AugenLicht Dunkle Abgründe - Roxana Walker - E-Book

AugenLicht Dunkle Abgründe E-Book

Roxana Walker

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Beschreibung

Die etwas tollpatschige Merlina schafft es nicht immer sich in der Welt zurechtzufinden, besonders Ordnung und Pünktlichkeit machen ihr zu schaffen, dabei wären gerade das als junge Studentin wichtige Eigenschaften. Neben den alltäglichen Problemen einer jungen Frau plagen sie aber noch ganz andere Dinge. Realistische Träume, die oft visionsartig auftauchen, die spezielle Art Gefühle anderer Personen wahr zu nehmen und eine unheilbare Krankheit, die sie seit dem Kindesalter begleitet, machen ihr das Leben zusätzlich schwer. In der Blüte ihres Lebens stellt sie sich tapfer den Herausforderungen, die der Alltag so mit sich bringt. Eines Tages aber nimmt das Schicksal seinen Lauf und verändert ihre so sorgfältig aufgebaute Scheinwelt für immer.

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Seitenzahl: 189

Veröffentlichungsjahr: 2018

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Roxana Walker

AugenLicht Dunkle Abgründe

 

 

 

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Inhaltsverzeichnis

Titel

Impressum

Prolog

Kapitel 1 - Zauber der Nacht

Kapitel 2 – Gute Zeit, schlechtes Timing

Kapitel 3 – Nächtliche Begegnung

Kapitel 4 – Irische Kobolde und andere unangenehme Überraschungen

Kapitel 5 – Eisige Küsse

Kapitel 6 – Eine schicksalhafte Entdeckung

Kapitel 7 – Die Chance auf ein neues Leben

Kapitel 8 – Wunden einer Seele

Kapitel 9 - Verloren

Kapitel 10 – Zurück ins Licht

Kapitel 11 – Die Dunkelheit breitet sich aus

Kapitel 12 – Ein Blick durch das Spiegelwasser

Kapitel 13 – Betrug unter Freunden

Danksagung

Impressum neobooks

Impressum

Erste Auflage

© 2018 Sandra Zavodnik (Syn. Roxana Walker)2020 Hollabrunn, Tannenweg [email protected]: Sandra ZavodnikAll Rights reserved

www.roxanaswelt.com

Prolog

Früher, wenn es blitzte, wollte ich immer ganz vorne am Fenster stehen. Am liebsten wäre ich einfach in den Garten gelaufen um die Regentropfen auf meiner Haut zu spüren und den Donner zu fühlen, wie sein Echo in meinem Körper dröhnt. Später, ich war schon etwas älter und mutiger, stellte ich mich auf die Terrasse um die zügellose Entfesselung von Energie besser beobachten zu können. Mit jedem Gewitter traute ich mich ein Stück weiter weg von dem kleinen Vorstadthaus, in dem meine Familie mit mir wohnte. Das Gefühl wie der prasselnde Regen meine dichten Haare Stück für Stück durchdrang war einfach atemberaubend, die kühle und feuchte Luft, der frische Duft und das Gefühl von nassem Gras zwischen den Zehen, einfach wunderbar. Ich liebte diese Eindrücke so sehr, dass ich mir oft sogar an den sonnigsten Tagen Regen wünschte. Am wohlsten fühlte ich mich, wenn es in der Nacht regnete, die Dunkelheit verlieh dem Regen etwas geradezu Magisches. Solche Nächte fühlten sich für mich an, als ob man mich an eine Ladestation angeschlossen hatte, all meine verbrauchte Energie kehrte zurück und durchströmte mich, ich fühlte mich dann wie das pure Leben, frei und unbeschwert, so wie ein kleines Kind sich eigentlich immer fühlen sollte.

Kapitel 1 - Zauber der Nacht

Es war eben eine dieser regnerischen Nächte vor so vielen Jahren, ich muss ungefähr fünf gewesen sein, die mich aus meinem unruhigen Schlaf riss. Ich wachte auf als der Regen an mein Fenster trommelte, mir war heiß und mein Nachthemd war völlig durchgeschwitzt, die Luft in meinem Zimmer war so stickig und trocken wie ein Dachboden im Sommer. Ich setzte mich im Bett auf und überlegte was ich gerade geträumt hatte, doch es fiel mir nicht mehr ein. Träume noch einen Moment länger festzuhalten war beinahe so, als wolle man Rauch mit bloßer Hand fangen, ich träumte sehr viel, doch nur selten blieben die Erinnerungen daran zurück. Ich hielt mich besonders gerne in meiner persönlichen Traumwelt auf, oft war sie mir lieber als die reale Welt. Wurde ich aus dem Schlaf herausgerissen, fühlte es sich für mich an, als würde ein kleines Stück von mir plötzlich verloren gehen. Ich seufzte. Vorsichtig tastete ich mich zu meinem Fenster und öffnete es, um die kühle Luft hereinzulassen. Ich ließ mein Nachthemd auf den Boden fallen, und zog mir ein trockenes T-Shirt von meinem großen Bruder an. Vorsichtig tapste ich über den Boden, mein Gewand und meine Spielsachen lagen weit verstreut im Zimmer und für unaufmerksame Füße konnte dies hier eine echte Stolperfalle sein. Ich war froh, dass meine Füße sich wie von selbst trittsicher auf den Weg machten. Auf Zehenspitzen schlich ich an meinen Eltern vorbei und musste kichern. Ich hörte sie schnarchen, ja meine Mama und mein Papa schnarchten um die Wette, das war irgendwie süß, also wagte ich einen Blick durch die offenstehende Tür. Eng aneinander gekuschelt lagen sie in ihrem bunt geblümten Bettzeug. Sie bekamen Garnichts mit vom Regen, ihr Fenster befand sich unter einem Dachvorsprung. Ich drehte mich um und setzte meinen Weg in Richtung Wohnzimmer durch den Gang fort. Leise öffnete ich die Terrassentür und trat hinaus in den Garten. Der feuchte Atem der regnerischen Nacht umfing mich wie ein sanfter Schleier und zog mich zu sich ins Gras. Ich legte mich in die nasse Wiese und starrte hinauf in den schwarzen Himmel. Der Regen tropfte mir ins Gesicht und nur wenige Minuten später war das T-Shirt völlig durchnässt. Kalt war mir aber nicht, ich genoss es, Teil dieser nächtlichen Naturlaune zu sein. Mein Haar, welches meine Mutter am Abend mühevoll glatt gebürstet hatte warf jetzt wilde, nasse Locken rund um mein Gesicht und ein sanfter Wind zupfte an mir, freudig schloss ich die Augen. Ich liebte dieses Wetter. Ich kuschelte mich ins nasse Gras und lauschte den Geräuschen der Nacht, ich fühlte mich so leicht und unbeschwert, und gleichzeitig so geborgen, ich erlaubte der Schwerelosigkeit Besitz von meinem Körper zu ergreifen, Dunkelheit umfing mich wie schwarzer Samt, und plötzlich löste sich etwas in mir auf, eine Art Mauer fiel in sich zusammen und ich verlor den Halt, ich hatte das Gefühl zu fallen, unendlich tief zu fallen.