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Eine Reise auf den Spuren des legendären Straßenrennens Mille Miglia: Wir starten in Brescia, dann geht es los durchs traumhafte Italien – durch die Weinberge des Piemonts, entlang der Mittelmeerküste bis zum Wendepunkt Rom, weiter durchs grüne Umbrien, über die zypressengesäumten Straßen der Toskana, durch die fruchtbare Ebene der Emilia bis zum mondänen Gardasee. Es ist eine Rundfahrt mit allen Sinnen. Der Duft von Benzin und Öl vermischt sich mit dem Duft von Jasminblüten, Salbei und Rosmarin. Auf den Küstenstraßen fährt uns der Wind durchs Haar und auf den Serpentinen des Apennin genießen wir die weiten Ausblicke. Wir stecken unsere Nase in die Töpfe von Spitzenköchen, wir kosten die Spezialitäten der Region und füllen bei außergewöhnlichen Winzern den Kofferraum. Wir stellen die schönsten Sehenswürdigkeiten und interessantesten Museen links und rechts der Strecke vor und liefern Tipps für ganz besondere Hotels, Restaurants und Produzenten. Und ganz nebenbei erzählen wir die Geschichte der Mille Miglia und des Rennsports in Italien – eine Rundfahrt mitten durch Glück, Genuss und Lebensfreude.
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Seitenzahl: 179
Veröffentlichungsjahr: 2026
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© eBook: 2026 GRÄFE UND UNZER VERLAG GmbH, Postfach 860366, 81630 München
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ISBN 978-3-8464-1054-7
1. Auflage 2026
GuU 8-1054 02_2026_02
Projektleitung: Christof Klocker
Lektorat: Beate Martin
Bildredaktion: Fabian Riedel
Covergestaltung: seidldesign, Stuttgart
eBook-Herstellung: Liliana Hahn
Bildnachweis
Coverabbildung: Wolfgang Seidl
Fotos: Georg Weindl
Agentur- und Pressematerial: Agri’90; Alamy Stock Photo; CC BY-SA: Wwikiwalter, Terragio67, Maurizio Gambi; Archive Ufficio beni archeologici Soprintendenza per i beni culturali Provincia autonoma di Trento: Tommaso Prugnola, Ornella Michelon; Archivio fotografico Comune di Ravenna; Archivio Terme Colli Marketing; Casa Maghinardo; Ristorante Essentia; Garda Dolomiti Spa; Getty Images; Huber Images: Nicola Angeli, Matteo Carassale, Franco Cogoli, Armin Huber, Sandra Raccanello; Imago Images; Hotel Laurin: Harald Wisthaler; Lingers: Sebastian Weger; Mauritius Images: Click Alps, Volker Preusser, Andrey Andronov, Witold Skrypczak, Renato Valterza, Paolo Reda, Mario Bonotto; Pillow Lab; privat; Shutterstock; stock.adobe.com; StockFood: Anneliese Kompatscher; Stroblhof: Hannes Niederkofler; Trentino Sviluppo SpA – illimitato: Carlo Baroni, Mathäus Gartner, Ronny Kiaulehn, Tommaso Prugnola; Unsplash: Michelangelo Azzariti, Hannes Vikoler, Sterling Lanier, Golden Voyagers, Daniel Sessler, Grigorii Shcheglov; Max Verdoes
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Die Daten und Fakten für dieses Werk wurden mit äußerster Sorgfalt recherchiert und geprüft. Wir weisen jedoch darauf hin, dass diese Angaben häufig Veränderungen unterworfen sind und inhaltliche Fehler oder Auslassungen nicht völlig auszuschließen sind. Für eventuelle Fehler oder Auslassungen können Gräfe und Unzer und die Autoren keinerlei Verpflichtung und Haftung übernehmen.
Wo Flüsse den Weg weisen: Bozen–Bruneck
Eine Landpartie für Genießer: Bozen/Girlan–Bozen
Im Schatten mächtiger Gipfel: Bruneck–Cortina d’Ampezzo
Eine Passeggiata auf zwei Rädern: Pergine–Bassano del Grappa
Gourmettour nördlich des Gardasees: Ponte Arche
Zwischen Wasser, Wein und Wohlgefühl: Riva del Garda
Ein Stück echtes Trentino: Bondo–Bondone
Hoch über dem Trubel des Gardasees: Formaga (Gargnano)
Der kleine Bruder des Gardasees: Iseo
Von See zu Fluss zu Stadt: Bardolino–Mantua
Genussradeln in schönster Form: Mantua–Ferrara
Natur erleben, Kunst genießen: Ferrara–Ravenna
Zwischen Adria und Apennin: Ravenna–Brisighella
Unterwegs in Italiens Gourmetregion: Bologna–Modena
Achtzig Kilometer purer Genuss: Parma–Busseto
Durch Venetiens grüne Hügelwelt: Abano Terme
Auf der ältesten Weinstraße Italiens: Conegliano
Von Bergpanorama zu Meeresblick: Tarvisio–Grado
Wo die Insider unterwegs sind: Gorizia
Im Takt der Wellen: Triest–Jesolo/Lido di Venezia
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Wo Flüsse den Weg weisen:
Bozen–Bruneck
Eine Landpartie für Genießer: Bozen/Girlan–Bozen
Im Schatten mächtiger Gipfel: Bruneck–Cortina d’Ampezzo
Eine Passeggiata auf zwei Rädern: Pergine–Bassano del Grappa
Gourmettour nördlich des Gardasees: Ponte Arche
Zwischen Wasser, Wein und Wohlgefühl: Riva del Garda
Ein Stück echtes Trentino: Bondo–Bondone
Hoch über dem Trubel des Gardasees: Formaga (Gargnano)
Der kleine Bruder des Gardasees: Iseo
Von See zu Fluss zu Stadt: Bardolino–Mantua
Genussradeln in schönster Form: Mantua–Ferrara
Natur erleben, Kunst genießen: Ferrara–Ravenna
Zwischen Adria und Apennin: Ravenna–Brisighella
Unterwegs in Italiens Gourmetregion: Bologna–Modena
Achtzig Kilometer purer Genuss: Parma–Busseto
Durch Venetiens grüne Hügelwelt: Abano Terme
Auf der ältesten Weinstraße Italiens: Conegliano
Von Bergpanorama zu Meeresblick: Tarvisio–Grado
Wo die Insider unterwegs sind: Gorizia
Im Takt der Wellen: Triest–Jesolo/ Lido di Venezia
Das E-Bike sorgt für mühelose Anstiege, die Natur für grandiose Blicke – hier am Westufer des Gardasees.
Früher durfte Radfahren nichts mit Genuss zu tun haben. Nach der Tour einkehren? Und gut essen? Undenkbar! Radfahren war lange etwas Asketisches – auch für mich. Doch dann hatte ich diese besondere Begegnung: In dem Dorf in den Bergen, wo ich wohnte, stand eines Tages vor dem sündteuren Sternerestaurant ein Kleinbus mit französischem Kennzeichen und Radanhänger. Radfahrer und Dreisterne-Küche? Das passt doch nicht zusammen? Es passt, und zwar bestens, das wusste jedenfalls der kalifornische Veranstalter, der für seine Kunden weltweit Luxusradreisen organisiert. Das machte mich neugierig. Ich begann, zu recherchieren und Zeitungsartikel über diese bislang unbekannte Marktnische zu schreiben – und entdeckte erstaunliche Geschichten und Erlebnisse. Vor Kurzem klopfte ich dann ganz vorsichtig mit einem Buchvorschlag beim Verlag Gräfe und Unzer in München an. Und rannte offene Türen ein. Die Idee: mit dem E-Bike durch Norditalien. Die herrliche Landschaft erleben, Ristoranti, Trattorien und Weingüter besuchen. Unterwegs sein, die Landschaft erspüren und die Schätze der verschiedenen Regionen genießen. Ferientage voller guter Laune und feiner Genüsse.
E-Bikes schaffen nicht nur eine neue Qualität des Reisens, sondern sorgen auch für eine neue Ausgewogenheit. Wo früher weniger trainierte Fahrer und Fahrerinnen den Sportskanonen hinterherfuhren, entstand schnell Frust und schlechte Stimmung. Heute ist das anders: Mit dem E-Bike sind die einst Langsameren genauso schnell unterwegs, manchmal sogar flotter, weil sie gegenüber den motorlosen Radelnden mit weniger Gewicht um die Kurven kommen.
»Die Idee: mit dem E-Bike durch Norditalien. Die herrliche Landschaft erleben, Ristoranti, Trattorien und Weingüter besuchen.«
RADFAHREN UND GOURMETKÜCHE – GEHT DAS?
Und wie. Früher war der klassische Radreisende ein Rennradler oder eine Rennradlerin, der oder die sich unterwegs nur minimalistisch versorgte, kaum Gepäck hatte (logischerweise) und die Nächte oft auf Campingplätzen oder in einfachen Pensionen verbrachte. Klingt nach Abenteuer, der Spaß- und Genussfaktor blieb bisweilen jedoch auf der Strecke. Mit den E-Bikes ist nun alles anders: Die elektrifizierten Radler absolvieren vormittags ihre 30 oder 40 Kilometer und landen dann in einem Ristorante oder in einer Trattoria, genießen ihr Mittagsmahl, danach einen Espresso, setzen sich wieder aufs Rad und fahren dank freundlicher Unterstützung des Elektromotors entspannt weiter in den Nachmittag. Früher brachte einen das Auto von einem schönen Lokal zum nächsten. Aber akuter Bewegungsmangel und Überversorgung mit Pasta und Prosciutto trübten bald die Stimmung. Gourmetreisen mit dem E-Bike sind die perfekte Lösung. Die Kombination aus Bewegung und feiner Küche weckt den Appetit und erlaubt den Genuss ohne schlechtes Gewissen.
In Nordamerika gibt es längst Reiseveranstalter, die Luxus-Radreisen weltweit anbieten: Man radelt durch die schönsten Regionen, übernachtet in erstklassigen Hotels, besucht Spitzen-Restaurants, kehrt bei Winzern ein oder begleitet Trüffelsucher. Bei solchen Reisen zahlt man ohne An- und Abreise schnell 1000 Dollar pro Tag und mehr. Und fährt den ganzen Tag mit dem Rad. Ähnliches kann man – mit deutlich kleinerem Budget – auch individuell unternehmen. Und genau dafür ist dieses Buch gedacht. Es führt in eine Gegend, in der man genießen kann, wie sonst fast nirgendwo auf der Welt. Und wo das Radfahren seit vielen Generationen absoluten Kultstatus genießt. Keine schlechten Voraussetzungen, finden Sie nicht auch?
»Und genau dafür ist dieses Buch gedacht. Es führt in eine Gegend, in der man genießen kann, wie sonst fast nirgendwo auf der Welt.«
»ITALIA« IST AUCH FÜR RADREISENDE »BELLA«
Dass Italiener leidenschaftliche Radler sind, genauso wie sie gern Auto fahren, ist eigentlich bestens bekannt. Und wer schon einmal beim Giro d`Italia live dabei war oder mal gesehen hat, wieviele Rennradler an den Wochenenden unterwegs sind, kann das gut nachvollziehen. Eigentlich sind die Italiener und Italienerinnen beim Radfahren eher konservativ unterwegs. Das heißt, das bevorzugte Gerät ist das Rennrad, in den Bergen das Mountainbike und das überwiegend ohne Motor. Doch ändert sich das auch dort allmählich. Gute Voraussetzungen also. Dazu locken herrliche Landschaften mit allem, was Radfahren schön macht – von den Bergen über die Küstenregionen bis zu den malerischen Weingegenden wie die Toskana, Umbrien oder Friaul. Wenn man dann noch einige Besonderheiten berücksichtigt, steht dem Vergnügen kaum etwas entgegen.
Fangen wir mit der Anreise an: Wer mit Auto und eigenem E-Bike anreist, sollte einige Vorschriften beachten. Derzeit gilt: Am Fahrradheckträger ist, auch wenn dieser über ein eigenes Kennzeichen und eigene Leuchten verfügt, jeweils links und rechts am seitlichen Ende eine rotweiße Warntafel erforderlich. Wer mit der Bahn und dem eigenen Bike anreist, muss bedenken, dass italienische Fernzüge Räder nur in verpacktem Zustand transportieren. Anders bei Regionalzügen, wo es spezielle Bereiche oder Stellplätze für Räder gibt. In Trenitalia-Zügen braucht man dafür ein entsprechendes Ticket: Biglietto Bici oder Supplemento Bici. Stellplatzreservierungen können in Regionalzügen üblicherweise nicht gebucht werden.
»Dazu locken herrliche Landschaften mit allem, was Radfahren schön macht – von den Bergen über die Küstenregionen bis zu den malerischen Weingegenden wie die Toskana, Umbrien oder Friaul.«
GANZ OHNE REGELN GEHT ES AUCH IN ITALIEN NICHT
Kinder unter 14 Jahren müssen einen Helm tragen. Für Erwachsene gibt es keine Helmpflicht, aber es wird dringend empfohlen, den Kopf mit einem Helm zu schützen. Außerhalb von Ortschaften müssen Radfahrer hintereinander fahren. Nur Kinder unter zehn Jahren dürfen rechts neben einem anderen Radfahrer fahren. Das Benutzen von Headsets oder Kopfhörern während der Fahrt ist für Radfahrer verboten. Es gilt eine Promillegrenze von 0,5 Promille.
WOHIN MIT DEM TEUREN RAD?
Eine wichtige Frage für E-Bike-Besitzer ist, wo sich das kostbare Rad sicher unterbringen lässt. Auf dem Land bieten viele Hotels abschließbare Räume für Fahrräder an. In den Städten gestaltet sich das oft schwieriger. Dort sind Hotels mit Tiefgaragen meist die bessere Wahl. Manche Hotels verfügen auch über eine kleine Garage ums Eck. Es empfiehlt sich, bereits vor der Buchung nachzufragen und eventuell einen Stellplatz zu reservieren, was mitunter ein paar Euro extra kosten kann. Entsprechende Tipps findet man unter www.albergabici.it oder bei den örtlichen Tourismusbüros.
HIER GIBT ES NÜTZLICHE INFOS
www.bicitalia.org ist eine Seite der Federazione Italiana Amici della Bicicletta, des italienischen Verbands der Radfreunde. Hier findet man Infos über nationale und regionale Radwege, geeignete Hotels und spezielle Radwege wie etwa entlang ehemaliger Eisenbahnstrecken.
Die Seite www.albergabici.it bietet Radfahrern praktische Infos, nennt geeignete Unterkünfte und Tipps für all diejenigen, die Reisen mit dem Rad unternehmen oder einfach nur Ausflüge machen wollen. Gelistet sind beispielsweise Hotels, die spezielle Angebote für Radreisende vorhalten, wie etwa überdachte und sichere Abstellplätze, eine kleine Werkstatt oder einen Radverleih. Die Seite gibt es auch auf Deutsch.
www.eurovelo.com liefert viele Infos über die zertifizierten Eurovelo-Fernradwege, darunter die beiden Routen Eurovelo 7 und 8. Eurovelo 7 deckt die Strecke Bardolino –Mantua ab. Eurovelo 8 verläuft wie Tour 11 von Mantua am Po entlang bis Ferrara und weiter in das Podelta. Es gibt die Seite auch auf Deutsch.
WELCHES BIKE UND WELCHER FAHRSTIL?
Für die in diesem Buch beschriebenen Touren sind Crossbikes oder Mountainbikes eine gute Wahl. Empfehlenswert sind Reifen mit geländetauglichem Profil, da viele Routen über Feldwege führen, die bei schlechtem Wetter feucht und rutschig werden können. Wenig geeignet sind hingegen Cityräder mit Elektroantrieb und dünnen, profilarmen Reifen. Auf Asphalt leisten sie gute Dienste, auf Schotterstraßen – insbesondere bergab – können sie jedoch zu einem echten Sicherheitsrisiko werden.
Wer mehrere Tage unterwegs ist, hat Gepäck dabei. Am besten lässt sich dieses in Radtaschen am Hinterrad, am Lenker oder auch am Vorderrad verstauen. Mit gefüllten Radtaschen wird das Bike nicht nur schwerer, es verändert sich auch die Statik, was sich direkt auf das Fahrverhalten auswirkt. Liegt viel Gewicht vorne, kann das Vorderrad bei starkem Bremsen blockieren. Ist das Gewicht hinten, verliert das Vorderrad bei starken Steigungen rasch an Traktion (Zugkraft) – und der Fahrer das Gleichgewicht. Daher empfiehlt es sich, vor Reisebeginn einige Brems- und Lenkübungen durchzuführen, um ein Gefühl für das veränderte Fahrverhalten zu entwickeln. Unterwegs sollten Biker Abstand zueinander halten. Oft erkennt man eine Abzweigung erst spät, bremst abrupt, was nachfolgende Radler zu Notbremsungen zwingt. Verliert man dann mit dem schweren E-Bike die Kontrolle, ist ein Sturz oft unvermeidbar.
»Für die hier vorgestellten Radtouren sollte das E-Bike eine Kapazität von wenigstens 500 Wh (Wattstunden) haben, um Tagesetappen von 60 bis 80 Kilometern zu schaffen.«
Das höhere Gewicht des Rads inklusive Gepäck bedeutet auch einen intensiveren Energieverbrauch. Und zwar nicht nur beim Fahrer, sondern – und vor allem – auch beim Akku. Für die hier vorgestellten Radtouren sollte das E-Bike eine Kapazität von wenigstens 500 Wh (Wattstunden) haben, um Tagesetappen von 60 bis 80 Kilometern zu schaffen. Wird unterwegs der Akku leer, könnte sich das Radeln nur mit Muskelkraft am Ende des Tages recht mühsam gestalten. Die Reichweite hängt natürlich auch vom individuellen Fahrstil ab und kann im niedrigen Eco-Modus auch deutlich mehr als 100 Kilometer erreichen. Es lohnt sich also, auf flachen Passagen nur mit Eco zu radeln und Energie zu sparen. Und ist die Batterie wirklich leer, ist die bequemste Lösung eine Bar oder eine Pizzeria für eine Pause, wo man gegen ein Trinkgeld den Akku ein wenig laden kann, sodass es für den Rest der Tagesetappe reicht.
www.albergabici.it
www.bicitalia.org
www.eurovelo.com
Übersichtskarte
Wer meint, Flussradwege seien langweilig, wird hier eines Besseren belehrt. Von Bozen führt die Strecke an Eisack und Rienz entlang über Brixen bis Bruneck und begeistert mit schönen Wegen und guten bis exzellenten Einkehrmöglichkeiten.
Die Tour auf einen Blick:
START & ZIEL:
Bozen, Bruneck
GESAMTLÄNGE:
78 km
REINE FAHRZEIT:
3,5 Stunden
ORTE
ENTLANG DER ROUTE:
Bozen, Klausen, Brixen, Mühlbach, Vintl, Kiens, Bruneck
VON BOZEN IN DIE BERGE. Das klingt alpin und schweißtreibend. Muss es aber nicht sein. Denn in Südtirol gibt es auch reizvolle Radwege, die in den Tälern verlaufen und nur mäßige Höhenunterschiede aufweisen. Gerade recht zum gemütlichen Radeln, zum Entdecken und Genießen. Und das sind genau die Qualitäten dieser Tour. Rund 40 Kilometer geht es von Bozen nach Norden bis Brixen. Kurz danach biegen wir rechts ab, hinein ins Pustertal, wo ein schöner und ruhiger Radweg wartet, der außerhalb des Pustertals wenig bekannt ist. Zwar fährt man dabei immer flussaufwärts, die Steigung erweist sich jedoch als recht moderat und ist mit dem E-Bike sowieso kein Problem. Auf dem Weg zurück Richtung Bozen kann man es dann schön rollen lassen. Oder sich mit der Bahn zurückbringen lassen.
Benannt nach dem Minnesänger Walther von der Vogelweide: der Waltherplatz in Bozen
Los geht es mitten in Bozen. Davor vielleicht noch einen schnellen Espresso auf dem Waltherplatz? Man könnte sich vor Antritt der Tour natürlich auch bei einer Bozner Institution stärken. Das Wirtshaus Vögele direkt am Obstmarkt ist bekannt und beliebt bei Urlaubern wie Einheimischen für seine traditionelle Südtiroler Küche, stilvoll serviert in verwinkelten Gaststuben mit historischem Ambiente.
Charmante Deko an einer Hauswand in Klausen
Dann aber hinauf aufs Rad: Vom Waltherplatz sind es nur ein paar Tritte hinüber zur Loretobrücke. Am Eisackufer geht es dann nach Norden, immer den Fluss entlang. Der Radweg nutzt eine alte Eisenbahntrasse, die durch etliche Tunnel führt. Das Licht dort ist spärlich – mit einer Beleuchtung am Fahrrad ist man klar im Vorteil. Knappe zwei Stunden später taucht Klausen auf. Hoch über der Stadt thront majestätisch das alte Kloster Säben, ein Blickfang, auch wenn es nicht zu besichtigen ist. Dafür aber das historische Zentrum der Künstlerstadt, die bereits Albrecht Dürer begeistert hat. Im Stadtmuseum, untergebracht im ehemaligen Kapuzinerkloster, ist der Loretoschatz zu bewundern: wertvolle religiöse Gegenstände, Gemälde und Kunstwerke, die der spanischen Königin Maria Anna zu verdanken sind.
Auf eine Brotzeit ins Wirtshaus Decantei in Brixen
Wieder aufs Rad gestiegen, führt der Weg weiter nach Norden. War das Tal bisher eng und schattig, wird es jetzt offen und sonnig. Von Weitem glänzt die kahle Plose, der Hausberg der Bischofsstadt Brixen, und ganz hinten im Norden leuchten die schneebedeckten Gipfel der Zillertaler Alpen. Vorbei an Gewerbegebieten erreichen wir schließlich Brixen und steuern gleich das historische Zentrum an. Und das ist wirklich sehenswert. Eine Stärkung hat man sich nun auch verdient, zum Beispiel im stilvollen Wirtshaus Decantei nicht weit vom Dom. Das fein restaurierte Lokal auf der Südseite eines gotischen Gebäudes lockt mit modern interpretierter Südtiroler Küche.
Brixen präsentiert sich fahrradfreundlich.
Brixen punktet mit Superlativen
Unsere Bewunderung gilt dem Dom mit seinen markanten Türmen, er ist übrigens der größte Sakralbau in Südtirol, mehr als 1000 Jahre alt und zeugt von der einstigen Bedeutung der Stadt als Bischofssitz. Noch ein Blick auf den prachtvollen Kreuzgang mit seinen gotischen Deckengemälden, auf die zahlreichen Altäre, Bischofsgräber und die wertvollen Orgeln. Nur wenige Meter entfernt befindet sich das Diözesanmuseum. So schön ist die Altstadt von Brixen mit ihren malerischen Laubengängen, dass man sich kaum losreißen kann.
Eines der bedeutendsten Klöster Südtirols: Kloster Neustift
Die nächste Attraktion wartet schon
Zurück am Eisackufer führt die Route wiederum nordwärts. Nach rund vier Kilometern erreichen wir mit dem Kloster Neustift einen weiteren kulturellen Höhepunkt. Das Augustiner Chorherrenstift geht bis auf das 12. Jahrhundert zurück und war ursprünglich ein sogenanntes Doppelkloster, wo Mönche und Nonnen unter einem Dach zusammenlebten. Heute gilt es als das größte Kloster in ganz Tirol, umfasst ein Mittelschulinternat sowie ein renommiertes Weingut. Besonders beeindrucken uns die Stiftskirche im romanischen Stil und der Kreuzgang. Ein weiteres Highlight ist der prachtvolle Bibliothekssaal. Sanft ansteigende Weingärten setzen das Ensemble idyllisch in Szene. Für eine kleine Rast sorgt ein Lokal im Innenbereich.
Auf Tuchfühlung mit dem Fluss: In Brixen führt der Radweg direkt am Eisack entlang.
Wir lassen das Kloster hinter uns und wechseln hinüber Richtung Pustertal. Vom Eisackufer nehmen wir nun Abschied und nähern uns dem Fluss Rienz, der aus dem Pustertal herausfließt. Bei Schabs ist der Pustertaler Radweg erreicht, der die stark befahrene Pustertaler Straße quert und auf deren linker Seite bis nach Mühlbach verläuft – einem sympathischen kleinen Ort, der dank einer Unterführung vom Durchgangsverkehr verschont bleibt. Bald führt der Radweg wieder auf die rechte Talseite, hier präsentiert sich abseits des Trubels die Natur des Tals ganz unverfälscht. Die Rienz ist nun unser ständiger Begleiter. Der Fluss entspringt direkt bei den Drei Zinnen, führt über Toblach ins Pustertal und mündet bei Brixen in den Eisack. Für gut 15 Kilometer folgen wir dem Weg, gewinnen kontinuierlich an Höhe und lassen die Dörfer Niedervintl und Obervintl links liegen. Wer Lust auf einen kulinarischen Abstecher hat, findet zwischen den beiden Orten an der alten Pustertaler Straße die Feinkäserei Capriz: eine Käse-Erlebniswelt mit Schaukäserei, Museum, Shop und Bistro.
Die Kirche Maria Himmelfahrt thront hoch über dem Ort Ehrenburg.
Die Käsearomen noch in der Nase geht es zurück auf den Pustertaler Radweg und weiter die Rienz entlang taleinwärts. Nach gut acht Kilometern erreichen wir die nächste größere Ortschaft: Kiens, ein Dorf direkt an der Talstraße, das mit einigen Hotels aufwartet. Mittlerweile nähern wir uns stetig dem Kronplatz, dem kahlen Buckel und Hausberg von Bruneck, der im Winter das weit und breit größte Skigebiet aufweist. Gleich neben Kiens folgt das kleine aber kulturell bedeutsame Dorf Ehrenburg. Inzwischen sind wir auf 800 Meter Höhe angekommen, knapp 550 Meter höher als in Bozen. Über dem Dorf residieren die Wallfahrtskirche Maria Himmelfahrt und das mächtige Schloss Ehrenburg, das auf eine rund 800 Jahre lange Geschichte zurückblicken kann. Das Schloss im Renaissance- und Barockstil war lange der Sitz der Grafen von Künigl. Heute ist es in Privatbesitz und nur von außen zu bewundern.
Kloster Neustift: Das Innere der Stiftskirche zeigt sich in üppigem Barock.
Nur noch wenige Kilometer, und wir sind zu Füßen des Kronplatz und am Stadtrand von Bruneck angelangt. Vorher wartet freilich noch eine Schleife entlang des Gaderbachs nach Süden direkt am Eingang ins Gadertal. Über St. Lorenzen führt der Weg wieder zurück zum Rienzufer. Auf dem Radweg geht es hinein nach Bruneck und direkt zum Bahnhof. Den brauchen wir eventuell später, wenn wir mit der Bahn zurück nach Bozen fahren wollen. Doch das hat Zeit, denn es gibt viel zu entdecken in der Stadt.
In Schloss Bruneck residiert ein weiteres der sechs Messner Mountain Museen.
Brunecks Sightseeing-Schätze
Unser erstes Ziel ist der Graben, die zentrale Straße, auf deren anderer Seite die Altstadt beginnt. Wir lassen uns treiben und bewundern die breite Stadtgasse, das Schmuckstück der Altstadt mit historischen Stadthäusern, vielen Geschäften und Lokalen. Wer bodenständig südtirolerisch einkehren will, für den lohnt sich ein Abstecher zum WeißenLamm. Für exklusive Gaumenfreuden sorgt hingegen das AtelierMoessmer weiter südöstlich, wo der Südtiroler Spitzenkoch Norbert Niederkofler in einer eleganten Villa mit seinem mittlerweile mit drei Michelinsternen dekorierten Restaurant residiert. Man könnte sich auch einen Besuch im MessnerMountainMuseum oben im Brunecker Schloss gönnen. Oder von Reischach aus mit der Seilbahn hinauf zum Kronplatzgipfel auf 2200 Meter fahren. Dort oben gibt es ein weiteres Messner Mountain Museum, ein weiteres Nobellokal von Norbert Niederkofler und das Lumen-Museum zur Bergfotografie. Die Fahrt hinauf ist allein schon wegen des 360-Grad-Panoramas spektakulär.
Die Stadtgasse war lange Zeit die einzige Straße in Bruneck.
Dolomitenblick und die spektakuläre Architektur des Messner Mountain Museum Corones warten auf dem Gipfel des Kronplatz, Brunecks 2275 Meter hohen Hausbergs.
ANREISE
Mit dem Auto via Innsbruck und über die Brennerautobahn bis zur Ausfahrt Bozen Nord oder Bozen Süd. Wer im Zentrum von Bozen logiert, nimmt besser Bozen Nord. Man kann auch gut mit der Bahn via Innsbruck und den Brenner anreisen. In der Nähe des Bahnhofs gibt es einen Radverleih von Südtirol Rad.
Start: Zentrum von Bozen
Länge: 78 km
Höhenmeter: 350 m bergauf
ÜBERNACHTEN
Hotel Stiegl
Online-Karte
