BattleTech - Am Besten kalt serviert - Chris Hartford - E-Book

BattleTech - Am Besten kalt serviert E-Book

Chris Hartford

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Beschreibung

MANCHMAL IST DER HAUPTGEWINN NICHT AUF DEM SCHLACHTFELD ZU FINDEN … Im 25. Jahrhundert kämpft die Liga Freier Welten gegen das aufsteigende Lyranische Commonwealth und seine neue Waffe, den BattleMech, um ihr Leben. Mit einer neuen, unerfahrenen Herrscherin auf dem Thron der LFW nimmt ein riskanter Plan Gestalt an, der diesem Großen Haus den entscheidenden Vorteil im Kampf gegen die Invasoren gewähren soll. Mit List und Verführung plant eine kleine Gruppe von Eindringlingen, der Liga genau die Informationen zu beschaffen, die sie braucht und im selben Zug auch die Männer, in deren Besitz sich diese befinden … aber wie kann es ihr gelingen, Bedingungen zu schaffen, unter denen diese Techniker aus freiem Willen die Seiten wechseln werden?

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Seitenzahl: 92

Veröffentlichungsjahr: 2022

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Titel

Chris Hartford & Jason M. Hardy

Am besten kalt serviert

Proliferationszyklus V

Impressum

Yellow King Productions

Titelbild: Catalyst Game LabsRedaktion: Mario WeißÜbersetzer: Hartwig Nieder-GasselKorrektorat und Lektorat: Mario Weiß, Michael Sellmeier, Christopher Denis, Thomas Doblinger Layout: Michael Mingers

©2026 The Topps Company, Inc. All rights reserved. Classic BattleTech, BattleTech, BattleMech and ’Mech are registered trademarks and/or trademarks of The Topps Company Inc. in the United States and/or other countries. Catalyst Game Labs and the Catalyst Game Labs logo are trademarks of InMediaRes Productions, LLC.

Deutsche Ausgabe Yellow King Productions, Neuöd - Gewerbepark 12a, D-92278 Illschwang unter Lizenz von INMEDIARES PRODUCTIONS, LLC., also doing business as CATALYST GAME LABS.

Alle Rechte vorbehalten. Der Nachdruck, auch auszugsweise, die Verarbeitung und die Verbreitung des Werkes in jedweder Form, insbesondere zu Zwecken der Vervielfältigung auf fotomechanischem, digitalem oder sonstigem Weg sowie die Nutzung im Internet dürfen nur mit schriftlicher Genehmigung des Verlags erfolgen.

Produkt-Nr.: YKBT026E-Book-ISBN: 978-3-96331-865-8

PROLOG

ANTIPODENKONTINENT

LORIC

LYRANISCHES COMMONWEALTH

9. APRIL 2459

Falscher Donner fuhr in den Untergrund. Der Boden erbebte und neue Risse erschienen in einer der Betonwände des Bunkers. Die Beleuchtung flackerte und Staub rieselte hinab auf das Planungsfeld, funkelte wie Regen, als er durch die holografische Projektion fiel.

Die Druckwelle traf die Brust von Generalhauptmann Geralk Marik wie ein Vorschlaghammer. Er verzog das Gesicht und klammerte sich fest an die Kante des Tisches, während er seine Konzentration auf die blauen Linien gerichtet hielt, welche feindliche Positionen markierten. Linien, die bis zu diesem Morgen noch durch einen breiten, lilafarbenen Streifen von seiner eigenen Position getrennt worden waren. Jetzt wirkten sie wie Pfeile, die auf seinen Befehlsstand zurasten.

Die Lyraner waren durch einige seiner härtesten Truppen vorgestoßen.

»Die Artillerie hat sich auf uns eingeschossen, Sir.« Die Aufmerksamkeit des jungen KommTechs galt zu gleichen Teilen seinem Befehlshaber und der empfindlichen Kommunikationsausrüstung. »Das war ein direkter Treffer auf den westlichen Logistikpark.«

Geralk schnaubte. Munitions- und Nahrungsmittelvorräte waren dahin. Problematisch, aber nicht wirklich entscheidend.

Er lehnte sich über den Tisch. Seine violettfarbene Uniform war zerknittert, staubbedeckt, und von vorherigen Kämpfen mit getrocknetem Blut verschmiert. Über die Tischplatte gebeugt fühlte er eine Last, die weit schwerer wog als seine neununddreißig Jahre.

»Was ist mit dem Erwiderungsfeuer?«, fragte er.

»Uneindeutig, Sir. Captain Mathews gibt an, dass sie sich am äußersten östlichen Rand des Lean-Massivs befinden, gerade noch so innerhalb unserer Reichweite.«

»Verdammt, wo bleiben die Jäger? Diese Batterie muss ausgeschaltet werden!« Er konnte die Antwort kaum verstehen, weil eine weitere schwere Granate einschlug und das Beben erneut einsetzte. Dieses Mal war der Explosionsblitz durch die Luke des Bunkers hindurch deutlich zu erkennen und Geralk konnte den ätzenden Gestank von brennendem Plastik und Fleisch riechen. »Und ihre Vorstöße?«

»Der westliche Angriff konnte an der Djansky-Kreuzung gestoppt werden, allerdings nehmen unsere Verluste zu. Der Nördliche arbeitet sich entlang der Kohlan-Straße vor – wir haben ihn so weit verlangsamt, dass die 471. Panzer in Position rollen kann. Das sollte sie aufhalten.«

»Zumindest können die Elsis nicht schneller über das Massiv kommen als wir selbst«, sagte Geralk. »Aber zum Teufel mit ihrer Artillerie.« Wie aufs Stichwort erzitterte der Boden, Lichter flackerten und noch mehr Staub rieselte herab.

»Und seht zu, dass ihr diesen Einweiser findet!«, knurrte Geralk.

Durch die schmalen Sichtschlitze des Bunkers waren nun mehr Flammen zu sehen und die Explosionen von Munition vermischten sich mit dem Knistern des Feuers, Rufen aus dem Lager, und dem stetigen Rums-Rums des Erwiderungsfeuers der Marik-Artillerie.

»Galaine! Wie ist der Status des östlichen Perimeters?«, fragte Geralk den KommTech.

»Keine Antwort, Sir.«

»Dann fordern Sie eine Meldung an.«

Galaine machte über das Komm eine Reihe von Versuchen, wurde mit jedem Fehlschlag sichtlich nervöser. »Keine Antwort, Sir.«

Geralk starrte ihn ungläubig an und warf seinen Offiziersstab auf den Kartentisch. Die Darstellung waberte und kollabierte. Er drehte sich um und rannte zum Ausgang, um sich hinauszulehnen und nach Osten zum Massiv zu schauen. Oben auf dem Grat blitzte es in der Nähe des Sicherungspostens auf: Leuchtspurmunition und Explosionen. Obwohl sie mindestens einen halben Kilometer entfernt waren, konnte er durch den Rauch der brennenden Vorräte hindurch große Gestalten ausmachen. Sehr große Gestalten aus seiner Sicht, aber wahrscheinlich handelte es sich einfach nur um Personen, die wegen der untergehenden Sonne und des Dunstes große Schatten warfen. Nichts auf dem Schlachtfeld konnte dermaßen groß sein.

»Ich denke, da haben wir unsere Artillerieeinweiser«, sagte er grimmig. Schicken Sie die Sicherheitskompanie zum östlichen Perimeter.« Und lasst uns hoffen, dass sie ihn halten können.

Galaine winkte ihm dringlich zu. »Generalhauptmann, eine Nachricht für Sie, Sir.«

Verdammte Amateure. Schon beim kleinsten Schluckauf will jeder mit dem Generalhauptmann sprechen, um sicherzustellen, dass ihre »Vorrangmeldung« auch durchgekommen ist. Er seufzte. »Welche Stellung?«

Galaine erbleichte. »Nein, Sir. Es sind die Lyraner.«

Geralk schnappte sich das Headset. »Hier ist Generalhauptmann Geralk Marik. Wer spricht?«

»Generalhauptmann, ich bin General Marcus Andrews von den LCS. Ich bin gekommen, um Ihnen mitzuteilen, dass es für Sie vorbei ist.« Die Stimme war klar und präzise, nur leicht von einem gutturalen Akzent gefärbt.

»Was?«

»Wir haben Sie festgenagelt. Sie sind unterbemannt. Trotzdem bin ich bereit, Ihnen eine ehrenvolle Kapitulation zu gewähren – etwas, das Sie uns normalerweise nicht anbieten würden.« Die Bitterkeit in der Stimme des Generals trat deutlich zutage.

»Festgenagelt?«, schnaubte Geralk. »Sie haben ein paar Eindringlinge durchgebracht. Ich glaube kaum, dass ich deswegen kapitulieren muss.« Er war ruhig und konzentriert, während er sprach, legte jedoch genug Kälte in seine Stimme, um den gesamten Planeten einzufrieren. »Ich glaube, Sie überschätzen Ihre Position.«

»Und ich glaube, Sie unterschätzen die Bedrohung, der Sie sich gegenübersehen. Aber das werden Sie noch früh genug begreifen. Es ist Ihr Begräbnis, Schlächter.«

Von der Hügelflanke aus regnete ein Feuerhagel auf das Lager nieder; Laser, Raketen, und Granaten fegten wie ein vom Olymp gesandter Sturm durch die Basis. Die Druckwelle schleuderte Geralk zu Boden und er konnte versengtes Haar riechen – sein eigenes.

Die Gestalten auf der Anhöhe setzten sich in Bewegung, schritten den Hang herab, während ihre Waffen Mariks schwache Verteidigung beharkten; keine Trugbilder, sondern genauso groß, wie ihre Schatten sie hatten erscheinen lassen. Wie Engel des Todes kamen sie über die Lagerstatt, fegten behelfsmäßige Bauten beiseite und zermalmten Verteidigungsstellungen. Panzerfahrzeuge aus dem Lager der Freien Welten begannen, das Feuer zu erwidern, doch es waren nur wenige.

Geralk kämpfte sich hoch, riss sich das angesengte, violettfarbige Barett vom Kopf und warf es in eine Ecke des beschädigten Bunkers. Dann griff er nach einer gepolsterten Panzerweste und einem abgetragenen Helm, den er sich aufsetzte.

»Alle sollen sich bis zum Sumire-Fluss zurückziehen«, sagte er, während er die Ausrüstung anlegte. »Haltet dort aus, falls das möglich ist. Wenn nicht, zieht euch zu den Landungsschiffen zurück.«

Galaine gab die Befehle weiter und drehte sich dann zu seinem Befehlshaber um. »Und Sie, Sir?«

»Ich verschaffe euch die Atempause, die ihr benötigt.« Während er die Handschuhe anzog, die er sich unter den Gürtel geklemmt hatte, ging er nach draußen und auf seinen Panzer zu, der neben der Befehlsstelle geparkt stand. Das massige Fahrzeug bockte, während es eine Granate nach der anderen auf die stählernen Ungetüme abfeuerte, die sich in den Ausläufern des Lagers herumtrieben.

Geralk langte empor und aktivierte das in dem Helm integrierte Mikrofon. »Michael, ich steige auf.«

Der Beschuss endete und der Generalhauptmann kletterte zum Turmluk. Als er auf dem Rand der Luke saß, wandte er sich an Galaine, der zu ihm hochstarrte. »Verschwinde jetzt von hier. Das ist ein Befehl.«

»Aber Sir, Sie müssen sich auch in Sicherheit bringen!«

»Abhauen und die Truppe zurücklassen? Niemals. Ich werde der Letzte sein, der zum Sammelpunkt kommt.« Er grinste. »Hat dir das denn niemand erzählt, Galaine? Wir Mariks sind unbesiegbar.«

Galaine lächelte schwach. Er salutierte vor seinem Befehlshaber, der in den Panzer abtauchte und den Lukendeckel schloss.

Wenige Augenblicke später setzte die Turmkanone ihren Beschuss auf die stetig näherkommenden Giganten fort, wobei der anspringende Motor der bereits beißenden Luft seine ätzenden Abgase hinzufügte. Ruckend schwang der Unterbau des Fahrzeugs herum, bis es sich mit dem massiven Hauptgeschütz auf einer Linie befand. Die Ziele waren nun besser zu sehen, während sie auf stählernen Füßen voranschritten, wobei ihre riesigen Gliedmaßen vor allen möglichen Arten todbringender Waffen starrten. Sie glichen nichts, was Geralk jemals zuvor in seinem Leben gesehen hatte, und er fühlte sich angesichts ihrer Aura der Macht fast schon benommen.

Er riss sich zusammen und folgte mit wirbelnden Gleisketten der improvisierten Straße, während er allein auf die nahenden Schreiter zufuhr, ein einsamer Sterblicher, der es mit einer Meute Titanen aufnahm.

ATREUS CITY, ATREUS

MARIK-COMMONWEALTH

LIGA FREIER WELTEN

11. MAI 2459

Dunkle Flecke erschienen auf der staubigen Mütze, die sie umklammert hielt, als Tränen aus Simones Augen tropften, wobei die Reste des Make-ups auf ihren schmalen Wangen verliefen. Es war würdelos, doch niemand mochte diesen Ausdruck der Trauer kommentieren, den die junge Frau zeigte.

Da saß sie nun alleine – groß, dünn, gerade mal neunzehn Jahre alt – auf dem Thron der Parlamentskammer und weinte, als sich das Gewicht des gesamten Reiches auf ihre Schultern legte.

Die Berichte, die von Loric zurückkamen, waren lückenhaft, enthielten aber doch genug Informationen, um vernichtend zu sein.

»Wie?« Ihre Stimme war kaum mehr als ein Wispern.

»Er kämpfte tapfer, Lady Marik, und erkaufte anderen genug Zeit für den Rückzug.« Es war General Mattias Iwanewsky, der Anführer der Delegation, der zu ihr sprach. Sein normalerweise frischer Teint war ohne jede Farbe, seine Mundwinkel hingen herunter, bis sie im weißen Bart verschwanden. »Die lyranischen Maschinen – diese ‚BattleMechs‘ – waren nicht aufzuhalten.«

»Ich weiß, dass er die Nachhut angeführt hat.« Sie schniefte. »Wie ist er gestorben?«

Der General schaute unbehaglich drein, warf einen Blick hinüber zu seinen versammelten Kollegen und auf die leeren Parlamentsbänke. »Er starb … ehrenhaft.«

»Verdammt!« Simone schlug mit ihrer Faust auf die Armlehne des Marmorthrons. Der Schlag erzeugte ein schwaches Patsch anstelle des hallenden Krachens, auf das sie gehofft hatte. »Sag es mir einfach, Iwan. Er war mein Vater.«

»Wie Sie befehlen, Generalhauptmann.« Technisch gesehen stand ihr dieser Titel noch nicht zu, doch als einzige berechtigte Marik – ihr Bruder war erst elf – Geralks Nachfolge antreten, sofern sie diese Position nicht verweigerte. »Sein Panzer war außer Gefecht gesetzt worden, doch er weigerte sich, aufzugeben. Er schoss weiter auf die BattleMechs – und hatte allem Anschein nach sogar einen von ihnen ausgeschaltet –, doch am Ende haben sie seine Stellung überrannt. »Sie –«, er zögerte »– haben den Panzer des Generalhauptmanns zerquetscht.«

Während des kurzen Berichtes kämpfte Simone Marik darum, Haltung zu bewahren. Sie wischte ihre Tränen fort und hinterließ ein verquollenes und beschmiertes Gesicht mit rotgeränderten Augen, doch ihr Rücken blieb gerade und sie strahlte bei all ihrer Trauer Entschlossenheit aus. »Und der Rest unserer Streitkräfte? Was geschah mit ihnen?«

»Der Befehlsstab hat die Anweisungen ihres Vaters befolgt und sich bis auf Höhe des Flusses zurückgezogen, wo er bis in den nächsten Tag hinein aushielt. Doch die Lyraner stießen vor und kesselten einige Truppenteile ein, welche sie vernichteten oder zur Kapitulation zwangen. Die letzten Transporter haben Loric am Zwölften verlassen. Wir erwarten in den nächsten Wochen irgendeine Art von diplomatischer Initiative, um über Rückführungen zu verhandeln.«