Alles und doch nichts - Clara Celeste - E-Book

Alles und doch nichts E-Book

Clara Celeste

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Beschreibung

Wie ist es sich in jemanden zu verlieben? Kann man dieses Gefühl kaufen? Dieses Gefühl kennt Noah nicht, bis er seine Nachbarin kennen lernt, die mehr an seinem Leben beteiligt ist, als ihm lieb wäre.Nicht nur ist sie eine der schwierigsten Personen die Noah je begenet sind, sondern sie fordert ihn auf eine emotionale Achterbahn heraus, mit die selbst der sonst so vorbereitete Mann nicht vorbereitet ist.

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EPUB
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Seitenzahl: 115

Veröffentlichungsjahr: 2022

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Clara Celeste

Alles und doch nichts

 

 

 

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Inhaltsverzeichnis

Titel

Kapitel 1

Kapitel 2

Kapitel 3

Impressum neobooks

Kapitel 1

Mir hatte es im Leben nie an etwas gefehlt. Nicht das es mir aufgefallen wäre, denn wie gesagt, ich hatte immer alles. Die Eltern, die Freunde und vorallem keine Limits. Ich kannte nichts anderes, deswegen war ich nicht auf jemanden wie Valentina vorbereitet. Jemand der mir das Gefühl gab nicht die Macht, die Überhand einfach das was man immer haben konnte auf einmal nicht mehr haben zu können.

„Name?,” fragte die Damen am Empfang. Sie war neu. Jeder andere Portier im Sophienpalast kannte mich. Ihre blau-weiße Uniform war frisch gebügelt und liess ihren sonnenstudiogebräunten Taint hervorheben. Ihr roter Lippenstift machte sich nicht gut auf ihren dünnen Lippen. Man konnte ihr ansehen, dass sie ziemlich unsicher war. Das Foyer war bis auf weiteres leer. Nur ein weiterer Portier stand neben ihr und tippte wie wild Rechnungen in das System ein. Die hellen grau-weißen Fliesen passten sich mit den weißen Wänden ab. Hinzu kam das Logo des Palais, welches sich auf der Wand hinter den Portiers und auf allen möglichen Sitzgarnituren wiederspiegelte. Ich hingegen hatte eine einfache schwarze Jeans und einen ausgeleierten Pullover an. Einen Rucksack mit Alkohol und einen leichten Hauch von Grasgeruch an meinem Körper. Kein Wunder, dass sie mich so an sah, als ob ich Fehl am Platz wäre. Wenn sie wüsste, dass ich mir hier locker eine Wohnung kaufen könnte würde sie nicht so schnipisch gucken. „Noah Sawyer,” sagte ich und wartete, bis sie meinen Namen im System fand. Sie nickte, lächelte und zeigte mir mit einer Handbewegung den Weg zum Fahrstuhl, den ich schon etliche Male benutzt hatte.„Einen schönen Abend wünsche ich Ihnen,” versuchte sie noch hinterher zu rufen, doch ich ignorierte sie und stieg ohne sie noch eines weiteren Blick zu würdigen in den Fahrstuhl. Ich konnte solche Leute nicht leiden, die einen erst mit Respekt behandelten, wenn es bereits zu spät war. Im Fahrstuhlspiegel begutachtete ich meine neue Frisur. Noch immer konnte ich mich nicht an die Kürze gewöhnen. Meine sonst schulterlangen braunen Haare waren jetzt nur noch bis unter die Ohrläppchen lang. Meine Mutter hatte mir eingeredet, ich sah mit langen Haaren wie ein Obdachloser aus. Mein bester Freund Richard hatte mich immer Jesus genannt. Sonst schien ich nicht besonders unauffällig zu sein. Meine Ex-Freundin hatte mich mal mit Chuck Bass verglichen, wer auch immer das sein mag. Meine sonst braunen Augen hatten eine leicht rötliche Umrandung vom Gras. Ich fuhr in das fünfte Stockwerk und landete in der Etage, wo mein bester Freund Richard wohnte. Ich war froh, dass ich meine eigene Wohnung drei Straßen weiter hatte. Allein der dauernde Portierwechsel würde mich stressen. Ich klingelte an der Wohnungstür. In wenigen Sekunden erschien Richard. Ein grosser junger Mann mitte Zwanzig in grauer Jogginhose und schwarzen Hoodie im Türrahmen. „Noah was geht, was hast den solange gebraucht?”Aus der Wohnung roch es vollkomen nach Mariuhana und teurem Gin. Hinzu kam laute Technomusik. „Deine Portierfrau ist einfach mega anstregend,” erwiederte ich und bekam von Richard eine schulterklopfende Umarmung und einen angefangenen Joint in die Hand gedrückt. „Entspann dich erstmal.”, sagte er und kicherte wie ein zehnjähriger. Den sonst so hellen und großen Flur konnte man in der Dunkelheit kaum erkennen. Die paar Statuen, die Richard von seinen Weltreisen mitbebracht hatte sammelten sich alle auf einer schwarzen Konsole im Flur, die man jetzt nur in Umrissen wahr nehmen konnte. Ein dunkelblauer Teppich deckte den ganzen Flur ab. Nur das Flackern aus einem hinterem Zimmer verriet, dass wir nicht alleine waren. „Wer ist schon alles da?”, fragte ich, als Richard mir ein Bier in die Hand drückte, während ich meinen Rucksack ohne den Inhalt zu zerbrechen auf die graue Küchenarmatur legte. „Alex, Phillip und zwei Mädels, die Phillip mitgebracht hat,” sagte Richard und sah ziemlich desinteressiert aus. Richard hatte einen bestimmten Anspruch, wenn es um Mädchen ging. Sie musste gebildet, brünett und am besten wie er Jura studieren. Alle anderen waren ihm zu anstrengend oder er konnte sie nicht seiner Familie vorstellen ohne einen genervten Seitenblick seiner Mutter zu erhaschen. Ich ging den langen dunklen Flur hinter ihm her und gelangte in das Wohnzimmer, welches mit einem offenen Kamin, einem weissen Sofa und einem Designerholztisch ausgestattet war. Von den langen und breiten Fenster war das Rooftop zu erreichen, von welchem der Weitblick auf die Alster zu geniessen war. Im Kamin knisterte ein Feuer und auf den weißen Sofa saßen Alex und Phillip. Beide kannte ich aus meiner Kindheit, wir waren Nachbarschaftsfreunde, hatte die Grundschule und das Abitur zusammen gemacht. Beide grinste mich an als sie mich sahen und standen auf. Phillip versuchte erst sein Gleichgewicht wieder zu finden bevor er auf mich zu taumelte. Er war immer der, der als erster betrunken war. „Noaah. Lange nicht mehr gesehen. Alles gut bei dir?” „Und bei dir?”, fragte ich grinsend und umarmte ihn, als ob ich in nicht erst heute morgen beim joggen gesehen hätte. „Bruder ich bin so high, selbst ne Wolke hebt nicht so ab wie ich,” sagte Phillip und strich sich die blonden Haare aus dem Gesicht. Die beiden Mädels auf dem Sofa kicherten nervös. Alex wirkte wie ein Vampir, als er mit seinen dunklen Haare die er perfekt nach hinten gegeelt hatte und seiner Anzugshose, die er noch von der Arbeit anhatte, auf mich zukam und mir mit definitiv zu roten Augen entgegen kam. Den beiden Mädels auf dem Sofa nickte ich nur zu, da ich mir ihre Namen nicht merken würde. Alex setzte sich neben die Blonde der beiden und küsste sie innig. Wir gaben uns keine Mühe die Mädels kennen zu lernen die weder Phillip noch Alex mitbrachten. Am gleichen oder einen Tag später saß eine neue neben ihnen. Selten sah man die Mädels ein zweites Mal wieder. Es begang der Smalltalk, der immer wieder zeigte, wieso wir Freunde waren. Gleiche Interessen und gleiche Ziele. Selber Stand und eine Langeweile die selbst das Geld nicht mehr stillen konnte. Ab und zu saß ich hier und langweilte mich selsbt mir ihrer Gesellschaft. Alex erzählte davon, dass er diese Woche seinen Führerschein verloren hatte, da er zu schnell und alkoholisiert gefahren war. Ab und zu meldete sich eines der Mädchen zu Wort, um nach Feuer für eine Zigarrette oder um Aufmerksamkeit von ihren Begeleitern zu bekommen, die sie dann auch bekamen. Eine von ihnen hieß Merle und versuchte allen zu erzählen, wie sie und Phillip sich kennen gelernt hatten und das sie bald in eine WG in Eimsbüttel ziehen würde. Sie nippte immer wieder nervös an ihrem Gin, da Richard oder ich ihr je und wieder ins Wort fielen um ein anderes Thema einzuschlagen. Irgendwann gab Merle auf und tat beschäftigt, indem sie auf ihr Handy sah. Ich drehte ein paar Joints. Richard holte meinen Rucksack und bediente sich an den Flaschen und schenkte jedem nach. Es klingelte an der Tür. „Das müssen die Burger sein.“, sagte Phillip und sprang auf. Er kam mit zwei vollen Tüten wieder. Wir gingen zu dem Esstisch im anderen Raum. In jedem Zimmer von Richard´s Wohnung könnte man denken man sei in einer Art Museum von Statuen und Vasen. Genauso war es hier im Esszimmer, ein großer langer Glastisch mit eleganten cognacfarbenen Schwingstühlen wurde von großen Vasen und Statuen umrundet und wirkte fast wie ein falsches Möbelstück. „Oh ist die schön.“, sagte Merle und sah sich eine hellblaue Vase mit verschiedenen Mosaikformen näher an. „Die ist aus Sri Lanka.“, sagte Richard, während er aus der Kommode gegenüber Teller und Besteck raus holte. Ich fragte mich immer wieder, wie er sich nach so viel Alkohol und Drogen so nüchtern verhalten konnte. Während des Essens planten wir unseren jährlichen Ski Urlaub. Letztes Jahr waren wir in St. Moritz, dieses Jahr hatte Alex die Planung übernommen und schlug Ischgl vor. Merle tat so, als ob wir sie einplanen würden, dabei war dies immer ein reiner Männerurlaub. Phillip und sein Mädchen standen eine Stunden nach dem Essen auf und gingen. Alex und sein Mädchen taten es ihnen gleich, sodass Richard und ich am Ende zu zweit wieder vor dem Kamin saßen. Ich hatte uns wieder einen Joint gedreht und mir den Pullover ausgezogen. Ich beobachtete kichernd, wie die Schatten des Feuers auf meiner Brust herum tanzten. Richard trank eine halbe Flasche Eistee weg und wühlte anschließend in einer Kommode herum. „Was war das den für eine die Alex dabei hatte? Die war so nervig.“, sagte Richard und hielt grinsend und triumphierend die Pillen in die Luft die er gesucht hatte. „Ich fand die von Phillip noch nerviger.“, sagte Richard und öffnete die kleine Tüte vorsichtig. „Hab die von meinem dahmaligen Nachbarn besorgt.“, sagte er und hielt mir eine lila farbene Pille hin. Ich nahm sie zusammen mit dem Eistee ein. Er nahm sich eine grüne. Irgendwann hatte ich das Gefühl, meine hintere Kopfhälfte fehlte mir, doch es fühlte sich so gut an. Schon bald wusste ich nicht mehr wo ich war, jedoch war es immer schön zu fliegen.

Ich wusste zuerst nicht wo ich war, bis ich die Kissenumrisse vom Sofa erkannte. Irgendetwas hartes lag auf meinen Beinen, doch ich war zu schwach um auch nur den Kopf anzuheben. Es drehte sich alles und ich hatte mich nicht einmal bewegt. Wann bin ich weggetreten? Wie spät war es? Welcher Tag war heute? Fehlt meine hintere Kopfhälfte immer noch? Ich traute mich nach unten zu sehen und erkannte, dass Richard mit seinem Körper auf meinen Beinen lag. Auch er schien total weggetreten zu sein. Das Feuer im Kamin war längst aus und die Sonnenstrahlen schienen durch das Zimmer. Durch sie bin ich also wach geworden. Ich versuchte mich zu drehen und bereute es sofort. Ich konnte mein Gewicht nicht mehr halten und fiel mit einem stupfen Geräusch auf den Boden. Wie viel Zeit war vergangen? Ich merkte nur, wie ich an der Schulter gewegt wurde. „Bro, wach auf. Digga? Bist du immer noch dicht?”, Ich öffnete langsam die Augen und sah Richard an. Er stand mit frisch gewaschenen Haaren und einem Glas Wasser in der Hand, was er mir hinhielt, vor mir. Lag er den eben nicht noch auf meinen Beinen? Wie konnte er sich so schnell bewegen. Ich wette er war Batman. Ich nickte und dachte, dass mein gesammert Kopf nach vorne fiel. Richard lachte nur und fuhr sich mit der anderen Hand durch die Haare. Ich trank gierig das Glas in einem Schluck leer. Ich setzte mich auf und sah mich im Zimmer um. Überall lagen die Flachen. Auf dem Tisch sah man einzelne Spuren von dem verbliebenen Koks. „Alter wann sind die anderen den gegangen?”, fragte ich und stand auf. Der Boden schien recht stabil zu sein. Richard lachte und schüttelte den Kopf. „Ich hab keine Ahnung, Digga. Aber genau so muss es laufen.” Er sah kurz raus. „Wie spät?”,fragte ich ihn, obwohl es mir graute die Uhrzeit zu wissen. „Viertel nach Fünf.” Ich fasste mir an den Kopf. Ich hatte den ganzen Tag verschlafen, sowas hasste ich. Nachdem Richard und ich uns Essen bestellt und die Wohnung etwas aufgeräumt hatten ging ich nach Hause. Die Strassen wirkten ruhig, in den Nachbarschaftsgärten roch es nach gegrilltem und die Sonne schien noch ihre letzten Strahlen, als ich an meiner Wohnungstür ankam. Meine Wohnung erschien mir immer so klein, wenn ich in Richard´s gewesen bin und das obwohl ich hundert Quadratmeter für mich allein hatte. Das Mehrfamilienhaus gehörte meiner Familie seit mindestens zwei Generationen. Es wurde vor fünf Jahren komplett saniert, sodass ich beim Einzug alles neu hatte. Mein Flur ließ mich zu allen Räumen gelangen. Das Schlafzimmer ging in Richtung des Hintergartens, mit einem großen Balkon. Es war in einer tannengrünen Farbe angestrichen und einem großen Boxspringbett ausgestattet. Ein kleines Nebenzimmer diente als begehbarer Kleiderschrank. Neben der Wohnungstür lag das Wohnzimmer mit Blick zur Straße und ließ mich gleich erblicken, wenn unerwartete Gäste kamen. Die geräumige Küche hatte ich seit den fünf Jahren kaum wahr genommen, da ich nicht besonders gut kochen konnte, weder viel Zeit in der Küche verbrachte. Höchstens um mir einen schwarzen Kaffee zu machen. Ich bestellte mir lieber etwas oder machte mir wenn das nötigste zu Essen. Jedoch schien jeder der meine Wohnung betraht die helle und lichtdurchflutete Küche mit ihrer neumodischen Einbauküche und einer Kücheninsel zu lieben. Neben dem Wohnzimmer grenzte ein Arbeitszimmer, indem ich die meiste Zeit damit verbrachte für die Uni zu lernen oder meine eigene Businessidee auszubauen. Schlicht, weiß und minimalistisch eingerichtet und mit einem alten jedoch eleganten viktorianischen Doppelschreibtisch in Walnussfarbe und grünem Leder, an dem schon mein Urgroßvater sein Unternehmen gegründet hatte, war ich mir sicher, dass es zu einem guten Omen dazu gehörte ihn zu besitzten. Alles in allem hatte ich eine große Wohnung die in der Endetage war und eine große Dachterrasse hatte über die ich einen weiten Blick über die ganzen Dächer von Harvestehude hatte. Doch das war für mich ein Standard, der zum Leben einfach dazu gehörte. Ich könnte mir nie vorstellen in einer einfachen zwei Zimmerwohnung in einem anderen Stadtteil oder gar östlich der Alster zu leben. Ich setzte mich auf das Sofa und ging durch meine Kontakte durch. Schließlich blieb ich bei Marie hängen. Ich hatte sie schon ewig nicht mehr gesehen und ihre letzte Nachricht von vor drei Monaten hatte ich immer noch nicht beantwortet, beziehungsweise nicht gelesen. Ich schrieb ihr eine unbedeutsame Endschuldigung für mein Verschwinden und fragte sie, ob sie heute Abend vorbei kommen wollte. Keine fünf Minuten später schrieb sie zurück und bejahte meine Frage. Ich ging in meinem Handy einige Mail durch und sah auf die Aktienkurse von gestern. Sie waren gestiegen, wenn auch nur minimal. Anschließen sprang ich kurz unter die Dusche und bestellte mir danach etwas zu Essen und wartete gelangweilt auf das Türklingel.