Begegnungen Querbergein - Maria Muñoz Muñoz - E-Book

Begegnungen Querbergein E-Book

Maria Muñoz Muñoz

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Beschreibung

Seit, wie die Alten sagen, Adam und Eva aus dem Paradies verstoßen wurden, fühlen sie sich getrennt vom Zauber der Schöpfung. Doch er ist noch immer da - und seine Vergegenwärtigung ringt in den Texten dieses Buches um Ausdruck. Denn der wilde Mann, die wilde Frau, die verborgen hinter der stets gebotenen Professionalität und erwachsenen Angemessenheit noch in so manchem Herzen wohnen, wissen nach wie vor um diese Art von Geheimnissen. Sie hören Musik, wo für andere nur ein Bach rauscht, und sie geraten in Ekstase, wenn sie Zeugen des besonderen Lichts nach einem Gewitterschauer werden oder sich ihnen ein seltener Vogel im Flug offenbart. Ob im Alltag oder in menschenleeren Landschaften, hier und jetzt... das Buch der lebendigen Natur ist stets geöffnet: höchste Kunst, köstliche Symphonie der Farben, Formen und Töne... 20 Abbildungen in Farbe, 14 in Schwarz-Weiß

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Seitenzahl: 30

Veröffentlichungsjahr: 2014

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Die Blüte

dieser kleinen

blauen Blume der Glückseligkeit

misst keine zwei Zentimeter.

Leicht zu übersehen.

Doch welche Wunder tun sich auf

wenn wir näher treten

und das Unscheinbare

genauer betrachten.

Inhaltsverzeichnis

Andere Leute

Wehmut

Glück

Las Villuercas

Beschenkt

Über den Bergen

Begegnung im Winter

Altchinesische Inspiration

Mandelbaum

Der Fluss

Verlorene Welt

Begegnung im Sommer

Abschied

Landschaftsbilder

Der blaue Vogel der Glückseligkeit

Neues

Wintersonne

Kleiner Kosmos

Querbergein

Vor meinem Fenster

Kleine Mutter

Olivenhain

Himmelslieder

Erdentaumel

Abseits

Immer wieder

Bruder Mond

Aquarell

Jenes Unsichtbare…

Gewitter im März

Las Veneras

Gesang der Natur

Stille Nacht

Der Abendball

Hochzeit

Schnelle Straßen

Stiller Nachtdonner

Herbstwind

Rosengruß

Trotzdem

Bildverzeichnis

Andere Leute

Nur mal vorab: ich sehe nichts, was nicht auch alle anderen sehen, ich höre nichts, was nicht auch alle anderen hören.

Aber irgendwie, wie soll ich es in Worte fassen…!

Den Horizont in buntes Rot tunkend führt die Sonne soeben majestätisch, in grandiosem Schauspiel, den Tag hinweg, geleitet ihn heim…

Zwischen hohem Ginster sitze ich, wohl und warm behütet, auf der knorrigen, großzügigen Wurzel meiner geliebten Steineiche, oben, nahe der Kreuzung, und verliere mich im goldenen Licht, das alles, alles um mich herum in Zauber hüllt.

Gewiss, es ist nicht wichtig, doch für mich ist jeder Baum, jeder Strauch, jedes Moos, auch eine Person… Und jeder Käfer, jedes noch so große oder kleine Tier…

Fern unserer Menschenwelt leben sie, vielfach unbeachtet, in ihren eigenen Gesetzmäßigkeiten, auf ihre Weise.

Ihrer aller Leben spüre ich, als spräche es zu mir, in meinem Herzen.

Ihr Leben springt mich an wie jene rote Beere, die eines Tages aus dem Schnee hervor leuchtete: es war mir unmöglich, mich ihrem Zauber zu entziehen.

So bin ich ein Gast in dieser nahezu unberührten, ursprünglichen Welt, die sich um uns Menschen nicht kümmert.

Diese Leute bereiten mir täglich ein Gastmahl auf ihre Art, ein königliches Gastmahl, und ihr Wein, ihr Gesang, ihr Farbrausch berückt mich in ihrer schlichten Unscheinbarkeit nur umso mehr…

Gewiss, wir sprechen nicht dieselbe Sprache, gewiss bin ich sehr blind in ihrer Welt. Doch von Herz zu Herz, von Seele zu Seele, weht ein Hauch, etwas, irgendetwas, das berührt, irgendetwas, das man nicht beschreiben, nicht in Worte fassen kann.

Die freundschaftliche Aufnahme, die sie mir zuteil kommen lassen, immer wieder, beglückt mich, erfüllt mich – sie schenken mir ihr Leben, allein durch ihre Gegenwart, sie lehren mich, allein durch ihr Dasein; nie sind sie gleich, nie eintönig, nie gelangweilt.

Und es ist ihr ungehörtes Lied, ihr Gesang, ihr Rascheln im sanften Abendwind, das ich singe, singe ohne Ende.

Wehmut

Eine Blaumeise

flog gegen mein Fenster

wie ein Schatten

in einem Augenwinkel

und ein merkwürdiges Geräusch.

Warm und erstaunt

noch in der Hand

neigst du den schon

gebrochenen Blick

in die stumme,

unbekannte Ferne…

Wo wohl Vögel gerne sterben?

Unsichtbare Tränen

im stillen Regen

verlassen liegt

dein kleiner Leib

vergessen vom Leben

im Park.

Glück

Ein Grünfink

flog gegen mein Fenster

wie ein Schatten

in einem Augenwinkel

und ein merkwürdiges Geräusch.

Warm und erstaunt

in der Hand

hebst du bald

den schweren Kopf

wild schlägt

dein kleines Herz

vor Schreck.

Oh, bitte, fürchte dich doch nicht

du süße, kleine Seele!

Und eine kleine fliegende Perle

gütiges Geschenk des Himmels

singt leicht und froh

wie mein Herz

und grüßt

aus der Ferne.

Las Villuercas

Über großzügige

bunte sanfte Täler