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Was ist das für ein Land, wo Politik mehr zählt als das Leben von den Menschen, die darin Leben?
Jim Nebraska und seine beiden Partner, werden beschuldigt, Marshal William Gran getötet zu haben. Sie streiten das vehement ab – doch niemand glaubt ihnen, denn alle Beweise sprechen gegen sie. Ihnen gelingt die Flucht, auf der sie verfolgt, überlistet und Jims Partner hinterrücks getötet werden. Jim schwört sich, den wahren Mörder des Marshals zu finden, um seine Unschuld und die seiner beiden Freunde beweisen zu können und koste es sein eigenes Leben.
Immer wieder findet er eine Spur des Mörders, gepflastert mit dem Tod von Menschen, um sie kurz darauf wieder zu verlieren. Doch Jim gibt nicht auf. Eines Tages erfährt er dessen Namen und hat damit eine Fährte, der er folgen kann, die er so lange gesucht hat. Gelingt es ihm, den gnadenlosen Killer zu stellen, oder erwischt dieser am Ende ihn? Wie viele Menschen müssen noch sterben, bis so einem Menschen, dem jedes Mittel und jeder Weg recht ist, seine persönlichen Ziele zu erreichen, das Handwerk gelegt werden kann?
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Veröffentlichungsjahr: 2023
Pat Urban
Auf den Spuren eines Mörders
Western-Roman
Copyright © by Authors/Bärenklau Exklusiv
Cover: © by Klaus Dill mit Steve Mayer, 2023
Korrektorat: Bärenklau Exklusiv
Verlag: Bärenklau Exklusiv. Jörg Martin Munsonius (Verleger), Koalabärweg 2, 16727 Bärenklau. Kerstin Peschel (Verlegerin), Am Wald 67, 14656 Brieselang
Die Handlungen dieser Geschichte ist frei erfunden sowie die Namen der Protagonisten und Firmen. Ähnlichkeiten mit lebenden Personen sind rein zufällig und nicht gewollt.
Alle Rechte vorbehalten
Inhaltsverzeichnis
Impressum
Das Buch
Auf den Spuren eines Mörders
1. Kapitel
2. Kapitel
3. Kapitel
4. Kapitel
5. Kapitel
6. Kapitel
7. Kapitel
8. Kapitel
9. Kapitel
10. Kapitel
11. Kapitel
12. Kapitel
13. Kapitel
14. Kapitel
15. Kapitel
16. Kapitel
17. Kapitel
18. Kapitel
19. Kapitel
20. Kapitel
21. Kapitel
22. Kapitel
23. Kapitel
24. Kapitel
25. Kapitel
26. Kapitel
27. Kapitel
28. Kapitel
29. Kapitel
30. Kapitel
31. Kapitel
32. Kapitel
33. Kapitel
34. Kapitel
35. Kapitel
36. Kapitel
37. Kapitel
38. Kapitel
39. Kapitel
40. Kapitel
41. Kapitel
42. Kapitel
43. Kapitel
44. Kapitel
45. Kapitel
46. Kapitel
47. Kapitel
48. Kapitel
49. Kapitel
50. Kapitel
51. Kapitel
52. Kapitel
53. Kapitel
54. Kapitel
55. Kapitel
56. Kapitel
57. Kapitel
58. Kapitel
59. Kapitel
60. Kapitel
61. Kapitel
62. Kapitel
63. Kapitel
64. Kapitel
Von Pat Urban sind ebenfalls erhältlich oder befinden sich in Vorbereitung
Was ist das für ein Land, wo Politik mehr zählt als das Leben von den Menschen, die darin Leben?
Jim Nebraska und seine beiden Partner, werden beschuldigt, Marshal William Gran getötet zu haben. Sie streiten das vehement ab – doch niemand glaubt ihnen, denn alle Beweise sprechen gegen sie. Ihnen gelingt die Flucht, auf der sie verfolgt, überlistet und Jims Partner hinterrücks getötet werden. Jim schwört sich, den wahren Mörder des Marshals zu finden, um seine Unschuld und die seiner beiden Freunde beweisen zu können und koste es sein eigenes Leben.
Immer wieder findet er eine Spur des Mörders, gepflastert mit dem Tod von Menschen, um sie kurz darauf wieder zu verlieren. Doch Jim gibt nicht auf. Eines Tages erfährt er dessen Namen und hat damit eine Fährte, der er folgen kann, die er so lange gesucht hat. Gelingt es ihm, den gnadenlosen Killer zu stellen, oder erwischt dieser am Ende ihn? Wie viele Menschen müssen noch sterben, bis so einem Menschen, dem jedes Mittel und jeder Weg recht ist, seine persönlichen Ziele zu erreichen, das Handwerk gelegt werden kann?
***
Einen Tag und die halbe Nacht, schleppt sich Marshal William Gran mit einer Kugel im Leib durch die Berge. Gegen Mitternacht erkennt er den schwachen Schein eines getarnten Feuers am Hang unter ihm.
Marshal Gran vermutet, den Campplatz eines illegalen Goldsuchers entdeckt zu haben.
Doch er kommt nicht als Mann des Gesetzes, er kommt, weil er Hilfe braucht. Länger wird er nicht mehr durchhalten können.
Gestern Morgen hatte er endlich den gesuchten Doppelmörder Glen Sloan, unweit der Passstraße gefunden und gestellt. Sloan bluffte den Ermatteten so gut, dass Gran darauf hereinfiel.
Als er seine Flasche vom Sattel löste, schoss Sloan ihn nieder und floh mit dem Pferd des Marshals in die Unwirtlichkeit der Berge.
Doch Gran ist nicht tot, wie Sloan annimmt. Verwundet und ohne Pferd, hatte er sich nicht aufgegeben. Doch die Berge sind wild, einsam und nicht an einem Tag in diesem Zustand, in dem sich der Marshal befindet, zu bezwingen. Er ist restlos fertig.
Und vielleicht ist er aus diesem Grunde nicht vorsichtig genug. Er nähert sich aufrecht und voller Hoffnung dem Feuer und ruft schon von Weitem: »Hallo Feuer! Darf ich näherkommen? Mein Name ist William Gran. Ich bin verwundet!«
Doch an diesem Feuer hat nur ein Mann gelegen, der schon seit Minuten aufgesprungen ist, seitdem er die ersten schwachen Geräusche eines Näherkommenden hörte und liegt nun, keine zehn Yards vom Marshal Gran entfernt, hinter einem Felsen.
Gerade hat Gran zu Ende gesprochen, da richtet der Mörder den Lauf seiner Waffe auf den Marshal und schießt ihn wortlos nieder. Sloan trifft ihn dieses Mal voll.
Gestern war Sloan kopflos und voller Angst über den Erfolg seiner Tat geflohen. Heute weiß er, dass die Berge auf ewig schweigen, denn es gibt keine Zeugen für diese Tat.
Er durchsucht den Toten gründlich und eignet sich alles an, auch den Stern und schiebt dem Marshal einen alten Brief in die Tasche, der an den Händler Glen Sloan in Nebraska City geschrieben ist.
Danach richtet er alles so her, als wenn der Tote überfallen wurde und reitet davon. Er hat noch nicht einmal die Absicht, den Stern zu benutzen. Sein Ziel ist der kleine Ort Central City, den er auf seiner Flucht vor dem Marshal, nachts durchritten hat.
Aber kaum ist er eine Meile talabwärts gekommen und will sich schon nach einem geeigneten Abstieg umsehen, da erschrickt er gewaltig und horcht gebannt nach links, wo einige Schüsse durch die Nacht peitschen und ein paar wilde Schreie ertönen.
Sloan zwingt seinen Gaul nach rechts, um möglichst viel Raum zwischen sich und den Kämpfenden zu gewinnen. In dem Augenblick, als er heraushört, dass es sich nur um eine etwas ausgeartete Feier handelt, fasst der Marshal-Mörder einen Plan.
Rasch reitet er zurück und holt den Toten. Langsam und sehr vorsichtig nähert er sich dem Feuer, an dem drei wilde Jungs von einer Flasche Whisky, blau wie die Veilchen, nur noch kaum verständliche Worte lallen.
Er wartet eiskalt ab, bis auch der Letzte der drei eingeschlafen ist. Glen Sloan hat wenig Mühe, diese drei Goldsucher, die ihre Misserfolge feierten, zu überwältigen. Er bindet sie und bereitet alles für einen Aufbruch vor.
Mit den drei Mördern, wie er seine Opfer nennt und dem Toten, macht er sich auf den Weg nach Central City. Er lässt sich auf kein Gespräch ein, sondern benimmt sich wie ein fanatischer Gesetzesbeamter, der nur Verachtung für Mörder kennt und unterbindet auch jedes Gespräch zwischen den drei Partnern.
Da er ein skrupelloser Bandit ist, kennt er auch keine Fairness.
In den zwei Tagen, ehe er Central City erreicht, bekommen seine Gefangenen nichts zu essen und nichts zu trinken, sondern liegen die ganze Zeit über gebunden auf ihren Pferden. Nur einmal, als er selbst eine kleine Pause macht, bekommen die drei Gelegenheit, ihren wahnsinnigen Durst zu löschen und dürfen dann anschließend lang ausgestreckt auf dem felsigen Boden liegen.
Es sind drei junge, übermütige Burschen, die noch so unschuldig und unerfahren sind, wie neugeborene Kälber. Doch hart sind sie schon. Sonst hätten sie diese unmenschliche Tortur niemals überstanden.
Seitdem sie allein auf dieser Welt sind, hat das Leben sie hart gemacht. Jim, Jubal und Bob sind Waisenkinder, die schon so manchen Stoß bekamen, ehe sie sich fanden und feststellten, dass man zu dritt viel besser durch’s Leben kommt.
Jim ist zwanzig, Bob und Jubal zweiundzwanzig Jahre alt. Obwohl Jim der jüngste ist, ist er der Boss. Er ist ein riesiger Junge und stammt aus Nebraska.
Und hier ist seine Geschichte auch schon zu Ende. Bob und Jubal haben ihre Eltern noch gekannt. Sie wurden in irgend so einem Nest bei Denver in eine Schule gegeben. Von hier aus flohen sie, als es statt Brot, Prügel gab.
Als Glen Sloan für einige Minuten halbwegs einschläft, und die beiden mit den verschiedensten Fluchtplänen kommen, mahnt Jim zur Ruhe. Leise flüstert er seinen Partnern zu:
»Wenn wir wirklich den Kerl dort auf dem Gaul erschossen haben, dann aus Versehen. Ein Richter wird über unser Schicksal entscheiden. Hängen können sie uns nicht. Denn es kann nur ein Unglück gewesen sein. Und wir wollen doch nicht ewig mit einem Makel an uns durch das Land reiten. Schlucken wir es, dann haben wir es hinter uns.«
»Vorsicht, der Marshal bewegt sich!«, zischt Bob und legt sich zurück.
Glen Sloan stellt sich weiterhin schlafend und lässt die drei gewähren. Er will heraushören, wie sie zu dem Mord stehen, den er ihnen auf den Kopf zugesagt hat. Für ihn wird es leicht sein, die Gefangenen abzugeben und dann einen geheimen Auftrag vorzutäuschen, damit er sofort verschwinden kann, ehe man ihm weitere Fragen stellt.
Die Ankunft in Central City, wird vom ersten Moment an, da nur ein Bürger, den Marshal, die drei Gefangenen und den stark riechenden Toten sieht, ein triumphaler Einzug. Viel fehlt nicht und man würde Jim, Jubal und Bob ohne viel Federlesen aufhängen.
Doch der Ort hat einen guten Stadt-Marshal und sogar einen Richter. Wenn der Richter auch nicht vollbeschäftigt ist, jetzt bekommt er Arbeit und seine erste Anweisung ist:
»Schafft die Gefangenen ins Jail.«
Dann ermahnt er die Bürger zur Ruhe und lädt Glen Sloan ein, mit ihm zu speisen, wobei sie das Notwendigste besprechen könnten.
Dieser kleine Vorteil verschafft dem Mörder einen größeren Vorteil, als er jeh zu hoffen geglaubt hatte. Schon wenige Stunden später reitet er, vom Richter bedauert und bewundert, aus Central City hinaus, da ihn eine unaufschiebbare Aufgabe dazu zwinge.
Zurück bleibt ein nebenberuflicher Richter, der vom Gesetz und Gesetzesbeamten weniger versteht, als manch anderer pfiffiger Bürger. Da er aber von der Schuld der drei Partner völlig überzeugt ist, ordnet er gleich deren Verhandlung an.
Jim und seine Freunde erfahren es durch den Marshal dieses Ortes, Les Bartley und seinem übermütigen Deputy, der sich einen Spaß daraus macht, eine Hängepartie in Central City zu schildern.
Und wenn der vernünftige und gesetzestreue Les Bartley nicht gewesen wäre, hätten Jim, Jubal und Bob, diese anschließende Nacht nicht überstanden.
Am Morgen sind sie restlos fertig und sehen sich schon baumeln. Doch sie sind jung, mein Gott, viel zu jung, um unschuldig von einer verrückten Bürgermenge gehängt zu werden.
Nach dem Frühstück, welches ihnen der Deputy katzenfreundlich in die Zelle bringt, sind sie zu allem entschlossen. Jedoch die nächste Gelegenheit ergibt sich erst am Mittag und um fünfzehn Uhr soll ihr Prozess beginnen.
In diesen bangen und hoffnungslosen Stunden wächst Jim über sich selbst hinaus. Er ist es, der einen unfehlbaren Plan fasst und seine Partner zur Ruhe mahnt.
»Ich übernehme den Deputy«, erklärt er selbstsicher. »Bob nimmt die Waffe dieses aufgeblasenen Lümmels an sich und sichert die Tür zur Straße hin, bis ich mit Jubal bei den Pferden bin. Vergesst nicht, dass wir wenig Zeit haben und uns daher mächtig beeilen müssen, Freunde. Aber wir bleiben zusammen, was auch kommen mag.«
Zunächst sieht es so aus, als sollte ihr Ausbruch nur ein gefasster Plan bleiben. Der Deputy erscheint mit einem Keeper aus dem Saloon, der das Essen für die drei Gefangenen bringt.
»Verschwinde!«, befiehlt der Deputy dem Keeper, da er sich noch ohne Zeugen einen kleinen Spaß erlauben will.
Die drei Partner hocken ziemlich bedrückt in einer Ecke der Zelle und sehen kaum auf, als ihnen das Essen unter der Tür hindurch zugeschoben wird. Der Deputy wartet darauf, dass Jim und seine Freunde ihre vollen Teller holen. Sofort beginnt der Spaß dieses jungen, unkorrekten und bösartigen Deputys.
Jim hatte seinen Partnern eingeschärft, ängstlich und mutlos in der Zellenecke zu verharren, um den Deputy zu einer Unüberlegtheit zu veranlassen. Und der fällt auch prompt darauf herein.
Wütend, dass sein Spaß nicht klappt, gibt er den vollen Essenschüsseln einen Tritt, sodass sich diese rutschend und überschlagend auf dem Boden entleeren. Er schließt voller Zorn die Zelle auf, nimmt seinen Colt in die Faust und brüllt befehlend:
»Und jetzt wird gefuttert, ihr verdammten Ratten. Los, runter mit euch und schlappert den Fraß wie die räudigen Straßenköter, zum Teufel noch mal, oder ihr spart die Verhandlung und das Hängen.«
Eiskalt wartet Jim ab und mit ihm seine Partner, denn noch reicht es ihnen nicht ganz. Erst als der Deputy zwei Yards in die Zelle eingedrungen ist, seine Aufmerksamkeit einem Stück Fleisch schenkt und es mit einem gewaltigen Tritt gegen die Zellenwand schleudert, schnellt Jim hoch und stößt sich vom Rand der Pritsche ab.
Es wird ein einmaliger Flug, der mit vollem Erfolg endet. Jim schleudert mit der Linken die Colthand des Deputy zur Seite und schlägt mit der Rechten zu. Schon ist auch Jubal neben ihm, der mit einem losen Brett der Pritsche zuschlägt. Bob reißt die Waffe an sich und huscht zur Straßentür.
Gleich darauf rennen ihm Jim und Jubal hinterher, um den hinteren Ausgang zu erreichen. Jim schließt einmal den noch steckenden Schlüssel rum und ist wenige Sekunden später im Stall bei den Pferden.
Es hätte glatt gehen können. Doch dieser junge aufgeblasene Stellvertreter des Marshals kann eine Menge vertragen. Und Jim machte den großen Fehler, den Schlüssel nur einmal umzudrehen, obwohl er einige Male erlebte, dass immer zweimal geschlossen wurde.
»Bob!«, zischt Jubal seinem Partner zu und hält die Tür halb auf.
In dieser Sekunde kommt der Deputy aus der Zelle gestürmt. Wie ein Geist erscheint er Bob, dieser verliert die Nerven und schießt.
»Kommt!«, schreit Jim, der nach diesem Schuss ahnungsvoll im Türrahmen auftaucht und den zusammenfallenden Deputy erkennt. »Hast du ihn …?«
»Ich …«, zittert Bob, der zum ersten Mal auf einen Menschen schoss. »Voll getroffen, Jim.«
»Nichts wie weg!«, kreischt Jubal ängstlich und rennt los. Jim zieht den starr dastehenden Bob mit sich und sagt, als sie in die Sättel springen:
»Sei kein Narr. Ob du oder ich geschossen haben ist jetzt egal. Vorwärts, Partner! Folgt mir und bleibt zusammen!«
Nur wenige Bürger sind auf der Straße und von diesen hat kaum einer eine Waffe dabei. So gelingt es den dreien, den Ortsausgang ungeschoren zu erreichen. Dort angekommen blicken sie sich kurz um, geben ihren Pferden erneut die Sporen und jagen nach Osten.
Gegenüber dem Marshal-Office steht das einstöckige City Hotel. Sofort nach dem Schuss fliegt eins der oberen Fenster auf und ein gut aussehender und gepflegter Mann erscheint im offenen Viereck.
Mit einem Blick hat der Rancher John B. Carson, die Flucht von Jim und seinen Freunden erkannt und benötigt nur ein paar Sekunden, um Gegenmaßnahmen zu ergreifen.
Der Rancher ist nur zufällig hier im Hotel. Mister Carson besitzt die, Balken- und die C im Circle Ranch. Aber die Landarbeit befriedigt ihn nicht. John B. Carson hat es mit der Politik, in ihr geht er auf, für sie lebt er. Sein Ziel ist, Gouverneur von Colorado zu werden. Seit gestern wartet er auf einen Nachrichtenmann und erlebte den Einritt des Marshals mit seinen Gefangenen und einem Toten.
Das interessierte ihn wenig. Doch jetzt war ein Verbrechen unter seinen Augen geschehen. So vermutete er es, und die drei bestätigten es mit ihrer Flucht.
Präzise und gut hörbar ertönt seine Stimme über die Straße und erreicht jedes Ohr in Central City.
»Holt den Marshal und benachrichtigt jeden Bürger, der im Besitz einer Waffe ist. In zwanzig Minuten will ich vierzig Männer vor dem Hotel sehen. Wir reiten sofort in zwei Gruppen. Beeilt euch, Leute!«
Danach zieht er seinen guten Rock aus und wählt seine Tagesjacke. Er eilt hinab in den Hof und gibt dem dort wartenden Boy den Befehl, sein Pferd zu satteln. Rancher Carson ist der Erste vor dem Hotel, der ungeduldig auf die herbeireitenden und herbeieilenden Bürger wartet.
Auch Marshal Les Bartley erscheint gleich darauf und sagt zu den Anwesenden: »Sie haben meinen Deputy erwischt. Schaden tut es dem Bengel nicht, die Kugel bringt ihn nicht um. Ich bin fertig. Reiten wir, Mister Carson. Bis zum Abend haben wir alle drei Ausbrecher gefasst.«
Der Rancher teilt noch schnell die Bürger in zwei Gruppen und bestimmt, dass der Marschal als Ziel, die Grenze nach Nebraska nimmt.
Er selbst will mit den übrigen Männern die Spur von Jim und seinen Partnern verfolgen. Treffpunkt sei bei Misserfolg, die Grenze nach Wyoming, an der Straße nach Cheyenne.
Seit zwei Stunden befinden sich die drei Partner in der bizarren Felswildnis des Goshen Hole. Jedes Yard muss erkämpft werden, denn hier gibt es keinen Weg.
Dieser Teil des Hole gleicht einer zerstörten Festungsanlage aus der klassischen Altzeit. Nach Norden zu, bestimmen nur ein paar Felsenkegel, die Zwillinge, die Drillinge und der Doty Butte, die Gegend. Dort ist das Gelände auch freier.
Nur ein Narr würde hier in der Nacht einreiten oder Menschen wie sie, die auf der Flucht sind. Hat man dreißig Schritt nach Norden gewonnen, so muss man ganz bestimmt vierzig nach Westen und dann zehn nach Süden in Kauf nehmen, will man weiterkommen.
Im Laufe des Tages hatten sie erkennen müssen, dass ihnen der direkte Weg nach Nebraska schon abgeschnitten war, denn Marshal Les Bartley kennt sich hier gut aus.
Als junger Mann war er einige Jahre Sheriff in der großen und bekannten Bruderstadt, dem Goldgräberort Central City, siebzig Meilen vom kleinen Central City entfernt gewesen und war schon so manchem Banditen gefolgt.
Jim ist mit seinen Freunden nach Norden eingeschwenkt und will versuchen, über Wyoming nach Nebraska zu kommen. Plötzlich ging der Weg bergab, als sie schon mitten im Hole sind und gleich darauf ein Weiterkommen nicht möglich ist.
Jim hält vor einer unüberwindbaren Felsenmauer und drängt sein Pferd zur Seite, damit auch Jubal und Bob aufrücken können.
»Freunde, wir legen hier eine Pause ein, Wasser gibt es dort drüben. Schnallt die Gurte locker und tränkt die Tiere. Ihr könnt euch für drei Stunden hinlegen, dann geht es weiter.«
Jim ist der Boss. Er denkt und bestimmt. Bob und Jubal haben immer auf ihn gehört, doch heute Nacht ist es anders.
»Das kommt gar nicht in Frage, Jim«, antwortet Bob mit greller Stimme. »Wenn einer wacht, dann bin ich es. Und überhaupt, was habt ihr mit dem Schuss auf den Deputy zu tun? Ich werde mich stellen, Partner!«
»Die Pferde!«, mahnt Jim und rutscht aus dem Sattel. Er steht einen Moment wankend da und holt saugend Luft, bevor er wütend sagt:
»Du Narr, hier stellt sich keiner, solange ich der Boss bin. Wir sind drei Partner und bleiben zusammen.«
»Genau!«, mischt sich Jubal ein. »Wenn wir schon Partner sind, dann wollen wir auch gemeinsam sterben oder durchkommen.
