ANA - Mehmet Kilic - E-Book

ANA E-Book

Mehmet Kilic

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Beschreibung

Jane fliegt an die Südküste der Ägäis zum Urlaub. Am ersten Morgen wird sie auf den großen Fernsehbildschirm in ihrem Zimmer aufmerksam. Sie nimmt die Fernbedienung in die Hand und schaltet den Fernseher ein. Was sie sieht: Eine Liveübertragung aus dem All! Die Sendung von einem unbekannten Planeten ist für Jane hochinteressant. Dass das Thema der Sendung eine These beinhaltet, die für das Leben auf der Erde relevant ist, ist für Jane interessanter, als die Tatsache, dass die Sendung aus dem All übertragen wird. Sie verfolgt diese Sendung ohne zu Atem zu kommen bis zum Schluss. Die um die These einer neuen Lebensphilosophie entstandenen heftigen Streitigkeiten enden auf eine unerwartete Weise und damit endet auch die Liveübertragung. Daraufhin kehrt Jane sofort, ohne einen Tag Urlaub zu machen, in ihre Heimat zurück.

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Seitenzahl: 445

Veröffentlichungsjahr: 2017

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Ich möchte meiner lieben Freundin Waltrud Fuchs von Herzen danken, die mich bei der Vorbereitung der zweiten Ausgabe unermüdlich unterstützt hat.

Inhaltsverzeichnis

VORWORT

EINLEITUNG

URLAUB AN DER SÜDÄGÄIS

LIVE-ÜBERTRAGUNG AUS DEM ALL

VERWIRRUNG IM NORDWEST-PAKT

INFORMATIONSVERANSTALTUNG

ES SPRICHT PRÄSIDENT BOLA

EINE ÜBERRASCHENDE ERKLÄRUNG

DIE ERSTEN REAKTIONEN

DIE ERSTEN EINDRÜCKE

AUF DEM HEIMWEG

NUN BERICHTET DONKY WEITER

REAKTIONEN AUF DEN GROSSEN MORD

AUFRUF ZUR BESONNENHEIT

ÜBER DEN VEREIN MENSCHEN FÜR MENSCHEN

REAKTIONEN DER ZUSCHAUER

GUTEN MORGEN VON DER GIGA

TRAUERFEIER IM BUNDESTAG TAN

DIE TRAUERFEIER BEGINNT

DER BUNDESTAGSPRÄSIDENT IST AM REDNERPULT

PRÄSIDENT BOLA AM REDNERPULT

GROSSE TRAUERZEREMONIEN IN TAN

SUCHEN NACH EINEM KÜRZEREN WEG

EINE UNERWARTETE BEGEGNUNG

EINE TRAURIGE GESCHICHTE

DIE ERSTEN BILDER VON DER HAUPTSTRASSE

DER ERSTE TRAUERZUG

DIE ERSTEN BILDER VOM HAUPTMETROBAHNHOF

DIE TRAUERZEREMONIE BEGINNT

METROFAHRT

ES REGNET IMMER NOCH

IN UNSERER UNTERKUNFT

WAS PASSIERT IM NWP

ANDERE NEUIGKEITEN

DIE MÜDIGKEIT FLIESST AUS DEN AUGEN

WAS PASSIERT DRAUSSEN

WAS SCHREIBT DIE AUSLÄNDISCHE PRESSE

NACHRICHTEN AUS NWP

NACHRICHTEN IN DER SPÄTEN NACHT

GERICHTSARENA IM GROSSEN VOLKSVERSAMMLUNGSSTADION

GIGANTISCH GROSSE BILDSCHIRME

KOMITEE FÜR FREUNDSCHAFT UND SOLIDARITÄT MIT DEN OPFERN DES TERRORS

HERZSCHLÄGE DES NWP

INTENSIVE VORBEREITUNGSAKTIVITÄTEN

ZELTANLAGEN

DAS AUFGEREGTE WARTEN DER JOURNALISTEN

LYROY ÜBERNIMMT DIE BERICHTERSTATTUNG

EINE LETZTE-MINUTE-NACHRICHT

SCHLAGZEILEN AUS DER IN- UND AUSLÄNDISCHEN PRESSE

GUTEN MORGEN-NACHRICHTEN

EINE SCHÖNE NACHRICHT

WETTERBERICHT

VORBEREITUNGEN FÜR DIE GROSSEN DEMONSTRATIONEN

DONKY

TOD DEN TERRORISTEN

HERR DIDO ERÖFFNET DIE KUNDGEBUNG

ES SPRICHT PRÄSIDENT BOLA

LIDA IST AUF DER BÜHNE

HERR DIDO IST AM MIKROFON

SUSY UND LYROY

DAS OBERSTE NATIONALGERICHT NIMMT SEINEN DIENST AUF

DIE GERICHTSVERHANDLUNG WIRD ERÖFFNET

DIE SITZUNG BEGINNT

DIE ANKLAGESCHRIFT

PAUSE

ES GEHT WEITER

DIE STAATSANWALTSCHAFT HAT EINE FRAGE

FRAU ANA SPRICHT FÜR DIE ANGEKLAGTEN

PAUSE

DIE SITZUNG WIRD FORTGESETZT

PAUSE

ES GEHT WEITER

ZURÜCK ZUM HAUPTTHEMA

KURZE UNTERBRECHUNG DER SITZUNG

PAUSE

WAS MACHT JANE

DER PULS DER STRASSE

EIN ANRUF AUS DEM ZUMZUM

DIE OBDACHLOSEN SIND AUF DER STRASSE

WIR WOLLEN DIENER DES VOLKES VON OLIMO SEIN

MELLA SPRICHT

ICH HABE AUF DIESEM FRIEDHOF ZWEI MÄNNER LIEGEN

AUFRUF EINES KRIEGSVETERANEN

DER GIGA-MENSCH IST HELLWACH

MEIN VATER SOLL SCHNELL ZURÜCKKOMMEN

DIE SITZUNG WIRD FORTGESETZT

ZUM URTEIL DES OBERSTEN NATIONALGERICHTES ES SPRICHT HERR TUNILE

ZUM URTEIL DES OBERSTEN NATIONALGERICHTES ES SPRICHT FRAU MADI

ZUM URTEIL DES OBERSTEN NATIONALGERICHTES ES SPRICHT FRAU NOLI

DER RICHTER GIBT FRAU ANA NOCHMALS DAS WORT

ANAS LETZTE WORTE

KURZE UNTERBRECHUNG

ES GEHT WEITER

PAUSE

WAS MACHT JANE

DER GIGA-MENSCH FEIERT

DIE VERHANDLUNG GEHT WEITER

WIE MÖCHTEN SIE DAS GERICHT ÜBERZEUGEN

GRUNDSTEIN DER NEUEN GIGA-ORDNUNG

ZIVILE ORGANISATION DER NEUEN GIGA-ORDNUNG

GIGA-STAAT

PAUSE

ES GEHT WEITER

WAS MACHT JANE

VORWORT

Liebe Leserin, lieber Leser,

„Ich weiß, dass ich nichts weiß." (Sokrates)

„Ich denke, also bin ich." (Descartes)

„Ich weiß nichts; ich beobachte, ich denke; ich erkenne und handle!" (M. Kiliç)

Ich bilde mir ein, durch das Beobachten und Denken erkannt zu haben, dass die Mutter Natur, das universelle Leben und seine Teilnehmer einzigartig und wertvoll sind.

Mein Leben verschreibe ich dem Schutz des Lebens auf unserem Planeten und der Errichtung einer neuen Weltordnung.

In Achtung und Liebe

Mehmet Kiliç

Für die Menschheit

EINLEITUNG

Warum zweite Auflage?

Es gibt zwei wesentliche Gründe, warum der Autor jetzt die zweite Auflage herausgibt. Der erste Grund ist das Bedürfnis, ein paar Informationen und Hinweise zum besseren Verständnis des Buches zu geben.

Zum Autor

Das Schreiben ist für den Autor ein Weg, eigene Gedanken mit Menschen zu teilen. Er schreibt nicht, um „schöne Bücher" zu schreiben, vielen Menschen zu gefallen, um Bestsellerautor zu werden.

Er schreibt nicht, um eine Person, einen Lebensbereich, eine ethnische Gruppe, eine Religionsgemeinschaft, eine Nation oder einen Staat zu kritisieren oder zu verteidigen.

Er schreibt ausschließlich, um seine Gedanken über das Leben auf unserer Erde, die auf langjährigen Beobachtungen, Erfahrungen und Erkenntnissen basieren, mit der Menschheit zu teilen.

Zum Buch

Das Buch ANA ist nicht einfach zu lesen. Es erfordert Konzentration und Ausdauer. Der Autor hat seine umfangreichen philosophisch-politischen Überlegungen zum Weltfrieden stark komprimiert und in Form eines Romans verfasst.

Aufgrund der tiefgründigen Inhalte sind Gedankengänge in einer bestimmten Aufbauform der Textgestaltung formuliert.

Sätze, Abschnitte und Teile sind wie Glieder einer Kette aneinander gereiht. Der Leser müsste also den ersten Gedankengang verstanden haben, um den zweiten verstehen zu können. Das gilt für das ganze Buch. Daher ist herzlichst angeregt, eine systematische Vorgehensweise beim Lesen anzuwenden: Um zu verstehen, verstehend lesen! Pausen eingelegen! Reflektieren! Weiterlesen.

Trotz der „außergewöhnlichen" Denk- und Ausdrucksweise und stark verdichteter Textgestaltung, wird der aufmerksame Leser die Hintergründe der angesprochenen Themenbereiche zwischen den Zeilen lesen und neben dem hohen Verantwortungsbewusstsein auch die starke Empathiefähigkeit und Vorstellungskraft des Autors erkennen können.

In seinem Roman ANA nimmt der Autor einen kleinen Ausschnitt aus dem Leben auf der GIGA, einem unbekannten Himmelskörper im All, unter die Lupe.

Im Jahr 4051 ist das Leben in der GIGA für die große Mehrheit unerträglich und für die kleine Minderheit wie ein Gefängnis mit gläsernen Außenmauern geworden.

Während die große Mehrheit einen schweren Kampf führen muss, unter unerträglichen Lebensbedingungen zu überleben, setzt die kleine Minderheit alles daran, das herrschende Gesellschaftssystem beizubehalten

Auch die Existenzbedingungen aller Lebewesen leiden darunter.

Der Verein „Menschen für Menschen" im Nordwest-Pakt (NWP), mächtigste Staatenvereinigung der GIGA, ist seit Jahren bemüht, Menschen auf die Missstände, deren Ursachen und Folgen aufmerksam zu machen, um sie für einen GIGA-Frieden zu sensibilisieren.

Zur Hauptperson

Die Hauptperson Ana, Vorsitzende des Vereins „Menschen für Menschen", mit der universellen GIGA-Anschauung hat schon längst erkannt, dass die Lebensphilosophie der herrschenden GIGA-Ordnung die Menschen für einen harten Wettkampf stark unter Druck setzt und sie auseinanderdividiert. Auf diesem Weg erlangen die Einzelnen und Gesellschaften verständlicherweise die Einstellung, immer mehr haben, immer mehr gewinnen, immer stärker werden zu müssen, um die „Anderen" zu beherrschen. Es entstehen Polarisationen und Konfrontationen. Diese führen zu endlosen und unlösbaren Konflikten mit schmerzhaften Folgen. „Wahnsinn"!

Die Lebensphilosophie des herrschenden Gesellschaftssystems lenkt die GIGA-Menschheit in die falsche Richtung. Jede wertvolle Bemühung, jede richtige Handlung auf dem falschen Weg dient dazu, das Falsche zu stärken.

Das herrschende Gesellschaftssystem verursacht dadurch die Zerstörung der Mutter Natur und bereitet somit das „Bittere Ende" des Lebens auf der GIGA vor.

Zum Verlauf

Eines Morgens werden tausende Menschen im NWP in ihren Wohnungen tot aufgefunden. Der Verein Menschen für Menschen übernimmt die Verantwortung. Er wird als „Terrororganisation" angeklagt.

Das Oberste Nationalgericht wird einberufen.

Im Laufe der Gerichtsverhandlung, die GIGA-weit, ja sogar bis zur Erde, live übertragen wird, stellt sich durch Beweismittel und Zeugenaussagen heraus, dass der Verein Menschen für Menschen keinen Anschlag verübt hat, um Menschen zu töten.

Der Verein hat eine „Friedensaktion" durchgeführt, um einen geplanten Krieg gegen einen vom NWP weit entfernten Staat zu verhindern und um die ganze GIGA-Menschheit vor einer viel größeren Katastrophe zu schützen, leider sind dabei viele Menschen ums Leben gekommen.

Nach einer langen Sitzung mit überraschenden Neuigkeiten verkündet das Gericht sein Urteil gemäß Bestimmungen des nationalen Strafgesetzbuches des NWP.

In der zweiten Instanz betont Frau Ana die Nichtfortsetzbarkeit des herrschenden Gesellschaftssystems, sie macht sich für die Errichtung einer neuen GIGA-Ordnung stark, um den eigentlichen Wahnsinn endgültig zu stoppen. Nur dadurch wäre es möglich, das Leben auf der GIGA zu retten, den Frieden zu sichern und der GIGA-Menschheit zum Glück zu verhelfen.

Das Oberste Nationalgericht wird auf Grund der allgemeinen Zustimmung für Anas Appell in der ganzen GIGA und der Reaktion der Menschen auf das Gerichtsurteil, auf die universelle Haltung und Handlungsweise von Frau Ana aufmerksam und hebt sein Urteil bedingt auf.

Frau Ana stellt dem Obersten Nationalgericht ihre These zur „Neuen GIGA-Ordnung" vor. Sie erklärt ausführlich, wie die GIGA-Menschheit, ohne jemandem weh zu tun, den großen Wahnsinn stoppen, das Leben auf der GIGA sichern und eine neue GIGA-Ordnung errichten könnte.

Das Oberste Nationalgericht sieht die Aufhebungsbedingung seines Urteils als erfüllt, stellt die universellen Werte, die aus der These von Frau Ana deutlich hervorgehen, über die Bestimmungen der nationalen Gesetze und verkündet sein endgültiges Urteil.

Zur neuen GIGA-Ordnung

Die „Neue GIGA-Ordnung" soll von drei Grundsäulen getragen werden: die neue Lebensphilosophie, die später „Philosophie Einheit-Ganzheit" genannt wird, das neue Erziehungs- und Bildungssystem und die GIGA-Grundlebensregeln. Die Grundsäulen, von denen die letztere im Buch nicht so explizit genannt wird, sollen sich gegenseitig ernähren, stärken und sichern.

Zur neuen Lebensphilosophie:

Nach der Philosophie „Einheit-Ganzheit" bestehen alle Existierenden im Universum aus ineinander liegenden vollständigen Einheiten und Ganzheiten.

Auch das Universum stellt aus unzähligen Sternen, Sterngruppen und Galaxien, die ihre eigenen Einheiten und Ganzheiten bilden, eine Einheit-Ganzheit dar.

Diese Sichtweise überträgt Ana auf die Menschheit, die Gesellschaften, die Lebensbereiche und erklärt dies an einem Individuum. Wie ein Menschenkörper aus Organen, die Organe aus Teilen und die Teile aus unzähligen Zellen bestehen und jede Zelle, jedes Teil, jedes Organ und jeder Menschenkörper eine Einheit-Ganzheit darstellt, stellt die Menschheit genauso eine „Einheit-Ganzheit" dar.

Wie ein Menschenkörper funktioniert, indem alle Organe harmonisch Zusammenwirken, funktioniert beispielsweise auch ein Bau-Team, in dem Architekten, Ingenieure, Maurer, Elektriker, Dachdecker ect. Zusammenwirken.

Für ein natürliches Funktionieren eines Körpers ist jedes Organ unverzichtbar und wichtig, genauso wie in einem Bau-Team Architekten, Elektriker und Dachdecker ect.

Beim Funktionieren eines Körpers, beispielsweise beim Putzen einer Wohnung, sind die Füße genauso unverzichtbar und wichtig wie die Hände und Augen. Beim Bauen eines Hauses sind die Dachdecker genauso unverzichtbar und wichtig wie die Architekten und Elektriker.

Das überträgt Ana auf alle Lebensbereiche, alle Gesellschaften und auf den ganzen „Menschheitskörper" bzw. auf die ganze Menschheit.

Ana fasst die Grundwerte und Grundprinzipien ihrer Philosophie Einheit-Ganzheit wie folgt zusammen:

1. Zusammengehörigkeit

Alle Menschen am „Menschheitskörper" gehören zusammen. Sie sind aufeinander angewiesen und für einander wichtig.

2. Gleichwertigkeit

Die Gleichwertigkeit ist indiskutabel.

Alle Menschen sind gleichwertig; die Funktionen und die Arbeit aller Menschen im gesellschaftlichen Leben sind gleichwertig.

Als Folge dessen werden die Menschen bei der Gestaltung des persönlichen und gesellschaftlichen Lebens immer die gemeinsame Vernunft, das gemeinsame Gewissen und das gemeinsame Bewusstsein, insbesondere Verantwortungsbewusstsein einsetzen. Jedes Individuum, das die Philosophie Einheit-Ganzheit gründlich verinnerlicht hat, wird die logische persönliche Einstellung als persönlichen Navigator auch für das gesellschaftliche Leben innehaben:

„Wir alle sind für uns alle!"

Zum neuen Erziehungs- und Bildungssystem

Das neue Erziehungs- und Bildungssystem" soll das Ziel haben, aus Individuen neue Generationen zu erziehen und zu bilden, die ihr persönliches und gesellschaftliches Leben nach der Philosophie „Einheit-Ganzheit" gestalten und führen.

Die wichtigsten Themenbereiche des neuen Erziehungs- und Bildungssystem werden sein:

Erforschung, Entdeckung und Entfaltung der persönlichen Begabungen und die Ausrüstung mit besten Kompetenzen

Vermittlung der Werte und Prinzipien der Philosophie Einheit-Ganzheit, bis alle Kinder diese in ihrem persönlichen und gesellschaftlichen Leben als eigene natürliche Werte leben

Begleitung und Betreuung der Kinder und Jugendlichen bei der Bildung und Entwicklung ihrer Persönlichkeit

Vorbereitung der Jugendlichen für das persönliche und gesellschaftliche Leben

Zu den GIGA-Grundlebensregeln

Die GIGA-Grundlebensregeln, die als universelle Verfassung des GIGA-Staates zu verstehen sind, werden von dem Gründungsparlament vorbereitet und vom GIGA-Volksvertreterparlament verabschiedet.

Zum GIGA-Staat

Nach Anas These braucht die GIGA-Menschheit für die Errichtung der neuen GIGA-Ordnung eine starke, stabile und zuverlässige Organisation, den GIGA-Staat.

Die Gründung des GIGA-Staates wird von Initiativgruppen, die sich für Anas These einsetzen, initiiert und von der gesamten GIGA-Gemeinschaft vollzogen.

Die Universalität der Frau Ana, schlägt sowohl in der Organisationsphilosophie und Organisationsstruktur, als auch bei der Vorgehensweise der Errichtung des GIGA-Staates voll durch. Die Philosophie Einheit-Ganzheit wird von allen im staatlichen Apparat Tätigen vorgelebt: Wir alle sind für uns alle!

Zur Errichtung der „Neuen GIGA-Ordnung"

In Zusammenwirkung von seinen Bürgern wird der GIGA-Staat den großen Wahnsinn endgültig stoppen, die Naturzerstörung beenden, das Leben auf der GIGA sichern, das ganze Leben auf der GIGA neu gestalten bzw. die neue GIGA-Ordnung errichten.

Der aufmerksame Leser wird feststellen, dass Ana weitergehende Ideen zum GIGA-Frieden unter der Organisation des GIGA-Staates umsetzen will, als bisherige Weltphilosophen, wie z.B. John Locke, Montesquieu, Immanuel Kant, Karl Marx, Albert Einstein, Ottfried Höffe, Hans Küng, Zhao Tingjang usw., dies zur Weiterentwicklung der Demokratie bzw. zur Erreichung des Weltfriedens angedacht haben.

Der weitere Grund, warum der Autor die zweite Auflage seines Romans ANA herausgeben möchte, ist das Bedürfnis der Verbesserung der sprachlichen Gestaltung des Buches, weil er sehr daran interessiert ist, dass sein Werk verstanden wird.

Es wird angeregt, dass der Leser, die Leserin sich in die Rolle von Jane hineinversetzt und sich vorstellt, was Jane im Laufe der Sendung durch den Kopf geht, wie sie sich dabei fühlt, und schließlich auch den Entschluss von Jane zu interpretieren.

Genauso herzlichst wird angeregt, dass der Leser, die Leserin, sich in die Rolle der Astronauten versetzt. Es wäre wünschenswert, sich Bilder von der GIGA, von den Straßen -vor, während und nach der Gerichtsverhandlung-, Bilder von der Verhandlungsarena, von der Gerichtsverhandlung... vorzustellen.

URLAUB AN DER SÜDÄGÄIS

Es ist Mitternacht. Die Luft ist immer noch heiß. Die schönen, fröhlichen und harmonischen Lieder der Feldgrillen sind nicht zu überhören. Am dunkelblauen Himmel ist keine einzige Wolke zu sehen. Anscheinend feiern die Sterne ein Fest! Sie singen alle gemeinsam aus einem Munde wunderschöne Lieder! Manche tanzen sogar!

Der Vollmond hat die Berge überschritten, er lächelt! Er scheint in guter Stimmung zu sein! Und er begrüßt die Erde! Zum einen zwinkert er mit den Augen und gleichzeitig winkt er! Er sieht wie verliebt aus! Wenn er könnte, würde er runterspringen und das Grün der Oliven umarmen und küssen.

Grün! Und was für ein Grün! Wie reich ist das Grün hier in der Gegend! Welch ein Glanz tanzt und herrscht auf den Blättern! Ja! Was für einer um diese Zeit der Nacht! Die Mutter Natur sprudelt unter dem Lichtregen Leben hervor! Dieser lauwarme Lichtregen ist nur hier in der Gegend innewohnend! Diese Vitalität ist nur hier in der Gegend innewohnend! Diese Schönheit ist nur hier in der Gegend innewohnend! Sicher ist es so! Hier ist die Süd-Ägäis! Es ist der Monat Juli!

Vor dem großen Stahltor hält ein Taxi. Eine junge Frau steigt aus. Der Fahrer öffnet den Kofferraum, holt einen Koffer heraus und stellt ihn vor das Tor. In schlechter Fremdsprache bedankt er sich für das dicke Trinkgeld, und fährt gleich weiter.

Die Frau schaut sich kurz in der Gegend um. Sie wendet ihren Kopf zum Himmel, sieht den Mond, die Sterne. Sie traut ihren Augen nicht. Sie hat vorher viele Länder bereist, solch eine Schönheit hat sie jedoch noch nirgendwo gesehen. Tausende Bilder laufen im Nu durch ihren Kopf. Genau in diesem Moment bleiben ihre Blicke an dem Stacheldraht hängen, der sich auf der Steinmauer erhebt. Erschrocken bleibt sie stehen!

Nochmals schaut sie sich in der Gegend um. Der hohe Stahldrahtzaun! Die Ehrfurcht erweckende Villa dahinter! Die Sterne! Der Vollmond! Die hohen, blauen Berge!

Sie greift ihren Koffer und geht auf das Tor zu.

Am Eingang gibt sie das Kennwort ein. Das kleinere Teil des Hoftores mit zwei Flügeln öffnet sich langsam. Sie tritt ein. Mit einem Tastendruck schließt sie das Tor. Sie geht weiter. Sie wird auf die hübschen Laternen mit weißen Lampenschirmen auf beiden Seiten des Gehweges, die von selbst einschalten, aufmerksam. Verschiedene Zierpflanzen decken teilweise mit ihren Blättern oder Blüten, die bunte Gardinen ähneln, diese weißen Wassermelonen zu!

Auf dem immer enger werdenden Gehweg kommt sie nur mit kleinen Schritten vorwärts. Bevor sie die Eingangstür der Villa erreicht, wird sie mit einem angenehmen Duft konfrontiert. Das ist der Duft eines Parfüms, das sie sehr liebt! Ohne den Kopf drehen zu müssen, gewinnt sie in jeder neuen Sekunde einen tieferen Einblick, wie weit und breit der Garten, wie vielfältig die Sorten der Pflanzen sind.

Noch einmal wirft sie einen Blick nach rechts und dann nach links; als würde sie innerlich den Lichtregen, die glänzenden grünen Blätter, um diese Uhrzeit der späten Nacht, begrüßen. Ein letztes Mal schaut sie mit großer Begeisterung auf die bunten Blumen. Sie nimmt alles so sehr nah wahr! Sie lächelt vor sich hin. Sie lächelt, ohne es zu merken. Plötzlich befindet sie sich vor dem Treppeneingang des Gebäudes.

Während sie die schwarze, glänzende Marmortreppe hochsteigt und an der Eingangstür das nächste Kennwort eingibt, merkt sie, dass sie eine tiefe Aufregung in sich spürt. Die Tür öffnet sich ganz langsam. Der Flur wird plötzlich hell. Sie liest folgende Notiz auf dem Bildschirm, der an der Wand gegenüber angebracht ist:

„Herzlich Willkommen, liebe Jane!"

Noch aufgeregter liest Jane den Plan, der unter dem Begrüßungssatz steht. Dann steigt sie Treppen hoch, indem sie darauf achtet, dass sie den richtigen Weg geht; sie richtet sich nach rechts. Die Wände sind voll mit großen Ölbildern. Sie war schon immer sehr kunstinteressiert. Ohne eines der Gemälde zu überspringen, wirft sie auf alle einen begehrlichen Blick. Da ist es!

Jane betritt das Zimmer, schaltet das Licht ein. Mit großer Neugier versucht sie alles wahrzunehmen. Ein großes, mit Geschmack eingerichtetes, hübsches Zimmer.

Gegenüber dem Eingang steht ein großes Bett, daneben ein Schrank, rechts und links befindet sich jeweils eine Kommode; die linke Front ist komplett aus Glas, davor gibt es Sitzgarnituren; in der Mitte steht ein runder Tisch aus Glas; an der rechten Wand ist ein Fernseher angebracht, darunter eine Musikanlage, seitlich ein Kühlschrank; in der linken Ecke steht ein Tisch und auf diesem ein Bildschirm. An der rechten Seite, unmittelbar neben dem Schrank, sieht Jane eine Tür, es dürfte die Badezimmertür sein.

Sie stellt ihren Koffer vor den Schrank, begibt sich in Richtung Fenster. Diese Seite ist wirklich nur aus Glas. In der Mitte befindet sich eine breite Tür, die sich zum Balkon hin öffnet. Sie schiebt die Gardinen rechts und links beiseite und öffnet die Glastür. Sie entdeckt eine weitere Tür aus einem Netz. Vorsichtig öffnet sie auch diese. Ganz gespannt betritt sie den Balkon und schließt die Mückennetztür schnell hinter sich.

Mit Bewunderung schaut sie zu, wie das Grün in das Blaue fließt! Die Naturlandschaft verschmilzt mit dem Meer! So bleibt sie eine Weile stehen. Sie freut sich auf ihren Urlaub, doch gleichzeitig spürt sie immer noch eine gewisse Herbheit in sich.

Sie kehrt wieder zurück ins Zimmer und liest auf dem Bildschirm folgenden Text:

"Liebe Jane,

Herzlich Willkommen!

Ich freue mich über Deinen Besuch.

Wenn Du Dich hier eingelebt hast, essen wir einmal zusammen.

Melde Dich,falls Du etwas brauchst.

Ich wünsche Dir einen erholsamen Urlaub.

Dein Großvater Tim"

Die lange Reise war für Jane anstrengend. Doch steht sie mehr unter dem Einfluss einer gewissen Aufregung, als unter dem Einfluss der Müdigkeit.

Jane verspürt Durst. Daraufhin öffnet sie den Kühlschrank. Es gibt eine große Auswahl an Getränken, jedoch trinkt Jane nie etwas direkt aus dem Kühlschrank. Sie nimmt eine Wasserflasche und Orangensaft, stellt beides auf den Tisch und geht ins Bad.

Auch das Badezimmer ist liebevoll gestaltet und geschmackvoll eingerichtet. Der Boden aus weißem Marmor, die Schränke, die Spiegel... alles ist harmonisch geordnet. Zunächst dreht sie das Wasser auf, um die Badewanne zu füllen. Dann entkleidet sie sich. Während das Wasser in die Badewanne läuft, nimmt sie eine erfrischende Dusche mit lauwarmem Wasser, anschließend legt sie sich in die Badewanne.

Eine Weile entspannt sie sich. Nun fühlt sie sich ruhiger. Sie spürt, wieder zu sich gekommen zu sein. Sie verlässt das Badezimmer, legt sich auf das Bett und schläft bald ein.

***

Unter Vogelgezwitscher öffnet Jane die Augen. Zwei Sperlinge tänzeln flirtend auf dem Balkon. Sie erinnert sich, dass sie sich an der ägäischen Küste befindet. Sie springt auf, eilt zum Balkon, schaut sich um. Sogleich entdeckt sie in der Ferne das Meer und das ins Meer gleitende Grün wieder. Sie sieht, wie die Mutter Natur, mit frischen, grünen Nadelbäumen geschmückt, mit ihrer ganzen Kleidung, Schritt für Schritt mit dem blauen Wasser verschmilzt.

Im Nu fallen ihr die Bilder von gestern Abend ein. Sie denkt an den Lichtregen, den sie in den späten Stunden der Nacht erlebt hatte. Ihr kommt es so vor, als ob sie diesen schönen Anblick erneut sehen würde. Gleichzeitig bemerkt sie, dass unter den Strahlen der Sonne alles noch mehr glänzt. Das Grün ist in Wirklichkeit noch grüner; das Blau ist noch blauer. Die Kristallklarheit des Lichtes, der Helligkeit, die noch mehr streichelnde Wärme der Luft, spürt Jane in sich selbst.

Ihre Entscheidung, Urlaub zu machen, die sie gemeinsam mit ihrer Freundin Pam getroffen hatte, war sicher richtig, geht ihr durch den Kopf. Und sie verspürt plötzlich neue Lebensfreude in sich.

Sie dreht sich um, verlässt den Balkon. Sie geht direkt ins Bad. Im Spiegel sieht sie sich. Sie nähert sich dem Spiegel und fängt unwillkürlich an, ihr Gesicht zu betrachten.

Jane ist eine hübsche Frau. Sobald sie das lebendige Lächeln in ihren blauen Augen, die mit schwarzen, üppigen Wimpern umrandet sind, sieht, wächst die Lebensfreude lawinenartig in ihr. Ihre feine, leicht gehobene Nase, ihre roten Lippen und ihr elegantes Kinn, also das ganze Gesicht, stellt einfach eine natürliche und harmonische Schönheit dar.

Sie zieht vor dem Spiegel ihr T-Shirt aus. Als sie ihre vollen, glatten, bis zu ihren zarten Schultern fallenden kastanienfarbenen Haare, die ihren hübschen Hals streichelnd küssen, sieht, spürt sie das Gefühl des Wiedererwachens ihres Selbstvertrauens. Zuerst mit der linken, dann mit der rechten und anschließend mit beiden Händen fährt sie durch ihre Haare, als wollte sie diese nach hinten kämmen. Warum auch immer, erweckt die Schönheit ihrer weiblichen Hände mit den feinen langen Fingern ihre Aufmerksamkeit. Ihre Blicke gleiten auf den mittellangen, glatten Hals. Dann bleiben ihre blauen, hübschen Augen an ihren runden, vollen, straffen jungen Brüsten hängen. Sie lächelt. Lächelnd zieht sie sich weiter aus und springt unter die Dusche.

Als Jane aus dem Badezimmer kommt, entdeckt sie neben dem Tisch in der Ecke einen vorzüglich gedeckten Frühstücktisch. Wie kommt der denn hier her? Offenbar gibt es ein automatisches Aufzugsverfahren aus dem Erdgeschoss. Er müsste aus der Küche hierher hochgeschickt worden sein. Welch ein Frühstück!

Gleichzeitig ist auf dem Bildschirm eine Nachricht zu lesen: wenn Jane ausgehen möchte, ist der Autoschlüssel im Schrank zu finden. Und sie wird gebeten, der Küche mitzuteilen, wann sie zu Mittag und zu Abend essen möchte.

Diese Informationen halblaut vor sich hin murmelnd, öffnet Jane den Kleiderschrank! Sie ist überrascht. Der Schrank ist voll! Viele verschiedene Kleidungsstücke! T-Shirts, Röcke, Hosen, Bikinis, bis zu handgestrickten Jacken, alles, was man sich denken kann! In der untersten Schublade gibt es viele verschiedene Schuhe in unterschiedlichen Farben und Formen. Es ist nicht einfach, bei einer so großen Auswahl eine Entscheidung zu treffen. Sie wählt eine beige Sommerhose und ein rotes T-Shirt, zum Anprobieren. Beides passt wie angegossen. Sie zieht sie nicht mehr um.

Obwohl sie sich gleich an den Frühstücktisch setzen könnte, wendet sie sich doch wieder zum Balkon hin. Sie hört das Vogelgezwitscher und die Fahrzeuge, die auf der in der Nähe verlaufenden Hauptstraße fahren. Eine ganz grüne Natur, ein hellblauer Himmel und ein dunkelblaues Meer! Welch große Schönheit! Alles beieinander! Welch eine lebendige, welch eine leuchtende Landschaft!

Die sich dahinter befindenden hohen Berge! So nah!

Ungern verlässt sie den Balkon, betritt das Zimmer und setzt sich an den Frühstücktisch. Was es alles gibt! Frisches Brot, Ziegenkäse, Oliven, Honig, weichgekochte Eier und viele verschiedene Obstsorten. Und wie sehr Jane die frischen Feigen liebt! Zum Trinken gibt es Obstsäfte, Tee und Kaffee!

Als Jane merkt, dass der Tisch Räder hat, steht sie auf, schiebt ihn auf den Balkon. Sie frühstückt mit großem Appetit und ist von der wunderschönen Landschaft erneut tief ergriffen.

Über die Schönheiten dieser Gegend hatte sie schon viel gehört und gelesen. Sie ist Feuer und Flamme, die Gegend zu erkunden. Ihren letzten Rest Kaffee trinkt sie in kleinen Schlückchen. Ihr halbvolles Orangensaftglas trinkt sie aus. Den Tisch, so wie er ist, schiebt sie auf seinen Platz zurück und stellt ihn wieder genau so hin, wie er vorher stand.

Schnell geht sie in das Badezimmer, um ihre Zähne zu putzen. Dann zieht sie ihre Schuhe an. Gerade als sie ihre Tasche umhängt, wird sie auf den großen Fernsehbildschirm aufmerksam. Ohne genau zu wissen, warum, will sie kurz prüfen, wie die Bilder aussehen. Sie nimmt die Fernbedienung in die Hand, drückt die Einschalttaste. Es kommt ein Nachrichtensender. Gleich, nach einigen Worten, die Jane nicht versteht, wird in Janes Muttersprache gesprochen:

LIVE-ÜBERTRAGUNG AUS DEM ALL

„Gruß an unsere Heimaterde! Gruß an alle Menschen! Gruß an alle sechs Kontinente! Gruß an alle unsere Ozeane, Meere! Wir sind am Leben! Wir leben!

Ich bin Tin! Meine Freunde sind Linho, Susy, Lyroy, Nguyen, Miry, Donky und Pieng!

Die Welt wird sich an uns erinnern! Gruß an unsere Familien! Gruß an unsere Freunde, Bekannten! Gruß an alle aus dem endlosen Raum! Gruß an die Steine und an den Boden unserer schönen Erde!

Können Sie uns erkennen? Es ist sehr viel Zeit vergangen! Wir sind das Personal des Raumschiffes «Experimental-Phantasie-XYZ». Wir sind zunächst im Weltraum verlorengegangen und irgendwann dann auf einer anderen Welt gelandet! Auf einer neuen Welt! Auf einer neuen Welt, auf der es auch Leben gibt! Unsere Freude ist endlos! Wir haben auch euch erreicht! Super! Macht euch um uns keine Gedanken! Uns geht es gut! Sehr gut!"

Jane bleibt wie angewurzelt stehen! Sie weiß in diesem Moment nicht, was sie machen, wie sie sich verhalten soll.

„Wir sind seit wenigen Tagen hier! In der neuen Welt. Die einheimischen Menschen nennen sie «GIGA». Das Leben auf der GIGA ähnelt sehr dem Leben auf unserer Erde. Wir haben gehört, dass hier ca. zwanzig Milliarden Menschen leben. Die Grundlebensbedingungen wie Luft, Wasser und Nahrung sind fast genauso wie bei uns auf der Erde. Ihre Hauptenergie- und Wärmequelle nennen sie «AUAU».

Wir haben hier exotische Pflanzen gesehen, die wir nicht kennen. Wir sind auf Tiere getroffen, die es auf unserer Erde nicht gibt. Die Menschen sind im Allgemeinen größer als bei uns. Die Frauen sind größer als die Männer. Alle haben grüne Haare. Die Männer sind im Allgemeinen kräftiger als die Frauen; sie haben lange, weiße Haare und tragen weiße Bärte.

Die Häuser sehen anders aus als unsere; sie sind unterschiedlich hoch und meistens aus Kunststoffmaterialien.

Sie haben uns in einer Großstadt in einem Gästehaus untergebracht. Die Stadt heißt «TAN». «TAN» ist die Hauptstadt des Nord-West-Paktes. Der Nord-West-Pakt (NWP) ist ein bedeutender und großer Staatenbund. So wie wir gehört haben, soll er über siebzig Bundesstaaten haben. Weil wir erst kurz hier sind, haben wir nur sehr wenige Informationen.

Trotzdem gibt es so Vieles, was wir gerne mit euch teilen würden. Wir hoffen sehr, dass wir eines Tages, hoffentlich bald, die vielen interessanten Sachen über das Leben in der GIGA mit unserer Welt ausführlich teilen können.

Aber im Moment befinden wir uns in einer besonderen Situation. Ein ganz großes, unglaubliches Ereignis beschäftigt die Öffentlichkeit in der GIGA. Aus diesem Grund müssen wir alles andere verschieben.

VERWIRRUNG IM NORDWEST-PAKT

Heute Morgen wurden wir von Sirenen geweckt. Wir haben uns gleich gedacht, dass etwas Außergewöhnliches geschehen sein muss. Ganz verwirrt, haben wir versucht, einen Anhaltspunkt zu finden. Schließlich schalteten wir den Fernseher ein und erfuhren, dass im NWP (Nord-West-Pakt) eine große Zahl von Menschen in ihren Wohnungen tot aufgefunden worden ist. Ebenso müssen sehr viele Menschen in Krankenhäusern behandelt werden.

Daraufhin sind wir zum «Zentralplatz» in der Stadt TAN geeilt. Im Augenblick befinden wir uns auf diesem Platz. Sie sehen die große Menschenmenge hinter uns. An einigen Stellen stehen große Informationsbildschirme, über die die Neuigkeiten den Bürgern ununterbrochen mitgeteilt werden. Nach der neuesten Information lädt die Bürgermeisterin von TAN die Stadtratsmitglieder zu einer Dringlichkeitssitzung ein. Es kam gerade noch eine Information; danach teilte das Gesundheitsministerium mit, dass alle Krankenhäuser in TAN voll ausgelastet sind, dass sie keine freien Kapazitäten mehr haben und dass die neuen Patienten in die Nachbarstädte transportiert werden. Um die Lage in den Krankenhäusern selbst sehen zu können, machen wir uns auf den Weg.

Wir befinden uns jetzt im Hof des nächsten Krankenhauses. Der riesengroße Hof ist voller Menschen. Sie stehen so dicht, dass keine Stecknadel zu Boden fallen kann. Es ist unmöglich, die Menschenmasse zu passieren und das Krankenhaus zu betreten. Wir hatten gehofft und gewünscht, mit den Ärzten sprechen zu können. Nach unseren Informationen hat die Krankenhausleitung mitgeteilt, dass die Ärzte außer mit den Patienten und ihren Angehörigen mit niemandem sprechen. Wir haben uns gedacht, vielleicht mit Familienangehörigen sprechen zu können und wir fragen jetzt eine Frau:

,Verzeihung, haben sie auch einen Verwandten im Krankenhaus?'

,Ja!'

,Wie ist es passiert, können Sie uns das kurz schildern?'

,Heute Morgen habe ich meinen Mann im Bad bewusstlos aufgefunden. Ich habe versucht, ihm zu helfen, aber es ging nicht. Dann habe ich ihn zum Krankenhaus gebracht.'

,Wie geht es ihm jetzt?'

,Er ist immer noch nicht zu sich gekommen. Er ist noch in der Intensivstation, unter ärztlicher Kontrolle'

,Kennen Sie den Grund?'

,Nein, leider nicht!'

Nach diesem Gespräch haben wir mit einigen weiteren Angehörigen der Patienten gesprochen. Die Aussagen sind etwa gleich.

Gerade eben, Sie müssten es auch sehen, werden am Hofeingang des Krankenhauses an den Pfosten weiße Fahnen hochgezogen. Möglicherweise sind es Trauerfahnen.

Mit einem älteren Paar konnten wir noch reden; sie haben uns in einem aufgeregten und traurigen Ton gerade noch erzählen können, dass sie einen ihrer Zwillinge verloren haben und der andere noch bewusstlos im Krankenhaus liegt. Wie Sie sich vorstellen können, fällt es uns bei solch traurigen Situationen schwer, Fragen zu stellen. Aus diesem Grund versuchen wir, die Gespräche möglichst kurz zu halten.

In diesem Moment wird bekanntgegeben, dass aufgrund des aktuellen Ereignisses auf dem Volksversammlungsplatz in TAN eine Informationsveranstaltung stattfinden wird.

Jane verzichtet auf das Wegfahren und beschließt, Zuhause zu bleiben, um die Liveübertragung aus dem All von der GIGA zu verfolgen.

INFORMATIONSVERANSTALTUNG

„Aufgrund der neuen Information sind wir eilig zur nächsten Metrostation gelaufen und mit dem ersten Zug hierhergefahren. Nun sind wir auf dem Volksversammlungsplatz in TAN. Der Platz ist voll mit Menschen. Ich weiß nicht, ob auch Sie die Bühne im vorderen Bereich sehen können?

Jetzt betritt eine Frau die Bühne, vermutlich ist sie die Moderatorin; am Rednerpult eröffnet sie die Veranstaltung und bittet Frau Hilu, die Oberbürgermeisterin der Stadt TAN, zum Mikrofon.

Eine Frau mittleren Alters kommt auf die Bühne. Oberbürgermeisterin Hilu begrüßt das Publikum mit traurigem Ton. Sie wünscht den Familienangehörigen ihr herzliches Beileid. Sie teilt mit, dass sie die Stadtratsmitglieder zu einer Dringlichkeitssitzung eingeladen hat, selbst auch daran teilnehmen wird und dass alle nötigen Maßnahmen schnellstens getroffen werden.

Anschließend bittet die Moderatorin den Bundesinnenminister zum Pult. Minister Ruda informiert über diejenigen, die wegen Bewusstlosigkeit ins Krankenhaus eingeliefert und nach erfolgreicher Behandlung entlassen worden sind, und dass es leider auch Todesfälle gibt. Jedoch macht er keine Angaben über die Zahlen. Außerdem gibt er Informationen darüber, in wie vielen Bundesstaaten dieser Fall vorgekommen ist und in wie vielen es Todesfälle gegeben hat.

Bei der Information zog ein Punkt besondere Aufmerksamkeit auf sich, und zwar, dass sowohl alle Bewusstlosen, als auch alle Verstorbenen männlich sind.

Minister Ruda gibt bekannt, dass die eigentliche Ursache der Bewusstlosigkeit und der Todesfälle noch nicht ermittelt werden konnte und die Untersuchungsaktivitäten von den gerichtsmedizinischen Institutionen intensiv fortgesetzt werden.

Minister Ruda bittet die Bevölkerung, eventuelle Beobachtungen oder Feststellungen von Verdächtigen umgehend der Polizei mitzuteilen.

Nach der Rede des Ministers gibt die Moderatorin bekannt, dass der NWP-Präsident Bola außerplanmäßig zu den Bürgern reden will und in Kürze den Volksversammlungsplatz erreichen wird.

Genau in diesem Augenblick erscheint auf dem Bildschirm eine neue Information; danach teilt das Büro des Generalstabs mit, dass das für heute geplante militärische Generalmanöver auf unbestimmte Zeit verschoben worden ist.

ES SPRICHT PRÄSIDENT BOLA

Liebe Zuschauer, wie Sie sehen, geht ein Mann schnellen Schrittes aus dem Publikum in Richtung Bühne. Es könnte Präsident Bola sein. Zuerst begrüßt er Frau Hilu, dann Minister Ruda, zuletzt die Moderatorin und dann nimmt er seinen Platz am Pult ein.

Zusammengefasst sagt der Präsident, dass er die Täter schärfstens kritisiert und sich wegen des traurigen Ereignisses sehr betroffen fühlt. Er wünscht den Verstorbenen die Gnade Gottes und spricht ihren Angehörigen sein Beileid aus.

Wie Sie gerade hören, verfügt er für den ganzen NWP eine fünftägige Staatstrauer.

Danach bringt der Präsident zum Ausdruck, dass in allen Bundesstaaten, die von diesem traurigen Vorfall betroffen sind, Krisenstäbe eingerichtet worden sind und die staatlichen Organisationen sich intensiv damit auseinandersetzen, die Ursachen dieses Vorfalles und die Täter zu ermitteln. Der Präsident verspricht, den Fall umgehend aufzuklären und er beabsichtige, jedem die Gewissheit zu geben, dass, sofern dieser Vorfall das Ergebnis eines Versäumnisses sein sollte, der Staat den Verursachern ihre verdiente Antwort zukommen lassen werde. Sollte jedoch Vorsatz dahinterstecken, werde die Antwort des Staates auf die Täter mit extremer Härte zukommen.

In diesem Moment sieht es so aus, als gäbe es eine aktuelle Neuigkeit. Die in Aufregung geratene Moderatorin richtet sich an den Präsidenten; sie hält etwas in der Hand und flüstert dem Präsidenten etwas ins Ohr. Zwischen beiden findet ein kurzer Austausch statt. Daraufhin tritt der Präsident etwas zurück und überlässt das Mikrofon der Moderatorin.

Die Moderatorin teilt mit, dass der Präsident die Entscheidung getroffen hat, einen wichtigen Anruf auf dem Mobiltelefon direkt an das Publikum weiterzuleiten, sodass alle die Nachricht verfolgen können:

EINE ÜBERRASCHENDE ERKLÄRUNG

,Sehr geehrter Herr Präsident, liebe Mütter und Väter des NWP,

für die Bewusstlosigkeit und den Tod einer Vielzahl von Menschen ist der Verein «Menschen für Menschen» verantwortlich. Bei den Angehörigen aller Toten und bei allen wieder zu sich gekommenen Menschen entschuldigen wir uns.

Im Namen des Vereins «Menschen für Menschen»

Ana'

DIE ERSTEN REAKTIONEN

Liebe Zuschauer, wenn wir es richtig verstehen, gibt es in diesem Staat einen Verein mit Namen «Menschen für Menschen». Dieser Verein übernimmt die Verantwortung für das Ereignis.

Ein Schock nach dem anderen! Die Erklärung der Vertreterin des Vereins «Menschen für Menschen» schockiert die Menschen, die seit heute Morgen sowieso schon total verwirrt sind, erneut!

Die Menschen sind durch diese Erklärung bestürzt, als ob sie von einem starken Erdbeben erschüttert worden wären. Der riesig große Platz, brummt, schlägt Wellen, sprudelt einfach!

Menschen brüllen, schreien herum! Es ist unmöglich zu verstehen; wer, was sagt! Die gigantisch große Menschenmasse lässt ihrer Wut ungehemmt Lauf, wie ein Vulkanausbruch! Der Hass, die Rachsucht, das mit Empörung geladene Wehgeschrei; Flüche, Verwünschungen, Drohungen steigen zum Himmel empor und fallen als Regen aus haarsträubender Unruhe und Angst auf jeden einzelnen.

Wir beobachten diesen unbeschreiblichen Wirrwarr einerseits und stellen andererseits fest, dass die Zahl der Sicherheitskräfte ständig steigt.

Präsident Bola setzt sein ganzes Können ein und versucht, die Menschen zu beruhigen; er verwendet die wärmsten Worte und beteuert gleichzeitig mit großer Entschiedenheit, alles Notwendige in die Wege zu leiten. Jedoch erkennt man keine Reaktionen hierauf. Die Moderatorin schließt die Veranstaltung.

Wir sehen, dass sich auf dem Platz Gruppen bilden. Wortfetzen des Protestes sind zu hören. ,Terroristen!',Gottlose!',Mörder!' Unterschiedliche Rufe sind von überall her zu vernehmen, wie Tod den «Menschen für Menschen»!', ,Tod den Mördern!' Sprechchöre hallen über den Platz.

DIE ERSTEN EINDRÜCKE

Liebe Zuschauer, wir haben vor einer Weile den Volksversammlungsplatz in TAN verlassen.

Wir werden versuchen, außerhalb des Versammlungsplatzes Meinungen über dieses große Ereignis zu sammeln und sie Ihnen zu übermitteln.

Man spürt in den Straßen die Abendatmosphäre. Wir sehen in den Auslagen der Läden und Geschäfte, an den Fenstern und Balkonen der Häuser, weiße Fahnen.

In diesem Augenblick stehen wir vor einer digitalen Informationstafel. Dort ist eine Mitteilung des Präsidenten Bola veröffentlicht. Er kritisiert darin heftig, dass der Verein «Menschen für Menschen» unschuldige Menschen auf blutgierige Weise ermordet hat und teilt mit, die Mörder umgehend und mit aller Härte zu bestrafen.

Wir gehen weiter. In diesem Moment befinden wir uns vor einem kleinen Kiosk. Ein alter Mann verkauft Getränke, Zeitungen, Zeitschriften, Zigaretten, Feuerzeuge u.Ä. Wir sprechen ihn auf die Mitteilung des Präsidenten Bola an und fragen ihn nach seiner Meinung. Er erklärt uns, in seinem Leben noch nie ein in so barbarischer Weise begangenes Verbrechen erlebt zu haben und dass alle Mitglieder des Vereins «Menschen für Menschen» sobald wie möglich hart bestraft werden müssten.

Jetzt stehen wir vor einem Café. Wie Sie sehen, hat man Tische auf die Straße vor das Café gestellt, einige Menschen sitzen hier und unterhalten sich. Zuerst fragen wir ein junges Paar:

,Was denken Sie über diesen traurigen Vorfall?'

,Todesstrafe! Man sollte sie ohne Verhör einfach totschlagen! Verrecken lassen! Verstehen Sie?'

Und der Mann setzt fort:

,Wie kann ein Mensch gegen sein eigenes Volk solch ein vorher so noch nie dagewesenes Beispiel an Barbarei zur Schau stellen! Tod! Sie kann man nur mit dem Tod bestrafen! Tod für alle!

Ein älteres Paar, das das Gespräch verfolgt hat, mischt sich ein. Der Mann erzählt, dass er selbst bezeugen kann, dass der Verein «Menschen für Menschen» seit vielen Jahren sehr gute Aktivitäten auf die Beine gestellt hat und er aus diesem Grund Schwierigkeiten hat, daran zu glauben, dass dieser Verein eine so fürchterliche Tat begehen kann.

Ein junger Mann am Nachbartisch, der dies hört, schaltet sich nun auch ein und widerspricht heftig. Er sagt, für solch eine hinterlistige Terrororganisation derartig positive Äußerungen zu verwenden, sei gegenüber den Opfern des Attentates eine große Respektlosigkeit und dies sei gleichzeitig eine große Beschränktheit! Für solch eine Organisation, die eine unvergleichlich große Grausamkeit begeht, verherrlichende Worte zu verwenden, könnten nur diejenigen, die Mitglieder dieser Organisation sind, meint er und behauptet, dass alle Mitglieder dieser Organisation mit diesem Attentat dem NWP mit seinen zwei Milliarden Bürgern bewiesen haben, Mörder zu sein. Anschließend fragt er den Mann:

,Welche Aufgaben haben Sie bei diesem Massaker erfüllt?'

Der alte Man schüttelt seinen Kopf und bevorzugt es zu schweigen.

Eine junge Frau mit einem Kinderwagen, die diese Diskussion verfolgt, mischt sich ein und meint, dass der Verein «Menschen für Menschen» eine Terrororganisation sein könnte, die sich vielleicht für die Interessen der «Süd-Ost-Union» einsetzt. Anschließend fügt sie hinzu:

,Für mich ist nicht zu verstehen, wie ein Mensch, der in seinem Herzen auch nur einen Funken Menschenliebe trägt, mit solch einem erbarmungslosen Attentat tausende Menschen, seine eigenen Mitbürger, auf eine so grausame Weise töten kann!'

Eine ältere Frau am Nachbartisch, die diese Worte hört, spricht mit sehr sanftem Ton, ohne ihren Kopf von der Zeitung zu heben. Sie kenne einige Mitglieder vom Verein «Menschen für Menschen» und könne nicht glauben, dass diese ein so herzloses Attentat verüben könnten.

In diesem Augenblick ertönt aus einem Lautsprecher, der an einem Mast in der Ecke angebracht ist, eine neue Mitteilung. Frau Ana, die Sprecherin des Vereines «Menschen für Menschen», stellt beim Bundesjustizministerium den Antrag, gegen den Verein ein Eilverfahren einzuleiten. Sie teilt gleichzeitig mit, dass der Verein alle Informationen und Unterlagen, die für eine Gerichtsverhandlung relevant sein könnten, der Polizei bereits vorgelegt hat mit der Bitte, sie an die Oberstaatsanwaltschaft von TAN weiterzuleiten.

Die Reaktionen der Cafégäste sind eindeutig. Der junge Mann, der vorhin sehr scharfe Worte verwendet hat, bekundet mit lautem Ton: ,Diese Frau, also Frau Ana, ist die Oberterroristin! Versteht Ihr, Oberterroristin!' Die Anwesenden nicken zustimmend mit den Köpfen.

,Ana muss mit einem öligen Seil um den Hals am Galgen aufgehängt werden!'

Danach rufen fast alle zusammen: ,Alle Mitglieder!' Jeder Einzelne und ganz langsam!' ,Vor den Augen der ganzen GIGA!'

Die junge Frau mit ihrem im Kinderwagen schlafenden Baby kann sich nicht mehr bremsen:

,Das ist so eine Frechheit! Das ist eine Ungezogenheit! Sie spielen mit dem erhabenen NWP! Wo hat man so was gesehen! Zuerst unzählige, unschuldige Menschen brutal töten und dann alle Dokumente und Informationen, die beinhalten, wie der große Mord geplant und durchgeführt worden ist, der Staatsanwaltschaft vorlegen! Was für eine Unverschämtheit ist das! Was für eine Ungeniertheit ist das! Tod für alle! Tod durch Folter! Tod durch Schmerzen!'

Noch bevor sie ausgesprochen hat, unterstützen die Gäste sie mit frenetischem Applaus.

AUF DEM HEIMWEG

Unterwegs zu unserer Unterkunft treffen wir eine weitere Gruppe von Menschen. In der Mitte der Gruppe sitzt ein älterer Mann in seinem Rollstuhl und redet; die anderen hören ihm zu. Noch von Ferne ist es zu verstehen, es geht um das Ereignis, das die Öffentlichkeit vollends beschäftigt. Wir nehmen teil und hören gleichfalls zu.

Jetzt spricht eine Frau mittleren Alters. Sie erzählt, dass ihre Freundin, als sie heute Morgen aufstand, ihren Mann bewusstlos im Badezimmer vorgefunden habe. Sie habe sofort den ärztlichen Notdienst benachrichtigt. Bis der Notdienst sie erreichte, sei ihr Mann bereits zu sich gekommen. Da die Krankenhäuser überfüllt sind, hätten sie verzichtet, zum Krankenhaus zu fahren. Dann fügt sie hinzu, wie sie selbst darüber denkt:

,Wenn das in einem anderen Staat der GIGA vorgekommen wäre, hätte ich gesagt, es ist möglich! Aber in NWP! Wir sind der sicherste Staat der GIGA! Wie kann solch ein Attentat in NWP verübt werden!? Die Mörder müssen so schnell wie möglich bestraft werden!'

Der alte Mann im Rollstuhl spricht wie ein Weiser und meint, der Vorfall sei ein besonderes Ereignis, man kenne noch nicht das Ziel; daher solle man Besonnenheit bewahren, sonst könne dies noch gefährlichere Folgen haben.

Einer der Jugendlichen mischt sich ein:

,Was denn! Was könnte gefährlicher sein! Gibt es im Leben Gefährlicheres als den Tod?'

Wir haben die Menschen mit ihrenMeinungen alleine gelassen und uns auf den Weg nach Hause gemacht. Unterwegs haben wir mehrere solcher Gespräche, Diskussionen, ja sogar Streitigkeiten erlebt. Es ist uns aber leider nicht möglich, Ihnen alles zu erzählen. Wir hoffen, dass wir unsere unglaublich vielen, interessanten Erlebnisse bald ausgiebig mit Ihnen teilen können."

NUN BERICHTET DONKY WEITER

„Liebe Zuschauer, ich bin Donky. Gerade vorhin sind wir in unserer Unterkunft angekommen. Auf Bitte meines Freundes, unserem Teamsprecher Tin, habe ich vorübergehend die Aufgabe übernommen, Ihnen zu berichten.

In diesem Moment, während manche meiner Freunde gerade etwas zu essen vorbereiten, sitzen die anderen vor dem Fernseher. Wie bisher werden wir versuchen, Ihnen die Nachrichten entweder als Zusammenfassung oder in Form einer Direktübertragung zukommen zu lassen.

Fast in allen Kanälen laufen Sendungen über das große Ereignis mit den traurigen Folgen. Dass für die meisten Nachrichten und Sendungen der Titel «Großer Mord» gewählt wurde, ist für uns bemerkenswert.

REAKTIONEN AUF DEN GROSSEN MORD

In diesem Kanal wird über die NWP-weiten Geschehnisse wie Aufstände, Brandstiftungen, Tote, Verletzte berichtet. Kurz zusammengefasst sieht die Lage so aus:

In verschiedenen Orten des NWP werden gegen den Verein «Menschen für Menschen» Vergeltungsanschläge verübt, Vereinsheime zerstört, Vereinskulturzentren, Arbeitsräume und Wohnungen von Vereinsmitgliedern in Brand gesteckt. Auch Vereinssympathisanten werden angegriffen.

Nach uns zugänglichen Informationen laufen solche Anschläge und Angriffe unaufhaltsam weiter; die Zahl der Toten und Verletzten steigt ständig. Allerdings vermeidet die Polizei Angaben über die Todesfälle. Obwohl sie versucht, die Lage unter Kontrolle zu bringen, scheint ihr dies leider noch nicht zu gelingen.

Eine der Ursachen, weshalb die Zahl der Toten unkontrollierbar steigt, sei, dass die Mitglieder des Vereins «Menschen für Menschen» sich gegen die Angriffe überhaupt nicht wehren.

Es wird mitgeteilt, dass die Bundesregierung in 78 Bundesstaten den Ausnahmezustand erklärt und vorübergehend Ausgansverbote ausgesprochen hat. Die Beobachter meinen, dass wegen der herrschenden Aufregung und Verwirrung der Bürger das Verbot jedoch nicht voll eingehalten wird.

AUFRUF ZUR BESONNENHEIT

Staatspräsident Bola ruft die Bürger in seinen offiziellen Erklärungen zur Besonnenheit und Ruhe auf. Außerdem verspricht er, dass alles im Sinne der Angehörigen der Opfer geregelt wird.

Es wird bekannt gegeben, dass die Polizei wegen des Ausnahmezustandes in allen Bundesstaaten in größter Zahl Verstärkungstruppen bekommt.

Morgen findet im Bundestag in TAN eine Gedenkfeier für die Menschen statt, die bei dem Attentat umgekommen sind.

Nach einer der neuesten Informationen wurde das Hauptgebäude des Hauptsitzes des Vereins «Menschen für Menschen» in TAN angegriffen, ganz zerstört und eine Bibliothek in Brand gesteckt. Die Feuerwehr bemüht sich mit Unterstützung mehrerer Hubschrauber, den Brand zu löschen.

Auch in einem der NWP-Bundesstaaten, in dem beim Attentat des Vereins «Menschen für Menschen» kein Mensch gestorben ist, wurden die Wohnungen der Mitglieder in Brand gesteckt;in einer der Wohnungen wurden alle Menschen samt ihrer Haustiere Opfer der Flammen.

Wir wechseln das Sendeprogramm.

ÜBER DEN VEREIN MENSCHEN FÜR MENSCHEN

In diesem Kanal informieren zwei Journalisten über den Verein «Menschen für Menschen»: Wir fassen zusammen:

Der Verein «Menschen für Menschen» ist ein ziemlich großer Verein und hat seinen Hauptsitz in TAN. Er ist in 78 Bundesstaaten des NWP organisiert und hat überall Geschäftsstellen, Kulturzentren, Bibliotheken usw. Er hat ca. 480 000 Mitglieder.

Die wichtigsten Ziele des Vereines sind, die Menschen über die in der GIGA herrschenden Missstände, deren Ursachen und Folgen zu informieren und sie in der ganzen GIGA für eine menschenwürdige Lebensform zu sensibilisieren.

Außerdem hat der Schutz der Mutter Natur eine besondere Bedeutung für den Verein.

Es wird hervorgehoben, dass 90% der Mitglieder des Vereines Frauen sind.

Liebe Zuschauer auf unserer Erde, nach Angaben der Nachrichtensprecherin meldet sich in diesem Kanal gerade jemand per Telefon. Diesen Anruf möchten wir an Sie direkt weiterleiten:

REAKTIONEN DER ZUSCHAUER

,Sehr geehrte Damen und Herren, ist es Ihnen bewusst, was sie damit verursachen? Wie unglaublich! Können Sie mir sagen, welchem Verstand sie damit dienen wollen? Wessen Sklaven sind Sie? Wie können Sie an solch einem Tag, an dem dieser Verein tausende von unschuldigen Söhnen des Vaterlandes umgebracht hat, Werbung für eine derartig verachtenswerte, ordinäre Terrororganisation betreiben? Welche Eigenschaften dieser hungrigen, blutrünstigen Wölfe, die sich mit einem Lammfell tarnen, loben Sie? Welch eine Respektlosigkeit ist das! Welch eine Verantwortungslosigkeit! Was für eine Frechheit! Welch eine Beleidigung! Bitte beenden Sie sofort diese Sendung! Hören Sie nicht? Stoppen Sie die Sendung! Sofort! Jetzt!'

Wie Sie sehen, sind sowohl die Moderatorin als auch die Journalisten schockiert! Unter Schock wissen sie nicht, was sie sagen sollen! Aber welch ein Zufall! Noch ein Anruf! Wahrscheinlich ist es hier Pflicht, die Anrufer zu Wort kommen zu lassen. Ohne Zensur, direkt!

,Was heißt das, was Sie betreiben, wenn nicht Unverschämtheit! Bei diesem Massenmord habe ich sowohl meinen Mann als auch meinen Bruder verloren! Machen Sie sich lustig über uns, über mich und über tausende andere? Diese Terroristen, deren Namen ich nicht einmal in den Mund nehmen möchte, haben ohne sich einmal zu schämen, ohne einmal rot zu werden, der ganzen GIGA bekannt gemacht, dass sie sowohl meinen Mann als auch meinen Bruder getötet haben! Was für eine Frechheit ist das? Was machen Sie da? Ist das Ihre Aufgabe, den Terror so zu loben, so zu verherrlichen? Bitte! Bitte! Beenden Sie diesen Verrat sofort!'

Liebe Zuschauer! Sie sehen! Ohne eine Widerrede wurde die Sendung beendet! Wir haben auch keine Interpretation! Auch wir schalten den Fernseher aus. Wir sind alle müde! Wir müssen morgen früh aufstehen. Wir möchten uns früh auf den Weg machen, das Bundestagsgebäude finden; wir möchten an der Gedenkfeier teilnehmen; die Voraussetzung dafür ist, dass wir eine Teilnahmegenehmigung bekommen, was sehr fraglich ist. Danach wollen wir an den Demonstrationen, an den Trauerzügen in TAN teilnehmen. Auf Wiedersehen! Bis morgen früh!"

GUTEN MORGEN VON DER GIGA

„Liebe Zuschauer, jetzt bin ich, Tin, wieder bei Ihnen; im Namen meiner Freunde begrüße ich Sie in Begleitung von den Lichtern der AUAU; von der GIGA, aus dem NWP; aus TAN sende ich Ihnen viele Grüße und Liebe.

Liebe Zuschauer, obwohl die Atmosphäre so sehr bedrückend und angespannt ist, haben wir eine gute Nachricht für Sie. Mittels einer Sondergenehmigung haben wir die einmalige Chance bekommen, an der Gedenkfeier, die im NWP-Bundestag stattfindet, teilzunehmen. Draußen warten sehr viele einheimische und ausländische Presseagenturen, die auch gern daran teilnehmen würden! Alle Augen der GIGA sind dem NWP zugewendet! Wir werden die Gedenkfeier im Bundesparlamentsgebäude besuchen und Sie darüber, mit bestem Wissen und Gewissen informieren. An der Stelle möchte ich Sie aber daran erinnern: Wir sind vom Beruf keine Journalisten! Wir sind Astronauten! Mit Unterstützung der hiesigen Menschen werden wir bemüht sein, Ihnen unsere Erlebnisse und Beobachtungen als einfache Amateure mitzuteilen. Wir bitten Sie, uns unsere Fehler nachzusehen!

TRAUERFEIER IM BUNDESTAG TAN

Wie Sie sehen, ist uns im Parlamentsgebäude des Bundestages des NWP, des mächtigsten Staates der GIGA, ein sehr schöner Platz reserviert worden. Wir haben unsere Sendegeräte aufgestellt bzw. eingestellt. Unsere Kamera ist eingeschaltet. Sie können sich jetzt die gesendeten Bilder anschauen und uns zuhören.

Wir lesen auf dem Info-Bildschirm in der Ecke eine Mitteilung des Bundesjustizministeriums. Danach ruft der Minister das Oberste Nationalgericht des NWP für die Gerichtsverhandlung in der Sache «Menschen für Menschen» zu einer außerordentlichen Sitzung auf. Der Minister lädt die Vorsitzenden der Verbände der Strafgerichte aller Bundesstaten zu einem außerordentlichen Dringlichkeitsvorbereitungstreffen ein, das heute um 17:00 Uhr in TAN stattfindet.

Wie Sie auf den Bildern sehen, ist der Große Sitzungssaal des Bundesparlamentes sehr fein eingerichtet und wird geschmackvoll beleuchtet. Die farbliche Gestaltung gefällt uns ganz besonders. Was für süße, was für warme Farben! Tausende zarte, seelenstreichelnde warme Farben! Man spürt einfach eine angenehme Ruhe!

Der dicke Teppichboden ist aus außergewöhnlichem, weichem, dunkelrotem Samt hergestellt. Über dem Saal erhebt sich eine große Kuppel. Im Erdgeschoss befinden sich Sitzreihen, die mit breiten Gängen voneinander getrennt sind. Im hinteren Bereich über den Sitzreihen sind übereinander dreistöckige Gästelogen eingerichtet.

Die Wände und die Kuppel sind mit vielen verschiedenen Motiven aus miteinander harmonisierenden eleganten, geschmackvollen Farbkombinationen und mit sehr schönen Bildern dekoriert. Wir sehen uns sprachlich nicht fähig genug, die Qualität der Ästhetik, die wir erleben, gekonnt zu beschreiben. Aber Sie sehen ja auch selbst die Bilder. Wir hoffen sehr, dass die Qualität der Bilder, die bei Ihnen ankommen, mit den Originalen hier vergleichbar ist.

Der Saal wird immer voller. Die Gästelogen sind schon voll. Immer noch strömt eine Menschenflut hinein und alle finden erstaunlicherweise Platz. Es gibt keinerlei Gedränge, keine Aufregung. Und das ist natürlich für uns keine gewöhnliche Situation.

Sie sehen, wie groß der Saal ist. Es ist schwer zu schätzen, wie viele Menschen sich in diesem Moment hier befinden. Wir konnten nur erfahren, dass die Volksvertreter aus 78 Bundesstaaten hier tätig sind.

DIE TRAUERFEIER BEGINNT

Liebe Zuschauer, die Feier beginnt gleich.

Am Pult erscheint ein Herr. Laut Programm dürfte er der Bundestagspräsident sein. Ja. Der Präsident eröffnet die Feier, begrüßt die Anwesenden. Er fordert die Anwesenden zu einer Gedenkminute für die Attentatsopfer auf.

DER BUNDESTAGSPRÄSIDENT IST AM REDNERPULT

Danach hält der Präsident eine herzbewegende Rede. Zusammengefasst meint er, dass er sich wegen des Attentates sehr betroffen fühlt; er hofft und wünscht sich, dass im Rahmen der Gesetze alles sehr bald zu einem Ergebnis gebracht wird. Er wünscht den Familienangehörigen der Verstorbenen ein herzliches Beileid und Stärke. Er bittet die Mitglieder des Bundesparlamentes, bis die Lage sich beruhigt, in ihren Bundesstaaten zu bleiben und alles mit Aufmerksamkeit zu verfolgen.

Wenn man die Inhalte der Worte betrachtet, könnte man meinen, dass die Rede nicht sehr wirkungsvoll wäre, aber der Präsident spricht in einer Weise, bei der jedes seiner Worte ins Herz dringt!

Der Parlamentspräsident spricht auch für diejenigen, die ihre Leben verloren haben:

'Meine Herren, in diesen Minuten denkt der Bundestag des NWP mit wärmsten Gefühlen an Sie. Diese Terrororganisation hat Sie zu einem unerwarteten Zeitpunkt, auf eine ungeahnte Weise von uns weggerissen. Aber, glauben Sie mir, Sie sind bei uns! Alle Bürger des NWP werden Sie auf Ewigkeit in ihren Herzen weiterleben lassen. Seien Sie sicher; wir werden Sie nicht vergessen, nicht vergessen lassen. Ihr Bundesparlament wird immer in Richtung Ihrer Wünsche bemüht sein! Schlafen Sie in Ruhe! Mit einer tiefen Achtung.'

PRÄSIDENT BOLA AM REDNERPULT

Der Bundestagspräsident verlässt das Rednerpult. Danach erscheint ein bekanntes Gesicht, wir denken auch Sie kennen es; am Pult, der Präsident des NWP, Bola! Nach kurzem Schweigen begrüßt der Präsident sich verbeugend die Gäste des Tages.

Ergänzend zu den Worten des Bundestagspräsidenten bringt Präsident Bola in traurigem Stil, aber mit scharfen Worten zum Ausdruck, dass der Staatenbund NWP seine eigenen Bürger nicht schützen konnte, worüber er sehr betroffen ist. Er will, dass jeder weiß, dass er das gegen unschuldige Menschen verübte Attentat scharf kritisiert und die Täter und alle ihre Komplizen ausgerottet werden. Mit deutlichen und vertrauenswürdigen Worten, Silbe für Silbe, betont er, dass die Verfolgung alle Bereiche umfassen werde; also, auch wenn die Wurzeln dieses Terrors im Ausland liegen, werde auf die Verfolgung nicht verzichtet, sondern das letzte Glied der Kette, egal wo es sich in der GIGA befindet, werde gefunden und schwerstens bestraft.

Der Präsident fügt seinen Worten hinzu, dass die Zahl der Opfer des «Großen Mordes» vom Gericht bekannt gegeben werde, er sich aber aufgrund ihrer militärischen Herkunft besonders betroffen fühle.

Der Präsident erwähnt, dass ein Verein namens «Menschen für Menschen» die Verantwortung für den «Großen Mord» übernommen hat und er setzt die Bundestagsmitglieder in Kenntnis, dass die Vorsitzende und die Vorstandsmitglieder des Vereins von der Polizei festgenommen und unter der Leitung der Oberstaatsanwaltschaft TAN im ganzen NWP gemeinschaftlich von den Staatsanwaltschaften und der Polizei ein Ermittlungsverfahren eingeleitet worden sei. Er ergänzt, dass die Oberstaatsanwaltschaft TAN gegen diese Organisation Klage erhoben und das Bundesjustizministerium für die Verhandlungsführung, die durch das Oberste Nationalgericht des NWP geführt werde, die nötigen Anweisungen erteilt habe.

Der Präsident teilt den Gästen der Trauerfeier mit, dass durch das Bekanntwerden des «Großen Mordes» Unruhen entstanden sind und bei diesen, trotz der großen Opferbereitschaft und des unermüdlichen Einsatzes der Polizei, Verluste an Hab und Gut sowie an Personen nicht verhindert werden konnten; durch die Verstärkung der Polizei würden aber die Unruhen bald und sicher unter Kontrolle gebracht, davon sei er überzeugt.

Zudem gibt der Präsident bekannt, dass in 28 Bundesstaaten, in denen es beim «Großen Mord» Personenverluste gegeben hat, für morgen staatliche Trauerfeiern organisiert und die Leichen im Rahmen der staatlichen Trauerzeremonien beigesetzt würden.

Präsident Bola ruft alle Bürger auf, mit höchster Sensibilität und engster Solidarität zusammenzuwirken und geschlossen zu handeln, um zu verhindern, dass das internationale Ansehen des NWP wegen dieser Geschehnisse geschädigt wird; im Gegenteil werden sie aus dieser Situation gestärkt herausgeführt und es wird dafür gesorgt, dass die NWP-Bürger ein sicheres Leben führen können.

Nach diesen Worten und Wünschen spricht der Präsident die Opfer des Attentates an: