Amastasia - Sarah Kaye - E-Book

Amastasia E-Book

Sarah Kaye

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Beschreibung

Samira Hitchcock ist 24 Jahre alt und arbeitet in einem der angesagtesten Nachtclubs in Manhatten. Wassie noch nicht weiß, sie ist eine der mächtigsten weißen Magierinnen aus dem geheimen Land Amastasia. Eines Tages lernt sie den mysteriösen und außerordentlich attraktiven Tom kennen. Die beiden verbindet eine dramatische Vergangenheit aus einem früheren Leben. Tom ist jedoch sehr geheimnisvoll und Samira muss hart darum kämpfen etwas aus ihrem früheren Leben zu erfahren. Plötzlich sind gefährliche Hexer hinter ihr her und Tom scheint der Einzige zu sein, der ihr helfen kann. Sie muss sich entscheiden. Vertraut sie dem attraktiven, dunklen Magier oder bleibt sie lieber auf sich alleine gestellt. Allerdings scheint Tom sie aus irgendeinem Grund abgrundtief zu hassen. Sehr zu ihrem Leidwesen, denn sie hat sich bereits unsterblich in ihn verliebt. Eine romantisch, fantastische Fantasygeschichte in einem völlig neuen Ausmaß. Wer auf spannende Liebesdramen steht und sich gerne von einer völlig neuen Welt beeindrucken lassen möchte, ist bei diesem Buch genau richtig. Der erste Teil der Magiertrilogie ab heute erhältlich. Eine perfekte Mischung aus heutiger, moderner aber auch vergangener Lebenszeit.

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Seitenzahl: 424

Veröffentlichungsjahr: 2016

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Sarah Kaye

Amastasia

Der dunkle Magier der mich liebte

 

 

 

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Inhaltsverzeichnis

Titel

Kapitel 1

Kapitel 2

Kapitel 3

Kapitel 4

Kapitel 5

Kapitel 6

Kapitel 7

Kapitel 8

Kapitel 9

Kapitel 10

Kapitel 11

Kapitel 12

Kapitel 13

Kapitel 14

Kapitel 15

Impressum neobooks

Kapitel 1

Ich schrak im Bett auf, das Telefon klingelte neben meinem Ohr. Noch total verschlafen und vor mich hin fluchend, hob ich den Hörer ab. Ich hatte dröhnende Kopfschmerzen, hielt mir mit der anderen Hand den Schädel.>>Hallo?<<, hauchte ich heiser und ziemlich genervt in den Hörer.>>Jetzt sag mir nicht, dass du noch geschlafen hast!<<

Anne, meine beste Freundin.>>Doch, ich liege noch im Bett, was sonst. Ich bin noch total betrunken.<< Oh und wie ich das noch war. Letzte Nacht waren es wohl ein paar Wodka zu viel gewesen. Anne und ich hatten uns wieder einmal einen schönen Abend in den Clubs von Manhatten gemacht. Bis zum Morgengrauen natürlich.>>Hast du mal auf die Uhr geschaut?<<, fragte sie.

Ich blickte aus dem Fenster. Es war dunkel draußen. >>Hm, nein! Wie spät ist es denn?<<>>Sieben Uhr Sam. Und zwar abends. Wir wollten uns doch um sechs Uhr bei mir treffen, um uns für die Party im "Neon" vorzubereiten.<<

Mit einem Mal fiel es mir wieder ein. Ich klatschte die Hand gegen die Stirn, was ich kurz darauf schnell bereute.>>So ein Mist, stimmt ja!<<

Aprupt hüpfte ich aus dem Bett, stolperte jedoch über eine leere Bierflasche vom Vorabend und segelte wie ein besoffener Penner zu Boden. Mit einem lauten Knall prallte ich mit dem Kopf auf. Das würde wieder eine fette Beule geben. Wäre ja nicht das erste Mal gewesen. Typisch Sam!>>Hallo? Alles in Ordnung mit dir? Was zum Teufel treibst du da?<<

Ich rieb mir den Schädel und stöhnte >>Auuuua!<<>>Was ist passiert?<<>>Bin gestolpert!<<

Anne lachte am anderen Ende der Leitung.

Sie wusste wie trottelig ihre Freundin war.

>>Ha ha! Sehr witzig Annmarie!<<, war meine schnippige Antwort darauf.>>Oh ja und wie. Also komm gefälligst rüber! Und versuche dich dabei bitte nicht versehentlich umzubringen, ok?<< >>Ja, ja!<<, zischte ich entnervt. >>Bis gleich.<< Sie legte auf. Ich schmiss das Telefon in die Ecke und rappelte mich mühsam auf. Mein Schädel fühlte sich an, als würde er jeden Moment explodieren, trotz das ich eigentlich lange genug meinen Rausch ausgeschlafen hatte. Ich wackelte benommen ins Badezimmer und warf mir erst mal eine Hand voll Aspirin ein. Beim Anblick meines Spiegelbildes erschrak ich. Meine Güte ich sah echt fertig aus. Meine Haare standen in alle Richtungen ab und waren total verknotet. Meine Augen waren glasig und total geschwollen.>>Wow Sam, so schrecklich sahst du lange nicht mehr aus.<<Da half nur eines, duschen. Als ich damit fertig war, zog ich Joggingshose und Pullover an und suchte meine Sachen zusammen, die ich heute Abend auf der Party tragen wollte. Dabei fiel mir auf, dass mein Schlafzimmer wirkte, als hätte letzte Nacht eine Bombe eingeschlagen. Was zum Teufel hatte ich hier im Vollsuff getrieben. Oft konnte ich mich am nächsten Tag an gewisse Einzelheiten nicht mehr erinnern. Egal, ich verlies meine Wohnung und machte mich auf den Weg zu Anne. Mein Auto blieb in der Garage, da sie nur ein paar Straßen entfernt wohnte. Ein bisschen frische Luft würde mir gut tun. Noch bevor ich an ihrer Tür klingeln konnte, öffnete sie bereits.>>Meine Güte, heute bist du aber wirklich spät dran. Wurde wohl gestern doch noch etwas länger.<< Sie grinste spöttisch und zwinkerte mir zu. Ich trat ein und überlegte krampfhaft, was sie damit meinte. Wir waren doch zusammen nach Hause gegangen. Zumindest war das, das letzte woran ich mich lückenlos erinnern konnte. In ihrem Ankleidezimmer hakte ich nach.>>Was meinst du damit?<< Sie musterte mich skeptisch mit nach oben gezogener Augenbraue.>>Jetzt tu doch nicht so. Auf dem Weg nach Hause hast du doch noch diesen heißen Typen angehimmelt.<<Eindeutige Gedächtnislücke meinerseits.>>Was?<<>>Keine Panik, du kannst mir ruhig glauben. Er hat allerdings gemerkt, dass du total betrunken warst und schien nicht so begeistert über deine Alkohlfahne.<<Das durfte doch nicht wahr sein.

>>Hm, davon weiß ich nichts mehr. War dann wohl zu betrunken.<<Anne grinste schelmisch.

>>Und wie. Der arme Kerl hat mir richtig leid getan. Du bist ihm auf Schritt und Tritt nach gelaufen und wolltest ihn unbedingt noch mit zu dir nach Hause schleppen.<< Ich lies den Kopf hängen. Das war ja wieder typisch. Ein paar Wodka zu viel und jede Scham prallte von mir ab. Irgendwie schämte ich mich für mein Black Out.>>Und warum hast du mich nicht davon abgehalten?<<Anne lachte >>Also ich fand es sehr amüsant. Außerdem lässt du dir von mir doch sowieso nichts sagen.<<Ich nickte. Damit hatte sie wohl recht. >>Was ist dann passiert? Ist er mit gegangen?<<>>Das kann ich dir bei bestem Willen nicht so genau sagen. Vor meiner Haustür hast du dich noch von mir verabschiedet und der Kerl hat auf dich gewartet. Er sagte zu mir er wolle dich noch sicher nach Hause bringen, hatte wohl Angst das du den Weg nicht mehr finden würdest. Also gehe ich mal davon aus, ja!<<Ich überlegte kurz, zog mir dabei mein rotes Cocktailkleid an und begann mich danach zu schminken. >>War er denn wenigstens hübsch?<<>>Oh ja und wie. Verdammt heiß kann ich nur sagen. Groß, muskulös, Tattoos und Augen zum dahin schmelzen. Wenn du mir nicht zuvor gekommen wärst, hätte ich ihn mir wahrscheinlich geangelt.<<Ich nahm ihr Glätteisen aus der Schublade und stylte meine langen braunen Haare.

>>Tja jetzt wüsste ich nur gerne, ob ich ihn auch abgeschleppt habe, oder ob ich ins Alkoholkoma gefallen bin. Wäre mir zumindest zu zutrauen.<< Es ärgerte mich ein wenig, dass ich mich an diese Situation nicht mehr erinnern konnte, aber im Prinzip war ich es ja auch selber schuld. Warum musste ich mich ja auch immer bis zum Umfallen zuschütten.

Allerdings hatte ich einen guten Grund dafür, denn ich war nicht ganz normal. Ich war jetzt 24 Jahre alt. Seit meinem 16. Lebensjahr bemerkte ich Veränderungen an mir. Es begann alles mit einem Vorfall an meiner damaligen Geburtstagsfeier. Meine Freundin Amy hatte an diesem Tag einen gravierenden Fehler begangen. Sie schlief mit meinem Freund, in meinem Zimmer, in meinem Bett. Als ich die beiden inflagranti erwischte, rastete ich total aus. Ich zog sie an den Haaren von ihm hinunter, schleifte oder eher gesagt prügelte sie die Treppe hinunter und warf sie aus dem Haus. Und das ohne Klamotten, vor allen Leuten. In meiner Wut setzte ich Energiewellen frei, die das ganze Haus in Schutt und Asche legten. Meine Mutter kam nach Hause und fand eine schmutzige Sam in zerissenen Kleidern in einem Trümmerhaufen vor ,mit glühend weißen Augen und lautstark schreiend. Meine Gäste hatten schon vorher die Flucht ergriffen. Die Feuerwehr trudelte bereits ein. Sie hatte solche Angst vor mir gehabt, wollte mich nie wieder sehen. Ich wusste absolut nicht, was mit mir geschehen war. Seitdem war ich auf mich allein gestellt und schlug mich mit verschiedenen Jobs so durch. Im Moment arbeitete ich fünf Tage die Woche im "Six Hour", ein exklusiver Nachtclub. Der Verdienst war nicht schlecht, an den Wochenenden hatte ich frei. Schließlich war ich auch noch jung, wollte ein bisschen was erleben. Nach geraumer Zeit stellte ich fest, dass Alkohol meine ungewöhnlichen Kräfte, die unkontrollierbar waren wenn ich wütend wurde, etwas dämpfte. Ich war nicht mehr so schnell außer mir, hatte mich viel besser unter Kontrolle und konnte das Zittern unterdrücken. Seit diesem Zeitpunkt betrinkte ich mich regelmäßig, um mich zu betäuben. Was jedoch mit mir los war, wusste ich bis heute noch nicht. Aus Angst davor abgelehnt zu werden, behielt ich mein kleines Geheimnis für mich. Noch nicht mal Anne wusste davon. Ich hatte mich selbst einfach akzeptiert. >>Sam, ich habe wirklich keine Ahnung was du mit dem Typen noch angestellt hast. Fakt ist, er hatte dich aufjedenfall ganz Gentleman zu deiner Wohnung begleitet.<<Frage war dann nur noch wie Gentleman like er danach gewesen war. Ok, scheiß drauf. Anne war fertig gestylt. Sie trug heute ein schwarzes Trägerkleid, schlicht, aber sexy. Ihr dunkles Haar war perfekt toupiert und auch ich war startklar. Wir betrachteten uns im Spiegel und waren sehr zufrieden mit dem Ergebnis.>>Also los<<, rief ich. >>Männer nehmt euch in Acht, wir kommen.<<Wir lachten lauthals und verließen ihre Wohnung. Es war sehr kalt an diesem Herbstabend, aber das juckte uns nicht weiter. Gutes Aussehen war alles. Ich zog meine Jacke ein wenig enger um mich und trat an den Straßenrand um uns ein Taxi zu rufen. Wir hatten Glück und konnten zwei Minuten später einsteigen. Am "Neon" angekommen, wartete bereits eine riesige Schlange vor dem Eingang. Ich stieg aus, reichte dem Taxifahrer einen Zwanziger und stolzierte du Dan, dem Türsteher.>>Hi Dan. Lässt du uns vorbei?<< Er musterte Anne und mich anzüglich, grinste und zeigte dabei einen Goldzahn. Sein bullenhaftes Aussehen schreckte viele Gäste ab. Wir gehörten aber zu den Stammgästen und kannten ihn daher schon ewig. Also kein Grund zur Besorgnis.>>Klar Sam. Kommt rein.<< Er machte uns den Weg frei und die Menschenmasse staunte nicht schlecht als wir locker flockig an ihnen vorbei stolzierten.>>Ihr sehr gut aus.<<, rief er uns noch nach.>>Danke Dan.<<, antworteten wir lächelnd im Chor. Am Ende des langen Korridors angekommen, hörte ich schon die dröhnenden Bässe. Da ich immer noch Kopfschmerzen hatte, steuerte ich hinter der fast schalldichten Eingangstür direkt auf die Bar zu und nam an der hell erleuchteten Theke Platz. Melanie, die Bedienung, die ich absolut nicht leiden konnte, hatte auch heute Abend wieder Dienst. Mit abwertenden Gesichtsausdruck kam sie zu mir geschlendert.>>Was darfs sein, Alki? << Oh konnte sie sich nicht mal was neues einfallen lassen? Heute hatte ich keinen Nerv mich mit dieser blöden Kuh auseinander zu setzten.>>Wodka Red Bull, extra stark, und zwar pronto.<<Sie zog beide Augenbrauen hoch und musterte mich noch ätzender. >>Das kostet extra!<<Ich stöhnte >>Ja, ja. Mach schon, ich bin durstig.<<

Bartussi machte sich an die Arbeit. Als ich mich nach Anne umsah, war sie bereits am tanzen.>>Bitteschön. Wodka Red Bull mit extra Wunsch für die kleine Alkoholikerin.<<

Unfreundlich knallte Mel das Glas auf den Tresen und warf mir einen schnippigen Blick zu. Oh wie ich sie hasste. Atmen Sam, atmen. Raste jetzt bloß nicht aus. Meine Wut stieg innerhalb von Sekunden an. Ich hatte eindeutig noch nicht genug Alkohol intuss. Aus Angst ich würde ausflippen und vielleicht auch um sie ein bisschen zu provozieren, hob ich das Glas an, prostete ihr eingebildet zu und kippte es in einem Zug hinunter.

>>Noch einen!<<Sie schnalzte mit der Zunge und in binnen ein paar Sekunden hatte ich ein neues Glas vor mir stehen. Diesmal trank ich etwas langsamer und schaute mich unauffällig im Raum um. Die Tanzfläsche war brechend voll, die Technobeats dröhnten laut aus den mega Boxen. Die Lichter an der Decke warfen einen rötlichen Schatten auf die tanzende Menschenmasse unter ihnen. Anne winkte mir zu, wirbelte zwischen den gaffenden Männern hin und her und schien bereits jetzt viel Spaß zu haben. Ich brauchte immer erst ein paar Drinks um locker zu werden. Ich schlürfte genüsslich an meinem Strohhalm und lies meinen Blick durch die Menge schweifen. Ein paar kleine Checker laberten mich an und fragten ob ich ein bisschen mit ihnen tanzen wollte. Ich lehnte dankend ab und bestellte mir prompt einen neuen Drink. Heute schmeckte der Wodka ganz besonders gut. Meine Laune hob sich schon langsam. Nicht mehr lange und ich hatte meinen Pegel erreicht. Ich begann bereits die Lieder die der DJ spielte lauthals mit zu grölen. Leider stellte ich fest das ich erhebliche Textlücken hatte. Egal. Plötzlich fuhr es mir eiskalt den Rücken hinunter. Mit einem Mal fühlte ich mich unbehaglich und beobachtet. Ich drehte mich auf meinem Hocker um, konnte in diesem Augenblick aber nichts ungewöhnliches wahrnehmen. Mit mulmigem Gefühl im Bauch suchte ich den ganzen Raum mit meinen Augen ab, bis mein Blick an einem Mann hängen blieb. Er stand auf der anderen Seite der Tanzfläche lässig an eine Wand gelehnt. Sein schwarzes Sweatshirt schmiegte sich eng um seine Brust und lies darunter eine muskulöse Statur vermuten. Sein linker Arm war mit schwarzen Tribaltattoos übersät. Sein Haar war braun oder vielleicht dunkler, das lies sich bei den Lichtverhältnissen nicht wirklich erkennen. Er war heiß, definitiv ein Leckerbissen. Vielleicht 25 oder bisschen älter. Als ich in seine Augen sah bemerkte ich, dass er mich ebenfalls beobachtete. Aber dieser Blick. Er wirkte mörderisch, zornig, kalt. Dieser Blick galt mir. Er fixierte mich. Ich erschrak vor dieser Feindseligkeit und wendete mich ab, drehte mich um und bestellte mir etwas neues zu trinken. Ich konnte kaum atmen. Irgendwie war ich aufgewühlt, meine Nackenhaare stellten sich auf. Vielleicht hatte ich sogar etwas Angst. Wenn Blicke töten könnten, wäre ich haushoch vom Hocker gefallen. Mein Magen rumorte, jetzt war mich tatsächlich übel. >>Sam, komm tanzen.<< Anne trat neben mich und klopfte mir auf die Schulter. Ich hielt ihr meinen Drink entgegen. >>Lass mich den erst noch austrinken. Dann zeige ich dir was eine Harke ist.<<

Sie legte mir einen Arm um die Schultern und gab mir einen kleinen Schmatzer auf die Wange.>>Das wollen wir ja mal sehen.<< Ich grinste und wandte mit dem Kopf langsam und unauffällig in die Richtung des Typen.

Sofort begegnete ich wieder diesem bösartigen Ausdruck in seinen Augen und drehte mich erschrocken wieder um. Diesmal nicht ganz so unauffällig.>>Was hast du?<<, fragte Anne. >>Du bist ja ganz blass.<< Besorgt musterte sie mich.>>Siehst du den Kerl da hinten?<< Ich nickte mit dem Kopf in seine Richtung. Sie sah zu ihm herüber und lachte auf. >>Hm, wenn ich mich nicht täusche Sam, ist das der Mann den du gestern belästigt hast.<<Ich erschrak und verschluckte mich promt an meinem Drink.. Wie bitte? Schaute er etwa deshalb so zornig? Vielleicht hatte ich mich ja gestern unmöglich und komplett daneben benommen.

>>Oh, das ist nicht dein Ernst! Sieh mal wie er guckt. Als wolle er mich mit seinen bloßen Händen erwürgen.<<Sie lehnte sich zu mir und flüsterte.

>>Also er scheint definitiv wütend zu sein. Und ich würde fast wetten, dass es sich auf dich bezieht. Er lässt dich nicht aus den Augen. Irgendwie unheimlich.<<Mir wurde eiskalt. Ich war schockiert. Noch nie wurde ich so intensiv beobachtet. Und da es Anne auch aufgefallen war, ging ich davon aus, dass ich es mir nicht einbildete. Anne legte mir beruhigend eine Hand auf den Rücken.

>>Willst du gehen?<<Ich trank den letzten Schluck aus, rölpste undamenhaft vor mich hin, was mir einen weiteren abwertenden Blick von Mel einbrachte und erwiderte gleichgültig

>>Tzzzzz. Bin ich denn bescheuert? Ich lass mir doch nicht von einem dahergelaufenen Verrückten die Laune vermiesen. Jetzt gehts erst richtig los.<<Sie schlug mir scherzhaft gegen die Schulter >>Das ist meine Sam.<<

Lächelnd nahm ich ihre Hand und führte sie in die Menge, mitten auf die Tanzfläche. Ein paar Ellebogen Kicks meiner seits und wir hatten ein bisschen Platz um uns zu entfalten. Platz da, hier kommen wir!

Mir war zwar schon leicht schwindelig, da ich innerhalb der letzten halbe Stunde ungefähr fünf oder sechs Wodka Red Bull in mich hinein gekippt hatte, aber das interessierte mich in dem Moment nicht.

Soeben hatte der DJ bemerkt, dass wir in die Menge eingestiegen waren. Mit einem Winken gab er mir zu verstehen, dass er jetzt mein Lied spielen würde.

Cameron war einfach der Beste. Er wusste genau, wann es Zeit war die Fetzen fliegen zu lassen. Trotz meiner hohen Schuhe fiel mir das Tanzen nicht schwer. Mein Outfit passte zwar nicht ganz zu diesem Tanzstil, aber auch das war mir egal. Auch Anne wirbelte durch die Gegend. Wir zogen alle Blicke auf uns. Meine unwichtigen Gedanken an den Freak von eben blendete ich einfach aus. So viel Spaß hatte ich schon ewig nicht mehr in einem Club. Als mich ein Kerl antanzte, spielte ich natürlich mit. Ich war Single und lies absolut nichts anbrennen. Warum auch, ich war niemandem Rechenschaft schuldig. Bis zum Liedende klebte er an meinem Hintern. Danach gab ich ihm für meine Verhältnisse freundlich ber bestimmend zu verstehen, sich wieder zu verkrümeln. Auf eine Klette hatte ich keine Lust.

Plötzlich wurde ich angerempelt. Mein Gleichgewichtssinn lies sowieso sehr zu wünschen übrig. Also stolperte ich betrunken zur Seite, knickte mit dem linken Fuß um und krachte mit der Schulter gegen etwas Hartes. Bevor ich stürzen konnte, fingen zwei starke Arme mich auf und stellten mich mühelos wieder gerade hin.>>Danke.<<, sagte ich und blickte peinlich berührt zu meinem Retter auf.

Mir blieb das Herz fast stehen. Ich sah genau in das Gesicht von "Ihm". Seine stahlblauen Augen blitzten und er lies mich sofort wieder los. Meine Haut brannte an den Stellen, wo er mich soeben noch berührt hatte und mit einem Mal war mir ganz heiß. Doch dieser Hass. Was zum Teufel hatte ich ihm getan? Trotz allem fand ich ihn atemberaubend schön und ich musste mich daran erinnern zu atmen.>>Pass das nächste mal besser auf!<<

In seiner Stimme schwang keinerlei Freundlichkeit mit. Jetzt war mir wieder eiskalt. Normalerweise lies ich mich von einem solchen Verhalten nicht einschüchtern.

Im Gegenteil, ich hatte immer schon eine große Klappe gehabt und scheute mich auch nie, diese zu benutzen.

Heute allerdings, fühlte ich mich wie das kleine Rotkäppchen in den Fängen des großen bösen Wolfes. Ich fühlte mich einfach schlecht. Wieso behandelte er mich so? Er kannte mich doch gar nicht. Der Alkohol war mir wohl in den Kopf gestiegen, sodass ich mir seine Feindseligkeit wirklich zu Herzan nahm.>>Wie heißt du?<<, platze es plötzlich aus mir heraus.

Oh nein. Hatte ich gerade wirklich versucht ein Gespräch anzufangen?

Verlegen wurde ich natürlich prompt rot und streifte eine Strähne hinter mein Ohr. Oje das auch noch. Gings noch offensichtlicher? Er musterte mich von oben bis unten und ich glaubte eine Veränderung in seinem Gesicht zu bemerken. Seine Haltung wurde tatsächlich weicher, fast irgendwie besorgt.>>Tom!<<, antwortete er mit einer tiefen, diesmal etwas weniger brutalen Stimme. Ich bekam Gänsehaut. Nicht nur sein Äußeres war attraktiv. Seine Stimme ging mir durch Mark und Bein.>>Aber das habe ich dir schon gestern gesagt.<<

Ich wurde wieder rot. Noch nicht mal an seinen Namen konnte ich mich erinnern. Geschweige denn daran, was vielleicht sonst noch passiert war.>>Oh ja, entschuldige. Ich war gestern ziemlich betrunken. ich vergesse dann oft so einiges.<<

Was anderes fiel mir in diesem Moment nicht ein. Seine Augen verdunkelten sich und sein Blick wurde wieder hart. Ich schreckte ein wenig zurück, als er sich nah zu mir herunter beugte, um mir tief in die Augen zu sehen.>>Tja Mädchen. Dann solltest du wohl ein bisschen besser auf dich Acht geben. Ich hätte mit dir gestern Nacht sonst was machen können. Mitgekriegt hättest du definitiv gar nichts mehr. Und so wie es aussieht....<<, er machte eine angewiderte Handbewegung, >>....möchtest du, dass es dir heute genauso ergeht. Dann mal viel Spaß. Ich hoffe du erlebst noch den morgigen Tag!!!!<<

Mit einem Satz wandte er sich um und wollte gehen.

Oh nein. So schnell sollte er mir nicht entkommen. Schon gar nicht nach einer solchen Ansage. Ich war zwar angetrunken, aber Zorn loderte in meinem Inneren auf.

So hatte noch nie jemand mit mir gesprochen. Dazu hatte er kein Recht. Heißer Typ hin oder her. Meine Hände zitterten und ich atmete tief ein, bevor ich ihn am Arm packte und zurück zog.>>Warte, warte Jungchen!<<>>Jungchen???<<, rief er, drehte sich um und baute sich bedrohlich vor mir auf.

Man war der groß. Davon lies ich mich jedoch nicht einschüchtern. >>Ja Jungchen!!!<<

Zornig funkelte ich ihn an. >>Lieber trinke ich ein paar Wodka zu viel und habe Spaß an meinem Leben, bevor ich so eine griesgrämige Fratze ziehe wie du und nur dumm in der Gegend rum stehe um allen zu zeigen wie böse ich doch bin!<<

Nach diesem Satz zeigte ich ihm noch meinen berühmten Stinkefinger, machte kehrt und stampfte wie ein Nilpferd zur Bar. Überrascht lies ich ihn hinter mir zurück. >>Drei Wodka pur auf Eis bitte. Sofort!<<

Ich musste meine Wut unter Kontrolle bekommen. Auf dem Barhocker sitzend kippte ich alle drei hintereinander hinunter. Meine Hände zitterten nicht mehr und ich beruhigte mich allmählich wieder.

Als ich mich nocheinmal umsah, bereit ihm auch meinen anderen Stinkefinger zu zeigen, oder gleich beide gleichzeitig, war er verschwunden. Anne hatte wohl von dem Drama nichts gesehen und marschierte mit einem Kerl im Schlepptau zu mir an die Bar.>>Sam, darf ich dir Richard vorstellen?<<

Richard hielt mir seine Hand entgegen und ich schüttelte sie freundlich.>>Hi Richard.<< Er lächelte.>> Hallo Sam. Ist das eine Abkürzung?<<>>Ja, für Samira.<<Er grinste breit und legte einen Arm um Annes Schultern. Sie zwinkerte mir zu.>>Also wenn es dir nichts ausmacht Samira, würde ich gerne deine Anne an einen netteren Ort entführen. Natürlich nur wenn du erlaubst.<<

Wow, konnte man sich noch gewählter ausdrücken? Der Typ hatte definitiv etwas im Köpfchen und wahrscheinlich auch im Geldbeutel. Außerdem sah er noch echt gut aus. Ich schaute Anne prüfend in die Augen um fest zu stellen, ob der Abgang auch in ihrem Interesse lag. Sie nickte und ich gab schließlich mein OK.

>>Viel Spaß ihr beiden.<<, seufzte ich.

>> Ich hänge hier noch ein bisschen rum und betrinke mich.<<

Ich freute mich für meine beste Freundin. Sollte sie ruhig ein bisschen Spaß haben. Wenigstens eine von uns, die nicht allein nach Hause ging. >>Trink nicht zu viel Süße.<<Ja, ja. Das hatte ich eben schon einmal gehört.Die beiden verließen zusammen den Club.

Ich stöhnte.

Da saß ich nun.

Alleine, betrunken, einsam.

Mein Gott wie jämmerlich. Bis jetzt hatte ich noch niemanden entdeckt der auch nur halbwegs mein Interesse weckte. Außer einem, aber vor dem hatte ich Angst und er war ja sowieso verschwunden.

Seufzend hob ich meine Hand. >>Nochmal drei bitte!<<

Der Alkohol lies ein Mädchen doch nie im Stich. Wodka Gorbatschov, mein ewiger Freund und Liebhaber.

Irgendwie erbärmlich.

Mein Pegel war zwar mehr als überschritten, aber das kümmerte mich nicht.

Eine halbe Stunde später zog auch ich von dannen und torkelte aus der Tür hinaus, durch den dunklen Korridor und vorbei an Dan, der noch immer wie ein riesiger Bulle am Eingang patroullierte. Besorgt starrte er mich an.>>Oh Sam! Nicht schon wieder. Soll ich dir ein Taxi rufen?<<

Ich winkte ab. Soweit man das noch als winken und nicht als unbeholfenes Wedeln bezeichnen konnte.>>Nein, nein. Ich komm schon klar, danke!<<

Ich wackelte unsicher mit meinen High Heels weiter.>>Bist du sicher? Du siehst ziemlich fertig aus.<<Na klasse. Schon der dritte der sich heute Abend als Klugscheißer aufspielte.

>>Klar. Ich schaffe das schon Dan. Ich bin ein großes Mädchen!<<Er runzelte die Stirn. >>Ok, wie du meinst. Sei vorsichtig.<<Ich verabschiedete mich mit einem Nicken und ging davon.>>Falsche Richtung Sam.<< Uups. Ha ha.

Wankend drehte ich mich um, legte einen Finger an die Lippen.>>Pssssssssst, weiß ich doch. Hat keiner gesehen.<<Vielleicht hätte ich mir wirklich lieber ein Taxi nehmen sollen, aber mittlerweile war mir so übel, dass mich sowieso keiner mitgenommen hätte, aus Angst ich kübelte die Sitze voll. Außerdem tat die frische Luft einfach gerade gut.

Schielend ging ich also weiter. Diesmal in die richtige Richtung.

3 Blogs, das war ja wohl zu schaffen.

Außerdem war ich bis dahin bestimmt wieder nüchtern.

Manhatten wirkte samstags nachts sehr lebendig. An jeder Straßenecke kamen mir irgendwelche Partypeople entgegen, einige nicht weniger betrunken als ich.

Ich schlug mich erstaunlich gut, war bis jetzt noch nicht gestürzt, trotz dieser unglaublich hohen Schuhe. Meine Zehen schmerzten jedoch, also beschloss ich barfuß weiter zu gehen. Nicht unbedingt besonders klug, aber auch das war mir egal.

Als ich an Annes Wohnung vorbei kam, wusste ich, dass ich es bald geschafft hatte. Um kurz zu verschnaufen lehnte ich mich an die Hauswand. Mein Magen rebellierte langsam und mir war kotz übel. Ich rutschte an der Wand entlang zu Boden und ruhte mich zwei Minuten aus. Als ich mich danach wieder aufraffen wollte, konnte ich nicht anders und erbrach mich heftig. Der ganze Alkohol kam Retour. Jemand hielt meine Haare nach oben, damit ich sie nicht voll saute.

Wer auch immer es war, einerseits war es mir erheblich peinlich, andererseits war ich froh über die kleine Geste. Nach fünf Minuten konnte ich wieder frei atmen und erblickte eine Hand vor meiner Nase mit einem Taschentuch. Dankend nahm ich es an und wischte mir den Mund damit ab.>>Sehr erotisch, ich muss schon sagen.<<

Ich hielt inne und schrak hoch.

Diese tiefe Stimmer kannte ich. Als ich aufsah bestätigte sich mein Verdacht. Vor mir stand Tom. Er verschränkte die Arme vor der Brust und schaute unbarmherzig auf mich herab.>> Ich hab dir doch gesagt, dass dieser Abend kein gutes Ende für dich haben wird. Das hat sich dann wohl auch so ergeben, nicht wahr?<<

Im dunkeln unter dem Mondschein wirkte er beinahe noch attraktiver, aber auch ein bisschen angsteinflößender. Seine Haltung war sehr distanziert und ich wünschte ich würde in einem großem Loch verschwinden können.>>Danke sehr freundlich, Arschloch!<< Mühsam rappelte ich mich auf, musste mich an der Wand abstützen. >>Was verschafft mir die Ehre deiner mürrischen Anwesenheit? Hast du nichts zu tun oder so?<<Er zog die Augenbrauen hoch. >>Ich wusste das dein Zustand nicht mehr zurechnungsfähig ist, also bin ich dir gefolgt.<<Wow, ein Stalker war er also auch noch.

Trotig wandte ich ihm den Rücken zu.

>>Danke für das Taschentuch, den Rest schaffe ich dann alleine. Ich brauche deine Hilfe nicht.<<

Tzzzz, machte hier einen auf Ritter des Mondlichts. Mit erhobenen Hauptes stolzierte ich beleidigt und beschämt los. Allerdings folgte er mir.>>Warum hat die gnädige Frau es denn jetzt so eilig?<<

Er hatte Mühe mit mir Schritt zu halten. Doch das kümmerte mich nicht, prompt ging ich noch schneller.>>Warum denn nicht? Geh und nerve jemand anderes.<<Er lachte spöttisch.

>>Genau das selbe habe ich auch gestern zu dir gesagt, aber du hast einfach nicht locker gelassen.<<Ich schnaubte und verdrehte die Augen.

>>Ich für meinen Teil weiß absolut nichts mehr von gestern, also sofern ich nicht mit dir geschlafen habe, was ich nicht hoffe, haben wir uns absolut nichts zu sagen und können uns dieses Gespräch hier sparen. Du kannst also nach Hause gehen und Aufwiedersehen!!!!<<

Dabei blieb ich stehen und sah zornig zu ihm auf. Seine Haltung spiegelte meine exakt wieder. Wütend zog er die Augenbrauen zusammen und warf mir genau den selben Blick zu.>>Keine Angst kleine Säuferin. Da ist absolut nichts gelaufen. Ich hatte dich nur aus Höflichkeit vor die Haustür begleitet, genau wie heute, also bilde dir da ja nichts ein. Du hattest allerdings vor mich zu kidnappen. Sowas nennt man Belästigung wenn du mich fragst. Und als ich dann ablehnte bist du erst richtig ausgerastet.<<Oje, mir wurde wieder schlecht. Ich hatte mich genauso peinlich benommen, wie ich befürchtet hatte. Heute allerdings hatte ich noch einen drauf gesetzt.>>Schön dann bin halt ausgerastet.<<, erwiderte ich wütend.

Meine Hände zitterten.>>Und du hast deine Wohnung zerlegt.<<, lachte er sichtlich amüsiert.Da ging mir ein Licht auf. Also deshalb sah mein Schlafzimmer so demoliert aus. Mittlerweile waren wir auch vor meiner Wohnung angekommen.>>Vielen Dank für diese aufschlussreiche Wiederholung meines gestrigen Black Outs und gute Nacht du Vollpfosten!<<

Ich schwankte die Verandatreppe hinauf und suchte in meiner Handtasche nach meinem Haustürschlüssel, fand ihn jedoch nicht. Flüche vor mich hin lallend stand ich da wie der letzte Trottel.>>Suchst du den?<<

Tom stand plötzlich neben mir und wedelte mit dem Schlüssel vor meiner Nase herum.

Ich riss ihn aus seiner Hand und meckerte >>Wo hast du den her? Hast du mich beklaut?<<Er rollte die Augen >> Nein, habe ich nicht. Du hast ihn gerade da unten am Absatz verloren und ich habe ihn lediglich aufgehoben. Wer ist jetzt hier der Vollpfosten?<< Oh wie arrogant er war. Am liebsten hätte ich ihm eine gescheuert. Jedoch beschloss ich einfach weiter zu atmen und rein zu gehen. Ich schloss die Tür auf, trat ein und knallte sie heftig wieder zu. Dabei geriet ich so ins Wanken, dass ich mit meinem Hintern auf dem Boden landete.

>>Aua!!! Verflixter Mist!<<Vor der Tür hörte ich nur noch ein schadenfrohes

>>Ha, Ha!!!<< worauf Gelächter folgte.

Ein wunderschönes tiefes Lachen. >>Halts Maul du Arsch.<<, schrie ich noch.

Doch dann grinste ich selbst.

Kapitel 2

Mit zögernden Schritten ging ich die breiten Stufen hinab. Es war eine lange große Treppe. Die Schleppe meines cremefarbenen Abendkleides, wehte hinter mir her und mein langes Haar war zu einem mit Perlen bestickten Knoten nach oben gesteckt.

Ich fühlte mich einfach wunderbar und wunderschön zu gleich.

Ein riesen großer antiker Kronleuchter warf den weiß geschmückten Ballsaal in eine helles, gleißendes Licht.

Als ich die Mitte der Treppe erreicht hatte, blickten alle geladenen Gäste zu mir auf. Auch sie waren außerordentlich festlich gekleidet. Ich fühlte mich, wie die Prinzessin aus einem anderen Jahrhundert. Aber ich war nur die versprochene Verlobte des Herzogs, des hellen Reiches. Zu diesem Zeitpunkt lebten wir noch in Frieden mit dem dunklen Reich auf der anderen Seite des Flusses. Amastasia war ein wundervolles Land, voller Magie inmitten der Nebelschwaden, die gewöhnliche Menschen nicht sehen und nicht betreten konnten. Jedoch war es in zwei Bereiche unterteilt. Es gab das helle Reich, voller Sonne und wunderbar blühend, und das dunkle Reich, welches sich in eisiger Dunkelheit und Schatten befand. Ich war die Tochter der obersten Fürstin der Hellen. An diesem Abend waren die mächtigsten Fürsten, Herzoge und Adlige beider Seiten anwesend. Ich erkannte die Dazugehörigkeit an der Farbe ihrer Kleidung. Schwarz für die Schatten, weiß für das Licht.

Meine Wangen eröteten leicht als ich bemerkte, dass die Gäste bereits erwartungsvoll zu mir aufblickten. Dies war das erste Event, an dem ich mich offiziell als werdende Frau von Fernandez zeigte. Er war ein toller Mann, dachte ich zumindest in diesem Moment. Was mich bald darauf erwarten würde, war mir zu diesem Zeitpunkt noch nicht bewusst. Denn die Hölle war nichts dagegen. Eine never ending Horror Story.Die Violine begann zu spielen und die Musik ertönte leidenschaftlich in meinen Ohren. Es würden mich viele Tänze erwarten. Jeder mochte die neue Zukünftige des obersten Hexers kennen lernen. Am Fuß der Treppe angekommen, erwartete mich schon der erste Mann. Sein schwarzer Smoking wirkte elegant und verdammt sexy. Seine breiten Schultern kamen sehr männlich zur Geltung. Sein kurzes dunkles Haar war perfekt frisiert und wirkte unglaublich attraktiv zu dem kantigen männlichen Gesicht, mit der perfekt geraden Nase und seinen strahlenden blauen Augen.

Er blickte zu mir auf, ein wunderschönes Lächeln auf dem Gesicht. Mir schmerzte fast das Herz, so schön war er. Ich kannte ihn nicht, wie so viele Gesichter des Adels, aber seine Haltung zeigte einen perfekt erzogenen jungen Mann.Er hielt mir seine Hand entgegen. >>Möchten sie tanzen junge Dame?<<Lächelnd musterte ich sein Gesicht und bekam eine Gänsehaut, als er sich leicht verbeugte und mir einen leichten Kuss auf den Handrücken hauchte. Ich fühlte mich sehr geschmeichelt und nickte verlegen. Seine eisblauen Augen versanken in meinen.

>>Wenn es Ihnen nichts ausmacht, würde ich mich gerne vorstellen.<< Ich nickte abermals.>>Mein Name ist Thomas William de Almaro, Sohn des obersten Fürsten des dunklen Reiches. Aber nennen sie mich Tom!<<

Kerzengerade und schweißgebadet erwachte ich. Ich sah immer noch sein Gesicht vor mir und hatte keine Ahnung wo ich war. Hilfesuchend hektisch blickte ich mich um, bis ich bemerkte, dass ich mich in meinem Schlafzimmer befand. Ein Traum. Erleichtert atmete ich auf. Mein Herz klopfte wie wild, als würde es mir jeden Moment aus der Brust springen. Warum zum Teufel träumte ich so etwas merkwürdiges. Es fühlte sich beinahe an, wie eine längst vergessene Erinnerung. Aber das konnte bei bestem Willen nicht sein. Und warum war Tom darin vorgekommen. Wahrscheinlich hatte ich mich echt in diesen Mann hinein gesteigert.

Zwischen meinen Vorhängen drang Tageslicht in den Raum. Laut meines Radioweckers hatten wir bereits drei Uhr nachmittags. Langsam stand ich auf, bemüht dieses mal nicht über die leeren Bierflaschen zu stürzen.. Meine Güte, es sah aus, als würde hier ein Straßenpenner hausen. Ich musste unbedingt meine Wohnung aufräumen. Ich zog die Vorhänge bei seite und blinzelte aus dem Fenster. Die Bäume hatten bereits all ihre roten und braunen Blätter verloren. Der Herbst war fast vorüber und der Winter nahte. Wie in Trance starrte ich in den kühl wirkenden Hinterhof, ohne dabei die Umgebung wahrzunehmen. Mein Schock war noch nicht ganz verflogen. Und meine Gedanken schwirrten nur um Tom und diesem absurden Traum. Er hatte mir wirklich den Kopf verdreht. Ich hätte es niemals für möglich gehalten, dass ich mich wirklich verliebte. Es war seltsam. Obwohl er mir gegenüber so feindselig war und ich ihn nicht einmal kannte, hatte er bereits jetzt mein Herz erobert. Jedoch fühlte es sich nicht so wunderschön und unbekümmert an, wie sie es in den Liebesschnulzen immer darstellten. Es war eher ein Stich ins Herz, denn ich wusste, dass er nicht genauso empfand, davon mal abgesehen das ich nicht wusste ob ich ihn überhaupt nocheinmal treffen würde. Vielleicht war es auch besser so. Ich war ja schon so besessen, dass ich bereits von ihm träumte. Letzte Nacht hatte ich noch stundenlang wach gelegen und mich an sein Lachen erinnert. Es war das Einzige am ihm, was real wirkte. Und ich? Ich war eindeutig verrückt. Verrückt nach ihm. Egal wie fies er zu mir gewesen war.

Irgendwie machte ihn sogar diese Eigenschaft erst recht interessant. Thomas William de Almaro. Komischer Name.Und wie kam ich bitte darauf? Ob er wirklich so hieß? Ach Quatsch! Woher in Gottes Namen sollte ich seinen vollen Namen wissen, wenn er sich mir nur als Tom vorgestellt hatte. Das Telefon riss mich aus meinen Gedanken. Ich rannte zu meinem Nachttisch und nahm ab.>>Hallo?<<>>Hey Sam. Ausgeschlafen???<< Anne!>>Klar bin gerade aufgestanden und wollte meine Bude auf Vordermann zu bringen.<<Sie schnaubte >>Und was ist mit unserem Treffen heute? Es ist Sonntag und Trudi hat bestimmt wieder unseren Tisch im Café reserviert. Außerdem muss ich dir so viel von Richard erzählen.<<Ach stimmt, da war ja was.

>>Und wie wars mit deinem Lover?<<Sie lachte vor sich hin.

>>Er ist gerade gegangen. Wir haben noch zusammen zu Mittag gegessen. Wie war dein restlicher Abend?<<Ich überlegte kurz, ob ich ihr von der zweiten Begegnung mit Tom erzählen sollte, beschloss aber noch eine Weile den Mund zu halten. Ich durfte mich auf gar keinen Fall in etwas hinein steigern. Schließlich konnte er mich sowieso nicht leiden.

>>Ach, ich bin kurz nach euch gegangen. Ich hatte irgendwie keine Lust mehr auf feiern.<<Sie hielt kurz inne.>>Hm, Ok! Das klingt so gar nicht nach dir.<<Ich biss mir auf die Lippe. Sie kannte mich einfach zu gut. Mein schlechtes Gewissen meldete sich. Normalerweise log ich sie nie an.

>>Ach was. Manchmal bin ich froh mit meinem Hintern im Bett zu liegen.<<

Und wie zur Bestätigung lies ich mich rücklinks aufs Bett fallen. >>Ok, wers glaubt. Naja, auf jedenfall wollen Richard und ich morgen Schlittschuh laufen gehen. Also wenn du mit kommen möchtest.<<Oh nein. Das wollte ich definitiv nicht. Das letzte was ich jetzt in meiner Melancholie gebrauchen konnte, war ein sich anschmachtendes Pärchen.

>>Äh, lieb gemeint. Aber ich glaube ich verzichte. Das ist euer Ding, nicht meins.<<>>Wie du meinst. Ich wollte es dir nur anbieten. Richard ist echt toll. Ich glaube ich habe mich ein bisschen in ihn vernarrt.<<Das konnte ich nur zu gut nachvollziehen. Mit Tom ging es mir genauso. Aber das musste ich mir schnell aus dem Kopf schlagen.

>>Vorsichtig Anne, du kennst ihn noch nicht wirklich.<<>>Das ist wohl wahr. Wir werden sehen.<< Sie schnaufte.

>>Ok, dann geh du mal deinen Hausfrauenpflichten nach. Du kannst dich ja bei mir melden, wenn du fertig bist.<< Ich setzte mich auf.>>Versprochen, bis dann!<<>>Hab dich lieb.<<Ich lächelte.>>Ich dich auch Maus.<<Nachdem ich aufgelegt hatte, rappelte ich mich aus dem Bett auf, blieb dabei mit dem Bein in der Decke hängen und fiel wie ein nasser Sack vornüber direkt auf die Nase. Eines Tages hatte ich mich womöglich wirklich noch selber umgebracht. Ganz aus Versehen natürlich.

Im Bad stand ich länger als nötig unter der Dusche. Das heiße Wasser half mir dabei meine Gedanken ein wenig zu ordnen. Jedoch schweifte ich immer wieder ab. Jedes mal wenn ich die Augen unter dem Duschstrahl schloss, sah ich wieder Toms Gesicht vor mir. Ich trommelte mit den Händen gegen meinen Schädel, um dieses Bild zu verbannen. Vergeblich!Nachdem ich mich abgetrocknet und angezogen hatte, ging ich mit Jogginklamotten und nassen Haaren die Treppe hinunter ins Wohnzimmer um die Musikanlage einzuschalten. Beim Putzen brauchte ich immer die volle Dröhnung.Zwei Stunden später war ich fast fertig. Laut, und den falschen Text mit gröhlend schwang ich den Wischmopp ein letztes mal durchs Wohnzimmer. Die obere Etage musste bis morgen warten, wenn ich mich noch mit Anne im Café treffen wollte. Nach einem kurzen Telefonat mir ihr, einigten wir uns auf sechs Uhr am Parkplatz. Ich zog Jeans und Sweatshirt an. Meine Haare sahen wie mein Wischmopp aus, also band ich sie zu einem Pferdeschwanz zusammen und trug eine Kappe. Keine Zeit zum Haare glätten. Ich schnappte mir meine Jacke und lief in die Garage zu meinem Wagen. Zum Glück sprang er direkt an. Zehn Minuten später fuhr ich auf den Parkplatz vor unserem Stammcafé. Anne wartete bereits....

TomDie ganze Nacht hatte Tom nicht geschlafen. Jedes mal wenn er seine Augen schloss, sah er die ihren vor sich. Es war einfach nicht auszuhalten. Warum hatte er sich hinreißen lassen sie aufzusuchen? Ihr Gesicht war das selbe wie damals, ihre Haare waren in dem gleichen satten braun, ihre Augen so grau, das sie schon fast silbern wirkten. Ja sie war noch genauso schön, genauso tollpatschig und ihr Mund kräuselte sich immer noch, wenn sie wütend war. Das liebte er am meisten an ihr. Aber er durfte nicht so empfinden. Er hatte ihr nur Unglück gebracht. Eine Tragödie, die er bis heute, 300 Jahre später noch nicht verdaut hatte. Die Schuldgefühle saßen einfach noch zu tief. Ein großer Krieg war ausgebrochen, der viele Opfer forderte, unter denen auch sein Vater Caleb war. So lange, bis Helena die oberste Fürstin der Hellen, mit Crypto, seinem Nachfolger einen Waffenstillstand aushandelte. Und das geschah erst nach 100 Jahren erbitterten Mordens beider Seiten. Nein, er durfte definitiv nicht in ihrer Nähe sein. Doch hatte er eine andere Wahl? Fernandez hatte erfahren, dass sie wieder lebte. Er war ebenfalls auf der Suche nach ihr. Diese Information hatte er nur durch Zufall aufgeschnappt, als er Richard mit seinen Verbündeten belauscht hatte. Richard hatte den Auftrag sie ausfindig zu machen. Also hatte Tom beschlossen sein Anwesen der Rebellen zu verlassen und ihm unauffällig zu folgen. Somit ist er in Manhatten gelandet und organisierte eine kleine Wohnung, die er vorerst bezogen hatte. Egal was damals geschehen war, er wollte es auf gar keinen Fall zu lassen, dass Fernandez sie noch einmal verletzte. Sie hatte doch keine Ahnung, wer sie wirklich war. Er musste sie irgendwann aufklären. Bis dahin beschloss er sich im Hintergrund zu halten und nur zu beobachten. Als er sie vor zwei Tagen gefunden hatte und sie ihn betrunken in ihre Wohnung ziehen wollte, hätte er fast nach gegeben. Sie war so leichtsinnig. Genau wie früher, als sie sich für ihn ins Verderben gestürzt hatte. Er musste sie beschützen. Jedoch ohne sie wieder in Gefahr zu bringen. Er spürte, dass sie ihm bereits ebenfalls wieder verfallen war. Weiter konnte er nicht gehen. Keine Empfindungen zulassen. Das hat sie damals getötet. Und er war schuld daran. Er hatte absolut keinen Plan im Gepäck, wie er sie am besten in Sicherheit bringen sollte. Also brauchte er die Hilfe seines besten Freundes. Gestern hatte er unauffällig ein Foto von ihr im Club gemacht. Ohne einen Beweis würde Raphael ihm nie glauben.>>Alter, wie lange wartest du schon?<<Raphael hatte gerade das Café betreten indem Tom schon seit Stunden die Zeit tot schlug. Vor ihm standen ungefähr vier leere Kannen Kaffee. Eigentlich hätte er einen Herzkinfarkt kriegen müssen bei dem geballten Koffeinkonsum.>>Du siehst furchtbar aus Kumpel. Wann hast du das letzte mal geschlafen?<<

Raphael setzte sich ihm gegenüber, sodass er die Tür im Blick hatte. Tom schnaubte

>>Ich weiß nicht. Vor drei Tagen vielleicht? Wie läufts im Anwesen? Keine auffälligen Gestalten?<<Raphael runzelte die Stirn >>Ich habe gestern Abend Fernandez Handlanger auf dem Grundstück gesichtet. Ich glaube, sie ahnen, dass du dich für eine Weile aus dem Staub gemacht hast. Candy hat ihnen bisschen Feuer unterm Hintern gemacht, im wahrsten Sinne des Wortes.<<

Er grinste spöttisch. Das gefiel Raphael. Eine Frau mit Stil.

>> Aber warum hast du dich ausgerechnet nach Manhatten verpisst? Wolltest wohl bisschen Party machen, was?<<Tom lehnte sich vor, nahm sein Handy heraus und reichte es Raphael. Zu sehen war das Foto.>>Sag mir wen du da siehst?<<Raphael schnappte nach Luft.

>>Was zum Teufel? Aber.......ich......das kann nicht sein Tom.<<>>Oh doch, das kann sein. Ich habe sie gefunden und wollte es selbst erst nicht glauben.<<

Tom lehnte sich wieder in seiner Bank zurück. Raphael war immer noch sprachlos. Er bestellte sich schnell einen Kaffee, extra stark, um diese Nachricht erst einmal zu verdauen. Nach Minuten meldete er sich erst wieder zu Wort.>>Zarai ist also wirklich zurück gekehrt. Ich kann es nicht fassen. Weißt du was das bedeutet? Es geht alles wieder von vorne los. Hast du mit ihr gesprochen bevor du mich angerufen und hier her bestellt hast?<<

Er war außer sich, wedelte mit den Händen vor Toms Nase herum, bis der es nicht mehr aushielt und ihm einen strengen Blick zuwarf.>>Ja habe ich.....<< Raphael schnappte erneut nach Luft.>>......Doch bevor du mich verurteilst. Ich habe ihr noch nichts gesagt. Sie hat absolut keine Ahnung, wer sie ist. Ihr heutiger Name ist Samira Hitchcock. Aber Fakt ist, sie ist in Gefahr wenn Fernandez´s Bluthunde sie finden.<<Sein Freund schüttelte bedauernd den Kopf.

>>Tom das geht dich nichts an, wie oft denn noch? Rechtlich gesehen gehört sie zu ihrem Ehemann und der bist nun mal nicht du. Wann kapierst du es endlich. Sie hat dir und ihr selbst nichts als Unglück gebracht. Überlass sie ihrem eigenen Schicksal und höre verdammt noch mal auf, dich einzumischen. Das bringt dir eines Tages noch den Tod. Fernandez kann ohne Konsequenzen seine Rechte an ihr einfordern, egal ob sie zwischenzeitlich mal für lange Zeit tot war oder ob sie es überhaupt will.<<Wütend schlug Tom mit der Faust auf den Tisch.

>>Ich werde sie niemals diesem widerwärtigen Mistkerl überlassen. Hast du vergessen, was er ihr angetan hat?<<>>Nein natürlich nicht. Aber ich denke dennoch.....<<>>Nichts da. Ich werde Fernandez beseitigen.<< Raphael schüttelte abermals bedauernd den Kopf.

>>Und du willst unbedingt, dass der Krieg wieder ausbricht. Du kannst nicht einfach ungestraft einen Hexer und somit einen Herzog der Hellen ausschalten. Du weißt was dann passiert. Ob wir verbannte Rebellen sind oder nicht. Das tut nichts zur Sache. Wir sind immer noch Schattenmagier und werden von Helena zur Rechenschaft gezogen. Hatten wir nicht genug Opfer? Zarai eingeschlossen? Kein Wunder das du als Rebell gillst. Du lässt keine Chance aus, die Regeln der obersten Magierfürsten zu brechen. Du weißt was dir blüht, wenn du es noch einmal tust. Und dann kann noch nicht mal Crypto dich aus der Scheiße ziehen. Sogar manche Hexer beider Seiten haben mittlerweile einen Hals auf dich, da du ihre Familien mit unserer Organisation gespalten hast. Ganz zu schweigen, dass das helle Reich und Zarai´s Mutter nur auf einen kleinen Fehltritt warten um dir den Gar aus zu machen.<<Er beugte sich nach vorne und packte seinen Freund an den Schultern, bereit ihn zu schütteln und zur Vernunft zu bringen. Doch Tom hatte bereits seinen Entschluss gefasst und blickte Raphael zornig und entschlossen entgegen. Raphael lies ihn los, lehnte sich zurück und schnaufte leise vor sich hin. >>Lass mich raten. Du hast dich bereits dazu entschieden sie mit allen Mitteln zu schützen, stimmts? Auch wenn du dabei drauf gehst.<<Tom nickte, ohne den Blick von seinem besten Kumpel abzuwenden.>>Wie siehts aus, hilfst du mir?<<Raphael zuckte die Schultern.

>>Natürlich helfe ich dir. Auch wenn ich denke das du ein totaler Vollidiot bist. Allerdings brauchen wir mehr Unterstützung. Ich werde Candy anrufen. Sie soll uns ein paar deiner Hexersoldaten schicken. Da sind ein paar erstklassige Spione dabei. Candy, Dolores und Peter bleiben auf dem Anwesen, um keinen Verdacht zu erregen, dass etwas im Busch ist. Außerdem schicke ich ein paar einfache Marocks mit Lucius in die andere Richtung nach Europa, um Fernandez´s Wachhunde auf die falsche Fährte zu locken. Er weiß, wohin Lucius geht, bist auch du nicht weit. Dann täuschen wir ihn doch damit mal gewaltig. Jeanine wird Lucius begleiten um ihn im Ernstfall unterstützen zu können. Gib mir zwei Tage Zeit.<<>>Danke mein Freund. Deshalb habe ich dich angerufen. Du bist der geborene Strategier. Du hast was gut bei mir.<<Raphael verdrehte die Augen >>Ja ja Kumpel. Das sagst du immer. Wenigstens denken sie so nicht , dass du auf der Suche nach Zarai bist. Ich hoffe Richard ist noch in Amastasia.<<>>Nein, er ist hier in Manhatten. Ich bin ihm vor ein paar Tagen gefolgt und habe sie dann im "Neon" gefunden. Ich weiß nicht, ob er sie ebenfalls entdeckt hat.<<Raphael überlegte kurz.

>>Ok, das macht die Sache schwieriger. Also müssen wir erst Richard aufsuchen und ihn ordentlich in die Mangel nehmen. Du weißt das ich mich hier mit dir ins Verderben stürze, wenn die Fürsten raus bekommen, was wir vor haben. Apropos........hast du überhaupt schon ansatzweise einen Plan???<<Tom schaute entschuldigend auf die Tischplatte.

>>Nicht wirklich. Aber du kennst mich, Spontanität wirds richten. Ich dachte, wir nehmen sie einfach mit, wenn die Zeit gekommen ist.<<>>Na super.<< Raphael schwang die Arme dramatisch in die Luft. >>Willst du jetzt aussteigen?<<

Der Mut verlies Tom bereits wieder. Sein Freund zog beide Augenbrauen hoch.>>Hm, wir entführen also die wiedergeborene Ehefrau des Herzogs Enrico Fernandez des hellen Reiches, deren Mutter eine der obersten Fürstinnen und eine der mächtigsten weißen Magierinnen ist. Noch dazu tragen wir den ohnehin schon angegriffenen Ruf unseres dunklen Reiches noch weiter in den Dreck und riskieren dabei das ein erneuter großer Krieg in Amastasia ausbricht. Achso sorry, ich vergaß. Außerdem wissen wir noch nicht mal ob Zarai oder Samira, uns vertraut oder glaubt. Und Richard müssen wir auch noch ruhig stellen. Aber hey, ist doch ein Kinderspiel. Mega riskant und keine Aussicht auf Erfolg.<< Er grinste spöttisch. >>Wo soll ich unterschreiben?<<Tom lachte und knaufte ihm gegen die Schulter. >>Ich weiß schon warum du mein bester Freund bist.<<Raphael überlegte kurz.>>Ja ja schon gut. Konzentration! Wie willst du Fernandez beseitigen?<<>>Es wird sich schon eine Gelegenheit ergeben. Das kann noch warten. Ich muss sie erst hier raus bringen. Glaubst du Candy und die anderen ziehen mit?<<>>Aber sicher. Ich wusste das unsere Brüderschaft mit Candy noch von Nutzen sein wird. Wenigstens arbeiten einmal Magier und Hexen beider Reiche zusammen. Auch wenn wir offiziell verstoßen sind, scheint Fernandez weiter Respekt vor uns zu haben. Am sonsten würde er nicht ständig seine unfähigen Untertanen in die Nähe des Anwesens schicken, um uns aus zu spionieren und einen Grund zu suchen, Krieg gegen uns Rebellen führen zu können. Jedoch dürfen wir ihn nicht unterschätzen. Er ist zwar nur ein Hexer, aber auch die haben etwas drauf. Außerdem hätte er die Unterstützung von Helena. Du weißt das die Hellen nur warten um einen Krieg anzuzetteln. Egal womit Crypto damals verhandelt hat. Ich bin mir nicht sicher ob er sich ein weiteres Mal um deine Fehltritte kümmert. Wir sind von nun an auf uns allein gestellt. Wenn alles schief geht, wird nicht nur das Helle, sondern auch das Dunkle Reich es auf uns abgesehen haben. Dann können wir uns warm anziehen. Also brauchen wir vor allem erst einmal einen Plan. Und scheiß auf Spontanität. Das hier ist eine heikle Sache. Warum musstest du, Sohn des obersten Fürsten der Dunklen, dich auch in die Tochter der obersten Fürstin der Hellen und noch dazu Ehefrau des Herzogs der Hellen verlieben? Auch wir haben schöne Bräute, Mann.<<Tom verdrehte die Augen.

>>Ich weiß es nicht, Raph. Aber es ist einfach so. Ich hätte nie gedacht, dass sie tatsächlich widerkehrt.<<>>Ich auch nicht mein Freund, ich auch nicht.<<

Die Türglocke klingelte, als jemand das Café betrat. Raphaels Augen weiteten sich einen Moment, bevor er leicht grinste, als er zum Eingang schaute.>>Aber sieh einmal an, wer gerade gekommen ist. Wenn man vom Teufel spricht.<<

Ich erstarrte, als Tom sich zu mir umdrehte und mich wütend anfunkelte. Na klasse, gerade hatte ich einmal nicht an ihn gedacht, aber seine Schönheit traf mich erneut wie ein Schlag ins Gesicht. Ihm gegenüber saß ebenfalls ein schöner Mann. Sein zerzaustes Haar war kupferfarben, seine Haut ungewöhnlich bleich, wie die von Tom. Jedoch wirkten seine Augen nicht so bösartig. Im Gegenteil, sie betrachteten mich weich, vielleicht etwas verwundert aber dennoch freundlicher. Anne stubste mir von hinten in den Rücken.

>>Sam geh weiter. Was stehst du denn da wie ein Dämel?<<Sie saßen auf unserem Stammplatz. Warum hatte Trudi ihn nicht reserviert? Mit erhobenen Hauptes wollte ich gerade los stolzieren, um ihnen klar zu machen, dass das unser Tisch war, aber Anne hielt mich zurück, als sie bemerkte, was ich vor hatte.

>>Keinen Stress.<< Sie nickte in den Raum. >>Da hinten können wir uns ebenso gut hinsetzten.<<Ich schüttelte kurz meinen Kopf um wieder einen klaren Gedanken zu fassen und ging weiter vorwärts, an ihnen ganz locker flockig vorbei, bemüht sie nicht weiter zu beachten. Am anderen Ende des Raumes nahmen wir Platz. Ich saß natürlich genau mit dem Gesicht in Toms Richtung. Seine Augen verweilten einen kurzen Augenblick auf mir, bevor er sich wieder seinem Freund wittmete.Trudi kam zu unserem Tisch geschlendert.>>Hey Ladies. Entschuldigt bitte, ich habe vergessen euren Platz zu reservieren.<<

Anne lächelte ihr aufmunternd zu. >>Kein Thema. Hier ist es auch in Ordnung. Bringst du mir bitte einen Latte Macchiato?<<Ich beachtete Trudi kaum. Ich war zu sehr damit beschäftigt Tom die Zunge raus zu strecken. Ihn lies das wohl kalt, denn er tötete mich bereits mit seinen Blicken.>>Sam meine Süße. Für dich wie immer? Ich habe extra polnischen Wodka liefern lassen. Nur für dich.<<>>Ja Trudi. Ich danke dir. Und beeil dich bitte.<<Meine Hände zitterten bereits. Oh dieser geile Mistkerl machte mich so wütend. Ich spürte wie sich meine Kraft mit jedem Blick den Tom mir zuwarf, steigerte. Ich musste aufpassen, dass ich nicht ausversehen das Café in seine Einzelteile zerlegte. Vielleicht sollte ich mir mal ein paar Wuttherapie CD´s besorgen. Ich konnte ja nicht immer betrunken durch die Gegend torkeln. Anne war bereits der Meinung, dass ich Alkoholikerin war.>>Sam du musst doch morgen wieder arbeiten. Geht es nicht einmal ohne Alkohol?<<Ich zog beide Augenbrauen hoch und sah sie belustigt an.