute ihn etwas verwundert, skeptisch an. Was war das denn? Beide schüttelten verständnislos den Kopf über diese unhöfliche Szene des jungen Mannes.

Sind heutige junge Männer wirklich so egoistisch geworden oder jüngere Frauen nicht mehr gewillt, sich verwöhnen zu lassen, dachte er sich. Oder wusste der junge Mann nicht, was sich gehört?

Wann ist Mann ein Mann? Blowin' in the Wind

Aber warum beschäftigt Adonis diese Szene überhaupt? Klar, er war ja anders erzogen worden, vor allem höflich, respektvoll gegenüber Frauen zu sein, wie sein Vater ihm vorgelebt hatte. Sich selbst bei einer Bestellung erst bedienen zu lassen, nur für sich zu bezahlen, geht da gar nicht. Aber irgendwas ist in der kulturellen Entwicklung wohl schiefgelaufen, dachte er sich.

Ihm kommt Bob Dylans Song „Blowin' in the wind“ in den Sinn. Dylan singt, wie viele Wege ein Mann gehen muss, um ein Mann zu sein … die Antwort verwehe aber der Wind.

Adonis musste lächeln … okay, genug damit, dass der Wind die Antworten nach dem Mann verweht. Er hatte ja die Phallus-Skala gefunden, die Antworten gibt.

Adonis trank seinen Kaffee aus, schaute zum Hafen. Ein Fischer ging gerade zu seinem Kutter. Ja, der Seemann, eine der Reifestufen zum Mann, dachte er lächelnd.

Ihm kommt ein Schwall an Erinnerungen an Menschen, Orte, Erlebnisse in den Sinn. Er fühlt sich auch durch diese kurze Begebenheit in der Eisbar mit dem jungen Paar bestärkt, die Ergebnisse seiner Suche zu erzählen.

Quo Vadis?

Er unternahm jetzt mit der Quo Vadis, dem Kutter mit dem roten Drachenkopf sowie seinem lebensfrohen Skipper, eine Rundfahrt. Schon in seinen letzten Aufenthalten in Rovinj hatte Adonis mehrere wunderbare Fahrten zu Delphinen und Inseln miterlebt. Der Skipper verwöhnt dabei seine Fahrgäste mit selbst gebranntem Grappa. Oh, Mann, schon wieder!