Hinter jenen Hügeln - Pat Urban - E-Book

Hinter jenen Hügeln E-Book

Pat Urban

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Beschreibung

Es gibt – fast – nichts, was ein Cowboy auf dem Viehtrieb mehr fürchtet, als die Stampede einer riesigen Rinderherde … Und es sind nicht die Banditen, die überall ihr Unwesen treiben, die sie am meisten fürchten …
Mark Izard, Vormann der Doppel S-Ranch, wegen seiner Leistungen von fast allen geschätzt und geachtet, aber nur von wenigen geliebt, hat keine leichte Aufgabe auf der Ranch. Als von den Nachbar-Ranchen immer mehr Vieh abgetrieben wird und die Spuren auf die Weiden der Simeon Doppel S-Ranch führen, fällt ein Schatten auf Mark und seine Arbeit. Selbst der Rancher entzieht ihm das uneingeschränkte Vertrauen, weil er glaubt sein Vormann stehe mit den Viehdieben im Bunde, auch als dieser es abstreitet, sogar Beweise seiner Unschuld liefert. Er glaubt eher den Aussagen seines Sohnes, der kürzlich, zusammen mit seinem Freund Lee, von vier Reitern im Saloon zusammengeschlagen wurde. Den wahren Grund dafür verschweigen die beiden.
Die Suche nach dem gestohlenen Vieh und den Dieben beginnt, an der auch Mark und seine Männer sich beteiligen.
Bis die Situation eines Tages aus Kontrolle gerät, weil einer die Nerven verliert, und das große Chaos, das alles zunichtemachen kann, seinen Anfang nimmt … und nur einer in der Lage zu sein scheint, dem ein Ende zu setzen. Wird es ihm gelingen?

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EPUB

Veröffentlichungsjahr: 2023

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Pat Urban

 

 

Hinter jenen Hügeln

 

Western-Roman

 

 

 

 

 

 

 

 

Impressum

 

 

Copyright © by Authors/Bärenklau Exklusiv

Cover: © by Steve Mayer nach Motiven, 2023

Korrektorat: Bärenklau Exklusiv

 

Verlag: Bärenklau Exklusiv. Jörg Martin Munsonius (Verleger), Koalabärweg 2, 16727 Bärenklau. Kerstin Peschel (Verlegerin), Am Wald 67, 14656 Brieselang

 

Die Handlungen dieser Geschichte ist frei erfunden sowie die Namen der Protagonisten und Firmen. Ähnlichkeiten mit lebenden Personen sind rein zufällig und nicht gewollt.

 

Alle Rechte vorbehalten

Inhaltsverzeichnis

Impressum 

Das Buch 

Hinter jenen Hügeln 

1. Kapitel 

2. Kapitel 

3. Kapitel 

4. Kapitel 

5. Kapitel 

6. Kapitel 

7. Kapitel 

8. Kapitel 

9. Kapitel 

10. Kapitel 

11. Kapitel 

12. Kapitel 

13. Kapitel 

14. Kapitel 

15. Kapitel 

16. Kapitel 

17. Kapitel 

18. Kapitel 

19. Kapitel 

20. Kapitel 

21. Kapitel 

22. Kapitel 

23. Kapitel 

24. Kapitel 

25. Kapitel 

26. Kapitel 

27. Kapitel 

28. Kapitel 

29. Kapitel 

30. Kapitel 

31. Kapitel 

32. Kapitel 

33. Kapitel 

34. Kapitel 

35. Kapitel 

36. Kapitel 

37. Kapitel 

38. Kapitel 

39. Kapitel 

40. Kapitel 

41. Kapitel 

42. Kapitel 

43. Kapitel 

44. Kapitel 

45. Kapitel 

46. Kapitel 

47. Kapitel 

48. Kapitel 

49. Kapitel 

50. Kapitel 

Von Pat Urban sind ebenfalls erhältlich oder befinden sich in Vorbereitung 

 

Das Buch

 

 

 

 

Es gibt – fast – nichts, was ein Cowboy auf dem Viehtrieb mehr fürchtet, als die Stampede einer riesigen Rinderherde … Und es sind nicht die Banditen, die überall ihr Unwesen treiben, die sie am meisten fürchten …

Mark Izard, Vormann der Doppel-S-Ranch, wegen seiner Leistungen von fast allen geschätzt und geachtet, aber nur von wenigen geliebt, hat keine leichte Aufgabe auf der Ranch. Als von den Nachbar-Ranchen immer mehr Vieh abgetrieben wird und die Spuren auf die Weiden der Simeon Doppel-S-Ranch führen, fällt ein Schatten auf Mark und seine Arbeit. Selbst der Rancher entzieht ihm das uneingeschränkte Vertrauen, weil er glaubt sein Vormann stehe mit den Viehdieben im Bunde, auch als dieser es abstreitet, sogar Beweise seiner Unschuld liefert. Er glaubt eher den Aussagen seines Sohnes, der kürzlich, zusammen mit seinem Freund Lee, von vier Reitern im Saloon zusammengeschlagen wurde. Den wahren Grund dafür verschweigen die beiden.

Die Suche nach dem gestohlenen Vieh und den Dieben beginnt, an der auch Mark und seine Männer sich beteiligen.

Bis die Situation eines Tages aus Kontrolle gerät, weil einer die Nerven verliert, und das große Chaos, das alles zunichtemachen kann, seinen Anfang nimmt … und nur einer in der Lage zu sein scheint, dem ein Ende zu setzen. Wird es ihm gelingen?

 

 

***

Hinter jenen Hügeln

 

 

1. Kapitel

 

Sie kommen aus den Sandhügeln: Vier raue, harte Burschen, auf erschöpften Pferden. Ihre Augen schmerzen vom gleißenden Licht. Der feine, helle Staub hat sich in ihren Augenlidern festgesetzt, ihre Augen sind entzündet.

Am Hals hat dieser feine Staub bereits die Haut abgescheuert, Nase und Rachen sind trocken, und selbst ein Lächeln wird zur Qual. Verstaubt und verschwitzt sind die Körper der Reiter und Pferde. Stoppelbärtig die Gesichter.

Sie halten auf der großen Sanddüne und schauen auf das dahinterliegende Land, auf den See und den kleinen Ort, der wie ausgestorben in der Glut der Mittagssonne liegt.

Acht Häuser sehen sie und weit im Hintergrund, kaum erkennbar im gleißenden Licht, die Gebäude der großen Ranch.

Joel Woods, der Boss dieser Leute, ein starkknochiger, breiter, untersetzter Mann, dessen Gesicht feist unter der Hutkrempe liegt, ist mit seinen Gedanken beschäftigt. Und wenn sich Joel Woods Gedanken macht, ist kurze Zeit später ein Plan reif und von diesen Plänen leben diese vier. Sie sind Banditen. – Das ist ihr Leben, so gefällt ihnen am besten.

Frank Norris, ein hochaufgeschossener Spieler und Revolvermann, der sich gern in Schwarz kleidet und dessen Verstand an Joel Woods Gedankengänge heranreicht, sieht rüber zum Boss. Er versucht, nicht zu grinsen. Das ist etwas, was er nicht wagt.

Zum einen würde es zu sehr schmerzen, weil dann kaum verheilte Risse im Gesicht mit Sicherheit wieder aufplatzten würden, und zum anderen liebt Joel Woods dies nicht, wenn er nachdenkt. Dazu braucht er Ruhe und Ernst.

Dicht hinter Frank Norris hält Robin Wake sein Pferd. Dieser junge Bandit ist noch kein richtiger Mann. Er ist hart, ja, das ist er schon, und kalt dazu, aber es fehlen ihm noch der Weitblick und die eiserne Ruhe. Doch mit dem Colt ist er schon sehr schnell.

Den Schluss macht Jesse McLead, das Halbblut. Und Jesse ist ein fröhlicher aber auch grausamer Bursche in einer Person. Seine Art ist die eines Wolfes, er frisst und kämpft, denkt allerdings nicht weiter, als er sehen kann. Doch er besitzt die gleiche Unruhe wie diese Tiere. Das ist sein Temperament.

Jesse hat nicht nur die Grausamkeit von seinen roten Vorfahren geerbt, nein, er ist auch härter als seine Partner. Nun sitzt er rückwärtsschauend auf seinem Gaul und blickt noch einmal zurück.

Vor drei Tagen haben sie in Grand Island eine gestohlene Herde verkauft. Drei Tage sind sie geritten, um ein neues Tätigkeitsfeld zu finden. Jetzt möchte Jesse McLead von seinem verdienten Geld etwas erleben. Er wendet sich seinem Boss zu und sagt heiser:

»Joel, nun denk mal nicht so viel. Da vorn ist ein Saloon, und er liegt direkt auf unserem Weg. Reiten wir, ich habe Durst.«

Der Junge, Robin Wake, macht unwillkürlich einen Satz über so viel Respektlosigkeit. Wäre sein Pferd nicht zum Umfallen müde, sicher hätte es mit einem Aufbäumen reagiert. Entsetzt sieht er zu seinem Boss und wagt nicht, sich zu rühren.

Frank Norris atmet einmal scharf durch die Nase. Seine rechte Hand schwebt über dem rechten Colt, und lauernd betrachtet er Jesse.

Ganz langsam nimmt Joel Woods seinen Kopf herum, bis er Jesse McLead im Blickfeld hat. Sein Gesicht ist voller Kälte:

»Du störst mich nicht noch einmal«, sagt er zischend. Und nun explodiert er doch noch. Man sieht, wie sich seine feisten Wangen spannen. »Sonst schieße ich dir den Kopf von deinem schmutzigen Hals, Indianer!«

Sein Blick funkelt Jesse an. Und Jesse weiß, wie ernst es gemeint ist. Doch den »Indianer«, nimmt er nicht hin, niemals und von keinem.

Er erschrickt auch nicht bei dem Zornesausbruch seines Bosses, denn Jesse McLead ist noch wilder und furchtloser als ein Wolf.

Nun jedoch, da er in seinem innersten Kern verletzt wurde, wirkt er ruhig. Nichts in seinem sonst so sprechenden Gesicht regt sich. Er wendet sich gleichgültig ab und greift mechanisch an die Krempe seines Stetsons. Und als er diesen Hut noch schlenkernd nach unten führt, so als würde er den Staub ausschlagen wollen, da sagt Joel Woods tödlich sanft:

»So nicht, Jesse, lass den Arm ruhig, du verfluchter Hund! Diesen Trick kenne ich. – Nicht bei mir!«

Ja, es ist ein Trick, den Jesse hier in seinem unbezähmbaren Zorn versucht. In seinem Ärmel steckt nämlich ein Messer. Wenn er den Arm abwärts schlenkert, so rutscht ihm das Messer in die Hand.

Jesse ist ein Meister mit dem Messer. In seiner Hand ist es eine gefährliche Waffe, die präziser und schneller als eine Revolverkugel fliegt.

Doch seinen Boss kann er nicht überraschen. Dieser hatte gedankenschnell seinen Coltkolben erfasst und nach hinten gebogen, sodass nun der Lauf durch den offenen Holsterboden auf Jesse zeigt.

Als dieser in die kalte, tödliche Mündung sieht, lächelt er. Es ist ein bitteres Lächeln. Dabei zerreißt die Staubkruste auf seinem Gesicht, seine Haut über den straffen Wangenknochen platzt auf, und ein dünner Blutfaden rinnt ihm über die linke Wange. Seine Hand hebt sich zeitlupenartig, setzt den Stetson tief in die Stirn und sinkt langsam zum Zügel zurück.

»Ich bin kein Indianer«, sagt er schrill. Das Lächeln ist auf seinem Gesicht verschwunden. »Sage nicht noch einmal Indianer zu mir, Boss! Verdammt, mein Vater war ein Weißer!«, ergänzt Jesse, der jetzt traurig aussieht.

»Schon gut, Jesse, aber droh mir nicht, und störe mich nicht noch einmal. Du hast immer dein Geld bekommen, ohne auch nur einmal dein Hirn zu strapazieren. Und Spaß hast du auch immer eine Menge gehabt. Aber ich bin der Boss. Ich muss für euch alle denken. Also, tanz nicht aus der Reihe, sonst wird es der größte Spaß, den du erlebst.«

Joel Woods nimmt die Hand vom Colt. Brutal gibt er seinem Pferd die Hacken und reitet an.

»Reiten wir! Machen wir uns einen Spaß, Jungs, denn bald geht die Arbeit wieder los! Frank, nimm das Ende!«

Müde rutschen die Pferde den Hang hinunter. Zwei Meilen reiten sie schweigend hintereinander. Joel Woods, Robin Wake, Jesse McLead und Frank Norris. Sie erreichen einen Weg, der direkt in den Ort führt.

»Schließt auf!«, ruft Joel Woods heiter.

 

 

2. Kapitel

 

Kurz vor dem Ort steht am Wegrand ein Schild. Mit einem glühenden Messer ist das Wort »Simeon« eingebrannt. Darunter steht noch:

Town and Ranch, Cherry County.

»Simeon?«, fragt Robin Wake und denkt: – So, wie unser Nachbar hieß, damals in Colorado Springs. – Er sieht sich als Kind, und seine Mutter fällt ihm ein. Da schluckt er heftig. Er schaut zu seinem Boss rüber und hat Angst, dieser könnte seine Gedanken erraten. 

Jesse McLead zuckt zum Colt, um in dieses Ortsschild einige Punkte zu schießen, die seiner Meinung nach dazu gehören. Frank Norris will ihn daran hindern:

»Lass das doch, Jesse. Wir wollen uns zuerst die Kehlen anfeuchten.«

»Du bist nicht der Boss«, faucht Jesse wild und reißt die Waffe hoch. Sein Schuss peitscht auf. Er grinst Frank Norris an.

»Also dann«, sagt Joel Woods hämisch, und sie reiten an.

 

 

3. Kapitel

 

Simeon ist mit seinen acht Häusern platzartig angelegt. Um diese Zeit liegt der Ort wie ausgestorben da. Wegen der grellen Sonne sind überall die Läden vor den Fenstern. Nur hinten im letzten Haus tönen Hammerschläge. Doch mit dem Schuss sind Ruhe und Stille gestört.

Gleich links aus dem ersten Haus, dem Post-Office, schallt ein fragender Ruf zu dem Mann, der mit einer weißen Schürze aus dem nächsten Haus auf der rechten Seite tritt.

Neben dem Saloon wohnt der Sattler. Auch er kommt auf die Straße gelaufen. Er sieht den Salooner und ruft:

»Was ist, Mike, war das bei dir?«

»Komm nur raus«, entgegnet Mike, der hier so etwas ist, wie in anderen Orten der Bürgermeister. »Da kommen Fremde. Sieh nur hin, Phil, vier Hartgesottene sind das.«

Nur im letzten Haus klingen die Hammerschläge weiter. Alle anderen Bürger stehen jetzt vor ihren Häusern. Sie sind alle Handwerker, die von der nahen Simeons Doppel-S-Ranch leben.

Ja, nur leben, denn zum Wohlstand reicht es nicht. Und sie würden sich auch mächtig freuen, wenn mal ein paar Fremde kämen, die ihr Geld im Ort ließen. Nur Leute dieser Art, die gerade in den Ort reiten, die mögen sie in Simeon nicht.

Eigentlich müssten jetzt die Bürger den vier Reitern entgegentreten, »Halt« rufen und sagen:

»Dreht um, Leute! Macht, dass ihr weiterkommt. Wir wollen euch hier nicht!«

Aber wer sollte es tun? Sie sind Handwerker, bequeme Bürger, die ihre Familien ernähren wollen. Einen Marshall gibt es hier nicht und einen Sheriff erst im weit entfernten Valentine. Jeder sorgt hier für sich selbst, und die Ranch sorgt für Arbeit und Verdienst.

Das ist schon alles.

So kommt es dann auch, dass bei den Bürgern hier in Simeon und später auf der ganzen Weide Verdruss entsteht, weil keiner da ist, der diese vier Banditen zum Weiterreiten zwingt.

Einer wäre vielleicht der Mann dafür. Das ist Mark Izard, der Vormann der Doppel-S-Ranch, doch der hat im Moment andere Sorgen.

 

 

4. Kapitel

 

Auf der Westweide der Ranch, deren Grenze einer der Quellflüsse des Snake River ist, wird seit Tagen an einer künstlichen Wasserstelle, zum Tränken der Rinder, gebaut.

Nebraska ist kein tropisches Land. Nein, es ist nur ein Gebiet, in dem der Sand die Landschaft formte und heute noch beherrscht. Trotz zahlreicher Seen ist es ein wasserarmes Land. Denn in heißen Sommern versiegen die Quellen, trocknen die vielen kleinen Creeks und Seen gänzlich aus.

Man behilft sich dann mit Brunnen, über denen eine Windmühle steht, die den Menschen und Tieren das Wasser schöpft. Nun, so eine großartige Sache bauen die Jungs von der Doppel-S-Ranch gerade.

Sie hätten es noch lange nicht getan, wenn sie nicht einen neuen Vormann vor die Nase gesetzt bekommen hätten.

Dieser Mann ist Mark Izard, ein großer schweigsamer Mann aus Wyoming. Ein ruhiger, sachlich denkender und sprechender Vorgesetzter. Und jeder von ihnen weiß, was hinter diesem Mann liegt: Cowboy und Vormann in Texas, Sheriff in Colorado, Weidedetektiv in Kansas, Bahnschutzpolizist in Nebraska und zuletzt Marshall in Glenrock in Wyoming.

Jetzt ist Mark wieder Vormann, und er ist es gern. Denn der Inhalt des Lebens besteht ja im Leben selbst und nicht darin, dass man immer wieder für andere seinen Schädel hinhält.

Das harte Leben auf der Ranch ist Kampf genug. Es befriedigt weit mehr, als immer nur Betrunkene einzusperren, Banditen zu jagen und Schießereien durchzustehen. Das kann man in seinen ersten Mannesjahren verkraften. Doch einmal kommt dann der Tag, an dem es einem zum Hals raushängt und man mehr möchte, als nur essen, trinken und den Revolver ölen.

 

 

5. Kapitel

 

In Glenrock berührte Mark die Liebe. Er erwarb eine kleine Ranch und führte seine Braut zur Kirche. Doch auf dem Wege dorthin fiel ein Schuss in das Gebimmel der Glocke. Sein Schwiegervater, der Marshall, starb in gleicher Sekunde.

Da verlor Mark alles, weil er den Stern nahm. Seine Braut wollte nicht auf einen warten, der am Ende auch nur ein Toter war.

Mark sühnte den Mord an seinem Schwiegervater und ritt weiter.

So traf er auf den Rechtsanwalt George Simeon, der von seinem älteren Bruder, Slim Simeon, die Doppel-S-Ranch geerbt hatte.

Aber als Laie konnte er sie nicht allein leiten. Mark Izard war ein bekannter Held, die Zeitungen hatten es weithin verkündet. Deshalb verpflichtete George Simeon Mark und wusste doch gleich, dass es kein schlechter Handel war.

Auch die Boys der Ranch wissen viel über Mark, und so ist sein Beginn hier nicht erschwert. Nur von seiner Herzensangelegenheit ahnen sie nichts.

Und wenn Mark Izard ein schweigsamer, vielleicht sogar verbitterter Mann ist, so doch nur in seinem Innersten selbst. Er spricht nur das Nötigste und lacht selten und doch kann sich keiner beklagen, dass es störte. Mark packt überall mit an und macht bei sich selbst keinen Unterschied. Die Mannschaft ist fest in seiner Hand.

Aber sie lieben ihn nicht. –Noch nicht, und als sie dazu bereit sind, sich für ihn in Stücke schießen zu lassen, da geht Mark.

Und wieder ist eine Lady schuld, dass sein Trail noch nicht zu Ende ist.

 

 

6. Kapitel

 

Für heute ist die Arbeit hier getan, jetzt gilt es, das Material zur Verschalung des Brunnens heranzuholen. Mark teilt die Reiter ein und reitet selbst zur Herde auf der Coyotenweide.

Zurück aber bleiben die beiden Jungen: John Logan Simeon, der Sohn des Ranchers und Lee Kinney, der kaum achtzehn Jahre alt ist. Dies beiden sollen schon die Vorarbeit leisten, während ihre Partner von der Ranch Pfähle und Bretter holen.

Der Ranchersohn ist dem ungebildeten jungen Cowboy weit überlegen. Aber Lee macht das nichts aus. Er himmelt John fast an und glaubt ihm alles, was dieser aus seiner Zeit in Omaha erzählt. Umgekehrt jedoch, ist John froh, dass ihn wenigstens einer ernst nimmt.

 

 

7. Kapitel

 

John sieht nach dem Fortritt der Cowboys und seines Vormannes von seiner Arbeit auf und dehnt gähnend seine Glieder.

»Hör auf, Lee«, raunt er angewidert, »man soll nichts übertreiben. Lee, hörst du? Nicht in der Arbeit und nicht in der Liebe. Mensch, Lee, hör mal zu. Du kennst doch die Kleine von dem alten, trottligen Sattler. Du, die scheint auch aus ihren Kleidern zu wachsen.«

Lee sieht ihn zwar bewundernd an, aber er hat noch deutlich den Befehl seines Vormanns in den Ohren.

»John, Mister Izard hat uns einen klaren Auftrag gegeben, wir müssen …«

»Du bist da falsch informiert, Lee. Bin ich nun ein Cowboy für ein paar Dollar Lohn oder Sohn vom Rancher, der Neffe von Old Slim? Du bist mein Freund, Lee. Du brauchst nicht zu arbeiten, wenn ich es so will. Dafür hat mein Vater seine Leute, wie diesen Oberschinder Izard. Das ist auch kein Mister Izard, Lee. Mich haben die Leute in Omaha mit Mister angesprochen, und sie haben vor mir den Hut gezogen. Mein Gott, Lee, nun hör doch endlich auf! Du machst mich noch ganz krank.«

Er bringt den Jungen dazu, die Arbeit liegen zu lassen. Reden kann John. Und so kommt es, dass die beiden kurze Zeit später auf ihren Pferden sitzen und den Weg zum Ort einschlagen.

Lee ist überzeugt, dass sie zurück sind, ehe Dale und Lawton mit dem Holz von der Ranch wieder da sind, und dass dann mit vier Leuten die Arbeit schon fertig sein wird, ehe es Abend ist.

»Ich bin mit dem Mädchen verabredet, Lee. Du sollst mal sehen, wie sie mir nachrennt.«

So prahlt John. Sie reiten eine Abkürzung und jagen dann, einen kleinen Bogen schlagend, etwas später als die vier Banditen, aus der gleichen Richtung kommend, in den Ort.

Sie sehen die vier Pferde am Holm vor dem Saloon und Lee sagt: »Fremde! Sieh nur das Brandzeichen, John. Das kennen wir hier gar nicht. Wo ist denn dein Mädchen? Unsere Zeit ist doch verdammt knapp.«

Doch John denkt nicht mehr an das Mädchen. Sein Ziel ist der Saloon. Der war eigentlich von Anfang an sein Ziel gewesen, er hatte es Lee nur verschwiegen. Momentan fasziniert ihn das Wort »Fremde«.

Als Städter ist er Leben und Treiben gewohnt, aber nicht das einfache, harte und schweigsame Einerlei des Rancherlebens. Menschen, die nicht aus Simeon stammen, die von wer weiß woher kommen und die das Land kennen, das alles verbirgt sich hinter dem Wort »Fremde«. Ja, er sehnt sich nach einem Gespräch mit Menschen, die keine Cowboys sind. So lenkt er sein Pferd auf den Zügelholm zu.

»Mal reinschauen, wer sich in dieses Kaff verirrt hat, Lee. Endlich einmal andere Gesichter.«

Er sagt es fröhlich und voller Hoffnung, und Lee fühlt die Bitterkeit in dem Freund, für den das Cowboy-Leben wirklich kein Leben ist.

Er denkt: Lass ihn mal reinschauen. Fünfzehn Minuten höchstens. Dann zum Sattler, auch nur für fünfzehn Minuten. Dreiviertel Stunde zurück, das macht insgesamt zwei Stunden. Es könnte klappen.

---ENDE DER LESEPROBE---