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Seit, wie die Alten sagen, Adam und Eva aus dem Paradies verstoßen wurden, fühlen sie sich getrennt vom Zauber der Schöpfung. Doch er ist noch immer da - und seine Vergegenwärtigung ringt in den Texten dieses Buches um Ausdruck. Denn der wilde Mann, die wilde Frau, die verborgen hinter der stets gebotenen Professionalität und erwachsenen Angemessenheit noch in so manchem Herzen wohnen, wissen nach wie vor um diese Art von Geheimnissen. Sie hören Musik, wo für andere nur ein Bach rauscht, und sie geraten in Ekstase, wenn sie Zeugen des besonderen Lichts nach einem Gewitterschauer werden oder sich ihnen ein seltener Vogel im Flug offenbart. Ob im Alltag oder in menschenleeren Landschaften, hier und jetzt... das Buch der lebendigen Natur ist stets geöffnet: höchste Kunst, köstliche Symphonie der Farben, Formen und Töne... 20 Abbildungen in Farbe, 14 in Schwarz-Weiß
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Seitenzahl: 30
Veröffentlichungsjahr: 2014
Die Blüte
dieser kleinen
blauen Blume der Glückseligkeit
misst keine zwei Zentimeter.
Leicht zu übersehen.
Doch welche Wunder tun sich auf
wenn wir näher treten
und das Unscheinbare
genauer betrachten.
Andere Leute
Wehmut
Glück
Las Villuercas
Beschenkt
Über den Bergen
Begegnung im Winter
Altchinesische Inspiration
Mandelbaum
Der Fluss
Verlorene Welt
Begegnung im Sommer
Abschied
Landschaftsbilder
Der blaue Vogel der Glückseligkeit
Neues
Wintersonne
Kleiner Kosmos
Querbergein
Vor meinem Fenster
Kleine Mutter
Olivenhain
Himmelslieder
Erdentaumel
Abseits
Immer wieder
Bruder Mond
Aquarell
Jenes Unsichtbare…
Gewitter im März
Las Veneras
Gesang der Natur
Stille Nacht
Der Abendball
Hochzeit
Schnelle Straßen
Stiller Nachtdonner
Herbstwind
Rosengruß
Trotzdem
Bildverzeichnis
Nur mal vorab: ich sehe nichts, was nicht auch alle anderen sehen, ich höre nichts, was nicht auch alle anderen hören.
Aber irgendwie, wie soll ich es in Worte fassen…!
Den Horizont in buntes Rot tunkend führt die Sonne soeben majestätisch, in grandiosem Schauspiel, den Tag hinweg, geleitet ihn heim…
Zwischen hohem Ginster sitze ich, wohl und warm behütet, auf der knorrigen, großzügigen Wurzel meiner geliebten Steineiche, oben, nahe der Kreuzung, und verliere mich im goldenen Licht, das alles, alles um mich herum in Zauber hüllt.
Gewiss, es ist nicht wichtig, doch für mich ist jeder Baum, jeder Strauch, jedes Moos, auch eine Person… Und jeder Käfer, jedes noch so große oder kleine Tier…
Fern unserer Menschenwelt leben sie, vielfach unbeachtet, in ihren eigenen Gesetzmäßigkeiten, auf ihre Weise.
Ihrer aller Leben spüre ich, als spräche es zu mir, in meinem Herzen.
Ihr Leben springt mich an wie jene rote Beere, die eines Tages aus dem Schnee hervor leuchtete: es war mir unmöglich, mich ihrem Zauber zu entziehen.
So bin ich ein Gast in dieser nahezu unberührten, ursprünglichen Welt, die sich um uns Menschen nicht kümmert.
Diese Leute bereiten mir täglich ein Gastmahl auf ihre Art, ein königliches Gastmahl, und ihr Wein, ihr Gesang, ihr Farbrausch berückt mich in ihrer schlichten Unscheinbarkeit nur umso mehr…
Gewiss, wir sprechen nicht dieselbe Sprache, gewiss bin ich sehr blind in ihrer Welt. Doch von Herz zu Herz, von Seele zu Seele, weht ein Hauch, etwas, irgendetwas, das berührt, irgendetwas, das man nicht beschreiben, nicht in Worte fassen kann.
Die freundschaftliche Aufnahme, die sie mir zuteil kommen lassen, immer wieder, beglückt mich, erfüllt mich – sie schenken mir ihr Leben, allein durch ihre Gegenwart, sie lehren mich, allein durch ihr Dasein; nie sind sie gleich, nie eintönig, nie gelangweilt.
Und es ist ihr ungehörtes Lied, ihr Gesang, ihr Rascheln im sanften Abendwind, das ich singe, singe ohne Ende.
Eine Blaumeise
flog gegen mein Fenster
wie ein Schatten
in einem Augenwinkel
und ein merkwürdiges Geräusch.
Warm und erstaunt
noch in der Hand
neigst du den schon
gebrochenen Blick
in die stumme,
unbekannte Ferne…
Wo wohl Vögel gerne sterben?
Unsichtbare Tränen
im stillen Regen
verlassen liegt
dein kleiner Leib
vergessen vom Leben
im Park.
Ein Grünfink
flog gegen mein Fenster
wie ein Schatten
in einem Augenwinkel
und ein merkwürdiges Geräusch.
Warm und erstaunt
in der Hand
hebst du bald
den schweren Kopf
wild schlägt
dein kleines Herz
vor Schreck.
Oh, bitte, fürchte dich doch nicht
du süße, kleine Seele!
Und eine kleine fliegende Perle
gütiges Geschenk des Himmels
singt leicht und froh
wie mein Herz
und grüßt
aus der Ferne.
Über großzügige
bunte sanfte Täler
