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Ein MINTmachbuch für Kinder und Jugendliche im Projekt: Wissenschaft für ALLE! In Band 3 unternehmen Pablo und Violetta einen Ausflug ins Wissenschaftsmuseum und treffen einen Klassenkameraden, den sie noch nicht sehr gut kennen. Es ist Henri. Als sie das Magische Labyrinth betreten - und mehr über Tastsinn, Gehör und Sehvermögen lernen - erfahren Pablo und Violetta auch, dass hinter Henris seltsamem Verhalten mehr steckt, als man auf den ersten Blick sieht. Henri hat eine andere, empfindliche Sinneswahrnehmung - eine sogenannte sensorische Verarbeitungsstörung. Das Nervensystem eines jeden Menschen empfängt und verarbeitet ständig Informationen aus der Umwelt über unsere Sinne, wie Sehen, Hören, Berühren, Schmecken und Riechen. Henri nimmt dies alles etwas anders wahr. Gemeinsam lernen die drei Neues über Gefühle, Akzeptanz und darüber, was uns so besonders macht. Insgesamt behandelt diese Serie verschiedene wissenschaftliche Themen (auf altersgerechtem Niveau - ab 7 Jahre), die von der Biologie des Menschen bis zur Ökologie reichen. Zusätzlich thematisiert die Buchreihe auch den Umgang mit Misserfolgen, Teamarbeit, Mut, Eifersucht und Diversität. Das Buch lässt sich zu der sog. MINT-Themenbuchreihe zählen. (MINT = Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik) - im Englischen STEM. Neben "Wissenschaft für ALLE!" versteht sich das Buch auch als Beitrag zu Kultur, Verständigung, Diversität, Freundschaft und sozialer Kompetenz und trifft damit den aktuellen, öffentlichen Diskurs sowie den Zeitgeist.
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Seitenzahl: 45
Veröffentlichungsjahr: 2024
Band: Wie man Freunde gewinnt
Band: Gedankenrallye
Band: Auf Schallwellen reiten
Band: Die Welt der unsichtbaren Mitbewohner (in Vorbereitung)
Band: Wettrennen im Weltraum (in Vorbereitung)
Deutsche Erstausgabe Weltkultur Verlag
aus dem Amerikanischen von Axel C. Brüggemann Andrea Brüggemann
Für alle, die sich in Henri wiedererkennen. —T.G.
Für meine Brüder, Craig and Jay. Ich bin jetzt zweifelsohne der Favorit.
—R.B.
Kapitel 1
Kapitel 2
Kapitel 3
Kapitel 4
Kapitel 5
Kapitel 6
Kapitel 7
Kapitel 8
Kapitel 9
Kapitel 10
Quiiiiiiiiiietsch!
Der Schulbus der Neuenburger Grundschule kam plötzlich zum Stehen. Pablo und Violetta wurden nach vorne geworfen.
»Ich dachte, wir würden nie ankommen«, stöhnte Pablo und räkelte sich. Die beiden besten Freunde schnallten sich ab und schauten aus dem Fenster. Autos, Busse und Taxis hupten, während sie durch die Straßen sausten. Die Menschen eilten die Stufen hinunter, um die U-Bahn noch zu erwischen. Der Geruch von Hot Dogs erfüllte den Bus.
Endlich waren sie in der Stadt angekommen. Nächster Halt:
Das Naturkundemuseum!
»Können wir jetzt endlich aussteigen?« Violetta hüpfte ungeduldig auf ihrem Sitz auf und ab.
»Hoffentlich!«, meinte Pablo. »Es ist schon ein Jahr her, dass ich das letzte Mal hier war.«
»Bei mir ist das auch schon so lange her. Erinnerst du dich noch daran, was wir alles über Viren gelernt haben? Und wie schnell sie sich auf der Welt verbreiten können?«, fragte Violetta.
»Ja genau,« antwortete Pablo. »Ich bin gespannt, was wir dieses Jahr dort sehen werden.«
Pablo und Violetta waren nicht die Einzigen, die aufgeregt waren. Der Bus war erfüllt von den aufgeregten Stimmen der Drittklässler von Herrn Eng. Es war der erste Schülerausflug in diesem Jahr, und alle saßen schon seit über einer Stunde im Schulbus.
Herr Eng stand in der ersten Reihe auf und hob seine Hand, um für Ruhe zu sorgen.
»Okay, liebe Klasse,« begann er. »Es ist Zeit, sich in Teams1 zusammenzufinden. Erinnert ihr euch an die Zweierreihen, die wir vorhin geübt haben?«
»Ja, Herr Eng!«, antwortete die Klasse.
Pablo and Violetta bildeten immer ein Zweierteam. Eigentlich machten sie einfach alles gemeinsam.
In der Pause wurde Fußball gespielt oder Seil gesprungen. Und auf dem Heimweg von der Schule teilten sie sich immer eine saure, saftige Gurke aus dem Neuenburger Tante-Emma-Laden. Seit kurzem half Pablo Violetta beim Spanischlernen. Und beide liebten alles, was mit Wissenschaft zu tun hatte. Pablo träumte davon, Astronaut zu werden und ins Weltall zu fliegen. Violetta war fest entschlossen, Wissenschaftlerin zu werden und so viele Krankheiten wie möglich zu heilen.
»Listo? Fertig?«, fragte Violetta. »Bist du bereit?«
»Muy bien! Sehr gut!«, antwortete Pablo.
Der Spanischunterricht begann Früchte zu tragen.PablonahmdieHandseinerbestenFreundin und sie spürten, wie ihre Beine mittlerweile schon an den Sitzen klebten.
»Komm, Henri!«, rief Violetta in den hinteren Teil des Busses. In der letzten Reihe saß ein Junge in einem hautengen schwarz-grünen Superheldenkostüm. Zwei blaue Augen blitzten hinter einer silbernen Maske über die Sitze des Schulbusses.
»Neues Kostüm?«, fragte Pablo mit einem Grinsen im Gesicht, als Henri nach vorne ging.
»Ja genau!«, antwortete Henri. »Mein anderes hat ein Loch unter dem Arm.«
Es gab eine ungerade Anzahl von Schülern in der Klasse, also nahm Herr Eng Henri mit ins Team von Violetta und Pablo.
Pablo versuchte immer, nett zu Henri zu sein, der etwas anders war als die anderen Kinder. Manchmal bekam er grundlos Wutanfälle, vor allem im Sportunterricht oder in der Pause. Und er konnte im Unterricht nie lange still sitzen und aufmerksam bleiben. Aber Pablo wusste, wie es ist, anders zu sein. Er hatte sich anders gefühlt, als seine Klassenkameraden, besonders an dem Tag, als er zum ersten Mal von Puerto Rico nach Neuenburg gekommen war. Zum Glück hatte er Violetta kennengelernt. Sie fand es cool, dass Pablo anders war.
»Es ist jetzt Zeit, die Maske abzunehmen«, sagte Herr Eng zu Henri, als sie aus dem Bus stiegen.
Henri hielt die Maske mit beiden Händen fest.
Herr Eng kniete nieder.
»Ich weiß, dass du deine Maske gerne trägst.
Aber die Regeln für das Betreten des Museums sind die gleichen wie für das Betreten der Schule. Keine Kopfbedeckung, und das heißt auch keine Maske«, erklärte Herr Eng. Aber Henri rührte sich nicht.
»Bitte… «, sagte Herr Eng.
Henri seufzte und nahm langsam die Maske ab. Er schüttelte sein gewelltes blondes Haar aus, als er Herrn Eng die Maske reichte.
»Danke!«, sagte Herr Eng lächeld.
»Es ist so laut hier draußen«, beschwerte sich Henri und hielt sich die Ohren zu.
Violetta lächelte und nahm Pablo und Henri an die Hand. »Kommt schon, beeilt euch! Los geht's!«, rief sie.
Das Trio eilte hinein.
1Team: Ein Team ist eine Gruppe von Menschen, die zusammenarbeiten, um ein gemeinsames Ziel zu erreichen. Stell Dir vor, Du spielst Fußball und Du bist Teil dieser Mannschaft - Teil dieses Teams. Hurra!
»Grrrrrrrr!«, knurrte Violetta. Sie hob die Hände und ahmte den großen T-Rex nach, der in der Eingangshalle des Museums stand.
Henri zuckte zusammen.
»Hey! Mach das nie wieder!«, rief Henri und runzelte die Stirn. »Du hast mich erschreckt.«
»Tut mir leid, das wollte ich nicht«, erwiderte Violetta.
»Das war nur ein Scherz«, fügte Pablo hinzu.
»Okay ... aber ... es ist schon laut genug hier drin«, sagte Henri.
