Erhalten Sie Zugang zu diesem und mehr als 300000 Büchern ab EUR 5,99 monatlich.
DIE TRADITION WIRD HOCHGEHALTEN … Andere Söldnereinheiten hissen zwei Flaggen vor ihrem Hauptquartier, eine mit dem eigenen Emblem und die andere mit dem Abzeichen ihres gegenwärtigen Auftraggebers. Bei der 3. Regimentskampfgruppe – der Leichten Eridani-Reiterei – bleibt hingegen ein Fahnenmast stets unbesetzt, zur Erinnerung an den Untergang des Sternenbundes, während die Flaggen der Leichten Reiterei und ihres Regiments bei den anderen auf Halbmast gesetzt sind. Welche Triumphe und Tragödien haben die LER und ihre Traditionen geprägt? Was hat sie dazu angetrieben, ein Faktor zu werden, mit dem man rechnen muss, eine herausragende Söldnereinheit mit einer der längsten Historien und reichhaltigsten Traditionen der gesamten Inneren Sphäre? Werden Sie Zeuge der Entstehung dieser Einheit in der Zeit des Sternenbundes und verfolgen Sie ihre Entwicklung in den Nachfolgekriegen und der Clan-Invasion bis hin zu ihrem Niedergang während der dunklen Zeit und Wiederauferstehung in der ungewissen Zukunft der ilClan-Ära. Teil 3: Für einen Raid in den Lyranischen Commonwealth schließt sich die Leichte Eridani-Reiterei den Black Warriors an, bei denen es sich genau wie bei der Leichten Reiterei selbst um eine ehemalige Truppe des Sternenbundes handelt. Doch irgendetwas an diesem Auftrag stimmt nicht …
Sie lesen das E-Book in den Legimi-Apps auf:
Seitenzahl: 43
Veröffentlichungsjahr: 2026
Das E-Book (TTS) können Sie hören im Abo „Legimi Premium” in Legimi-Apps auf:
Titel
Chris Hussey
Erlöschende Würde
Chronik der Leichten Eridani-Reiterei III
Impressum
Yellow King Productions
Titelbild: Catalyst Game LabsRedaktion: Mario WeißÜbersetzer: Hartwig Nieder-Gassel Korrektorat und Lektorat: Christopher Denis, Carolina Möbis und Mario WeißLayout: Michael Mingers
©2026 The Topps Company, Inc. All rights reserved. Classic BattleTech, BattleTech, BattleMech and ’Mech are registered trademarks and/or trademarks of The Topps Company Inc. in the United States and/or other countries. Catalyst Game Labs and the Catalyst Game Labs logo are trademarks of InMediaRes Productions, LLC.
Deutsche Ausgabe Yellow King Productions, Neuöd - Gewerbepark 12a, D-92278 Illschwang unter Lizenz von INMEDIARES PRODUCTIONS, LLC., also doing business as CATALYST GAME LABS.
Alle Rechte vorbehalten. Der Nachdruck, auch auszugsweise, die Verarbeitung und die Verbreitung des Werkes in jedweder Form, insbesondere zu Zwecken der Vervielfältigung auf fotomechanischem, digitalem oder sonstigem Weg sowie die Nutzung im Internet dürfen nur mit schriftlicher Genehmigung des Verlags erfolgen.
Produkt-Nr.: YKBT010E-Book-ISBN: 978-3-98901-990-4
1
PUNKT RIGA
PENCADER
LYRANISCHES COMMONWEALTH
4. APRIL 2853
Colonel Pro-Tem Idris Majed ließ das Bild der Verwüstung auf sich wirken, die ringsum herrschte. Lyranische Mechs und Raumjäger lagen – teils in Stücken – verstreut und rauchend auf dem von Kratern übersäten Landefeld des Raumhafens von Punkt Riga. Die gepanzerte Faust des Hauses Steiner, die auf den zerstörten und geschundenen Mechs prangte, wirkte dabei wie ein Symbol des Aufbegehrens gegen ihre Niederlage, aber es konnte kein Zweifel daran bestehen, dass diese Garnison der Lyranischen Commonwealthstreitkräfte komplett hinüber war. Der Raid, durch seine Einheit, das 71. Regiment der Leichten Reiterei, hatte sich als über alle Maßen erfolgreich erwiesen. Das wird Bradley gefallen.
Der Überraschungsangriff war nahezu reibungslos vonstattengegangen. Majeds Regiment war in seiner Landungszone fünf Kilometer vor diesem Militäraußenposten niedergegangen, während die 151. Leichte Reiterei ein Sekundärziel weiter östlich attackiert hatte. Der Rest der Truppe genoss im Moment noch seine Erholung und Neuausrüstung daheim auf Circinus.
Majed hatte mit einer Falle gerechnet, als sie ohne Widerstand seitens der Lyraner auf Punkt Riga zumarschierten. Erst als die Erkundungslanzen schon den Perimeter der Basis erreicht hatten, waren Mechs und konventionelle Unterstützung des Commonwealth aufgetaucht, doch selbst da nur vereinzelt und desorganisiert. Lediglich eine Kompanie LCS-Mechs hatte sich schließlich zusammen mit einem dazu passenden Kontingent aus Panzern und Infanterie dem 71. gestellt. Das war wesentlich weniger, als tatsächlich auf der Basis stationiert sein sollte.
Der Colonel konnte sein Glück kaum fassen. Die jetzt noch verbliebenen, unbeschädigten lyranischen Mechs würden enorm dabei helfen, die anderen Regimenter der Leichten Eridani-Reiterei aufzufüllen, die in letzter Zeit arg in Mitleidenschaft gezogen worden waren. Die Liga Freier Welten hatte sich als guter Auftraggeber herausgestellt, aber die Einheit wurde auch hart rangenommen.
Dieses harte Herannehmen hatte letztlich dann auch dazu geführt, dass sich Majed in der Position des zeitweiligen Befehlshabers über die gesamte Truppe wiedergefunden hatte. Trotz seines fortgeschrittenen Alters von über 100 Jahren hatte Colonel Bradley nichts von seiner geistigen Klarheit eingebüßt. Zwar war es ihm nicht länger möglich, im Cockpit eines Mechs zu sitzen, doch er vermochte die LER weiter zu kommandieren. Als stets bedachtsam handelnder Anführer brachte Colonel Bradley seine potenziellen Nachfolger sorgfältig in Stellung. In den letzten Jahren hatte jeder der Regimentskommandeure in einem Pro-Tem-Status gedient, und jetzt kam eben Majed an die Reihe. Dabei war er nicht einmal sicher, ob er diese Aufgabe überhaupt übernehmen wollte. Er liebte es, das 71. zu führen, aber gleich die gesamte Leichte Reiterei? Das war schon etwas ganz anderes.
Majed gelangte am Kommando- und Kontrollzentrum des Außenpostens an. In der Ferne konnte er Infanteristen der Leichten Reiterei dabei beobachten, wie sie mit den Gefangenen verfuhren. Man kam nicht drumherum, sie festzusetzen, aber sie würden nicht mit zurück über die Grenze genommen werden. In Kriegszeiten wäre dies zwar üblich gewesen, doch jetzt waren die Gegebenheiten ein wenig anders. Die Liga und ihr Kontrakt verlangten lediglich die Sicherstellung nichtmenschlicher Ressourcen. Gefangene bedeuteten da nur, dass noch mehr Mäuler gestopft werden mussten. Auf beiden Seiten der Grenze zwischen Commonwealth und Liga war der gegenseitige Hass groß. Aufwand und Kosten, die damit verbunden waren, gegnerische Soldaten davon zu überzeugen, fortan für die eigene Sache zu kämpfen, waren keinerlei Diskussion und Ausgaben wert. Das gleiche galt für einen Gefangenenaustausch. Es lohnte sich einfach nicht. Besser, man nahm ihnen einfach nur die Mechs ab und ließ den Feind dafür Sorge tragen, die Besitzlosen dann durchzufüttern.
Majed suchte sich seinen Weg durch das Zentrum und zu seinem zeitweiligen Büro, wobei sein Stab salutierte oder ihm zunickte, als er vorbeikam. Schließlich hielt ihn ein Adjutant auf.
»Sir, Colonel Cirion versucht Sie zu erreichen.«
Majed nickte und strich sich über den Schnurrbart. »Das habe ich mir schon gedacht. Ich bin neugierig, ob die genauso viel Glück hatten wie wir. Stellen Sie sie zu meinem Schreibtisch durch«, befahl er und beschleunigte seine Schritte.
