BattleTech - Keine Träne - Craig A. Reed Jr. - E-Book

BattleTech - Keine Träne E-Book

Craig A. Reed Jr.

0,0

Beschreibung

DIE TRADITION WIRD HOCHGEHALTEN … Andere Söldnereinheiten hissen zwei Flaggen vor ihrem Hauptquartier, eine mit dem eigenen Emblem und die andere mit dem Abzeichen ihres gegenwärtigen Auftraggebers. Bei der 3. Regimentskampfgruppe – der Leichten Eridani-Reiterei – bleibt hingegen ein Fahnenmast stets unbesetzt, zur Erinnerung an den Untergang des Sternenbundes, während die Flaggen der Leichten Reiterei und ihres Regiments bei den anderen auf Halbmast gesetzt sind. Welche Triumphe und Tragödien haben die LER und ihre Traditionen geprägt? Was hat sie dazu angetrieben, ein Faktor zu werden, mit dem man rechnen muss, eine herausragende Söldnereinheit mit einer der längsten Historien und reichhaltigsten Traditionen der gesamten Inneren Sphäre? Werden Sie Zeuge der Entstehung dieser Einheit in der Zeit des Sternenbundes und verfolgen Sie ihre Entwicklung in den Nachfolgekriegen und der Clan-Invasion bis hin zu ihrem Niedergang während der dunklen Zeit und Wiederauferstehung in der ungewissen Zukunft der ilClan-Ära. Teil 2: Während des Ersten Nachfolgekrieges wird die Leichte Eridani-Reiterei auf Sendai, einer Welt im Draconis-Kombinat, von einer Tragödie getroffen, die purer Boshaftigkeit entsprungen ist, und sie wird sich durch nichts davon abhalten lassen, Vergeltung dafür zu üben.

Sie lesen das E-Book in den Legimi-Apps auf:

Android
iOS
von Legimi
zertifizierten E-Readern
Kindle™-E-Readern
(für ausgewählte Pakete)

Seitenzahl: 47

Veröffentlichungsjahr: 2026

Das E-Book (TTS) können Sie hören im Abo „Legimi Premium” in Legimi-Apps auf:

Android
iOS
Bewertungen
0,0
0
0
0
0
0
Mehr Informationen
Mehr Informationen
Legimi prüft nicht, ob Rezensionen von Nutzern stammen, die den betreffenden Titel tatsächlich gekauft oder gelesen/gehört haben. Wir entfernen aber gefälschte Rezensionen.



Titel

Craig A. Reed, Jr.

Keine Träne

Chronik der Leichten Eridani-Reiterei II

Impressum

Yellow King Productions

Titelbild: Catalyst Game LabsRedaktion: Mario WeißÜbersetzer: Hartwig Nieder-Gassel Korrektorat und Lektorat: Christopher Denis, Carolina Möbis und Mario WeißLayout: Michael Mingers

©2026 The Topps Company, Inc. All rights reserved. Classic BattleTech, BattleTech, BattleMech and ’Mech are registered trademarks and/or trademarks of The Topps Company Inc. in the United States and/or other countries. Catalyst Game Labs and the Catalyst Game Labs logo are trademarks of InMediaRes Productions, LLC.

Deutsche Ausgabe Yellow King Productions, Neuöd - Gewerbepark 12a, D-92278 Illschwang unter Lizenz von INMEDIARES PRODUCTIONS, LLC., also doing business as CATALYST GAME LABS.

Alle Rechte vorbehalten. Der Nachdruck, auch auszugsweise, die Verarbeitung und die Verbreitung des Werkes in jedweder Form, insbesondere zu Zwecken der Vervielfältigung auf fotomechanischem, digitalem oder sonstigem Weg sowie die Nutzung im Internet dürfen nur mit schriftlicher Genehmigung des Verlags erfolgen.

Produkt-Nr.: YKBT009E-Book-ISBN: 978-3-98901-989-8

1

BEZIRK AOBA

SENDAI-STADT, SENDAI

PRÄFEKTUR BALDUR, MILITÄRDISTRIKT BENJAMIN

DRACONIS-KOMBINAT

5. JUNI 2798

Der schwermütige Vortrag eines einzelnen Trompeters, der »Retrieve the Colors« spielte, hallte über den halb leeren Innenhof. Er wurde von den umstehenden Steingebäuden zurückgeworfen und erzeugte ein Echo, das der eigentlichen Melodie um ein paar Noten hinterherhinkte. Vor dem Bau des Hauptquartiers holte ein Trio Soldaten der Leichten Eridani-Reiterei langsam die auf Halbmast wehende Fahne der Einheit ein.

Truppen in Reih und Glied bevölkerten den Hof. Bis auf eine Handvoll, die zum Wachdienst eingeteilt worden waren, stand jedes einzelne Mitglied der Leichten Eridani-Reiterei, bekleidet mit seiner Paradeuniform, in Rührt-euch-Stellung da. Hinter den aufgereihten Soldaten harrten Zivilisten aus – Männer, Frauen, und Kinder, die zur Truppe gehörten – und verfolgten die ernste Zeremonie.

Zusammen mit dem Rest des 50. Kavalleriebataillons schaute Lieutenant Rafe Fraser dabei zu, wie die Flagge herabgelassen wurde. Er warf einen Blick nach links, um zu sehen, ob der Rest seiner Lanze auch aufmerksam war. Neben ihm hatte Jason King, sein Stellvertreter in der Lanze, eine steife Rührt-euch-Haltung eingenommen. Neben King ließ Linda Lawton das Rührt-euch wie Herumstehen aussehen. Das letzte Mitglied seiner Lanze, Randy Van Faylen, wirkte so, als würde er die Geschwindigkeit kalkulieren, mit der die Flagge am Fahnenmast herabsank.

Die letzten Noten des Trompeters verklangen, als die Fahne unten angelangt war. Mit abgemessenen Bewegungen lösten die Angehörigen der Fahnenwache die Flagge von der Leine, bevor zwei von ihnen sie sorgsam zusammenfalteten, während der dritte ihre Tätigkeit mit kritischem Auge überwachte. Mit militärischer Präzision machte das Trio dann kehrt und marschierte zu dem Offiziersquartett, das ein Dutzend Meter entfernt wartete. Einer präsentierte die Fahne schließlich dem befehlshabenden Offizier, während die anderen beiden salutierten. Colonel Bradley übernahm die Flagge und die anderen drei Offiziere, allesamt Colonels, erwiderten den Gruß der Fahnenwache.

Nachdem er die Flagge an sich genommen hatte, wandte sich Bradley einem grauhaarigen Master Sergeant zu und nickte. Das Bellen des Mannes füllte mühelos den gesamten Innenhof aus und warf ein Echo zurück. »Soldaten der Leichten Eridani-Reiterei! Aaach-tung!«

Das Geräusch von mehreren Hundert Stiefeln, die aneinandergeschlagen wurden, klang wie eine Artilleriesalve.

Bradley übergab die zusammengefaltete Fahne an Colonel Winston und trat einen Schritt vor. »Soldaten der Leichten Reiterei!«, sagte er, wobei ihm die Lautsprecheranlage des Hofes einen Großteil der Arbeit abnahm. »Mit Datum vom gestrigen Tage und nach Zustimmung der Regimentscolonels setze ich hiermit die Ausstiegsklausel unseres Kontraktes mit dem Draconis-Kombinat in Kraft.«

Die Soldaten ließen lediglich ein leises Murmeln vernehmen. Dasjenige der Zivilisten geriet hingegen lauter. Das Kombinat war nicht gerade beliebt bei der Leichten Reiterei, aber die Inanspruchnahme der Ausstiegsklausel kam unerwartet. Die meisten der Soldaten hatten allerdings schon gerüchteweise davon erfahren – auch Rafe gehörte dazu und war sich sicher, dass es dem Rest seiner Lanze nicht anders gegangen war.

Bradley fasste seine Truppe ins Auge. »Wir werden das Kombinat verlassen, weil wir gerade erfahren haben, dass dieser Staat auf Kentares IV Millionen von Zivilisten massakriert hat, und zwar auf Befehl des Koordinators Jinjiro Kurita.« Er ließ den Schock ein paar Sekunden lang wirken. »Wir sehen uns nicht in der Lage, guten Gewissens weiterhin für eine Nation zu arbeiten, die massenhaft Zivilisten tötet.«

»Is‘ wohl eher so, dass der Colonel uns aus der Nähe von ‚Psycho-Jinjiro‘ fortschaffen will«, brummelte King.

Rafe versetzte ihm einen Stoß mit dem Ellenbogen, gefolgt von einem strafenden Blick. King blieb jedoch unbeeindruckt, während Lawton und Van Faylen zu seiner Unterstützung nickten.

Rafe gab ein Seufzen von sich. King lag da nicht falsch. Mit Jinjiros ungutem Ruf als Anführer und nachdem er das Massaker an Millionen angeordnet hatte, war es bestimmt besser, nicht mal halbwegs in seiner Nähe zu bleiben.

»Mit sofortigem Beginn nach Ende dieses Appells«, fuhr Bradley fort, »werden wir zusammenpacken. Ich möchte, dass die gesamte Leichte Reiterei nächste Woche um diese Zeit bereits unterwegs ist.« Er sah sich über die Schulter zu seinen Colonels um. »Regimentskommandeure, kümmern Sie sich um Ihre Truppen.«

BEZIRK AOBA

SENDAI-STADT, SENDAI

PRÄFEKTUR BALDUR, MILITÄRDISTRIKT BENJAMIN

DRACONIS-KOMBINAT

9. JUNI 2798

Der Duft nach etwas Süßem und Warmem stieg Rafe in die Nase, als er den Eingang zu seinem Quartier öffnete. Er trat ein, schloss die Tür hinter sich und lächelte die Frau an, die dort auf einem Stuhl saß. »Hallo.«

Ellen Fraser erwiderte das Lächeln ihres Mannes. »Selber hallo.«

Rafe ging hinüber und beugte sich hinunter, um sie zu küssen. »Ist noch was davon da?«, fragte er und deutete auf die Tasse mit dem heißen, aromatischen Getränk, das vor ihr stand.

Sie war ein Stück größer als er, mit langen, blonden Haaren und einem Gesicht, das Rafe wohl ewig anstarren könnte. Sie hatte zwanglose Kleidung angelegt und hielt ein Buch in den Händen. »Auf dem Herd.«

Ellen schaute ihm nach, während er in die kleine Küche ging. »Wie läuft’s?«