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Ayers Rock verbindet in mehr als 100 Gedichten scheinbar Disparates miteinander: Exotisches oder wenigstens ein Echo von Ferne – mit Chiffren von Plätzen in Berlin und Brandenburg. Das Erzählgedicht hat hier ebenso Raum wie die Skizze; dem Haiku folgt das Langgedicht. Unterschiedliche Stilmittel und eine gewisse Offenheit in der Komposition haben hier ihren Raum. Es wird die Welt literarisch vermessen – horizontal und vertikal. Der Autor begegnet seinem Leser als ein Strandläufer, der Treibholz sammelt und neu kombiniert.
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Seitenzahl: 36
Veröffentlichungsjahr: 2016
Der unschuldige Dichter braucht die Dinge nicht zu benennen: seine Worte sind Bäume, Wolken, Spinnen, Eidechsen.
Fernando Pessoa
Mich hat immer die Klarheit verführt /
Besonders die Klarheit der Wacholderblätter . . .
Edgar Bayle, »La claridad«
Dies ist mein erster Gedichtband. Ein Debüt mit 58, ein Debüt auch, das rund 30 Jahre gedauert hat, wenngleich alle hier gedruckten Gedichte im Zeitraum von Ende Juli 2011 bis Mitte Februar 2012 entstanden sind. Ayers Rock verbindet scheinbar Disparates miteinander: Exotisches oder wenigstens ein Echo von Ferne – mit Chiffren von Plätzen in Berlin und Brandenburg. So entsteht, das habe ich mir jedenfalls gewünscht, ein Logbuch starker, farbiger Kontraste. Das Erzählgedicht hat hier ebenso Raum wie die Skizze, dem Haiku folgt das Langgedicht.
Auf den Abdruck älterer Gedichte habe ich verzichtet. Die Distanz zu heute ist einfach zu groß, zumal ich über eine Dauer von rund fünfzehn Jahren kein einziges Gedicht zu Papier gebracht habe. Die 101 für diesen Band ausgewählten Gedichte sind nach ihrer chronologischen Entstehungszeit angeordnet. Sie sind vielfach innerhalb eines oder nur weniger Tage entstanden und liegen in Erst-, Zweit- oder Drittfassungen vor. Abgedruckt ist die jeweils aktuelle Textfassung. Nur einige Langgedichte haben einen Entstehungsprozess von bis zu mehreren Wochen hinter sich.
Gedichte entstehen fast überall. Bevorzugt in den frühen Morgenstunden am Schreibtisch, häufig zuerst auf einem Blatt Papier, mit einem Tintenstift beschrieben. Gedichte entstehen auch beim Gehen unterwegs oder in der Tram – aber nie im Bus. Ich habe es mir angewöhnt, Einfälle in ein kleines kariertes Oktavheft einzutragen, welches in einer Jackentasche Platz hat. Das ist mein Glück.
R.G., Potsdam im Januar 2016
Ayers Rock
Canterbury Tales
Tagträumerei
Abenteuerfilm mit Utensilien
Im Pub mit James Joyce
Verkürzte Biografie
Eine traurige Geschichte
Exerzitien der Entschleunigung
Trademark Brandenburg
Liebesmüh
Ganz Berlin ein Zoo
Mit John Cage in die Pilze
»La mer«
Horusauge
Lob der Pappeln
Lob der Zypressen
Montechristo
Richtung Michendorf
Auf und davon
Happy End (mit Tell Halaf)
Auftakt für eine Serenade
Das alte Westberlin (1980 revisited)
Sombrero & Panamahut
Zauber
Odergang am Sonntag
Neues N
Ja so entstehen auch Gedichte
Taumel, Verstörung
Mein Glaube an den real existierenden Sozialismus
Japanischer Garten
Am Teich
Zitterndes Gras
Altwriezen
Zerrüttung & Ordnung
Herbst auf Pflastersteinen
»Tautologie«
Kälte kriecht
Viereckremise, Endstation
Septemberende
Ode an den Pilz
Poetik, Notiz
»Titania schläft an gelben Stränden«
Herbstlied (Momentaufnahme im Studio)
Patagonien II
Bewegungen
Im Norden
Topografie
Notizen aus der amerikanischen Wüste
Herbst in Nedlitz
Fischzug des Samuel Fallour
Herbst mit Büchern
Bengalischer Tiger
Mitte November, früh am Morgen
Frohnau
Beobachtungen an Krähen und Tauben
Gefühlte Temperatur
»Passeri« Convidae
Erinnerung, lauter Nekrologe
Variation nach Basho
Bhutan
Anwandlung
Blick aus dem Fenster, 49. KW
Bornstedter Feld
Ode an den Tropenmann
Aus deinen Augen
Buchhandel und Friedhof (Jonglage)
Durian
Trügerisches Idyll
Pfeile
Xenie
Das andere Weihnachten
Äquatorial-Afrika
Das verschollene Bild von Paul Klee
E. E.
Bitte
Warmer Winteranfang
Reiz
Isla Negra (Ode der Sehnsucht)
Outback
Im Jahr meiner Geburt
Wiepersdorf
Begegnung (im Tagtraum)
»Sumpfblüten«
Sirenengesang
Ein Nehmen und Geben
Winterhimmel
Gris-gris
Im Minus
Der Ur-Maler Karl Hagemeister
Haiku 1
Haiku 8
Wen die Götter wirklich lieben
Shihiroge
Nach einem Farbholzschnitt
Javanesische Reise
Jedes hat seine Zeit
Von Lorrain bis Manet
Bonpland macht weiter
Über Engel in märkischen Kirchen
Potsdamer Platz
Kerze Schädel Abstraktion
Kein Fels in der Brandung o nein
im Rückzug liegt die Kraft
vielmehr unter Orangenbäumen
von Bananen träumen: reif für
die Inseln in südlicher Sonne
dort wo der Wein still ins
Azurblaue fließt.
Stillleben eben.
Die Bischofsmütze dämpft das Schlagzeugsolo.
Die Orgel wimmert ganz hinten im Pub, dann
schneidet sie Töne so messerscharf: last order!
Und im Mondlicht mäandert der Fluss silbergleich
in südlicher Sonne, auf
