BattleTech - Interessenkonflikte - Joel Steverson - E-Book

BattleTech - Interessenkonflikte E-Book

Joel Steverson

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Beschreibung

DIE TRADITION WIRD HOCHGEHALTEN … Andere Söldnereinheiten hissen zwei Flaggen vor ihrem Hauptquartier, eine mit dem eigenen Emblem und die andere mit dem Abzeichen ihres gegenwärtigen Auftraggebers. Bei der 3. Regimentskampfgruppe – der Leichten Eridani-Reiterei – bleibt hingegen ein Fahnenmast stets unbesetzt, zur Erinnerung an den Untergang des Sternenbundes, während die Flaggen der Leichten Reiterei und ihres Regiments bei den anderen auf Halbmast gesetzt sind. Welche Triumphe und Tragödien haben die LER und ihre Traditionen geprägt? Was hat sie dazu angetrieben, ein Faktor zu werden, mit dem man rechnen muss, eine herausragende Söldnereinheit mit einer der längsten Historien und reichhaltigsten Traditionen der gesamten Inneren Sphäre? Werden Sie Zeuge der Entstehung dieser Einheit in der Zeit des Sternenbundes und verfolgen Sie ihre Entwicklung in den Nachfolgekriegen und der Clan-Invasion bis hin zu ihrem Niedergang während der dunklen Zeit und Wiederauferstehung in der ungewissen Zukunft der ilClan-Ära. Teil 1: Als Teil der Sternenbundverteidigungsstreitkräfte hat die Leichte Eridani-Reiterei ein Dutzend Jahre damit zugebracht, gegen die Armee eines Wahnsinnigen zu kämpfen, und auf diese Weise dazu beigetragen, der Inneren Sphäre Frieden zu bescheren. Doch nun droht eine neue Gefahr, als die Hausfürsten untereinander um Macht und Stellung ringen, und schon bald stehen die Männer und Frauen der LER vor einer weiteren schrecklichen Entscheidung – sollen sie bleiben und die Innere Sphäre davor bewahren, erneut in einen Krieg gestürzt zu werden, oder sie verlassen … vielleicht für immer …

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Seitenzahl: 49

Veröffentlichungsjahr: 2026

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Titel

Joel Steverson

Interessenkonflikte

Chronik der Leichten Eridani-Reiterei I

Impressum

Yellow King Productions

Titelbild: Catalyst Game LabsRedaktion: Mario WeißÜbersetzer: Hartwig Nieder-Gassel Korrektorat und Lektorat: Christopher Denis, Carolina Möbis und Mario WeißLayout: Michael Mingers

©2026 The Topps Company, Inc. All rights reserved. Classic BattleTech, BattleTech, BattleMech and ’Mech are registered trademarks and/or trademarks of The Topps Company Inc. in the United States and/or other countries. Catalyst Game Labs and the Catalyst Game Labs logo are trademarks of InMediaRes Productions, LLC.

Deutsche Ausgabe Yellow King Productions, Neuöd - Gewerbepark 12a, D-92278 Illschwang unter Lizenz von INMEDIARES PRODUCTIONS, LLC., also doing business as CATALYST GAME LABS.

Alle Rechte vorbehalten. Der Nachdruck, auch auszugsweise, die Verarbeitung und die Verbreitung des Werkes in jedweder Form, insbesondere zu Zwecken der Vervielfältigung auf fotomechanischem, digitalem oder sonstigem Weg sowie die Nutzung im Internet dürfen nur mit schriftlicher Genehmigung des Verlags erfolgen.

Produkt-Nr.: YKBT008E-Book-ISBN: 978-3-98901-988-1

1

DIE RUINEN VON ULTRACOM

ZEBEBELGENUBI

SKYE-FÖDERATION

LYRANISCHES COMMONWEALTH

12. NOVEMBER 2772

Während sie dabei zusah, wie das Regiment der Leichten Eridani-Reiterei als Prozession in den Innenhof einzog, blinzelte Major Astrid Karlsson Tränen fort und machte sich eine gedankliche Notiz, Captain Calhoun eine offizielle Belobigung auszusprechen. Einmal mehr war es dem Quartiermeister gelungen, seine Magie zu wirken. Nach fünf Jahren heftiger Kämpfe war das Regiment heruntergekommen und ausgelaugt, doch irgendwie hatte es Calhoun geschafft, Paradeuniformen für die Ehrenwache aufzutreiben.

Die Soldaten am Kopf der Marschkolonne trugen frische, olivgrüne Uniformen mit saftgrünen Halbjacken und Schiffchen, kniehohen, nussbraunen Stiefeln, und dazu passenden Lederhandschuhen. Das Emblem der LER – ein kastanienbrauner Hengst im Piaffe-Schritt auf einer goldgelben Kreisscheibe mit vergoldetem Rand – prangte auf den lotusblauen Schärpen der Welt Radstadt, die sich von der rechten Schulter bis zur linken Hüfte zogen. Ehrendolche, die an einem Gürtel steckten, komplettierten die Ausstattung. Ihre farbenfrohen Uniformen standen in starkem Kontrast zu dem nüchternen Stahlbeton des Gevierts und den geschwärzten Ruinen ringsum.

In der Mitte des Innenhofes erhob sich ein einzelner Fahnenmast. Die Flagge der Republik der Randwelten – ein kobaltblauer Haifisch auf einem weiß geränderten braunen Feld – flatterte im leichten Wind. Der Mast wurde zur Rechten von einem schmiedeeisernen Kohlenbecken und zur Linken von einem Katheder aus Mahagoniholz flankiert. Eine gemischte Menge aus Soldaten, Milizionären, Partisanen, Ordnungshütern, Rettungskräften und Zivilisten füllte jeden freien Quadratmeter des Hofes aus.

Nachdem auch die letzten Teilnehmer der Prozession ihren Platz eingenommen hatten, trat Colonel Ezra Bradley an das Stehpult. Der Kommandeur der LER bewegte sich mit einem kaum wahrnehmbaren Hinken, als das künstliche Bein um ein Geringes schneller ausschritt als sein natürliches Gegenstück. Die nahezu pausenlosen Kämpfe der letzten fünf Jahre hatten ihn beträchtlich altern lassen. Sein Haar war jetzt eher grau als rötlichbraun, und tiefe Sorgenfalten durchzogen sein Gesicht wie antikes Pergament. Krähenfüße entsprangen den Winkeln seiner hellgrauen Augen, als er gegen das helle Licht anblinzelte und darauf wartete, dass der Teleprompter hochfuhr. Die feierliche Zeremonie würde weltweit gestreamt werden.

»Am heutigen Tag geht es um Pflicht«, sagte er mit einem Bariton-Brummen. »Oder genauer gesagt, um das Pflichtgefühl, das wir alle miteinander teilen, wenn wir an etwas glauben, das größer ist als wir selbst, und das uns alle dazu drängt, ohne Rücksicht auf die Kosten das Heft des Handelns zu ergreifen. Es verleiht uns Mut, wenn wir uns fürchten, Hoffnung, wenn wir verzweifeln, und etwas, an das wir noch glauben können, wenn alles andere versagt hat.

Dieser Campus hier gehörte einst zu Ultracom – dem Ulsop Robotics Training Complex –, in dem die Sternenbundverteidigungsstreitkräfte Soldaten in der Bedienung unseres Raumverteidigungssystems unterwiesen haben; eines nahezu unüberwindlichen Netzwerkes aus raum- und bodengestützten Waffenstellungen, Raumstationen und autonomen Drohnenschiffen zum Schutz von Schlüsselwelten der Terranischen Hegemonie.

Technologischer Fortschritt hat die Hegemonie zu einem Inbegriff der Exzellenz werden lassen. Zu einem Symbol all dessen, wozu die Menschheit fähig ist. Die Bewegung der Modernen Ritterlichkeit hat die Werte der Hegemonie im gesamten Sternenbund verbreitet. Der Cameron-Stern ist zu einem Symbol manifestierter Redlichkeit geworden. In der Gewissheit des Schutzes durch unsere gepanzerten Bollwerke hat die Hegemonie dann die SBVS entsandt, um den New Vandenberg-Aufstand niederzuschlagen.

Doch trotz all unserer Errungenschaften ist es uns nicht gelungen, den Verräter in unserer Mitte auszumachen. Wir wurden von Stefan Amaris verraten, dem hinterhältigen Anführer der Republik der Randwelten. Der Usurpator hat den Ersten Lord Richard Cameron ermordet und seine Terrorherrschaft mittels simultaner Angriffe auf alle Hegemonie-Welten errichtet. In nur einem Monat hat er Artus seines Camelots beraubt.«

Ein verärgertes Murmeln breitete sich in der Menge aus. Bradley wartete ab, bis es wieder still geworden war, bevor er fortfuhr: »Nachdem die Randweltler diese Welt erobert hatten, machten sie Ultracom zu ihrem planetaren Befehlszentrum und zwangen Ulsop-Ingenieure dazu, ihre Soldaten im Betrieb des RVS zu unterrichten. Der Widerstand versuchte, diese Ausbildung zu verhindern, scheiterte jedoch. Es war aber seine Pflicht, die Hegemonie zu beschützen, und so versuchte man es erneut. Auch beim zweiten Mal schlug das fehl, und dennoch versuchte man es wieder.

Nach zehn fehlgeschlagenen Bemühungen war man schließlich im Frühjahr 2768 erfolgreich. Drei Tonnen KSR mit Inferno-Ladungen wurden in den Komplex geschmuggelt. Vierzig Auszubildende starben bei der resultierenden Explosion, und der dadurch verursachte Brand zerstörte den halben Komplex und kostete weitere hundertdreißig hier Beschäftigte das Leben.«

Bradley wurde langsamer und ließ Wut in seine nächsten Worte einfließen. »Die Reaktion der Randweltler bestand darin, alle dreihundert Ulsop-Ausbilder hinzurichten und die Ruinen in ein Vernichtungslager zu verwandeln, in dem Widerstandskämpfer, Dissidenten und alle anderen, die ihnen nicht passten, ihre letzten Tage unter Bedingungen zubringen mussten, die ihren künstlich in die Länge gezogenen, qualvollen Tod zur Folge hatten.«

Ein leises Wimmern zu ihrer Rechten erregte Astrids Aufmerksamkeit. Captain Maeve Ramirez hatte unübersehbar zu zittern begonnen. Astrid bedachte sie mit einem angedeuteten Lächeln, in der Hoffnung, dass Maeve diese Geste des Mitgefühls verstehen würde, doch die jüngere Frau schien es gar nicht zu bemerken. Astrid fügte ihrer gedanklichen To-do-Liste einen weiteren Punkt hinzu.