Auszeit auf Bali - Karl Heinz Volkmann - E-Book

Auszeit auf Bali E-Book

Karl Heinz Volkmann

0,0
3,99 €

-100%
Sammeln Sie Punkte in unserem Gutscheinprogramm und kaufen Sie E-Books und Hörbücher mit bis zu 100% Rabatt.

Mehr erfahren.
Beschreibung

Auszeit auf Bali ein Adrian Metz Krimi - Band 1 Cecilla erklärte ihren Eltern, dass sie keine Lust mehr auf das Studium hat, und bricht die Lehramts- Ausbildung ab. Sie besucht Birgit auf Bali, eine ehemalige Klassenkameradin, die dort in einem Villa Luxus Resort als Hausdame tätig ist. Als es nach einigen Wochen keinen Kontakt zwischen Cecilla und ihren Eltern gibt, fliegt Bjarne, ihr besorgter Vater nach Bali. Birgit bot Bjarne an, während seines Aufenthalts als Gast in ihrer Villa zu schlafen. Dabei kam es zu Erinnerungen aus vergangener Zeit und sie schlafen miteinander. Vom Hotel aus, macht er sich auf die Suche nach seiner Tochter. Auf der Polizeistation von Kuta trifft Bjarne den Austausch- LKA Beamten, KHK Adrian Metz. Der hat ein ähnliches Schicksal wie Bjarne zu ertragen: Auch seine Tochter verschwand plötzlich und sie suchen gemeinsam nach ihren Töchtern. Bjarne macht eine schmerzhafte, körperliche Erfahrung mit Gangstern, die entscheidend am Verschwinden von Cecilla und Marion beteiligt waren. Können Bjarne und Adrian ihre Töchter finden?

Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:

EPUB
MOBI

Seitenzahl: 206

Veröffentlichungsjahr: 2023

Bewertungen
0,0
0
0
0
0
0
Mehr Informationen
Mehr Informationen
Legimi prüft nicht, ob Rezensionen von Nutzern stammen, die den betreffenden Titel tatsächlich gekauft oder gelesen/gehört haben. Wir entfernen aber gefälschte Rezensionen.



Karl- H. Volkmann

Auszeit auf Bali

ein Adrian Metz Krimi

Band 1

Visuell begleitet mit

Google Earth - Street View

überarbeitete

3. Auflage Mai 2023

Impressum

Texte: © Copyright by Karl- H. Volkmann

Umschlag: © Copyright by Karl- H. Volkmann

* * *

Karl- Heinz Volkmann

wurde 1942 in Dortmund geboren und lebt heute in Lünen. Während seiner Montagetätigkeit in der Zeit von 1992 bis 1996 nutzte er jede freie Minute für sein Hobby >Romane schreiben<. Leider wurde das eingereichte Manuskript >Nach Krieg und Wende< von allen Verlagen abgelehnt oder nicht beantwortet. Im Jahre 1998 schrieb er >Mallorca Tribunal< und versuchte es noch einmal. Bei einem Telefonat klärte ihn ein Lektor auf; wir bekommen jedes Jahr rund 2000 Manuskripte neuer Autoren, auf die wir nicht reagieren. Die Werbe-Kosten für Noname- Autoren sind uns zu hoch. Lieber kaufen wir für 2 Millionen Dollar einen bekannten Autor, wie Dan Brown und wissen, dass wir damit viel Geld verdienen werden. Auf Grund dieser Erklärung stellte er alle weiteren Bemühungen ein. Erst durch die Talkshow von >Markus Lanz> hörte er vom >Self-Publishing<, und begann 2015 einen weiteren Versuch. Leider wurde er durch zwei Schlaganfälle gestoppt. Um sich von den Schäden zu befreien, begann er noch in der Reha zu schreiben. Bis heute veröffentlichte er zwei Tatsachenberichte und mehrere Romane. In seinen Erzählungen verbindet er Erlebnisse seiner zweiten Leidenschaft, von den Reisen auf allen Kontinenten mit leichten Krimis zur geschickten Kombination. So wird die Handlung zu einem spannenden Roman.

* * *

Die Handlung ist frei erfunden. Ähnlichkeiten mit existierenden oder verstorbenen Personen sind nicht beabsichtigt, sondern rein zufällig. Sollte trotzdem jemand eine Ähnlichkeit mit seiner Persönlichkeit feststellen und sich daran stören, bitte ich dich um Toleranz. Um der Handlung einen realen Bezug zu geben, habe ich Orte mit existenten Namen belegt. Meine Reise nach Bali fand im Jahre 2000 statt. Reale Ereignisse, die nach dieser Zeit stattfanden und ich selber nicht erleben konnte, wurden von mir durch Auszüge aus öffentlichen Internetartikeln ergänzt.

* * *

Zum Buch

Cecilla erklärte ihren Eltern, dass sie keine Lust mehr auf das Studium hat, und bricht die Lehramts- Ausbildung ab. Sie besucht Birgit auf Bali, eine ehemalige Klassenkameradin, die dort in einem Villa Luxus Resort als Hausdame tätig ist. Als es nach einigen Wochen keinen Kontakt zwischen Cecilla und ihren Eltern gibt, fliegt Bjarne, ihr besorgter Vater nach Bali. Birgit bot Bjarne an, während seines Aufenthalts als Gast in ihrer Villa zu schlafen. Dabei kam es zu Erinnerungen aus vergangener Zeit und sie schlafen miteinander. Vom Hotel aus, macht er sich auf die Suche nach seiner Tochter. Auf der Polizeistation von Kuta trifft Bjarne den Austausch- LKA Beamten, KHK Adrian Metz. Der hat ein ähnliches Schicksal wie Bjarne zu ertragen: Auch seine Tochter verschwand plötzlich und sie suchen gemeinsam nach ihren Töchtern. Bjarne macht eine schmerzhafte, körperliche Erfahrung mit Gangstern, die entscheidend am Verschwinden von Cecilla und Marion beteiligt waren. Können Bjarne und Adrian ihre Töchter finden?

* * *

Prolog

Freitag, 12. Februar, vor 6 Wochen

Düsseldorf, im Hause Persson

Sein prüfender Blick auf das Display meines Smartfons zeigte Bjarne, dass seine Tochter Cecilie ihn sprechen möchte.

Neugierig stellte er die Verbindung her: „Ceci, was ist? Was hast du auf dem Herzen?“

Bjarne Persson wusste ganz genau, wenn ihn seine Tochter noch im Dienst anrief, wollte sie etwas Außergewöhnliches.

Entweder bei ihr ging gerade die Welt unter oder der Himmel lachte Freudentränen.

Egal was es war, wie immer würde er nachgeben.

Nachdem er seine Arbeit an einer Akte kurz unterbrochen und zur Seite gelegt hatte, wartete er auf ihre wichtige Information.

„Hallo Bjarne. Wann kommst du nach Hause?“

Mehr nicht, das war nur eine kurze Ansprache.

Was hatte sie denn wohl auf dem Herzen?

Bjarne wartete, dass sie weitersprach.

„Ist es möglich, dass wir noch heute Abend einen Familienrat abhalten?“ hoffte sie nach einer Pause.

„Für mich ist es kein Problem. Voraussichtlich bin ich gegen sechs zu Hause. Aber, kann Agneta auch?“

Am anderen Ende des Geräts hörte er die Tochter tief schnaufen und wusste die Antwort im Voraus.

Ceci, oder Sternchen, wie er sie manchmal liebevoll nannte, hatte schon immer einen besseren Draht zu ihrem Vater, als zu ihrer Mutter Agneta.

Cecilla war eine echte Papatochter.

„Du hast sie noch nicht gefragt, stimmt´s?“ ahnte er und bot an, ihr diesen unliebsamen Anruf bei der Mutter abzunehmen:

„O.k. Ich rufe sie an und gebe dir anschließend Bescheid. Bis gleich.“

Bjarne schüttelte verständnislos den Kopf und wählte die Geschäftsnummer seiner Frau.

„Hallo Liebes, ich bekam soeben einen Anruf von unserer Tochter. Sie möchte für heute Abend den Familienrat einberufen“, zuerst hörte er aufmerksam seiner Frau zu, dann reagierte er ahnungslos: „Agneta ich weiß es nicht. Nein wirklich, bisher hat sie mir nichts erzählt. Wir werden wohl beide von ihr überrascht, von dem, was sie auf dem Herzen hat.“

Sie schien ihm Vorwürfe zu machen, worauf er sehr verärgert reagierte: „Ich kann nichts dafür, du bist doch ihre Mutter“, und nach einer Pause weiter zur kurzen Diskussion:

„Sollten wir das nicht besser erst heute am Abend besprechen? Also, was ist? Ab wie viel Uhr können wir mit dir rechnen?“

Bjarne wartete ihre Entscheidung ab und endete: „Ich sag’s ihr“, danach drückte das Smartphon aus.

Warum bloß, können sich meine beiden Weiber nicht etwas besser verstehen, dachte er.

Sie sind sich beide doch ähnlich, nicht nur äußerlich, sondern auch vom Charakter her.

Er rief seine Tochter zurück:

„Ja, Schätzchen, es geht klar, aber erst um sieben“, nach Cecillas Erwiderung fügte er hinzu: „Da musst du sie selber fragen. Ich bringe eine gute Flasche Rotwein mit. Bis gleich.“

* * *

Kapitel 01

Seit sechs Jahren gab es immer wieder, zwischen Agneta und Cecilla, kaum noch zu überbrückende Streitereien. Aus der Sicht von Agneta gab es dafür, nicht nur einen, sondern viele Gründe.

Vermasselt hatte alles allein nur Cecilla.

Als Kleinkind war sie noch liebreizend und wurde deshalb leider von allen, am Schlimmsten aber von ihrem Vater Bjarne verwöhnt.

Es gab ein übermäßiges Hätscheln und Tätscheln.

Aber als Cecilla in die Pubertät kam, rächte es sich.

Nicht nur, dass sie bockig und ungehorsam wurde, sie war auch immer bei allem Unfug dabei, und leider war sie dabei meist die Anführerin.

Ein Jahr, nur kurz vor ihrem Abitur wurde Cecilla von ihrem Gymnasium geworfen. Der Grund war Drogenbesitz und der Verdacht auf Dealerei.

Der erforderliche Schulwechsel und die zusätzlichen Ehrenrunden, die sie nachholen musste, bescherten ihr zwei unnötig verplemperte Jahre.

Als absolute Krönung und Undank legte sie ihren Eltern dafür nur ein mittelmäßiges Abitur hin. Für die ernsthaften Verfehlungen brachte Agneta von da an, für ihre Tochter kein Verständnis auf.

Seitdem fehlte jedes Vertrauen in sie.

Im Stillen gab sie dafür Bjarne allein die Schuld.

„Dabei lag doch eine blendende Zukunft vor ihr.

Alle Jahre vorher brachte sie beste Zeugnisse nach Hause um dann später alles zu vermasseln“, waren Agnetas berechtigten Vorwürfe, „und anschließend, auch die beiden abgebrochenen Studiengänge, welch noch ein wenig normal tickende Mensch studiert heute noch Kunst und Philosophie.

Das ist und bleibt eine brotlose Zeitvergeudung und hat keine Zukunft. Was blieb zum Schluss? Nur das bescheidene Schmalspur- Studium zum Lehramt.“

Ein total anderer Weg, als der, den sich ihre Mutter für sie vorgestellt hatte.

Agneta war und blieb Cecillas ungeliebtes Vorbild.

Sie ging ihr in ihrer Art zu oft auf den Nerv.

Bjarne lernte Agneta während ihres Studiums für Modedesign in München, kennen.

Er befand sich in der Ausbildung zum Piloten.

Sie heirateten im gleichen Jahr und nach zwei Jahren bekamen sie ihre Tochter Cecilla.

Alles lief wie geplant und ihr Glück war perfekt, sie waren eine Familie. Durch den erforderlichen Umzug nach Düsseldorf wurden sie dort auf Dauer sesshaft.

* * *

Kapitel 02

Seit einigen Jahren betrieb Agneta ihr bekanntes eigene Mode- Label „Agneta Persson“.

Sie war in ihrer Branche erfolgreich, und von ihren Kunden wurde sie sehr geschätzt.

Das Label wurde schnell bekannt und erfolgreich, Agneta blieb aber trotz allen Erfolges authentisch.

In Kaiserswerth bei Düsseldorf erwarben sie ein repräsentatives Haus mit einem großen Garten und überdachten Swimmingpool. Nahe am Airport, Bjarnes Heimatflughafen.

Die separate Dreizimmer Einliegerwohnung war im Souterrain für Cecilla vorgesehen.

Wahrscheinlich war es doch noch zu früh gewesen.

Mit ihren sechzehn Jahren durfte sie, wie sie wollte walten und schalten und besaß fast alle Freiheiten, absolut ohne Kontrolle.

Vielleicht war es der entscheidende Fehler, den ihre Eltern in ihrer Erziehung gemacht hatten.

Dennoch passte alles zur ursprünglichen Einstellung und Philosophie der Familie Persson, Freizügigkeit überall und im Allgemeinen. Eine offene Beziehung zwischen den Partnern regelte Begehrlichkeit.

Dabei wurden die gegenseitige Achtung und das persönliche Wohlwollen von keinem der beiden um einen Deut geschmälert. Ihre Silberhochzeit lag nun bereits seit vierzehn Monate hinter ihnen.

Obwohl sie sich nach all den Jahren immer noch ehrlich liebten, erlaubten sie sich beide, jedoch noch jede sexuelle Freiheit.

Das lag hauptsächlich an Bjarnes Beruf als Pilot.

Die Ehepartner sahen sich oft nur an einem Tag in der Woche, manchmal, bei Fernflügen noch seltener.

Er nutzte jede Gelegenheit zu Seitensprüngen mit Stewardessen und anderen Frauen.

Agneta genoss ihre Freiheit durch vereinzelte One-Night-Stands, manchmal mietete sie einen Callboy.

Dafür hatten beide eine verbindliche Vereinbarung getroffen, sexuelle Freizügigkeit ja, Verhältnisse nein.

Und die wurde von beiden auch strikt eingehalten.

Allerdings sah sich Agneta dabei gegenüber Bjarne stark benachteiligt und um diese Unbekümmertheit und das lockere Leben beneidete sie oft ihn und ein wenig leider auch ihre Tochter.

Ohne es jemals anzusprechen, gab Agneta ihrem Mann dafür indirekt die Schuld.

Cecilla war skrupellos, sie nutzte, genauso wie ihr Vater, alle Freiheiten grenzenlos aus.

Fast an jedem Wochenende waren in ihrer „Höhle“ im Keller wilde Partys angesagt.

Oft wurde dabei schon mal zuviel getrunken und wie sich später herausstellte, nicht nur gelegentlich, sondern eher regelmäßig Heroin konsumiert.

Und wenn irgendein Problem sein Sternchen Cecilla einmal betraf, sah Bjarne es immer viel großzügiger als Agneta und verzieh ihr.

Leider brachte er zu viel Verständnis für sie auf.

Als Konsequenz daraus, entschieden sie, bei allen wichtigen Vorfällen, den >Familienrat< einzuberufen.

Sie wollten anstehende Probleme zuerst diskutieren und immer gemeinsam entscheiden, das leider allzu oft nicht wie gewünscht funktionierte.

War der von Cecilla anberaumte Rat für den Abend wirklich so wichtig?

* * *

Kapitel 03

Freitagabend, 12. Februar 18:00 h

Der Familienrat tagt

Die wichtige Besprechung fand am Abend in der Souterinwohnung von Cecilla statt.

Sie hatte sich mächtig ins Zeug gelegt und bemüht, einige Tappas pikant, zu einer delikaten Speisenfolge zusammenzustellen.

Was hatte sie vor und war ihr Problem wirklich so schlimm den Familienrat einzuberufen? Hätte es sich nicht von selbst erledigt?

Jedenfalls hatte sie sich angestrengt, um ihre Eltern mit dem Essen zu beeindrucken.

Bjarne hatte zwei Stunden vorher, wie versprochen, den Rotwein zum Dekantieren in eine breitbauchige Karaffe gefüllt und trug sie pünktlich hinunter.

Cecilla blickte ihn erwartungsvoll an und fragte: „Ist Agneta noch nicht da?“

„Mach dir nichts daraus, sie wird jeden Moment auftauchen, du weißt, sie ist immer pünktlich.“

Wie auf ein Kommando, hörten sie im gleichen Moment die Absätze der High Heels Agnetas die Treppe herunter klappern, beide mussten laut lachen.

„Habe ich gerade einen Witz über mich verpasst oder warum habt ihr mich ausgelacht“, fragte Agneta, die zurzeit noch gut gelaunt war.

„Wir haben nur über deine Pünktlichkeit gelästert, und wie bestellt stehst du plötzlich auf der Matte“, feixte Bjarne weiter.

Agneta stimmte sofort laut lachend mit ihnen ein, sie war wirklich noch in denkbar bester Laune.

„Na, dann ist ja alles gut“, kommentierte sie die allgemeine Heiterkeit und ließ sich auf den für sie vorgesehenen Stuhl nieder.

Bjarne und Cecilla setzen sich auch und er schenkte, als wäre es mit Ceci abgesprochen, passend zu den Tappas, den Rioja in die vorbereiteten Gläser.

Er hob sein Glas in die Höhe und wünschte: „Skol, auf einen gemütlichen Abend, mit einem verträglichen Abschluss für alle Seiten!“

Es folgte ein schwedischer Trinkspruch: „hvars þú öl drekkir, kjós þér jarðar megin, því at jörð tekr við ölðri - Til árs ok friðar, das heißt ungefähr - Wenn du Bier trinkst, wünsch dir der Erde Kraft, die Erde nimmt den Trank entgegen - Auf ein gutes Jahr

Das war eine kleine Marotte der Perssons, deren Sinn kaum eine andere Person verstehen konnte.

Solche oder noch andere schwedische Trinksprüche setzten sie immer zu ganz besonderen Anlässen ein.

Wie so oft redeten sie sich ironisch ein, das sind wir unserem Namen verpflichtet.

Ebenso, wie sie sich nach Urlauben in Schweden in Deutschland dem FKK Kult verschrieben hatten.

Ursprünglich stammten beide nur in zweiter oder dritter Linie aus schwedischen Familien.

Aber sie zeigten sich anderen Nichteingeweihten gerne als eine Besonderheit und ließen sie allgemein glauben, Perssons seien echte Schweden.

So ließ man sie auch gerne in dem Glauben.

Agneta und Bjarne sowie der Familienname Persson waren nur durch natürliche Vererbung in Folge als Nachfahren ihrer Eltern erfolgt.

Für Cecilla hatten beide den Namen von Bjarnes Großmutter gewählt.

Für Agnetas Mode- Label >Agneta Persson< war die zufällige Namensgebung der große Teil des Erfolges.

„Greift doch bitte zu“, animierte Cecilla ihre Eltern, „ein Teil der Patatas, oder Datteln in Schinken, sowie Boquerones fritas sind noch warm und sollten besser sofort gegessen werden.“

Sie reichte ihnen die volle Platte an und freute sich, dass ihre Eltern mit großem Appetit zugriffen.

Es war für ihren Plan äußerst wichtig.

„So, jetzt komm endlich mit dem Anliegen heraus, was immer es sein mag, wir haben ein offenes Ohr“, versuchte Bjarne eine Brücke für Ceci zu bauen.

„Ich weiß, ich habe euch oft zu viel zugemutet“, druckste sie anfangs vorsichtig herum.

Dann strafften sich aber ihre Gesichtszüge und sie gab sich einen Ruck:

„ich habe mich inzwischen zu etwas entschieden, wovon ihr mit eurer konservativen Einstellung nicht unbedingt begeistert sein werdet.“

Agneta unterbrach sie jetzt abrupt und trommelte nervös mit ihren Fingern auf den Tisch:

„Ahnte ich es doch, du willst wieder einmal dein Studium schmeißen. Das Dritte inzwischen. Dafür solltest du jetzt aber wirklich eine plausible Erklärung bereit haben.“

Als eine längere Pause entstand, sprang Bjarne ein: „Komm, jetzt hab dich nicht so, du weißt, mit uns kannst du immer über deine Probleme reden. Leg jetzt bitte deine Karten offen auf den Tisch.“

Als Cecilla ahnte, Bjarne würde ihr helfen, soweit es nur möglich war, und ihr jede Unterstützung zukommen lassen, legte sie los:

„Lehrerin zu werden war für mich von Anfang an nur eine Notlösung, die mein Leben nicht glücklich machen würde. Inzwischen habe ich erkannt, dass ich dieses miefige Milieu auf Dauer nicht ertragen werde und mir deshalb etwas Anderes suchen muss.“

„Was ist denn daran so schlimm? Du hast es dir selbst, nach mehren Versuchen ausgesucht“, war Agnetas verärgerte Frage und Feststellung.

Mit einem Mal war ihre gute Laune verflogen, sie fuhr danach fort: „es ist eine ehrbare, vor Allem sichere Existenz, viele wären froh, später so gut versorgt zu sein.“

„Ja, das ist es gerade. Ich habe inzwischen auch einiges dazu gelernt. Es heißt doch nicht umsonst: der liebe Gott weiß alles, aber Lehrer alles besser. Es handelt sich überwiegend bei den Mitkommilitonen um Arschkriechende Klugscheißer. Nachdem sie zu Beamten auf Lebenszeit ernannt sind, bestimmt das jeweilige Bundesland in der Zukunft über ihr Leben. Sogar die Anbahnung und sexuelle Verkuppelung auf eine spätere Ehe beginnt schon auf der Uni. Oder kennt ihr vielleicht Lehrerehepaare, bei denen einer von beiden einen anderen Beruf hat? Es soll schon mal vorkommen, ist aber äußerst selten. Im Prinzip wird auf jeder Uni aktive Kuppelei von beruflicher Inzucht betrieben. Häufig wird er Studienrat und sie eine Lehrerin an einer Grundschule, die miteinander verkuppelt werden. Zu allem Überfluss verkehren sie später auch nur im Lehrermilieu. In diesen Kreisen würde ich später verkehren müssen. Nein danke! Das ist nichts für mich.“

Agnetas Ärger steigerte sich urplötzlich, sie wurde langsam sauer und brauste laut auf. „Was stellt sich unsere Prinzessin denn in etwa vor. Sich alle paar Monate, für einen neuen Traumjob zu entscheiden und danach wie alle bisherigen, nach kurzer Zeit wieder an den Nagel zu hängen. Du wirst in wenigen Monaten sechsundzwanzig, bisher hast nichts, aber auch gar nichts Zählbares auf die Beine gestellt. Andere stehen lange erfolgreich in ihrem Beruf oder sind verheiratet und haben Kinder.“

„Ist es wirklich das, was du von mir erwartest?“ fuhr Cecilla verärgert dazwischen, „soll ich heiraten, Kinder haben und euch auf die Art beweisen, dass ich eine gute Tochter bin? Gefalle ich dir dann besser?“

„Moment mal, jetzt beruhigt euch, so kann man nicht über wichtige Entscheidungen diskutieren“, bat Bjarne um etwas mehr Zurückhaltung,

„jetzt erklär uns bitte einmal konkret, was du dir vorgestellt hast. Gibt es einen bestimmten Plan, der auch vernünftig umsetzbar ist?“

Erneut trommelte Agneta reichlich nervös auf der Tischplatte, und versuchte sich etwas zu beruhigen.

Cecilla wusste ganz genau, auf meinen Vater kann ich mich zum Schluss doch immer verlassen, er setzt sich bestimmt für mich ein.

Und Bjarne hoffte im Stillen, dass es beileibe nicht so schlimm würde, wie er heimlich befürchtete.

Aber es wurde noch wesentlich schlimmer.

Als er vermittelnd fortfuhr, ahnte er nicht, welche Überraschung wirklich auf sie wartete: „Also, jetzt in aller Ruhe, Cecilla und Agneta, wir sind doch erwachsene Menschen und besprechen es auch wie solche. Leg los Ceci, wir hören!“

Zumindest hatte er erreicht, dass Agneta, wenn auch trotzig, endlich gemäßigt zuhören würde.

Ein wenig befangen kam Cecilla endlich mit ihrem großen Geheimnis der Zukunft heraus: „Ich fange ganz von vorne an. Vor zwei Wochen bekam ich einen Anruf von Birgit. Ihr erinnert euch, sie war oft bei uns zu Besuch, bevor ich die Penne wechseln durfte. Seitdem hatte ich sie nicht mehr gesehen und war zuerst überrascht über den Anruf.“

„War sie nicht so ein mächtiges Mädchen, das noch einiges von ihrem Babyspeck abzubauen hatte“, fragte Bjarne, dabei versuchte er krampfhaft, sich irgendwie an sie zu erinnern.

Unter all den Mitschülerinnen, die Cecilla mit nach Hause brachte, befand sich ein pummeliges, schüchternes Mädchen.

An einem sonnigen Tag im Garten überraschten sie Birgit. Damals liefen sie immer, wie bei jedem guten Wetter, nackt herum oder tummelten sich im Pool.

Birgit wollte sich auf der Stelle, mit hochrotem Kopf umdrehen und diskret zurückziehen.

Als Cecilla Birgit rief, sie solle zu ihnen ins Wasser kommen, überwand sie sich erst nach langem Zögern und minutenlangen Aufforderungen.

Bjarne bemerkte ihre heimlichen, neugierigen Blicke auf ihn und seinen Penis, wenn er das Wasser verließ oder nackt über die Wiese lief.

„Ja, es stimmte, sie hatte damals ein wenig zuviel Gewicht. Wenn du sie aber heute siehst, wirst du staunen, aus dem damaligen Pummelchen ist eine wunderschöne Frau geworden. Inzwischen skypen wir mindestens einmal in der Woche miteinander. Ihr würdet euch wundern, wie erfolgreich sie ist. Nach ihrem Abitur begann sie eine Ausbildung in einem international, positionierten Hotelkonzern zu einer führenden Hotelfachfrau. Nach einigen Wechseln ist sie als Hausdame in einem Luxushotel auf Bali tätig. Sechs Sterne >Ulu Segara Luxury Suites & Villas<“

„Und was sich Birgit in fünf Jahren hart erkämpft hat, willst du so nebenbei ohne die entsprechende Ausbildung mal eben in einigen Wochen stemmen“,

warf Agneta ironisch dazwischen.

„Lass sie doch erst ausreden. Mach weiter Ceci!“ forderte Bjarne seine Tochter ermunternd auf.

„Natürlich nicht! Aber Birgit schlug mir vor, ich solle sie auf Bali besuchen und könne bei ihr im Hotel kostenlos wohnen, solange ich will. Es ist ein sechs Sterne Luxushotel mit überwiegend Villen. Birgit erzählte mir wie wunderschön und interessant Bali sein muss und ich würde es nie bereuen sie dort für eine längere Zeit zu besuchen.“

„Jetzt lass mich mal raten, du willst dein Studium einfach wieder vor die Wand setzen, und dafür lieber ein Sabbatjahr, eine unbegrenzte Auszeit auf der wunderschönen Insel Bali einlegen?“ fauchte Agneta ihre Tochter an.

Ebenso patzig kam von Ceci die Antwort: „Wenn du es genau wissen willst, kurz gesagt, ja, das habe ich vor!“

„Dann möchte ich dir erklären, dass man erst ein Sabbatjahr einlegt, um sich von einer Tätigkeit zu trennen und sich beruflich neu zu orientieren. Aber Du hast bisher keinen Beruf gehabt, keine richtige Arbeit kennen gelernt. Was soll denn der ganze Blödsinn. Sei lieber ehrlich, Du willst nur auf unsere Kosten weiter, wie bisher faulenzen. Für mich wurde die Besprechung soeben beendet, es ist ja alles gesagt. Wie ich deinen Vater Bjarne kenne, wird er dich unterstützen und dir zustimmen. Ich sehe deshalb keinen Grund bei dieser Farce länger dabei zu sitzen und habe Wichtigeres zu tun. Ich wünsche euch noch einen angenehmen Abend!“

Agneta verabschiedete sich und verließ dann ziemlich sauer und deprimiert den Raum.

Bedrückt über den unglücklichen Verlauf des Gesprächs versuchte Bjarne noch das Beste aus der verfahrenen Situation zu machen.

Deshalb fragte er Cecilla etwas eindringlich:

„Und, wie hast du dir das Ganze vorgesellt?“

Cecilla holte tief Luft: „Entschuldige, ich wollte Agneta nicht verärgern, aber du musst mich auch verstehen, es geht dabei um mein Leben, meine Zukunft.“

„Kleines, ich verstehe dich ja, aber wie stellst du dir das vor? Erkläre es mir bitte“, und er fügte noch hinzu, „wie willst du das real finanzieren? Wie lange soll die Flucht vor dir selbst denn noch anhalten? Für mich scheint es eine übereilte Flucht ins Unbekannte zu sein. Begreife es endlich, einmal in deinem Leben musst du mal einen vernünftigen Plan haben und ihn auch realistisch umsetzen. So kann es mit dir wirklich nicht weitergehen.“

Bjarne versuchte noch ein letztes Mal, ihr Vernunft einzureden, er rückte näher an sie heran, wie früher, als sie noch ein Kind war, legte er den rechten Arm um ihre Schulter und streichelte ihre Wange.

„ich weiß ja, dass ich euch bisher einige Sorgen bereitet habe, aber ich kann mich jetzt nicht anders entscheiden und verspreche dir, es wird wohl das letzte Mal sein.“

„Und wovon willst du alles bezahlen?“, wiederholte er sich etwas nachdrücklicher.

„Auch darüber habe ich mir Gedanken gemacht. Wie du weißt, habe ich in den letzten Jahren Dank dir, oft genug als Stewardesse arbeiten können und dabei einiges angespart, das müsste für eine ganze Weile reichen. Falls ihr während meiner Abwesenheit die Wohnung vermietet, könnte ich im Notfall auf die Miete zurückgreifen“,

sie rückte näher an ihren Vater heran und kraulte sein Kinn. Damit hatte sie schon als kleines Kind bei ihm immer Erfolg gehabt und sie glaubte auch jetzt daran

und vollendete ihre Begründung: „und so falle ich euch finanziell nicht zur Last.“

Bjarnes Stirn kräuselte sich, er dachte eine ganze Minute über ihren Vorschlag nach und stellte ihr dann eine weitere Frage: „Und deine ständigen Partys? Die haben bestimmt einiges gekostet. Wie viel hast du davon noch übrig, um deinen Plan jetzt durchführen zu können und alles selber zu finanzieren?“

Triumphierend entgegnete sie: „Das waren immer nur Bottles- Partys. Jeder Gast musste eine Flasche oder in gleichem Wert, Chips oder andere Knabbereien mitbringen. Oft blieben Reste oder sogar ganze Flaschen übrig, die ich beim nächsten Mal anbot. Eigentlich hatte ich nur die Örtlichkeit zur Verfügung gestellt und wenn ich woanders eingeladen war, habe ich etwas aus meinen Vorräten mitgenommen. Es war also immer eine billige Angelegenheit für mich.“

Bjarne grinste in sich hinein, so ein kleines Luder, da hat sie sich meist schadlos gehalten.

„Wie weit ist deine Planung mit Bali gediehen?“ fragte er sie, und war plötzlich ernsthaft interessiert.

Cecilla blickte ihn mit treuem Hundeblick an:

„Entschuldige bitte, ich suche nur noch einen günstigen Flug, dann kann ich durchstarten.“

Nun war er wieder verblüfft und fragte sie: „Wenn ich dich richtig verstanden habe, du bist von der Uni schon exmatrikuliert? Studium ade? Die Koffer sind schon gepackt? Du sitzt nur darauf und wartest noch auf unseren Segen? Ich bin sprachlos, du hast uns damit nun tatsächlich vor vollendete Tatsachen gestellt?“

Cecilla schaute Bjarne um Verzeihung bittend an: „Glaube mir bitte, ich muss so handeln. Ihr seid in euren Berufen glücklich und zufrieden und privat stimmt es zwischen euch doch auch, oder?“

Bjarne griff nach einer Riesengarnele, schob sie nach einer Dattel im Speckmantel in den Mund und goss einen Schluck Rioja hinterher.

Dabei lehnte er sich auf den Stuhl zurück und dachte lange nach.

Cecilla störte ihn nicht dabei.

Bedächtig legte Bjarne seine Dessertgabel neben den Teller und hob erneut sein Glas: „Mit dem Ticket kann ich dir helfen. Du kennst meine Kontakte zu Garuda Air. Ich besorge es dir zum günstigsten Tarif. Wie du weißt, gehe ich in wenigen Monaten sowieso in Ruhestand und werde dich auf Bali besuchen. Nur wenn du es möchtest.“

Cecilla sprang auf, warf in aller Hektik den Stuhl um und sich ihrem Vater in die Arme: „Danke Papps, ich wusste es doch, ich kann mich immer auf dich verlassen und auf einen Bali-Besuch von dir, werde ich mich sehr freuen.“