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Der Fischer und Kneipenwirt Joachim von Lohe, die dichtende Medizinergattin Johanna Charlotte Unzer, der tatkräftige Verwaltungschef Conrad von Blücher oder der chronisch von Geldnöten geplagte Dichter Detlev von Liliencron - dies sind nur einige Persönlichkeiten, die im Verlauf der letzten Jahrhunderte auf dem Boden des heutigen Hamburger Bezirks Altona gelebt und ihre Spuren hinterlassen haben. Von ihnen und vielen anderen erzählen die 38 Geschichten dieses Buches, die einen weiten Bogen spannen von der ersten Burg auf dem Süllberg bis zum Streit um die Ikea-Ansiedlung an der Großen Bergstraße in unseren Tagen.
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Seitenzahl: 112
Veröffentlichungsjahr: 2014
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Ernst Christian Schütt
Altonaer Geschichte(n)
Das Werk einschließlich aller seiner Teile ist urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung ist ohne Zustimmung des Verlags unzulässig. Das gilt insbesondere für Vervielfältigungen, Übersetzungen, Mikroverfilmungen und die Einspeicherung und Verarbeitung in elektronischen Systemen.
Titelillustration: Peter Fischer
© Edition Temmen 2014
28209 Bremen – Hohenlohestr. 21
Tel. 0421-34843-0 – Fax 0421-348094
www.edition-temmen.de
Alle Rechte vorbehalten
Herstellung: Edition Temmen
E-Book-ISBN 978-3-8378-8026-7
ISBN 978-3-8378-2027-0
Vorbemerkung
Der Fischer und Kneipenwirt Joachim von Lohe, die dichtende Medizinergattin Johanna Charlotte Unzer, der tatkräftige Verwaltungschef Conrad von Blücher oder der chronisch von Geldnöten geplagte Dichter Detlev von Liliencron – dies sind nur einige Persönlichkeiten, die im Verlauf der letzten Jahrhunderte auf dem Boden des heutigen Bezirks Altona gelebt und ihre Spuren hinterlassen haben. Von ihnen und vielen anderen wird auf den folgenden Seiten die Rede sein. Heimstatt für Glaubensflüchtlinge, erster Freihafen Nordeuropas, Zentrum des geistigen Austausches zwischen Nord- und Mitteleuropa, »Stadt der Bücklinge«, Kampf gegen Flächensanierung und gelebte kulturelle Vielfalt – die Geschichte von Altona und Ottensen, das Zusammenwachsen der einst selbstständigen Gemeinden im Westen von Hamburg und ihr Wille zur Selbstbehauptung gegenüber der schier übermächtigen Metropole, hat viele Facetten. Davon erzählen die 38 Geschichten dieses Buches, die einen weiten Bogen spannen von der ersten Burg auf dem Süllberg bis zum Streit um die Ikea-Ansiedlung an der Großen Bergstraße in unseren Tagen.
Räuber im Kirchenrock hoch über dem Elbufer
75 Meter hoch liegt der Süllberg über der Elbe – wahrlich ein Hügel, von dem man weit in die Ferne schauen kann, denn darauf verweist die Namensgebung germanisch-keltischen Ursprungs. Hier ist der richtige Platz, um eine Burg zu bauen, denkt sich Adalbert, seines Zeichens Erzbischof von Hamburg und Bremen. Auf dem bis dahin dicht bewaldeten Plateau lässt der hohe Herr um das Jahr 1063 die Bäume fällen und aus den Stämmen eine Trutzburg errichten. Sie soll die Fährverbindung über die Elbe sichern und Adalberts Macht und Einfluss gegen das sächsische Adelsgeschlecht der Billunger behaupten. Im Juni 1059 nämlich hat dort mit Herzog Ordulf von Sachsen ein erbitterter Gegner des Kirchenherrn die Führung übernommen.
Als die Burg fertig ist, bekommt Adalbert seine Leute von Bremen aus nicht in den Griff. Mangels strenger Aufsicht schließen sich die in der angeschlossenen Propstei wohnenden Kleriker zu einer Bande von Räubern zusammen. Ihre immer dreisteren Plündereien wecken den Hass der Bevölkerung. Dies kommt Ordulf nicht ungelegen: Bei der Umsetzung seines Wunsches, die weltliche Macht des Bischofs endgültig zu brechen, braucht er nicht einmal selbst tätig zu werden. Als König Heinrich IV. den Bremer Bischof 1066 auf Druck der Reichsfürsten als Berater absetzt und der mit Adalbert verbündete Obotritenfürst Gottschalk von seinen eigenen Leuten erschlagen wird, bricht der lange befürchtete Slawenaufstand los. Neben vielen anderen Orten nördlich der Elbe wird auch das Kastell auf dem Süllberg gestürmt und in Schutt und Asche gelegt.
Der verlassene Süllberg beschäftigt in den folgenden Jahrhunderten die Fantasie der Zeitgenossen und wird zum sagenumwobenen Ort: Ein riesiger Kerl laufe dort des Nachts mit Nebelkappe und großer Keule herum, heißt es, Unterirdische und Zwerge würden dort in Höhlen leben und ihre Schätze hüten. Diese Geschichten lassen dem aus Ottensen gebürtigen Prediger und Schriftsteller Johann Rist keine Ruhe. Von Wedel aus, wo er seit 1635 als Pfarrer arbeitet, macht er sich – der Dreißigjährige Krieg ist gerade vorbei – zum Süllberg auf. Von den unterirdischen Bewohnern findet er jedoch keine Spur, weil sein Begleiter plötzlich heftig niesen muss und die scheuen Gesellen vertreibt, so jedenfalls berichtet es Otto Beneke in seinen »Hamburgischen Geschichten und Sagen«.
Besucher in großer Zahl lockt der Süllberg erst an, nachdem Peter Georg Carl Hansen am 27. Juli 1837 für 850 Mark Courant die Anhöhe erwirbt und dort einen Milchausschank eröffnet. Gut 150 Jahre später sind es die engagierten Blankeneser, die verhindern, dass ihr Hausberg mit »toskanischen Wohntürmen« zugepflastert wird. Doch das ist nun wieder eine andere Geschichte.
Wie Teufelsbrück zu seinem Namen kam
»Düvels Boomgarden« – unter diesem wenig vertrauenerweckenden Namen tritt Teufelsbrück 1301 erstmals in das Buch der Geschichte ein. Wie aber kam der Landstrich an der Mündung des Baches Flottbek zu so einem Namen? Darüber weiß Otto Beneke in seinen »Hamburgischen Geschichten und Sagen« Erschröckliches zu berichten: Der Teufel in eigener Person habe »in dem dortigen düstern Walde eine seiner vielen Herbergen gehabt«. Möglicherweise aber sei er dort auch vom tapferen »Ritter Bertram in die Enge getrieben« worden, der deshalb dann »den schönen Ehrennamen Möt-den-Düvel (Motemeduvele) führte«. Damit aber nicht genug: »Bei Teufelsbrück tauchte oftmals ein Monstrum aus den Fluthen oder sonnte sich nach Art der Robben auf den Sandbänken zur Ebbezeit. Es war gestaltet wie ein ungeheures Pferd mit einem riesigen Schweinskopf. Aus dem Rachen dräueten vier lange scharfe Zähne hervor. Alle Kugeln, die man auf das Unthier schoss, prallten wirkungslos ab von seiner hornharten Haut.« Dem Seeräuber Klaus Störtebeker soll der Fürst der Hölle die Namen besonders reich beladener Schiffe verraten haben, als dieser an Nienstedten vorbeisegelte. Genützt hat es letztlich nichts: 1401 stirbt Störtebeker auf dem Grasbrook durch Henkershand.
Glaubwürdiger ist die Deutung, die Bezeichnung verweise auf den katastrophalen Zustand der Landstraße nach Blankenese. An dieser Wegstrecke gibt es so viele Achsenbrüche, dass daran eigentlich nur der Teufel schuld sein kann.
1684/85 ist die Reparatur einer »Teufelsbrücke« über die Flottbeker Au in den Annalen verzeichnet. Wieder ist angeblich der Höllenfürst im Spiel: Er soll dem mit dem Bau beauftragten Zimmermann versprochen haben, die neue Brücke werde bestimmt gut halten – sofern er die Seele des Lebewesens bekäme, welches die Brücke als Erstes überquerte. Nun trifft es sich aber, dass bei der feierlichen Einweihung statt einer der örtlichen Honoratioren ein vorwitziger Hase als Erster über die Brücke läuft. Der Teufel ist düpiert und trollt sich von dannen.
Angesichts dieser Schauergeschichten wirkt eine andere, sehr viel profanere Deutung ernüchternd: Demnach soll es in dieser Gegend einst zwei Brücken gegeben haben, und aus der »doppelten« (»dövelten«) Brücke wurde dann die Düvelsbrück.
Wie auch immer: Der Name überträgt sich auf die spätere Häusergruppe am Uferstreifen. Die ersten namentlich genannten Anwohner sind zwei Ostfriesen, Baucke Hyddes und sein Schwager Aucke Baues. Ihnen gestattet der dänische König Christian V. am 4. Dezember 1697 gegen eine jährliche Gebühr von zwölf Reichstalern die Anlage einer wasserbetriebenen Ölmühle und später auch einer Graupen-Windmühle.
Den Hamburgern »al to nah«
Er sei Anno 1535 »tho Altona gewesen«, bekundet der als Zeuge in der Streitsache Lütke Engelken gegen den Hamburger Rat auftretende Hans Rutenstein. Dieses Altona liegt in der Gegend der späteren Kleinen Elbstraße und des Fischmarktes im Bereich der heutigen Straße Pepermölenbek unweit des Grenzbaches zu hamburgischem Gebiet. Hier eröffnet ein Jahr später der Fischer Joachim von Lohe mit gräflich-schauenburgischer Erlaubnis den »Krug Altona«.
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