BattleTech - Eiertanz - Jason Schmetzer - E-Book

BattleTech - Eiertanz E-Book

Jason Schmetzer

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Beschreibung

IHR AUFTRAG: DIE BESCHAFFUNG DER BATTLEMECH-PLÄNE. KOSTE ES, WAS ES WOLLE … Es gibt drei Möglichkeiten, ein schwieriges Ziel zu erreichen: Sei der Erste. Sei schlauer. Oder betrüge. Das Nachrichtendirektorat der Konföderation Capella, auch unter der Bezeichnung Maskirovka bekannt, besitzt auf allen drei Gebieten einschlägige Erfahrungen. Doch wenn die ersten beiden Methoden nicht den gewünschten Erfolg erzielen, hat es auch kein Problem, auf die dritte Vorgehensweise zurückzugreifen. Als das verdeckt arbeitende Team die Pläne erbeutet, für die sie zu sterben bereit sind, wird diese Entschlossenheit bis zum Äußersten strapaziert. Und während sie versuchen, von dem Planeten der Liga Freier Welten zu entkommen, den sie infiltriert hatten, müssen sie ihr eigenes Können mit dem eines der meistgefürchteten Nachrichtenoffiziere messen, den die LFW aufzubieten hat.

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Seitenzahl: 112

Veröffentlichungsjahr: 2022

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Titel

Jason Schmetzer

Eiertanz

Proliferationszyklus VI

Impressum

Yellow King Productions

Titelbild: Catalyst Game LabsRedaktion: Mario WeißÜbersetzer: Hartwig Nieder-GasselKorrektorat und Lektorat: Mario Weiß, Michael Sellmeier, Christopher Denis, Thomas Doblinger Layout: Michael Mingers

©2026 The Topps Company, Inc. All rights reserved. Classic BattleTech, BattleTech, BattleMech and ’Mech are registered trademarks and/or trademarks of The Topps Company Inc. in the United States and/or other countries. Catalyst Game Labs and the Catalyst Game Labs logo are trademarks of InMediaRes Productions, LLC.

Deutsche Ausgabe Yellow King Productions, Neuöd - Gewerbepark 12a, D-92278 Illschwang unter Lizenz von INMEDIARES PRODUCTIONS, LLC., also doing business as CATALYST GAME LABS.

Alle Rechte vorbehalten. Der Nachdruck, auch auszugsweise, die Verarbeitung und die Verbreitung des Werkes in jedweder Form, insbesondere zu Zwecken der Vervielfältigung auf fotomechanischem, digitalem oder sonstigem Weg sowie die Nutzung im Internet dürfen nur mit schriftlicher Genehmigung des Verlags erfolgen.

Produkt-Nr.: YKBT027E-Book-ISBN:978-3-96331-866-5

1

MILITÄRSTÜTZPUNKT HAPPEN

40 KILOMETER ÖSTLICH VON BARTER

XANTHE III

LIGA FREIER WELTEN

17. MÄRZ 2466

Halle Ostend versuchte, nicht hinzusehen, als Esterhazy der Wache einen Zwanzigadlerschein zusteckte, damit diese wegschaute, während er den Magnetschalter gedrückt hielt. Das Summen der Tür übertönte ihr leises, geziertes Kichern, was nur gut war. Niemand außer Esterhazy sollte dieses Kichern hören.

Nachdem die Tür aufgeglitten war, schob sie ihre Finger in seine verschwitzte Hand und ließ sich von ihm hineinziehen. Der Wachmann mochte dabei gelächelt haben, sie konnte nicht am Riemen seines Helmes vorbeischauen, doch die Wange hob sich.

Es war entweder ein Lächeln oder eine Grimasse. Ostend kümmerte das wenig – sie kannte sechs lautlose und mindestens zehn geräuschvolle Arten, Esterhazy zu töten, bevor er sich noch hätte umdrehen können. Die Wache war unwichtig.

»Wir dürften gar nicht hier sein«, flüsterte sie, nachdem sich die Tür geschlossen hatte. Esterhazy war größer als sie – ungefähr 1,90, fast zwei Meter. Er befand sich auf der falschen Seite der Vierzig, war um seine Mitte herum fülliger als ihm bewusst war, und sein Schläfenhaar hatte bereits den langen, allmählichen Rückzug in Richtung Hinterkopf angetreten. Sein Nacken war gerötet – er war für gewöhnlich ein bisschen rot, sobald er sie um sich hatte.

Das ging den meisten Männern so.

»Wer soll mich schon aufhalten?«, fragte Esterhazy. Er schaute sich über die Schulter zu ihr um und grinste. Das brachte seine Hängebacke dazu, Falten zu werfen. »Ich bin leitender Techniker, schon vergessen?«

»Also schön«, sagte Ostend schmollend, »ich dürfte gar nicht hier sein.«

Esterhazy lachte. »Ich erlaube es dir, hier zu sein, Süße.«

Ostend kicherte erneut. Sie musste daran denken, wie einfach es jetzt wäre, seinen Hinterkopf an den Haaren festzuhalten, ihre andere Hand unter sein Kinn zu schieben, und dann fest daran zu ziehen. Es würde dann dieses Pop geben. Sie bebte.

Esterhazy hielt an einer T-Kreuzung inne. Sein Kopf drehte sich nach links und rechts. Ostend legte ihr Gewicht auf seine Hand, seinen Arm. Ihr Blick fuhr hin und her, nahm die Details in sich auf. Beleuchtungskörper. Whiteboards an Türen. Schrammen an der Wand.

»Hier lang«, sagte Esterhazy und zog sie nach rechts.

»Sind da nicht die Ingenieure?«, fragte sie. Nicht, dass sie eine Ahnung davon gehabt hätte – Ostend war noch nie so weit in den gesicherten Bereich von Happen eingedrungen. Aber sie wusste, dass es hier Ingenieure gab, und die mussten sich entweder in dieser Richtung den Flur entlang oder in der anderen Richtung befinden. Und wenn sie sich hier entlang befinden, dann ist das gut zu wissen …

»Nein, die sind gegenüber«, sagte Esterhazy. Er hielt vor einer Tür an, las die Kennzeichnung, und zog sie erneut mit sich.

Ostend keuchte ein bisschen, drückte seine Hand. »Robert«, seufzte sie und schmiegte sich an ihn.

»Hier«, grunzte er. Seine Finger tippten unbeholfen auf der Eingabetastatur herum. Ein schriller Warnton erklang. Er hatte die falsche Kennung eingegeben. »Verdammt.«

»Robert …«, schnurrte sie und strich seinen Arm entlang. Sie leckte neckisch seine Ohrmuschel, achtete sorgsam darauf, ein Zittern des Ekels zu unterdrücken, als sie fühlte, wie die Haare, die aus seinem Ohr sprossen, über ihre Zunge fuhren. »Ich will …«

»Ich weiß –« Wieder der schrille Ton.

»Ich will –« Ein Biss.

»Oh Gott …« Er sackte gegen den Türrahmen. Piiiep.

»Lass mich«, sagte Ostend. Sie glitt um ihn herum, sorgfältig darauf bedacht, dass stets ein Teil ihres Körpers sich an einem von seinem rieb. »Wie lautet der Code?«

»Delta-sechs-neun-Echo-sieben-vier-vier-zwo.« Sein Atem hatte zu keuchen begonnen. Seine Hand – diese großen, klammen, plumpen Hände – glitten über ihren Körper, während sie die Kennung eintippte. Ein Glockenton erklang und die Tür ging auf.

»Oh Gott, ja«, grunzte Esterhazy und schob sie vor sich her in den Raum hinein. Ihr Becken stieß gegen eine Tischkante und sie ließ sich vornüber sinken. Ihre Finger schlossen sich um den gegenüberliegenden Rand. Sie kaute auf ihrer Unterlippe und ließ den Blick schweifen. Ein Bürostuhl – ein blödes gerahmtes Bild an der Wand – ein leuchtender Kalender – eine Computerkonsole. Ihre Augen verengten sich. Sie ignorierte Esterhazys schweinisches Quieken, als die Tür hinter ihm zufuhr. Sie ignorierte seine Hände, die sie grob bei der Hüfte ergriffen.

Die glühende Standby-Anzeige schien ihr zuzublinzeln. Ostend lächelte breit. Sie pustete sich die Strähnen aus der Stirn. Esterhazy fummelte an ihrem Kleid herum, am Reißverschluss. Er war ganz zittrig vor Aufregung, bei jedem seiner pfeifenden Atemzüge erklang das erstickte Quietschen kaum noch zu bändigender Vorfreude.

Ostend drückte den Rücken durch, schaute ins Nichts. Esterhazy würde für die nächste Minute oder so ihre Aufmerksamkeit nicht benötigen – Zeit, um sich den Zugangscode einzuprägen, die Anzahl der Schritte von der Tür aus, das Gesicht der Wache draußen. Das Aufblitzen von Freude, die ihr Gesicht glühen ließ, hatte nichts mit Esterhazys heißer Haut zu tun, sondern war allein der inneren Hitze zu verdanken, die von ihrer Genugtuung darüber herrührte, die Konföderation Capella zu erretten.

BARTER

XANTHE III

LIGA FREIER WELTEN

18. MÄRZ 2466

Hector Little saß in dem niedrigen Sessel und starrte auf den Code, der auf dem kleinen Bildschirm des Noteputers abgebildet war. Das flache Gerät stand vor ihm auf dem Couchtisch und zeigte die Seite eines kostenlosen Mailanbieters mit der einzigen geöffneten Nachricht aus einer Flut von Spam und Jesus-rettet-dich-Botschaften an. Little legte die Finger unter seinem Kinn aneinander und fixierte die Kennzahl.

»Ich hab’ sie auch bekommen«, sagte Nicholas Drake vom anderen Ende des Raumes her. »Es ist der Code von Halle.«

»Ich auch«, rief Sasha Feodorejwa aus dem Schlafzimmer. »Beide Konten.«

Little atmete langsam aus. »Zugang.«

»Halle hat nur sechs Monate gebraucht, um den richtigen Kerl zu finden«, lachte Sasha. Sie kam aus dem Schlafzimmer, den eigenen Noteputer mit dem Ellenbogen an ihre Seite geklemmt. Die Frau war groß, zwei Meter, mit langen braunen Haaren und dunklen Augen. Ihre Haut war blass – kalkweiß, so bleich, dass Little bei entsprechender Beleuchtung das Flechtwerk ihrer Adern erkennen konnte. Ihre Finger waren lang und vernarbt. Schwielig.

Little nahm diese tödlichen Finger in Augenschein. Dann tippte er etwas auf dem Keyboard, um die Nachricht auf seinem Bildschirm zu schließen und sie zu löschen. Während er Ostends Ziffern angestarrt hatte, waren zwei neue Nachrichten bezüglich Verlängerungen für Männer hereingekommen.

In den Holovids wäre das jetzt der Moment, in dem er, der furchtlose Undercover-Spion mitten im Feindesland, die Nachricht löschen, das E-Mail-Konto aufkündigen und dann den Noteputer in einem Kamin oder Heizofen verbrennen würde. Danach würde er den Raum anzünden und hinausgehen, mit der Jacke über der Schulter. Littles kleiner Mund verzog sich zu einem Grinsen. In den Holovids …

In den Holovids kamen nie die Cracks der National Intelligence Agency zur Sprache, die Ostends angeblicher Spam-Nachricht zu jedem Konto folgen würden, auf dem diese landete, und wo sie es registrieren würden, wenn ein, oder zwei, oder vier Konten schon wenige Minuten nach dem Lesen dieser Nachricht gekündigt werden würden. Das wäre dann ein Suchkriterium – die kleinen Softwarebots würden sofort Lunte riechen. Menschen kündigten nicht gleich ihr Konto auf, nachdem sie Spam-Nachrichten gelesen hatten. Sie löschten sie einfach und gingen dann ihrem normalen Tagwerk nach.

Er schaltete den Noteputer aus und stand auf.

»Was ist mit Danilovs Team?«, fragte er Drake.

»Seit einer Woche nichts«, erwiderte dieser. »Laut dem letzten Bericht sind Kane und Tibbett nach wie vor bei der Flugbereitschaft, und Dan sagte, dass er vielleicht Zugriff auf eine Fähre erhält. Die Passagierlisten für abfliegende Fähren sind nach wie vor ziemlich voll – wir könnten zwei, vielleicht auch drei Plätze in einem einzelnen Flieger ergattern. Aber nicht für uns alle zusammen.«

Little schniefte. »Na ja, wenn Ostend die Daten bekommt, müssen wir den Planeten verlassen. Und das rasch, wenn möglich.«

»Raumjäger sind schnell«, betonte Drake. »Kane könnte einen Langstreckenflug anmelden und sich hoch in den Orbit davonmachen.«

»Es gibt Jäger, die schneller sind als ihre Dragonfires«, kommentierte Feodorejwa. »Trotzdem, das wäre kein schlechter Ersatzplan.«

Drake zog scharf Luft durch die Nase ein und erhob sich. »Lasst uns nichts überstürzen. Wir brauchen immer noch das Paket und wir müssen es von Happen nach Barter schaffen. Dann müssen wir es in den Raumhafen bringen, der zu dem Zeitpunkt mit Sicherheit einem militärischen Lockdown unterliegt. Und wir müssen selbst durch dieselbe Abschottung gelangen.« Er winkte mit dem flachen Noteputer in seiner Hand. »Ein Schritt nach dem anderen, Kinder.«

Little grinste ihn an. Drake war der älteste Mann in dem Raum – der älteste Mann im gesamten Team. Er war fast fünfzig, abendländisch, mit grauem Haar, das bereits silbern wurde, und mit Fältchen um die Augen. Soweit die NIA wusste, war er als Landvermesser von Lopez hier auf diesem Planeten, um beim Verlegen von Kommunikationsleitungen zwischen Happen und Barter zu helfen. Die Marik-Angestellten, mit denen er zusammenarbeitete, kannten ihn als kundige Hand mit einem Vermessungslaser und jemanden, auf den man sich verlassen konnte. Drake besaß einfach eines dieser Gesichter, das Leute dazu brachte, ihm unwillkürlich zu vertrauen.

Die Maskirovka liebte es, Personen mit dieser Art von Visage anzuwerben.

»Also teilen wir Halle mit, dass sie es besorgen soll«, sagte Little. Er lehnte sich auf dem niedrigen Sofa zurück, legte den rechten Knöchel auf sein linkes Knie. Das Sinnbild eines entspannten Mannes. Dieser Gedanke ließ ihn lächeln. »Und wir sagen Dan und den anderen, dass sie jetzt ernsthaft an Fluchtrouten arbeiten sollen.«

Sasha nahm gegenüber von ihm Platz. Sie saß mit geradem Rücken da, die Knie geschlossen. Auf Xanthe war sie bekannt als Sasha Feodorejwa – ehemalige Holovid-Schauspielerin von Amity. Ihr Verhalten zeigte das herablassende Standesbewusstsein der Aristokratie, und sie verlor niemals auch nur für einen Augenblick diese Fassade. »Und wir drei?«

»Warte. Schau zu.« Little sah Drake an. »Kannst du deinen Trupp Richtung Happen bewegen?«

Drake lächelte. »Ist bereits auf dem Terminplan vermerkt.«

Little grinste. »Gut.«

MILITÄRSTÜTZPUNKT HAPPEN

40 KILOMETER ÖSTLICH VON BARTER

XANTHE III

LIGA FREIER WELTEN

18. MÄRZ 2466

Parsifal Nehru tippte den Zugangscode ein und wartete ab. Der Korridor hinter ihm brummte von uniformierter Aktivität, und niemand schenkte dem jugendlich wirkenden Mann in der Uniform eines Lieutenants mehr Beachtung als dem eingetopften Rhododendron in der Ecke. Nehru fühlte, wie seine Lippen mit dem Anflug eines Grinsens zuckten, dann geißelte er sich dafür. Wenn du nicht mal die Tür zum Narren halten kannst …

Die Tür öffnete sich und Nehru trat ein. In dem Raum dahinter saß ein Korporal am Schreibtisch und starrte auf seinen Noteputer, der auf der Arbeitsfläche stand. Er sah nicht zur Tür, als Nehru hereinkam.

»Der General ist gerade außer Haus«, sagte er. Sein Finger tippte auf den Bildschirm – blätterte um, wie Nehru annahm –, bevor er wieder seine vorherige Position neben der Unterlippe einnahm. »Wenn es Ihnen nichts ausmacht, später noch einmal wiederzukommen -«

»Ich werde warten, vielen Dank«, sagte Nehru. »Korporal …?«

Der Mann schaute auf. Nehru konnte beobachten, wie sich dessen Augen ein wenig weiteten, als er die Rangabzeichen an seinem Kragenspiegel sah. Er konnte sehen, wie sich die Mundwinkel des Korporals spannten. Er verbeißt sich eine Obszönität, ergänzte sein Verstand. Das Erröten setzte ein, während der junge Mann auf die Beine kam. Nehru sah es kommen.

Nehru sah alles.

»Bitte um Entschuldigung, Sir«, sagte der Korporal. Er ging in Habachtstellung, sein Blick wanderte von den Kragenabzeichen aus nach oben und fixierte die Tür hinter ihm. »Ich hatte nicht gesehen –«

»Schon gut –«, Nehru spähte nach dem Namensschild an seiner Brust, »– Korporal Platt. Der General ist abwesend, sagten Sie?«

»Jawohl, Sir. Er führt eine Überraschungsinspektion im Sicherheitsbereich durch, Sir!«

»Tatsächlich?« Nehru ließ seinen Blick durch das Büro wandern. »Sein Adjutant …?«

»Captain Mallory, Sir.«

»Ja, Captain Mallory. Der Captain begleitet den General?«

»Jawohl, Sir.« Der Korporal runzelte die Stirn. »Bitte entschuldigen Sie, Sir, aber hatte der General Sie erwartet?«

Nehru lächelte. »Mich persönlich? Das möchte ich bezweifeln.« Er langte in die Jackentasche seiner Uniform und zog einen digitalen Ausweis hervor. Darauf stand Parsifal Nehru, Unterlieutenant, am oberen Rand. Darunter flimmerte das Emblem der Neunundvierzigsten Xanthe-Grenadiere. Als er mit seinem Daumen an der rechten Kante entlangfuhr, leuchteten der Rang und das Emblem jedoch auf und wechselten.

Er legte die Ausweiskarte auf die Schreibtischplatte und achtete auf die Reaktion des Korporals. »Wenn er kein kompletter Idiot ist, hat er allerdings schon auf jemanden wie mich gewartet.«

Der Korporal sah hinab. Der Name war unverändert geblieben. Doch wo vorher Unterlieutenant gestanden hatte, zeigte die Karte nun Kolonel. Das Emblem zeigte auch nicht länger den gewundenen Mond der Grenadiere.

Das Blut, das das Gesicht des jungen Korporals heftig hatte erröten lassen, wich, noch während Nehru dabei zusah.

Das Emblem bestand nun aus den gekreuzten Schwertern und Blitzen des Inspektorats.

Die Augen des Mannes ruckten wieder empor und er nahm, nun mit aschfahler Haut, erneut Haltung an.