AI-GEDDON - Karl-Heinz Rüster - E-Book

AI-GEDDON E-Book

Karl-Heinz Rüster

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Beschreibung

Eine künstliche Intelligenz von einer hoch entwickelten Rasse ausgesandt, um neuen Lebensraum zu suchen, landet auf der Erde. Ein katastrophaler Fehler in seinem Hauptspeicher wird der Erde fast zum Verhängnis.

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Buchbeschreibung:

Eine künstliche Intelligenz, von einer hochentwickelten Rasse ausgesandt um neuen Lebensraum zu suchen landet auf der Erde. Ein katastrophaler Fehler in seinem Hauptspeicher wird der Erde fast zum Verhängnis.

Über den Autor:

Karl-Heinz Rüster

1945 in Egelsbach, Hessen, geboren. Schon als kleiner Bub hat er sich an seinem Heimatflugplatz die Nase am Flugplatzzaun plattgedrückt. Beobachtete die Flugzeuge, wie sie sich in die Lüfte erhoben, bis sie nur noch als winzige Punkte am Horizont zu erkennen waren. Flugzeuge waren auch später seine Leidenschaft. Er baute Segelflugzeuge wie die LS1, ein Flugzeug, welches mehrere Weltmeisterschaften gewann. 1971 wechselte er zur Lufthansa, arbeitete als Flugzeugmechaniker in der Werft in Frankfurt. In den darauffolgenden Jahren war er auf den Stationen der Lufthansa weltweit als Stationengineer im Einsatz. Mit seiner Familie verbrachte er mehrere Jahre in Afrika. Nach seiner Pensionierung entdeckte er seine Passion zum Schreiben.

Mit seiner Familie lebt er seit 1995. in Florida. Dies ist sein viertes Buch.

1. Burghausen Abenteuer, eine mysteriöse Geschichte

2. Vrahaani Episode I&II, eine Science-Fiction Story

3. Die Toten in den Everglades, ein Umwelt-Krimi

4. Death in the Everglades, die englische Übersetzung

Alle Bücher sind im BoD, Books on Demand Verlag, Norderstedt erschienen.

Inhaltsverzeichnis

Cape Coral

Beach

Zurück im Hotel

Rückflug

Zwei Wochen später

Bio-Lab

Chaos

Ende Oktober

Fuji Japan

Exploracion

San Juan

In den Katakomben

Roswell 1947

Lagerhaus

Westküste Afrika

Kontakt mit Khaarr

Lost

Denver, Colorado International Airport Denver

Air Force Space Command

Khaarr die künstliche Intelligenz

Island

Polarkreis

Auf der Suche nach Khaarr

Der Angriff auf Ärea51

Innerhalb der künstlichen Intelligenz

Auf der Brücke des Mutterschiffes

Khaarr

Nellis Air Force Base

Im Raumschiff der Kralax

Neuanfang

Dies ist ein fiktives Buch. Namen, Charaktere und Ereignisse sind Produkte der Fantasie des Autors. Eine Übereinstimmung mit lebenden oder toten Personen, mit Firmen oder Ereignissen sind rein zufällig.

Cape Coral

Montag morgen sieben Uhr.

Ich komme aus dem Bad, es klingelt mein Handy, »So ein Mist, nicht mal in Ruhe duschen kann man«, sage ich zu mir selbst. Gehe aber doch zum Telefon. »Ja Hallo«. »Hey Mike, ich bin es Peter.« »Guten Morgen Peter, was kann ich für dich tun?« »Hast du Lust und Zeit, uns auf einem Trip auf die Bahamas zu begleiten?« Na klar sage ich, »Mit deinem neuen Flugzeug«? »Ja«, antwortete Peter.

Der neue Flieger von Peter mit dem Rufzeichen N-2309KH, ist eine Pilatus PC-12 NG APEX mit allem, wovon ein Pilot träumt.

»Mike, am Freitag früh so gegen sieben Uhr beabsichtigen wir, von Fort Myers Page Field loszufliegen. Ziel ist der Governors-Harbour-Airport

(MYEM). Zimmer im French-Leave-Resort habe ich schon reserviert. Montag vieleicht auch erst Dienstag fliegen wir dann wieder zurück, ist das Okay mit dir?« »Wer ist mit von der Party?«, frage ich, »Die üblichen Verdächtigen?«

»Ja meine Frau Inge, Holger Strass und seine Gattin Anna und du als mein Co-Pilot.« »Na klar«, sage ich, »Habe für das Wochenende nichts geplant, somit ist das in Ordnung. Kümmerst du dich um die Flugplanung? Oder möchtest du, dass ich das in die Hand nehme?« »Nee mach du das, du hast mehr Zeit.« »Kein Problem wird erledigt, IFR oder VFR Flugplan?« »Besser einen Instrumentenflugplan«, meint Peter. »Okay.« »Liegt etwas Besonderes an?« »Nein, ich brauche nur ein paar Tage zum Ausspannen, jede Menge Stress, du weißt schon.«

»Dass scheint ja lustig zu werden«, denke ich, »Mit Peter und Inge Bushgard, Holger und Anna Strass gibt es immer was zu lachen.«

Die Bushgards genau wie die Familie Strass kenne ich schon, seit ich mich hier in Florida niedergelassen habe, das sind ein paar Jährchen. Peter ist ein erfolgreicher Biologe, er ist in der Krebs-Forschung tätig, hat ein Labor in Fort Myers.

Holger und Anna Strass besaßen eine Bekleidungsfabrik in Deutschland, welche sie vor Jahren verkauft hatten. Sie haben sich hier in Cape Coral am Gulf of Mexico zur Ruhe gesetzt.

Cape Coral ist eine schnell wachsende Stadt am Gulf of Mexiko mit ca. 180000 Einwohnern.

Mein Name ist Michael Strom, aber jeder ruft mich Mike. Ich bin Meeresbiologe, im Besitz von einer Pilotenlizenz mit Instrumentenflugberechtigung.

Peter und ich fliegen oft zusammen, aber das neue Flugzeug habe ich noch nicht geflogen. Ich lebe seit 26 Jahren hier in Florida, und wie ich immer sage, im Paradies! Es ist ein wunderschönes Stückchen Erde. Angenehme Temperaturen im Winter, nicht zu heiß im Sommer. Das Einzige, was stört, ist die hohe Luftfeuchtigkeit in der Regensaison, aber daran habe ich mich gewöhnt. Südwest Florida ist ein beliebtes Reiseziel für Touristen aus aller Welt, hauptsächlich für Europäer. In den Monaten November bis Ende April liegen die Temperaturen im Durchschnitt bei 25° C. Es ist die Trockenzeit, meist blauer Himmel, vereinzelnde Cumulus Wölkchen. Für Piloten aus Deutschland ein Traum. Fliegerwetter jeden Tag. In old Germany wandern um diese Jahreszeit die Raben zu Fuß, hier herrscht bestes Flugwetter!

Ich freue mich auf den Trip, fange unverzüglich an die Flug-Route und den Flugplan auszuarbeiten.

Am Freitagmorgen um 6:30 Uhr trafen wir uns alle zusammen am Airport in Fort Myers Page Field. Peter und ich bereiteten die PC-12 für den Trip vor. Vorflugkontrolle und die Betankung sind abgeschlossen, alle Passagiere an Bord.

Wir erhalten unsere Taxifreigabe zur Startbahn 05, kurz darauf die Startfreigabe. Die PC-12 beschleunigt, hebt ab, wir sind auf dem Weg zu den Bahamas.

Das Wetter ist fabelhaft, blauer wolkenloser Himmel. Wir befinden uns auf Flugfläche 250 (ca. 8 km) wie von der Abflugkontrolle Fort Myers freigegeben.

Die Flug-Route führt uns über Miami International Airport, dann etwas südlich vorbei an South Bimini (MYBS) direkt nach Governors Harbour, unserem Zielflugplatz. Die Flugzeit haben wir mit 1h: 19 min berechnet.

Alle an Bord sind guter Laune, ein jeder freut sich auf das Wochenende auf Eleuthera Island.

Peter fliegt die PC-12 NG, ich bin für den Funkverkehr mit den zuständigen Verkehrskontrollen (ATC) verantwortlich. Er fragt mich, »Wie gefällt dir die N-2309KH?« »Bin begeistert«, antworte ich. »12 Minuten bis zur Landung«, lasse ich die Passagiere in der Kabine wissen, »Schnallt euch bitte an.«

Im Cockpit bereiten wir uns auf den Anflug vor und initiieren unseren Sinkflug auf den Flugplatz Governors Harbour.

Holger rümpfte seine Nase, sagte, »Riechst du das?« »Ja, es riecht nach faulen Eiern, das kommt doch nicht aus der Kabine oder? Er kichert«. »Nein, eher von außen aber die Klimaanlage ist so konstruiert, solche Gerüche zu filtern, unerklärlich.« Der ganze Spuk dauerte keine zwei Minuten. Bei ATC fragte ich sofort nach, ob sie Ungewöhnliches während unseres Anfluges beobachtet hätten. Die Antwort war negativ, ihnen sei nichts Besonderes aufgefallen, »Warum fragen Sie, gibt es etwas, was wir wissen sollten?« »Nein, wir erklären es ihnen nach der Landung, antwortete ich über Funk.«

Wir setzten unseren Anflug fort und landeten wie geplant auf dem Airport Governors Harbour. Nachdem alle das Flugzeug verlassen hatten, meinten beide Damen gleichzeitig, »Was immer das verursachte, es roch fürchterlich.« »Ich stimme euch zu, das war unangenehm.« Peter fragte mich, »Glaubst du, dass etwas mit dem Flieger nicht in Ordnung ist«? »Nein, unwahrscheinlich, kann ich mir nicht vorstellen, es roch nach Schwefelgas und das entsteht nicht in einem Flugzeug. Das kommt in Kläranlagen, in Seen oder auf dem Meeresboden vor. Wie das Gas bis auf unsere Flughöhe zu riechen war, ist mir ein Rätsel.«

Wenig später hatten wir das Flugzeug verzurrt und mit der Plane zum Schutz gegen die intensive Sonneneinstrahlung abgedeckt. Dann begaben wir uns auf den Weg zum Empfangsgebäude des Airports, um die Formalitäten zu erledigen. Ich fragte den Service Agenten, ob hier am Platz ein Geruch von faulen Eiern wahrgenommen worden sei, nein wir haben nichts Derartiges bemerkt, meinte er.

In der Flugleitung erledigten wir die Einreise-Formalitäten. Das von uns über Funk vorbestellte Taxi wartete schon. Nach ca. 11 km erreichten wir das French-Leave-Resort. Es ist an der Westseite der Insel gelegen, mit im Kolonialstil errichteten Bungalows, architektonisch in die Landschaft eingebettet, nur wenige Meter vom Strand entfernt. Pünktlich zur Lunchzeit sassen wir gemeinsam auf der Hotelterrasse. Es wurde über alles Mögliche gesprochen, die Stimmung war ausgelassen. Die beiden Damen zogen es vor, sich auf ihre Suiten zurückzuziehen, um Siesta zu halten. Wir Männer drehten einige Runden im Pool und besprachen, was wir am nächsten Tag anstellen wollten. Holger sagte, »Lasst uns morgen einen Strandtag einlegen und relaxen. Das Wetter lädt zum Schwimmen und schnorcheln im türkisfarbenen Meer ein.«

Beach

Nach dem Frühstück brachte uns ein Hotel Shuttle zum Strand an der gegenüberliegenden Seite der Insel. »Dort«, so sagte der Hotelconcierge, »Ist der Strand meist menschenleer, ein Paradies zum Schnorcheln. In dem Korallenriff wimmelt es von Fischen aller Art, ihr werdet es nicht bereuen.«

Von der Hotelküche bestens versorgt, richteten wir uns häuslich ein. Es war ein traumhaft schöner Tag. Peter und ich fachsimpelten über das neue Flugzeug und was wir für Reiseziele in unsere Planungsliste aufnehmen sollten.

Anna rief uns zu, »Liegt nicht so faul in der Sonne, bewegt eure lahmen Knochen, lasst uns schnorcheln gehen.«

Alle schnappten ihre Ausrüstung, schon waren wir bei den Fischen. Wir tauchten in eine Zauberwelt, die Korallenriffe waren von farbenprächtigen

Meeresbewohnern bevölkert. Es war faszinierend, dem Treiben zuzuschauen. Inge stieß mich an, zeigte auf einen majestätisch vorbeiziehenden Hai. Es war ein Blacktip, mindestens zwei Meter lang. Kurz darauf gesellten sich weitere hinzu, die Frauen bekamen es mit der Angst und verließen das glasklare Wasser. Wir Männer beobachteten, wie sich die Anzahl der Haie ständig vermehrte. Ich zählte zwölf, dachte, »Was für großartige Tiere, sie bewegen sich so graziös durchs Wasser.«

Wir verbrachten einen wundervollen Tag am Strand, gegen Nachmittag ließen wir uns von dem Shuttle Bus abholen und ins Hotel bringen. »Was für ein toller Tag«, sagte Inge Bushgard, »Was unternehmen wir morgen?« »Eine Bootstour vielleicht? Lasst uns den Manager fragen, der hat sicherlich eine Idee«, antwortete ich. Nach dem Abendessen baten wir William den Hotelmanager, für uns ein Charterboot zu buchen.

Bootstour

Nach einem ausgiebigen Frühstück brachte uns Shaun, der Hotel Busfahrer, zu dem kleinen Yacht Hafen auf der anderen Seite der Insel.

Jack, der Kapitän des Charterbootes, ›Blue Lady‹ wartete schon, hieß uns auf seinem Schiff herzlich willkommen. »Jeder hat an Bord eine Schwimmweste zu tragen, dies sei Vorschrift«, erklärte er. ›Blackbeard‹, so nannte ihn seine Crew, legte ab und kurze Zeit darauf waren wir auf offener See. Die Insel war am Horizont nur noch als schmaler Streifen im Westen zu erkennen. Holger und ich versuchten uns im Angeln, die Frauen sonnten sich auf den Liegen im Heck des Schiffes. Die See war glatt wie ein Spiegel, keine Wellen, das war angenehm. Blackbeard winkte uns zu, er wollte, dass wir zu ihm rüber kommen. Wir unterbrachen unsere Angelversuche und begaben uns zu ihm auf die Flybridge. Jack hatte ein Fernglas vor seinen Augen, er deutete in Richtung Süd-Ost. Dann gab er mir seinen Feldstecher, »Kannst du irgendjemand an Bord des Frachters ausmachen?« »Nein, da ist niemand zu sehen«, sagte ich.

Holger ergriff das Fernglas, aber genau wie wir, konnte er keinen Menschen an Deck des Frachtschiffes ausmachen, es war verlassen. »Das sehen wir uns mal an«, sagte Blackbeard. »Der Frachter steuert direkt auf die Nordspitze von Cat Island zu, wenn er diesen Kurs beibehält. Da stimmt etwas nicht. Die Insel hat keinen Hafen für solch großen Schiffe.« Die ›Blue Lady‹ nahm direkten Kurs zu dem Frachtschiff, gleichzeitig informierte Jack die Küstenwache. Kapitän Blackbeard legte die Schubhebel nach vorne. Das Schiff beschleunigte mit Höchstleistung in Richtung Frachter, welcher sich 5 Kilometer vor uns auf die Nordspitze von Cat Island zubewegte. Ich meinte an Jack gerichtet, »Werden wir den Frachter einholen bevor er auf die Küste aufläuft?« »Es wird zumindest eng werden, ich hoffe, dass die Küstenwache angemessen reagiert.« Im selben Moment meldete sich die Coast Guard über Funk und erfragte die genaue Position des Runaway Frachters. Aus Norden hörten wir schon einen Hubschrauber, der sich schnell näherte. Fünf Minuten später überflog er unser Boot in Richtung des Frachtschiffes, welches mit unverminderter Geschwindigkeit auf die Insel zusteuerte. Jetzt erkannten wir den Namen des Schiffes mit den Ferngläsern, es war die San Pedro II, sie fährt unter liberianischer Flagge.

Über die internationale Notfrequenz 121,5MHz versuchte die Hubschrauberbesatzung genau wie Jack vorher schon den Frachter zu erreichen, vergebens. Aus einem Kilometer Entfernung beobachteten wir, wie die Besatzung des Helikopters jemanden mit einer Winde auf das Schiff abseilte. Der Pilot meldete sich bei Blackbeard und bestätigte, dass sie ein Besatzungsmitglied auf dem führerlosen Pott abgeseilt haben. Jack wurde aufgefordert, nicht zu dicht heranzukommen, da das Schiff nur noch 4-5 Kilometer von der Küste entfernt sei. Einige Matrosen lägen leblos an Deck, ob tot oder lebend, sei nicht auszumachen. Der abgeseilte Coast-Guard-Offizier würde versuchen, den Frachter zu stoppen. Ob das gelingt, sei fraglich, es wird mit großer Wahrscheinlichkeit zu einer Havarie kommen. Der Abstand zur Nordspitze von Cat Island ist schon zu nah.

Der Pilot forderte über Funk weitere Einheiten an, uns befahl er, einen Sicherheitsabstand von einem halben Kilometer einzuhalten. Bleiben sie bitte in der Umgebung, um wenn nötig Hilfe zu leisten. Jack, unser Kapitän, bestätigte den Funkspruch.

Wenig später sahen wir, wie das Schiff allmählich langsamer wurde, die Schrauben des Frachters waren voll in Reverse. Die Schiffsschrauben wirbelten am Heck riesige Wasserberge auf. Der abgeseilte Mann des Hubschraubers hatte es geschafft, den Emergency Stopp einzuleiten. Jeder von uns hoffte, dass das Schiff, bevor es auf Grund läuft, zum Stillstand kommt. Es reichte nicht, der Bug des Frachters bohrte sich in den Sand der North-Beach von Cat Island. Wir hörten das Bersten des Schiffsrumpfes bis zu uns herüber. Ein schreckliches Geräusch, wie der Aufschrei einer sterbenden Kreatur. Dann wurde es still, wir sahen Frachtcontainer über den Strand verteilt umherliegen. Das Schiff war schwer beschädigt, es drohte auseinanderzubrechen. Der Hubschrauber landete etwas abseits, die Besatzung rannte auf das havarierte Schiff zu. Sie drehten wieder um, liefen zum Helikopter zurück, denn auf dem hinteren Deck stand das Crewmitglied und winkte aufgeregt. Der Hubschrauber hob ab, flog zum Frachter, schwebte über dem winkenden Mann. Er wurde an Bord gehievt.

Kapitän Jack manövrierte sein Boot langsam in gebührendem Abstand zum Frachtschiff am Strand. Mit einem Anker sicherten wir die ›Blue-Lady‹ und liefen zu dem Helikopter, der soeben landete. Der Pilot der Coast Guard sowie seine Besatzung stiegen aus, kamen auf uns zugelaufen.

»Hallo, ich bin Nate Smith Master Chief Officer, Pilot und Kommandant des Hubschraubers der US Coast Guard. Hier ist meine Besatzung: Petty Officer First Class Pete Walker, Rescue Schwimmer Al Witherspoon und Airman Luke. Danke für ihren Distress-Call, leider war es nicht mehr möglich, den Frachter rechtzeitig zu stoppen. Ohne ihre Hilfe wäre es zu einer weit größeren Katastrophe gekommen. Mister Witherspoon war es im letzten Moment gelungen, den Emergency stop zu iniziieren, es war aber schon zu spät, das auf Grund Laufen zu verhindern. Er hat einige Matrosen an Deck sowie den Kapitän des Schiffes tot aufgefunden. Es sind drei weitere Kreuzer der Küstenwache auf dem Weg, welche die Suche nach Überlebenden fortsetzen. Bitte geben Sie mir ihre Personalien, damit die Behörden sie erreichen können, falls sich Fragen ergeben.« Er bedankte sich nochmals für unsere Hilfe, dann verabschiedete er sich.

Es tauchte ein Schnellboot und in etwas weiterer Entfernung drei Coast-Guard-Schiffe auf. Die Hubschrauber Crew hatte zwei Mann abgeseilt, diese ließen Taue und Strickleitern an der Bordwand ab. Über diese enterte die Schnellbootbesatzung das havarierte Schiff. Es war für uns Zeit, zur ›Blue Lady‹ zurückzukehren. »Mann war das ein aufregender Tag heute«, meinte Inge. »Den hatte ich mir aber etwas anders vorgestellt, so mit faulenzen an Deck und so!« Wir alle nickten zustimmend. Auf der Rückfahrt zum Hafen wurde fast nichts gesprochen, die Stimmung war gedrückt. Jack meinte »Was bloß mit den Leuten auf dem Frachter passiert sein mag?«

Zurück im Hotel

William, der Manager begrüßte uns schon im Foyer, fragte, »Na hattet ihr Spaß bei eurem Bootsausflug? War das Fischen erfolgreich?« »Leider nicht, es ist etwas dazwischen gekommen und das war nicht erfreulich«, antwortete ich. »Die Story erzählen wir beim Abendessen. Wären sie bitte so freundlich, einen Tisch auf der Terrasse zu reservieren«? »Klar erledige ich, so in einer Stunde?« »Ja, in Ordnung, wir haben einen Riesenhunger nach der ganzen Aufregung«, sagte Holger Strass. »Na da bin ich aber gespannt, was ihr zu erzählen habt, klingt ja dramatisch.«