Alarmstufe Rot - Diagnose Krebs - Silvana Sprich - E-Book

Alarmstufe Rot - Diagnose Krebs E-Book

Silvana Sprich

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Beschreibung

Innehalten und zur Ruhe kommen im Wirbel der Überflutung von Diagnose und Krankheitsbewältigung - das ist das Besondere, das dieses Buch schenkt. Nicht nur die Menschen unterstützt es, die aktuell mit der Diagnose Krebs konfrontiert sind, sondern auch diejenigen, deren Krebstherapie selbst schon Jahre zurückliegt. Es bleibt hilfreich auch in der "Nachsorge". Eine leicht verständliche Orientierungshilfe, die Anstoß gibt und Perspektiven zu heilender Veränderung öffnet. Aus einem tiefen Verständnis und mit großer Klarheit deckt Silvana Sprich als ehemals selbst an Krebs erkrankte das Wesentliche auf. Sie gibt viele praktische Übungsanleitungen, die sich in der Selbstanwendung und in ihrer therapeutischen Arbeit mit Krebspatienten bewährt haben. Zusätzlich stellt sie Werkzeuge zur Verfügung, den individuellen Weg zur Heilung zu finden und diesen zu gehen. Alarmstufe ROT - Diagnose Krebs kann so direkt als Arbeitsbuch genutzt werden. Aus einem bedauernden "Wenn ich das schon früher gewusst hätte!" wird ein kraftvolles "Ich bin bereit, - jetzt weiß ich, was ich für mich tun kann!"

Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:

EPUB
MOBI

Seitenzahl: 184

Veröffentlichungsjahr: 2021

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Silvana Sprich

Alarmstufe ROT

Diagnose Krebs

Hindernisse & Möglichkeiten auf dem Weg zur Heilung

© 2021 Silvana Sprich

Umschlag, Illustration:

Luca Fritze

Textgestaltung:

Maria Tschanz

Verlag und Druck:

tredition GmbH, Halenreie 40-44, 22359 Hamburg

ISBN

 

Paperback:

978-3-347-07353-1

Hardcover:

978-3-347-07354-8

e-Book:

978-3-347-07355-5

Das Werk, einschließlich seiner Teile, ist urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung ist ohne Zustimmung des Verlages und der Autorin unzulässig. Dies gilt insbesondere für die elektronische oder sonstige Vervielfältigung, Übersetzung, Verbreitung und öffentliche Zugänglichkeitsmachung

INHALT

Vorwort von Dr. med. Christiane Müller-Wollert

Einleitung

Alarmstufe ROT: Mein eigener Krankheitskrimi

TEIL 1

HERAUSFORDERUNGEN, FRAGEN UND WEGE

Wesentliches

Sofortmaßnahmen nach der Diagnose

Vom Schuster und vom Schneider

Jeder Krebs ist anders

Risikofaktoren für Krebs

Was kann man vor der Operation tun?

Arzt und Therapeut

Placebo und Nocebo

Operation, Chemotherapie, Bestrahlung und Antihormontherapie

Mögliche Folgen nach einer OP

Implantate und Brustaufbauten

Beeinträchtigungen des Lymphsystems

Chemotherapie

Bestrahlung

Ein Fallbeispiel aus der täglichen Praxisarbeit

Antihormontherapie (Endokrine Therapie)

Partnerschaft nach Brustkrebs

Körper, Seele und Geist

Ein gesunder Geist in einem gesunden Körper?

Das Lymphsystem

Allgemeines über Lymphdrainage Behandlungen

Immunsystem und Schlaf

Ernährung

Therapeutische Maßnahmen

Psychoneuroimmunologie

Stressachse

Stigma

Gedanken und Gefühle

Arbeitsplatz

Wunsch nach Veränderung

Gefühle

Trauma

Bedeutung von Freunden und Freundschaft

Worte wie Waffen

Selbstliebe

TEIL 2

ÜBUNGEN UND PRAKTISCHE ANWENDUNGEN

Gesundheits-Checkliste von A bis Z

Körper und Bewegung

Jede Bewegung zählt

Sitzen

Bewegung als Heilmittel

Faszien sind faszinierend

Minuten Krafttraining

Schütteln

Grundübung zur Harmonisierung des Vagus Nervs

Schattenboxen

Boxtraining

Minitrampolin

Yoga für die Wirbelsäule

Sonnengruß

Die Kraft der Wiederholung

Die subjektive Unterforderung

Minutentraining

Simontons Visualisierung

Kalte Wasseranwendungen

Wim Hof

Stärkung und seelische Stabilisierung

Die Kraft des Willens

Ohren massieren

Achtsamkeit

Affirmationen

Atem

Hier und Jetzt

Atemmeditation

Atemübung im Quadrat

Herzatmung

Selbstbeobachtung und Wahrnehmung

Energiesäule

Dankbarkeit

Lächeln und Lachen

Meditation

Glücksbuch

Routenplaner zur Heilung

Vision

Visualisieren Ihres gesunden Körpers

Lebenskreis und Selbstreflexion

Zwiegespräche

TEIL 3

PERSÖNLICHES UND ERLEBNISSE

Kindheit und Wissensdurst

Meine Berufung

Therapeutische Arbeit

Schlüsselerlebnisse

Sterben

Seele

Stille

Christian Meyer

Erste Hilfe Antwort

Mein Weg

Verpasste Warnung

Vorwarnungen

Entscheidungen

Vorbereitung für den Eingriff

Systemische Familienaufstellungen

Meine Mama

Sieben Tage Kuraufenthalt

Heilungsseminar

Handlungsplan über die Jahre

Nach der Diagnose ist vor der Operation

Kurz nach der Operation

Über die Jahre

Allgemein

Bis Heute

AUSKLANG

Rund um das Thema Krebs von A bis Z

Weisheiten Zitate Sprüche

Danksagung

Literaturauswahl

Aus Gründen der besseren Lesbarkeit verzichte ich im Text auf die gleichzeitige Verwendung männlicher und weiblicher Sprachformen. Natürlich gelten sämtliche Personenbezeichnungen für jedes Geschlecht.

Vorwort von Dr. med. Christiane Müller-Wollert

Als mich Silvana nach einem Vorwort für dieses Buch fragte, stand für mich sofort fest, dass ich dieses von Herzen gerne schreibe. Ich habe Silvana als erstklassige Therapeutin kennengelernt, die über ein umfangreiches Fachwissen mit viel Erfahrung in der Körpertherapie, darüber hinaus in energetischen Heilverfahren und Komplementärtherapie verfügt. In ihrer Praxis behandelt sie ihre Patienten mit großer Kompetenz und tiefer Zuneigung, so sind erstaunliche Heilerfolge möglich geworden.

Nun schreibt sie dieses wunderbare Buch über ihre eigene Heilung und ihre Erfahrungen in der Behandlung ihrer Patienten. Dass sie mit diesem Buch dem Leser tiefe Einblicke in ihren persönlichen Heilungsweg zulässt, ist von unschätzbarem Wert besonders in der heutigen Zeit, in der die Individualität immer mehr in den Hintergrund gedrängt wird. Ich habe große Hochachtung für den Weg, den Silvana mit großer Kraft und Mut gegangen ist.

So wird dieses Buch ein Segen für viele Patienten sein, die sich mit der Diagnose "Krebs" alleingelassen fühlen. Sie werden hier Anregungen finden ihr Leben in die Hand zu nehmen und die Erkenntnisse aus der Schulmedizin mit anderen Heilmethoden zu ergänzen. Wenn der Körper krank ist, so heißt es innezuhalten, den Weckruf zu hören, das eigene Leben zu betrachten und die wahre Ursache der Krankheit aufzuspüren und aufzulösen. Die Diagnose "Krebs" erfordert eine Lebensumstellung, Selbstannahme, alte Gewohnheiten zu ändern, ausgediente Muster und Emotionen zu transformieren, aber auch Hilfe zuzulassen und annehmen zu können. Die wirkliche Veränderung des eigenen Lebens kann nur jeder einzelne in dem Wissen um die eigene Schöpferkraft bewirken. Dass dies möglich ist, wird in dem Ihnen vorliegenden Buch auf eindrucksvolle Weise geschildert.

Möge dieses Buch weite Verbreitung finden und vielen Erkrankten eine Unterstützung auf dem Weg sein, aber auch Angehörigen, Freunden und Gesunden Verständnis und Erkenntnis vermitteln.

Ich wünsche Ihnen, lieber Leser, dass Sie berührt werden von diesem Buch, und den Weg zur Heilung auf allen Ebenen, Licht und Liebe, sowie Gottes Segen.

Dr. med. Christiane Müller-Wollert

Fachärztin für Allgemeinmedizin

Integrative biologische Krebstherapie,

Biologische Medizin

Praxisklinik Dr. Schuppert, Bonn

Einleitung

In diesem Buch sind meine persönlichen empirisch gesammelten Erfahrungen, Ansichten und Behandlungsansätze beschrieben. Es entstand nach jahrzehntelangen Beobachtungen an Patienten und dem Austausch mit ihnen. Auch die persönlichen Schicksale und die Wahrnehmungen meiner Patienten, sowie meine eigene erlebte Heilungsgeschichte und daraus hervorgegangene Erkenntnisse und logische Schlussfolgerungen sind mit eingeflossen.

Ich bin in den wesentlichen Theorien bewandert und gleichzeitig Praktikerin. Für mich zählt nur das, was sich in meiner eigenen therapeutischen Praxis wirklich bewährt hat. Genau das soll der Schwerpunkt dieses Buches sein. Ich stelle nur eine Auswahl vor, die sich mir persönlich und meinem Umfeld gezeigt hat. Sie ist ein Ausschnitt aus dem riesigen Spektrum an Möglichkeiten, Erkenntnissen und Angeboten, das sich täglich durch Forschung enorm erweitert.

‘Alarmstufe Rot’ kann keinen Arztbesuch ersetzen, möchte Ihnen aber ausreichend Informationen an die Hand geben, damit Sie zusammen mit Ihrem behandelnden Arzt, Heilpraktiker und Therapeuten in der Lage sind, Ihre Lebensqualität zu verbessern und Ihre Gesundheit zu fördern.

Verstehen Sie meine Impulse als kraftspendenden Input FÜR Ihr Leben und Ihre Gesundheit, nicht als „Techniken oder Mittel gegen den Krebs“. Mit dieser Sichtweise wird das Lesen dieses Buches eine Einladung für ein authentisches und bewusstes LEBEN!

Ich schreibe in diesem Buch keinen allgemeinen Be-Handlungsplan vor. Wesentlich ist, wieder das Vertrauen zu sich selbst zu finden.

Von Herzen wünsche ich mir, dass Sie das für sich finden, was Sie in ihrem Leben weiterbringen kann, was die für Sie richtigen Veränderungen anstößt, um Linderung, Besserung und Gesundheit zu fördern.

Der erste Teil

ist eine Prozessbeschreibung von der Diagnose über Sofortmaßnahmen, Fragestellungen, bis hin zu Hinweisen auf das, worauf man in den Be-Handlungsstadien achten kann. Hierzu trug ich all das zusammen, was mir erforderlich und von Bedeutung erschien. Es werden Herausforderungen formuliert und gleichzeitig Handlungsräume eröffnet, selbstbestimmt den Weg durch eine Krebserkrankung gehen zu können.

Der zweite Teil

beschreibt Übungen, praktische Anwendungen zur Selbsthilfe und bietet klärende Informationen und interessantes Hintergrundwissen an. Dabei finden der Körper, das Seelische, der Gefühls- und Emotional-Bereich, ebenso wie das unsichtbar wirkende energetische Feld des Menschen gleichsam Beachtung.

Der dritte Teil

ist der autobiografische Teil, in dem ich aus meinem Leben, von meiner überwundenen Krebserkrankung, meinen Erfahrungen und über das berichte, was mich bewegt.

Im Ausklang

liste ich in alphabetischer Aufzählung Begriffe auf, die mir im Zusammenhang mit einer schweren Erkrankung wichtig erscheinen. Auch die Dankesliste, mich berührende Weisheiten und Sprüche finden Sie hier

Alarmstufe ROT: Mein eigener Krankheitskrimi

"WARUM ICH?!"

Diese Frage war die erste, die mir in den Sinn gekommen ist, als ich vom untersuchenden Arzt die Bestätigung bekam: „Sie haben Krebs! Das Ergebnis der Stanzbiopsie ist positiv!“ Das war ganz und gar nicht positiv!

Mich erwischte es eiskalt, so wie vermutlich die meisten, wenn die Diagnose zur Gewissheit wird. Seit vielen Jahren arbeitete ich beruflich mit Patienten, die von unterschiedlichen Krebserkrankungen betroffen waren und später aufgrund der Folgen der konventionellen Therapie in meine Praxis „unter meine Hände“ kamen. Während der Behandlung erzählten mir meine Patienten ihre Vorgeschichten, wie sie den Krebs entdeckten, von leidvoll erlebten “Neben”-Wirkungen der Therapien und ihrer persönlichen Ursachenforschung. Alle Operations- und Behandlungsberichte las ich aufmerksam durch und übersetzte diesen Fachjargon zum besseren Verständnis für meine Patienten.

So war ich sensibilisiert und erkannte bei mir selbst die Vorzeichen. Schon bevor der Krebs sich bei mir deutlich zeigte, machte sich das diffuse Gefühl „Etwas stimmt nicht!“ in meinem Körper bemerkbar. Dies wurde immer stärker. Sogar als ich mich unter die Hände meiner Kollegin Petra begab und sie bat: „Bitte taste mal, da ist eine seltsame Stelle rechts außen an der Brust! Ich habe bestimmt Krebs!“, war nichts zu ertasten und sie konnte nichts finden.

Zwei Monate später, nach einer erlebnisreichen 10-tägigen Wanderung durch die Wüste Süd-Marokkos, hatte ich bei meinem Gynäkologen einen Vorsorgetermin. Wie immer in den letzten Jahren sagte er: ”Alles in Ordnung!” Nachdem die Ultraschalluntersuchung beendet war und nur auf mein Drängen hin der absolut äußerste Rand meiner Brust nochmal untersucht wurde, da war sie sichtbar, diese ausgefranste kleine “Lagune”. Ich wusste sofort, dass es das war, was ich schon seit Wochen spürte.

Zur Abklärung bei einer anschließenden Farbdoppler-Sonographie in einem Brustzentrum, konnte ich dieses wie mir schien “verselbständigte Ding” nun dreidimensional auf dem Bildschirm betrachten. Es hatte sich schon eine eigene Blutversorgung angelegt, die Richtung Lunge abtauchte. Bei diesem Anblick gefror mir das Blut in den Adern – wusste ich doch, was das bedeutet: Ein Tumor, der nicht zu stoppen und auf Wachstum eingerichtet ist.

Der untersuchende Arzt empfahl mir zur sicheren Abklärung sofort eine Stanzbiopsie, an der krebsverdächtigen Stelle vorzunehmen. Dafür musste ich aber meine Befürchtung vor einer Streuung der Krebszellen aufgrund dieser unterdrücken. Ich hatte Angst davor, entschied mich aber, sie sofort machen zu lassen, denn ich wollte Gewissheit, ob es sich wirklich um bösartig verändertes Gewebe handelt.

Was für schreckliches Gefühl, als diese Nadel in meine bis dahin unversehrte Brust schoss.

Zwei Wochen später bekam ich, - mitten in meiner Arbeit -, telefonisch die Diagnose unverblümt übermittelt: “Die Gewebeprobe ist positiv, Sie haben Krebs!” Was für ein Schock! Und doch konnte ich in diesem Augenblick gar nicht reagieren, die Nachricht nicht an mich heranlassen, denn ich hatte in meiner Therapie-Praxis vollen Betrieb. Ich arbeitete einfach weiter. Alle Emotionen und Gedanken waren auf Alarmstufe rot, aber ich unterdrückte sie für diesen Moment vollkommen.

Was ich aber sofort beschloss war, keine Chemotherapie und Bestrahlung über mich ergehen zu lassen. Der 0,8 cm große Tumor sollte unbedingt entfernt werden. Das war mir wegen der bereits gelegten Blutversorgung des Tumors schon zu heikel. Mein Arzt verstand die Welt nicht mehr, dass ich alles außer der OP ablehnte.

Zu dieser Zeit kursierten in den Zeitschriften einige Erlebnisberichte von Betroffenen, die nach einer Krebstherapie anfingen, Marathon zu laufen oder durch die Wüste wanderten, um sich vollständig zu heilen und sich selbst wieder zu finden. Das hat mich sehr beschäftigt und in mir die Überzeugung reifen lassen, dass jeder Krebs anders ist. Ich lief zu der Zeit regelmäßig, hatte schon einige Marathonläufe bewältigt, war in der Wüste gewandert und dann erst kam die Diagnose.

Als Therapeutin konnte ich in der damals größten Datenbank für Ärzte nachschauen, wie die Wahrscheinlichkeit des Überlebens bei bestimmten Parametern und Größen des Tumors ist. Danach war für mich noch klarer, dass ich mich auf keinen Fall einer solchen, für mich sinnlosen Behandlung unterziehen werde. Die genaue Betrachtung der Daten sagte aus, dass die Bestrahlung in meinem Fall mir nur 0,5 Leben mehr gebracht hätte: Nach 5 Jahren ohne Behandlung leben von 100 Frauen noch 80, mit Bestrahlung 80,5. Das heißt, nur unbedeutend mehr überleben Krebs mit Strahlenbehandlung. Statistiken zu lesen, lernte ich in dieser Zeit.

Auch die Chemotherapie, die schon während oder kurz vor der Operation einsetzen sollte, lehnte ich voller Überzeugung ab. Es gab für mich damals wirklich keinen Grund, für eine minimale Trefferquote den gesamten Organismus zu vergiften und zu schwächen: Warum sollte ausgerechnet die unsterbliche Krebszelle bei diesem pauschalen Massenangriff zugrunde gehen? Und bei den Erfahrungen von hunderten Patienten mit Strahlenschäden, die ich schon unter meinen therapeutischen Händen hatte, konnte mich kein Mensch der Welt überzeugen, mich auf eine Bestrahlung einzulassen.

Schon in der Warteschleife von 14 Tagen bis zur OP begann ich, bei einer befreundeten Heilpraktikerin, mit der vorbereitenden homöopathischen- und Transformations-Therapie. Alles, was zum Beispiel über die Ernährung zu ändern war, setzte ich um.

Der nächste Schock kam 1 Woche nach der Diagnose: Ich entdeckte, dass mein Partner seit geraumer Zeit eine Affäre mit einer anderen Frau führte. Ich schaute dem Tod ins Auge und meine Beziehung war bedroht. Dies zog mir ganz und gar den Boden unter den Füßen weg. Ich nahm innerhalb kürzester Zeit mehrere Kilo Körpergewicht ab, ‘sah aus wie der Tod’ und entwickelte monatelang anhaltende Symptome wie Flackern des Augapfels und Schlafstörungen.

Nun bezog ich das Zimmer im Krankenhaus und die Eigendynamik, die eine Krebsbehandlung entwickelt, holte mich ein. Ich fühlte mich nun als selbst betroffene einem System ausgeliefert, auf das ich keinen Einfluss mehr hatte. Der operierende Arzt, die Stationsschwestern, (mir kam es sogar vor, auch die Putzfrau) schauten mitleidig auf mich: „Sie macht keine Chemo?!“ (als ob ich völlig verrückt sei) und legten so tonnenschwere Anker, die für mich Implantate der Angst waren.

„Der Tumor platziert überall Ableger und diese werden irgendwann aktiviert werden!“ sagte unvermittelt der Anästhesist, obwohl es nicht seine Aufgabe war, sollte er mich doch im Vorfeld der OP nur über die Folgen der Narkose aufklären.

Jedoch an diesem dahin geworfenen Satz hatte ich 3 Jahre zu arbeiten, um diese erneut implantierte Angst wieder loszuwerden.

Ich hatte mich sofort nach der Diagnose für eine systemische Familienaufstellung bei einem Therapeuten meines Vertrauens angemeldet, zu dem ich nun kurze Zeit nach dem Eingriff fuhr. Mein Überlebensthema wurde sichtbar, in der wohlwollenden Gruppe bearbeitet und zu meinem Glück auch aufgelöst.

Die Signale meines Lebens als Weckruf waren nicht schwer zu deuten: Es herrschte Alarmstufe Rot! Mein Leben wollte eine neue Richtung - jetzt oder nie. Was wollte das Leben noch von mir? Das galt es herauszufinden. Dabei konnte ich im Nachhinein auf Lebenserfahrungen zurückblicken, die in diesem Moment sehr hilfreich waren.

Meine eigene Konfrontation mit Krebs begann schon lange bevor ich 2005 selbst den Befund bekam, dass sich in meiner Brust ein Tumor eingenistet und bereits mit eigenen Blutbahnen versorgt hatte. Eine davon war die Begleitung meiner viel zu früh an Krebs verstorbenen Mutter.

Auch setzte ich mich schon aus beruflichen Gründen, als Körpertherapeutin mit Schwerpunkt auf Lymphdrainage, mit der Krankheit Krebs und grundsätzlich mit Heilung auseinander, noch bevor ich selbst davon betroffen war.

Ich kannte alternative Heilungswege, ohne lange suchen zu müssen. Bei meiner eigenen Diagnose „Krebs“ stand ich nicht vor dem Nichts, sondern konnte auf fundiertes fachliches Wissen zurückgreifen. Bei den Patienten meiner Praxis, meinen Verwandten und Bekannten hatte ich bald den Ruf, über Wissen zu verfügen, wie man Selbstheilungskräfte auch bei schweren Erkrankungen aktivieren könne.

Immer wieder hörte und beantwortete ich die gleichen Fragen, bis ich auf die Idee kam, alles in einen „Erste-Hilfe-Ratgeber“ im Falle Krebs aufzuschreiben.

Teil 1

Herausforderungen, Fragen und Wege

Mit der Diagnose Krebs wird man gezwungenermaßen mit einem für den Laien meist unbekannten Fachgebiet der Medizin, der Onkologie konfrontiert. Heutzutage gibt es in jeder Familie von Krebs Betroffene. Doch man hat sich nicht unbedingt tiefgreifend mit dem Thema Krebs befasst. Erst jetzt wird es notwendig. Plötzlich wird man von den Unmengen an medizinischen Informationen fast überwältigt. Nach dem Schock der Diagnose werden manchmal wichtige Informationen, die einem der Arzt mitteilt, später nicht mehr erinnert oder gar nicht erst wahrgenommen. Deshalb hier schon der erste Tipp: Fragen sie Ihren Arzt, ob Sie das Gespräch aufzeichnen dürfen. Lassen sie sich von einer Person Ihres Vertrauens begleiten; vier Ohren hören mehr als zwei.

Ich begleite schon über viele Jahre hinweg Patienten, während und nach der erfolgten Krebstherapie. In den mit ihnen geführten Gesprächen wurde deutlich, was an Informationen zuträglich und für sie wichtig ist.

Von Sofortmaßnahmen nach der Diagnose bis hin zu Folgen der üblichen Therapiemaßnahmen und operativen Eingriffe, finden Sie im Weiteren leicht verständliche und gebündelte Informationen. Hier können Sie in Ruhe alles nachlesen. Zusätzlich habe ich eine Sammlung von Fachwissen über die Funktionen des Körpers und der Seele zusammengetragen. Durch das Verstehen von Abläufen und Funktionen, im Körperlichen wie im Seelischen, kann man leichter wichtige Entscheidungen treffen.

Wesentliches

Die 'Alarmstufe Rot, Diagnose Krebs' verdeutlicht die Herausforderung, gewissenhaft und allumfassend die Tragfähigkeit und Stabilität bisheriger Lebens- und Handlungsweisen und persönlicher Konzepte zu prüfen. Hierzu gehören viele Aspekte unserer Lebensbereiche. Die Diagnose Krebs ruft zu tiefgreifender Veränderung auf.

Es ist sinnvoll, sich für die Beantwortung der folgenden wichtigen Fragen Zeit zu nehmen. Sie helfen dabei authentischer zu leben und immer mehr das eigene wahre Selbst zu entdecken.

• Was mache ich mit meinem Leben?

• Was erwartet das Leben von mir? (nach Viktor Frankl)

• Was ist mir wichtig?

• Wie will ich wirklich leben?

Bei dieser Erkrankung und den möglichen Folgen der unterschiedlichen Therapien ist es wichtig, über die physischen Veränderungen und Einschränkungen, informiert zu sein. Man kann sich das alles gar nicht vorstellen und ist überfordert. Und wenn sich nun schon so viel verändert, dann ist es am besten, dass man so viel wie möglich selbst bestimmt! Man betritt förmlich ein unbekanntes Terrain, wird von Themen, Fragen, anliegenden Entscheidungen überflutet, deren Auswirkungen man nicht einschätzen kann.

Einige Phasen nach der Krebsdiagnose sind für Betroffene besonders herausfordernd, da in kurzer Zeit viele Entscheidungen getroffen werden müssen, die weitreichende und nachhaltige Konsequenzen nach sich ziehen.

Entscheidend ist der Zeitraum zwischen der Diagnose und den dann geplanten Eingriffen.

Die Diagnosen und Prognosen der Ärzte, oft in einem unverständlichen und distanzierten Jargon formuliert, erzeugen dadurch meist Angst. Zudem wird ein Druck erzeugt, zu handeln, was wiederum verhindert, ruhig zu bleiben und Zeit zu finden, sich gründlich zu informieren.

Der Krebs hat sich ja nicht erst gestern entwickelt, sondern über einen Zeitraum hinweg.

Im Folgenden möchte ich zunächst einen Überblick geben, worüber man sich als Betroffener Gedanken machen sollte und was man erfragen kann. Wichtige Zeiträume, in denen unterschiedliche Anforderungen an einen gestellt werden sind:

• Die Zeit von der Diagnose bis zur Operation

• Die ersten Wochen nach der OP

Erst einmal Ruhe bewahren und sich ausführlich informieren, sind Voraussetzung, um die nach der Diagnose folgenden elementaren Entscheidungen treffen zu können. Wie beeinflusst man aufgrund spezieller Ausdrucksweisen ist, um ein Für oder Wider zu wählen, verdeutlicht das folgende Zitat:

„Nicht nur im Bereich der politischen Diskussion ist das Framing ein starkes Werkzeug, es prägt auch unsere individuellen Entscheidungen und scheint für uns unbewusst sogar wichtiger zu sein als Fakten. Dies konnte 1991 ein Experiment der renommierten Psychologen Amos Tversky und Daniel Kahneman zeigen, bei dem sich die befragten Probanden eher für eine medizinische Operation entschieden, wenn ihnen eine Überlebenschance von neunzig Prozent in Aussicht gestellt wurde, jedoch dagegen, wenn diese als Sterbewahrscheinlichkeit von zehn Prozent bezeichnet wurde.“

(aus dem Buch: Politisches Framing von Elisabeth Wehling, 2018)

Sofortmaßnahmen nach der Diagnose

• Austausch mit Menschen denen man vertraut, auch außerhalb des gewohnten Umfelds

• Mit allen Arbeiten und Verpflichtungen pausieren, um Zeit zu gewinnen, denn in den kurzen Pausen des Alltags ist nicht genug Zeit, um gut für sich selbst zu sorgen. Jetzt braucht es Raum, den Fokus auf sich zu richten und mit einem liebevollen Blick auf sich selbst zu schauen

• Ärzte, Therapeuten und Heilkundige finden, die einem zuhören und helfen die wichtigen Entscheidungen zu treffen

• Regelmäßige Meditation beginnen, um ruhiger und gelassener zu werden. Im Teil 2 sind einige Anleitungen zu finden

• Erstellen einer persönlichen Gesundheitscheckliste ab Seite 94

Vom Schuster und vom Schneider

Zum Arzt kam ein Schuster, der unter starken Schmerzen litt und dem Tod nahe schien. Der Arzt gab sich Mühe, fand aber kein Rezept, das noch hätte helfen können.

Ängstlich fragte der Patient: „Gibt es nichts mehr, was mich retten kann?“ Der Arzt antwortete: „Ich kenne leider keine anderen Mittel.“ Darauf antwortete der Schuster: „Wenn nichts mehr hilft, dann habe ich zum Schluss noch einen Wunsch: Ich möchte einen Eintopf mit zwei Kilo dicken Bohnen und einem Liter Essig.“ Der Arzt hob resigniert die Schultern: „Ich halte nicht viel davon, aber wenn Sie meinen, können Sie es versuchen.“

Die Nacht über wartete der Arzt auf die Todesnachricht. Am nächsten Morgen aber war der Schuster zum Erstaunen des Arztes quicklebendig und gesund. So schrieb er in sein Tagebuch: Heute kam ein Schuster zu mir, für den es kein Mittel mehr gab. Aber zwei Kilo Bohnen und ein Liter Essig haben ihm geholfen.

Kurze Zeit darauf wurde der Arzt zu einem schwerkranken Schneider gerufen. Auch in diesem Fall war er am Ende seiner Kunst. Als ehrlicher Mann gestand er dem Schneider dies ein. Der bettelte: „Wissen Sie nicht noch eine andere Möglichkeit?“

Der Arzt dachte nach und sagte: „Nein, aber vor nicht allzu langer Zeit kam ein Schuster zu mir, der unter ähnlichen Beschwerden litt wie Sie. Ihm halfen zwei Kilo Bohnen und ein Liter Essig.“ „Wenn nichts mehr hilft, werde ich halt das versuchen.“, antwortete der Schneider. Er aß die Bohnen mit Essig und war am nächsten Tag tot.

Daraufhin schrieb der Arzt in sein Tagebuch: Gestern kam ein Schneider zu mir. Ihm war nicht zu helfen. Er aß zwei Kilo Bohnen mit einem Liter Essig, und er starb. Was für Schuster gut ist, ist nicht gut für Schneider.“

Nossrat Peseschkian

Jeder Krebs ist anders

Jeder Krebs ist anders, denn es handelt sich bei diesem um keine einheitliche Erkrankung. Jeder Mensch hat seine ureigene Geschichte und individuelle Entwicklung und ist anderen Lebensumständen ausgesetzt. Dies ist der Grund dafür, dass genauso unterschiedliche Krebsarten entstehen können. Die medizinische Forschung bewegt sich immer mehr in Richtung individueller Krebstherapien. Hat man einen Tumor- oder Zellwachstumsprozess in seinem Körper, sind verschiedenartige Ansätze der Behandlung notwendig. Manche Tumore wachsen schnell, andere langsam, einige bilden Metastasen, andere keine oder erst Jahre später, wiederum bilden sich einige Tumore zurück oder kapseln sich ab und bleiben inaktiv.

Gerade weil es keine einheitliche Therapie geben kann, auch was die Aggressivität dieser unterschiedlichen Krebsarten betrifft, ist es am besten, dass man ihn so früh wie möglich entdeckt, um in irgendeiner Weise, für die man sich in Ruhe entscheidet, einzugreifen.

Wichtige Fragen sind dabei:

• Wo genau befindet sich der Tumor?

• Wie groß ist er?

• Welcher Art ist er?

• Gibt es Metastasen?

• Sind Lymphknoten befallen?

Diese Antworten auf die obigen Fragen entscheiden über den weiteren Verlauf der Behandlung. Hat der Tumor eine bestimmte Größe nicht überschritten, kann man mit einer Operation und durch großzügiges