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Ganz ehrlich: Das kann doch wohl nicht alles gewesen sein! Will ich mich mit Mitte dreißig einer drohenden Midlife-Crisis beugen? Oder schlag ich mich durch und finde ein neues Bewusstsein. Krisen kennt jeder. Ich auch. Doch gibst du dich damit zufrieden, dich von solchen Talfahrten stoppen zu lassen? Oder bist du vielmehr bereit, sie als Anlauf für neuen Schwung in deinem Leben zu nutzen. Du bist der Fahrer im Bus deines Lebens. Nimm das Steuer in die Hand, gib Gas und fahr den nächsten Berg hoch? Ja, das geht. Und du kannst. Es sind niemals die Anderen, die Schuld an deinem Befinden haben. Es sind auch nicht die Umstände, die dein Leben ausmachen. Und so hast du lediglich zwei Optionen, in deinem Leben etwas zu verändern: Aufgeben oder weitergehen. Und da man bekanntlich nur einen Brief aufgeben kann, bleibt immer ein Weg in ein neues Leben. Bist du bereit? Dann leg los! In meinem ersten Buch betrachte ich das Thema der Persönlichkeitsentwicklung aus meiner ganz eigenen Veränderung. Ich nehme den Leser mit in meine Vergangenheit und erzähle ihm davon, wie bei mir selbst der Stein ins Rollen kam. Ich beschreibe meine Tiefpunkte, die ich als Auslöser für meinen neuen Weg erkannt habe, von denen aus ich mich in eine neue Richtung orientiere. Dabei gebe ich all jene Methoden und Werkzeuge preis, die mir Hilfestellung waren, um all jene Prozesse gut zu durchlaufen, die sich mir ergaben. Du selbst bist es, der dein Leben verändert. Du selbst hast es in der Hand, aus deinem Leben genau jenes zu machen, das du dir erträumst. Du betrachtest dein Glas halb voll oder halb leer. Nur du alleine entscheidest, wie du dich entfaltest. Es liegt in deiner Hand, für dein Leben, deine Erfahrungen und dein Handeln endlich die Verantwortung zu übernehmen, Ausreden und Schuldzuweisungen abzustellen und dich in einem neuen, starken und liebenswerten Bewusstsein wieder zu finden.
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Seitenzahl: 320
Veröffentlichungsjahr: 2020
Katrin Wister
Ändere dich selbst, oder gar nichts
Mach aus Erfahrungen Möglichkeiten!
© 2020 Katrin Wister – alle Rechte vorbehalten
1. Auflage
Autor: Katrin Wister
Umschlaggestaltung, Illustration: Katrin Wister
Lektorat, Korrektorat: Romy Schmid
Verlag & Druck: tredition GmbH
Halenreie 40-44
22359 Hamburg
978-3-347-06956-5 (Paperback)
978-3-347-06957-2 (Hardcover)
978-3-347-06958-9 (e-Book)
Das Werk, einschließlich seiner Teile, ist urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung ist ohne Zustimmung des Verlages und des Autors unzulässig. Dies gilt insbesondere für die elektronische oder sonstige Vervielfältigung, Übersetzung, Verbreitung und öffentliche Zugänglichmachung.
Kapitel 1 EIN WORT ZUVOR
Kapitel 2 HEUTE BEGINNT DIE ZUKUNFT
Kapitel 3 WIE ES DAZU KAM
Kapitel 4 BEZIEHUNG
Kapitel 5 VERTRAUEN
Kapitel 6 KLARHEIT
Kapitel 7 MEIN ZWEIFEL
Kapitel 8 ZIELE UND DER WAHRE SINN
Kapitel 9 SELBSTLIEBE
Kapitel 10 FLOW
Kapitel 11 DANKBARKEIT
Kapitel 12 UND JETZT? DEIN ALLTAG
Kapitel 13 DARÜBER HINAUS
Kapitel 14 SCHÖNE AUSSICHTEN
Kapitel 15 NUR FÜR DICH
Kapitel 16 DA HÄNGT NOCH ETWAS DRAN
Kapitel 17 BÜCHER, QUELLEN, INSPIRATION
In Liebe und Dankbarkeit.
WER KINDERLACHEN ÜBERHÖRT,ÜBERSIEHT AUCH DIE FARBEN DER WELT.(RUTH W. LINGENFELSER)
Aus tiefstem Herzen danke an meine beiden Kinder, dass ihr mir die Ohren geöffnet habt.
Kapitel 1EIN WORT ZUVOR
Liebe Leserin, lieber Leser!
Kennst du das? Du stehst mitten im Leben und hast dennoch das Gefühl neben dir zu stehen. Eigentlich läuft alles rund, dein Leben scheint perfekt und trotzdem fühlt es sich für dich nicht danach an. Dann kommen die Selbstzweifel, möglicherweise sogar eine gewisse Art an Selbsthass, weil du mit dem nicht zufrieden bist, was du hast, vielleicht sogar wer du bist.
Aber wer sagt dir, dass es das schon war? Dass du mit dem Jetzt und Hier zufrieden sein musst? Der wohl schwierigste und mutigste Schritt ist es, sich einzugestehen, dass etwas nicht passt, sich nicht richtig anfühlt. Und genau das ist der Moment, in dem du dieses Buch nicht mehr aus der Hand legen solltest. Den Mut musst du selbst aufbringen und dann werden dir die folgenden Seiten eine große Unterstützung sein, einen neuen Weg zu beschreiten.
Es ist viel verlangt, aus dem gewohnten Fahrwasser auszubrechen und die Kraft sowie die Energie aufzubringen, etwas verändern zu wollen. Wie der Titel dieses Buches schon verrät, liegt es an dir, an dir ganz alleine, diesen Wandel zu wollen und auch durchzuführen. Ich will dich nicht anlügen, es wird sicherlich ein steiniger Weg, manchmal werden sich dir Hindernisse in den Weg stellen und du wirst aufgeben bzw. umkehren wollen, aber du bist nicht alleine! Manche der Ratschläge werden dir sonderbar vorkommen, manche werden für dich nichts sein, andere werden dich ansprechen. Es ist wichtig, dass du die Hilfe und Unterstützung annimmst, niemand verlangt von dir, dass du diese Reise alleine antrittst.
Auch wenn du dir jetzt denkst, dass Selbstfindung und Meditation überhaupt nichts für dich sind, lege das Buch nicht gleich weg. Lass es zu, versuche Neues zu erfahren, denn woher sollst du ansonsten wissen, was das Leben noch für dich bereithält? Dies ist kein Buch, das du in zwei Tagen fertig haben sollst. Lass es auf dich wirken, genieße die Zeit und mache dir deinen Wandel vollkommen bewusst! Erst wenn du in das tiefste Innere deiner Selbst vorgedrungen bist, wirst du für diese Veränderungen bereit sein und sie auch mit Erfolg absolvieren können.
Du wirst sehen, dieses Buch wird dir auf diesem Weg ein treuer Begleiter sein!
Romy Schmid
Kapitel 2HEUTE BEGINNT DIE ZUKUNFT
Heute bin ich glücklich. Heute lebe ich mein Leben nach meinen Vorstellungen. Das war nicht immer so…
Heute sind meine beiden Kinder nach wie vor meine größten Lehrer. Heute kann ich es auch erkennen. Das war nicht immer so…
Heute bin ich dankbar für alles, was mir in meinem bisherigen Leben begegnet ist. Heute erkenne ich darin unendliche Chancen. Heute spreche ich niemand anderem mehr Schuld zu, die er nicht trägt. Heute weiß ich, dass ich Frieden mit mir selbst schließen muss, um in Frieden mit allem aus meiner Vergangenheit zu sein. Das war nicht immer so…
Heute kann ich mein Leben genießen. Heute liebe ich mein Sein. Als Mutter, als Ehefrau, als Tochter, als Freundin, als Gefährtin, als Mensch. Wie ich bin. Das war nicht immer so…
Der Weg hierher ins Jetzt hat mich geformt, geprägt und reifen lassen. Weil ich ihn gegangen bin und mich auf alle Möglichkeiten der Veränderung und Entfaltung eingelassen habe. Ich war dazu bereit.
Bist du es auch? Dann leg los. Jetzt beginnt deine Zukunft…
Kapitel 3WIE ES DAZU KAM
Schon sehr lange Zeit begleitet mich das Schreiben in meinem Leben. Es ist ein Ventil, durch das ich Gedanken nach draußen bringe. Ein Puffer, der meinen Kopf davor bewahrt, zu platzen. Denn oft kreisen Dinge in meinem Kopf herum, die mich beschäftigen, die mir in meinem Umfeld begegnen und mich zum Grübeln bringen. Dinge, die in mir meist auch etwas bewegen. Sie lösen in mir Gefühle und Emotionen aus, lassen mich nicht los, kleben förmlich an mir.
Daher habe ich irgendwann damit begonnen, meinen Kopf regelmäßig zu lüften. Die Dinge, die mich festhalten, einfach aufzuschreiben und auf diesem Weg loszulassen. Ja, genau. Denn wenn ich die Dinge aufschreibe, die mich beschäftigen, inspirieren, ärgern, aufwühlen, freudig oder auch traurig stimmen, dann sind sie aus meinem Kopf draußen. Sie müssen sich nicht mehr ständig durch meine Gedanken zu Wort melden, denn ich habe ihnen durch meine Worte Ausdruck verliehen. Mein Kopf fühlt sich dadurch leicht, ich mich wieder frei an. Und außerdem habe ich dadurch auch die Gewissheit, nichts zu vergessen. Ich kann ja jederzeit nachlesen, wenn ich vergessen sollte, was mich zum Nachdenken bringt. Was es ist, das Gefühle und Emotionen in mir hervorruft und mich bewegt.
Ich habe zu jedem Zeitpunkt die Freiheit, zu wählen, mit welchen Gedanken ich mich näher befasse und mich intensiver in sie hineinversetze. Meistens waren sie jedoch still oder auch ganz weg, sobald ich alles zu Papier gebracht hatte, was mich an ihnen festhielt und phasenweise meine Aufmerksamkeit permanent an diese fesselte. Sie waren leise. Immer dann, wenn ich mich dem lauten Rufen dieser Hirngespinste ganz bewusst für einen Moment zuwandte und sie aufschrieb, um ihnen Worte zu geben und sie damit abzubilden. Plötzlich war es in mir so wunderbar ruhig. Kein Gedankenkarussell mehr, das sich unaufhörlich drehte und mich aufforderte, es noch schneller anzutreiben. Keine Selbstgespräche mehr zu diesem Thema, das aktuell in meinem Kopf geisterte. Mit einem Mal wurde alles wieder ruhig. Ich konnte wieder atmen und fühlte mich frei.
Und diese Passion ist nicht erst seit ein paar Jahren ein Teil von mir. Zuerst war es mir selbst nicht so wirklich bewusst, was es mit dem Schreiben und dieser Form, meine Gedanken zu benennen, auf sich hat. Ja, im ersten Augenblick dachte ich auch selbst, es ist einfach eine Begleiterscheinung der modernen Medien und sozialen Netzwerke, mit denen ich mich in den letzten Jahren auch aus beruflichem Nutzen etwas näher befasste. Doch je intensiver ich während meiner Arbeit an diesem Buch in mir forschte, wie lange ich diese Freude an den Worten und Texten denn wirklich schon kenne, umso deutlicher kam ich zurück in meine Jugend.
Schon während der Schulzeit, im Deutschunterricht konnte ich zu allem einen Kommentar abgeben. Heute erfüllt es mich mit Freude, meinen Gedanken Ausdruck zu verleihen. Sie auf diese Weise mit der Welt teilen zu können. Zwar schlief diese Gabe nach meiner Schulzeit ein bisschen ein, umso intensiver darf ich sie jedoch in den letzten Jahren wahrnehmen und wieder leben. Mit dem zunehmenden Bedürfnis, meine Gedanken aus meinem Kopf zu bekommen, um in manchen fordernden Momenten wieder ein Stück mehr zur Ruhe zu finden, meldete sich diese Leidenschaft unaufhörlich zu Wort. Sie rief mir förmlich zu, ich solle doch endlich wieder auf sie aufmerksam werden und sie für meinen inneren und mentalen Ausgleich nutzen.
Aus dieser wieder entdeckten Hingabe, mit Worten meinen Gedanken Raum zu schaffen, ergab es sich, dass meine Gedanken zu Geschichten wurden. Und diese Geschichten schrieb ich auf. Auch auf meinen öffentlichen Plattformen. Denn in mir keimte immer mehr der Gedanke, andere Menschen mit meinen Geschichten zu inspirieren. Meine Erfahrungen und Erkenntnisse in die Welt zu schicken. Vielleicht gab es da draußen ja auch andere Menschen, die mit diesen Geschichten etwas anzufangen wussten. Möglicherweise konnte ich Inspiration für genau diese Menschen sein, die ebenso wie ich über manches, das in ihrem Leben geschieht, nachdenken wollen. Menschen, die meine Texte lesen, weil sie sich in diesen selbst wiedererkennen und angeregt fühlen, aus einer neuen Sicht darüber zu philosophieren.
So schrieb ich. Meinen Gedanken wurden Texte. Zu Themen, die mich in einem besonderen Augenblick in ihren Bann zogen. Unter meinem Blickwinkel, den ich auf die Dinge hatte. Gepaart mit meinen ganz persönlichen Erkenntnissen und Ideen, die ich aus diesen Gedankengängen, Begegnungen und Interaktionen mit den Menschen um mich herum erlebte.
Irgendwann kamen die Menschen in meinem Umfeld, die meine Texte in den öffentlichen Netzwerken lasen, auf mich zu und fragten mich, wann ich denn endlich mein erstes Buch schreiben würde. Sie empfanden meine Schriftstücke als bereichernde Quelle, um Dinge aus einer neuen Perspektive heraus zu sehen. Sie fanden sich teils selbst in den Erlebnissen von mir wieder und konnten für sich daraus einen Schritt in der Entwicklung ihrer eigenen Person wagen. Und sie ließen mich über ihr Feedback auch wissen, dass sich diese Texte so authentisch und wahrhaftig anfühlten, wie aus dem echten Leben.
Und das waren sie auch. Es waren und sind Geschichten und Worte aus meinem Leben. Mit einer offenen und authentischen Schreibweise versuche ich seither, bewegenden Momenten durch Worte Raum zu geben. Ich schicke sie mit meiner Sprache auf die Reise. Lasse sie frei und bin jedem Menschen ein Beitrag, der es möchte.
Mit einer so konkreten Frage hatte ich allerdings nicht gerechnet. Darüber hatte ich noch nie wirklich ernsthaft nachgedacht. Ich war im ersten Augenblick total neben der Spur. Waren solche Erzählungen aus meinem Leben tatsächlich Inspiration für andere? Sollte es wahrhaftig so sein, dass ich andere Menschen mit meinen Gedanken inspirieren durfte? Denn der Grund, warum ich die vielen Worte zu Papier brachte, war ja an sich nur jener, meinen Kopf frei zu bekommen. Im Fokus meines Schreibens stand einzig, nicht mehr ständig an diesen Dingen zu knabbern, sondern sie auch einmal gut sein zu lassen. Deshalb die vielen Zeilen und daraus die Texte.
Mit einem Mal erreichten meine Worte aber auch Menschen, denen sie ein wertvoller Beitrag für ihr eigenes Leben darstellten. Menschen aus dem realen Leben. Menschen, die echt waren. Wenn auch mit einem gewissen Maß an durch den Rahmen der sozialen Netzwerke bedingter Anonymität. Aber dennoch Menschen. Wie ich. Es fühlte sich ganz ehrlich gesagt auch schön an, zu wissen, dass ich mit meinen Gedanken anderen Mitmenschen vereinzelt auch Denkanstöße mit in ihren Tag geben konnte.
Von meiner Seite kam anfangs dennoch ganz oft ein klares Nein auf die Frage, ob ich nun ein Buch schreiben wolle. Ich und ein Buch schreiben. Worüber sollte ich denn bitteschön etwas schreiben, das die Menschheit interessiert. Denn eine fiktive Geschichte, die meiner Fantasie entspringt und eine nicht existente Sachen erzählt, kam für mich nicht in Frage. Alleine schon aus der Tatsache heraus, dass es in unserer Welt bereits so viele, nicht mehr der Realität entsprechende Sachverhalte gibt.
Allerdings ließ mich der Gedanke daran nie mehr ganz los. Ein Buch. Von mir. Wäre schon geil. Und so blieb diese Frage während langer Zeit einfach, auch unbeantwortet und ohne konkrete Rückmeldung von mir, offen. Ich ließ es mir selbst und in mir offen und schickte meine Gedanken auf die Reise. Soll es für mich so gedacht sein, ein Buch zu schreiben? Ist es das, weshalb ich diese Gabe besitze, mit Worten zum Ausdruck zu bringen, was mich im Innersten bewegt?
Tja. Nun, einige Monate später, sitze ich doch hier vor meinem Laptop, öffne ein neues Word.doc und starte. Starte mit den ersten Worten, Sätzen und Gedanken in meinen Traum, ein Buch, zu realisieren. Im Hier und Jetzt kann ich sagen, es wurde erst allmählich ein Traum von mir. Denn je intensiver ich bereit war, mich auf meinen eigenen Weg einzulassen, umso mehr Begegnungen und Erfahrungen durfte ich machen. Umso mehr wahre Geschichten aus meinem Leben fanden den Ausdruck über meine Texte. So wuchs mein Traum über die letzten Monate sehr intensiv. Bis zu dem Zeitpunkt, an dem ich beschloss, ihn Realität werden zu lassen.
Ein Traum braucht seine Zeit. Zu keimen, zu sprießen und sich zu zeigen. Damals, nach meinen ersten Geschichten auf Instagram & Co, war ich nicht bereit dazu. Noch lange nicht. Und auch als mich die Menschen danach fragten, meine Texte zu sammeln und in ein Buch zu bringen, hätte ich nie gedacht, dass ich mich eines Tages wirklich hinsetze und beginne zu schreiben. Einfach weil ich nicht wusste, worüber ich der Welt da draußen etwas erzählen sollte. Was sollte ich schon berichten, wovon nicht schon längst ein anderer Autor berichtet hätte. Alleine aus diesem Grund habe ich lange gezögert, es zu versuchen. Vor allem in den letzten Monaten des Jahres 2019 hat sich in mir viel verändert. Hat sich rund um mich herum viel gedreht. Hat sich aus dem fehlenden Wissen, worüber ich schreiben könnte, ein authentisches Fühlen tief aus meinem Herzen entfaltet. Hat sich vorsichtig enthüllt, was es ist, worüber ich dir in diesem Buch erzählen möchte.
Es ist eine sehr persönliche Geschichte, die ich hier niederschreibe. Eine Geschichte, die es so in dieser Form da draußen wahrscheinlich kein zweites Mal gibt. Ganz einfach deshalb, weil es meine Geschichte ist. Es ist eine Geschichte, die mein Leben schrieb. Es ist eine Geschichte, die aus meiner ganz persönlichen Veränderung, die ich in den vergangenen Jahren erleben durfte, entstanden ist. Und genau diese möchte ich dir hier in diesem Buch erzählen. Allerdings nicht unter dem Aspekt, dass es meine so wahnsinnig spannende und spektakuläre Lebensgeschichte ist. Denn deine Zeit ist zu wertvoll, um sie einfach nur mit einem Text zu vergeuden, der für dich keinen Mehrwert hat.
Vielmehr hoffe ich, dich zu inspirieren, dich zum Nachdenken zu bewegen, deine Perspektive zu verändern, über den Tellerrand zu blicken, neue Standpunkte auszuprobieren, Empathie und Mitgefühl für deine Mitmenschen und dich selbst zu kultivieren. Vor allem aber um in Beziehung zu kommen. Mit den Menschen, die dich umgeben. Mit den Emotionen und Gefühlen, die in menschlicher Interaktion ans Tageslicht kommen. Und am allermeisten mit dir selbst. Mit dir und deinem wahrhaftigen Wesen. Mit dir und deinen Gefühlen, Emotionen und Erfahrungen. Mit dir und deinem Strahlen, das du in dir trägst, das du manchmal möglicherweise noch nicht erkennst, doch das zu leben du dir in vollen Zügen erlauben darfst. Ich möchte dir zeigen, wie wunderbar es sich anfühlt, in eine neue und intensive Beziehung zu treten. In eine magische Beziehung zu dir selbst.
Vielleicht freust du dich jetzt darauf, ein Handbuch an Ratschlägen, Tipps und Tricks oder Empfehlungen von mir, wie du dein Leben meistern kannst, in Händen zu halten und damit dein Leben ein Stück weit anders zu gestalten oder wieder besser in den Griff zu bekommen. Sorry, da enttäusche ich dich lieber gleich hier an dieser Stelle und nehme dir falsche Hoffnungen. Hier in diesem Buch geht es nicht darum, wie du die Dinge in deinem Leben besser machen kannst. Auch nicht darum, wie du Strategien, Methoden oder Werkzeuge einsetzen kannst, um möglichst einfach und ganz entspannt eine Veränderung in deinem Leben zu bewirken. Auch halte ich mich fern von Bewertungen und Urteilen darüber, was richtig oder falsch für dich und andere Menschen ist. Ganz im Gegenteil.
Meine Sicht auf all die Themen in diesem Buch ist eine Sammlung an von mir selbst durchlebten Momenten und meinen Erkenntnissen daraus, die dich gerne dazu anregen dürfen, es auszuprobieren und selbst deine eigenen Erfahrungen zu sammeln. Ob und in welcher Weise du meine Sicht aufs Leben zu deiner persönlichen Entwicklung nutzen möchtest, steht dir offen. Denn wenn in deinem Leben etwas aus den Rudern läuft, dann kannst nur du alleine das Steuer in die Hand nehmen, die Segel neu setzen und einen anderen Kurs einschlagen. Es ist immer deine ganz persönliche Route, auf der du navigierst.
Deshalb können meine Erfahrungen, die ich hier niederschreibe, dir als Ansporn dienen, niemals aber als Lösung. Die Lösung für deine Herausforderungen trägst du tief in dir. Nur du alleine kannst sie wahrnehmen, weil sie auch nur in dir selbst etwas bewegt. Doch wenn du diese Bewegung in dir fühlst, wenn du merkst, eine Lösung möchte aus deinem Innersten heraus, du aber keine Ahnung hast, wie du es angehen kannst, dann lies weiter und lass dich von meiner Geschichte und meiner Art, mit den Herausforderungen umzugehen, inspirieren. Die Art und Weise deiner persönlichen Entfaltung kannst nur du selbst bestimmen.
DAS WERTVOLLSTE IM LEBEN IST DIE ENTFALTUNG DERPERSÖNLICHKEIT UND IHRER SCHÖPFERISCHEN KRÄFTE.(ALBERT EINSTEIN)
Kein Buch, kein Workshop, kein Seminar und kein Training können dich entwickeln, wenn du aus deinem Innersten heraus dazu noch nicht bereit bist. Gerne schenke ich dir mit diesem Buch Einblicke auf meinen Weg der persönlichen Entwicklung und vor allem meiner Entfaltung. Lass dich mitnehmen in meine Welt an möglichen Sichtweisen, Perspektiven, Blickwinkeln. Solche, die du bisher möglicherweise noch nicht für dich entdeckt hast.
Gehe mit mir auf eine fantastische Reise und sei einfach neugierig. Wie ein kleines Kind, das zum ersten Mal in seinem Leben einer Biene dabei zusieht, wie sie sich den süßen Nektar aus den bunten Blumen saugt. Erlaube dir, allen süßen Nektar aus der Blume deines Lebens zu saugen, den du, und nur du ganz alleine, für deine Veränderung brauchst. Niemand kann wissen, welcher süße Saft der richtige für dich ist. Alleine du weißt, was es für dich jetzt sein darf, um dich weiter voranzubringen. Dorthin, wohin du dich schon lange sehnst, weil dein Gefühl dir zuruft, es ist richtig für dich, dort anzukommen.
Wenn du bisher vielleicht gezögert hast loszugehen, sei inspiriert von all den Erfahrungen, die sich in den letzten Jahren in meinem Leben gesammelt haben. Mögen sie dir Inspiration und Beitrag sein. Für dich selbst braucht es letztlich deine eigenen Erfahrungen, um dich daraus zu entwickeln und noch mehr zu entfalten. Es werden deine eigenen Erkenntnisse sein, die dich auf deiner Reise an neue Orte bringen werden. Deine Empfindungen lenken deinen Weg. Jenen, den dein Herz schon längst kennt. Es ist nun an der Zeit, eine erste Entscheidung für dich zu treffen. Lesen, oder nicht. Gehen, oder nicht.
Was ich dir von Herzen gerne hier mit auf deinen Weg gebe, sind Denkanstöße, gepaart mit Hilfestellungen, die mir in besonders fordernden Momenten eine Stütze waren. Und sind. Es ist ein bunter Strauß an Möglichkeiten, aus dem du für dich wählen darfst. Wann immer du es brauchst, was immer für dich passend ist. Denn sei dir sicher, so individuell jeder Mensch hier auf Erden ist, so einzigartige sind auch seine Bedürfnisse.
In diesem Sinne möchte ich dir mit meinen Worten beitragen und begleite dich ein Stück weit auf deinem Weg. Und gleich hier an dieser Stelle schicke ich das Angebot mit in die Welt, wann immer du das Empfinden hast, deinen Gedanken und Erfahrungen Raum zu geben, komm mit mir in Kontakt. Finde dein Sprachrohr zu mir und lass von dir hören. Für dich freue ich mich aus tiefstem Herzen schon jetzt auf eine spannende Reise voller aufregender, bewegender, erkenntnisreicher und berührender Momente.
Bist du bereit? Dann leg los…
Kapitel 4BEZIEHUNG
Wenn scheinbar alles perfekt ist
Ich erinnere mich noch, als wäre es erst gestern gewesen. Anfang des Jahres 2014. Mein Leben gestaltete sich damals wie eines vieler anderer Frauen möglicherweise auch. Anfang dreißig. Verheiratet. Haushalt. Job. Zwei Kinder. Alles paletti. Alles perfekt. Scheinbar. Ja scheinbar.
Doch nein, nicht ganz alles paletti. Schon gar nicht alles perfekt. Möglicherweise betrachteten andere Menschen es so. Denn der Blick von außen war oftmals ein anderer, losgelöst von den Wahrheiten, die sich bei mir damals wirklich abspielten. Denn ich persönlich befand mich zu diesem Zeitpunkt am Rande meiner Möglichkeiten und knapp vor einem Nervenzusammenbruch. Überfordert mit allen Aufgaben, die ich zu bewältigen hatte. Gefühlt alleine gelassen und dennoch umgeben von Menschen, die mich bereitwillig unterstützten. Innerlich getrieben von Unruhe, Unzufriedenheit und dem unerklärlichen Gefühl dieser unbeschreiblich großen Wut.
Begleitet und beherrscht von diesem Gefühl, versuchte ich meine Tage irgendwie über die Runden zu bringen. „Dir geht´s ja eh gut, Katrin. Bist ja eh den ganzen Tag zuhause und hast so viel Zeit!“, war ein Satz, der mir ständig im Außen begegnete. Zeit, im Sinne von Alles würde ohne Stress ablaufen, empfand ich damals allerdings nun wirklich nicht. Ich fühlte mich vielmehr ständig unter Druck, versuchte, alles schnell zu erledigen, damit ich gleich die nächsten Dinge abhaken konnte, die auf meiner (damals nannte ich sie noch so) ToDo-Liste Schlange standen. Ständig getrieben, gehetzt und außer Atem wuchs in mir dieses Gefühl von Wut. Völlig im Unklaren, auf wen, was, worüber.
Doch das Gefühl war da. Viel mehr noch, es blieb und wich nicht mehr von meiner Seite. Ich spürte es so deutlich in meinem ganzen Körper. Es fühlte sich an, als würde ein Teil von mir sterben, wenn ich weiterhin mit diesem Gefühl durch mein Leben laufen müsste und ihm nicht die Aufmerksamkeit gab, die es suchte. Gleichzeitig war ich mit meinem Leben so eingeteilt, dass ich keine Zeit fand, zu hinterfragen, was sich da so mächtig in mir zu Wort zu melden begann. Nur eines wusste ich. Ich kannte dieses Gefühl. Es war ein alter Begleiter, der sich schon früher einmal in meinem Leben einen Weg in mein Bewusstsein zu bahnen versucht und es scheinbar bis heute nicht vollends geschafft hatte.
Dieses Gefühl suchte nach meiner Aufmerksamkeit. Auf eine Art und Weise, die mich im Tiefsten meines Herzens darauf drängte, genau diese Aufmerksamkeit jetzt aufzubringen. Ein Aufschieben fühlte sich unmöglich an. Zwar konnte ich es nicht nachvollziehen, was mich so genau wissen ließ, dass es jetzt unumgänglich sei, hinzuschauen. Doch mein Bauchgefühl pochte vehement und unübersehbar darauf, die Hinweise zu erkennen und es wichtig zu nehmen. Diese Hinweise spiegelten sich in meinem Alltag wider. Auf der einen Seite plagte mich eine ständig vorhandene, unterschwellige Übelkeit. Auf der anderen Seite wiederholten sich in meinem Alltag vermehrt jene Situationen und Momente, die mir deutlich zeigten, dass es nicht länger so bleiben darf.
Das Wissen, dieses Gefühl erneut zu ignorieren, war so grundlegend falsch für mich. Denn durch meine Ignoranz verwandelte es sich in wutentbrannte Emotionen, die sich an anderen Menschen entluden. Genau an jenen Menschen, die ich am meisten liebte und die mich jetzt am intensivsten brauchten. Meine Kinder. Diese Emotionen unter Kontrolle zu halten, sie zu beherrschen und nicht an meinem Umfeld auszulassen, war mir im selben Moment dennoch allzu oft unmöglich. So suchte sich diese Wut diesen schmerzlichen Weg nach draußen. Sie pochte förmlich auf mein Erwachen. Sie zwang mich, hinzusehen.
Startschuss: Ab diesem Zeitpunkt wusste ich aus voller Überzeugung und aus tiefem Bewusstsein, dass ich so nicht weitergehen konnte. Vor allem aus der Verantwortung meinen beiden kleinen Kindern gegenüber fühlte ich in mir die Verpflichtung, genau jetzt etwas zu verändern.
Dieses Gefühl, das mir selbst tief in mir begegnete, kannte ich. Es war mir aus meiner eigenen Kindheit vertraut. Aus einer Zeit, in der ich selbst erfahren musste, wie sich Druck und Spannung, die ein Mensch in seinem Körper mit sich trägt, an anderen Menschen entladen können, die es nicht verdient hatten. Die nichts damit zu tun hatten, was in diesem Menschen vorging, was diesen bewegte und in ihm auslöste. Die es jedoch einfach ertragen mussten, weil sie der Spiegel für diesen anderen Menschen sein sollten.
So ertrug auch ich dieses Gefühl von Druck und Spannung, das ich aus meinem Umfeld wahrnehmen konnte und deutlich spürte. Aus diesen an mir erlebten und sich entladenden Emotionen keimte in mir ein Gefühl aus Wut und Zorn.
Und jetzt, da ich mich selbst von den Herausforderungen meines Daseins als Mutter erschlagen fühlte, bahnte sich dieses Gefühl zunehmend einen Weg in mein Bewusstsein.
Zum Mädchen heranwachsend fand ich in meiner Kindheit und Jugend wohl auch Wege, mit diesem Gefühl immer besser umzugehen und mich zu arrangieren. Und es blieb wie ein Geheimnis lange Zeit tief in mir vergraben, weggesperrt und unbeachtet. Ich hatte mir damals als Kind immer wieder geschworen, es anders zu machen, wenn ich selbst einmal Kinder haben würde. Wenn ich selbst in der Rolle der Mutter sein und meine eigenen Kinder auf ihrem Weg begleiten sollte. So waren dieser Wunsch und diese Überzeugung wohlgemeint tief in mir verankert. Und dennoch holte mich ein, was ich so unsagbar gerne vermieden hätte.
Jahre später, als Mutter von zwei Kindern, fand ich mich genau in dieser Endlosschleife an emotionalen Entgleisungen wieder, die ich mir in meiner Vergangenheit geschworen hatte zu umgehen. Zum damaligen Zeitpunkt waren meine beiden Kinder rund um die Uhr in meiner Nähe. Mein Sohn mit etwas über sieben und meine Tochter mit ihren drei Jahren unterhielten mich tagsüber bestens und forderten meine Aufmerksamkeit auch in anderen Bereichen als nur im Versorgen ihrer kindlichen Grundbedürfnisse. Ich genoss auf der einen Seite dieses Mama-Sein. Erledigte alles Dazugehörige zum Wohle meiner Kinder. Auf der anderen Seite spürte ich in mir immer stärker, dass ich diesen Anforderungen tief aus meinem Herzen heraus nicht gewachsen war.
Dabei war es absolut normal und der kindlichen Natur entsprechend, was meine beiden Herzmenschen von mir einforderten. Einfach nur mich als Mama. Mit meiner Liebe, meiner Zuneigung, meinem Verständnis. Ich versuchte, aus voller Überzeugung, ihnen genau das auch zu geben. Nur fühlte ich in meinem Herzen, dass in mir mehr und mehr diese Wut aufzusteigen begann, die ich vor Jahrzehnten kennengelernt hatte und von der ich dachte, sie tief in mir an einem unbekannten Ort eingesperrt zu haben. Zunehmend sah ich mich immer weniger in der Lage, meine Kinder herzverbunden zu begleiten. Denn mein Herz spürte einfach etwas anderes. Es spürte diese tief vergrabene Wut, die genau jetzt ihren Weg an die Oberfläche suchte. Denn obwohl ich meine Kinder mit all ihren Ansprüchen an mich abgöttisch liebte, versuchte dieses Gefühl, mich trotzdem daran zu hindern, mich bedingungslos mit meinen Kindern verbunden zu fühlen und ihnen diese Verbundenheit auch zu geben.
Die Verzweiflung wuchs in mir und oft fand sie auch ihren Weg aus meinem Körper nach draußen. Das Einzige, das ich zum damaligen Zeitpunkt an meine Kinder weitergab, war der Anblick einer bis über beide Ohren überforderten Frau und Mutter, die ihr Leben scheinbar nicht auf die Reihe bekam. Eine Mutter, der es nicht einfach so möglich war, ihre Kinder in den Arm zu schließen und ihnen das Gefühl von bedingungsloser Liebe zu vermitteln. Ein Mensch, dem alles aus den Rudern zu gleiten schien und der daher nur noch eines tat: Schreien.
Kennst du das auch? Dein Körper sucht sich in genau diesen für ihn überlastenden Situationen ein Ventil. Über irgendeinen Kanal findet die überkochende Energie in deinem Körper einen Weg nach draußen. Als Schutz für deine Seele. Damals war mir das nicht so bewusst. Ich konnte nicht solche klaren Gedanken zu meinen Empfindungen fassen, wie heute, Jahre der Weiterentwicklung später. Das ist allerdings auch gar nicht der Punkt. Das Wesentliche, das ich damals in mir ganz deutlich spüren konnte, war, dass es einfach falsch ist. Es ist für mich falsch. Das Gefühl, das in mir hochstieg, wenn ich mit meinen eigenen Kindern schimpfte, war einfach so unendlich verkehrt.
Unfähig die mich überrollenden Situationen auf eine andere Weise zu lösen, fand diese wutgetriebene Energie letztlich ihren Weg über meine Schreiausbrüche nach draußen. Und traf genau jene Menschen in meinem Leben, die weder Schuld an dieser Energie hatten, noch ihres minderen Alters zufolge in der Lage waren einzuordnen, was ihnen in diesen Momenten widerfuhr. Es schmerzte tief in mir so unsagbar, dass ich vorerst aus reiner Vernunft heraus für mich entschied, es musste anders werden. So durfte es einfach nicht weitergehen. Es brauchte genau jetzt eine neue, liebevollere und verbundenere Gangart in unserem Miteinander.
Und auch wenn ich in diesem Moment, als ich eine so klare Entscheidung traf, keine Vorstellung davon hatte, wie diese Veränderung aussehen könnte und für mich zu schaffen sein sollte, wusste ich, dass von nun an Schritt für Schritt etwas Neues in mein Leben kommen würde. Etwas, das mir helfen würde, diese vergrabene Wut zu lösen, mein Herz aufzumachen und meinen Herzmenschen mit Liebe und Mitgefühl zu begegnen.
Jetzt, im Nachhinein betrachtet, stelle ich mir sehr wohl immer wieder die Frage und komme dabei ins Kopfschütteln, warum ich mich damals nicht einfach ein bisschen in Zaum halten konnte und eben nicht lauthals durch die Gegend brüllte. Heute bin ich an einem Punkt in meinem Leben, an dem ich aber auch erkennen kann, dass diese Bewertung meiner selbst absolut nicht notwendig ist. Ich stehe heute zu allem, was ich damals als so falsch empfunden habe. Auch wenn mein Handeln verkehrt war, so stehe ich jetzt hinter mir und weiß, dass diese Erfahrungen für mich als Mensch wichtig waren, um mich zu entwickeln und zu wachsen. Was sich damals so plötzlich in mir auftat, war die wichtigste Erkenntnis, die ich je erlebte und für die ich so unendlich dankbar bin.
VON JEDEM AUGENBLICK BLEIBE MIR EINE ERINNERUNG,TIEF ODER LUSTIG, FREUDIG ODER SCHMERZLICH.(BETTINA VON ARNIM)
Kinder lernen durch Vorbild und Prägung. Mein rationaler Verstand erklärte mir auch ganz plausibel, dass ich es als Kind womöglich selbst teils nicht anders erfahren hatte und mein Verhalten daher einfach nur den Mustern entsprach, die in mir in meinen jungen Kinderjahren geprägt wurden. An dieser Stelle soll jetzt nicht der Eindruck entstehen, meine Kindheit wäre eine Katastrophe gewesen. Im Gegenteil. Meist durchlebte ich eine unbeschwerte und gut behütete Zeit, umgeben von Menschen, die mich beschützten, begleiteten und mir dennoch meine Freiheiten ließen. Und schon gar nicht gibt es nach all meinen Erfahrungen aus dieser Zeit, die Teil meiner Entwicklung waren, in mir ein Gefühl, irgendjemandem aus meiner Kindheit einen Vorwurf machen zu wollen. Denn schon damals als Kind, wie auch heute, war in mir das Bewusstsein da, dass alle Menschen um mich herum nach ihren besten Möglichkeiten handelten. Wenn ich diesen Umstand vielleicht auch nicht mit vollem Bewusstsein erklären konnte, fühlte ich es jedoch. Intuitiv wusste meine kleine Seele schon damals, dass mir nur so widerfuhr, wie die mich begleitenden Menschen es selbst von ihren Vorbildern gelernt hatten.
Dennoch prägte mich ein Umstand aus Kindestagen am eindringlichsten, der sich wie ein Feuermal in meine Erinnerungen brannte. Meine damals einfach in vielen Bereichen bis an den Rand ihrer Fähigkeiten geforderte Mutter. Wenn ich heute meine Augen schließe und mich an die vielen Tage zurückerinnere, an denen meine Mutter einfach keinen anderen Weg fand, als alles, was ihr zu diesem Zeitpunkt zu viel war, mit ihrer immer wieder auch lauten Stimme zum Ausdruck zu bringen, fühle ich mich zurückversetzt in diese Zeit und kann heute ganz deutlich spüren, welcher Druck auf ihren Schultern lastete. Damals konnte ich es nicht verstehen. Intuitiv hatte ich mir wohl eine andere Form der Beziehung gewünscht.
Trotzdem bin ich diesen teils wohl auch schmerzhaften Erfahrungen und Erinnerungen daran dankbar. Heute kann ich daraus den Spiegel erkennen, den mir meine eigenen Kinder vorhalten. Ich weiß und vor allem fühle ich, dass die Zeit gekommen ist, alte Muster und Prägungen an genau dieser Stelle zu durchbrechen. Es anders zu machen, als es meiner Mutter möglich war. Weil mir ganz bewusst wurde, dass meine Kinder nichts damit zu tun hatten. Diese eigene Prägung aus meiner Kindheit ließ in mir bereits in jungen Jahre ein Bewusstsein und das Verständnis wachsen, dass es meine Wahl ist, wie ich mit Herausforderungen umgehe. Es war schon damals meine Entscheidung, wie ich auf die Erlebnisse reagierte und mich verhielt. Ich erkannte damals für mich aber auch, dass meine Mutter sich diese Wahl nicht zutraute. Vielleicht weil sie sich gar nicht so bewusst dazu Gedanken machte. Oder möglicherweise wohl in dem Bewusstsein war, dass sie sich selbst gerne verändern wollte, doch keinen Weg sah, es anders zu machen.
Du wirst dich nun möglicherweise fragen, warum ich dann ebenso gehandelt habe, obwohl mir all das schon als junger Mensch so klar war. Obwohl ich schon im Kindesalter, ich würde es so um meinen achten Geburtstag datieren, für mich ganz klar verankert hatte, ich mache es anders, wenn ich einmal Mama bin. Und ich gebe dir absolut Recht. Glaube mir, oft genug habe ich mir gewünscht, der Erdboden würde sich auftun und mich samt Haut und Haaren verschlucken. Dankbar, dass er es nicht getan hat, sondern ich meine Lektionen fürs Leben lernen durfte.
Als ich mich in dieser Überforderung wiederfand, war ich schlichtweg blind. Blind vor Wut. Auf mich selbst. Eben genau deshalb, weil ich aus mir damals noch unerklärlichen Gründen schlichtweg einfach nicht in der Lage war, es anders zu machen. Weil mich tief in mir irgendetwas hemmte, es zu versuchen. Auch wenn mein Verstand mir laut und deutlich zurief, dass ich mit diesem Tun ein altes Muster auch an meine Kinder weitergebe. Dass es so für meine Kinder genau dieselben Erinnerungen, wie ich sie an meine Kindheit hatte, sein werden, die sich in ihre Seelen brennen. Und dennoch war ich unfähig, zu handeln, es auf meine Weise zu machen, von der ich fühlte, sie wäre die richtige. Einfach anders zu sein, wie meine Mutter damals. Meinen Kindern eine liebevollere Prägung für ihr Leben mitzugeben, als ich sie empfunden hatte.
Du weißt bestimmt ebenso gut wie ich, dass du, sobald dir bewusst wird, etwas auf eine bestimmte Weise ganz und gar nicht tun zu wollen, bereits mitten drin bist und alles eben genau so abläuft, wie du es gar nicht möchtest. Genau das beschreibt die Welt der Prägung. Du nimmst dir im Kopf zwar ganz fest vor, einen Teufelskreis (wenn du diesen so nennen willst) zu durchbrechen und eine Sache unbedingt anders machen zu wollen. Nur gelingt es dir nicht, weil dein Geist nicht stark genug ist und du dir aus dieser Schwäche heraus einredest, daran zu scheitern. Und das tust du dann auch. Darüber erzähle ich dir etwas später noch mehr. Nur so viel vorweg, dies nennt sich „Die selbsterfüllende Prophezeiung“. Du schaffst es einfach nicht, es anders zu machen, obwohl dein Verstand dir sagt, dass du es unbedingt musst. Dies mag für dich dann wie eben dieser Teufelskreis, aus dem man nicht aussteigen kann, aussehen.
Oder aber du siehst es wie einen Wirbelsturm an Möglichkeiten, durch den du dich hoch hinauftreiben lässt, manchmal auch fällst und immer wieder in den stürmischen Luftmassen zu ersticken drohst. Und dennoch hast du die Option, dich nicht nur durchwirbeln zu lassen, sondern dich selbst zu fragen, was denn im Kern dahintersteckt. Dir die Mühe zu machen, ins Zentrum aller Unruhe zu blicken und zu erkennen, warum dieser Sturm überhaupt wütet. Weil eines ist ganz besonders spannend. In seinem Zentrum ist ein Wirbelsturm absolut ruhig. Da weht kein Lufthauch. Absolute Windstille.
Warum ich dir das erzähle? Weil es der Schlüssel zu meiner Veränderung war. Dieses Bild verliere ich zugegeben auch heute immer wieder aus den Augen. Auch jetzt gerade, während ich diese Worte niederschreibe, fallen mir Momente aus der nahen Vergangenheit ein, in denen ich mich zum Sturm habe hinreißen lassen. Doch sind wir mal ehrlich. Alleine schon dieses Bewusstsein ist Goldes wert. Die Frage, die bleibt, ist nur, wie du dich von dieser Erkenntnis heraus weiterentwickelst? Was wählst du ab jetzt, anders zu machen? Treibst du weiter auf den Windböen? Oder siehst du dem Sturm ins Auge, kommst innerlich erst einmal zu Ruhe, beginnst dich zu reflektieren, startest mit deiner Weiterentwicklung und fängst endlich an, dich zu entfalten?
Ich habe mich vor einigen Jahren aus einem tiefen Verantwortungsbewusstsein meinen Kindern gegenüber dazu entschieden, nicht länger davonzulaufen. Aufzuhören, das laute Rufen meiner innigsten Gefühle zu ignorieren. Endlich aufzuwachen, hinzusehen und mich zu entwickeln. Weil ich es mit meinem Herzen nicht mehr vereinbaren konnte, dass ich die Prägungen meiner Kindheit an meine eigenen Kinder weiterzugeben begann. Wie ich das gemacht habe? Davon möchte ich dir erzählen.
Die Sache mit dem Zufall
Glaubst du an Zufall? Ich nicht. Denn ich bin des festen Glaubens, dass dir in deinem Leben zu genau dem richtigen Zeitpunkt eine Sache zufällt. Dinge erreichen dich immer dann, wenn damit für dich eine Aufgabe verbunden ist. Immer dann, wenn es für dich gilt, etwas zu lernen, dich zu entwickeln, über dich hinaus zu wachsen. Die Frage, die du dir stellen kannst, ist einfach nur noch, nimmst du die Herausforderung an? Erkennst du diesen Zufall und bist du bereit, mit diesem zufälligen Erscheinen eines Ereignisses etwas anzufangen. Oder eben nicht.
Nun hat der Zufall jedoch meist die Eigenschaft, dass du ihn manchmal erst viel später als solchen erkennst. Dass du erst Tage, Wochen, Monate oder Jahre später auf ein Geschehnis zurückblickst und dir denkst, es war dann doch kein Zufall. Wenn du diesen Gedankengang in dir wahrnimmst, dann gratuliere dir selbst. Denn wahrscheinlich hast du dann aus einer dir scheinbar zufälligen Begegnung, Situation, oder Ereignis etwas für dich gelernt. Du hast die Lernaufgabe eventuell zwar unbewusst angenommen, allerdings im Nachhinein für dich erkannt, dass es doch für etwas gut war. Tja, und wenn nicht? Dann darfst du auf den nächsten Zufall warten. Er wird sich bestimmt in dein Leben drängen. Siehst du ihn dann?
Weiter in meiner Geschichte? Ich wusste gleich in diesem Moment, als er mir begegnete, dass dies ein Zeichen war. Nicht aus purem Zufall traf mich dieses Ereignis an einem Punkt in meinem Leben, an dem es mir ein wertvoller Beitrag sein wollte. Eine Fügung, die mich auf meinem Weg, der sich zu diesem Zeitpunkt alles andere als rund und meistens ziemlich holprig anfühlte, in eine neue Richtung führen mochte. Frag mich, woher ich das so genau wusste, das kann ich dir logisch nicht erklären.
Vielleicht kennst du das aus deinen eigenen Erfahrungen. Da gibt es Situationen, von denen du einfach weißt, dass etwas daran von Bedeutung für dich ist. In genau diesem Moment, in dem es dir begegnet. Und so war es auch bei mir. Zu Besuch bei meiner besten Freundin, ich gestehe auch, um ihr mein Leid zu klagen und meine unerklärlichen Gefühle von Wut und Verzweiflung zu hinterfragen, ergab sich aus unserem Gespräch heraus, dass sie sich daran erinnerte, mir schon die längste Zeit etwas geben zu wollen. Ein Buch. Jetzt wirst du möglicherweise die Stirn runzeln und dich fragen, was soll das jetzt für ein Zufall sein. Angesichts der Tatsache, dass meine Freundin dieses Buch schon die längste Zeit zum Altpapier bringen, also in die Tonne auf nimmer Wiedersehen kübeln wollte, erwies es sich für alle Beteiligten als eine zufällige Fügung, dass ich nun endlich anwesend war, dieses Buch in Empfang zu nehmen.
