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Arya ist jung, hübsch, vorlaut und kann mit Pferden reden. Gegen den Wunsch ihrer Mutter reitet sie in die Hauptstadt Tagesias, um dort bei ihrem Onkel Pferdewirtin zu lernen. Eigentlich wäre alles wie geplant verlaufen, wenn nicht ... Na ja, auf jeden Fall kommt ihr der Kronprinz des Landes in die Quere und für ihn steht fest: Was ist das denn für 'ne Zicke!? Auch Arya kann ihre Gedanken nur schwer zügeln. Gelinde ausgedrückt: »Wie kann man nur so ... so ... so blöd sein!?«
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Seitenzahl: 173
Veröffentlichungsjahr: 2016
Anabel Steuber
ARYA
Eine neue Zeit beginnt
Engelsdorfer Verlag
Leipzig
2016
Anabel Steuber wurde 1999 in Wurzen geboren und schreibt seit ihrem zwölften Lebensjahr.
Bibliografische Information durch die Deutsche Nationalbibliothek: Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.dnb.de abrufbar.
Copyright (2016) Engelsdorfer Verlag Leipzig
Alle Rechte bei der Autorin
Hergestellt in Leipzig, Germany (EU)
1. digitale Auflage: Zeilenwert GmbH 2016
Coverillustration „girl and horse silhouette at sunset“
© adrenalinapura (Fotolia)
www.engelsdorfer-verlag.de
Cover
Titel
Die Autorin
Impressum
Widmung
Prolog
Kapitel 1
Kapitel 2
Kapitel 3
Kapitel 4
Kapitel 5
Kapitel 6
Kapitel 7
Kapitel 8
Kapitel 9
Kapitel 10
Kapitel 11
Kapitel 12
Kapitel 13
Kapitel 14
Kapitel 15
Kapitel 16
Kapitel 17
Kapitel 18
Kapitel 19
Kapitel 20
Kapitel 21
Kapitel 22
Epilog
Wichtige Namen
Bedeutung von der Rose und der Taube
Für Vivien.
Für meine ganze Familie.
Lalala, dadada … Das kommt dahin … und das dorthin. Mmhmm …
Oh, hallo! Wer seid denn ihr? Mein Name ist Linus. Kommt ruhig rein! Was führt euch denn in mein trautes Heim? Egal was es ist, es freut mich! Es passiert nämlich nicht oft, dass ich Besuch bekomme. Auch wenn ich berühmt bin. Ja, ihr habt richtig gehört. Ich bin berühmt, berühmt für meine Geschichten und Gedichte. Im ganzen Land erzählt und liest man meine Werke.
Was, ihr wollt wissen, was das hier für ein Land ist? Aber natürlich dürft ihr das erfahren! Dieses wundervolle, große und fantastische Land trägt den Namen Tagesia. Es wird von einem ehrlichen und gutmütigen König Adrian und dessen Frau Hanja regiert. Die beiden haben einen Sohn, Prinz Vasco. Ja, ja, sie sind wirklich gerechte Herrscher. Es gab aber auch Zeiten, in denen die Krone einfach gestohlen wurde, oder sie waren durch Habgier getrübt.
Ach, da fällt mir etwas ein! Vor ungefähr drei Monaten gab es hier im Land ein großes Fest. Im ganzen Land! Warum? Das ist eine lange Geschichte. Aber, wenn ihr wollt, erzähl ich sie euch. Gut, dann macht es euch gemütlich und spitzt die Ohren. Also, die Geschichte beginnt an einem schönen Frühlingstag ganz weit im Süden des Landes …
Die Vögel zwitscherten und die hellen Sonnenstrahlen der morgendlichen Frühlingssonne fielen durch die zarten Vorhänge an den Fenstern von der Familie des Heilers Zarin. Zarin selber war schon wach und bereitete gemeinsam mit seiner Frau Odila das Frühstück für die ganze Familie vor. Als sie fast fertig waren, ging er hinaus und fütterte wie jeden Tag die Tiere. Die Familie besaß schöne, große, durchtrainierte, schwarze Pferde. (Diese Rasse ist sehr selten hier, müsst ihr wissen. Und sehr teuer.) Außerdem besaßen sie Ziegen, Kühe, Ochsen und Schafe. Als er mit dem Füttern fertig war, schlenderte er gemütlich zurück ins Haus und setzte sich an den, nun fertig gedeckten, Frühstückstisch und wartete zusammen mit seiner Frau auf die Kinder. Nach fünf Minuten stillem Warten schaute er auf die Uhr und sagte zu Odila: „Es ist doch jeden Morgen dasselbe!“
Seine Frau nickte zustimmend. Gelassen erhob er sich und ging in einen wundervollen langen Flur. In ihm hingen zwei prachtvolle Kronleuchter, die die schöne helle Tapete beleuchteten. Er öffnete den Mund und rief: „Guten Morgen! Es wäre nett von euch, wenn ihr jetzt aufstehen würdet.“ Er wartete, als sich keine der hölzernen Türen öffnete, holte er tief Luft und schrie: „AUFSTEHEN, IHR SCHLAFMÜTZEN! EURE MUTTER UND ICH HABEN HUNGER!“
Er drehte sich um und ging wieder ins Esszimmer, wo Odila kichernd auf ihrem Stuhl saß.
In der Zwischenzeit gingen in dem Gang fünf Türen auf und fünf verschlafene Gestalten wankten heraus und ebenfalls in das Esszimmer. Sie bewegten sich gähnend und streckend auf ihre Stühle zu. Alle ließen sich auf sie fallen und strichen sich allesamt die langen, zerzausten Haare aus dem Gesicht.
„Gut, da wir jetzt alle da sind, können wir ja anfangen mit essen. Guten Appetit!“, sagte Zarin zufrieden.
Immer noch verschlafen nahm sich jedes der Kinder ein Brötchen und Marmelade, Butter, Quark, Käse oder Wurst.
„Wollen wir nun über den Tagesablauf reden“, meldete sich Odila zu Wort, „gut, Peppo und Fons, ihr kümmert euch um die Ställe und um die Tiere. Danach könnt ihr zum Schmied und zum Metzger gehen. Ich muss euch aber nicht daran erinnern, dass ihr euch bald mal entscheiden müsst, was ihr später einmal machen wollt.“
Die zwei Jungen nickten schläfrig.
„Orania und Fabia, ihr helft eurer Mutter im Haus. Danach könnt ihr sie in die Stadt begleiten, wenn ihr wollt. Einverstanden?“, ergänzte der Vater.
Die zwei kleinsten Mädchen nickten schwankend.
„So und du, Arya, du kommst mit mir.“
Das älteste Kind von allen ließ ein verschlafenes „Ja“ von sich hören.
Der Heiler nickte und alle aßen in Ruhe weiter. Nach einer Weile sagte er: „Ihr kennt die Regeln: Wer zuerst fertig ist, darf zuerst ins Bad.“
Ruckartig gingen alle Köpfe hoch und plötzlich waren alle seine Kinder hellwach. Sie schlangen alle ihr Essen hinunter, nur Arya war schon fertig. Sie nahm ihren Teller und ihren Kelch und lief damit in die riesige Küche nebenan und stellte alles auf einem großen Tisch ab. Dann sprintete sie in den Flur. Sie erhaschte hinter sich einen Blick ihres Bruders, der ihr folgte und aufholte, dicht gefolgt von den anderen. Sie hatten die Tür fast erreicht. Peppo legte die Hand auf die Klinke und drückte sie runter. Doch bevor er eintreten konnte, schubste ihn Arya gegen die Wand und schlug die Tür von innen zu.
„MANN, ARYA, MACH AUF! ICH WAR ZUERST DA! MACH AUUUFFFFF!!!!“, schrie Peppo aus Leibeskräften.
Doch statt einer Antwort kam von innen her nur ein lautes Lachen. In der Zwischenzeit waren auch die anderen an der Tür angekommen und Fons stöhnte: „Sie ist doch nicht etwa schon wieder als Erste drin?“
Das Schnauben seines Bruders reichte ihm als Antwort und er verdrehte die Augen.
„Wir müssen mal ganz dolle Pipi!“, klangen zwei Stimmen von hinten zu ihnen hoch.
Die zwei Brüder drehten sich um und schauten auf ihre kleinen Schwestern hinab, die beide mit zwei komischen Grimassen auf und ab hüpften.
Peppo lächelte schwach und erwiderte: „Da müsst ihr warten bis ihr dran seid.“
„Können wir aber nicht!“, entgegneten sie.
„Da habt ihr Pech!“
„Ihr seid gemein!“
Die beiden Jungs zuckten mit den Schultern. Wenn es um das Badezimmer ging, verstanden sie keinen Spaß.
Nach fünfzehn Minuten kam Arya wieder heraus und Peppo ging ins Bad. Eigentlich war das Bad nur zum Zähneputzen, zum Baden und für die Toilette da. Denn das Gesicht waschen und das Umziehen passierte im Zimmer des jeweiligen Mitbewohners.
Arya lief nun gemütlich in ihr Zimmer und zog ihr Nachthemd aus. An seiner Stelle trug sie nun ein blutrotes Kleid. Es reichte ihr bis knapp über die Knie. Darunter zog sie noch eine schwarze, enganliegende Hose und ebenso schwarze Stiefel an. Danach legte sie sich einen ledernen, rabenschwarzen und mit Steinen besetzten Gürtel um die Hüfte und schnallte sich ein Schwert daran fest. Nun lief sie zu ihrer Kommode mit Spiegel, Wasserschüssel, Ketten, Bürsten, Bändern, Haargummis und einem Bogen mit einem Köcher voller Pfeilen. Arya nahm die Bürste und fing an ihr langes, dunkelblondes, gewelltes Haar zu kämmen. Sie kämmte ungefähr fünf Minuten lang, bis es glänzte. Arya legte die Bürste weg, nahm einen Haargummi und band die Haare zu einem Zopf zusammen und fing an zu flechten. Dann nahm sie noch einen Gummi und band den Zopf zu, der ihr jetzt bis zum Gürtel reichte. Sie nahm ihren großen aus Elfenbein gemachten Bogen samt Köcher, der aus demselben Material war, und schnallte alles auf den Rücken. Arya schritt aus dem Zimmer und in den Flur hinaus.
