Auf zur Lesepause! - Barbara Felke - E-Book

Auf zur Lesepause! E-Book

Barbara Felke

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Beschreibung

Kurzgeschichten zum Entspannen und schmunzeln sorgen für eine Ablenkung vom Alltag. Eine Rolle spielen: Bello der Hund und seine Familie, der Schlossbesuch von Egon und Maria, der Prinz Kunibert stellt sich vor und Osterhasi möchte auch mitwirken. Mehr als 20 Geschichten in unterschiedlicher Form sind zu finden.

Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:

EPUB
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Seitenzahl: 168

Veröffentlichungsjahr: 2024

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Barbara Große-Coosmann

Auf zur Lesepause!

Impressum

Alle Rechte der Verbreitung, auch durch Film, Funk und Fernsehen, fotomechanische Wiedergabe, Tonträger, elektronische Datenträger und auszugsweisen Nachdruck, sind vorbehalten.

Für den Inhalt und die Korrektur zeichnet der Autor verantwortlich.

© 2024 united p. c. Verlag 

ISBN e-book: 978-2-0000-0088-4

Umschlagfoto: www.pixabay.com

Umschlaggestaltung, Layout & Satz: united p. c. Verlag 

www.united-pc.eu

Abserviert

Es ist ein kalter stürmischer Wintertag. Der Schnee liegt nach mehreren Wochen Schneefall und Kälte meterhoch am Straßenrand. Fußgänger bahnen sich ihre Wege zum Teil selbst. An anderen Stellen geht man wie auf einer Schiene, weil rechts und links an Gehweg, der Schnee aufgetürmt liegt. Anwohner haben lange an dieser Form des Weges gearbeitet. Tägliches nach schüppen gehört seit dem ersten Schneefall zur Pflicht, will man den Durchgang erhalten. Die weiße Pracht strahlt Helligkeit, Glanz, Kälte, Macht und Vorfreude aus. Freude auf das nächste Wochenende, denn da geht es herauf auf den Berg, um dort die ganz Zeit mitten im Schnee genau das zu machen, was der Alltag nicht zulässt. Einfach die Beine baumeln lassen und trotzdem jedes Detail des Winters auszukosten.

Der Blick aus dem Fenster bringt auch im Arbeitsalltag ein Licht hervor, dass Optimismus und Frohsinn wachsen lässt. Endlich ist der trübe Herbst vergangen.

Er war in diesem Jahr grau, dunkel und kalt. Ganz zu schweigen von dem ständigen Regen. Einfach überflüssig. Die Tage bis zum Wochenend vergehen durch den ständigen Schneefall ziemlich zügig. Die Schauer sind im Moment kürzer, aber sehr wird kunstvoll. Das Wochenende beginnt mit einer Taxifahrt zum fünf Sterne Hotel auf dem Berg. Natürlich nicht ganz auf der Spitze, aber hoch oben über dem Tal. Gut gelegen für alle Winteraktivitäten. Schon der Blick auf das Hotel von außen löst wohlige Gefühle aus.

So etwas wie Harmonie, Freude, Wärme und ein Stück weit Liebe zur Situation, die aber nicht nach einem Haltepunkt verlangt, sondern nach wohligem Fortlauf der Dinge. In der Eingangshalle des Hotels zeigen sich namhafte Gesichter zwischen Mr. und Mrs. Nobody und anderen Gästen. Die Zimmer sind gut eingerichtet.

Im Haus gibt es einen Wellnessbereich mit Sauna und Schwimmbad. Es ist überall schön warm, obwohl man sich ohne Probleme auf die Wärme in der Sauna freuen sollte. nach kurzer Erkundung der offiziellen Räume geht es hinaus in das schöne Weiß. Gut eingepackt in Schneezeug trotzt man der Kälte. Der Sturm ist hier oben nicht zu spüren, dafür ist man den Wolken zum Greifen nah. Die umspielen ganz klar mit ihrem schleierhaften Weiß den Gipfel. Hier in der Nähe des Hotels gibt es eine riesige weiße Fläche, unter der sich Rasen vermuten lässt, auf der man Schneefrauen und -männer erbauen kann genauso wie Iglus und Schneeburgen. Der Anblick einiger fertiggestellter Skulpturen lädt uneingeschränkt zum Nachmachen ein.

So geht es volle Pulle los ins Getümmel. Der Schnee haftet super. Nach einiger Arbeit ist das Gebilde fertig.

Der Weg führt zur Gondel, die Ski sind angeschnallt. Du meine Güte, die Wartschlange ist grad extra lang. Der Blick schweift hungrig durch die Gegend. Er saugt jedes Detail der Umgebung auf. Oh da! Was war das? Etwas hat sich im Gebüsch bewegt. Mit geduldigem Blick erkennt man das Hinterteil eines Hirsches, dessen Geweih sich schon vorher im Wald versteckt hat. Ski treten im Gedränge übereinander. Die Gondel ist besetzt, der andere Weg mit dem Sessellift frei. Also, nichts wie los, ab in den Lift nach oben getragen werden. Und wieder die Aussicht! Wunderbar fesselnd hängen die Augen in den Wipfeln der Bäume.

Manchmal kann man auch auf den Boden des Waldes sehen, leider erscheint im Vorbeiflug kein Reh oder eventuell der verschwundene Hirsch. Das kleine Tal, über das der Sessellift transportiert, wird von einem Bach durchlaufen, der durch die verschneiten Ränder eher zu einem kleinen Rinnsal geworden ist. Oben angekommen holpert der Lift über die Aufhängung und gibt die Mitfahrenden frei. Sie verteilen sich auf verschiedene Stellen, schließlich gibt es starke Differenzen zwischen den Pisten. Schnell die ausgehängte Karte studiert und los geht die Abfahrt hinunter ins Tal. Der Wind zeigt sich eisig im Gesicht der restliche Körper ist gut geschützt. Die Beine vibrieren, der Skifahrer steht wie auf Federn, fährt abwärts über Huckel und Loipen, hält sich dabei in guter Stellung. Gerade erst gedacht und schon fast verloren, so ist es mit der Haltung, weil der Schnee zwischendurch etwas gefroren und hart daherkommt.

Bis auf einen kurzen Ausrutscher ist bei der Ankunft im Tal alles gut gegangen. Die Zeit läuft weg. Jetzt aber schnell! Der Lift will schließen! Die Fahrt zurück wird sofort ohne Pause angetreten. Das ist auch nicht so schlimm, weil der oben am Berg getrunkene Tee versucht, sich seinen Weg nach außen zu bahnen. Der Druck wird immer größer! AAh! Das war ein Erlebnis.

So schnell wie das heiße Getränk draußen kalt wurde, war verblüffend. Schwups, schon am Ende des Weges angekommen. Bis zum Hotel ist es nicht mehr weit. Die Ski werden verstaut, die wohlige Wärme der Eingangshalle bringt in Windeseile den Kopf zum Glühen. Tor leuchten die Wangen, die Stirn tut weh! Oh Gott! Meine Lippen! Jetzt braucht man ńen Tee. Das fast vergessene wird nachgeholt. Wunderbar leicht und ohne Schneezeug geht es hinunter ins Restaurant. Nach einem kurzen Abstechen an die Bar wird der Platz gewechselt. Es geht an einen Tisch ganz in der Nähe des offenen Kamins. Nach der Kälte genießt man die Wärme noch mehr als sonst.

Das Essen wird bestellt. Zufällig bekommt der Nachbartisch das Gleiche aufgetischt. Die Bedienung wünscht zwischen den Tischen stehend: „Guten Appetit!“ Schmunzelnd wendet sie sich mit einer übertriebenen Verbeugung ab. Mein Nachbar und ich schauen uns an. Ohne ein Wort miteinander zu sprechen, fangen wir zu essen an. Unsere Teller stehen unter ständiger Beobachtung, zunächst von uns beiden.

Als wir dann aufstehen, um genauer sehen zu können was der andere noch essen muss, kommen in Sekundenschnelle die übrigen Restaurantgäste als Publikum dazu. Es bilden sich Chöre, die wechselseitig fordern und schreien. Der Ansporn ist riesig, bomfäktionös! Ich kaue und schlucke – bin voll nervös.

Ich muss husten so ein Verdruss, wenn ich bloß nicht verlieren muss. Der Blick zur Konkurrenz ist nicht mehr möglich. Der Druck ist hoch. Das ist gigantisch. Plötzlich ein Schreien, Gejubel um mich: „Abserviert, abserviert, vollständig abserviert!“ Der Nachbar ist sauer. Im tut der Magen weh. Mit geht es gut! Ich werde gelobt, die Menschen freuen sich!

Die Nacht ist kurz, der Morgen hell. Der Spaziergang im Wald ist schön! Er zeigt Geister, die am Boden wachsen oder in den Bäumen hängen, aber den

verschwundenen Hirschen zeigt er nicht. Direkt nach der Rückkehr ins Hotel geht es ins Taxi, vorbei der Kraftquell.

Ausflug mit Folgen

„Bist du bald fertig Egon?“ „Bist du bald so weit?“ „Ich bin fertig! Wir können losfahren!“ „Egon! Wo bist du denn wieder? Der Bus fährt gleich los und auch ohne uns. Also mach schon!“ Aufgeregt durchsucht sie das Badezimmer und findet ihren Mann kurz darauf halb angezogen im Schlafzimmer. „Ach da bist du ja! Mach jetzt wir müssen los!“ Als sie den Bus erreichen, werden alle Gäste auch schon von der Reiseleitung begrüßt. Mit sämtlichen Utensilien ausgestattet, die man gebraucht, um gute Bilder einzufangen kommen Egon und Maria am Schloss an.

Die Gruppe wird kurz darauf vom Schlossführer durch sie Gemächer geleitet. Das Schloss ist umgeben von einer riesigen Mauer, in die in unterschiedlichen Abständen Ornamente gearbeitet worden sind. Groß und erwartungsvoll thront das Schloss auf einem Bergmassiv. Dann der Moment auf den Maria schon lange gewartet hat. Der Schlosseingang und die dahinter liegende große an einen Saal erinnernde Eingangshalle. Das gigantische Tor besteht aus Holz, ist zweiflügelig und so dick wie ein kleiner Baum. Das Knatschen des Tores ist wie Musik in ihren Ohren.

Schon die erste Eingangshalle inspiriert Maria den Fotoapparat zu zücken. Ein großer Ventilator erinnert Maria daran, dass sie nicht mehr im Mittelalter leben.

Apropos! Wo ist eigentlich Egon? Im Augenblick kann sie ihn, ach doch, da ist er ja! Gut, dass er als Einziger ein rotes Cappy trägt. In solchen Momenten liebt sie ihren Mann für seine Eigenwilligkeit.

Schnell noch ein paar Fotos gemacht. Von: 

x Den Fliesen mit denen im Eingangsbereich ein wappenähnliches Muster gelegt wurde.

x Den Wandteppichen, die in Nischen besonders gut zur Geltung kommen.

x Der Gesamtperspektive des Raumes.

„Meine Güte, der könnte doch auch ein bisschen langsamer gehen!“, brabbelt Maria vor sich hin, als sie von links im nächsten Moment Bestätigung bekommt.

Eine etwa gleichaltrige Frau ist auch mit Fotoapparat im Einsatz. Gespannt lauschen sie den Worten des Führers, um dann wieder die Eindrücke technisch einzufangen. Diesmal sind sie im Blauen Salon. In dem es wirklich alles nur in blau gibt. Die Fensterbänke sind ganz massiv gemauert, man könnte meinen ein Baum möchte darauf wachsen. Dann kommt Egon zu Maria.

„Nah! Kannst du auch genug Fotos machen? Nicht dass es nachher zu wenig sind.“ „Hey! Das geht hier zwar alles ziemlich schnell, aber ich drücke so oft wie möglich aufś Knöpfchen. Wir haben später bestimmt genug zu gucken. Es ist doch echt prima hier, oder?“

„Mir gefälltś hier auch. Ich hab's mir anders vorgestellt.“ „Also mir gefällt es hier auch total gut!“, meldet sich die Frau mit dem Fotoapparat zu Wort.

Erstaunt gucken die beiden, als sie sofort hinzufügt:

„Ich bin Marianne und scheinbar genauso burgenbegeistert wie sie!“ Freundlich lächelnd reicht sie die Hand, die aber von keinem der Zuhörer geschüttelt wird. Oh, wo sind die anderen geblieben?

Sie durchlaufen einen langen Flur in dem endlich eine Ritterrüstung aufgebaut ist. So, jetzt kann man den Burgführer wieder hören. Glück gehabt!

In diesem Raum ist ein riesiges Wandbild der Blickfang.

Umrandet von goldenen Girlanden räkelt sich eine Jungfrau auf einer Wiese. Der Sprecher ist gnadenlos schnell und im nächsten Moment auch schon wieder weiter gegangen. Marianne sagt: „Ich habe gerade eine Idee. Hier nehmen sie meine Karte für die Adresse, ich dachte, vielleicht können wir uns das ein oder andere Foto zuschicken. Bei der Geschwindigkeit kriegt man nur die Hälfte drauf.“ Maria nahm die Karte: „Die Idee hätte von mir sein können. Ein grandioser Gedanke.“

Dabei suchte sie in ihrer Handtasche nach einem Zettel, auf dem sie ihre Anschrift notieren kann. Sie hält sich den Kopf fest, als würd er gleich zu einer Seite abfallen.

„Oh, was ist los?“ „Ach, das ist nur mein blöder Kopfschmerz. Der kriegt gleich sein Futter und dann ist Ruhe. Also wo hab ich nur was zu schreiben?“ „Echt!

Machen wir das? Oh, da bin ich ja schwer begeistert.

Ich kann die Adresse auch in meinem Handy notieren, wenn sie auf mein Kommando deutlich sprechen, haben wir im Nu das Problem gelöst.“ Da kommt eine mittelalterlich gekleidete Frau um die Ecke. Sie trägt einen Bauchladen mit verschiedenen Dingen bei sich.

„Ups! Wir haben schon wieder die Gruppe verloren!“

Sie gehen den Turm nach oben. Die Wendeltreppe verleiht das nötige Feeling. Auch wenn man sie im Schweinsgalopp erklimmt. Ach, da ist Egon! Mit einer liebevollen Umarmung meldet Maria sich bei ihm an.

Das Burgfräulein begleitet die Gruppe von jetzt an. Der Verkauf lohnt sich scheinbar. Immer wieder gehen Besucher zu ihr, um etwas zu erstehen. Da hält Maria sich wieder den Kopf. Egon schaut sie verwirrt an. „Nur meine Kopfschmerzen. Die sind ja gleich wieder weg!“, sagt sie. Die Aussicht ist an dieser Stelle phänomenal.

Untern liegt eine Stadt, die man ähnlich der Vogelperspektive sehen kann. Wunderbar reiht sich der Wald in das Bild ein. Das besondere Highlight ist die Besteigung eines Wachturms. Boh, von hieraus geht der Blick noch weiter und dann auch noch in alle Richtungen. Diesen Augenblick genießen Egon und Maria mit ihren Ferngläsern umso mehr. Voller Begeisterung schwenken sie damit und wechseln den Standort, ohne die Gläser von den Augen zu nehmen.

Dabei stoßen Maria und Marianne zusammen.

„Entschuldigung!“, entfährt es Maria, während sie sich die Nase reibt. Jetzt erkennt sie mit wem das Missgeschick passiert ist. „Ach du bist das!“ „Oh! Zu dumm von mir. Wir duzten uns ja gar nicht.“ „Aber wir könnten es doch einfach dabei belassen.“ „Waho! Find ich Klasse!“, bestätigt Maria. Sie besichtigen den Schlossgarten mit seinem professionell beschnittenen Grünzeug. Da steckt jede Menge Arbeit drin, geht es Egon durch den Kopf. Auf der anderen Seite der Gartenanlage stehen sie vor einem Bootsverleih. Der bietet neben Paddel- oder Segelbooten auch Kanufahrten an. Gerade als sich Egon und Maria über die Ausleihe eines Paddelboots unterhalten ruft eine bekannte Stimme: „Wartet bitte! Wartet auf mich!“ Es ist Marianne, die offenbar Anschluss sucht. Das Ehepaar taucht einen Blick, sie verschieben ihre Entscheidung. Völlig außer Atem sagt sie: „Könnt ihr mich mitnehmen? Ich würde auch gern Boot fahren.

Meine Güte, wie lange bin ich nicht mehr gesegelt. Das wäre eine super Sache!“ „Wir hatten an ein Paddelboot gedacht!“ „Also wegen meiner können wir ruhig segeln. Ich bin bis vor zwei Jahren regelmäßig mit so einem Ding herumgefahren. Ich kann's bestimmt noch.

Keine Bange!“ Und ohne weiter darüber zu diskutieren, ging für die drei der Segelturn los. Es ging durch den Burggraben und über den Fluss. Die Landschaft – echt traumhaft. Mit Alleecharakter, unscheinbaren Bootsanlegern und natürlich anderen Böötkesfahrern, die ihnen auf der Fahrt freundlich zu winken. Die Burg erscheint aus dieser Perspektive noch größer, aber detaillierter. Der ganze Aufbau des Objektes ergibt ein eindrucksvolles Bild. Erst jetzt erkennen sie wie viele Türme die Burg zieren. Während Marianne hauptsächlich mit dem Steuern und Navigieren des Bootes beschäftigt ist, leisten die beiden kleine Hilfsdienste und fotografieren wie die Weltmeister.

Durch einen Holperer wäre Maria fast über Bord gegangen, aber glücklicherweise nur fast. Sie konnte sich gerad noch an der Reling festhalten. Leider war die Bootsfahrt viel zu kurz, aber sie mussten ja auch noch den Bus erreiche. Glücklich verlassen sie das Boot.

Auf dem Weg zum Bus bekommt Maria wieder die Kopfschmerzen. Gerade als sie nach einer Tablette sucht, muss sie sich übergeben. Egon steht neben ihr und wird genau wie sie leichenblass. Besorgt greift er ihr unter die Arme. Zuhause angekommen besteht er darauf, dass sie am nächsten Tag zum Arzt geht.

Schließlich hat sie das Problem schon länger.

Nach verschiedenen Untersuchengen steht die Diagnose fest. Maria hat einen Hirntumor.

Augenblicklich ist es vorbei mit der Leichtigkeit.

Schwierige Wochen und Monate sind die Folge. Aber Marianne sorgt für Abwechslung im Alltag. Sie schickt ihr immer wieder Fotos vom Ausflug, aber auch von ihrer Familie. Durch die Kontakte zu ihr gibt es in den schweren Stunden Auflockerung und Freude. Die drei werden am Ende der Therapie unzertrennliche Freunde und besuchen sich so oft es geht. Sie überlegen, wie sie den Weg zueinander verkürzen könnten, aber zuhause aufgeben wollen sie nicht wirklich. Bis sie sich aus reiner Neugier auf die Besichtigung einer Altersresidenz einlassen. Erstaunt nehmen sie die Erleichterungen des Lebens in einer solchen Einrichtung wahr. Obwohl sie vor kurzem noch strikt dagegen waren, bewohnen Egon und Maria heute eine Altersresidenz. Sie sind sehr zufrieden und freuen sich weiterhin auf den Besuch von Marianne.

Da ist er wieder,

der Drache Langzahn. Aus seinem Versteck hervor gekrochen fliegt er durch die Luft und meckert vor sich hin. Die Worte, die ihm entrinnen sind wirklich sehr, sehr unfreundlich, sodass sie an dieser Stelle nicht wiederholt werden. Ach du meine Güte, er hört überhaupt nicht mehr auf zu meckern. Wahrscheinlich ist etwas Schlimmes passiert. Am besten wäre jetzt, jemand würde zu ihm gehen und mit ihm über alles sprechen, aber scheinbar traut sich keiner. Ist ja auch kein Wunder. In letzter Zeit hat Langzahn öfters Feuer gespuckt und gaaaanz fürchterlich gepupst. So pöööööp. Ganz schrecklich laaange und alle waren froh, dass er nicht gleichzeitig mit seinem feuerspeienden Kopf in die Richtung geschaut hat.

Bestimmt wäre alles in helle Flammen aufgegangen.

Früher hat er das gemacht, aber scheinbar daraus gelernt nur noch zu furtzen, wenn er geradeaus schaut oder nicht gleichzeitig Feuer spuckt. Manchmal in ganz schwierigen Situationen will ihm das nicht so gelingen, hat er gesagt, und davor haben wahrscheinlich alle Angst. Bis jetzt hat sich noch keiner heraus getraut oder so. Oh, Achtung gerade tut sich etwas. Ja da kommt ein Junge oder doch ein Mädchen, im Augenblick ist es noch nicht so deutlich zu sehen. Langzahn ist gelandet, scheint eine Verschnaufpause einzulegen und jetzt ist alles deutlich zu erkennen: es sind zwei Personen, die sich auf den Weg zu ihm machen. Ein Junge und ein Mädchen. Aber um alles in der Welt das wird doch nicht meine Tochter sein. Ist die denn völlig von allen guten Geistern verlassen. Nein, ist nicht meine Tochter, aber mein Sohn mit einer Freundin meiner Tochter. Die Mädchen sehen von hinten fast gleich aus, weil sie oft auch die gleiche Kleidung tragen, jedenfalls von hinten.

Mutig treten sie dem Dinosaurier gegenüber.

Hoffentlich passiert denen nichts. Man hab ich ńe Angst um meinen Sohn das ist ja nicht mehr schön.

Puh, erstmal tief durchatmen. Kopf hoch. Es passiert schon nichts. Okay. Meine Güte Langzahn was ist nur mit dir los? Dein Geschimpfe hört man schon von weitem. Entsetzt versteckt er seine Schnauze unter seinem linken Vorderbein und wird dabei ganz lang.

Och wollte ich nicht. Wollte keinen wecken oder so.

Geweckt hast du uns auch nicht. Es ist mitten am Tag.

Wir wollen dir gerne bei deinem Problem helfen. Du hast doch ein Problem oder nicht? Ja ich hab ein Problem“. „Siehste das wussten wir. Also schieß los!“

„Wieso schießen?“ „Nein das sagt man einfach nur so.

Sags einfach was los ist“. „Das Problem ärgert mich schon seit längerem. Aber heute nach dem Frühstück ist es wieder so richtig schlimm geworden. Weiß nicht was ich gemacht habe. Wahrscheinlich zu sehr in die Sache reingearbeitet, auf jeden Fall ist mir seitdem so komisch. Hab Hunger, aber mir ist auch irgendwie schlecht. Ach, das ist nicht das Problem. Oh, oh, wie soll ich das nur sagen. Ich trau mich nicht!“ Da entfährt ihm ein riesiger Furzt. Das Getröte will nicht mehrenden, so scheint es. Es ist dieses Mal so laut, dass Winnie und Elsa nicht verstehen was Langzahn gesagt hat. Sie halten sich die Nasen zu, drehen sich etwas von ihm weg, holen Luft und bitten Langzahn das Ganze noch einmal zu wiederholen nur ohne Furzt. Er setzt an und tatsächlich lassen sich die Worte hören. Er sagt: „Es ist wie in den letzten Jahren kurz vor Weihnachten. Ich hab allen gesagt sie sollen mir sagen, was sie sich zu Weihnachten wünschen, und jetzt weiß ich nicht wie ich das alles hinkriegen soll. Im letzten Jahr hatte ich auch schon fürchterliche Kopf- und Bauchschmerzen von der ganzen Angelegenheit und dieses Jahr ist es noch schwieriger, weil einige sich nichts wünschen oder zumindest bis jetzt nichts gesagt haben. Elsa und Winnie gehen näher zu ihm und streicheln seine riesigen Beine. „Oh, du armer Kerl. Das ist wirklich nicht schön, aber bei uns ist es so, dass wir auch eine Frist haben bis zur Abgabe des Wunschzettels und wenn man das nicht macht, bekommt man auch nichts!“ „Wie machen die das wirklich?“ „Klar machen die das! Bei meinem Bruder ist das schon mal vorgekommen. Da hat der Weihnachten aber ganz schön geweint. Bei uns sagen die das auch immer, aber meine Schwester ist noch einmal mit einem blauen Auge davongekommen.“ „Warum?“ „Die hatte die Frist auch überschritten, zwar nur um einen Tag, aber außerdem hatte sie den Wunschzettel auch noch mit dem Computer geschrieben, das war nicht gut!“ „Wieso dürft ihr das nicht?“ „Nein! Auf gar keinen Fall. Ist strengstens verboten. Das Christkind will das handgeschrieben haben. Möglichst mit Verzierungen und so!“ „Ach du liebes Bisschen. Das ist ja richtig anstrengend. Da muss man ja nachdenken. Und dann macht man alles und kriegt nichts von dem, was man sich gewünscht hat“. „Find ich auch bescheuert.“ „Ja gefällt mir auch nicht. Das mit den Geschenken gefällt mir schon, außer ich muss sie selbst kaufen. Dann kann es meinetwegen auch ausfallen dieses Weihnachten.

Das ist mir auch zu viel Arbeit“. „Aber, aber wenn man das Richtige geschenkt hat“, meldet sich Langzahn.“ Ist es soooo schön anzusehen, wie sich der andere freut!“

„Das stimmt, aber sonst. Naja, sieh einfach zu das du mit deinen Dingen klarkommst. Tschüß. Und auf gar keinen Fall den Kopf in den Sand stecken Langzahn.

Hast du gehört?“ „Ja geht klar Winnie. Tschüß Elsa!“

Das kleine Männchen