Alles wird wieder gut - Christa Lindemann - E-Book

Alles wird wieder gut E-Book

Christa Lindemann

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Beschreibung

Unser Alltag ist oft stressig und aufreibend. Von daher darf es auch mal leicht zu lesende Lektüre sein. 12 Kurzgeschichten lassen den Alltag vergessen und eintauchen in Situationen und Begebenheiten, die viele von uns sicher schon in ähnlicher Form erlebt haben. Sie handeln von Erlebnissen, Missverständnissen und Enttäuschungen, die im täglichen Leben vorkommen. Bei den Geschichten geht es der Autorin darum, diese mit einem guten Ausgang zu beenden. Jede Geschichte ist untermalt mit schönen Acryl und Aquarellbildern

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Seitenzahl: 80

Veröffentlichungsjahr: 2017

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Über die Autorin

Christa Lindemann begann 1997 mit der Aquarellmalerei. Später belegte sie zusätzlich Kurse mit Acrylmalerei. Da ihr das Schreiben auch schon immer sehr viel Freude bereitete, entstand die Idee, beides miteinander zu verbinden und einen Bildband mit Gedichten zu gestalten. 2011 brachte sie ihr erstes Büchlein in dieser Form auf den Markt. Es trägt den Titel "Gedankengänge".

Das Schreiben und Malen ließ sie nun nicht mehr los und anstatt der Gedichte fing sie an Kurzgeschichten zu schreiben. Erst später entwickelte sich der Gedanke auch dazu jeweils ein Bild zu malen.

Dieses Buch besteht aus zwölf Kurzgeschichten mit Aquarell und Acrylbildern. Von diesen ist teilweise nur ein Ausschnitt zu sehen.

Der Autorin ist es wichtig die Geschichten mit einem guten Ausgang zu beenden. Dem Gedanken folgt auch der Titel dieses Buches.

Inhalt

Unangenehmer Zwischenfall

Hoffnung

Seltsamer Zufall

Die Erbschaft

Veränderungen

Neuanfang

Die zweite Chance

Lichtblick

Begegnung an der See

Unerwartete Wende

Weihnachten mit ungeplantem Verlauf

Ein besonderes Weihnachten

Unangenehmer Zwischenfall

Der Herbst war für Luise die schönste Jahreszeit. Flotten Schrittes ging sie mit Dackel Felix die Kastanienallee entlang, dabei raschelte das Laub so schön unter ihren Füßen. Beinahe wäre sie auf dem leicht feuchten Laub ausgerutscht, aber sie konnte sich gerade noch mit einem Griff an der Leine festhalten. Das Laub sah jetzt so schön bunt aus und die Sonnenstrahlen schimmerten teilweise hindurch, sodass die Blätter in unterschiedlichen Schattierungen zu sehen waren. Luise erfreute sich immer wieder an diesem schönen Anblick. Auch Dackel Felix trottete zufrieden und mit dem Schwanz wackelnd hinter ihr her.

Ihren Mann Walter hatte sie vorsichtshalber gar nicht gefragt, ob er sie begleiten möchte. Wenn er seinen Arbeitstag hinter sich hatte, schimpfte er immer über die unmöglichen Arbeitskollegen. Heute war es Kollege Hans über den er sich beklagte.

„Dieser Idiot hat wieder bei der Aufstellung der Ware mehrere Posten vergessen", wetterte er los, bevor er seinen Mantel abgelegt hatte.

Luise hörte schon lange nicht mehr richtig hin, weil sie ihre gute Laune behalten wollte.

Plötzlich straffte sie ihre Haltung und ging etwas langsamer. Felix gefiel das gar nicht und zerrte an der Leine. Ein entfernter Nachbar kam ihr langsam entgegen.

„Guten Abend Frau Schröder, Sie sehen wie das blühende Leben aus."

„Oh Herr Jansen", meinte Luise verlegen.

„Sie übertreiben aber. Ich müsste dringend zum Frisör."

„Bitte machen Sie das nicht, diese Länge steht Ihnen wunderbar."

Felix Geduld hatte nun ein Ende und er zog wie verrückt an der Leine.

„Nun ist es aber gut", schimpfte Luise. „Ich werde mich ja wohl noch mal unterhalten können."

Kurt Jansen lächelte belustigt.

„Hier ganz in der Nähe wurde ein neues Lokal eröffnet. Wie wäre es, wenn wir einen Drink dort einnehmen?"

„Oh, das lässt sich einrichten. Ein Stündchen hätte ich wohl Zeit."

Im Geiste sah sie Walter vor der Zeitung sitzen, die er immer ausgiebig las. „Er kann ruhig mal auf mich warten", dachte sie.

Mit straffer Haltung begleitete sie Kurt Jansen. Zum Glück sah sie nicht, wie er vorübergehend einen hämischen Gesichtsausdruck einnahm.

Luise übertraf sich selbst und zeigte eine ungewöhnliche Lebendigkeit. Sie war sonst eher ein zurückhaltender und manchmal sogar ein schüchterner Mensch.

Das Lokal war wirklich nicht weit entfernt und die beiden sahen es sich erst einmal von draußen an. Es war ein kleines Rotsteinklinkerhaus mit einem winzigen Vorgarten. Neben der Eingangstür standen wunderschöne Hortensien in dekorativen Terrakotta-Töpfen. An der Tür selbst befand sich ein geschmackvoller Herbstblumenkranz.

Mit bester Laune trat Luise ein, und in Gedanken versunken ging Herr Jansen hinterher.

Sie betraten einen lichtdurchfluteten Raum, da ringsherum sehr viele Fenster waren. Es gab kleine runde Tische, die mit blauen Tischdecken versehen waren und überall stand eine hohe, schmale Vase mit einer Hortensie.

„Wie wäre es mit diesem Tisch?",fragte er.

„ Hier ist man ungestört."

„Sehr gerne", erwiderte Luise und betrachtete mit Wohlgefallen die gemütliche Sitzecke am Erkerfenster. Von hier aus hatte man einen schönen Ausblick in den Garten.

„Wie wäre es mit einem steifen Grog bei diesem Wetter?"

„Oh, ich trinke sonst so gut wie gar keinen Alkohol, weil ich nicht so viel vertragen kann, aber mir ist doch etwas kalt und so ein Grog wird mich schon nicht umhauen."

Knurrend meldete sich Felix unter dem Tisch und Luise musste ihn mit scharfen Worten zurechtweisen.

Dienstbeflissen eilte der Kellner an den Tisch heran und erkundigte sich nach ihren Wünschen.

Da das Lokal um diese Zeit noch nicht so voll war, brauchten die beiden nicht lange auf die Getränke zu warten. Dazu gab es zwei Spekulatiuskekse. Die beiden stießen mit den dampfenden Gläsern an und der Geruch von Rum stieg ihnen in die Nase. Herr Jansen verstand es, Luise gut zu unterhalten. Die Wirkung des Grogs ließ auch nicht lange auf sich warten.

„Ich möchte Ihnen gerne das Du anbieten", meinte er vertraulich.

Etwas verlegen ruckelte Luise auf ihrem Stuhl hin und her und meinte dann: „Gerne, ich heiße Luise."

Kurt stellte sich ebenso mit Vornamen vor und rückte dicht an sie heran.

Luise zierte sich noch etwas, aber dann schoss sie schnell nach vorne und drückte ihm einen kurzen Schmatz auf.

Er meinte augenzwinkernd zu ihr, dass man auf einem Bein nicht stehen könne und bestellte noch ein zweites Glas mit Grog. Aus einer Stunde wurden schnell zwei Stunden und die beiden hatten gerade das dritte Glas geleert.

Luise wurde zunehmend lustiger und nahm nicht den lauernden Blick von Kurt Jansen wahr.

Plötzlich hatte er es sehr eilig und ließ Luise wissen, abends noch einen wichtigen Termin zu haben. Etwas ungeduldig bestellte er den Kellner, der nicht lange auf sich warten ließ. Großzügig bezahlte er die Rechnung für beide und half Luise beim Aufstehen. Dabei kam sie schon leicht ins Torkeln.

Felix bellte aufgeregt und freute sich auf den Heimweg. Luise wurde ein wenig albern und musste über jede Kleinigkeit lachen.

Nach kurzer Zeit erreichten sie die Kastanienallee. Nachdem sie dort einige Zeit entlang gegangen waren, drehte Kurt Jansen sich vorsichtig nach allen Seiten um und meinte schmeichelnd zu ihr, dass ganz in der Nähe am Wasser eine Bank stehe, von der man eine wunderschöne Aussicht habe.

Sie hatte nichts dagegen, dort hinzugehen und hakte sich schon sehr vertraulich bei ihm ein.

Bei der Bank angekommen, zog er sie zu sich herunter und fing an, sie sehr herausfordernd zu küssen.

Luise war zuerst ganz irritiert, aber mit der Zeit genoss sie diesen herrlichen Zungenkuss. Das aufkommende schlechte Gewissen schob sie schnell beiseite, als sie an die letzte Kohlfahrt mit ihrem Mann dachte, wo dieser mit einer auffallenden Blondine heftig geflirtet hatte.

Plötzlich veränderte sich Kurts Gesichtsausdruck. Er schob brutal ihren Rock hoch und wollte sie ins Gebüsch zerren.

Nun war Felix nicht mehr zu halten und biss ihm wie verrückt ins Bein.

Kurt Jansen fing an zu fluchen.

Luise wurde schlagartig wieder nüchtern, riss ihre Handtasche an sich und lief so schnell sie konnte aus dem kleinen Waldstück heraus.

„Du Miststück", schrie er ihr hinterher.

Felix ließ von ihm ab und lief Luise nach. Ihr liefen nur so die Tränen herunter und als wäre der Teufel hinter ihnen her, eilten die beiden nach Hause.

Walter stand schon an der Haustür und schaute ihnen sorgenvoll entgegen.

Luise war so froh, ihn vor sich zu sehen und erzählte ihm dann die Begebenheit, wobei sie die drei Gläser Grog und den Zungenkuss vorsorglich wegließ.

Walter war sehr aufgebracht und wollte sofort die Polizei benachrichtigen, aber Luise konnte ihn gerade noch davon abbringen.

Im Nachhinein war sie froh, dass alles so glimpflich abgelaufen war.

Wenn ihr Walter auch manchmal etwas nervig war, so sah sie ihn jetzt doch aus einer anderen Sichtweise.

Hoffnung

Corinna saß am Fenster mit traurigem Blick nach draußen gerichtet. Ihre Eltern trennten sich vor kurzem und deshalb musste sie schweren Herzens mit ihrer Mutter Maria aus ihrem schönen großen Haus ausziehen. Es war das Elternhaus ihres Vaters und er wollte unbedingt dort wohnen bleiben, weil er dort eine schöne unbeschwerte Kindheit verbracht hatte.

Nach langem Suchen musste sie mit ihrer Mutter zwanzig Kilometer vom Heimatort entfernt in eine sehr ländliche Umgebung ziehen. Es war einfach nichts anderes zu finden. Die Mietpreise waren in der Kleinstadt viel zu hoch.

Ihr neues Domizil war ein älteres, renovierungsbedürftiges kleines Häuschen. Die Hässlichkeit des Häuschens wurde ein wenig durch den wild und bunt bewachsenen Bauerngarten abgemildert.

Corinna und ihre Mutter liebten Blumen und die Natur. Mit Unkrautjäten und dem Anlegen von Beeten könnte man noch mehr aus dem Garten machen. Erst einmal aber war noch innerhalb des Hauses viel zu tun. Beim Tapezieren hatte Corinnas Vater Lutz großzügiger weise geholfen. Maria war zuerst gar nicht begeistert, aber einen Maler konnten sie sich nicht leisten und es kam niemand aus dem Bekanntenkreis in Frage, der handwerkliche Geschicklichkeit besaß.

Maria versuchte sich möglichst entfernt von Lutz aufzuhalten und war froh, dass ihre Tochter sich als Hilfskraft anbot.

Bei Lutz war der zweite Frühling ausgebrochen. Seit seiner neuen Liebesbeziehung mit einer fünfzehn Jahre jüngeren Frau erkannte man ihn kaum wieder. Früher war zu Hause nur Schlabberlook angesagt. Durch die Tätigkeit im Bankwesen musste er beruflich immer wie aus dem Ei gepellt aussehen. Sobald er zu Hause ankam, zog er sich sofort um und trug ausgeleierte Trainingsanzüge, die schon älteren Semesters waren. Manchmal war es sogar Maria zu schlabbrig, obwohl sie auch nicht gerne allzu gestylt herum lief. Vor einem Jahr vollzog sich bei Lutz langsam eine Wandlung.