6,99 €
Was führt einen jungen Menschen dazu sich zu radikalisieren? Welche familiären und psychischen Strukturen begünstigen eine Abkehr von Mitgefühl und sozialer Verantwortung hin zu Gewalt und Terror? Wie erleben die Eltern, die für sie unvorstellbare Veränderung ihres Kindes und die Reaktionen der Umwelt? Welchen innerpsychischen Prozess durchläuft ein Täter nach dem Anschlag? Und sie geschieht, die stille Radikalisierung! Eine spannend inszenierte Darstellung der Radikalisierung eines Jungen zum Dschihadisten. Die reduzierte Sprache und ihre Redundanz führen den Leser immer tiefer in das Geschehen der Protagonisten und eröffnen eine Welt, in der es um Verführung, Schmerz, Leugnung, Hass und Verständnis geht. Ein Theaterstück das nachdenklich und betroffen macht!
Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:
Seitenzahl: 45
Veröffentlichungsjahr: 2019
die Ihr in den bequemen Sesseln sitzt,
öffnet Eure Augen und Ohren,
damit Ihr sehen und hören könnt
und öffnet Eure Herzen,
damit Ihr Euch berühren lasst,
von dem, was um Euch herum
und in der Welt geschieht!
So lebst du deine Gewalt
und glaubst gar, du bist im Recht
Aber schau, die Träne, die aus den Augen rinnt
ist Deine
So die Raupe dem Schmetterling
nicht entrinnen kann
und der Mond der Vollendung nicht entkommt
kämpfst und streitest du
Gegen wen
Es ist der andere nur in dir
sein Blut tropft aus deinen Adern
Kein Weg weit und breit
kann dich führen aus dem
Wir
Wir sind Eins
Alles ist Eins
Und wirst du dich wehren
mit Händen und Füßen
so gleitet doch deine Seele
zum Ende hin
in das warme Lachen
des Alles ist Eins
Wie wohl, du könntest jetzt
im Schlage innehalten
und dich in ihm
ganz sanft berühren
Die Erde aus dem Innern tief
würde beben und
eine Träne der Freude
still vergießen.
Personen/Orte
I
II
III
IV
V
VI
VII
VIII
IX
X
XI
XII
XIII
XIV
XV
XVI
XVII
XVIII
XIX
XX
XXI
XXII
Anhang
Alter Vater
Mittelalter Sohn
Junge Mutter
Junger Vater
Junger Sohn
Mittelalte Mutter
Mittelalter Vater
Junger Sohn
Dschihadist im Internetchat
Junger Sohn vor Anschlag
Mittelalter Sohn nach Gefängnis im inneren Dialog
Alte Wohnung Eltern mit Kind
Wohnzimmer, Laptop auf dem Tisch
Kinderzimmer mit Bett und PC
Neue Wohnung der Eltern Internetchat
Alter Vater
Mittelalter Sohn
Alter Vater
Wer sind Sie?
Guckt nichtwissend.
Mittelalter Sohn
Ich bin doch …
Abbruch.
Alter Vaterunterbricht direkt.
Ich kenn Sie nicht.
Hauen Sie ab.
Mittelalter Sohn
Ich bin doch extra …
Alter Vaterunterbricht wieder direkt.
Verschwinden Sie!
Ärgerlich.
Mittelalter Sohn
Gekommen …
Alter Vater
Weg hier!
Mittelalter Sohn
Aber …
Ich bin … zögert.
Alter Vater
Mir egal.
Pause.
Mittelalter Sohnblickt suchend um sich.
Wo ist SIE denn?
Alter Vater
Wer SIE?
Was wollen Sie überhaupt?
Mittelalter Sohn
Aber … zögernd.
Hast du mich vergessen?
Alter Vater
Dich
noch nie gesehen.
Prüfend, lange Pause.
Mittelalter Sohn
Und Erinnerungen …
Alter Vaterabwehrend.
Erinnerungen.
Mittelalter Sohn
Ja,
du musst doch …
Alter Vater
Nein,
muss ich nicht.
Mittelalter Sohn
Aber …
Alter Vater
Es ist besser ohne Erinnerungen.
Mittelalter Sohn
Besser ohne Erinnerungen?
Alter Vater
Ja.
Keine Erinnerungen. Keine Schmerzen.
Mittelalter Sohn
Verstehe.
Alter Vaterspöttisch.
Ah ja.
Mittelalter Sohn
Glaub schon.
Alter Vater
Glaubst du.
Mittelalter Sohn
Ja.
Auch ich habe Erinnerungen.
Alter Vater
Aha.
Mittelalter Sohn
Auch schmerzliche.
Alter Vater
Sei still.
Kleine Pause.
Mittelalter Sohn
Erinnerungen können helfen.
Alter Vater
Helfen?
Mittelalter Sohn
Ja, helfen.
Alter Vater
Wüsste nicht, wobei.
Mittelalter Sohn
Etwas zu verstehen.
Alter Vater
Da gibt es nichts zu verstehen.
Mittelalter Sohn
Man kann es versuchen.
Alter Vater
Ach ja?
Mittelalter Sohn
Ja, gewiss.
Alter Vater
Was war, war.
Mittelalter Sohn
Ja.
Rückgängig kann man nichts machen.
Alter Vater
Nein.
Kann man wohl nicht.
Mittelalter Sohn
Nein.
Leider nicht.
Alter Vater
Leider.
Mittelalter Sohn
Ja.
Es gibt immer etwas …
Alter Vater
Ja.
Gibt es wohl.
Mittelalter Sohn
Bei mir jedenfalls.
Alter Vater
Sei still.
Mittelalter Sohn
Aber …
Alter Vater
Ich will nichts mehr wissen.
Mittelalter Sohn
Auch nicht, um Altes zu verstehen?
Alter Vater
Nein.
Aufrühren weckt alte Schmerzen.
Mittelalter Sohn
Aber wo ist SIE?
Alter Vater
SIE? Um Ruhe bemüht.
Genug geredet. Bin müde. Schließt die Augen.
Längere Stille.
Alter Vaterohne die Augen zu öffnen, spricht in den Raum.
Tot ist SIE.
Kurze Stille.
Mittelalter Sohnblickt zum Boden, entsetzt fragend.
Tot?
Alter Vater
Ja.
Sag ich doch.
Mittelalter Sohn nimmt die Hände an den Kopf.
Tot.
Alter Vater
Was geht es dich an?
Mittelalter Sohnhebt den Kopf, leicht vorwurfsvoll fragend.
Dass sie tot ist?
Alter Vater
Interessiert mich auch gar nicht. Stellt sich hin.
Und nun weg hier!
Mittelalter SohnNoch wie versteinert.
Kann ich nicht.
Alter Vater
Brauche jetzt Ruhe.
Setzt sich wieder in den Sessel. Schließt die Augen.
Junger Sohn
Junge Mutter
Junger Vater
Junger Sohnkommt rein, geht in sein Zimmer an seinen PC und zockt, längere Pause.
Junge Mutterbetritt eilig das Wohnzimmer, nimmt ihre Tasche, schaut kurz in das Kinderzimmer.
Kannst du nicht mal was anderes tun?
Junger Sohn
Keine Antwort. Wie nichts gehört.
Junge Mutter
Ich spreche mit dir. Schaut um den Türpfosten.
Kramt dann nach ein paar Unterlagen in ihrer Tasche.
Junge Muttervom Wohnzimmer in Richtung Kinderzimmer.
Hallo?
Hörst du mich nicht?
Junger Sohn
Was?
Junge Muttergeht zu ihm hin.
Ich sage, ob du nicht mal rausgehen kannst.
Junger Sohnim Spiel vertieft.
Junge Mutter
Hey!
Hörst du mir nicht zu? Schüttelt leicht an seiner Schulter.
Junger Sohnwendet halb den Kopf.
Was denn?
Junge Mutterschüttelt den Kopf.
Kannst du dich nicht verabreden?
Junger Sohnzockt wieder, vorwurfsvoll.
Man, mein Clan.
Junge Mutter
Wie, dein Clan?
Junger Sohn
Ich bin online.
Junge Mutter
Online.
Ob du dich nicht verabreden kannst?
Junger Sohngenervt.
Lass mich!
Junge Mutter
Wieso nicht, will ich wissen.
Junger Sohn
Weil keiner da ist.
Junge Mutter
Wie, keiner da?
Junger Sohn
Ja.
Junge Mutter
Was ja?
Junger Sohn
Mit mir macht keiner was.
Junge Mutter
Wie,
