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Wir rasen durch den Tag - und wundern uns am Wochenende: Ei, wie schnell vergeht die Zeit! Und dabei haben wir so viel erlebt, dass wir es kaum verarbeiten können. "Augenblicke im Leben" möchte uns sensibilisieren, die kleinen Momente im Leben wahrzunehmen. Situationen, Denkanstöße und Menschen wollen unser Leben bereichern. Wir wollen uns Zeit nehmen, nachempfinden und die dabei entstehenden Gefühle wahrnehmen, denn das macht uns reich. "Augenblicke im Leben" gibt uns Werte für unser Leben und stellt uns immer wieder Gott oder Jesus, egal wie wir sagen, gegenüber. "Augenblicke im Leben" ist für uns ein Wagnis, aber ein lohnendes, bereicherndes. Leben ist etwas Phantastisches, bei dem wir nie aufhören sollten, es zu entdecken.
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Seitenzahl: 144
Veröffentlichungsjahr: 2017
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Vorwort
Auf dem Rummelplatz
Wo bist du geboren?
Geburtstagsvorbereitungen
Geburtstage
50. Geburtstag
Klassentreffen
Entscheidung für Jesus
Wie ist Gott?
Gut – besser – am schlechtesten?
Das Verkehrsschild
Abendlicher Gang zum Briefkasten
Der Penner auf der Bank
Der arme Mann
Viel Geld
Elternliebe
Das Glück der Atheisten - Psalm 73 – einmal anders
Häuser bauen
Abschied
Umzug
Der Junge, der nicht mehr spielt
Das 1 x 1 des Lebens
Der kaputte Kassettenrecorder
Sich anlehnen dürfen oder allein sein müssen?
Aus dem Leben eines Apfelbaums
Immer das Gleiche – oder doch nicht?
Wachsen und reifen
Eindrücke im Altersheim
Alle Jahre wieder
Die kleine Flamme
Adventskalender
Thamar in Bethlehem
Advent in der Straßenbahn
Heilig Abend (24. Dezember)
Küsse vom Weihnachtsmann
Im Kinderzimmer
Seltener Unfall auf Station 3
Segenswünsche
Der ständige Begleiter
Ein Hallo in der Wüste
Peinlich, peinlich
Lesen gelingt nicht
Zwei Euro sind weg
Moderne Ernte
Gesetz und Gefühl – der Laptop
Das Bild des Winters
Licht wollen und nicht wollen
Mit 55 schon zu alt?
Wie ist das zur Wiederkunft Jesu?
Ich sitze im Hochwald auf einem Jagdsitz. Die Jäger mögen es mir verzeihen, aber als Pfadfinder „muss“ ich immer wieder mal auf einen erhöhten Sitz. Ich möchte die Natur sehen, auch die „bewegliche“, also auch die scheuen Tiere. Ich verspreche auch, den Sitz so zu verlassen, dass man nicht negativ feststellen muss: Hier saß ein Rowdy.
Ich sitze auf diesem Hochsitz. Vor mir liegt eine Schonung. Um mich herum stehen hohe Fichten, ab und zu auch eine Buche. Ständig suche ich den Boden nach etwas Beweglichem ab. Ständig sehe ich mir die Bäume an. Ich entdecke Zapfen, unterschiedliche Grasfarben, Mulden und Hügelchen. Die Zeit vergeht, vielleicht eine knappe Stunde. Da! Da bewegt sich etwas. Ein Fuchs schlendert durch den Hochwald. Er kommt und setzt sich direkt unter meinen Sitz; er putzt sich erstmal. Ich falle fast vom Sitz, soweit muss ich mich vorbeugen. Alles geht gut. Als er meint, es reicht jetzt, schlendert er weiter. Irgendwoher findet er einen kaputten Gummiball. Damit spielt er ein paar Mal, dann verschwindet er ins Dickicht der Schonung. -Das war ja ein tolles Erlebnis im Wald. Ich bin innerlich ganz ruhig geworden und freue mich. Schon deshalb, denn manchmal sehe ich kein Tier, sitze ich gern am und im Wald.
Was ist daran besonderes? Jeden Tag oder besser jede Nacht „schlendern“ die Füchse durch den Wald. Jeden Tag äsen die Rehe auf ihren Wiesen. Und jeden Tag biegen sich die Bäume im Wind. Das stimmt alles, aber wir merken es nicht. Kaum einer registriert es, brauchen wir gewöhnlich auch nicht. Aber diese kleine Begebenheit zeigt mir, dass es im Alltag so viel Interessantes und Bereicherndes zu sehen gibt und dass ich eigentlich so viel verpasse. Schade!
Ich möchte Sie zum Anhalten bewegen, zum einfach Hinsetzen, zum Beobachten des Augenblickes. Manches spricht uns an und hinterfragt sogar. Über anderes können wir schmunzeln. Aus manchen Augenblicken entstehen Wachträume. Diese kleinen Momente bringen aber Würze in unseren Alltag und lassen ihn gleich besser und schöner werden. Dazu sollen diese Seiten in diesem Büchlein anregen:
Wir dürfen das Getriebe unseres Lebens verlangsamen, vielleicht sogar anhalten.
Wir dürfen sehen, was es auch noch gibt, was uns so auffallen könnte.
Wir dürfen die kleinen Augenblicke des Lebens genießen und erleben, dass sie wie Miniurlaub sind.
Gott schenke es Ihnen.
Übrigens: Wenn Sie die Geschichten mögen, aber die Stichworte am Anfang und die Fragen zum Schluss nicht, dann vergessen Sie einfach das „Drumherum“ und genießen die Geschichte. Nehmen Sie sich diese Freiheiten.
Stichworte: Leben mit Gott, Nachhaltigkeit, Schein und Sein
Wiedermal findet in meiner Kleinstadt ein Rummel statt. Eigentlich gehe ich da nicht hin, nicht weil ich so etwas schlecht finde, sondern weil ich für die Fahrattraktionen einfach kein Interesse habe. Als Kind hat mich das eine oder andere schon mal gereizt, aber als Erwachsener finde ich diese Geschäfte nicht interessant. Aber dieses Jahr bin ich doch zum Rummel gegangen. Ich wollte kein Los kaufen, auch wollte ich kein Kettenkarussell oder Riesenrad fahren. Ich wollte einfach nur mal so gucken. Ich fand meinen kleinen Besuch als sehr interessant. Neu war mir ein Angebot für Kinder: Sie konnten in einen riesigen durchsichtigen Ball steigen, der auf dem Wasser schwamm. Der Ball wurde verschlossen und sie konnten sich darin bewegen, laufen, krabbeln, hinfallen und liegen und wieder aufstehen. Ich fand diese zwei Bälle mal eine andere Idee als die gewöhnlichen Angebote. Natürlich erinnerte ich mich beim Autoscooter an meine wenigen Fahrten. Auch auf dem Kettenkarussell fuhr ich als Kind einmal. Erst als Erwachsener bestieg ich ein kleines Riesenrad. Buden fürs Luftgewehrschießen oder zum Büchsen- und Ringewerfen habe ich immer bewundert. Versucht habe ich es nie, da war mir das Risiko zu groß, dass mein Einsatz nichts bringt. Auch die große Schaukel war nichts für mich. Dagegen fuhr ich gern Gespensterbahn. Ich war einfach zu nüchtern, um mich von ein paar herunterhängenden Fäden oder von einem nach vorn kippenden Gerippe beeindrucken zu lassen. Zuckerwatte, Lebkuchenherz und Brausewasser kaufte ich nie, das hat mir nichts gegeben. So „besuchte“ ich die Fahrgeschäfte, sah sie mir an – und ging dann wieder.
Auf dem Nach-Hause-Weg hatte ich so manchen Gedanken zu meinem Rummelbesuch: Wir sollten als Christen auf den Rummel gehen. Er hat uns eine Menge zu unserem Glauben zu sagen:
Wir sehen, wie man sich recht schnell bewegt, sich aber nur um sich selbst gedreht hat.
Wir sehen, wie manches einfach so abgeschossen wird. Hoffen wir, dass das Gewehr in die richtige Richtung gehalten wird.
Wir sehen, wie man dem anderen in die Karre fährt und dabei noch lacht.
Wir sehen, wie manches aufgeblasen wurde, aber so gut wie nichts dahinter steht.
Wir sehen, wie schnell man hoch hinaus kommt – aber auch ganz schnell unten auf dem Boden der Tatsachen landet.
Wir sehen, wie man versucht, dem anderen Angst zu machen. Und manchmal klappt es auch.
Wir sehen, wofür man viel Geld ausgeben kann und dafür so wenig erhält. Warum spenden wir es denn nicht gleich?
Wir sehen, dass viel Geschrei auch wieder vergeht. Wozu dann?
Wir sehen, wie manches umgeworfen wurde und trotzdem wieder aufgebaut wird.
Wir sehen, wie viel Schausteller uns etwas verkaufen wollen, uns aber nichts fürs Leben bieten.
Wir sehen, dass vernünftig gedachte Worte nur beim Bier gesagt werden, aber durch die Betäubung nicht gelebt werden können.
Wir sehen, wieviel Leute das falsche Los ziehen und dafür nichts bekommen, außer einen Zettel, der sie daran erinnert.
Wir sehen, wie man scheinbar fliegt, aber dabei nicht vorwärts kommt.
Wir sehen, wie man den eigenen Adrenalinspiegel reizt, dabei nur die Gefühle trifft, vielleicht noch den Magen, aber nicht das Herz – unsere Einstellung.
Ist das alles? Oder gibt es noch etwas, was wir nicht sehen? Wir können jeden Satz für das Leben übertragen. Der Rummel – ein guter Prüfstand für unser Leben.
Zum Nachdenken: Welche Gedanken und Gefühle habe ich, wenn ich an Rummel denke? Muss das Leben immer tief und fest gegründet sein oder sollten wir nicht auch mal oberflächlich leben?
Stichworte: Gerechtigkeit, Nutzen des Lebens
Mann 1 wurde in Deutschland geboren. Er hatte noch eine Schwester und wuchs mit Schulbildung und Berufsausbildung auf. Als alter Mensch durfte er noch bis 87 sein Rentnerdasein genießen.
Mann 2 wurde in Mali geboren. Er kannte sein Leben mit dünnen Beinen und dickem Bauch. Sein ständiger Begleiter war mehr oder weniger ein Hungergefühl. Er versuchte zu arbeiten und ein paar Münzen nach Hause zu bringen. Leider starb er mit 23 Jahren.
Mann 3 wurde in Japan geboren. Er erlebte strenge Schulbildung in Schuluniform. Dann studierte er. Sein Jugendleben hatte ein Thema: Lernen in der Schule fürs Leben. Schließlich war er ein Bereichsleiter bei Toyota. Japan war stolz auf ihn.
Mann 4 wurde in Bulgarien geboren. Zunächst ging es ihm gut: Schulbildung und Berufsausbildung. Dann kam die politische Wende: Man war zwar freies Land, hatte aber kaum noch Lebensabsicherung. Trotzdem kam er mit dem Wenigen durch und durfte seinen Altenteil bei seinen Kindern genießen.
Mann 5 wurde in Afghanistan geboren. Er lebte und arbeitete im elterlichen Besitz. Als er 16 war, wurde ihm ein Mädchen – sie war 13 – gegeben. So richtig konnte er sie nicht lieben, aber der männliche Trieb übermannte ihn: er hatte mit ihr 8 Kinder. Leider starb eins. Schreiben und Lesen konnte er nicht; ein Schulbesuch war für ihn nicht möglich. Mann 6 wurde auf Tokelau in der Südsee geboren. Sobald er ein bisschen Kraft fühlte, ging es mit den anderen Männern hinaus aufs Meer. Auch sonst half er, wo er nur konnte. Schulbildung? Fehlanzeige. Seine Bildung erfuhr er durch die Lebenserfahrung der Älteren.
Mann 7 wurde zwar in Italien geboren, allerdings in einem Zirkus. Seit frühester Kindheit lernte er irgendwelche Kunststücke: mit sieben Bällen jonglieren, auf Stelzen laufen, auf Schweinen reiten. Radschlagend „ging“ er durchs Zirkusdorf. Seine schulische Bildung geschah an verschiedenen Orten, je nach dem wo sie gerade standen. Zumindest konnte er lesen und schreiben und etwas rechnen. Kunst und Glamour waren sein Leben.
Und die anderen?
Frau 1 wurde in Pakistan geboren. Sie hatte noch 9 Geschwister. Das Wort „Schule“ kannte sie nicht. Sie wusste: Eine Frau ist für die Hausarbeit und zur Befriedigung des Mannes da. Den bekam sie auch, allerdings erst mit 14. Sie kannte ihn vorher nicht, ihr Vater suchte ihn für sie aus; er war ein anständiger Kerl. Von ihm bekam sie 6 Kinder.
Frau 2 wurde in China geboren. Da sie das dritte Mädchen in der Familie war, durfte sie eigentlich nicht leben. Sie hatte Glück: Sie war überaus sportlich. Nach der intensiven Schulbildung ging sie auf die Hochschule für Körperkultur, Bereich Schwimmen. Sie wurde mit Chemie vollgepumpt – und wurde eine von Chinas erfolgreichen Schwimmerinnen.
Frau 3 wurde in den Niederlanden geboren. Sie lernte das Leben einfach zu nehmen wie es ist. Das half ihr in der Schule, im Beruf, in der Familie (zwei Kinder) – überhaupt im Leben. Alles musste praktisch sein, klar und eindeutig. So lebte es sich am besten. Frau 4 wurde in Brasilien geboren. Sie ging zur Schule, auch wenn es nicht selbstverständlich war. Leben bedeutet Emotion: Karneval, Feiern, Jubeln – und auch Trauern. Aber eins war noch wichtig: Ihr katholischer Glaube. Es gehörte zum Leben, bestimmte Regeln einzuhalten; so verlangten es die Priester.
Frau 5 wurde in Somalia geboren. Sie gehörte in eine christliche Familie. Lesen, Schreiben und etwas Rechnen lernte sie. Sie war glücklich. Eines Tages wurde sie von Männern mitgenommen. Entweder wurde sie Muslimin oder sie musste sterben.
Eigentlich wollte sie lieber sterben, aber sie musste jetzt ein Kopftuch tragen und moslemisch leben. Mit dem ihr zugeteilten Mann musste sie ein Kind nach dem anderen austragen. Sie fühlte sich missbraucht. Aber im Herzen blieb sie Christin.
Frau 6 wurde in Sambia geboren. Sie wusste nicht, was Brot ist. Täglich aß sie einen Brei aus Süßkartoffeln. Allerdings gab es auch Tage ohne Essen. Sie wurde kränklich und schwach. Eines Tages stand sie nicht mehr von ihrem Flecken Lehmboden auf, sie atmete nicht mehr.
Frau 7 wurde in einem Palast geboren, vielleicht in London oder in Madrid oder in Monaco oder in Stockholm. Sie wurde nicht nur als Baby gecremt und gepudert. Eine Hauslehrerin gab ihr in allen möglichen Fächern Unterricht. Sie fühlte es: Sie war etwas Besseres als alle Menschen, die sie in ihrer Stadt manchmal – aus einem Auto heraus – sah.
Und du? Oder auch Sie? Jeder nach seiner Umgebung! Was bedeutet das?
Fragen zum Nachdenken: Was können Sie zu Ihrer Umgebung beitragen? Wichtiger: Was machen Sie aus Ihrem Leben? Warum tun Sie was? Welche Ziele haben Sie im Leben?
Stichworte: Sympathie, Antipathie, Freunde
Sven hat bald Geburtstag. Er weiß ganz genau, wie lange es noch dauert: noch 14 Tage. Natürlich freut er sich darauf. Er denkt: „Ach, könnte nicht jeder Tag Geburtstag sein? Schade, dass ich nur einmal geboren bin.“ Aber im nächsten Augenblick – er rutscht auf die andere Stuhlkante – denkt er: „Wen kann ich alles einladen?“ Und während er so nachdenkt, holt er schnell einen großen Zettel und einen Stift, denn er will alle genau aufschreiben, damit er niemand vergisst: Zu meinem Geburtstag sollen kommen:
Paule – der spielt gut Fußball
Kalle – sein Banknachbar
Robbi – den brauchen wir, denn wenn er wieder Witze erzählt, können wir wieder lachen
Schwengler – wie hieß er mit Vornamen? – ach nee (er streicht ihn wieder durch)
Karsten – der muss mit dabei sein, sonst ist er eingeschnappt
Bohne – nicht (er streicht ihn wieder durch)
Frieder – vielleicht schenkt er mir Einige von seinen Briefmarken?
Blattlaus (er hieß eigentlich Knut, weil er aber so klein war und überall durchhuschte, nannten sie ihn Blattlaus) – Oh, ja, der fetzt.
Nun war Sven zufrieden, ja – er freut sich schon darauf. Und freudestrahlend schraubt er sich nach oben und geht zu Mutti: „Hier, Mutti, ich hab’ mal alle aufgeschrieben, die zu meinem Geburtstag kommen sollen.“ Mutti liest. Sven wartete voller Spannung. „Schön, dass du Kalle eingeladen hast.“ „Das ist ja auch mein Banknachbar!“ – „Wie heißt der hier?“ „Den habe ich doch durchgestrichen!“ „Und wer war das?“ „Welcher? Ach, Schwengler.“ „Du meinst Rudolph!“ Kopfnicken. „Ich kam nicht auf seinen Vornamen.“ „Und warum darf er nicht kommen?“ „Ach, der. Der stinkt ein bisschen. Außerdem drängelt er sich überall hinein. Den brauchen wir nicht.“ Die Mutter liest schweigend weiter. „Und warum darf Bohne – wie heißt er? – nicht kommen?“ „Alwin? Den hab’ ich doch auch durchgestrichen! Das siehst du doch!“ „Ja! Was gefällt euch an Alwin nicht?“ „Sein Vater ist ein Assi, weißte, der verqualmt alles. Seine Mutter, so sagte er uns mal, säuft. Da geht er am liebsten immer raus. Das könne er nicht mit ansehen. Der bringt uns doch ganz miese Stimmung.“
„Weißt du, Sven, in meiner Bibel steht eine interessante Geschichte.“ Die Mutter holt ihre Bibel und blättert, bis sie Lukas 14, 16-23 findet: „Es war ein Mensch, der machte ein großes Abendmahl und lud viele dazu ein. Und er sandte seinen Knecht aus zur Stunde des Abendmahls, den Geladenen zu sagen: Kommt, denn es ist alles bereit! Und sie fingen an alle nacheinander, sich zu entschuldigen. … und konnten nicht kommen.
Und der Knecht kam zurück und sagte das seinem Herrn. Da wurde der Hausherr zornig und sprach zu seinem Knecht: Geh schnell hinaus auf die Straßen und Gassen der Stadt und führe die Armen, Verkrüppelten, Blinden und Lahmen herein. Und der Knecht sprach: Herr, es ist geschehen, was du befohlen hast; es ist aber noch Raum da. Und der Herr sprach zu dem Knecht: Geh hinaus auf die Landstraße und an die Zäune und nötige sie hereinzukommen, dass mein Haus voll werde.“
Sven verstand, was der Heiland mit dieser Geschichte sagen wollte und so lud er auch Rudolph und Alwin ein, obwohl ihm das nicht so richtig zusagte.
Übrigens wurde das ein toller Geburtstag mit viel Spaß, auch mit Rudolph und Alwin.
Zum Nachdenken: Warum gibt es Menschen, die uns unsympathisch sind? Wie kommt man mit Menschen zurecht, die man nicht leiden kann?
Stichworte: Geburtstage, Besonderheiten, Gemeinschaft
Solche großen Tage im Leben können sehr unterschiedlich ausfallen. Neulich dachte ich:
„Wie verschieden hast du bisher deine Geburtstage erlebt?“
Der Rahmen ist immer derselbe, egal wer aus der Familie Geburtstag hat. Wenn wir zusammen sind, gibt es für das „Geburtstagskind“ einen kleinen Gabentisch, meist mit einer Torte und einer Kerze vervollständigt. Manchmal stehen auch Blumen dabei.
Natürlich nehmen wir uns etwas Zeit, die Geschenke zu betrachten und zu gratulieren.
Das ist der eine Eckpunkt an so einem Tag. Den zweiten Eckpunkt finden wir am Nachmittag: Natürlich das Kaffeetrinken. Hier wird die Torte angeschnitten. Meistens findet dieses Kaffeetrinken in Familie statt, manchmal sind Bekannte unsere Gäste. Seit 1994 macht mir meine Frau eine hervorragende Torte: Eine selbst hergestellte exzellente Schwarzwälder Kirschtorte. Auch sie ist mittlerweile Tradition geworden, zumindest, wenn wir zu Hause feiern. Wenn an diesem Tag viel Zeit ist, z. B. ein Sonntag oder ich mir frei nehmen kann, unternehmen wir gemeinsam etwas. Gemeinsam heißt, alle, die gerade zu Hause sind und können. Übrigens freue ich mich auch über Blumensträuße. Es ärgert mich immer, wenn ich einen bekomme und den Zusatz hören muss: Für deine Frau. Nicht dass ich ihr die Blumen nicht gönne, ab und zu kaufe ich auch einen für sie, aber mich ärgert das Klischee: Blumen sind für Frauen.
Da ich im August Geburtstag habe, waren wir als Kind oft bei unserer Oma in Mecklenburg. Wir luden unsere Freunde ein, dazu gab es meistens Obsttorte und wir machten Tischspiele. Bei schönem Wetter gingen wir auch hinaus. Das war immer so, wenn wir bei Oma waren. Ein kleiner Höhepunkt.
1978 waren wir zu meinem Geburtstag in der Hohen Tatra. Unterwegs habe ich immer gern Geburtstag gefeiert, weil schon die Umgebung anders als zu Hause war. An diesem Tag machten wir natürlich auch eine Wanderung. Ich wünschte mir, dass ich Gemsen sehen könnte. Und es wurde mir geschenkt: Auch wenn sie ziemlich weit weg am
