AS PAIN GOES BY - M. Arnoldsson - E-Book

AS PAIN GOES BY E-Book

M. Arnoldsson

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Beschreibung

Ein Kriminalhauptkommissar mit leicht autistischen Neigungen, eine Jugendstilvilla, in der seltsame Leute ein und aus gehen, eine junge Polizistin, die aus Liebe zu ihrer Freundin in die Nähe der BDSM-Szene geraten ist und eine rumänische Gräfin mit fragwürdigem Familienhintergrund: Das sind die Bestandteile dieses Romans, die sich nach und nach zu einer kritischen Masse verdichten. In einer temporeichen Handlung laufen 24 Stunden, angefüllt mit erotischen Wünschen, Frustrationen und erfüllenden Erlebnissen ab. Als die unvermeidliche Kettenreaktion einsetzt, müssen plötzlich alle Beteiligten ihr Leben neu ordnen. Qindie steht für qualitätsorientiertes Selfpublishing. Achten Sie auf das Qindie-Label.

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Seitenzahl: 168

Veröffentlichungsjahr: 2014

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M. Arnoldsson

AS PAIN GOES BY

BDSM-ROMAN

 

 

 

Dieses ebook wurde erstellt bei

Inhaltsverzeichnis

Titel

ZITAT

STATT EINES VORWORTS:

01 DIE SKLAVIN

02 FENDEL

03 EDITH

04 TINA

05 DIE BELOHNUNG

06 ELLI

07 DIE GRÄFIN

08 HANNA PETERMANN

09 MARLENE GRÄFIN BÁTHORY

10 DIE WARNUNG

11 MITTAG

12 WARTEN

13 ZWEI MAURER

14 DER KELLER

15 DER THEO

16 VOLLBAD

17 DER SKLAVE

18 ROLAND

19 PET–PLAY

20 STEFANO

21 DER RING

22 DAS GESCHENK

23 DER TEST

24 DIE ERLÖSUNG

25 ÜBERRASCHUNG

26 LIEBE

STATT EINES NACHWORTS:

ANKÜNDIGUNG:

Impressum neobooks

ZITAT

Ein Ring sie zu knechten, sie alle zu finden, ins Dunkel zu treiben, sie ewig zu binden.

(J.R.R. Tolkien)

Für Ursel und Adi, ohne die es nicht geht,

STATT EINES VORWORTS:

            WOGE

eben noch auf sich´rem boden

plötzlich ohne jeden halt

völlig ungebremster sturz

auf dich zu

in dich rein

tauche tief in dich hinein

bin verloren

und verliere

mich in dir

bin ganz in dir aufgegangen

und bin völlig eins mit dir

bin von allem losgelöst

voller lust

voll verlangen

endlich frei und doch gefangen

brauch erlösung

und ich find´ sie

nur im wir

und ich spüre wie die große

woge deiner lust mich packt

und mich immer höher hebt

ganz verschlingt

ganz umschließt

weiterrast und weiterschießt

da ist nichts mehr

was mich rettet

außer dir

endlich auf den strand geworfen

letzte wellen unsrer lust

streicheln meinen körper sacht

wieder heil

01 DIE SKLAVIN

In Demut und Erwartung durchschreite ich das finstre Tal.

Sie war ein gutes Mädchen gewesen, denn sie hatte alles getan, was die Gräfin von ihr verlangte: Sie hatte die wohldosierten Schläge mit dem Rohrstock erduldet, die sich wie feine Linien reinen Feuers in ihre Haut brannten, dem heißen Wachs widerstanden, das sie auf ihre ungeschützten Brüste hatte tropfen lassen und die Klammern ertragen, die sich unbarmherzig in ihre empfindlichsten Körperpartien gebissen hatten. Müde vom vergeblichen Kampf gegen die Fesseln und berauscht vom Sauerstoff, den die kurzen, hektischen Atemzüge immer schneller in ihre Lungen gepumpt hatten, war sie nun erschöpft und zerschunden und bereit für die Belohnung, die die Gräfin ihr sicher gewähren würde.

Sie war ein gutes Mädchen gewesen, das hatte die Gräfin ihr in der vergangenen Stunde immer wieder gesagt, wenn sie einen besonders schmerzhaften Griff oder einen heimtückischen Schlag mit Stock oder Reitgerte klaglos ertragen hatte. Nur leises Stöhnen und die schnelle flache Atmung hatten verraten, dass sie sich immer mehr in diesen Zustand zwischen Panik, Schmerz und Erwartung hineingesteigert hatte, ohne den sie sich ihr Leben nicht mehr vorstellen konnte. – Ja, sie war ein gutes Mädchen gewesen, und die Gräfin würde ihr die Belohnung nicht verweigern.

02 FENDEL

In schwachem Licht ist alles Grau

Fendel war schon mit ziemlichem Widerwillen aufgewacht, und als er aus dem Bad kam, hatte sich seine Laune kein bisschen gebessert. Es war mal wieder eine dieser Nächte gewesen, auf die er lächelnd hätte verzichten können, und auch der Mann im Spiegel hatte ihm mit seinem kritischen Blick zu verstehen gegeben, was er von ihm hielt: Ein Loser, der sich nach einem dieser ewig gleichen Wochenenden auf den Weg in eine dieser ewig gleichen Wochen machte.

Tina wirtschaftete schon in der Küche herum. Sie befüllte gerade die Thermoskanne mit Kaffee und warf ihm einen raschen Blick über die Schulter zu, als er hereinkam. „Frühstücksei?

„Nein.“

Sie stellte die Kanne auf den Tisch, rückte sich den Stuhl zurecht und setzte sich. Wie üblich hatte sie nur für Fendel gedeckt. Sie selbst aß morgens nie etwas. – Vielleicht war das der Grund dafür, dass sie so beneidenswert schlank geblieben war, während er in den letzten beiden Jahren doch ein wenig zugelegt hatte. Noch fand er sich selbst ganz passabel, aber ein paar Kilo mehr, und er würde etwas unternehmen müssen.

Fendel setzte sich auf die Eckbank und schob den Haufen Prospekte, die sich im Lauf der Woche dort angesammelt hatten, ein wenig weiter in den Winkel hinein. Ein paar Blätter rutschten dabei vom Stapel und fielen auf den Boden. Er neigte sich zur Seite, hangelte mit dem Arm unter dem Tisch herum, fand sie schließlich und legte sie zurück. „Die Tonne ist schon wieder randvoll“, stellte er säuerlich fest. „Wann ist eigentlich Altpapier?“

Tina drehte den Kopf und sah auf den Abfallkalender, der neben dem Fenster an die Wand gepinnt war. „Nächste Woche erst. – Wann kommst du heim?“

Jeden Morgen dieselbe Frage und jeden Morgen dieselbe Antwort: „Ich weiß es noch nicht.“ Fendel griff nach der Kanne, goss sich und Tina Kaffee ein und griff nach dem Brotkörbchen. Das Brot fühlte sich ein wenig trocken an und sah auch nicht besonders gut aus. – Altbacken, wie alles in seinem Leben, dieses flüchtigen Gedankens konnte er sich nicht erwehren.

„Dann komme ich heute auch später“, meinte Tina. In ihrer Lesart bedeutete „Ich weiß es noch nicht“ immer „spät“, und meistens hatte sie auch Recht damit. „Ich fahre dann noch bei Edith vorbei.“

Edith! Tinas beste Freundin. Fendel presste kurz die Lippen aufeinander.

„Ist was?“ Fragend legte Tina den Kopf ein wenig schräg.

– Täuschte er sich, oder war da in ihrem Blick noch mehr? „Ach, nur das Brot“, log er schnell. „Ist auch nicht mehr ganz jung.“ Zum Beweis wedelte er ein wenig mit der Scheibe in der Luft herum. Sie verbog sich dabei kein bisschen.

„Ich bring heute Abend neues mit“, sagte Tina. „Es wird aber spät. Edith hat ein paar Sachen aus dem Internet gekriegt, und wir machen Modenschau.“

„Macht nichts.“ Fendel kratzte mühsam steinharte Butter auf die Brotscheibe. „Ich esse dann unterwegs was.“ Unwillkürlich übte er zu viel Druck mit dem Messer aus und die Scheibe bekam einen Riss. – Modenschau! – Ausgerechnet! – Edith! – Beste Freundin! Fendel hatte letzte Woche Sex mit ihr gehabt, was Tina aber nicht wusste, und jetzt wartete er täglich darauf, dass sie es doch noch erfuhr.

03 EDITH

Funke und Benzinkanister.

Am letzten Freitag war es gewesen. Fendel hatte in Tinas Auftrag ein Paar Schuhe von Edith holen sollen, und da war es passiert: Edith hatte ihn hereingebeten und so getan, als müsse sie die Schuhe erst suchen. Fendel hatte im Wohnzimmer gewartet, und plötzlich hatte sie ihn in ihr Schlafzimmer gerufen.

Fendel war im Türrahmen stehengeblieben und hatte Edith fragend angeschaut, die ihm mit stolzem Gesichtsausdruck ein sehr luftig geschnittenes Sommerkleid entgegenhielt.

„Schau mal! Hab ich mir gerade gekauft.“

„Hübsch!“, meinte Fendel und wollte sich wieder abwenden.

„Warte mal!“, forderte Edith. „Ich wollte mal wissen, wie es ist, wenn ich es anhabe. Ob es mir wirklich steht. Sag mir mal deine Meinung dazu.“ Mit einem eleganten Schwung warf sie das neue Kleid auf das Bett und streifte ohne zu zögern mit einer einzigen Bewegung ihr T–Shirt über den Kopf. „Bleib ruhig hier“, meinte sie leichthin. „Wir kennen uns doch gut genug. Das ist ja fast wie Familie.“

Fendel hatte sowieso nicht gehen wollen. Edith hatte fast dieselbe Figur wie Tina, und wie sie so in BH und Jeans vor ihm stand, sah sie schon sehr verlockend aus. Während sie den Gürtel löste und mit geschmeidiger Bewegung aus der Hose schlüpfte, spürte Fendel, wie sein Körper zu reagieren begann. Etwas, das sich tagsüber eigentlich nicht zu rühren hatte, schwoll ein wenig an und schob sich ganz plötzlich in den Vordergrund seiner Gedanken.

„Das trägt man ohne BH“, stellte Edith mit einem Seitenblick auf das neue Kleid fest und drehte ihm den Rücken zu. „Hilfst du mir mal?“

– Klar! Sie kriegte den eigenen BH nicht auf, aber Fendel zögerte keine Sekunde, auf diese fadenscheinigste aller Lügen einzugehen. Wie ferngesteuert trat er vor, hob die Hände, spürte die Wärme ihrer Haut und löste mit langsamen, bedächtigen Handbewegungen den Verschluss. – Wann hatte er zum letzten Mal eine Frau so entkleidet? Er wusste es nicht mehr. Das hier hatte etwas von ersten Abenteuern an sich, von Entdeckung und Verführung, und es war von ehelich geplanter Nacktheit zu festgelegter Stunde so weit entfernt, wie es nur sein konnte. Selbst, wenn Edith nur ein wenig mit ihm spielen und ihn dann zappeln lassen wollte: Dieser Moment war es wert. Die leichte Schwellung nahm zu und der Stoff seiner Hose begann unangenehm zu spannen.

„Fertig!“ – Als würde sie das nicht spüren. Bevor er einen halben Schritt zurücktrat, versäumte Fendel es nicht, ganz aus Versehen mit der Außenseite seines Zeigefingers ein kleines Stück weit ihren Rücken hinabzustreichen. Genau an jener Stelle, die so empfindlich für die kleinsten Berührungen ist.

„Uh!“ Ediths Reaktion ließ nicht auf sich warten. „Da kennt sich aber einer aus.“ Langsam drehte sie sich zu ihm um, wobei sie die Seitenteile des BHs mit den Oberarmen fest an den Körper presste, so dass die Körbchen ihre Brüste nach wie vor verdeckten.

Nichts hätte Fendel lieber getan, als dieser Frau die letzten Fetzen Stoff vom Körper zu reißen, sie auf das Bett zu werfen, ohne weitere Spielchen tief in sie einzudringen und sich völlig in ihr zu entladen. Die Schwellung in seiner Hose war mittlerweile zu einem respektablen Ständer geworden, der sich fast schmerzhaft gegen den Stoff presste, da er sich nicht voll entfalten konnte.

„Na, ich gefall dir wohl“, stellte Edith mit einem Blick nach unten fest und ließ eine Hand zu seinem Geschlecht hinabgleiten. Eines der Körbchen verschob sich und gab den Blick auf eine erigierten Brustwarze frei, die auf einem etwas vorgewölbten zartrosa Vorhof saß, genauso, wie er es bei einer seiner ersten Freundinnen gesehen und seitdem immer vermisst hatte. Fendel konnte nicht anders: Als die Hand den Stoff seiner Hose erreichte, zog er Edith mit beiden Armen an sich und presste sich ihr so stark entgegen, dass sie beide ins Straucheln gerieten.

„Komm!“, forderte sie ihn auf, machte sich aus seiner Umarmung frei, nahm ihn bei der Hand, fegte mit einer schnellen Bewegung das neue Kleid vom Bett, warf den bis zu den Ellbogen herabgerutschten BH gleich hinterher und zog ihn zu sich herab.

Natürlich versaute Fendel es, und zwei Minuten später war alles vorbei. Es war ein hektischer Akt der Entladung gewesen, mehr nicht. Sie nackt, schlank, mit einem perfekten Körper, und er, etwas dicklich, in Hemd und T–Shirt und mit halb heruntergelassener Hose. – Wahrlich ein Bild, das es wert war, ins Poesiealbum geklebt zu werden.

Noch schlimmer war, was danach kam: Wie sie ihn mit kleinen, ungeduldigen Stupsern aus dem Bett trieb, aufstand, in das neue Kleid schlüpfte und sich ihm stolz präsentierte. „Schau!“

„Hübsch!“, hatte Fendel beim Schließen seiner Hose gemurmelt, sich die mittlerweile aufgetauchten Schuhe für Tina geschnappt und fluchtartig Ediths Wohnung verlassen. Noch bevor er im Wagen gesessen hatte, war es ihm klar gewesen: Edith hatte nichts davon gehabt – nichts davon haben wollen. Ihr einziges Ziel war es gewesen, einen Sieg über ihn und Tina einzufahren, und Fendel hatte es ihr so leicht gemacht, dass er heute noch hätte kotzen können, wenn er daran dachte.

04 TINA

Life goes on and on and ...

Eine Scheibe Brot zum Frühstück musste reichen, zumal das bröselige Zeug in Fendels Mund aufquoll und immer mehr wurde. Unmengen Frischkäse und Marmelade überdeckten den leicht muffigen Geschmack einigermaßen, und widerwillig schluckte er die fade Pampe runter.

„Ich muss los.“ Tina sah auf die Küchenuhr. „Kann ich schon abräumen?“

„Mach“, antwortete Fendel mit vollem Mund.

Sekunden später waren Butter, Frischkäse und Marmelade im Kühlschrank verstaut, und die letzten Scheiben Brot lagen im Mülleimer. Tina klopfte den Brotkorb über der Spüle aus und schwemmte die Krümel mit einem kräftigen Wasserstrahl in den Abfluss. – Ihre Bewegungen waren zielgerichtet und effektiv, wie bei allem, was sie tat.

„Tschüs, bis dann!“ Tina drückte dem sitzenden Fendel flüchtig ein Küsschen auf die Wange.

„Bis dann!“ Aber Tina war schon im Flur, rumorte dort kurz herum, und wenige Sekunden später fiel die Wohnungstür ins Schloss.

„Hab einen schönen Tag“, sagte Fendel halblaut in die leere Küche hinein, nahm seinen letzten Schluck Kaffee, stand auf und räumte das Geschirr in die Spülmaschine. Ein Blick aus dem Fenster verriet ihm, dass Tina inzwischen bei ihrem Wagen angekommen war. Eine hübsche junge Frau, die in ihr hübsches kleines Auto stieg. Fendel war sicher, dass so mancher Nachbar ihn beneidete.

Mit einem kleinen Seufzer riss er ein Blatt Küchenpapier von der Rolle, öffnete die Hose und begann mit dem Ritual, das er sich seit einigen Monaten angewöhnt hatte. Leicht massierende Bewegungen brachten rasch den gewünschten Erfolg, wurden innerhalb einer Minute zielgerichteter und schneller.

Etwas störte: Edith drängte sich in Fendels Erinnerung. Er versuchte an Anderes zu denken, aber es klappte nicht. Ausgerechnet dieser Moment der größten Demütigung erregte ihn so sehr, dass er die Bilder nicht abschütteln konnte. Schließlich akzeptierte er es und dachte ganz bewusst an sein kurzes Abenteuer mit der Freundin seiner Frau. Das kürzte die Sache ab und der Erfolg ließ nicht lange auf sich warten. Die Vorstellung, Edith wieder nackt zu sehen, sie zu berühren und in sie einzudringen, pumpte das Blut in seine Körpermitte, ließ sein Glied anschwellen und der Höhepunkt war so ekstatisch, wie er es mit Tina zusammen schon lange nicht mehr erlebte. – Deprimierend! Sollte das jetzt sein Schicksal sein, dass er warten musste, bis seine Frau aus dem Haus war, wenn er guten Sex haben wollte? – Und jetzt musste er sich auch noch Sorgen darum machen, dass Edith seiner Frau in einem Anfall von Bosheit etwas von der unseligen Zwei–Minuten–Affaire erzählte.

Fendel wollte nicht, dass Tina verletzt wurde. Schließlich war sie nicht nur seine Frau, sondern auch eine verdammt gute Freundin. Trotzdem hatte er den Eindruck, dass Sex für Tina so etwas wie ein Posten auf der To–Do–Liste war, eine Sache, hinter die man ab und zu ein Häkchen setzen musste. Ganz zu Anfang hatte sie ein Schema entwickelt, wie Sex zu sein hatte, und das hatte auch in den ersten beiden Jahren ihrer Ehe ganz gut geklappt. Dass es nun den Ruch der Gewohnheit bekommen hatte, nahm sie einfach nicht zur Kenntnis. Sicher, sie gab sich Mühe, benutzte ihre Hände, ihren Mund, sorgte für Kerzenlicht und sanfte Musik, aber sie tat es nach ihrer starren Methode, tat es,weil man es so macht, und nicht aus eigenem Antrieb heraus.

Fendel war bislang zu feige gewesen, das Problem anzusprechen, also lag es zum guten Teil auch an ihm, das war ihm schon bewusst, ebenso, dass ihn die Meisten um sein Sexleben beneiden würden. Trotzdem klappte es immer seltener, dass sie zusammen einen Höhepunkt erreichten.

– Vielleicht war er ja doch zu empfindlich. Er erinnerte sich noch daran, wie er Tina mal gebeten hatte, ihn mit dem Mund zu befriedigen. Das tat er bei ihr schließlich auch. „Bleib doch einfach bis zum Schluss da“, hatte er vorgeschlagen, als sie seine Eichel gerade mit Lippen und Zunge verwöhnte.

Tina hatte sofort verstanden, die Aktion kurz unterbrochen und ihn lächelnd über die Schulter hinweg angeschaut. „Okay“ hatte sie eingewilligt und schnell hinzugefügt: „Ich schluck’s aber nicht.“

Wer zum Teufel hatte das verlangt?Fendel hatte an der Reaktion seines Körpers gespürt, wie sehr diese Worte ihn trafen, obwohl das bestimmt nicht in Tinas Absicht gelegen hatte. Sie hatte sich nur schnell eine Versicherung verschaffen wollen, einen Garantieschein, dass nichts allzu Ungewöhnliches geschehen würde, aber er hatte es als zutiefst verletzend empfunden.

Tina war mittlerweile wieder fleißig am Werk, und Fendels Frust hatte sich fast schon verflüchtigt, als sie nochmals kurz unterbrach. Mittlerweile hatte sie die Lösung für ihr Problem, und die wollte sie unbedingt mit ihm teilen. „Ich kann’s dann ja ausspucken“, ließ sie ihn wissen und machte gleich weiter.

Schaute er auf die Situation zurück, war es ihm völlig klar, dass er sofort hätte abbrechen sollen. Um Streit zu vermeiden hatte er sie jedoch weitermachen lassen und versucht, die immer noch vorhandene Erregung für einen vielleicht doch noch möglichen Erfolg auszunutzen. Leider hatte das aber nicht funktioniert, und die Aktion war für sie beide höchst unbefriedigend ausgegangen. Da war nichts gewesen, das man hätte ausspucken können, denn Fendels Körper hatte sich einfach geweigert, das unerwünschte Sperma herzugeben. Irgendwann, nach viel zu langer Zeit, hatte Tina den Versuch dann entnervt abgebrochen.

Tragisch war, dass sie seit dieser Nacht ihren Ehrgeiz daran gesetzt hatte, die Sache doch noch zu einem Abschluss zu bringen, aber immer wieder war es Fendels Erinnerung gewesen, die einen Erfolg verhindert hatte. Das, und das Wissen, dass sie die Augenlider dabei fest zusammenpresste. – Im Grunde genommen wollte sie das alles nicht und hielt im wahrsten Sinne des Wortes die Augen vor der Wirklichkeit geschlossen.

Schließlich war es so weit gekommen, dass Fendel überhaupt keinen Höhepunkt mehr erreichen konnte, auf welche Art sie es auch versuchten. In unzähligen Nächten hatte er sich mit prall gefülltem Glied und schwitzendem Körper abgemüht, Tina zu zeigen, wie sehr sie ihm gefiel, aber nichts hatte geholfen. Erlösung war für ihn nicht mehr zu haben. Wenigstens Tina kam dabei einigermaßen auf ihre Kosten, wenn ihr der letzte Beweis begehrenswert zu sein auch versagt blieb.

Tatsache war, dass der eheliche Sex ihrer beider Erwartungen und Wünsche nicht mehr gerecht wurde. Ob es nun an Tinas Instinktlosigkeit oder an Fendels Überempfindlichkeit lag, war dabei völlig egal. Fakt blieb Fakt, und Fakt war auch, dass es besser war als gar nichts. „Besser als gar nichts“ – Genau das waren die Worte, die ihm schon lange immer wieder durch den Kopf gingen, wenn er mit Tina zusammen war, was selten genug vorkam. Das lief doch alles völlig falsch! –Gar nichts hätte besser sein sollen, als Sex mit der eigenen Frau zu haben, während sie im Moment beide vor allem damit beschäftigt waren, sich selbst und dem Partner neue Enttäuschungen zu ersparen.

Frustriert versenkte Fendel das Küchenpapier in der Toilette und zog sich ein Jackett über. Der Tag hatte begonnen.

05 DIE BELOHNUNG

Aus Schmerz geboren ward die Lust.

Es war ein unglaublich starker Orgasmus gewesen. Wie immer hatte es ganz sanft und leise begonnen, aber vorher hatte die Gräfin sie an die Grenze ihrer Leidensfähigkeit geführt. Nahezu verzweifelt hatte Janine versucht, den Schlägen mit derReitgerte zu entkommen, und hatte sich ihnen zugleich entgegengeworfen. Mit fein dosiertem Schwung war das schmale Ende immer wieder auf sie niedergefahren, hatte feurigen Schmerz auf den Fußsohlen verursacht und ein Kreuzmuster rötlicher Schlagmarken auf Waden und Schenkel gezeichnet.

Schließlich hatte die Gräfin das Werkzeug gewechselt und für die weitere Behandlung eine Gerte mit abgeflachtem Ende gewählt. Das klatschende Geräusch, das das Leder auf der Haut verursachte, machte die leicht verminderten Schmerzimpulse mehr als wett. In Erwartung dessen, was nun unweigerlich folgen würde, hatte Janine sich gegen die Seile gestemmt, aber es war hoffnungslos. Auch den letzten Akt würde sie völlig wehrlos über sich ergehen lassen müssen.

Als der erste Schlag ihre Schamlippen traf, konnte sie einen Aufschrei nicht unterdrücken, und schnellte so weit von dem Schmerz fort, wie die Fesseln es zuließen. Der Sklavenring an ihrer rechten Hand schlug mit metallischem Klicken an die Panikhaken in den Seilen, die ihre Arme hielten. Ein Zug an der Hülse, und sie wäre frei, aber dann würde die Gräfin unzufrieden sein und sie einfach fortschicken. Gute Mädchen taten so etwas nicht.

„Ich bin ein gutes Mädchen“, presste sie zwischen den schmerzverzerrten Lippen hervor.

„Ja, das bist du“, antwortete die Gräfin mit ruhiger Stimme. „Vier noch, und dann kommen wir zum Schluss. – Kannst du noch?“

„Ja!“, stieß Janine hervor. „Vier schaff ich noch. Gib sie mir bitte.“

„Bist du sicher?“ Die Gräfin schien Zweifel zu haben. Unschlüssig ließ sie die Reitgerte knapp an Janines Geschlecht vorbei durch die Luft pfeifen.

Schon die Erwartung des Schmerzes verursachte eine kurze Verkrampfung der Schenkel, und als er ausblieb, wusste Janine, was sie zu tun hatte. Die Gräfin wollte, dass sie um die letzten Schläge bettelte. „Bitte, Gräfin!“, flehte sie mit heller Stimme. „Bitte mach weiter!“

„Wie du willst“, und schon fuhr die Reitgerte ihr wieder klatschend zwischen die Beine. „So gefällt dir das!“