Außerhalb der Schatten - Mandy Jolien Hard - E-Book

Außerhalb der Schatten E-Book

Mandy Jolien Hard

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Beschreibung

Sie ist zurück und die Rache gehört allein nur ihr. Nadia holt erneut zum Schlag aus und trifft das unvorbereitete Team hart. 6 Monate gefangen, gequält, gebrochen. Dr. Damien Taylor, oder was von ihm übrig ist, gefoltert, um ein einziges Ziel zu verfolgen. Das Leben seiner einst besten Freundin zu zerstören. Doch gibt es da jemanden, den die Russin zu fürchten lernt. Eine Geheimgesellschaft, die alles daran setzt, das Serum zu bekommen. Sie sehen alles und jeden! Wird es ihnen gelingen, ihr Ziel zu erreichen? Neue Verbündete, neue Feinde und eine neue Liebe, die trotz der Schatten erblüht. Leidenschaftlich, Schmerzvoll und Düster geht der Kampf für die Freunde und gegen die Schatten weiter. Nur wer zusammhält, wird am Ende noch stehen. feelings_books_love Ich habe dem zweiten Teil mit Herzrasen entgegen gefiebert und meine Vorfreude wurde während des Lesens in beständige Freude umgewandelt. Dieses Buch ist so vielseitig, es vereint Superhelden, Liebe, Kampf, Veränderung und Hass. So etwas habe ich noch nie zwischen zwei Buchdeckeln gefunden. buch_zaubergarten

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Seitenzahl: 339

Veröffentlichungsjahr: 2021

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AußerhalbderSchatten

Wir wollen Krieg

© 2021 MJ Hard

1. Auflage

Autor: Hard, Mandy Jolien

Umschlaggestaltung: Nina Hirschlehner,nh_buchdesign

Verlag: tredition GmbH, Halenreie 40-44,

22359 Hamburg

ISBN: 978-3-347-19395-6

Printed in Germany

Das Werk, einschließlich seiner Teile, ist urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung ist ohne Zustimmung des Verlages und des Autors unzulässig. Dies gilt insbesondere für die elektronische oder sonstige Vervielfältigung, Übersetzung, Verbreitung und öffentliche Zugänglichmachung.

Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek:

Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen

Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.dnb.de abrufbar.

Außerhalb der Schatten Serie

Teil 1 – Das ist erst der Anfang

Teil 2 – Wir wollen Krieg

Teil 3 – Alles brennt

Playlist

Eisbrecher – Verrückt

Eisbrecher – Zwischen uns

Madonna feat. Justin Timberlake & Timbaland -4 Minutes

Nickelback – Far away

Nickelback – Trying not to love you

Ed Sheeran – Shape of you

Keri Hilson – I Like

Skillet – Monster

Hurts – Somebody to die for

Sara Bareilles – Brave

P!nk & Adam Lambert - Whataya Want FromMe

Ginuwine – My Pony

Silbermond – Krieger des Lichts

Against the Current – Uptown Funk

Against the Current - See you again

Chord Overstreet – Hold on

Danksagung

Wahnsinn wann ist das passiert?

Wann kam es dazu, dass ich Teil 2 geschrieben habe?

Wohl schon kurz nach der Veröffentlichung von Teil 1. Das Buch ist zwar nicht direkt durch die Decke gegangen, doch jeder der es gelesen hat, war hellauf begeistert. Die Frage, wann es denn, weiter geht, kam direkt auf. Eigentlich wollte ich ja erstmal ein anderes Projekt schreiben und Teil 1 seinen weg finden lassen. Doch wurde ich animiert, direkt mit Teil 2 anzuknüpfen.

Irgendwie kommt es mir noch fremd vor, so als wäre das schon ewig her. Doch nein das war erst Ende Juni, das die ersten Außerhalb der Schatten – Das ist erst der Anfang – lesen konnten.

Mein Dank geht raus an alle, die sich für mich stark gemacht haben. Die jeden meiner Schritte verfolgt und auch unterstützt haben.

Danke an die Testleser, mein Bloggerteam und meinen Mann, die aktiv zu diesem Band beigetragen haben. Danke Maddie das du dich durch meine Wirrengedanken gegraben hast, das du immer für mich da bist, wenn ich dich brauche. Danke für deine tollen Kommentare, die mich immer zum Lachen oder Weinen bringen.

Danke Sis das du immer an meiner Seite bist, es rührt mich immer noch zu tränen, wenn du sagst, das du Stolz auf mich bist. Du weißt, ohne dich wäre alles nur doof.

Danke Marie für deine ehrliche Kritik, die mich hoffentlich noch weiter über mich hinaus wachsen lässt.

Danke an alle die Werbung gemacht haben, aktiv mit gearbeitet haben oder „nur“ Vorbild zu einem der Charaktere waren.

Vor allem auch dank an Dich, denn du, machst es erst möglich, das die Reihe weiter geht.

1. Kapitel

Seniorenresidenz – Fort Myers

Alex genoss die warmen Sonnenstrahlen auf ihrer Haut. Es war wie Baldrian für die Seele und im Vergleich zu New York schien die Luft hier so rein. Eine leichte Meeresbrise wehte über den kleinen Strand der Seniorenresidenz. Doch störte das die junge Brünette nicht.

„Nicht das du noch einen Sonnenbrand bekommst Liebes.“

Alex setzte sich auf und sah über den Rand ihrer Sonnenbrille zu ihrer Grams rüber.

„Dieses Sorgen machen hört wohl wirklich nie auf?“, meinte sie mit einem sanften Lächeln auf den Lippen.

„Ich finde ich bin schon bedeutend entspannter geworden“, sagte Maria.

Alex schüttelte nur schmunzelnd den Kopf. Es war schön zusehen, dass ihre Grams hier so glücklich war. Eigentlich wäre es ihr lieber gewesen, wenn Maria in eine Seniorenresidenz in New York gezogen wäre. Da hätte sie öfter nach ihr sehen können, aber sie war überstimmt worden. Wenn sie heute so zurückdachte, empfand sie es immer noch komisch. Sie hatte mit ihrer Grams, ihrem Vater, Ian und Grace an einem Tisch gesessen und über Marias aktuelle Lebenssituation geredet. Nachdem was mit Dean passiert war, stand außer Frage, dass Maria nicht in ihre alte Wohnung zurücksollte. Auch wenn die Halbitalinierin für ihr Alter noch sehr fit war, so war es doch nicht schlecht, hier betreutes Wohnen zu haben. Außerdem war sie hier unter gleichaltrigen und konnte ihr Leben wirklich mal in vollen Zügen genießen. Ganz abgesehen davon, war sie hier in Sicherheit, wie sie alle hofften.

Auch nach 6 Monaten war immer noch keine Spur von Nadia zu finden, ob das eine gute oder schlechte Sache war, konnte Alex noch nicht sagen. Wenn sich aber eins in den letzten Wochen geändert hatte, dann, dass sie alle, ihre Fähigkeiten besser unter Kontrolle hatten und dass Alex nicht mehr permanent an Rache dachte. Es gab Tage, da konnte sie die Formwandlerin wirklich ganz aus dem Kopf bekommen und fast schon wieder ein normales Leben führen.

„Ein Cocktail die Damen?“

Alex drehte sich zu der Stimme hin und grinste. Sie stand auf und ging zu dem Mann hinter sich.

„Sehr gerne Mister Holden.“

Sie nahm ihm 2 der Gläser ab und reichte eins ihrer Grams.

„Du hast hier wirklich ein sehr schönes Leben Maria.“

Die Rentnerin hatte auf einem der Liegestühle Platz genommen und nickte zustimmend. Nur wenige Meter von ihnen entfernt saßen 2 ältere Männer ebenfalls in Liegestühlen und winkten ihnen zu.

„Ich glaube das gilt dir Granny.“

„Oh ja, ich muss euch beide jetzt leider alleine lassen.“

Alex sah ihre Großmutter fragend an und nippte an ihrem Glas.

„Hast du ein Doppeldate?“

„Könnte man so sagen“, meinte diese grinsend.

„Wie die Enkelin so die Oma“, sagte Ian nur.

Sein schelmisches Grinsen konnte er nicht verbergen.

„Tobt euch aus Kinder, ich bin zum Abendessen zurück.“

Alex schüttelte grinsend den Kopf. So hatte sie ihre Großmutter noch nie erlebt, aber es war ein schöner Anblick sie, so glücklich zusehen. Nach dem Ableben ihres Mannes hatte Maria nie wieder einen anderen Mann gehabt und vielleicht würde sie hier einen zweiten Frühling erleben. Alex würde es ihr von Herzen wünschen.

So blickten die beiden der alten Dame nach, wie sie mit beiden Männern den Strand verließ.

„Sie hat es faustdick hinter den Ohren“, sagte Ian mit einem breiten Lächeln auf den Lippen.

„Tja irgendwoher muss ich das ja haben“, meinte Alex.

Sie legte einen Arm um Ian und schmiegte sich an ihn.

„Also was willst du heute noch machen? Ist vielleicht unser letzter freier Tag.“

Morgen würden sie wieder zurück nach New York fliegen und dort würde der Alltag, sie wieder einholen.

„Ehrlich gesagt würde ich gerne die Zeit nutzen die wir alleine sind, um etwas zu tun was wir hier noch nicht getan haben.“

Er zwinkerte ihr zu und hoffte sie verstand, auf was er hinaus wollte. Ihr kleines süßes Näschen wackelte und allein durch diese Geste wusste er, dass sie dasselbe dachte.

„Klingt gut, aber ich würde mir vorher gern den Sand aus den Füßen waschen.“

„Du hast 10 Minuten, wenn du dann nicht bei mir im Schlafzimmer bist, fange ich ohne dich an.“

Alex konnte sich ein Lachen nicht verkneifen und rannte nach drinnen, um sich im Badezimmer frisch machen zu gehen. Denn sie glaubte, dass er das am Ende wirklich tun würde.

Sie hüpfte in der kleinenApartmentwohnung ihrer Grams unter die Dusche und stellte das Wasser an. Das Gefühl von dem warmen Wasser, das sanft ihrer Haut streichelte, genoss sie und schloss die Augen. Natürlich hätte sie Ian auch bitten können dazu zu kommen, aber dann wäre es nicht bei einem kurzen Abduschen geblieben. Nicht, dass sie sich beschweren würde, aber sie konnte ja nicht wissen wann ihre Grams wiederkommen würde und die Zimmer konnte man leider nicht abschließen. Das lag wohl daran, dass es einfach eine Sicherheitsmaßnahme für die Mitarbeiter war. Falls einem der Bewohner etwas zustöße müssten sie nicht unnötig Zeit damit verlieren, die Tür aufzuschließen. Sie achtete darauf, dass ihre Haare nicht nass wurden, denn auf Föhnen hatte sie gerade absolut keine Lust.

Außerdem war die Luft hier so warm, dass ihre Haare sich dann nur wieder unnötig kräuseln würden. Sie sah nach unten und erblickte wie der Sand, der sich gerade noch zwischen ihren Zehen befunden hatte, im Abfluss verschwand. Alex schaltete das Wasser ab und stieg aus der Dusche. Die paar Meter zum Spiegel überwand sie und wischte über diesen. Sie blickte in ihr Spiegelbild und lächelte. Alexandra war glücklich und das nach allem, was die letzten Monate passiert war. Sie hatte einen tollen Vater, einen wahnsinnig tollen Freund und in wenigen Tagen würde ihr bester Freund zurückkommen. Alex sah nach rechts und ergriff ihr Duschhandtuch, um sich dabei abzutrocknen. Da sie keine frische Wäsche mit ins Bad genommen hatte, streifte sie erst mal ihren Bikini wieder über. Das nasse Handtuch warf sie über die Wäschespinne, um anschließend das Bad wieder zu verlassen. Schon als sie die Tür öffnete, erblickte sie Ian.

„Sag bloß du hast die Zeit gestoppt?“, fragte sie neckisch.

Er lächelte sie verschmitzt an, weshalb sie überlegte, was er nun wohl vorhatte.

„Junge Dame, ziehen sie sich besser etwas an, ich habe einen Penis und werde nicht zögern ihn einzusetzen.“

Alex wusste nicht, ob sie lachen oder darauf eingehen sollte. Denn verdammte Scheiße, sie musste es sich wirklich verkneifen nicht loszulachen. Lasziv lehnte sie sich gegen den Türrahmen und sah mit einem Blick zu ihm auf, der ihm alles versprach.

„Wollen Sie mir etwa Angst machen?“ Sie provozierte ihn und er konnte nicht abstreiten, das ihm das gefiel. Er liebte ihre freche und doch sadistische Ader. Wie sie jetzt auch noch eine ihrer braunen Strähnen zwischen ihre Finger nahm und kokett mit ihr spielte. Es wirkte so unglaublich verführerisch auf Ian. Es forderte all seine Willenskraft, Alex nicht über seine Schulter zu werfen, um sie in das Gästezimmer zu tragen und dort gehörig durchzunehmen. Er zog sie fest an sich und blickte ihr dabei tief in ihre haselnussbraunen Augen.

„Vielleicht ein bisschen“, erwiderte er kess.

Sanft legte sie ihre Hand auf sein Muskelshirt und strich über seine Brust. Gerade als ihre Lippen sich näherkamen, hörte man ein leises Handyklingeln.

„Lass es klingeln“, meinte sie und überwand den Raum zwischen ihnen.

Fest presste sie ihre Körper an seinen, gierte förmlich nach jeder lustvollen Berührung. Die Küsse, die sie austauschten, waren so sanft und verlangten nach mehr. Er hob sie auf seine starken Arme und trug sie ins Gästezimmer. Als sie das Zimmer betreten hatten, schloss Alex die Tür, damit sie ungestört sein konnten. Behutsam legte Ian sie dort aufs Bett und zog sich sein Shirt aus. Alex genoss, es ihm dabei zu zusehen. Ihre Zähne kratzten über ihre Unterlippe und ihr lief Wort wörtlich das Wasser im Mund zusammen. Sie konnte beobachten, wie seine Muskeln sich auf seinem durchtrainierten Körper anspannten, und lechzte danach alles von ihm auf sich zu spüren. Gerade als er sich zu ihr runter beugte, war da wieder dieses Klingeln. Sie ignorierten es weiterhin, viel lieber wollten sie sich aufeinander konzentrieren. Ihre Lippen verschmolzen miteinander. Ihre Finger auf seiner Haut zu spüren hatte er vermisst. Sich nach diesem leichten Kratzen von ihren Fingernägeln gesehnt. Als er es jetzt auf seinem Rücken fühlte, brachte es ihn zum Keuchen.

Und ein drittes Mal klingelte es. Jetzt war es soweit, Alex brachte es aus der Stimmung. Sie beendete die sinnlichen Küsse und schob Ian sanft von sich.

„Lass es doch klingeln, wir haben Urlaub.“

Sie seufzte als sie aufstand und zum Schreibtisch rüber ging, wo ihr Handy lag.

„Ich gucke nur wer es ist und dann mache ich es aus.“

Als sie die Nummer auf dem Display erkannte, zog sich alles in ihr zusammen.

„Das ist die Nummer von Damiens Krankenhaus“, meinte sie verunsichert.

„Bist du dir sicher?“

Sie nickte und nahm den Anruf entgegen.

„Alexandra King.“

„Hallo Miss King, hier ist das NYU Langone Hospital, Sie sprechen mit Klara Turner. Ich arbeite in der Personalabteilung und hätte da eine Frage. Sie sind als Notfallkontakt von Dr. Taylor angegeben.“

„Ja?“

Alexandra legte die Stirn in Falten und sah Ian fragend an. Er nickte ihr zu, weswegen sie ihr Handy auf Lautsprecher schaltete, damit er mithören konnte.

„Und zwar geht es darum, Doktor Taylor hätte eigentlich bereits am Montagmorgen wieder im Dienst sein sollen. Wir haben versucht ihn zu Kontaktieren, doch leider vergebens.“

„Okay? Sind sie sich sicher? Mir hat er beim letzten Gespräch gesagt das er verlängert hat, weil die Lage in den Krankenhaus wo er sich aufhält, so schlecht ist.“

„Davon haben wir keinerlei Kenntnis, wann haben Sie denn das letzte Mal mit ihm gesprochen?“

„Vor 2 Tagen, er meinte er freut sich darauf bald wieder zu Hause zu sein.“

„Und wie haben sie ihn Kontaktiert, über seine Normale Handynummer?“

„Ja.“

„Wenn Sie das nächste Mal mit ihm sprechen, sagen Sie ihm bitte, dass er sich umgehend hier melden soll. Sonst hängt sein Job am Seidenen Faden. Ärzte ohne Grenzen in allen Ehren, aber wir brauchen hier auch unsere Ärzte.“

„Ja klar das ist verständlich, ich versuche gleich mal ihn zu erreichen.“

Alex und Ian tauschten verständnislose Blicke aus. Ian zog sich sein Hemd wieder über, denn jetzt gab es Wichtigeres als ihre Zweisamkeit. Die beiden Männer hatten sich vor Damiens abreise angefreundet und Ian wusste ja wie wichtig Alex, ihr bester Freund war. Es beschäftigte ihn natürlich auch, was gerade bei dem Mediziner los war.

„Wenn sie was wissen können Sie mich auch unter der eingeblendeten Nummer erreichen.“

„Ich sehe was ich tun kann.“

„Gut dann verbleiben wir erst mal so. Auf wieder hören.“

„Auf wieder hören“, wiederholte Alex. Als der Anruf beendet war, starrte sie noch einen Augenblick auf ihr Display. Ihr blieb kurz der Atem weg. Ihre Gedanken überschlugen sich. Gab es Grund zur Sorge, oder war es nur ein Missverständnis? Sie hoffte so sehr, dass es Letzteres war, weil sie nicht glauben wollte, dass das alles nur die Ruhe vor dem Sturm gewesen war.

„Willst du ihn anrufen?“

Ian stellte sich hinter Alex und legte seine Arme um ihre Hüften.

„Ja ich denke das sollte ich. Es ist sicher nur ein Missverständnis.“

Sie wählte die Nummer ihres Besten und wartete darauf, dass er abnahm. Doch es sprang am anderen Ende nur der Anrufbeantworter an.

„Wie spät ist es denn jetzt im Senegal?“

„Die sind uns 4 Stunden voraus wenn ich mich recht entsinne. Also sollte er theoretisch noch wach sein“, meinte sie skeptisch.

Sie kramte aus ihrer Handyhülle einen kleinen Notizzettel heraus. Darauf hatte sie die Nummer von Ärzte ohne Grenze notiert, die im Senegal vor Ort agierten.

„Ich ruf da mal an, vielleicht wissen die was.“

Sie tippte die Nummer Zahl für Zahl ein und wartete dann ab. Als sie dann aber hörte, dass diese Nummer nicht vergeben wäre, stutzte sie. Sie beendete den Anruf und gab die Nummer erneut ein. Doch kam sie immer und immer wieder bei der Ansage raus.

„Sag mal bin ich jetzt zu blöd?“, meinte sie etwas genervt und versuchte es erneut.

„Und das du vielleicht einen Zahldreher auf dem Zettel hast, kann das vielleicht sein?“

„Kann, aber ich hoffe es ist nicht so.“

Einige Zeit später war Alexandra immer noch dabei, heraus zu finden, was Sache war.

„Alex komm doch zum essen“, ermahnte Maria sie.

Alex befand sich noch im Wohnbereich und lief während des Telefonierens auf und ab.

„Liebes das hat doch noch Zeit bis nach dem essen.“

„Ich komme gleich, sie sucht mir nur einen Mitarbeiter der übersetzten kann.

Leider ist mein Französisch sehr eingerostet. … Ja hallo? Genau richtig, ich rufe wegen Doktor Damien Taylor an.“

Maria und Ian beobachteten genau Alex Gesichtszüge. Was sie ihr da sagte, machte ihr dann aber doch Sorgen.

„Wie er kam nie an?“

Am liebsten wollte Alex das Telefon fallen lassen. Sie wusste nicht, ob sie entsetzt oder verärgert sein sollte. Verarschte der Mann am anderen Ende der Leitung sie nur? Für solche schlechten Scherze war sie gerade absolut nicht aufgelegt.

„Bitte sehen sie noch mal nach, Doktor Damien Taylor aus dem NYU Langone Hospital in Brooklyn. Er ist vor sechseinhalb Monaten in den Senegal geflogen und ich hab kürzlich noch mit ihm gesprochen. Er meinte, dass er nächste Woche wieder kommt.“

Alex lauschte und fuhr sich mit der flachen Hand übers Gesicht. Sie strich sich eine Strähne aus dem Gesicht und ging dann in die Knie.

„Gut okay, danke für die Auskunft.“

Sie legte auf und atmete hörbar aus. Sie kniete immer noch und sah auf den Boden. Ihr Magen drehte sich förmlich um. Sie wollte nicht glauben, was sie da gerade gehört hatte und versuchte, die aufkommenden Tränen der Panik zu unterdrücken. Die nahende Panik weg zu atmen, doch so einfach war das nicht. Ian kam zu ihr rüber und kniete sich neben sie.

„Was ist los, was hat er gesagt?“

Wieder strich sich Alex durchs Gesicht und schüttelte den Kopf. Sie wollte es nicht glauben, doch so langsam konnte sie die aufkommenden Gedanken nicht mehr wegdrücken. Gedanken, die ihr sagten, dass das hier kein Missverständnis war.

„Damien ist nie im Senegal angekommen, sie sagten er hätte kurz vorher abgesagt. Er hätte wegen einen Todesfall in der Familie nicht kommen können.“

„Was soll das bedeuten?“, fragte Maria.

„Ich denke ich weiß es“, meinte Ian und tauschte, blickte mit seiner Freundin aus.

An seinem besorgten Blick konnte sie nur erahnen, dass sie beide an dasselbe dachten. Alex Handy klingelte und sie stand auf. Sie nahm den Anruf entgegen und ihr Blick verfinsterte sich.

„Damien schön das du anrufst.“

„Ja hier ist gerade der Teufel los, deswegen konnte ich vorhin auch nicht rangehen. Was gibt’s?“

„Ach ich wollte nur noch mal sicher gehen, wann du zurückkommst. Bleibt es bei nächste Woche?“

„Ich befürchte es zieht sich noch ein bisschen hin, hier ist der Teufel los. Ich muss natürlich noch mit der Klinik telefonieren, aber ich werde wohl noch 2 Wochen dran hängen.“

„Das ist wirklich zu Schade, eigentlich hatten wir eine Party für dich geplant, aber die Menschen in Afrika sind natürlich wichtiger, als eine blöde Party.“

Alex fiel es gerade sehr schwer, ihre Stimme unter Kontrolle zu behalten. Denn sie ahnte, was gerade vor sich ging.

„Ja zu Schade, aber Bier und Pizza gibt es ja immer noch, wenn ich zurück bin.“

„Da hast du vollkommen Recht. Na dann will ich nicht weiter stören … Grüße an Nadia.“

Am anderen wurde es still.

„Hast du mir Plötzlich nichts mehr zu sagen?“, fragte Alex ernst.

Von einer Sekunde zur anderen brach der Anruf ab. Alex nahm das Telefon vom Ohr und ihre freie Hand ballte sich zur Faust.

„Da bist du also“, meinte sie eher zu sich selbst. „Du verdammtes Miststück.“

2. Kapitel

Anwesen der Familie Holden – Badezimmer von Nick

Nadia beendete den Anruf und schluckte schwer. Da hatte sie Alex jetzt kalt erwischt. Sie hatte alles die letzten Monate so fein säuberlich geplant. Doch auch gerade deswegen, würde sie sich das von der kleinen Schlampe nicht zerstören lassen. Mochte sein, dass sie jetzt wusste, dass Damien gar nicht bei Ärzte ohne Grenzen war. Doch wusste die kleine King nicht, wo sie nach ihrem besten Freund suchen sollte. Die Russin veränderte ihre Gestalt von Damien wieder zu ihrer Echten. Sie lächelte finster ihr Spiegelbild an.

„Du willst Krieg? Kannst du haben, denn das will ich auch.“

Die Russin hatte noch genug Karten in der Hand und wusste auch schon, wie sie diese ausspielen wollte.

Es klopfte an der Badezimmertür.

„Ist alles okay bei dir?“, hörte man Nicks Stimme.

Sie verwandelte sich wieder zu Alex und strich sich eine braune, lockige Strähne aus dem Gesicht.

„Alles gut ich bin gleich bei dir.“ Sie lies Damiens Handy in ihrer Hosentasche verschwinden und ging zur Badezimmertür, um sie zu öffnen. Nick stand vor der Tür, als sie heraus trat.

„Ich wollte nur nach dir sehen, ob alles in Ordnung ist. Du warst eine ganze Weile da drin.“

Sie schenkte ihm ein leichtes lächeln.

„Achtung Mister Holden, man könnte sonst glauben, sie sehen in der Sache mehr als es ist.“

Nick entfernte sich von ihr. Das mürrische Brummen versuchte er zu unterdrücken, leider ohne Erfolg. Nadia sah zu ihm rüber und überlegte, was wohl in dem Rennfahrer vor sich ging. Entwickelte er Gefühle für sie? Es würde ihr in die Karten spielen, aber nein. Denn wenn es so wäre, würde er nicht weiterhin darauf bestehen, sie nicht genauer anzusehen. Beziehungsweise das er nicht verlangen würde, dass sie immer Alexandras Gestalt annahm.

„Na dann ich geh dann mal. Wir sehen uns“, meinte sie eher beiläufig und griff nach ihrer Handtasche.

Nick sah aus dem Fenster und reagierte nicht. Er blickte einfach nach draußen und beobachtete scheinbar, wie die Sonne langsam unterging. Er vernahm, wie die Tür ins Schloss fiel und atmete hörbar aus. Ihr Geruch lag noch schwer in der Luft, weswegen er das Fenster öffnete. Er wusste, dass es falsch war, was er tat, doch er konnte nicht damit aufhören.

Als Nadia Nicks Zimmer verlassen hatte, lief sie Nicole Holden in die Arme.

Eigentlich hatte sie nicht beabsichtigt, gesehen zu werden, doch in Alex Gestalt fühlte sie sich sicher. Sie ließ sich nichts anmerken und lächelte sogar charmant.

„Miss Holden“, sie nickte leicht dabei.

„Hallo Alexandra, warst du bei Niklas?“ Eigentlich wollte sie einfach weiterlaufen, doch ihre Ansprache lies das nicht zu.

Nadia drehte sich auf dem Absatz um und sah zu der blonden Frau in den Fünfzigern rüber.

„Ja wir hatten ein paar Dinge zu sprechen.“

Nicole musterte sie genau und das gefiel der Russin so gar nicht. Doch noch versuchte sie, ruhig zu bleiben, denn so einen Pechtag konnte sie unmöglich haben. Das Lächeln in Nicoles Gesicht konnte sie nicht zuordnen, doch hielt sie ihrem Blick stand.

„Ja das hab ich gehört“, meinte sie zynisch.

Nadia nickte nur und setzte dann ihren weg fort.

Südwest Florida International Airport – Abflughalle

„Ja Dad wir sind bereits am Flughafen, es gab noch 2 Plätze im nächsten Flieger. Wir landen gegen 22 Uhr in Newark, es würde reichen, wenn du uns dann abholen lassen könntest.“

Alex lief wieder auf und ab, während sie telefonierte, sie konnte gerade einfach nicht still sitzen. Ian beobachtete seine Freundin besorgt. Wenn er eins in den vergangenen Monaten gelernt hatte, dann wann Alex etwas Freiraum brauchte und zu akzeptieren, wenn sie sich gerade nicht reinreden ließ.

„Nein wir hätten nicht bis morgen warten können. Dad diese Irre hat Damien, ich weiß nicht wieso, aber sie hatte ihn die ganzen 6 Monate und mir dreht sich der Magen dabei um, wenn ich mir ausmale was alles in der Zeit passiert ist. Eigentlich möchte ich es mir doch gar nicht ausmalen, was sie mit ihm in der Zeit getan hat.“

Kurz lauschte sie Roberts Worten und nickte. Selbst wenn ihr Vater das nicht sehen konnte.

Ian saß auf einem der Bänke und hielt ihre beiden Flugtickets in den Händen. So hatte er sich das Ende ihres Kurzurlaubes nicht vorgestellt. Eigentlich hatte er heute noch einen romantischen Strandspaziergang bei Sonnenuntergang geplant. Doch daraus wurde nichts mehr, nach diesem Anruf war alles schnell gegangen. Alex hatte sich nicht mal mehr überreden lassen, noch bei ihrer Grams Abend zu essen. Ihr war vollkommen der Appetit vergangen. Sie hatte einfach angefangen, ihre Sachen zu packen, während sie Elena gebeten hatte für die beiden den nächsten Flug zurück nach New York zu buchen. Es hätte zu lange gedauert, wenn erst der Privatjet zu ihnen geflogen wäre, um dann wieder zurückzufliegen. Alles Zeit, die Alex nicht verschwenden wollte. Sie hatte quasi schon 6 Monate verschwendet.

„Gut dann sehen wir uns später. Bye.“ Sie beendete den Anruf und ließ ihr Smartphone in ihrer Hosentasche verschwinden. Alex ließ sich neben Ian nieder und legte ihren Kopf an seine Schulter. Sie sagte nichts, weil sie auch nicht wusste, was sie gerade denken oder fühlen sollte.

„Und es beginnt von neuem“, flüsterte sie.

Ian legte seine starken Arme um seine Freundin und zog sie, so gut es ging an sich.

„Wir finden sie und wir bringen Damien zurück. Sie wird dafür bezahlen was sie getan hat.“

Alex stieß hörbar die Luft aus. Sie wollte ihm unbedingt glauben, wollte keine Zweifel an seiner Aussage hegen, doch war dies schwer. Beim letzten Mal hatten sie verloren. Dean war gestorben und Nadia entkommen. Außerdem war das erst der Anfang gewesen. Sie wollte gar nicht mehr an die Zeit danach denken. An die Zeit in denen sie groß in den Medien waren. Ihr Vater hatte die Reparaturen im Shopping-Center bezahlt und versucht die Presse im Zaun zu halten. Leider war das nur schwer möglich gewesen, da einige der Passanten den Kampf mit dem Handy gefilmt hatten.

Ein kleines Mädchen kam auf die beiden zu. Ihre Mutter in Schlepptau blieb sie direkt vor den beiden stehen.

„Entschuldigen sie bitte“, meinte sie mit einer zarten Stimme.

Ihr langes rotblondes Haar umspielte sanft ihr kleines Gesicht. Ihre kleinen grünen Augen blickten direkt zu Alexandra auf.

„Sind sie die Justice Fighter?“

Alex sah zu ihr und irgendwie musste sie dann doch lächeln. Sie nickte leicht als Antwort.

„Könnte ich dann ein Autogramm von ihnen bekommen?“

Sie reichte Ian ihr kleines Malbuch und einen Stift. Dann sah sie zu ihrer Mutter auf und grinste breit.

„Siehst du ich hatte recht.“

„Entschuldigen sie meine Tochter, sie hat sie im Fernsehen gesehen, wie sie letzten Monat das Zugunglück verhindert haben.“

Ian winkte ab und nahm ihr das Malbuch und den Stift ab.

„Das macht doch keine Umstände.“

Alex stand auf und kniete sich zu ihr herunter und sah ihr tief in die Augen.

„Wie heißt du denn Süße?“, wollte sie wissen.

„Lisa.“

„Das ist aber ein sehr schöner Name und Lisa was willst du mal werden, wenn du groß bist?“

„Feuerwehrfrau oder Ärztin“, sagte sie mit voller Überzeugung.

„Das sind zwei wirklich schöne Berufe“, meinte Ian und reichte Alex Heft und Stift, damit sie auch unterzeichnen konnte.

„Ärztin also?“ Sie biss sich auf die Unterlippe. Die Kleine nickte eifrig.

„Weißt du mein bester Freund ist auch Arzt, das ist eine sehr wichtige Berufung. Aber ich bin mir sicher, wenn du das wirklich willst kannst du alles schaffen.“

Man konnte erkennen, wie die Augen der Kleinen zu leuchten begannen. Alex unterschrieb unter Ian und reichte der kleinen Lisa ihr Malbuch. Die Mutter räusperte sich leise.

„Ist Fire… ich meine Nick Holden auch bei ihnen?“

Alex zog kurz ihre Brauen hoch und tauschte dann nur Blicke mit Ian aus.

Dieser betrachtete die Frau genauer. Sein Blick schweifte auf ihren Ringfinger und ihm entging nicht, dass er leer war.

Vielleicht eine Singlemom? Die junge Frau war schätzungsweise Mitte 20, hatte lange Beine, eine schlanke Statur und wie ihre Tochter langes rotblondes Haar. Genau genommen eigentlich absolut Nicks Beuteschema.

„Nein der ist leider in New York geblieben“, erklärte Ian ihr.

„Zu schade Schatz“, sie sah zu ihrer Tochter herunter und legte ihre beiden Hände, auf Lisas Schultern.

„Sonst hättest du von allen drein ein Autogramm haben können.“

„Egal, mach du lieber ein Foto.“

Alex musste sich das Lachen verkneifen, denn wer bei den beiden das sagen hatte, war eindeutig. LISA!

„Wir dürfen doch ein Foto machen?“, fragte sie mit einer engelsgleichen Stimme.

Der Ton war vollkommen anders, als gerade noch mit ihrer Mutter.

3. Kapitel

Anwesen der Familie Holden – Eingangsbereich

„Eigentlich möchte ich nur noch ins Bett“, meinte Alex, als sie aus dem Taxi stieg.

Der Flug war anstrengender gewesen als erwartet. Zwar war er pünktlich gestartet und gelandet. Jedoch hatten sie, einige etwas jüngere Passagiere, an Board die wohl nicht begeistert vom Fliegen waren und fast non Stopp geschrien haben.

„Wir besorgen dir gleich eine Kopfschmerztablette.“

Ian bezahlte dem Fahrer und folgte ihr. Sie betraten zusammen sein Elternhaus. Im Flur hielt er jedoch inne und stellte sich vor sie.

„Kurze Planänderung, du gehst zu Nick und ich organisiere dir eine Aspirin. Wie klingt das?“

„Als wärst du mein ganz persönlicher Held“, meinte sie mit einem leichten Lächeln auf den Lippen.

Als die beiden sich küssten, bemerkten sie nicht das sie beobachtet worden. Ian löste sich von ihr, stellte die beiden Reisetasche ab und verschwand in Richtung Küche.

Alex atmete tief aus und wollte sich gerade auf den wegmachen. Da hörte sie Schritte und sah zu dem Treppenaufgang. Auf diesem stand Nicole Holden und sah zu ihr hinab. Alexandra musste schlucken, dieser eiskalte Blick, den sie ihr zuwarf, verursachte eine leichte Gänsehaut.

Langsam Schritt Nicole nach unten und auf jeder Stufe hörte man das Klacken ihrer Absätze.

„Oh hallo Nicole, ich hoffe wir haben sie nicht geweckt. Ich wollte kurz zu Nick.“

Dass sie ihr nicht antwortete, brachte Alex zum stutzen. Eigentlich hatte sie angenommen, dass die beiden Frauen sich die letzten Monate nähergekommen waren und die anfängliche Distanz langsam hinter sich gelassen hatten. Doch gerade wirkte das absolut nicht so. Nicoles Schritte wurden schneller und sie steuerten Alexandra an. Selbst als sie vor der jungen Frau stand, sagte sie nichts. Sie verpasste ihr nur eine Ohrfeige.

„Ich werde mir nicht länger mit ansehen, wie du mit meinem Söhnen spielst. Ich habe dich durchschaut. Beende es oder ich tue es“, sagte sie barsch.

Ohne auf eine Antwort zu warten, ging sie an Alex vorbei.

Diese hielt sich die brennende Stelle und sah ihr verständnislos nach. Ian kam bereits aus der Küche zurück und sah seiner Mutter nach, die in eine andere Richtung verschwand.

„Was war denn hier los?“, wollte er wissen.

Er reichte seiner Freundin ein Glas Wasser und eine Schmerztablette. Alex starrte immer noch perplex in die Richtung, in die Nicole verschwunden war.

„Deine Mutter hat mir eine verpasst.“

Sie nahm ihm das Glas ab und steckte die Tablette direkt in den Mund, um sie mit dem Wasser herunter zu spülen.

„Nimm es mir bitte nicht übel, aber nimmt sie Tabletten? Sie meinte ich würde mit euch beiden spielen und dass sie das unterbinden würde.“

„Sie ist vielleicht wegen ihrer Stiftung etwas gestresst, aber das würde es trotzdem nicht entschuldigen. Ich werde mit ihr reden, geh du zu Nick.“

Alex stellte das leere Glas auf einen kleinen Tisch und machte sich dann auf den weg in Nicks Zimmer.

Ian sah ihr noch nach und begab sich dann auf die Suche nach seiner Mutter. Er musste nicht lange nach ihr suchen und fand sie dann im Wintergarten. Dort saß sie auf einem gemütlichen Ohrensessel, nippte an ihrem Weinglas und sah aus dem Fenster in den leicht beleuchteten Garten.

„Mum?“, fragte er vorsichtig.

Sie sah zu ihm rüber und lächelte nicht.

„Du bist wieder zurück?“

Sie war sehr kurz angebunden, etwas das er eigentlich von ihr nicht gewöhnt war. Sonst wurde er immer herzlich begrüßt, wenn er her kam, doch jetzt war sie vollkommen distanziert, fast schon kalt. Er ging zu ihr rüber und blieb vor dem Sessel stehen.

„Mum was war das gerade mit Alex?“ Sie gab ein Geräusch von sich, was irgendwie nach einem, angespanntem Brummen klang. So was hatte er von ihr noch nie vernommen. Sie stand auf und brachte Abstand zwischen sie beide. Das machte Ian jetzt doch langsam Sorgen.

„Ist irgendwas passiert?“, fügte er noch hinzu.

„Ich kann es mir halt keine Sekunde länger mehr mit ansehen, wie sie hinter eurem Rücken mit euch spielt. Da sind mir wohl die Nerven durch gegangen.“

Ian runzelte die Stirn und sah auf das Weinglas.

„Wie viel hast du schon getrunken? Alex hat sich doch bereits vor Monaten entschieden und hat nie mit uns gespielt.

Die Medien haben da mehr draus gemacht als da war, ich dachte das weißt du.“

Sie stellte ihr Weinglas ab und legte ihre rechte Hand sanft an die Wange ihres Sohnes. Wobei sie mütterlich besorgt zu ihm auf sah.

„Ian mein Schatz, ich überbringe dir nur ungern diese Nachricht, aber Alex schläft immer noch oder wieder mit Nick. Ich habe sie heute quasi auf frischer Tat ertappt. Ich wollte …“

„Heute? Mom Alex und ich sind gerade erst aus Florida, von ihrer Grams zurück gekommen.“

„Aber ich könnte schwören, sie war vorhin hier und …“

Sie fasste sich an den Kopf und sank zurück auf ihren Sessel. Nicole begann an sich zu zweifeln. Sie hatte doch erst zwei Schluck Wein getrunken, sie blickte auf ihr Glas und hielt den Atem an.

„Ich glaube ich weiß was hier los ist“, knurrte Ian.

Er drehte sich auf dem Absatz um und Verlies den Raum. Ohne weitere Umwege nahm er die Treppe nach oben, zu dem Zimmer seines Bruders. Er klopfte nicht an, sondern stürmte einfach in das Zimmer.

Dort stand Alex neben Nick am Fenster.

Wegen seinem stürmischen Auftritt, sahen ihn beide erstaunt an. Ian schritt direkt auf seinen Bruder zu und packte ihn fest am Kragen. Alex schreckte zurück.

„Was ist denn jetzt los?“, wollte sie wissen.

„War Nadia hier?“, fragte Ian barsch.

Man sah, wie die Gesichtszüge seines Zwillings einschliefen. Alex riss die Hände hoch und legte sie auf ihren Mund. Sie war entsetzt und konnte sich jetzt denken, was mit Nicole los gewesen war. Nick antwortete nicht, seufzte nur und sah nach unten.

„Los schlag mich, ich weiß ich hab es verdient.“

Ian wollte schon ausholen, doch hielt Alex ihn zurück. Er sah sie fragend an, weil er vermutete, hatte das, sie das gutheißen würde. Vor Zorn stiegen Alexandra Tränen in die Augen. Sanft schob sie Ian zur Seite, der seinen Bruder los lies und der Brünetten die Bühne überließ.

„Sag mir nicht, dass du mit der Frau schläfst, die meinen Bruder ermordet hat.“

Nick wollte was sagen, doch Alex lies ihn nicht zu Wort kommen.

„Sag mir nicht, das du die Frau fickst die meinen besten Freund entführt hat. Die Frau die uns alle töten wollte.“

Sie wurde immer lauter, doch das war ihr egal, sie musste sich zurückhalten, nicht auf ihn loszugehen. Sie holte aus, doch kurz vor seinem Gesicht hielt ihre Faust an. Nick zuckte nicht mal zusammen, es wirkte fast so, als wollte er geschlagen werden.

„Nein“, meinte sie ruhiger.

Sie schüttelte den Kopf.

„Das bist du mir nicht wert, für mich bist du gestorben!“

Sie drehte sich um und wollte schon gehen. Doch blieb sie im Türrahmen stehen, um noch etwas loszuwerden.

„Richte ihr aus, ich werde sie finden und dann Gnade ihr Gott.“

Sie strafte ihn mit einem hasserfüllten Blick und ging ohne ein weiteres Wort. Ian schüttelte nur den Kopf.

„Lass es mich erklären Bruder“, begann Nick.

„Ich denke dafür gibt es keine Entschuldigung. Ich dachte wir haben uns die letzte Zeit wieder angenähert. Doch jetzt glaube ich, bist du so fern das ich dich kaum noch wiedererkenne. Ich wusste dass, du ein Arsch sein kannst, doch das du so tief sinken würdest …“

Ian folgte seiner Freundin und lies hinter sich die Tür ins Schloss fallen. Nick fluchte, doch was sollte er machen? Die beiden hatten Recht, er war ein Arsch und wenn Alex ihn hasste, dann hatte sie jedes Recht dazu. Doch eins stand für den Rennfahrer fest, er konnte die Lage so nicht stehen lassen. Er musste es wieder gut machen, aber wie?

Alex rannte förmlich nach draußen. Sie brauchte frische Luft, denn sie hatte das Gefühl zu ersticken.

„Alexandra“, rief Ian und rannte ihr nach.

Sie kniete sich hin und versuchte tief durch zu atmen. Er stellte sich neben sie und legte ihr vorsichtig eine Hand auf den Rücken.

„Ich kann nicht atmen.“

Alles überschlug sich in ihr. Eigentlich wollte sie sich aufs Atmen konzentrieren, doch fiel es ihr schwer. Weil sich ein Sturm der Gefühle in ihr aufbaute, der nach außen zu dringen versuchte. Ian hörte den aufbrausenden Wind und zog sie in seine Arme.

„Hey es wird alles wieder gut, wir bekommen das hin.“

Sie lehnte ihre Stirn an seine Schulter, zog tief seinen männlichen Geruch ein und schloss die Augen. Ihr Mund war leicht geöffnet, tief sog sie die kühle Nachtluft ein und beruhigte sich zunehmend. Der Wind flachte wieder ab, als sie sich unter Kontrolle bekam.

„Eigentlich dachte ich, dass mich meine Fähigkeit nicht mehr einfach so überkommt“, meinte sie etwas angefressen.

„Bei normalen Menschen wäre das wohl so, aber wir sind nicht normal.“

Sie unterdrückte es ihrem Gedanken Worte zu verleihen, denn gerade wünschte sie sich mehr als alles andere, normal zu sein.

Langsam löste sie sich von ihm und fuhr sich mit der flachen Hand übers Gesicht.

„Was tun wir jetzt?“

„Ich denke wir sollten zur Basis fahren und sehen ob dein Vater schon irgendwelche neuen Informationen hat. Alles Weitere können wir dort oder auf dem Weg dahin planen.“

Sie nickte zustimmend und sah sich um.

„Hast du deinen Wagen noch hier?“

In der Nähe vom Mount Mitchell Aussichtspunkt – New Jersey

Nadia betrat über den verstecken Eingang im Wald ihren kleinen Bunker. Die letzten Monate hatte sie viel Zeit und Geld dafür investiert dass, hier alles zu bauen. Denn es war Zeitaufwändiger, als sie gedacht hatte Nick an der kurzen Leine zu haben, Oliver bei Laune zu halten und Damien zu brechen. Somit hatte sie ihren alten Bunker auf gegeben und alles hier her verlegen müssen. Sie wollte nah genug an New York sein, um alles unter Kontrolle zu halten.

Doch auch nicht zu nah sein, dass sie zu schnell gefunden werden könnte. Sie schritt bedächtig die Treppe nach unten, wobei ihre Blicke den kleinen Eingang musterten. Sie wollte sichergehen, dass niemand Fremdes sich hier hin zutritt verschafft hatte. Man konnte ja nicht wissen, ob irgendein lebensmüder Wanderer doch mal den Eingang fand. Doch selbst wenn es so gekommen wäre, weiter bis zu der Eisentür vor der sie gerade stand, würde er wohl nicht kommen. Denn ohne zu wissen, wo man einen Schlüssel einführen musste, würde man immer vor verschlossener Tür bleiben. Sie zog den kleinen Schlüssel aus ihrer Jackentasche und führte ihn in einen kleinen Spalt ein. Als sie den Schlüssel drehte, fuhr aus der Wand ein Tastenfeld und ein Scanner aus. Sie tippte den geheimen Code, den außer ihr nur Oliver kannte ein und legte ihren linken Zeigefinger auf den Scanner. Als beides vom System erkannt wurde, öffnete sich die Tür und sie konnte eintreten. Sie steuerte erst den Überwachungsraum an, in dem sie auf den Monitoren kontrollierte, was Damien machte. Als sie sich überzeugt hatte, dass alles in Ordnung war, begab sie sich in die kleine Nasszelle. Wo sie ihre Kleider abstreifte und sich Nicks Geruch von ihrem Körper duschte.

Kurze Zeit später war sie frisch gemacht und streifte sich ein sauberes, weinrotes Kleid über. Sie stellte sich vor einen schäbigen Spiegel und sah hinein. Noch während sie ihr Kleid zu Recht zupfte, wechselte sie ihre Gestalt. Als sie aussah wie Alexandra, schob sie sich eine der lockigen Strähnen hinters Ohr, den Rest band sie zu einem verspielten Zopf. Sie griff nach der Halskette, die auf dem kleinen Schränkchen lag und machte sie sich um. Gerade als sie zu Damien gehen wollte, klingelte ihr Handy. Sie sah auf das Display und nahm anschließend den Anruf entgegen.

„Na bist du wieder bei deinem kleinen Spielzeug“, fragte sie gespielt eifersüchtig.

„Nein ich bin auf dem weg zum Bunker, wo steckst du?“, wollte Oliver wissen.

„Genau da um nach unserem Loverboy zusehen. Eigentlich dachte ich wir haben noch etwas Zeit, aber wir werden den Abschlusstest vorziehen müssen.“

„Ja ich habe schon gehört, dass Alex dich beim Lügen erwischt hat. In der King Enterprises Basis herrscht Alarmstufe rot.“ Nadia brachte die Aussage zum Lachen.

„Wir sind ihnen trotzdem noch einige Schritte voraus, sie werden uns erst finden, wenn es längst zu spät ist. Wir reden weiter wenn du hier bist. Ich werde Damien vorbereiten.“

Sie beendete ohne ein weiteres Wort den Anruf und legte das Handy auf den kleinen Tisch. Nadia stieg in ihre schwarzen knielangen Stiefel und zog den Reißverschluss zu. Anschließend ging sie zu der gesicherten Tür rüber, die in den Bereich führte, in dem Damien eingesperrt war.

Sie entriegelte die Tür und trat ein. Damien hörte am Klacken ihrer Absätze, das er nicht mehr alleine war. Er bewegte sich rasend schnell und drückte Nadia gegen die freie Wand. Die linke Hand umschloss ihren zarten Hals und tief starrte er in ihre dunklen, braunen Augen.

4. Kapitel

Vor der King Enterprises Basis – außerhalb von New York

Ian parkte seinen Chevrolet in der Auffahrt. Eigentlich wollte er zuerst aussteigen und Alex Gentleman, wie er nun mal war, die Tür öffnen. Doch diese war schneller. Sie hatte sich noch während der Fahrt abgeschnallt und kaum hatte der Wagen angehalten, war sie ausgestiegen.

Sie war zum Kofferraum gegangen und hatte sich ihre Tasche geschnappt. Ian trat neben sie und griff nach seiner Reisetasche.

„So hatte ich mir unsere Rückkehr nicht vorgestellt“, meinte er.

Alex sah zu ihm rüber und sah ihn fragend an.

„Ach und wie sonst?“

„Ich weiß nicht“ Er warf die Tasche über seine Schulter und ergriff ihre freie Hand.

Er begann, sich mit ihr in Bewegung zu setzten. Zusammen steuerten sie den Eingang an.

„Vielleicht könntest du einen Ring an deinem Finger tragen?“, meinte er mit einem verschmitzten Grinsen auf seinen Lippen.