As stardust - El Be - E-Book

As stardust E-Book

El Be

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Beschreibung

Ihr begleitet meine Akteurin, Barbara Valentine, durch Höhen und Tiefen, eines Lebensabschnitts von ihr. Sie ^findet^ durch einen Zufall einen Mann, während ihres Aufenthalts an einem Filmset, bei dem sie dort zu dem Zeitpunkt, als `Prop assistant` arbeitet. Diese Begegnung stellt ihr vorheriges Leben völlig auf den Kopf. Ein Kampf um sein Leben beginnt, gleichfalls ihr Kampf für eine Liebe, die ihr ganzes späteres Leben beeinflussen wird. Die Entwicklung der Geschichte ist nicht einsehbar und immer wieder überrascht oder verunsichert sie den Leser. Der gute Nerven und ein starkes Gemüt demonstrieren muss, um bis zum Schluss oder den `Anfang?` durchzuhalten. Durch Sprünge die mit einem einschneidenden -----CUT------ herausgehoben sind, pendelt man von der Zukunft, zu der Vergangenheit und wieder zurück in die Gegenwart. Empfohlenes Lesealter: ab 16 Jahren

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Seitenzahl: 682

Veröffentlichungsjahr: 2013

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El Be

As stardust

Wie Sternenstaub

 

 

 

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Inhaltsverzeichnis

Titel

Gedanken zum Titel

Prolog

Kurze Anmerkung

Anfang

Kapitel 5

Kapitel 6

Kapitel 7

Kapitel 8

Kapitel 9

Kapitel 10

Kapitel 11

Kapitel 12

Kapitel 13

Kapitel 14

Kapitel 15

Anmerkung

Impressum neobooks

Gedanken zum Titel

As stardust -

Wie Sternenstaub

Durch Sternenstaub werden unsere Sehnsüchte geweckt,

den Herzenswunsch erfüllt zu bekommen.

Doch manchmal erfüllt er sich auch nur,

wie der Sternenstaub,

für wenige Augenblicke des Seins.

El Be

Prolog

Was tut man, wenn man die Liebe seines Lebens kennenlernen durfte?

Sie aber loslassen muss, weil es besser für ihn ist,

weil sie genau wissen, wenn sie bei ihm bleiben würden,

dann wäre das sein Ende, von Allem –

seines Traumes – seiner Karriere –seines Rufes –

Alles würde zerstört werden.

Und weil sie das wissen, müssen Sie ihn fortschicken

und ihm vorheucheln, ihn nicht zu lieben,

es als Zufall abzuwiegeln, als einträgliche Gelegenheit,

ihn glauben zu lassen, als lukrativer Eintrag in ihrem Blog,

die berühmte Eroberung zu sein.

Sie hatte nie geahnt,

dass Lügen so tiefe, unheilbare Wunden hinterlassen können.

Dass sich ihr Leben

von einer Sekunde zur anderen ändern würde.

So sehr,

dass sie den 7.Himmel und die entsetzlichste Hölle

gleichsam durchleben würde.

Was würdet ihr tun?

Kurze Anmerkung

"Bevor ihr in meine Geschichte eintaucht, will ich euch noch kurz etwas erklären.

Es kommen immer wieder solche gekennzeichneten

------------CUT------------

Einlagen.

Diese beschreiben einen Zeitsprung, den ihr mit meinen Akteuren in der Geschichte macht.

Manchmal in die Vergangenheit, aber auch in die Zukunft oder wieder in die Gegenwart.

Ich hoffe ihr könnt dennoch dem Verlauf gut folgen.

…….. oder das Ende?

Sein Körper versteifte sich, um eine Sekunde später in einem noch heftigeren Krampfanfall alle Gliedmaßen unter großen Schmerzen wieder an seinen Torso zu pressen. Der Anfall war schlimmer als an den vorherigen Tagen. Die Dauer der Abstände zwischen Anspannung und Krümmung wurden immer kürzer. Sein Atem ging stoßweise.

Verzweifelt versuchte er mehr Luft in seine Lungen zu befördern, was jedoch scheiterte, da die Intervalle des Anfalls Schlag auf Schlag folgten.

Sie versuchte mit allen Kräften seinen Körper einigermaßen von hinten zu stützen, was ihr jedoch nicht mehr gelang. Zitternd wiederholte sie ihre Worte, immer und immer wieder „Der Doc kommt gleich, schsch…, es wird gleich wieder besser, schsch…, gleich. Er hilft dir gleich. Es dauert nicht mehr lang. Er wird gleich hier sein...schsch….gleich ist es vorbei“ sein verzweifelter Kampf seine Lungen mit Sauerstoff zu füllen, wurde immer stärker.

Eine neue Attacke krümmte seinen Körper aufs Neue. Sein ganzer Leib zitterte unter der enormen Anstrengung. Sie fühlte seinen Schmerz. Ihr Mantra immer wieder wiederholend, versuchte sie ihn in ihren Armen zu wiegen, streichelte ihm geistesabwesend immer wieder über seine Arme, sein Gesicht. Die verkrampfte Haltung löste sich nicht.

Unruhig umarmte sie ihn fester. Drückte ihn fester an sich. Flüsterte ihm immer wieder die beruhigenden Worte in sein Ohr. Hoffend auf Hilfe. Sein Körper hielt den Krampfzustand, ihr schien als würde sich sein Körper immer mehr verkrampfen. Sie hörte nur heftig aufeinanderfolgende Einatemgeräusche. Immer und immer wieder atmete er ein. Sein Körper bebte unter der Qual.

Sich selbst gar nicht mehr wahrnehmend, versuchte sie ihn zu beruhigen „Ruhig, ganz ruhig… schsch…ganz ruhig“und dann, von einer Sekunde zur anderen, löste sich die Verkrampfung. Seine Muskeln entspannten sich völlig. Schwer lag sein Oberkörper nun auf ihr. Behutsam und erleichtert strich sie ihm zärtlich mit einer Hand die Wangen hinab

„Ist ja schon gut. Es ist vorbei, schsch….“ flüsterte sie aufatmend. Sein Kopf lag drückend auf ihrer Brust und bei dem Versuch ihn vorsichtig ihrem Gesicht zuzudrehen, wurde ihrem Unterbewusstsein seine Teilnahmslosigkeit bewusst. Schlaff lagen seine Arme neben seinem Körper.

Sie hielt ihren Atem an. Da stimmte doch irgendetwas nicht. Ihr menschlicher Instinkt reagierte auf die fehlenden Reize, die fehlenden Reaktionen seines Körpers.

Mit ihren Armen abstützend ließ sie ihn langsam auf die Decke zurückgleiten, nachdem sie sich unter ihm vorgezwängt hatte. Sie kniete neben ihm und beugte sich über ihn, um ihn genauer zu betrachten. Ihr erster Gedanke war, dass er vor lauter Anstrengung eingeschlafen sein musste, da sein Gesichtsausdruck, seine ganze Haltung darauf schließen ließ. Ganz friedlich und entspannt lag er vor ihr. Ihre Augen verweilten abwartend einige Sekunden auf seinem Gesicht.

Irgendetwas war falsch. Es breitete sich plötzlich ein unheimliches Gefühl in ihrem Inneren aus. Eine Vorahnung. Irgendetwas stimmte nicht.

Zögernd näherte sie ihre Hand seinem Gesicht. Ihre Finger berührten seine Wange. Automatisch glitten sie zitternd seinen Hals hinab. Er lag so ruhig. Ängstlich legte sie ihre Hand auf die Stelle.

Nichts.

Sie spürte nichts. Kein Zucken…..kein Pulsieren ……..nichts.

Erschrocken zog sie die Hand zurück. Sie beobachtete sein Gesicht, wartete verzweifelt auf ein Zucken seiner Lider, irgendeine Regung. Ihr Blick glitt hinunter zu seinem Oberkörper. Luftanhaltend wartete sie auf ein Heben und Senken seiner Brust.

Nichts.

Ihr Verstand konnte und wollte das Geschehene nicht verarbeiten. Jeden Millimeter seines Gesichtes absuchend nach einer Bewegung, so winzig klein sie auch sein mag, huschten ihre Augen hin und her. Sie weiteten sich unheilvoll. Ihr Verstand meldete ihr ein schlüssiges Ergebnis ihrer Wahrnehmung. Jedoch weigerte sie sich, diesen Gedanken aufzugreifen, geschweige denn auszusprechen.

Sie wartete und wartete. Ihr kam es vor wie Stunden, waren doch in Wirklichkeit nur Sekunden vergangen, seit seinem letzten Atemzug.

Er atmete nicht mehr. Kein Heben, kein Senken seiner Brust.

Nichts. Nur Stille.

Sie wollte nicht begreifen, was geschehen war. Was geschehen ist. Bebend öffneten sich ihre Lippen und ein leises Wispern formte sich zu einem Wort

„Nein.….“langsam schüttelte sie ihren Kopf. Ihr Wispern wurde lauter

„Nein!“ ihr Körper zitterte und bebte als sich ein Schrei ihrer Kehle entriss

„NEIN!!!! Nein, nein, nein…… Das ist nicht wahr. Das kann nicht sein.

Nein. Oh Gott.

Nein. TOBIAS? Nein“

entwichen gedämpft, durch ihre vor den Mund gehaltene Hand, diese zerschmetternden Worte. Wie durch eine dicke Watteschicht bekam sie die Ereignisse, die sich in den nächsten Minuten, Stunden um ihr herum abspielten, mit.

Seine Mutter Mary, die in der Tür stand, mit einem verwirrten Gesichtsausdruck „Daniel ist jetzt hier, er ist so schnell es ging gekommen“ Dr. Daniel Winterburn durchschritt zügig das Zimmer, stellte seinen Koffer auf den Boden und kniete sich vor das Bett. Die ganze Situation in sich aufnehmend und gleichzeitig der Griff an Tobias Handgelenk war eins. Mit seiner anderen Hand holte er schon sein Stethoskop aus seiner Tasche.

Was sie ganz bewusst wahrnahm, dass ihre beiden Hände Tobias Hand fest umschloss. Und so kniete sie noch Stunden später neben ihm.

Zeitweise versuchten sie, sie von ihm wegzuziehen. Mary, ganz aufgelöst, auf sie einredete „Liebes, du kannst nichts mehr tun. Liebes, hörst du mich? Du musst ihn loslassen“ die letzten Worte drangen nur noch undeutlich an ihr Ohr, da sie schon abdriftete, in ihre eigene Welt.

In die Welt, indem ER noch ER war.

Sie sah ihn, wie er sie anlächelte. Die Grübchen, die sich dabei vertieften, machten sein Lächeln einzigartig. Sie hörte seine samtene Stimme. Er redete mit ihr, aber sie vernahm keinen Ton. Verwirrt schüttelte sie ihren Kopf „Warum? Warum höre ich dich nicht?“wie aus weiter Ferne vernahm sie eine Berührung. Irgendjemand umarmte sie. Irgendjemand sprach leise auf sie ein „Liebes, bitte… du musst ihn loslassen, Barbara hörst du mich?“ sie wusste nicht, was sie meinte. Sie wusste nicht, was sie von ihr wollte „Barbara, bitte. Daniel muss ihn genauer untersuchen“ wiederholte sie ihre Bitte nochmals

„Warum will er ihn untersuchen?Ihm geht es doch wieder besser. Der Anfall ist vorüber. Er schläft“ grübeltesie nachdenklich. Doch kein Ton kam über ihre Lippen. Sie konnte die Augen nicht von seinem Gesicht abwenden.

Friedlich lag er vor ihr. Die Augen geschlossen. Schön wie ein Engel.

Durch die Wattemauer drangen neue, andere Stimmen. So viele Stimmen. Ein einziges Stimmengewirr. Einige hektisch, andere bestürzt. Dazwischen hörte sie lautes Schluchzen „Wer weint denn da?“ der Gedanke drang durch ihre dicke Ummantelung. Sie hörte immer wieder seinen Namen „Seid doch nicht so laut. Ihr seht doch, dass er schläft“ wollte sie den Stimmen mitteilen, aber wieder kam kein Laut aus ihrem Mund. Ein lauter Bariton durchbrach das Gewirr an unterschiedlichen Stimmen

„Tobias?! Was ist geschehen? Mein Gott! TOBIAS!“ der ratlose Blick seines Vaters ruckte von einem zum anderen. Bestürzt kniete er sich neben seinem Sohn vor das Bett „Was….wie……?“ stammelte er vor sich her, derweil er zärtlich Tobias Gesicht in seine Hände nahm. Seine Frau kniete sich neben ihn und umschlang hilfesuchend ihren Mann, vergrub ihr Gesicht in seiner Halsbeuge. Ihr Körper bebte unter ihrem lauten Schluchzen. Sie verfolgte das Ganze wie einen Ausschnitt eines dramatischen Films.

Besorgte Gedanken wirbelten in ihrem Kopf herum „Die Arme. Es ist bestimmt schwer, den eigenen Sohn zu verlieren“ wieder eine Stimme an ihrem Ohr lenkte sie von der traurigen Szene ab „Barbara, sie müssen ihn loslassen. Ich will ihn nur gründlich untersuchen, dann können sie sich wieder zu ihm setzen. Versprochen. Barbara, bitte“ sie bemühte sich, ihre Augen auf den Sprechenden zu wenden. Langsam verarbeitete ihr Gehirn, was ihre Augen sahen. Dr. Winterburn lächelte ihr milde ins Gesicht „So ist es gut, Barbara. Geben sie mir ihre Hand“er streckte ihr vertrauensvoll seine, vom Alter faltig gewordene Hand entgegen „Bitte Barbara“ sprach er sie mit seiner warmen Stimme an.

Sie wendete den Blick wieder dem Mittelpunkt ihres Lebens zu. Leise kam es über ihre Lippen

„Ich….ich kann nicht“ sie konnte ihn nicht loslassen. Ihr war klar, wenn sie ihn jetzt loslassen würde, dann würden sie ihn ihr wegnehmen. Sie würde ihn nicht mehr sehen.

NIE MEHR.

Ihre Hände drückten seine fester. Liebevoll schweifte ihr Blick zu seinen geschlossenen Augen

Kapitel 5

Die Erinnerung an diesen einen Tag, durchbrach ihren Kokon,der sich um ihr Gehirn gebildet hatte.

Erst waren es vereinzelte Bilder, Frames, Geräusche.

Ein lauter Aufschrei, ein Gepolter von Kisten.Direkt vor ihrem Trailer.

Sie hatte sich gerade ihre Haare gewaschen und war dabei sie in ein Handtuch zu wickeln, als sie erschrocken, auf die plötzlich auftretenden Geräusche reagierte. Sie huschte schnell an ihr Fenster um nachzusehen, was die Ursache für dieses nächtliche Spektakel war. Vorsichtig lugte sie hinter ihren Vorhang durch die Scheibe. Der Vorplatz war nicht beleuchtet, daher sah sie im ersten Moment nur noch einen schmalen Schatten, der sich rasch entfernte.

Der erste Gedanke, der ihr durch den Kopf ging „Schon wieder so ein ^Star^, der zu viel intus hatte und über die leeren Holzkisten der heutigen Dekoration des Sets gestolpert ist. Die sollten wirklich einmal ein Anti-Drogen-Konzept für Schauspieler rausbringen. Das wäre doch eine Marktlücke, die Produktionsfirmen würden sich darum reißen. Denn die Ausfälle durch anfällige ^kranke^ Akteure waren immens" verbittert schweiften ihre Gedanken an kurze Situationen, Aufeinandertreffen mit solchen Sternchen.

Sie wollte sich schon wieder abwenden, als sie ein nicht einzuordnendes Geräusch vernahm. Leise lauschte sie gespannt, denn es war als wenn die Quelle der Laute direkt unter ihrem Fenster wäre.

Wieder vernahm sie diesen Ton. Es hörte sich an, als wenn ein Tier sich verletzt hätte. Doch nun folgte ein lauteres Stöhnen.

Das war definitiv kein Tier.

Als diese kleine Szene sich in ihren Gedanken vor ihren Augen abspielte, löste das eine Kettenreaktion in ihrem Gedächtnis aus. Sie durchlebte sie noch einmal, so präzise und detailgetreu, als stände sie gerade jetzt, kurzatmig hinter ihrem Vorhang.

Ihre Geschichte. Den Abschnitt ihres Lebens. Mit ihm.

Hätte sie in diesem Moment genauso gehandelt, hätte sie gewusst was auf sie zukommt?

Ja. Sicher. Sie würde sich immer wieder so verhalten.

Denn das war sie, hilfsbereit, kämpferisch, ohne Gedanken an die gefährlichen Folgen.

Egal welche Hautfarbe, welchen Geschlechtes, welcher Religion.

Diese Einstellung ihren Mitmenschen helfen zu können, egal warum er in diese Misere geschlittert war, egal mit welchen Konsequenzen, das prägte ihr Wesen. Und genau diese Wesensart rettete IHM das Leben.

Zögernd öffnete sie die Tür ihres Trailers. Blieb aber doch im Türrahmen stehen und überlegte aufmerksam. Der menschliche Instinkt warnte sie zur Vorsicht „Sollte sie sich doch vorsichtshalber eine ^Waffe^ mitnehmen?“ sie wiegte gerade die Auswahl ab, die sich in ihrer Reichweite befanden und beschloss es doch ohne zu wagen. Mit dem Lichtkegel ihrer geöffneten Tür konnte sie nun doch ein bisschen mehr absuchen.

 Ein gequältes Husten, Stöhnen schreckte sie aus ihrer Konzentration. Mit dem Auftreten dieses Lauts drehte sich ihr Kopf automatisch in die Richtung. Sie näherte sich langsam dem Umriss, der Ursache des Ganzen. Nach drei Schritten erkannte sie geschockt, dass da vor ihrem Trailer zwischen den Kisten ein Mensch lag. Zusammengekrümmt kauerte er seitlich auf dem matschigen Boden. Ohne zu überlegen überwand sie schnell noch den fehlenden Abstand und kniete neben der Person nieder. Ihre Hand berührte sachte den Arm, doch auf die Reaktion war sie nicht gefasst.

 Ein Schrei, ein Wimmern, das Wegrutschen von ihr war eins. Erschrocken hatte sie ihre Hand zurückgezogen. Das dumpfe Stöhnen, die Reaktion auf seine Bewegung, hegte den Verdacht dass er, denn es handelte sich definitiv um einen Mann, Schmerzen haben musste.

Sie begann ganz ruhig auf ihn einzureden.

Um ihm helfen zu können, musste sie ihn dazu bringen, unter ihrem Trailer hervor zukommen. Denn in der Zwischenzeit rutschte er immer weiter, begleitet mit leisem Stöhnen, unter das Fahrzeug

„Hallo? Du brauchst vor mir keine Angst haben. Ich tu dir nichts. Ich möchte dir gerne helfen……mein Name ist Barbara“ stellte sie sich vor „ich höre, dass du verletzt sein musst. Willst du nicht vorkommen, ich helf dir. Ich fahr dich ins Krankenhaus, zu einem Arzt?!“

„NO….not a doctor“ kam es gepresst über seine Lippen.

Er sprach englisch, also vermutete sie, dass er vielleicht zu der Crew gehören könnte. Alle Mitglieder hatte sie noch nicht kennengelernt. Sie war erst vor drei Tagen an diesem Standort des Sets angekommen

„Oder, wenn du möchtest, kann ich auch einen Blick darauf werfen“ schlug sie ihm, in einem Versuch so perfekt wie möglich ihre Englischkenntnisse anzuwenden, vor „Willst du mir deinen Arm reichen? Ich helf dir vor“ minutenlang hörte sie nur ein röchelndes Atmen.

Daraufhin, wieder begleitet durch ein Stöhnen, folgte eine Bewegung aus der Dunkelheit. Sie nahm eine Hand wahr. Eine sehr feingliedrige Hand, die sich ihr zitternd entgegenstreckte. Sie fasste vorsichtig mit einer Hand zu, mit der anderen Hand umgriff sie seinen ausgestreckten Arm. Instinktiv wollte sie ihre Hand sofort wieder zurückziehen, verwirrt durch ihre körperliche Reaktion dieser banalen Berührung. Mahnte sich aber schnell zur Vernunft und konzentrierte sich wieder auf den verletzten Mann.

Es gestaltete sich als fast aussichtslose Aktion, da er immer wenn sie vorsichtig an seinem Arm zog, mit zusammengepressten Kiefern aufstöhnte. Nach, immer wieder eingelegten Verschnaufpausen für ihn, gelang es ihr dann doch, ihm vor zu helfen.

Doch als sie versuchte ihm aufzuhelfen, damit er sich auf seine Beine stellen konnte, kam das vorläufige Ende ihrer Rettungsaktion. Er versuchte sich aufzurichten, mit zitternden, bebenden Gliedern versuchte er es. Sie stützte ihn, wollte ihn hochziehen.

Der Schrei ging ihr durch Mark und Bein. Er sackte sofort wieder zusammen, krümmte sich schmerzvoll und rollte sich in der Fötusstellung im Morast zusammen.

Sie versuchte fieberhaft eine Lösung zu finden. Sie musste Hilfe holen. Sie konnte ihn nicht heben. Er war bestimmt einen halben Meter größer als sie, schlank ja, aber doch wahrscheinlich von ihr, nicht zu bewältigen, da er nicht oder nur wenig mithelfen konnte. Sie suchte die Umgebung ab, doch es war niemand zu sehen. Was nicht verwunderlich war, da es schon sehr spät war und der morgige Dreh für 4.00 Uhr früh angesetzt war.

Sie strich ihm zur Beruhigung sachte über seinen Arm. Er ließ sie gar nicht den Satz vollenden, als sie ansetzte

“Ich muss Hilfe holen, den Arzt vom Set ho……“

„NOOO!!!“ stieß er hervor „Please….not“ kam es flehend von ihm.

Ihr Verstand arbeitete wie wild. Was sollte sie jetzt machen? Er war offensichtlich schwerer verletzt als sie annahm. Seine ganze Erscheinung gab nicht viel preis. Und das wenige Licht half noch dazu, dass sie ihn und seine Person nicht einschätzen konnte. Was sie sah, war eine vermummte Gestalt, mit Sonnenbrille!

Er hätte auch ein Einbrecher sein können, der Kleidung nach zu urteilen. Strickmütze, Sweater mit aufgezogener Kapuze, alles dunkle Farben. Was eigentümlicher weise nicht einschüchternd auf sie wirkte. Das Gegenteil war eher der Fall. Sie fühlte sofort, nur nach wenigen Minuten, ein vertrautes Gefühl, ihm gegenüber.

Sie atmete hörbar laut auf und hatte somit einen Entschluss gefasst. Sie würde es alleine machen müssen. Aber sie würde ihm helfen, egal was sie dafür machen müsste. Sie würde ihn nicht im Stich lassen.

------------CUT------------

Eine feste Umarmung störte das Erinnerungsbild, das sich eben in ihrem Kopf abspielte. Feste, laute Töne verhalfen ihr dabei, das Gesprochene einigermaßen aufzunehmen und verarbeiten zu können

„Barbara…………..Herrgott nochmal! Lass endlich seine Hand los!“ fuhr er sie an.

„Er ist tot!

Verstehst du?

Er ist tot!“ die drei Worte fraßen sich wie Säure in ihr Gehirn.

ER.IST.TOT.

Sie wollte den Sinn dieser Worte nicht verstehen.

ER.IST.TOT.

ER?

Das konnte nicht sein. Er hat so gekämpft, die letzten Wochen, Monate. Es ging ihm so schlecht. Er war ganz unten. Psychisch, wie auch physisch. Dennoch schaffte er es. Er kämpfte sich wieder nach oben.

Mit ihrer Hilfe, nur mit ihrer Hilfe, seiner Aussage nach. Was sie jedoch immer wieder abstritt. Und sie wie zwei kleine Kinder sich, im Schneidersitz gegenüber saßen und ein ganz intellektueller Meinungsaustausch stattfand

„Nur durch deine Hilfe“

„Nein, sicher nicht. Du bist selbst stark genug. Es waren deine Reserven, die du mobilisiert hast“ widersprach sie ihm lautstark

„Reserven? Was für Reserven? Du hast mich gefunden. Du weißt wie ich beisammen war“ stellte er ernüchtert fest 

„Nein.Ja. Aber ….“ sie stockte.

Er zog eine Augenbraue hoch „Gewonnen?“ verschmitzt breitete sich ein Lächeln auf seinem Gesicht aus.

Zärtlich blickte sie ihn lange in seine strahlenden Augen.

„Okay, sagen wir unentschieden!?“

Schmerz durchzuckte ihre Gedankengänge.

"Was?" verwirrt versuchte sie klarer zu sehen, den Erinnerungsmantel zu durchschauen, der sich wie ein Schleier vor ihre Augen schmiegte. Verschwommen erkannte sie ein Gesicht

„Kevin, du tust mir weh?“ kam es zaghaft über ihre Lippen. Erschrocken ließ er ihre Schulter los „Es…..es tut mir leid“ murmelte er mit nach unten geneigten Kopf „Warum tust du mir weh?“ hauchte sie ihm verblüfft entgegen „Ich……..“ er stammelte

„WIR WISSEN NICHT MEHR WAS WIR MIT DIR MACHEN SOLLEN“ schrie er sie plötzlich an

„MÜSSEN WIR DIR DIE FINGER BRECHEN, damit du ihn endlich loslässt?“

mit weit aufgerissenen Augen starrte sie ihn an. Versuchte zu verstehen. Erst tat er ihr weh, dann schrie er sie an, ja er brüllte sie an. Warum? Ihre Augen füllten sich mit Tränen. Sie verstand ihn nicht. Er war doch ihr Freund, ihr Kumpel. Tobias Freund wurde die letzten Monate auch zu ihrem Freund. Bei ihrem ersten Aufeinandertreffen fand sie ihn gleich sympathisch. Sein offene Art, sein direkter Versuch, sie anzubaggern und das im Beisein seines besten Freundes. Was hatten sie gemeinsam gelacht! Sie hatte das eine Mal sogar Muskelkater im Bauch, vor lauter lachen. Und jetzt kniete er vor ihr, sah sie zornig, mit tränennassen Augen an.

„Bitte“ er flehte sie an. „Bitte, Bab“

„Nenn mich nicht so!

Nur TOBIAS darf das“ widersprach sie ihm leise.

Es war fast nur noch ein Flüstern. Wäre es in dem Moment nicht gerade totenstill im Raum gewesen, hätte man sie wahrscheinlich gar nicht verstanden.

Totenstill.

Die Gänsehaut breitete sich über ihre ganzen Hautpartien aus. Die Kälte, die sie empfand, bei diesen Worten, ummantelte ihren Geist.

Nahm sie mit sich. Zog sie in die Tiefe.

Sie sollte eigentlich Angst empfinden, das wäre ein natürliches Verhalten gewesen, doch sie …….sie lächelte.

Gleich würde sie IHRE Geschichte weiterleben können. Gleich würde sie IHN wiedersehen.

Und wenn sie nicht mehr den Weg zurück finden würde? Was dann?

Kapitel 6

Es war, als hätte sie nur mal kurz die Pausetaste gedrückt, ihr Kino ging von der Stelle weiter, von da ab sie gestört wurde

„Hör mir jetzt genau zu. Du musst dich jetzt vollkommen konzentrieren. Verstehst du mich? Verstehst du mein Englisch gut genug, dass du weißt was ich von dir will?“ blickte sie ihn fragend mit großen Augen an. Sie konnte leider die Reaktion seiner Augen nicht sehen, da er ja immer noch die Sonnenbrille trug.

Sein Nicken bestätigte ihre Frage jedoch „Ich kann dich nicht alleine tragen. Ich bin zwar stark, aber ich denke nicht stark genug. Du musst deine Zähne zusammenbeißen. Es wird wehtun. Du darfst dich nicht auf deine Schmerzen konzentrieren“ bestimmend sah sie ihm fest ins Gesicht, suchend nach einer Reaktion von ihm.

Sein kurzes Nicken erfolgte nach wenigen Sekunden„Siehst du? Das ist mein Trailer. Da müssen wir rein“ sie zeigte auf die offene Tür „Okay, erst einmal musst du aufstehen. Ich weiß, es wird wehtun, aber du musst das durchstehen“ beschwor sie ihn mit, wie sie meinte, zuversichtlicher Stimme.

Sie hörte ihn angestrengt ein- und ausatmen. Sie kniete sich nun hinter ihn, schubste dabei einige Kisten beiseite und griff ihm mit beiden Armen unter seine Achselhöhlen „Bereit?“ fragte sie kurz. Ihr grauste vor seinen Schreien, die unwiderruflich folgen würden, bei dieser Bewegung. Sie spürte das aufgeregte Zittern seines Körpers. Er nickte kurz

„Auf drei, okay?“

„Eins……….zwei……….DREI“

bei drei zog sie ihn so kräftig sie konnte in die Höhe. Sie spürte, dass er verzweifelt versuchte ihr zu helfen, doch auf halben Weg, zitterten seine Beine so stark, dass er keine Hilfe mehr war. Sie hatte auf einmal sein ganzes Gewicht in ihrem Armen. Biss sich auf die Lippe, während ein greller Schrei seiner Kehle entwich. Ihr wurde so übel, allein von diesem Laut, dass sie sich am liebsten, hier neben seiner Gestalt, übergeben wollte. Sie schluckte schwer. Schob ihn die letzten Zentimeter mit einem lauten Stöhnen auf seine Beine. Oder besser gesagt in eine senkrechte Position. Denn seine Beine gaben immer wieder nach, bei dem Versuch sie zu belasten

„Ohhhh, Scheiße!“ entfuhr es ihr „Warte, warte. Du kippst“ sie drehte sich schnell um die eigene Achse, machte ihren Rücken ein wenig krumm und fing ihn sozusagen ^auf^. Da er wesentlich größer war als sie, lag nun sein ganzes Körpergewicht auf ihren Rücken „Ich werde langsam versuchen, dich weiterzuziehen. Wenn du es schaffst, versuch mitzuhelfen“ keuchte sie gepresst hervor.

Es waren eigentlich nur zwei bis drei Meter, die sie zurücklegen mussten, aber diese Meter waren eine der anstrengendsten ihres Daseins. Er war nicht einmal die schwere Last, die sie sogar Monate später schaudern ließ. Nein, es waren die Schreie. Sie hatte bis jetzt noch nicht gewusst, obwohl sie sich nun schon jahrelang auf Filmsets aufhielt, in wie vielen schaurigen Variationen, ein Mensch in der Lage ist, seinen Schmerz herauszuschreien, zu stöhnen, auf irgendwelcher Art zu artikulieren.Hätte sie gekonnt wäre sie schreiend davongelaufen.

Aber da das unmöglich war, ließ sie ihre Tränen ihre Wangen hinabfließen. Für ihn. Um ihn beizustehen. Seinen Schmerz mitzutragen, nicht nur auf ihrer Schulter, sondern in ihrem Herzen.

Diese Teile verschwammen vor ihren Augen, denn auch zu dieser Zeit, konnte sie sich fast nicht erinnern, WIE oder WANN sie es geschafft hatten. Ihre Beine bebten so stark, dass sie nicht einmal mehr in der Lage war sich hinzusetzen. Sie ließ ihn, so vorsichtig, wie es ging, auf ihr Bett rutschen. Total am Ende seiner Kräfte lag er auf dem Laken. Er bewegte sich keinen Millimeter. Sie sah nur, als sie auf ihn hinab sah, dass sich seine Brust heftig auf und ab bewegte. Unschlüssig stand sie nun vor ihrem Bett und beschloss, auch am Ende IHRER Kräfte, sich einfach neben ihn fallen zu lassen. Sie war nicht einmal in der Verfassung die Decke soweit zu ziehen, dass auch sie davon einen Teil davon hatte. Ihr letzter Gedanke vor ihrem Knock-Out war nur noch„Hauptsache, er ist zugedeckt. Ihn muss ich warmhalten “weit weg vernahm sie noch sein Stöhnen, dass er von sich gab, bei jedem Atemzug.

Als ganz langsam ihr Bewusstsein sich an die Oberfläche kämpfte, meinte sie ein Gefühl zu haben, als wäre eine Dampfwalze über sie gerollt. Sie wollte ihren Kopf drehen, brach aber ihr Vorhaben sofort ab, als ein stechender Schmerz sich von ihrem Halswirbel bis ins Gehirn bohrte.

Sie versucht ihre Gedanken zu ordnen. Was war geschehen? Warum lag sie, wie eine bandagierte Mumie, ziemlich steifbeinig auf ihrem Bett? Sie öffnete ihre Augen. Erinnerungsstücke blitzten vor ihrem Auge auf.

Der verletzte Mann! Ganz unbewusst, ohne an den kommenden Schmerz zu denken, drehte sie ihren Kopf zur Seite. Sie zuckte zusammen, vom Schmerz kalt erwischt. Ihre Augen weiteten sich, als sie ihn neben sich liegen sah. Erst dachte sie, er schläft, als sie aber seine Tränen sah, die sich ihre Bahn unter seinem Brillenrand suchten um dann tropfenweise vom Laken aufgesaugt zu werden, widerrief sie ihre Annahme sogleich.

Leise lag er da. Leise weinte er. Sein Atem ging stoßweise und es war die einzige Bewegung, die seinen Körper bewegte. Sie wollte ihn ansprechen, doch seine nicht versiegende Tränenspur hielt sie davon ab

„Weinte er, der Schmerzen wegen? Also, ich meine der körperlichen? Oder……Was hatte er erlebt? Gestern? Was war vorgefallen?“die Fragen türmten sich in ihrem Kopf, als sie plötzlich seine Stimme vernahm. Leise zwar, aber trotzdem klang sie sehr schön weich. Eindeutig mit britischen Akzent „Wo bin ich?“sie räusperte sich, um wenigstens einen halbwegs normalen Ton herauszubekommen

„Chrrmm…bei mir. In meinem Trailer. Ich bin Barbara. Ich arbeite hier als Propmaster-Assistent am Set. Arbeitest du auch hier? Oder bist du einer von den Schauspielern?“ langsam drehte auch er seinen Kopf, um sie anzusehen. Sie betrachtete sein Gesicht. Nun das, was davon zusehen war. Sein schmales Gesicht, die Hälfte seiner Gesichtsfläche verdeckte ein Bart, der wild vor sich hin wuchs. Er wirkte auf sie, als wenn es ihm schon länger nicht sehr gut gehen würde. Seine Hautfarbe war aschfahl, seine Wangen eingefallen. Sein Gesicht zeigte schon Spuren, seiner durchlebten Pein. Trotz allem konnte man seine ebenen Züge sehen, fast schon aristokratisch wirkend, zeichneten sich seine Gesichtszüge, selbst durch seinen langen Bart ab.

Der Wunsch, seine Augen sehen zu dürfen, wurde immer stärker. Es war ein eigenartiges Gefühl, mit jemanden zu reden und nicht in seine Augen sehen zu können. Denn sie fand schon immer, dass die Augen, die Fenster zur Seele waren. Nirgendwo anders konnte man die wahren Gefühle eines Menschen deuten und lesen, als in seinen Augen. Sie war fast überzeugt von der Annahme, sie könne einen ^schlechten^ Menschen an seinen Augen erkennen. Warum verbarg der Fremde seine? Nicht nur vor ihr, vor allen anderen, denn wer würde nachts seine Sonnenbrille tragen, wenn er nichts zu verbergen hätte?

„Was verbirgt er vor mir?“ dachte sie grüblerisch, während immer noch sein Kopf in ihre Richtung zeigte. Sie wusste zwar nicht, ob er überhaupt die Augen offen hatte, denn die Gläser waren pechschwarz und man konnte nur erahnen was da drunter vor sich ging. Da er ihr auf keine ihrer Fragen eine Antwort gab, nahm sie an, er wäre wieder eingeschlafen

„Okay, jetzt versuchen wir mal aufzustehen“ mit diesen Gedanken spornte sie ihren Körper an, die gewünschten Bewegungen auch auszuführen. Sie war sich nicht sicher, dass er darauf eingehen würde. Nach etlichen mühsamen Minuten stand sie nun endlich vor ihrem Bett. Er hatte sich die ganze Zeit, bei ihremVersuch in der sie, wie ein Käfer der auf seinem Rücken gelandet war, wieder auf die Beine zukommen, nicht bewegt. Er schlief. Sein Brustkorb hob und senkte sich regelmäßig. Auf jeden Fall schlief er schon ruhiger, als letzte Nacht. Denn im Halbschlaf wurde sie immer wieder von seiner Stimme ermahnt

ES NICHT ZU TUN………… Was auch immer er meinte, es war nichts Gutes, denn jedes Mal hinter der Aussage, stöhnte er laut und schmerzhaft auf. Als wenn ihn jemand immer und immer wieder weh tun würde.

Sie schauderte bei diesem Gedanken und wischte ihn schnell zur Seite „Barbara, du liest eindeutig zu viel Gruselromane“ das war einer ihrer Ticks – Selbstgespräche – nicht solche, die die anderen hören – nein – sie unterhielt sich im Geiste mit sich selber. Manchmal, nein nicht nur manchmal, hatte sie den starken Verdacht schizophren zu sein. Aber das war eben der Nebeneffekt, wenn man durch den ausgeübten Job, nie lange an einem Ort blieb. Man brauchte Freunde. Aber woher nehmen, wenn nicht stehlen. Denn wenn man in einem Jahr, oft bis zu zehn verschiedene Orte besuchte, entwickelten sich Freundschaften nur wenige. Daher der Notgriff zu den Selbstgesprächen

„Schon komisch, was einem immer im Kopf herumgeht, wenn man mal Muße hat und zum Denken kommt“sie stand immer noch unschlüssig vor ihrem Bett. Auf der einen Seite wollte sie sich bewegen, auf der anderen Seite, tja,…..Ihn so liegen und in seinem Gesicht zu lesen, was die Hintergründe, seines Zustandes waren, genügte doch im Moment auch.

Sie wollte sich zwar nur darum drücken irgendwelche Tätigkeiten zu verrichten, weil sie genau wusste oder schon ahnte, dass das nicht schmerzfrei über die Bühne gehen würde „Okay, du Memme. Nehmen wir uns Obama zum Vorbild ^Yes, we can^“

Au…au……au….das war ja noch schlimmer als sie annahm. Verfluchter Mist aber auch, warum musste Muskelkater immer so weh tun?“ entsetzt hielt sie in ihrer Bewegung inne „Barbara, was bist du nur für eine Heulsuse. Dreh dich mal, wenn du von Schmerzen sprechen und lamentieren willst“ denn genau in diesem Moment bewegte er sich. Griff nach irgendetwas, es schien als wolle er etwas abhalten. Etwas dass ihm immer näher kam, denn inzwischenrutschte er fahrig unter Stöhnen immer weiter nach oben. Hastig vor sich hin schlagende Bewegungen, die sich seinem qualvollen Monolog anpassten

„NEIN! TU ES NICHT! BITTE…….. bitte……….ich flehe dich an“ immer wieder wiederholte er die verzweifelten Sätze. Was darauf folgte, als er das Bettende erreichte, trieben ihr die Tränen in die Augen. Ein gellender Schrei breitete sich schmerzhaft in ihren Gehörgang aus. Wie Säure fraß sich der Laut in alle Windungen ihres Ohrs. Völlig in seinen Traum gefangen griff er sich in den Schritt, schrie abermals auf. Sein ganzer Körper bäumte sich, wie unter starken Schmerzen, auf. Vergebens schien es, wie Don Quijote seine Windmühlen, versuchte er irgendetwas oder irgendjemand davon abhalten zu wollen, ihn nochmals weh tun zu können. Und wieder ein Zucken, erst der Hände, darauf folgend sein Unterleib, begleitet von einer nur noch zu einem Röcheln fähigen, Reaktion. Sekundenlang stand sie wie angewurzelt in der Mitte des Durchganges. Sie musste sich losreißen, musste ihm helfen, zureden, ihn beruhigen „Was zur Hölle träumt er da?“ das war eindeutig keine Fiktion, das spielte sich genau vor ihren Augen ab.

Sie stieg aufs Bett, kniete in einiger Entfernung, neben ihm nieder. In diesem Moment spürte sie sogar nichts mehr von ihrem Muskelkater. Was wahrscheinlich durch das, immer noch einströmende Adrenalin, unterbunden wurde. Sie begann mit reden, sie hoffte, ihre Stimme würde zu ihm durchdringen. Durch diese Schicht aus Qualen und Nachtmahren „He du…..beruhige dich. Es ist niemand hier, der dir wehtun könnte. Schsch….“ sie Schschte, sowie es auch schon immer ihre Mutter bei ihr getan hatte, um sie zu beruhigen „Schsch…… Es ist alles gut. Du bist in Sicherheit“ sie wartete auf eine Reaktion seinerseits, die sich langsam, aber fortschreitend zeigte.

Seine Arme legte er seitlich seines Körpers auf die Matratze. Seine Brust hob sich zwar immer noch heftig im Takt, aber der Monolog verstummte. Sie hörte nicht auf mit ihrer beruhigenden Salvenreihe, durchbrochen durch dieses gewisse ^Schsch^. Sein Atem wurde immer ruhiger. Behutsam hüllte sie ihn in die Decke ein und strich ihm gedankenverloren über seine Wange.

Sie spürte dieses Kribbeln in ihren Fingern, das sich anfühlte als ob tausende von kleinen Bakterien Autoscooter in ihrer Hand fahren würden. Selbst verwirrt über dieses Gefühl hielt sie in der Bewegung inne und beließ es beim Betrachten seines Gesichtes, das nun glänzend von Schweiß, ausgelöst durch den heftigen fiktiven Kampf gegen das Unbekannte, vor ihr auf dem Kissen lag.

Aufgeschreckt durch das laute Klopfen an ihrer Tür wirbelte sie herum

„Miss Valentine. Hallo? Sind sie da drin?“ es fiel ihr wie Schuppen von den Haaren, sie hatte nach diesem Erlebnis doch glatt ihren Arbeitsbeginn verpennt. Hastig krabbelte sie ans Bettende, hüpfte aber dann schnell von der Bettkante. Worauf sie schmerzvoll aufstöhnte „Gleich. Ich komme gleich“ schon hatte sie, kaum dass sie die Worte aussprach, den Türknauf in der Hand und öffnete vorsichtig einen Spalt ihre Tür

„Ach, du bist es! Viktor! Warum musst du mich so erschrecken?“ sie knuffte den besagten auf den Oberarm, worauf er sich theatralisch nach hinten fallen ließ 

„Aaaahh….. diese Schmerzen“ „Idiot“ war ihre knappe Antwort auf dieses Schauspiel, das er ihr gerade geboten hatte „Jetzt weiß ich auch, warum du der Assistent vom Assistenten bist und kein Schauspieler. Du bist grottenschlecht, als Märtyrer“ setzte sie noch einen drauf. Finster blickte sie ihr Assistent daraufhin an „Hach, du bist doch nur ein Banause und verstehst nichts von wahrer Kunst“ „Hmmm, schon möglich. Aber du kannst mir dann sagen, wenn du mal auf die ^wahre Kunst^ triffst“ „Ach komm, du bist heut aber wieder mal so richtig fies drauf. Wollste ne Ratte verspeisen und die ist entwischt?“ bestürzt glitten ihre Gedanken zu ihrem ^Untermieter^.

Sie konnte ihn unmöglich heute allein lassen. Überrascht über das seltsame Verhalten von ihr stupste er sie mit dem Finger an die Nase. Sie fokussierte ihren Blick auf den vernachlässigten Störenfried „Ach so…….ja“ ihre Wangen verfärbten sich zu einem dunkelrot. Beschämt schlug sie die Augen nieder um zu verhindern, dass er die Lüge, die sie jetzt von sich gab, nicht sofort erkannte. Sie konnte einfach nicht lügen „Ähem… ich kann heute nicht, ich..“ versuchte sie es erneut „Was kannst du heute nicht?“ hakte er nach „Zur Arbeit erscheinen…..ich hab ….einen so derben…….Muskelkater“ bei diesen Worten blickte sie in seine dunkelbraunen fragenden Augen „Muskelkater?“ fragte er argwöhnisch nach. Er versuchte neben ihrem Arm einen Blick auf ihr Bett zu erhaschen, was sie jedoch sofort vereitelte, indem sie ihre Tür weiter zudrückte. Verschmitzt grinste er über das Gesicht. Zwinkerte ihr auffällig zu und sagte laut

„Ach so…..M u s k e l k a t e r“ er betonte jeden Buchstaben deutlich und langsam „OKAY, KLAR“ die Worte in Richtung Bett richtend „Sag deinem Muskelkater einen schönen Gruß. Dieses übertriebene Spielchen soll er demnächst auf deine Freizeit beschränken“ leiser setzte er hinzu „Ich lass mir was einfallen. Versprochen. Ich vergönne dir ja den Muskelkater, hattest du überhaupt schon einmal einen?“ bei diesen frechen Worten schubste sie ihn die Treppe ihres Trailers runter „Du….du bist unmöglich“

„Ich weiß“ erwiderte er, sich nach vorne verneigend. „I`m impossible and too handsome. Grrrrrr“ pfeifend und singend lief er vorbei an den umstehenden Trailern bis er vollends verschwand

„Du bist wirklich „impossible“ grinste sie vor sich hin. Viktor war einer ihrer wenigen, wahren wirklichen Freunde. Er würde für sie alles auf die Beine stellen, solange es männliche wären. Sie konnte sich darauf verlassen, dass er ihr ein felsenfestes Alibi bescheinigen würde.

Beschämt, über ihre gerade so gute Laune, schloss sie die Tür und drehte sich wieder zu ihm hin. Irgendwann musste sie ihm seine Verletzungen versorgen, die er eindeutig hatte und irgendwie musste sie ihn jetzt nur dazu bringen sich vor ihr auszuziehen. Minutenlang stand sie nun schon vor dem schlafenden Mann

„Soll ich? Soll ich nicht? Soll ich ……..nicht?“ unwillig setzte sie sich auf die Bettkante. Verbandsachen, Tape, Schere, Desinfektionsmittel. Alles hatte sie schon bereitgelegt

„Na dann. Versuch es wenigstens. Er wird einsehen, dass das nötig ist“ mit zustimmenden Bewegungen unterstrich sie ihr Vorhaben nun auch mit der Gestik eines Wackeldackels. Sie streckte ihren Arm nach seiner Mütze aus. Doch noch bevor sie überhaupt irgendein Kleidungsstück von ihm zu fassen bekam, klammerte sich seine Hand plötzlich um ihr Handgelenk und hielt es eisern fest.

Mit offenem Mund, erschrocken über diese Reaktion, wagte sie nicht einmal mehr zu atmen. Seine Hand fing zu zittern an. Sein Atem verließ stoßweise seine, eh schon angeschlagene Lunge. Was sie nicht sehen konnte, er beobachtete sie schon die ganze Zeit durch seine abgedunkelten Gläser. Und dieses ^Anfassen^ wollte er nicht kampflos über sich ergehen lassen. Je länger diese skurrile Situation andauerte, desto mehr zitterte seine Hand. Er presste ein „NO“ zwischen seinen hektischen Atemversuchen durch seine zusammengepressten Lippen und ließ seine Hand sinken

„Okay, das könnte sich doch schwieriger gestalten, als sie vermutet hatte“ gab sie sich im Moment geschlagen. Sie atmete hörbar ein paarmal tief ein und aus. Etwas ruhiger fing sie zu reden an „Es sind eindeutige zwingende Gründe vorhanden, dass ich das“, sie machte wedelnde Bewegungen in seine Richtung, „nicht umgehen kann. Ich weiß, dass sie verletzt sind. Und ich lass sie sicher nicht leiden, wie ein angeschossenes Tier. Das steht fest. Und wenn sie nicht wollen, dass ich sie berühre…….dann muss ich sie doch noch zu einem Arzt bringen“ hastig schüttelte er seinen Kopf und es kam wieder ein flehendes

„No…please“ hervor. Alleine diese Überzeugung hinter diesen bittenden Worten, ließ ihr die Gänsehaut auflaufen. Der Verdacht, dass es sich bei ihm, um einen Kriminellen handeln musste, verhärtete sich immer mehr. Warum sonst wollte er keine Aufmerksamkeit seiner Verletzung auf sich ziehen? Einfach. Er versteckte sich vor irgendjemanden. Ja! Der ihn vermutlich verletzt hatte. Vielleicht hatte er sogar eine Schusswunde unter seiner Kleidung

„Jaaa, Barbara und gleich stürzt er sich mit dem Hackepeilmesser auf dich und zerteilt dich in tausend Stücke. Genug zum Aufteilen wäre ja vorhanden“ihr gedankliches Zwiegespräch blieb nicht unbeobachtet. Er musterte ihre Mimik und schüttelte fragend seinen Kopf „Geht es dir gut?“ setzte er fragend an „Ja, ähem…..ja schon…..irgendwie. Also was machen wir denn nun oder besser gesagt, WAS darf ich machen bei dir? Wie hast du dich entschieden?“ lenkte sie das Thema schnell auf ihn mit diesen Fragen „Ich sagte es schon“ war seine knappe Antwort „Ich denke, ich habe genügend Erfahrungen um einfache Verletzungen zu versorgen, da ich die Stuntleute auch immer verpflastern muss, weißt du?!“ hoffnungsvoll schaute sie ihm direkt auf die ……Brillengläser

„Wo befindet sich denn ihre Verletzung?“ sein Kopf neigte sich gen Boden, sodass sie nunmehr nur noch seine Kapuze sah. Nach einigen Augenblicken hob er zögernd seinen Kopf und legte sich wortlos auf das Bett. Natürlich mit weiteren gequälten Lauten. Langsam griffen seine Hände den Saum seines Sweaters und seines Shirts, dass er darunter trug und zog sie genauso langsam nach oben. Was er ihr da offenbarte, verschlug ihr die Sprache.

Wie schaffte der Mann es immer wieder, das schreckliche noch zu übertrumpfen?!

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Das schreckliche Bild vor ihren Augen verschwamm zusehends. Sie wusste im ersten Moment nicht warum, bis sie ganz deutlich fühlte, wie sich zwei Arme mit festem Druck, um ihren Oberkörper schlangen. So fest, dass es ihr schwerfiel Luft zu holen

"Ich hab sie! Sie können jetzt loslegen, Doc“ teilte hinter ihr jemand mit tiefer Stimme mit. Sie überlegte noch, wie sich das anhörte. Wie der Startschuss für das große Derby oder so ähnlich. Sie wollte ihren Kopf drehen, um denjenigen sehen zu können, der dieses Startsignal gab, aber er hielt sie nun so fest umklammert, seinen Kopf in ihrem Rücken drückend, das dieser Versuch sich als unmöglich herausstellte. Wenn er noch stärker an ihr ziehen und zerren würde, würde sie IHM wehtun. SEINE Hand lag nach wie vor fest vergraben, wie in einem Schutzbunker, zwischen ihren Händen.

Entsetzt blickte sie nun um sich, um ihre Umgebung wahrzunehmen. Doc Daniel, DoubleD, wie er sich immer scherzhaft selber vorstellte, kam langsam auf sie zugelaufen. In seiner Hand glitzerte eine Flüssigkeit in einer Ampulle, da sich das hereinfallende Sonnenlicht vom Fenster, darin brach. Immer wieder sah sie von seiner Hand zu seinem traurig aussehenden Gesicht. Mit gehetztem Blick, weil ihr klar wurde, dass dieses Vorhaben ihr galt, suchte sie den Raum nach einer Ausweichmöglichkeit ab „Was sollte sie jetzt tun?“ diese Frage hallte in ihrem tauben Gehirn umher

„Nein“ ganz leise und gepresst kam das erste Nein aus ihrem Mund „Barbara, ganz ruhig, sie brauchen keine Angst zu haben. Das wissen sie, nicht wahr? Sie kennen mich doch. Ich bin es doch, DoubleD. Sie können mir vertrauen, ich will ihnen nur helfen“ beschwichtigend mit erhobenen Händen kam er langsam,auf sie einredend, immer näher

„Nun machen sie schon Doc“ kam es von ihrem Rücken her und nun erkannte sie auch den Bariton. Kevin umklammerte sie nun noch fester, dass ihr fast unmöglich schien, nicht ohne Gefahr zu laufen, ihr einige Knochen zu verletzen. Verzweiflung machte sich in ihr breit, dieses hilflose Gefühl überwältigte sie gerade so stark, dass sie den Blick vom Doc abwandte und hilfesuchend in Tobias Gesicht sah

„Hilf mir doch“ flehte sie in Gedanken „sie wollen mich von dir wegholen“ als sie die Hand vom Doc an ihrem Arm spürte, war es als wenn sich gerade ein Schalter umgelegt hätte. Hörbar einrastend in ihren Gehirnzellen. Wie eine wild gewordene Furie brüllte sie los, schlug, kratzte, biss um sich

„AAAAAAHHHHHHH!“

von dieser plötzlichen Reaktion vollkommen überrascht, schaffte sie es sogar Kevin von sich abzuschütteln. Einen fast zwei Meter großen Kerl, ihn vom Bett zu stoßen, aufspringend, die Hände nun zu Fäusten geballt, bereit mit aller, ihr gegebenen Kraft, ihn und sich vor den Übergriff zu schützen

„VERDAMMTE SCHEIßE DOC“ dröhnte Kevins Fluchtirade nun durch den Raum „Du Biest“ zu ihr gewandt „So klein und so trotzig“ begann er mit dunkler Stimme, seinen Angriff „Na warte“ völlig unerwartet ergriff er ihre Beine, zog sie mit einer schnellen Bewegung zu sich heran, woraufhin sie geräuschvoll aufs Bett krachte. Sie versuchte sich sofort frei zu kämpfen, da er blitzschnell die Umklammerung wieder aufnahm. Sich unter ihm hin und her windend, wie eine in der Schlinge steckende Anakonda, kreischte sie auf

„AAAHHHH, LASS MICH LOS“ Doc Daniel kniete mit aufgezogener Spritze schon neben ihr "Schsch….Barbara. Alles wird gut“ sprach er ruhig auf sie ein, als er den Arm ihres Sweaters hochschob und die Nadel langsam unter ihre Haut schob.

Wie vom Blitz getroffen stoppte sie all ihr Aufbegehren und nur ein einziger Gedanke brannte sich in großen Buchstaben in ihren Erinnerungspart.

„I C H.H AB E.I H N.L O S G E L A S S E N“

die Bedeutung der Buchstaben grub sich ganz tief in ihre Seele.Und dann wurde es schwarz um sie herum.

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Mit einem tauben Gefühl in ihren ganzen Gliedmaßen erwachte sie. Sonnenreflexe blendeten sie, als sie ihre Augen aufschlug. Es war so ruhig. Sie vernahm nur leise Stimmen, die sich anhörten, als kämen sie von weit her.

Sie lag auf ihrem Bett, auf Tobias Bett eigentlich, aber der Satz prägte sich ihr ins Gedächtnis „Was Mein ist, ist auch Dein“ und dann kam immer sein Zusatz „Capisce?“ es sollte wahrscheinlich italienisch klingen, aber mit seinem britischen Akzent, hörte es sich immer nach einer Mischung aus russisch und französisch an. Womit sie ihn natürlich immer wieder aufzog, bis er sie dann aus Rache immer so lange kitzelte, bis sie anfing kläglich um Gnade zu betteln. Diesen Triumpf kostete er aus. Fragte fünfmal nach, wer denn nun der Stärkere sei.

Diese wunderschönen Momente blitzten wie ein Sommergewitter vor ihren Augen auf, plötzlich, heftig und schnell wieder vorüberziehend. Die Erinnerung zauberte ihr ein seliges Lächeln auf ihr Gesicht

„Na, Liebes? Geht es dir ein bisschen besser?“ hörte sie Marys freundliche Stimme, nah neben ihr. Sie wandte ihren Blick zu Tobias Mum und versank in deren stahlgrauen Augen. Die Augen hatte er von ihr geerbt. Genauso klar und verständnisvoll, so wie er sie immer ansah, wenn er sie beim Aufwachen beobachtete. Zärtlich streichelte sie ihr über ihren Kopf. Sie seufzte, mit Tränen in den Augen ergriff sie nun ihre Hand und drückte sie tröstend. Als sie die Tränen wahrnahm, die Tobias Mum die sich ihre Wangen hinab schlängelten, fuhr sie erschrocken hoch.

Ihr hektischer Blick suchte nach IHM. Ihr Herz begann zu rasen, ihre Atmung überschlug sich schon fast in ihren Intervallen. Mary sah sie nur ruhig an, die Tränen flossen nun in kleinen Rinnsalen die Wangen hinab und fielen tröpfchenweise auf die Decke.

Zitternd und bebend versuchte sie zu sprechen

„W…w…wo….ist ….er? Mary?

W…..wo….ist…..er?“ behutsam versuchte sie ihre Hand wieder zu ergreifen, die sie ihr jedoch so ruckartig entzog, dass es schmerzte „Liebes…" traurig sah sie ihr nun wieder direkt in die Augen „Er ist gegangen. – Er hat uns verlassen müssen“ nur mühsam brachte Mary diese Worte über ihre Lippen.

Barbaras Augen weiteten sich. Entsetzt über die Worte, konnte sie keinen klaren Gedanken fassen. Ihr Körper bebte, zitterte so stark, dass sogar das Bettgestell knarrte „Oh, Liebes“ Mary erhob sich, schlang ihre Arme mütterlich um sie und redete mit beruhigenden Worten auf sie ein. Sie spürte die Nässe, von deren Wange, schmeckte sie auf den Lippen.

Lange Zeit wurde es still um sie herum. Es war ein Gefühl, als würde ^Das Nichts^ sie einwickeln, umhüllen.

Keine Geräusche. Keine Sonne. Kein Laut drang zu ihr durch.

Das stille Nichts umschloss sie für eine lange Zeit. So musste sich der Exodus anfühlen, dieses Empfinden, so definiert und ausgeprägt, wie in diesem Stadium, so hätte sie es sich nie vorgestellt.

Wie kann man das Nichts fühlen? Doch deutlich spürte sie den Druck auf ihrem Herzen, so stark, dass es bald zerspringen musste, unter dieser fühlbar überwältigenden Last.

Was kann eine Seele noch aushalten? Was ein Körper?

Graublaue Augen beobachteten sie. Das Sonnenlicht zauberte funkelnde Saphire aus seiner Iris und ließ seine Augen erstrahlen. Das erste Mal als sie in seine Augen blicken konnte, das wird sie nie mehr vergessen.

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Tage waren vergangen seit sie den Fremden vor ihrer Tür ^fand^.

Immer noch mit diesem schrecklichen Bild vor Augen, als er sein Shirt hochzog, saß sie auf der Bettkante und wartete grüblerisch darauf dass er aufwachen würde. Sie hatte noch nie solche Verletzungen aus nächster Nähe gesehen. Im Fernsehen, jaaa, in den Kriminalfällen, wenn die Opfer beim Pathologen auf der kalten Pritsche lagen, jaaa. Aber in Wirklichkeit.

NEIN. Und sie hätte gerne darauf verzichten wollen, wenn nicht diese Art von Verletzung seinen ganzen Oberkörper entstellen würden. Im ersten Moment konnte sie diese kleinen, runden, rötlich gefärbten Male gar nicht einordnen. Bis ihr die Erkenntnis durchsickerte, um was es sich da handelte.

Brandverletzungen. Einige größer als die anderen. Sie stammten nach ihren Vermutungen definitiv von Zigaretten, wobei die größeren so gar nicht in das Schema passten. Jedoch nach genauerer Betrachtung, Übelkeit in ihr aufstieg. Diese Male stammten von einem Zigarettenanzünder, solche die man im PKW verwendete. Kräftig Luft holend versuchte sie gerade ihr Tun nicht zu unterbrechen, um ihn nicht noch mehr als nötig zu verunsichern.

Immer wieder tupfte sie erst ihren Finger in den Tiegel der Salbe, um sie dazu ganz vorsichtig auf jeden einzelnen Fleck aufzutragen. Sie war versucht, die Male zu zählen, was sie jedoch schnell beendete, da ihr die Magensäure immer wieder hochstieg, nur bei dem Gedanken, was für Schmerzen er dadurch erlitten haben musste.

Manche, vor allem die größeren, waren millimeterweit eingebrannt worden. Man konnte sogar das Muster der Glühdrähte erkennen. Es lag ganz still vor ihr, versuchte so leise wie möglich sich der Behandlung zu unterziehen. Was ihm, je länger sie dauerte, umso schwerer fiel es ihm, seine Schmerzen zu unterdrücken. Wenn sie merkte, dass er mit den aufkommenden Tränen kämpfte, legte sie eine Pause ein, unter irgendeinen Vorwand verließ sie ihn kurz. Und gab ihm somit die Gelegenheit sich wieder zu sammeln.

Obwohl sie diese ^Behandlung^ jetzt schon vier bis fünfmal hinter sich gebracht hatte, an den Anblick seines gemarterten Oberkörpers konnte sie sich nicht gewöhnen. Nach der Tortur war er immer so erschöpft, dass er fast augenblicklich einschlief. Sie bettete ihn, fürsorglich in die Decken. Und da sie wusste, dass er schlief, strich sie dann immer zaghaft über seine Wange. Wäre er wach, würde sie diesen ^Übergriff^ nicht wagen.

Sie verstand sich selbst nicht mehr. Die letzten Tage machte sie Sachen, die hätte sie vorher nie getan. Sie nahm sich Urlaub, mit der Begründung, dass ein Familienmitglied schwer erkrankt sei und sie unbedingt zu ihr fahren musste um sie pflegen zu können. Nur Viktor merkte, dass das eine glatte Lüge sein musste, da er über ihre nicht vorhandenen Familienmitglieder Bescheid wusste. Sie fuhr mit Viktors Auto zu einem Laden, kaufte von ihren letzten Lohn Lebensmittel, soviel, dass sie für mehrere Tage reichen würden. Skeptisch sah er ihr nach, als sie ihm seinen Wagen wieder zurückbrachte und auf seine Fragen „Was treibst du, Barbara? Willst du auf eine einsame Insel auswandern? Barbara?“ nur kopfschüttelnd mit einem leisen „Ich kann es dirnicht erzählen, Viki. Bitte verzeih mir“ sich umdrehte und in Richtung ihres Trailers verschwand. Sie schlief fast nicht mehr. Die ersten Nächte versuchte sie es vergebens auf der Truhenbank ihrer Essgruppe. Was sich als schwieriges Unterfangen herausstellte, da die Bank nicht gerade breit war. Es kam noch dazu, dass immer wenn sie endlich nach unruhiger Dreherei eingeschlafen war, durch seine manchmal gellenden, manchmal stöhnenden Schreie wieder sofort erwachte. Aufstand und sich zu ihm aufs Bett setzte, ruhig auf ihn einredete und manchmal sogar im Sitzen einschlief und erschrocken hochfuhr, als meinte sie, sie würde fallen.

Am fünften Tag ihres ^Beisammenseins^ wagte sie einen erneuten Vertrauensbeweis. Als sie still ihren Doseneintopf aus dem Teller löffelten, sah sie ihm direkt ins Gesicht und begann ohne Umschweife ihr Vorhaben „Sie müssen unter die Dusche. Ich weiß zwar noch nicht, wie wir das einigermaßen angenehm für sie gestalten sollen, aber …. eine Dusche ist dringend nötig“ er unterbrach seine Kaubewegung und schluckte hart. Sie wusste zwar nicht was sich jetzt in seinem Kopf abspielte, aber Begeisterung sah anders aus

„Sie brauchen nicht gleich mit einer La-Ola-Welle antworten, aber …..“ versuchte sie es auf die lustige Art herunterzuspielen „Ich habe mir schon was überlegt. Ich stelle den Klappstuhl rein, da können sie sich dann daraufsetzen und …..hmm……und ich werde sie dann waschen…….ich meine……an den Stellen, an denen sie selber noch nicht rankommen“ stammelte sie unbeholfen, mit geröteten Wangen. Verlegen sah sie nur noch ihren Tellerinhalt an „Was meinen sie, ginge das für sie in Ordnung?“ ihre Wangen glühten derweil in leuchtendem Rot. Vorsichtig hob sie ihren Blick, dessen Geräusch nämlich darauf folgte, entschlüsseln zu können. Überrascht wurden ihre Augen groß. Er lächelte. Ein zaghaftes, aber ehrliches Auflachen folgte.

Sie konnte die Augen nicht abwenden. Betrachtete staunend die Veränderung, die ihn umgab. Sie musste einfach mit lachen, sein Lachen war so einladend. Fast schon schüchtern erwiderte er „Ich sollte anstandshalber fragen, ob es für SIE in Ordnung ginge, oder? Können SIE es denn? Ich meine, mich waschen?“ versuchte er sich zu erklären, seine Bedenken betraf. Das Rot ihrer Wangen konnte nicht mehr dunkler werden, als sie ihm antwortete „Ja …….natürlich…..ich bin ja schon ein großes Mädchen…und ich mache es wirklich gerne….äähhh…ich meine……ich helfe ihnen gerne und gehe ihnen zur Hand“ jetzt konnte er nicht mehr an sich halten. Ein kehliges, lautes Lachen durchbrach die peinliche Stille. Über die zweideutige Bedeutung ihrer Worte geschockt, sprang sie auf und verließ fluchtartig das Gefährt.

Peinlich berührt lehnte sie sich an die Wand eines Transporters, zu dem sie gerannt war. Sie vergrub ihr Gesicht unter ihren Händen „Oh, Gott Barbara. Wie blöd kann eine einzelne Person eigentlich sein? Was hat dich denn da geritten? Hää?! Ihnen zur Hand gehen? Wie in einem billigen Porno!! Oh Gott!!....Was denkt der denn jetzt von mir?“ rasch erfolgte dieses interne Selbstgespräch. Laut aufstöhnend wollte sie sich von der Wand des Trailers wegdrücken, als sie eine Stimme hörte. Sie kam aus dem Inneren des Trailers vor dem sie stand. Die Fenster waren geöffnet und somit verstand sie jedes einzelne Wort von ihr. Sie musste telefonieren, denn Antworten konnte sie nicht hören. Die Frau klang wütend. Sie beschimpfte jemanden, äußerst derb und sehr vulgär. Als sie bei „….du bist einfach nur ein ekelhafter Flachwichser, das weißt du“ ankam, entschied Barbara, dass sie dieses Gespräch eindeutig nicht mehr weiterverfolgen musste. Sie stieß sich ab und machte sich auf in Richtung ihres Trailers. Ein „…..verfluchte Scheiße! Ich weiß auch nicht wohin er verschwunden ist. Er hätte eigentlich gar nicht mehr laufen können, nach meiner letzten Behandlung. Ja, such du ihn doch, du meinst doch nicht wirklich, dass der Loser das irgendwem erzählen wird………“ ließ sie aufhorchen. Sie drehte sich noch einmal um und suchte nach dem Namensschild der Bewohnerin. 

Kendra Stetson – stand darauf.Verwundert hob sie ihre Augenbrauen. DIE Kendra Stetson? Die aus dieser Trilogie? "Cool….." sie überlegte schon ob sie sie stören konnte und um ein Autogramm bitten sollte?! Aber dann widerrief sie den Vorsatz, denn offensichtlich lernte sie ihren Text ihrer Rolle, kein Telefongespräch wie sie erst vermutete „Ich werde ihr bestimmt mal über den Weg laufen“ mit den Gedanken, der sie tatsächlich abgelenkt hatte, von ihrem peinlichen Auftritt, vor einigen Minuten, machte sie sich nun auf in Richtung „Home, sweet home“vor der Tür ihrer Unterkunft zögerte sie noch einmal kurz, atmete tief durch und öffnete mutig das Tor zu ihrer ^persönlichen Hölle^.

Sein Kopf erhob sich augenblicklich mit ihrem Eintreten. Kaum hatte sie die Tür geschlossen, als er schon zu reden begann „Es tut mir leid. Es tut mir so leid. Ich wollte sie nicht verletzten und auch nicht bloßstellen. Barbara? Es tut mir wirklich unendlich leid, das müssen sie mir glauben. Ich wollte sie nicht so in Verlegenheit bringen, wirklich nicht“ soviel Worte hatte sie ihn die ganzen fünf Tage nicht von ihm gehört. Er konnte gar nicht mehr aufhören „Ab jetzt werde ich keine anzüglichen Gedanken mehr über sie laut aussprechen“ wahrscheinlich bemerkte er in dem Moment, als er es aussprach, wie sich das anhören musste. Verlegen neigte er seinen Kopf und sie vernahm nur noch gemurmelte Worte, offensichtlich Schimpfwörter, die er leise vor sich hin fluchte.

Nun entwich ihr eine nicht gerade damenhafte Lachsalve. Zwischen ihren derben Lachern, versuchte sie einzelne Wörter verständlich auszusprechen „Oh…hahahaha….mein Gott….hahaahah….wie…kindisch…hahaaha…benehmen …..wir ….uns….eigentlich?“ sie schlug sich mit der flachen Hand gegen die Stirn. Worauf er in ihr Gelächter mit einstimmte und kopfschüttelnd plötzlich ihre Hand ergriff. Sie stockte verdutzt und sah auf ihre ineinandergelegten Hände „Ich denke, ich sollte dir wenigstens meinen Namen sagen, wenn wir schon gemeinsam duschen wollen!?“ sagte er lächelnd und fügte noch ernst hinzu „Meinst du nicht auch?“sie konnte nur nicken. Denn im Moment reihten sich Buchstaben nicht zu vernünftigen Wörtern zusammen, denn sie spürte seine warme Hand in ihrer. Es fühlte sich so gut an. Ihre kleine Hand verschwand in seiner großen regelrecht.

Er atmete tief durch, als wenn er eine Entscheidung getroffen hätte und sie nun ausführen wollte „Mein Name ist ….Tobias. Es ist mir eine Ehre sie kennenlernen zu dürfen, Barbara“ würdevoll verneigte er seinen Oberkörper zu seinen Worten. Sie übernahm sofort den anderen Part, verneigte sich noch tiefer vor ihm und erwiderte

„Es ist auch mir ein EHRE sie kennenlernen zu dürfen, werter Herr TOBIAS“ seinen Namen sprach sie deutsch aus, worauf er ziemlich verblüfft seinen Mund öffnete. Seine Augenbrauen erschienen über dem Brillenrand.

Er versuchte ihr nach zusprechen. „TOBAS?“ sie musste über seinen Akzent lächeln „Das hört sich so verdammt sexy an, wenn er versuchte deutsch zu reden“ erschrocken über ihre Gedanken schlug sie ihre Augen nieder „Barbara, was geht denn da in deinem Kopf vor sich? Tz, tz. Na, na. Du wirst doch nicht?“ schalt sie sich selber „Habe ich es nicht richtig ausgesprochen?“ holte er sie mit seiner Frage wieder auf den Boden der Tatsachen herunter „Doch…na ja…so einigermaßen…“ lenkte sie ein

„Es hört sich gut an. Ich meine mein Name……auf deutsch“ erklärte er ihr „Darf ich dich dann offiziell TOBIAS nennen?“ fragte sie ihn verunsichert „Ja….natürlich“ dass sie während ihres Gespräches immer noch ihre Hände hielten, bemerkten nun beide gleichzeitig. Beide zogen ihre Hand zurück, widerstrebend wie es schien. Sie drehte sich von ihm weg, um einen klaren Kopf zu bekommen „WAS war denn DAS?“ komplett konfus begann sie die nötigen Utensilien zusammenzutragen. Den Klappstuhl natürlich, Handtücher, Waschlappen, Duschbad und ihr Lieblingsshampoo durfte nicht fehlen. Vanille. Sie liebte den leichten Geruch.

Nachdenklich stand sie nun vor ihm und musterte ihn von oben bis unten „W was….?“ stotterte er kleinlaut „Ich überlege gerade…..“ sie setzte ihren Gedankengang nicht fort, sondern drehte sich abrupt, um gleich hinter einer aufgemachten Schranktür zu verschwinden. Bewaffnet mit Shirts, Boxershorts trat sie wieder zu ihm „Ja….das sind zwar Sachen von mir, also ich würde verstehen, wenn du sie nicht anziehen möchtest. Sie sind frisch gewaschen“ betonte sie den letzten Satz deutlich „Ich dachte, solange könnte ich deine Klamotten in die Waschmaschine stecken?“ mit ausgestreckten Armen bot sie ihm das Wäschebündel an. Lächelnd nahm er es und kramte gleich darin herum. Zog schließlich ein Shirt hoch und bemerkte staunend „He – Thirty second to mars-? Cool“ er betrachtete das Shirt beeindruckt „Mit Autogrammen? Deins?“ ihre Augen begannen zu funkeln als sie ihm begeistert von dem einmaligen Erlebnis, sie live zu erleben zu können, ausschweifend vorschwärmte „Ich finde ihre Musik einfach nur genial“ stimmte er ihr zu. "Ihre Texte sind sehr tiefgründig. Das liebe ich an ihnen“ stellte er fest. Sein Gesichtsausdruck wurde weich und zeigte ihr das bezauberndste ^Grübchenlächeln^, dass sie je sah. Die Stille die sich ausbreitete war nicht unangenehm, sondern entwickelte seltsame Empfindungen ihres ganzen Nervenkostüms. Sie räusperte sich verlegen und wandte ihren Blick ab

„Nun…..das würd ich gerne anziehen, wenn du nichts dagegen hast?“ sein Blick ruhte nun auf dem Shirt, das in seinem Schoß lag „Ja, klar“ sagte sie sofort „Und die dazu?" er hielt lächelnd eine Boxershorts hoch, die mit kleinen rosaglitzernden Einhörnern bedruckt war „Warnengeschenk….“murmelte sie verlegen „Was?“ fragte er nach „Was sagtest du, ich hab dich nicht verstanden?“hakte er nach „SIE WAR EIN GESCHENK! OKAY“ blaffte sie ihn an, riss ihm die Shorts aus den Händen und stopfte sie wieder zurück in ihren Schrank. Erschrocken, durch ihre heftige Reaktion stammelte er „Es…es tut mir leid…ich …wusste nicht…das..sie dir so viel bedeutet…..“ „Natürlich nicht!“ erwiderte sie leise, als sie sich zu ihm aufs Bett setzte.

Lange Zeit saßen sie nur da, kein Wort wurde gewechselt „Willst du darüber reden?“ bot er ihr sachte an. Sie schüttelte nur ihren Kopf „Okay…“ nach einigen Minuten straffte sie ihren Rücken, atmete hörbar tief ein und erhob sich forsch

„Wir sollten DICH unter die Dusche stellen, wer weiß wie lange wir dich einweichen müssen, bis du sauber wirst?!“ schlug sie spöttisch mit einem breiten Grinsen vor „HE“ beschwerte er sich gleich daraufhin lachte aber dann doch über ihre Anspielung „Es steht dir“ sagte sie plötzlich. Verwirrt kam es von ihm „Was?“ „Das Lachen“ selbst überrascht über ihre Worte, verstummte sie verschämt „Danke“ kam es leise von ihm zurück „Also. …genug geschleimt“ brotzelte sie plötzlich „ab mit den Kind unter die Dusche“ den zweiten Teil ihres Befehls unterstrich sie mit einer auffordernden Geste in seine Richtung „Ist ja schon gut…..MAMA“ gab er ihr zurück Na warte, du wirst schon sehen, was du davon hast, deinen Wäscher zu ärgern“ drohte sie ihm mit erhobenem Zeigefinger.

So lustig sie ihr Vorhaben starteten, so endete es aber leider nicht. Er musste zugeben, dass er sich noch nicht, weder alleine ausziehen, noch stehen konnte. Was sie etwas verwundert aufnahm, denn sein steter Griff an die Leistengegend, den hatte sie nicht übersehen, auch wenn er es immer nur tat, wenn er glaubte sie sähe es nicht. Mit Boxershorts bekleidet saß er nun endlich auf dem Stuhl, was ihm nicht leicht zu fallen schien. Er rutschte immer wieder von einer Stelle zur anderen. Ihre Vermutung bestätigte sich, als sie anbot so lange den Raum zu verlassen, bis er sich unten gewaschen hätte. Ihr entging das gedämpfte Aufstöhnen nicht. Auch wenn sie es nicht sehen konnte, sie wusste instinktiv, dass er noch eine Verletzung haben musste. Und zwar an einer Stelle, die er ihr gewiss nicht zeigen würde. Und da sie wusste, dass damit nicht zu spaßen war, denn gerade bei den Schleimhäuten konnten sich Verletzungen schnell zu einem Entzündungsherd entwickeln.

Widerstrebend musste sie sich eingestehen, dass sie Hilfe benötigte. Und zwar männliche. Sie bräuchte einen Mann, einen dem er seine andere Verletzung zeigen würde.

………..Viktor……..