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DER MENTOR WIRD ZUM WIDERSACHER … Der in die Jahre gekommene MechKrieger Trev-R hat seine beste Zeit auf Solaris VII, dem berüchtigten Spielplaneten, längst hinter sich. Aber als er abseits der Arenen einem Jungen zu Hilfe kommt, eröffnet sich ihm plötzlich eine zweite Chance. Doch schon bald muss Trev-R erkennen, dass die gefährlichsten Gegner nicht immer auf dem Kampfplatz warten – und ein Mentor schneller zum Widersacher werden kann, als ein Mech das Feuer eröffnet.
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Seitenzahl: 45
Veröffentlichungsjahr: 2026
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Titel
Ken St. Andre
MechKrieger altern nicht
Kurzgeschichte
Impressum
Yellow King Productions
Titelbild: Catalyst Game Labs (Marco Mazzoni und David „Dak“ Kerber)Redaktion: Mario WeißÜbersetzung: A. LuckeKorrektorat und Lektorat: Mario Weiß, Hartwig Nieder-GasselLayout: Michael Mingers
©2026 The Topps Company, Inc. All rights reserved. Classic BattleTech, BattleTech, BattleMech and ’Mech are registered trademarks and/or trademarks of The Topps Company Inc. in the United States and/or other countries. Catalyst Game Labs and the Catalyst Game Labs logo are trademarks of InMediaRes Productions, LLC.
Deutsche Ausgabe Yellow King Productions, Neuöd - Gewerbepark 12a, D-92278 Illschwang unter Lizenz von INMEDIARES PRODUCTIONS, LLC., also doing business as CATALYST GAME LABS.
Alle Rechte vorbehalten. Der Nachdruck, auch auszugsweise, die Verarbeitung und die Verbreitung des Werkes in jedweder Form, insbesondere zu Zwecken der Vervielfältigung auf fotomechanischem, digitalem oder sonstigem Weg sowie die Nutzung im Internet dürfen nur mit schriftlicher Genehmigung des Verlags erfolgen.
Produkt-Nr.: YKBT029E-Book-ISBN: 978-3-98901-978-2
1
Auf der Spielwelt Solaris VII bedeuteten harte Zeiten, dass sich nicht viel in den Arenen des Planeten tat. Wegen der Kriege in der gesamten Inneren Sphäre waren die meisten Mechs und besten Piloten über Hunderte von Welten verstreut, um dort an der Front zu kämpfen. Eine Menge von Unternehmen, die sich mit Mechs befasst hatten, lagen brach. Die Kneipen von Solaris City blieben zumeist leer, und die Zahl der Mechkämpfe in den verschiedenen Arenen von Solaris war erheblich zurückgegangen. Und doch gab es noch ein gewisses Interesse an Mechkämpfen und Arenaveranstaltungen, und solange es dieses Interesse gab, brauchte niemand, der einen der riesigen Kriegsroboter steuern konnte – ganz egal, wie schlecht – im Xolara-Viertel zu hungern. Außerdem gab es hier immer noch ein paar Adelshäuser – um genau zu sein: Tandrek, Zelazni, Schwarzer Stern und Oonthrax – die Programme zum Testen oder jungen Nachwuchs zur Erprobung ihrer Fähigkeiten in den Kampf schickten.
Trev-R verließ das Arena-Hauptquartier mit einem 50-C-Noten-Vorschuss auf sein nächstes Duell. Berücksichtigte man die Tatsache, dass von seinem Mech im letzten Gefecht nicht viel mehr übrig geblieben war als ein qualmender Haufen Schrott – den Göttern der Galaxie sei Dank für Notfall-Rettungsautomatiken –, dann hatte er sich gar nicht so dumm angestellt. Leider war es immer noch nicht genug Geld, um ihn bis zum nächsten Kampf, der, wenn überhaupt, vielleicht erst in einem Monat oder so stattfinden würde, über Wasser zu halten. Es sei denn, es gelänge ihm irgendwie, seine Reichtümer anderweitig zu mehren.
Er zog sich die alte Plastikkapuze über, um sich vor dem gerade einsetzenden beißenden Säureregen zu schützen. Über seinem Kopf bedeckten dicke graue Wolken den Himmel und verbargen die Dächer der Stadt.
Die Straße unter seinen Füßen war ein Gemisch aus Matsch und Kies. Trev-R verfiel in einen raschen, eigenartig wirkenden Gang, um zu Mortes Gasthaus zu gelangen. Sein linkes Bein beschrieb aus der Hüfte heraus einen Halbkreis, bevor er es fest in den Matsch vor sich setzte. Dann stieß er sich mit dem rechten Fuß ab und machte damit einen halben Schritt nach vorn, zog dann den linken Fuß wieder im Halbkreis nach vorn … und so weiter. Trotz dieser ruckweisen Gangart legte er ein erstaunliches Tempo vor. Sein linkes Bein bestand, wie auch gewisse andere Teile seiner linken Körperhälfte, aus einer alten mechanischen Prothese. Der Servomotor in seinem linken Knie hatte sich vor ein paar Monaten verabschiedet, und ein Ersatzteil hatte er sich bisher noch nicht leisten können.
Acht Jahre Tech, und ich bin noch nicht mal in der Lage, mein eigenes Bein zu reparieren, dachte er angewidert. Wäre ich nur Tech geblieben. Ich hätte ’ne Menge mehr Geld machen können. War vielleicht keine so gute Idee, wieder als Mechpilot anzufangen. Trev-Rs Gedanken waren ebenso trübe wie das Wetter.Nur ein großer Sieg – sagte er sich immer – dann kann ich Solaris für immer verlassen. Zehn Jahre auf dieser Welt sind elf zu viel.
Er bog in die Rotten Alley ein, eine Abkürzung zwischen dem Arena-Hauptquartier und seiner Stammkneipe, und legte die rechte Hand auf den abgenutzten Griff seiner alten .45er Bleischleuder. Es war eine antike Schießpulverwaffe aus dem 28. Jahrhundert Terras, der Nachbau einer alten Polizeiwaffe aus dem 20. Jahrhundert. Sie war das einzig Wertvolle, was ihm noch geblieben war, und schon seit Jahrhunderten in Familienbesitz. Die ganzen Jahre hatte Trev-R immer besonders gut auf sie aufgepasst, und sie hatte schon so manches Mal auf ihn aufgepasst. In besseren Zeiten hatte er sogar die Munition selbst gemacht. Ihm waren nur noch zwei Kugeln geblieben, und die wollte er eigentlich nicht benutzen, aber Rotten Alley gehörte zum verkommensten Teil von Xolara, und so musste er auf alles gefasst sein.
Die Ganoven aus der Gegend waren heute allerdings schon mit jemand anderem beschäftigt. Trev-R hörte den dumpfen Aufprall eines Körpers, der gegen eine Wand geschubst wurde, und eine dünne, schwach protestierende Stimme. Er wusste, dass es besser wäre, sich jetzt umzudrehen und einfach zu verschwinden, bevor jemand seine Anwesenheit bemerkte, aber alte, ungeliebte Erinnerungen stiegen in ihm hoch, und er ging weiter. Drei Gestalten zeichneten sich im Regen ab, als er an der Stelle des Überfalls eintraf. Eine war klein, dünn und gut gekleidet, mit einer blauen Kunstlederjacke und schwarzen Hosen. Zwei gr
