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Auf dem Eis ist er der Star. Doch kann er ihr Herz zum Schmelzen bringen?
Pippa hat es satt, sich das Herz brechen zu lassen. Nachdem ihr Ex auch noch ihre Musikkarriere zerstört hat, bewirbt sie sich auf die Stelle der Assistentin des Profi-Eishockeyspielers Jamie. Er ist ein mürrischer – und sehr attraktiver – Mann mit einem riesigen Ego. Und Pippas erster Schwarm aus der Highschool, der sie vollkommen vergessen zu haben scheint. Sie bemüht sich um Professionalität, aber als Jamie sie bittet, bei ihm einzuziehen und sie eine andere Seite an ihm kennenlernt, gerät ihr Vorsatz, sich nicht mehr zu verlieben, ordentlich ins Wanken. Sie muss sich von ihm – ihrem Boss – fernhalten, aber mit jedem Blick, jedem Gespräch, jeder flüchtigen Berührung entzündet sich ein weiterer Funke in Pippa. Ihr wird klar: Jamie könnte sie schwerer verletzen als jeder andere. Aber vielleicht ist gerade er das Risiko wert?
Spice-Level: 4 von 5
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Seitenzahl: 570
Veröffentlichungsjahr: 2024
Das Buch
Pippa hat es satt, sich das Herz brechen zu lassen. Nachdem ihr Ex auch noch ihre Musikkarriere zerstört hat, bewirbt sie sich auf die Stelle der Assistentin des Profi-Eishockeyspielers Jamie. Er ist ein mürrischer – und sehr attraktiver – Mann mit einem riesigen Ego. Und Pippas erster Schwarm aus der Highschool, der sie vollkommen vergessen zu haben scheint. Sie bemüht sich um Professionalität, aber als Jamie sie bittet, bei ihm einzuziehen und sie eine andere Seite an ihm kennenlernt, gerät ihr Vorsatz, sich nicht mehr zu verlieben, ordentlich ins Wanken. Sie muss sich von ihm – ihrem Boss – fernhalten, aber mit jedem Blick, jedem Gespräch, jeder flüchtigen Berührung entzündet sich ein weiterer Funke in Pippa. Ihr wird klar: Jamie könnte sie schwerer verletzen als jeder andere. Aber vielleicht ist gerade er das Risiko wert?
Die Autorin
Stephanie Archer schreibt spicy Liebesromane mit authentischen Dialogen, Witz und garantierten Happy Ends. Sie glaubt an die Macht sturer Frauen, eines frischen Haarschnitts, von Freundschaft und von Liebe. Mit Mann und Hund lebt sie in Vancouver.
Stephanie Archer
Behind
the
Net
Vancouver Storm
Band 1
Roman
Aus dem Amerikanischen von Melike Karamustafa und Bettina Hengesbach
WILHELMHEYNEVERLAGMÜNCHEN
Die Originalausgabe BEHINDTHENET erschien erstmals 2023 bei Silver Springs Press, USA.
Der Verlag behält sich die Verwertung der urheberrechtlich geschützten Inhalte dieses Werkes für Zwecke des Text- und Data-Minings nach § 44 b UrhG ausdrücklich vor. Jegliche unbefugte Nutzung ist hiermit ausgeschlossen.
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Deutsche Erstausgabe 09/2024
Copyright © 2023 by Stephanie Archer
Published by Arrangement with 1 431 880 B.C. LTD
Dieses Werk wurde vermittelt durch die Literarische Agentur Thomas Schlück GmbH, 30161 Hannover.
Copyright © 2024 der deutschsprachigen Ausgabe by Wilhelm Heyne Verlag, München, in der Penguin Random House Verlagsgruppe GmbH, Neumarkter Str. 28, 81673 München
Redaktion: Hannah Jarosch
Umschlaggestaltung: Nele Schütz Design nach dem Originalcoverdesign von Echo Grayce, Wildheart Graphics unter Verwendung einer Illustration von Chloe Friedlein
Satz und E-Book Produktion: Satzwerk Huber, Germering
ISBN: 978-3-641-32327-1V002
www.heyne.de
Inhaltsverzeichnis
Kapitel 1
Kapitel 2
Kapitel 3
Kapitel 4
Kapitel 5
Kapitel 6
Kapitel 7
Kapitel 8
Kapitel 9
Kapitel 10
Kapitel 11
Kapitel 12
Kapitel 13
Kapitel 14
Kapitel 15
Kapitel 16
Kapitel 17
Kapitel 18
Kapitel 19
Kapitel 20
Kapitel 21
Kapitel 22
Kapitel 23
Kapitel 24
Kapitel 25
Kapitel 26
Kapitel 27
Kapitel 28
Kapitel 29
Kapitel 30
Kapitel 31
Kapitel 32
Kapitel 33
Kapitel 34
Kapitel 35
Kapitel 36
Kapitel 37
Kapitel 38
Kapitel 39
Kapitel 40
Kapitel 41
Kapitel 42
Kapitel 43
Kapitel 44
Kapitel 45
Kapitel 46
Kapitel 47
Kapitel 48
Kapitel 49
Kapitel 50
Kapitel 51
Kapitel 52
Kapitel 53
Kapitel 54
Kapitel 55
Kapitel 56
Kapitel 57
Kapitel 58
Kapitel 59
Kapitel 60
Kapitel 61
Kapitel 62
Kapitel 63
Kapitel 64
Kapitel 65
Kapitel 66
Kapitel 67
Kapitel 68
Kapitel 69
Kapitel 70
Epilog
Anmerkung der Autorin
Die Vancouver-Storm-Reihe
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Einige Details aus der Welt des professionellen Eishockeys wurden zum Zweck des besseren Lesevergnügens angepasst.
Diese Liebesgeschichte enthält explizite Inhalte und potenziell triggernde Themen. Für eine detailliertere Liste der Content Warnings scannt den QR-Code oder besucht:
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Für Bryan, Alanna, Sarah, Helen und Anthea,
die am lautesten klatschen, wenn ich gewinne
Kapitel 1
Jamie
Der linke Flügel skatet auf das Tor zu und feuert den Puck mit Wucht in meine Richtung. Als er mit einem satten Klatschen in meinem Fanghandschuh landet, pulsieren Wettkampfgeist, Ehrgeiz und Genugtuung gleichzeitig durch meine Adern.
»Shutout-Streicher!«, ruft mir mein neuer Teamkollege im Vorbeilaufen zu, und ich werfe den Puck mit einem kurzen Nicken zurück aufs Eis. Ein Spitzname, den mir die Fans in New York verliehen haben. Als ich letztes Jahr die Vezina Trophy, die Auszeichnung für den besten Torhüter der NHL, gewonnen habe, wurde in der Rede über meine Leistungen darauf Bezug genommen, da ich außergewöhnlich viele Spiele ohne ein einziges Gegentor absolviert hatte.
Die Coaches stehen in der Nähe der Ersatzbank, beobachten das Spiel, machen sich Notizen und tauschen sich über die Leistung der Mannschaft aus. Als der nächste Puck an mir vorbeigeht, zieht sich mein Magen zusammen. Der Blick des Cheftrainers zuckt zu mir, doch sein Gesichtsausdruck ist nicht zu deuten.
Vor zwei Wochen habe ich als Free Agent – als vereinsloser Spieler – unterschrieben, unter meinem eigentlichen Wert, damit ich für Vancouver Storm spielen kann. Nach der Panikattacke, die zu ihrem Autounfall geführt hat, hat Mom beteuert, dass es ihr gut gehe, aber die Tatsache, dass sie die Attacken vor mir geheim gehalten hat, reicht aus, um mir sicher zu sein, dass es eher schlimmer als besser wird. Weil mich das Team für kleines Geld unter Vertrag genommen hat, stelle ich für sie eine attraktive Vermögensanlage dar. Man könnte mich für eine sehr viel höhere Summe verkaufen, ohne dass ich dabei ein Mitspracherecht hätte. Ich bin wie eine Immobilie, bei der sie einen guten Deal gemacht haben, und die, sollten sie was Besseres finden, einfach verschachert werden kann.
Sorge durchströmt mich. Meine Mutter leidet seit Jahren an Depressionen und Angstzuständen, nachdem mein Dad bei einem selbst verschuldeten Autounfall unter Alkoholeinfluss ums Leben gekommen ist, als ich noch ein Baby war. Doch in meiner Abwesenheit hat es sich in etwas sehr viel Schlimmeres gewandelt.
Aus Vancouver wegzuziehen, ist keine Option, und ich werde den Sport, den ich liebe, auf keinen Fall aufgeben, deswegen muss diese Saison gut laufen. Ich muss mein Bestes geben und meinen Topspieler-Status erhalten, damit sie mich nicht verkaufen. Dieses Jahr muss ich mich einzig und allein darauf konzentrieren.
Während das Training weitergeht und ich meine Teamkollegen bei ihren Übungen beobachte, rufe ich mir in Erinnerung, was ich aus früheren Spielen über die Mannschaft weiß. Ich habe schon gegen Vancouver Storm gespielt und erkenne einige Gesichter wieder, aber diese Typen sind mir nicht so vertraut wie mein altes Team. Für New York habe ich sieben Jahre lang gespielt, seit ich neunzehn war. Die Trainer hier sind mir genauso fremd wie die Stadt, die sich alles andere als nach einem Zuhause anfühlt, seit ich sie verlassen habe, um in die Junior League einzusteigen. Aber Vancouver ist nun mal der Ort, an dem ich gerade sein muss.
Es fühlt sich an, als würde ein schweres Gewicht auf meine Brust drücken. Heute ist Trainingsauftakt der neuen Saison, und ich stand noch nie unter einem derartigen Leistungsdruck.
Als der Pfiff ertönt, skate ich mit den anderen Spielern zur Bank.
»Sieht schon mal gut aus, Jungs«, sagt der Trainer, nachdem wir uns um ihn versammelt haben.
Zum Abschluss der vergangenen Saison – eine der schlechtesten in der Geschichte der Storms – hat Tate Ward für Schlagzeilen gesorgt, als er als neuer Cheftrainer angekündigt wurde. Der Mann ist Ende dreißig und damit nicht viel älter als einige meiner Mannschaftskollegen; er hatte eine vielversprechende Karriere als Stürmer in der Liga, bis eine Knieverletzung dieser ein abruptes Ende setzte. Bis letztes Jahr hat er College-Teams trainiert, und nach allem, was ich gelesen habe, sind die Fans skeptisch. Head Coaches sind in der Regel älter und haben mehr Erfahrung als Trainer auf Profi-Ebene.
Als Ward zu mir sieht, spanne ich unter meiner Maske den Kiefer an.
»In den nächsten Saisons steht uns viel Arbeit bevor«, sagt er und schaut dabei von einem zum anderen. »Die letzte haben wir in der Nähe des Tabellenkellers beendet.«
Auf einmal fühlt es sich an, als wäre die Luft dicker geworden. Die Jungs wackeln nervös auf ihren Schlittschuhen. Jetzt kommt der Teil, in dem die meisten Trainer ihre Spieler auf ihre Schwächen hinweisen. Darauf, was das Team im letzten Jahr verbockt hat. Als Nächstes wird er uns eintrichtern, dass Verlieren keine Option ist.
Als wüsste ich das verdammt noch mal nicht.
»Es kann also nur aufwärts gehen«, sagt Ward jedoch stattdessen und grinst in die Runde. »Geht duschen und ruht euch aus. Wir sehen uns morgen.«
Meine Mitspieler verlassen das Eis, während ich mir mit einem Stirnrunzeln den Helm vom Kopf ziehe. Ich bin mir sicher, dass Wards entspannte Fassade bröckeln wird, sobald in ein paar Wochen die Saison beginnt und der Druck real wird.
»Streicher«, ruft Ward, als ich den Gang zur Umkleide hinunterlaufe. Er holt mich ein, wartet jedoch ab, bis die anderen Spieler den Flur runter verschwunden sind, bevor er fortfährt: »Wie hast du dich bisher eingelebt?«
»Gut.« Meine Wohnung steht voller Kartons, die ich aus Zeitmangel noch nicht ausgepackt habe. »Danke, dass Sie sich, ähm, dass Sie sich um das Apartment gekümmert haben. Und um den Umzug.«
Die Muskeln in meinen Schultern verspannen sich unwillkürlich, und ich fahre mir mit einer Hand durch die Haare. Ich hasse es, Hilfe von anderen anzunehmen.
Ward winkt ab. »Es gehört zu unserem Job, euch bei der Eingewöhnung zu unterstützen. Viele Spieler bitten sogar um eine Assistenz. Jemanden, der beim Auspacken hilft, sich ums Essen kümmert, deinen Wagen in die Werkstatt bringt, mit dem Hund Gassi geht, solche Sachen.«
»Ich habe keinen Hund.«
Er lacht auf. »Du weißt schon, was ich meine. Wir sind dafür da, um dich mit allem zu versorgen, was du benötigst, damit du dich voll und ganz aufs Eis konzentrieren kannst. Melde dich einfach, wenn du was brauchst.«
Ich brauche keine Hilfe, um mich aufs Eis zu konzentrieren. Ich habe mein Leben auf die zwei Dinge reduziert, die wichtig sind – Eishockey und meine Mom.
»Klar, mach ich«, sage ich in dem Wissen, dass ich niemals um irgendetwas bitten werde. Ich war schon immer der Typ, der sich um sich selbst kümmert. Daran wird sich nichts ändern.
Ward senkt seine Stimme. »Und falls deine Mutter irgendeine Form von Unterstützung benötigt, kümmern wir uns auch darum gerne.«
Als ich um den Transfer nach Vancouver gebeten habe, war er derjenige, der mich angerufen hat, um mich nach meinen Gründen zu fragen. Ich habe ihm alles erzählt. Er ist der Einzige, der über meine Mom Bescheid weiß.
Panik steigt in mir auf. Genau deswegen hätte ich meinen verdammten Mund halten sollen. Jetzt wollen sich die Leute einmischen, und jede Zelle in mir wehrt sich dagegen.
Mein Terminplan dieses Jahr ist zermürbend: zweiundachtzig Spiele, davon die Hälfte in Vancouver, die andere auswärts, dazu kommen Mannschaftstrainings, Einheiten mit dem Torwarttrainer und meine eigenen Work-outs; und schließlich die Sitzungen mit meinem Physio- und meinem Massagetherapeuten, dem Sportpsychologen und einem Personal Trainer. Bei dem Gedanken daran spüre ich eine Mischung aus Ehrgeiz und Vorfreude in mir aufsteigen. Ich spiele Eishockey, seit ich fünf war, und ich liebe Herausforderungen. Druck spornt mich an. Jahrelanges Training hat mich zu einem Menschen gemacht, der es liebt, an seine Grenzen zu gehen und zu gewinnen. Doch dieses Jahr steht mir mit meiner sturen Mom und meinem engen Terminkalender eine verdammt große Challenge bevor. Allerdings keine, mit der ich nicht umgehen kann, solange ich fokussiert bleibe.
»Wir kommen klar«, lehne ich sein Angebot mit knappen Worten ab. »Danke.«
Es gab immer nur meine Mom und mich. Ich habe alles im Griff. Wie immer schon.
Nachdem ich geduscht und mich umgezogen habe, verlasse ich das Stadion, um mir etwas zum Mittagessen zu holen und mich zu Hause kurz aufs Ohr zu legen, bevor ich ins Fitnessstudio gehe.
Als ich die enge Gasse durchquere, die vom Eisstadion zur Straße führt, höre ich in der Nähe der Müllcontainer ein Geräusch und bleibe stehen. Aus einem Karton lugt der flauschige braune Hintern eines Hundes heraus. Als er mich bemerkt, hebt er den Kopf und sieht mich an. Seine Schnauze ist von Makkaroni mit Käse verschmiert.
Ich starre zurück.
Der Hund beginnt mit dem Schwanz zu wedeln. Seine Augen sind tiefbraun und leuchten vor Aufregung. Die Rasse ist schwer zu bestimmen; ich schätze, dass er etwa zwanzig Kilo wiegt, vielleicht eine Labrador-Spaniel-Mischung. Ein Ohr ist kürzer als das andere.
Als er einen Schritt nach vorne macht, weiche ich einen zurück. »Wehe!«, drohe ich ihm.
Der Hund lässt sich auf den Boden plumpsen und rollt sich auf den Rücken, um mit entblößtem Bauch darauf zu warten, dass ich sie – denn dass es sich um eine Sie handelt, ist nun eindeutig zu erkennen – kraule, während ihr Schwanz über den Asphalt fegt.
Wo ist ihr Besitzer? Ich sehe die Gasse hinauf und hinunter, aber außer uns beiden ist niemand hier. Während ich sie genauer mustere, rümpfe ich die Nase. Kein Halsband, und ihre Schnauze ist auch unter all den zermatschten Nudeln schmutzig und schmierig. Ihr Fell ist zu lang und fällt ihr in die Augen, doch obwohl sie dringend einen Haarschnitt bräuchte, kann ich erkennen, wie dünn sie ist.
Ihr Anblick versetzt mir einen Stich, der mir nicht gefällt. »Friss das nicht«, sage ich und nicke stirnrunzelnd zur Mülltonne. »Davon kannst du krank werden.«
Sie lässt die rosa Zunge seitlich aus dem Maul hängen.
»Geh nach Hause.«
Trotz meines strengen Tonfalls bewegt sie sich nicht von der Stelle.
Etwas zerrt an meinem Herzen, aber ich schiebe das Gefühl weit von mir. Nein. Sie ist nicht mein Problem. Ich kann keine Ablenkungen gebrauchen. Ich date ja nicht mal, verdammt noch mal. Weil ich aus Erfahrung weiß, dass andere Menschen mehr von mir wollen, als ich ihnen geben kann.
Aber ich kann die Hündin auch nicht einfach hierlassen. Sie könnte angefahren oder von einem Kojoten verletzt werden. Sie könnte etwas fressen, das ihr nicht bekommt.
Im Tierheim wird man sich um sie kümmern. Ich ziehe mein Handy aus der Tasche und rufe nach einer kurzen Internetrecherche in einer Auffangstation an, die nicht weit entfernt liegt.
»Ich habe eine Hündin hinter dem Eisstadion Downtown gefunden«, erkläre ich der Frau, die sich meldet. Da es in der Innenstadt von Vancouver nur eine Eishalle gibt, wird sie wissen, welche ich meine. Im Hintergrund höre ich Hunde bellen. »Kann jemand kommen und sie abholen?«
Die Frau lacht. »Wir sind unterbesetzter als unterbesetzt. Sie müssen sie selbst zu einer Einrichtung bringen.« Sie rattert eine Liste von Tierheimen herunter, die Hunde aufnehmen. Alle, die sich in der Nähe befinden, seien voll, ein paar Fahrstunden außerhalb der Stadt gebe es welche mit Kapazitäten. Dann legt sie auf.
Mit zusammengezogenen Brauen starre ich auf mein Handy, bevor ich wieder die Hündin ansehe.
Sie springt auf und schaut mit wedelndem Schwanz zu mir hoch. Als würde sie damit rechnen, dass ich ihr ein Leckerli zuwerfe. Wieder spüre ich dieses lästige Ziehen in der Brust.
»Was?«, frage ich, worauf sie noch schneller mit dem Schwanz wedelt.
Ich schlucke den Kloß, der sich in meiner Kehle gebildet hat, herunter. Ich kann sie unmöglich hierlassen.
Irgendwo in meinem Hinterkopf meldet sich der disziplinierte Teil meines Ichs mit einem Schnauben. Denk an deinen Terminkalender. Du hast keine Zeit für einen Hund. Du schaffst es ja nicht mal, eine Freundin zu haben, ohne es zu vermasseln. Ganz sicher bin ich nicht in der Lage, mich um einen Hund zu kümmern. Während der Saison bin ich die Hälfte der Zeit unterwegs.
Aber ich kann sie nicht einfach zurücklassen.
Sie wedelt erneut mit dem Schwanz und sieht mit diesen großen braunen Augen zu mir auf.
Ich bringe sie ins Tierheim, aber auf keinen Fall nehme ich sie mit nach Hause.
Am selben Abend sitze ich in meinem Auto vor einer Auffangstation und mustere das kleine, aber gepflegt wirkende Gebäude. Von drinnen ist Gebell zu hören. Neben dem Haus gibt es eine eingezäunte Wiese mit Hundespielzeug und einigen Hürden aus Kunststoff wie auf einem Kinderspielplatz.
Vom Beifahrersitz aus schaut die Hündin neugierig aus dem Fenster. Ich kurble es herunter, um sie schnüffeln zu lassen.
Im Zuge einer weiteren Internetrecherche, bei der ich zuerst die Gesuche für entlaufene Hunde durchgegangen bin, bin ich auf diese Einrichtung gestoßen: eine kleine Farm, die Streuner aufnimmt und sie an neue Besitzer vermittelt, und die darüber hinaus sehr gute Bewertungen hat. Leute, die daran interessiert sind, einen Hund zu adoptieren, werden sorgfältig überprüft, und die Tiere sind hier offensichtlich gut versorgt. Es ist die beste Einrichtung, die ich finden konnte, und ich bin drei Stunden gefahren, um herzukommen.
Ich lasse den Blick über das Gelände schweifen. Bei der Vorstellung, sie hierzulassen, wird mir ganz flau im Magen.
Die Hündin dreht den Kopf in meine Richtung, die Zunge hängt ihr hechelnd aus dem Maul.
»Ich kann dich nicht behalten.«
Als sie versucht, auf meinen Schoß zu klettern, seufze ich. Das hat sie schon die ganze Fahrt über probiert, doch diesmal lasse ich es zu. Sie rollt sich auf meinen Oberschenkeln zusammen und legt den Kopf auf die Armstütze.
Fuck. Wenn ich geahnt hätte, wie schwer das werden würde, hätte ich sie gar nicht erst mitgenommen.
Was gelogen ist. Niemals hätte ich sie in einer dreckigen Gasse zurückgelassen.
Noch einmal zähle ich im Kopf die Gründe auf, aus denen ich sie nicht behalten kann. Ich habe noch nie einen Hund besessen, deswegen habe ich auch keine Ahnung, wie man sich richtig um einen kümmert. Meine Mom hat mit ernsten psychischen Problemen zu kämpfen und braucht mich, ob sie es nun zugeben will oder nicht. Ich muss mich aufs Eishockey konzentrieren. Seit meine Ex – Erin – und ich uns mit neunzehn getrennt haben, gehe ich keine Verpflichtungen mehr ein. Und diese Hündin würde eine sehr große Verpflichtung bedeuten, die ich irgendwie in meinem herausfordernden Terminplan unterbringen müsste.
Trotzdem zögere ich. Wieder lasse ich den Blick über das Grundstück wandern, suche nach Dingen, an denen etwas auszusetzen ist. Im Garten wächst hier und da Unkraut, die Fassade könnte einen neuen Anstrich vertragen. Auf der Wiese gibt es eine Reihe Löcher, die vermutlich die Hunde gegraben haben.
Ich habe keine Zeit für einen Hund, aber ich kann sie auch nicht hierlassen. Dieses Tierheim ist nicht gut genug für sie.
Ich reibe mir über den Nasenrücken, als mir klar wird, dass ich mich bereits entschieden habe. Scheiße!
»Hey.«
Ihr Kopf ruckt hoch, und sie fixiert mich mit leuchtenden Augen.
»Möchtest du bei mir wohnen?«, frage ich, woraufhin sie mich weiter mit diesem süßen Gesichtsausdruck anschaut. »Ach so, du möchtest ein Leckerli.«
Sie springt von meinem Schoß zurück auf den Beifahrersitz und wartet, während ich eine Tüte mit Goodies von der Rückbank angele, die ich für sie gekauft habe. Ich gebe ihr ein paar und beobachte, wie sie sie zerkaut.
Ich habe mich entschieden und ignoriere die leise Stimme in meinem Hinterkopf, die mir zuruft, dass das keine gute Idee ist. Stattdessen sehe ich zu, wie sich die Hündin auf dem Beifahrersitz zusammenrollt und kurz darauf einschläft. Ich verfüge dieses Jahr über das Budget, um eine Assistenz einzustellen, der Hund wird gut versorgt sein.
Ich nehme mein Handy und scrolle durch die Kontakte, bis ich die Person gefunden habe, die ich anrufen will.
»Streicher«, meldet sich Ward.
»Hi.« Ich reibe mir über den Kiefer, als ich wieder dieses ungute Gefühl im Magen spüre. »Ich hab’s mir anders überlegt, ich brauche doch eine Assistenz.«
Kapitel 2
Pippa
Mein Herz hämmert, als ich vor Jamie Streichers Wohnhaus stehe. Das letzte Mal, als ich ihm persönlich begegnet bin, hatte ich in der Highschool-Cafeteria gerade einen blauen Slurpee über mein weißes T-Shirt verschüttet. Ich erinnere mich noch genau an den kalten, desinteressierten Blick aus seinen grünen Augen, mit dem er mich kurz gemustert hat, bevor er sich wieder dem Gespräch mit den anderen heißen, beliebten Sportlern zugewandt hat.
Und jetzt werde ich seine Assistentin.
Er war immer ein Arschloch, aber Himmel, ein wahnsinnig gut aussehendes, damals schon. Dichtes dunkles Haar, das vom Eishockeyspielen immer ein wenig zerzaust war. Scharf geschnittene Kieferpartie, markante Nase. Breite, kräftige Schultern. Und groß. So groß. Unfair lange, dunkle Wimpern. Er ist nie in diese unbeholfene Teenager-Phase gekommen, die sich bei mir durch meine gesamte Pubertät zu ziehen schien. Seine schweigsame, einschüchternde, mürrische Art hat mich ebenso verunsichert und fasziniert wie jedes andere Mädchen und die Hälfte aller Jungs an unserer Schule.
O Gott. Ich hole tief Luft, bevor ich die Nummer seines Apartments auf dem Tastenfeld eingebe, das neben der Tür angebracht ist.
Er öffnet, ohne sich über die Gegensprechanlage zu melden.
Im Aufzug auf dem Weg nach oben ins Penthouse fährt mein Magen Achterbahn. Ich bin nicht mehr das etwas schräge Band-Girl. Ich bin eine erwachsene Frau. Meine verknallte Teenager-Zeit liegt inzwischen acht Jahre zurück.
Ich brauche diesen Job. Ich bin pleite und schlafe bei meiner Schwester auf der Couch. Den schrecklichen Job bei Barry’s Hot Dog Hut habe ich nach einer Woche fristlos gekündigt. Selbst wenn ich ihn zurückwollte – was ich nicht tue; ich habe den Job nur als Notlösung angenommen, um meine Rechnungen zu bezahlen und Hazel was zur Miete beizusteuern –, würden die mich nie wieder einstellen.
Außerdem wird er sich auf keinen Fall an mich erinnern. Unsere Highschool war riesig und ich eben das schräge Mädchen, das immer mit den Band-Leuten abhing, und er ein heißer Eishockeyspieler. Ich bin zwei Jahre jünger, deswegen hatten wir noch nicht mal gemeinsame Kurse oder Freundeskreise.
Er ist einer der besten Goalies der NHL und sieht aus wie ein verdammter Gott. Die Tatsache, dass er dafür bekannt ist, keine Beziehungen einzugehen, scheint die Leute noch wilder nach ihm zu machen. Letztes Jahr hat ihm irgendjemand ein Höschen aufs Eis geworfen, darüber wurde in jeder Sportsendung berichtet.
Er wird sich nicht an mich erinnern.
Ich beobachte, wie die Zahlen auf der digitalen Anzeige in der Aufzugkabine immer höher klettern, je näher ich seinem Stockwerk komme.
Er wird mit seinem Training beschäftigt sein. Ich werde ihn kaum zu Gesicht bekommen. Und ich brauche diesen Job wirklich, wirklich dringend. Ich bin fertig mit der Musikindustrie und ihren berühmten Arschlöchern. Ich habe Marketing studiert, und es ist an der Zeit, diesen Karriere-Weg einzuschlagen. Die wenigen Stellenausschreibungen in Vancouver im Bereich Marketing setzen mindestens fünf Jahre Berufserfahrung voraus, ich käme dafür also nicht einmal infrage. Laut meiner Schwester Hazel, die als Physiotherapeutin für Vancouver Storm tätig ist, wird dort aber bald eine Stelle im Marketing frei. Und sie meinte, dass sie Jobs gerne intern besetzen. Als Assistentin für Jamie Streicher zu arbeiten, ist mein Einstieg. Die Stelle ist befristet. Wenn ich mich bewähre, habe ich einen Fuß in der Tür, um anschließend ins Marketing des Teams wechseln zu können.
Die Aufzugtüren öffnen sich auf der obersten Etage.
Vor seiner Wohnung atme ich noch einmal tief und beruhigend durch, doch es hilft nicht, mein Herz pocht noch immer viel zu heftig in meinem Brustkorb.
Du brauchst diesen Job, ermahne ich mich stumm.
Ich klopfe.
Als die Tür aufschwingt, stolpert mein Herz, als wäre es besoffen.
Er ist noch so viel heißer als damals. Und das in natura? Unfair.
Seine Gestalt füllt die gesamte Türöffnung aus. Er ist mindestens dreißig Zentimeter größer als ich, und obwohl er ein langärmeliges Work-out-Shirt trägt, ist nicht zu übersehen, dass sein Körper perfekt definiert ist. Der dünne Stoff spannt über seinen Schultern. Vage registriere ich, dass irgendwo hinter ihm ein Hund bellend durch die Wohnung springt, aber mein Blick folgt stattdessen wie ferngesteuert seiner Bewegung, als er sich mit einer Hand am Türrahmen abstützt. Er hat den Ärmel hochgeschoben, und ich mustere seinen entblößten Unterarm.
Allein der Unterarm von Jamie Streicher könnte eine Frau schwängern.
Als mir klar wird, dass ich starre, reiße ich meinen Blick los und sehe ihm ins Gesicht.
Verdammt! Der Teenager-Crush, den ich vor Jahren hatte, kracht in mein Leben zurück wie ein Komet. Seine Augen sind noch immer tiefgrün. Als würden sich sämtliche Schattierungen eines Waldes darin wiederfinden. Das Herz sackt mir in die Kniekehlen.
»Hi«, hauche ich, bevor ich mich räuspere. Meine Wangen brennen. »Hi«, sage ich noch einmal, diesmal mit kräftigerer Stimme, und täusche ein strahlendes Lächeln vor. »Ich bin Pippa, deine neue Assistentin.« Ich streiche mit einer Hand über meinen Pferdeschwanz.
Einen Moment lang ist seine Miene ausdruckslos, bevor sich sein Blick schärft und sein Gesichtsausdruck verfinstert.
Meine Gedanken verstreuen sich in der Luft wie Konfetti. Worte? Sind mir abhandengekommen. Mir fällt kein einziges mehr ein. Sein Haar ist dicht, kurz geschnitten und kräuselt sich an den Spitzen leicht. Es ist feucht, als käme er gerade aus der Dusche, und ich würde sehr gerne mit den Fingern hindurchfahren. Sein Blick verweilt auf mir und wird von Sekunde zu Sekunde feindseliger, bevor er seufzt, als wäre ich ihm lästig. Genau den gleichen Eindruck hat er in der Highschool vermittelt – immer ein wenig mürrisch, gereizt, schlecht gelaunt. Nicht, dass wir jemals etwas miteinander zu tun gehabt hätten.
»Toll.« Es klingt wie ein Schimpfwort, als wäre ich der letzte Mensch, den er gerade sehen will. Dann wendet er sich ab und geht in die Wohnung zurück.
Ich wusste, dass er sich nicht an mich erinnern würde.
Ich unterdrücke ein humorloses Lachen, das aus Verlegenheit und Unbehagen in meiner Kehle kitzelt. Es ist mir schleierhaft, warum mich sein Verhalten überhaupt überrascht. Wenn ich eines von meinem Ex, Zach, und seiner Clique gelernt habe, dann, dass großartige, berühmte Leute komplette Arschlöcher sein dürfen. Die Welt lässt sie damit durchkommen.
Jamie Streicher bildet da keine Ausnahme.
Ich interpretiere die offene Tür als Zeichen, ihm zu folgen. Sofort sprintet der Hund auf mich zu und springt an mir hoch. Er trägt ein rosa Halsband, und ich schließe ihn von der ersten Sekunde an ins Herz.
»Runter«, befiehlt Jamie in strengem Ton, bei dem ich ein Prickeln im Nacken verspüre.
Die Hündin ignoriert ihn und wedelt frenetisch mit dem Schwanz.
»Hey, Süße.« Ich gehe in die Knie und muss lachen, als sie versucht, mich abzuschlecken.
Sie ist voller wilder Energie und tapst aufgeregt auf der Stelle, während ihr Schwanz so heftig hin und her schwingt, dass ich befürchte, er wird jeden Moment abfallen. Als ich die Stelle über ihrem Schwanz kraule, wackelt sie auf die absolut niedlichste Art und Weise mit dem Hintern.
Ich bin verliebt.
Jamie räuspert sich missbilligend. Erneut spüre ich Verlegenheit in mir aufsteigen, aber ich schiebe das Gefühl beiseite. Ich bin hier, um ihm mit seinem Hund zu helfen, was ist also sein Problem? Als ich mich aufrichte, fühlt sich mein Gesicht dennoch viel zu warm an.
Und was ist das bitte für eine Wohnung? Definitiv eine der schönsten, die ich je gesehen habe.
Die raumhohen Fenster erstrecken sich über zwei Stockwerke und eröffnen den Blick über das Wasser und die North Shore Mountains, sodass der offene Wohnzimmer- und Küchenbereich von natürlichem Licht geflutet wird. Selbst an einem stürmischen Tag im schlimmsten regnerischen, trostlosen Winter von Vancouver muss die Aussicht spektakulär sein.
Die Küche glänzt und ist geräumig, und obwohl der Wohnbereich mit Umzugskartons und Hundespielzeug vollgestopft ist, wirkt das riesige Sofa einladend – und wahnsinnig bequem. Es gibt eine Treppe, von der ich annehme, dass sie zu den Schlafzimmern hinaufführt.
Ich wette, diese Wohnung hat eine riesige Badewanne.
»Wie heißt sie?«, frage ich Jamie, während ich die Hündin tätschele. Sie schmiegt sich an meine Beine; es gefällt ihr offensichtlich, dass ich ihr so viel Aufmerksamkeit schenke.
An Jamies Kiefer zuckt ein Muskel, und der Blick, mit dem er mich taxiert, sorgt dafür, dass sich mein Magen zusammenzieht. Der Ausdruck in seinen grünen Augen ist durchdringend. Unwillkürlich frage ich mich, ob dieser Typ jemals in seinem Leben gelächelt hat.
»Keine Ahnung.«
Auf dem Boden neben der Couch thront ein riesiges flauschiges Hundebett, und im gesamten Wohnzimmer liegen mindestens hundert bunte Spielzeuge verstreut. In der Küche stehen ein Wasser- und ein leerer Futternapf, und auf dem Tresen entdecke ich eine riesige Tüte mit Leckerlis.
Die Hündin läuft zu einem der Spielzeuge hinüber, trägt es zu Jamie und lässt es vor seine Füße fallen. Dann schaut sie zu ihm hoch und wedelt mit dem Schwanz.
»Ich muss ins Stadion. Lass uns also zusehen, dass wir das schnell über die Bühne bringen«, sagt Jamie, als ob ich seine Zeit vergeuden würde.
Als er an mir vorbeigeht, steigt mir sein Duft in die Nase, und ich kann mich gerade so beherrschen, vor Verzückung die Augen zu verdrehen. Er riecht unglaublich. Es ist dieser unbestimmbare Geruch eines Männerdeos – scharf, würzig, kräftig, frisch und sauber, alles zur gleichen Zeit. Wahrscheinlich trägt es einen Namen wie Avalanche oder Hurricane oder irgendetwas ähnlich Kraftvolles und Unaufhaltsames. Ich möchte mein Gesicht in seinem Shirt vergraben und tief einatmen. Vermutlich würde ich ohnmächtig werden.
Während er in der Küche herumläuft und mir zeigt, in welchem Schrank ich das Futter für den Hund finde, fällt mir auf, wie kraftvoll und anmutig er sich bewegt. Ich kann sehen, wie sich seine Rückenmuskeln unter dem Stoff seines Oberteils bewegen. Seine Schultern sind wahnsinnig breit. Und er ist so, so verdammt groß.
In diesem Moment wird mir klar, dass er sich mir noch nicht einmal vorgestellt hat. Genau wie die berühmten Leute, die auf Zachs Tour hinter die Bühne gekommen sind. Als ob sie erwarten, dass man weiß, wer sie sind.
»Wir kommunizieren per E-Mail oder Textnachricht«, sagt Jamie. »Du gehst mit dem Hund spazieren, fütterst sie und sorgst dafür, dass sie nichts anstellt. Bei der Fellpflege und beim Tierarzt war ich schon mit ihr.« Er wirft einen Blick auf die Hündin.
Ich schenke ihm ein beruhigendes Lächeln. »Kein Problem, das kriege ich hin.«
»Gut.« Wieder dieser scharfe Tonfall.
Wow. Mit seinem Ego scheint er auf jeden Fall keine Probleme zu haben.
Ich schlucke schwer. Er ist so bossy. Ein Schauer überläuft mich, und erneut spüre ich dieses Prickeln auf der Haut. Ich wette, im Bett ist er es auch.
»Das ist ja auch dein Job«, fügt er hinzu.
Ein ungutes Gefühl beginnt sich in mir auszubreiten, aber ich unterdrücke es. Ich bin keine sechzehn mehr. Inzwischen habe ich eine gewisse Lebenserfahrung, und ich kenne Typen wie ihn. Seit Zach weiß ich, dass ich nicht auf solche Männer reinfallen sollte. Männer mit einem großen Ego. Männer, die glauben, sie können tun und lassen, was sie wollen, ohne jemals Konsequenzen fürchten zu müssen. Männer, die sich irgendwann mit mir langweilen und mich achtlos wegwerfen.
»An Spieltagen lege ich mich in der Regel nach dem Mittagessen hin«, erklärt er, während er mir voraus die Treppe hochgeht. »Dann brauche ich absolute Ruhe.«
Es kostet mich sämtliche Willenskraft, nicht zu salutieren und »Jawoll, Sir. Natürlich, Sir« zu brüllen. Irgendetwas sagt mir, dass er nicht darüber lachen würde. »In der Zeit mache ich dann einfach einen langen Spaziergang mit ihr.«
Er brummt etwas Unverständliches. Wahrscheinlich seine Art, Freudentränen zu weinen.
Auf der oberen Etage bleibt er vor einer geöffneten Tür stehen. Bis auf eine Handvoll großer Kartons und eine in Plastik verpackte Matratze ist der Raum leer.
»Ist das mein Zimmer?«, erkundige ich mich.
Als er irritiert die Stirn runzelt, weiche ich hastig einen Schritt zurück.
»Ich meine, ist das das Zimmer, in dem ich übernachte, wenn du unterwegs bist?«, konkretisiere ich meine Frage, bevor er noch denkt, dass ich bei ihm einziehen will. »Wenn ich auch über Nacht auf deine Hündin aufpasse.«
Er verschränkt die Arme. »Ja.«
Unter seinem Blick fühle ich mich so aufgekratzt wie der Hund bei seiner Begrüßung eben. Meine nervöse Reaktion besteht aus einem erneuten Lächeln, worauf sich sein Stirnrunzeln vertieft.
»Super.« Meine Stimme ist zu einem Piepsen verkümmert.
Er deutet mit dem Kinn den Flur hinunter. »Du kannst das Bad da hinten benutzen; ich hab mein eigenes.«
Als sein Blick auf mir verweilt, versuche ich mich unter seinem Gewicht nicht zu winden. Der Kerl kann mich nicht leiden, aber das wird sich ändern, sobald ich ihm gezeigt habe, wie viel einfacher ich ihm das Leben machen kann. Abgesehen davon wird er mich ohnehin kaum sehen müssen.
Diesen Job zu verlieren, ist keine Option.
Kapitel 3
Jamie
Kapitel 4
Pippa
Kapitel 5
Jamie
Ich versuche, ein Nickerchen zu machen, kann aber einfach nicht aufhören, an Pippa zu denken. Meine Assistentin.
Ex-Assistentin.
Fuck.
Ich starre aus dem Fenster meines Schlafzimmers nach draußen, wo es passend zu meiner Laune in Strömen gießt. Ich habe den ganzen Tag an sie gedacht. Warum? Wahrscheinlich hat sie längst einen neuen Job.
Ein unangenehmes Gefühl regt sich in mir. Ich hasse die Vorstellung, dass sie die Wohnung von einem anderen Mann einrichtet, ihn anlächelt, in seiner Küche singt.
Als es klopft, runzele ich die Stirn. Ich erwarte niemanden. Daisy ist bereits an der Tür, schnüffelt am schmalen Spalt darunter und wedelt mit dem Schwanz.
Ich öffne – und erstarre.
Breite Mascara-Schlieren laufen Pippas Wangen hinunter. Hat sie etwa geweint? Ich spüre einen schmerzhaften Stich. Doch ihre Augen sind nicht gerötet, sie hat klatschnasse Haare und der Pony klebt ihr in Strähnen an der Stirn. Sofort entspanne ich mich etwas.
Sie fixiert mich, strafft die Schultern, und ihre Nasenflügel blähen sich leicht. Unwillkürlich registriere ich, wie süß sie aussieht.
»Hi.« Sie schluckt. Blinzelt.
Pippa ist nervös.
In der Hand hält sie eine Tupperdose mit Cupcakes.
Ich runzele erneut die Stirn. »Wie bist du ins Haus gekommen?« Für die Tür unten benötigt man entweder einen Schlüssel, oder man muss klingeln.
Sie tut meine Frage mit einer Handbewegung ab. »Der Portier hat sich an mich erinnert; außerdem hab ich ihm Cupcakes angeboten.«
Natürlich hat man sie hochgelassen. Diese Frau könnte einen Polizisten dazu überreden, ihr seine Waffe auszuhändigen. Sie müsste nur lächeln und ihren Pferdeschwanz zurechtrücken, und er würde sagen: Möchten Sie vielleicht auch noch Munition dazu?
Da ist ein merkwürdiges Ziehen in meiner Brust, und zum ersten Mal seit langer Zeit verspüre ich den Drang zu lächeln.
Sie drückt mir den Behälter in die Hände. »Die sind für dich.«
Ich hebe ihn vor mein Gesicht und spähe hinein. »Das letzte Mal, dass ich Muffins gegessen habe, ist zehn Jahre her.«
Sie reißt die Augen auf. »Wie bitte? Das ist ja traurig.« Dann fällt ihr Blick auf den Spiegel hinter mir, den sie gestern aufgehängt hat. »Oh mein Gott.« Sie wischt sich mit den Fingern über die Wangen, um die Mascara-Spuren zu beseitigen. »Wie sehe ich denn aus? Scheiße.«
Sie weiß doch hoffentlich, dass ich sie gefeuert habe, oder?
Mit einem tiefen Atemzug wendet sie sich wieder mir zu. »Ich habe gestern einen guten Job gemacht.«
Ich zögere. Damit hat sie nicht unrecht.
»Nein, falsch.« Ihre Wangen glühen jetzt. »Einen großartigen Job. Ich werde mit allem fertig. Und du hast dich nicht mal vorgestellt.« Sie presst die Lippen zusammen. »Für wen hältst du dich? Ryan Gosling? Glaubst du im Ernst, du könntest mich einfach feuern wie ein Arsch?«
Ich kenne Ryan Gosling. Ich habe ihn letztes Jahr auf einer NHL-Party getroffen, zu der das gesamte Team gehen musste. Er ist ein netter Kerl. Viel netter als ich.
Ist er ihr Typ? Ich merke, wie sich meine Kiefermuskeln anspannen. Der Gedanke gefällt mir nicht.
»Arsch«, wiederhole ich.
»Sorry.« Sie verzieht das Gesicht. »Ich bin ein Mensch, weißt du. Ich verdiene es, mit Respekt behandelt zu werden.« Sie zieht die Augenbrauen zusammen und beginnt hektisch zu blinzeln. Sie sieht aus wie ein getretener Hund.
Verdammt!
Mein Herz krampft sich zusammen. Ich hasse dieses Gefühl. Ich hasse es, dass sie sich so fühlt. Und ganz besonders hasse ich es, dass ich dafür verantwortlich bin.
Sie hat recht. Ich habe mich gestern wie ein Arschloch aufgeführt. Was allerdings nicht meine Absicht war. Ich weiß einfach nicht, wie ich mich in ihrer Gegenwart verhalten soll. Sie ist aufgetaucht und sah aus wie eine Disney-Prinzessin, und ich hab ihr gegenüber kaum zwei zusammenhängende Worte rausgebracht.
Sie deutet auf Daisy, die zu ihren Füßen liegt und sie mit grenzenloser Liebe anschmachtet. »Ich komme sehr gut mit Daisy klar. Es tut mir leid, dass ich gestern, als du nach Hause gekommen bist, noch hier war. Ich hatte die Zeit aus den Augen verloren. Es wird nicht wieder vorkommen. Versprochen, du wirst mich nie zu Gesicht kriegen.« Ihre Stimme zittert. »Ich würde alles tun, um meinen Job zurückzubekommen.«
Auf einmal ist die Luft vor Spannung wie geladen, und wir starren uns an. Will sie damit etwa andeuten …? In meinem Kopf tauchen Bilder auf, von uns beiden, zusammen im Bett, mit ineinander verschlungenen Gliedmaßen. Sie liegt unter mir, den Kopf nach hinten geworfen, die Augen geschlossen, mit einem Ausdruck von Verzückung im Gesicht, während ich in sie stoße.
Daran werde ich später wieder denken, mit meinem Schwanz in der Hand, und ich hasse mich dafür.
»So habe ich das nicht gemeint«, sagt sie schnell, und ihre Wangen färben sich noch eine Nuance dunkler, »das habe ich komisch ausgedrückt. Ich wollte damit nur sagen, dass ich diesen Job wirklich brauche. Was auch immer dich also dazu veranlasst zu denken, dass ich nicht dafür geeignet bin: Bitte erkläre es mir.«
Ich kann ihr auf keinen Fall die Wahrheit sagen – dass sie das Mädchen ist, von dem ich in der Highschool zwei Jahre lang besessen war. Sie hat recht mit allem, was sie mir gerade an den Kopf geworfen hat. Mir gefällt, wie sie meine Wohnung eingerichtet hat. Sie hat Daisy gestern mehr ausgepowert, als es mir jemals gelungen wäre. Es ist offensichtlich, dass dieser Hund jede Menge mentale Stimulation und Bewegung braucht. Ganz tief in mir drin weiß ich, dass ich ihr meine Hündin anvertrauen kann.
Ich habe um eine neue Assistenz gebeten. Pippas Probleme sind nicht meine. Ich habe selbst genug um die Ohren.
Doch genau wie im Auto vor dem Tierheim ignoriere ich meine Einwände. Die Art und Weise, auf die mich Pippa mit einer Mischung aus Entschlossenheit und Sorge ansieht, trifft mich mitten ins Herz.
Ich studiere ihr Gesicht. Obwohl sie aussieht wie eine ersoffene Ratte, funkeln ihre Augen noch immer. Ihre Wangen sind gerötet, lebendig. Und auf einmal habe ich ein Gefühl in der Brust, das mich an Sodbrennen erinnert.
Ich hebe eine Braue. »Du bezeichnest mich erst als Arsch und verlangst dann deinen Job zurück?«
Pippa zuckt zurück und tritt nervös von einem Bein aufs andere. »Jepp.« Sie presst die Lippen zusammen und schielt schuldbewusst zu mir hoch. Dennoch wirkt sie entschlossen. »Tut mir leid.«
Ich mag sie. Sie lässt sich nichts gefallen. Es braucht ganz schön Mumm, einfach hier aufzutauchen und mich als Arsch zu bezeichnen. Niemand sonst redet so mit mir.
Ich kann sie nicht einfach feuern. Ich werde auch so einen Weg finden, mich dieses Jahr zu konzentrieren. Das tue ich immer. Ich hatte Jahre Zeit, mich in Disziplin zu üben. Diese Saison muss ich mich einfach nur noch mehr anstrengen.
Ich kann sie nicht feuern, aber ich kann sie auf Abstand halten.
Ich lehne mich gegen den Türrahmen und verschränke die Arme vor der Brust. Mein Nacken fühlt sich warm an. »Okay.«
Pippas Augen beginnen zu leuchten, und einen kurzen Moment lang befürchte ich, dass sie mir die Arme um den Hals werfen wird. »Wirklich?«
»Du lässt nichts von dir hier rumliegen«, füge ich schnell hinzu.
Sie klatscht in die Hände, was Daisy ausflippen lässt. Aufgeregt beginnt die Hündin, in der Wohnung hin und her zu springen. Pippa strahlt mich mit einem breiten Grinsen an, und ich habe das Gefühl, dass mir gleich schlecht wird.
»Danke!« Sie klatscht noch einmal in die Hände. »Ich verspreche, dass ich mich gut benehmen werde.«
Das ist nicht das Problem.
»Ich muss zum Training«, sage ich. Eigentlich erst in einer Stunde, aber ich werde nicht so lange in meiner Wohnung rumsitzen und sie anglotzen.
Sie ist bereits dabei, sich aus ihrer Jacke zu schälen. »Kein Problem. Ich habe hier alles unter Kontrolle. Brauchst du irgendwas vom Supermarkt?«
Ich ziehe meine Schuhe an und zögere. Tatsächlich müsste ich einkaufen.
Auf meinen Gesichtsausdruck hin nickt sie. »Kein Problem. Was isst du gerne?«
»Äh …« Der Ernährungsberater des Teams hat für jeden Spieler einen speziellen Essensplan erstellt, aber ich will mich nicht mehr als unbedingt nötig auf Pippas Hilfe verlassen. »Keine Ahnung. Irgendwas.«
Sie nickt wieder und lächelt. »Super. Das kann ich auf jeden Fall besorgen.«
Ich öffne die Tür. Ich muss dringend hier raus.
»Warte«, sagt sie und reicht mir die Dose mit den Cupcakes. »Nimm sie mit. Du kannst sie ans Team verteilen oder so.«
Ich werfe ihr einen skeptischen Blick zu. Wenn ich der Mannschaft Cupcakes mitbringe, werden sie mich bis in alle Ewigkeit damit aufziehen. Trotzdem nehme ich sie mit. Noch mal ertrage ich ihre enttäuschte Miene nicht.
Draußen auf der Straße öffne ich den Behälter und beiße von einem der Törtchen ab. Als der Zucker auf meiner Zunge zergeht, schließe ich genießerisch die Augen und stöhne vor Ekstase beinahe laut auf.
Das ist das Beste, was ich je gegessen habe.
Kapitel 6
Pippa
»Ich kann immer noch nicht glauben, dass dein Plan mit den Cupcakes funktioniert hat«, sagt Hazel, während wir nebeneinander den Bergpfad hinaufwandern.
Es ist schon zwei Wochen her, dass ich Jamie zur Rede gestellt habe, aber da ich die meiste Zeit dort bin, um mich um Daisy zu kümmern, und Hazel abwechselnd Yogakurse gibt und Physiotherapie-Stunden mit den Spielern hat, haben wir uns in letzter Zeit kaum gesehen. Heute ist der erste Tag, an dem wir die Gelegenheit haben, ausführlich darüber zu sprechen.
Daisy schnüffelt an einem Gebüsch, bevor sie uns voraus den Weg entlangspringt. Den Vormittag haben wir damit verbracht, ihr beizubringen, auf Kommando zu mir zurückzukommen, bis wir uns sicher genug fühlten, sie auf diesem Weg in North Vancouver von der Leine zu lassen. Je höher wir kommen, desto kühler wird es, aber die Sonne scheint, der Wald ist still und friedlich, wir haben warme Jacken an, und Daisy hat die Zeit ihres Lebens.
Ich rufe mir Jamies Gesichtsausdruck in Erinnerung, als ich einfach bei ihm aufgekreuzt bin, um meinen Job zurückzuverlangen. Er sah aus, als würde er mich hochkant wieder rauswerfen wollen oder – schlimmer noch – sich im Teambüro beschweren, um mir sämtliche Chancen auf einen zukünftigen Job dort mit einem Schlag zu verbauen.
Aber er hat nichts davon getan. Bei meinem Ich verdiene es, mit Respekt behandelt zu werden-Spruch hat er beinahe … reumütig gewirkt.
»Ich glaube nicht, dass es an den Cupcakes lag«, murmele ich.
Seit er an jenem Tag das Haus verlassen hat, habe ich ihn nicht mehr gesehen. Er war ständig im Training, und seit dem Saisonstart vor ein paar Tagen ist er auf Reisen.
Seine Wohnung sieht aus, als wäre sie einem Design-Magazin entsprungen, und manchmal, wenn ich aus dem Fenster auf die Berge schaue, habe ich das Gefühl, mich in einer Ferienwohnung zu befinden, völlig losgelöst von meinem realen Leben. Sein Apartment ist immer lichtdurchflutet, deswegen habe ich diese Woche ein paar Pflanzen gekauft, um es ein wenig wohnlicher zu gestalten. Die Wohnung ist wunderschön, aber nur mit Daisy und mir darin fühlt es sich ein wenig einsam an, dort zu wohnen. Ich habe noch nie allein gelebt. An der Uni hatte ich immer mindestens vier Mitbewohner oder Mitbewohnerinnen, und auch auf Tour mit Zach waren ständig Leute um mich rum. Es war immer jemand da, mit dem man sich unterhalten und lachen konnte.
Ich muss mir einen größeren Freundeskreis in Vancouver aufbauen; alle meine Bekannten arbeiten in der Musikindustrie. Auf einmal habe ich einen Kloß im Hals. Ich muss neue Freunde finden, weil ich mit der Musik abgeschlossen habe.
Seit meiner Unterhaltung mit Jamie wirbelt mir immer wieder derselbe Satz durch den Kopf. Ich würde alles tun, um meinen Job zurückzubekommen.
Bei dem Gedanken daran erschaudere ich. »Ich habe versehentlich angedeutet, dass ich sogar mit ihm schlafen würde, um meinen Job zu behalten.« Als Hazel laut auflacht, gebe ich ein gequältes Stöhnen von mir. »Ich habe es sofort klargestellt. War aber trotzdem superpeinlich.«
»Ist er schon draufgekommen, dass ihr auf dieselbe Highschool gegangen seid?« Hazel ist ein Jahr älter als ich und ein Jahr jünger als Jamie.
»Nein, auf keinen Fall. Hast du eigentlich schon mal mit ihm gearbeitet?«
»Nope.« Sie wirft mir einen Blick von der Seite zu. »Hast du vor, es irgendwann zu erwähnen?«
»Niemals. Wie peinlich wäre das denn? Dann würde er garantiert fragen, warum ich nicht gleich was gesagt habe.«
»Na ja, das wird ja wahrscheinlich bald sowieso egal sein. Emma hat ihre Elternzeit eingereicht. Deswegen sind sie gerade dabei, die interne Stellenausschreibung vorzubereiten.«
Richtig, der Marketingjob. Mein Magen macht komische Sachen.
Schnell nicke ich. Es fühlt sich ein wenig gezwungen an. »Super.«
»Ich gehe davon aus, dass sie im Dezember oder gleich Anfang des neuen Jahres mit den Vorstellungsgesprächen beginnen.«
»Das ist gut. So verbringe ich vorab genug Zeit mit der Mannschaft, um mich zu beweisen.«
»Genau.« Hazel hebt eine Augenbraue. »Und dann werden wir beide für alle Zeiten stabile und verantwortungsvolle Jobs haben.« Ihr sarkastischer Unterton ist nicht zu überhören.
Hazels Traum ist seit jeher, ein eigenes Yoga-und-Pilates-Studio zu eröffnen. Einen Ort, an dem sich Menschen jeglichen Körperbaus wohlfühlen, aber unsere Eltern würden einen Herzinfarkt bekommen, wenn sie davon wüssten. Zu riskant, würden sie sagen.
Ich richte den Blick auf meine Füße. »Ganz unrecht haben sie nicht. Immerhin macht eine Festanstellung das Leben schon sehr viel einfacher.«
Sie murmelt etwas, das nach »Fuck« klingt. »Ja, aber sie sind regelrecht besessen von dem Gedanken.«
»Sie wollen nur unser Bestes.«
Unsere Eltern sind als junge Menschen nicht arm gewesen, aber beide in Familien mit geringem Einkommen aufgewachsen. Unser Dad war Mechaniker und unsere Mom Ballerina. Allerdings hat es bei ihr nie für ein festes Engagement in einer Tanzkompanie gereicht, weshalb sie schließlich ihr eigenes Ballettstudio eröffnete. Bis unsere Eltern vor ein paar Jahren in eine kleine Stadt im Landesinneren von British Columbia umgezogen sind, hat Mom dort unterrichtet. Obwohl sie eine großartige Lehrerin war, denke ich, dass es auch eine stetige Erinnerung daran war, was sie selbst nicht erreicht hat. In meiner Teenagerzeit hat sie immer zu mir gesagt, sie sei das beste Beispiel dafür, warum ich nichts mit Musik machen solle.
»Scheitern ist schwer«, pflegt sie zu sagen. »Setze alles daran, Erfolg zu haben.«
Sie wollen, dass wir ein komfortables, glückliches Leben führen. Und mein Dad versteht darunter einen Gehaltsscheck alle zwei Wochen und zusätzliche Sozialleistungen. Für meine Mom bedeutet es, etwas zu tun, was einem nicht allzu viel Enttäuschung beschert, wenn es nicht gut läuft. Wie Hazels Physio-Job. Wie diese Marketingstelle. Nichts in der Musikindustrie. Deshalb habe ich Marketing studiert und nur im Nebenfach Musik. Ursprünglich hatte ich es andersherum geplant, aber sie haben es mir als Hauptfach ausgeredet.
Wie sich herausgestellt hat, hatten sie recht. Die Musikbranche ist brutal. Ich erinnere mich noch sehr gut an das eine Mal, als ich einen Song für Zach geschrieben habe, über den er und sein Manager sich schlappgelacht haben. Zach bezeichnete ihn als süß. Bei dem Gedanken daran spüre ich heiße Scham in mir aufsteigen und einen Stich in der Herzgegend. Ich bin nicht stark genug, um das auszuhalten.
Hazel sieht mich an. »Fragt Dad dich immer noch ständig über Streicher aus?«
Abgesehen davon, dass unsere Eltern wollen, dass wir beide einem geregelten Job nachgehen, liebt unser Vater Eishockey über alles und ist schon sein Leben lang Fan von Vancouver Storm. Er ist restlos begeistert, dass wir inzwischen beide für die Mannschaft arbeiten. Und als er erfahren hat, dass ein ehemaliger Mitschüler aus unserer alten Highschool ins Team wechselt, ist er vor Aufregung beinahe durchgedreht.
Ich stöhne. »Ja.«
Wir müssen beide lachen.
Daisy sprintet voraus, um einen Labrador mit hellem Fell zu begrüßen, der uns entgegenkommt.
»Sie ist wirklich ein Schatz«, sagt Hazel und hakt sich bei mir unter.
Ich lächele sie an. »Ja, das ist sie. Diesen Teil meines Jobs liebe ich wirklich sehr.«
Wir laufen weiter, sehen den Hunden beim Spielen zu, grüßen im Vorbeigehen die Besitzer des Labradors und genießen die Zeit in der Natur. Ein Fluss schlängelt sich durch den Wald, zwischen Bäumen hindurch, und rauscht über Felsen. Entlang des Wassers gibt es immer wieder kleine Lichtungen, wo Daisy begeistert in die Strömung und wieder heraus springt, bevor sie auf den Weg zurückkehrt.
»Du hast noch kein einziges Mal deine Gitarre in die Hand genommen, seit du wieder zu Hause bist.«
Sofort schnürt sich meine Kehle zu, und ich schlucke mühsam. »Ich hatte keine Zeit.«
Das ist gelogen, und Hazel weiß es. Schon mein ganzes Leben schwirren mir Songs im Kopf herum. Wenn Zach und ich zusammen abhingen, habe ich ständig auf der Gitarre rumgeklimpert, und sobald ich eine bestimmte Reihenfolge an Akkorden spielte, tauchte ein Song in meinem Kopf auf. Es war, als würde sich eine Tür öffnen. Wie ein überraschtes Ach, da bist du ja.
Doch seitdem er mit mir Schluss gemacht hat: nichts. Totenstille.
Unsere Schuhe knirschen auf dem Weg, und ich stelle mir vor, wie meine Gitarre in Hazels Apartment auf mich wartet. Plötzlich fühle ich mich schuldig, so als würde ich sie vernachlässigen. Ich habe sie gekauft, als ich auf der Highschool war. Sie ist weder außergewöhnlich, noch war sie besonders teuer – ganz im Gegenteil –, aber ich liebe sie trotzdem.
Und jetzt gehe ich ihr aus dem Weg.
Jedes Mal, wenn ich überlege, darauf zu spielen, muss ich daran denken, wie mich Zach zum Flughafen hat bringen lassen. An all die Situationen, in denen ich auf ihr spielte, während Zach und ich gemeinsam an einem Liedtext gearbeitet haben. Daran, wie er über meinen Song gelacht hat.
Hazel verzieht den Mund, zwischen ihren Brauen hat sich eine steile Falte gebildet. »Hat das was mit Herpes zu tun?«
Ich verschlucke mich fast an einem Lachen. Das ist der Name, den sie Zach verpasst hat. »Wir können ihn nicht so nennen.«
Sie verengt die Augen und tippt sich nachdenklich mit einem Finger an die Lippen. »Stimmt, Zach ist ja schon lange Geschichte – Herpes dagegen verschwindet nicht wieder. Okay, dann nennen wir ihn ab sofort Chlamydien.« Ihr Gesichtsausdruck wird wieder ernst. »Also, hat es was mit ihm zu tun?«
Ich beuge mich runter, um Daisy, die neben uns herläuft, kurz hinter den Ohren zu kraulen. »Wahrscheinlich.«
Hazel schweigt, obwohl es vermutlich hundert Dinge gibt, die sie dazu zu sagen hätte. Sie konnte Zach noch nie leiden, schon damals in der Highschool nicht.
»Ich wünschte, du würdest kapieren, dass du die absolut Beste bist«, sagt sie schließlich leise. »Ich wünschte, du würdest begreifen, wie talentiert du bist. Niemand könnte dich aufhalten.«
Wenn sie diesen ruhigen, ernsten Tonfall anschlägt, formt sich jedes Mal sofort ein Kloß in meinem Hals, und ich muss die Tränen zurückdrängen. Ich weiß nicht, warum.
Wir laufen schweigend weiter, nur das Rauschen des Flusses ist zu hören.
»Na dann«, sagt sie nach einer Weile mit einem Schulterzucken, »musst du ihn dir eben aus dem Kopf meditieren.«
»Herpes«, sage ich mit lauter Stimme, als würde ich einen Werbespot für ein Wellness-Wochenende einsprechen, »meditieren Sie ihn einfach weg!«
»Chlamydien«, korrigiert sie mich, und wir prusten beide los. »Aber im Ernst, meditier dir den Typen verdammt noch mal aus der Birne!«
Ihr frecher, unverblümter Ansatz in Sachen Wellness bringt mich zum Schmunzeln.
Sie gluckst. »Und wenn es mit der Meditation nicht funktioniert, versuchst du es mit Sex.«
Augenblicklich beginnt mein Gesicht zu glühen.
»Der beste Weg, über jemanden hinwegzukommen, besteht darin, sich flachlegen zu lassen. Ganz besonders dann«, sie wirft mir einen vielsagenden Blick zu, »wenn du in deinem ganzen Leben bisher nur mit einem einzigen Mann geschlafen hast.«
Ich zucke zusammen und vergrabe die Hände in den Jackentaschen. Es stimmt. Ich habe meine Jungfräulichkeit an Zach verloren und bin seitdem mit niemand anderem im Bett gewesen.
Erneut verspüre ich Scham. Das war wahrscheinlich einer der Gründe, aus denen er sich umorientieren wollte, denn ich kann nicht … Ich schaffe es nicht zu kommen. Ich kann keinen Orgasmus mit einem Mann haben. Hazel weiß, dass ich Zach meine Höhepunkte vorgetäuscht habe. Nach dem ersten Mal hat er so glücklich und erleichtert gewirkt. Bis zu dem Zeitpunkt hat er wahrscheinlich gedacht, es sei seine Schuld, dass ich nie komme. Und dann habe ich einfach weiter so getan als ob – und mir immer eingeredet, es sei das letzte Mal. Weil es eine Lüge ist. Allerdings hat sie niemandem wehgetan, also habe ich weitergemacht. Denn wenn ich keinen Orgasmus hatte, hat ihn das unter Stress gesetzt, was wiederum mich gestresst hat. Deswegen war es einfacher, einen zu faken.
Die Vorstellung, mit jemand anderem zu schlafen, ist entmutigend. Ich hatte noch nie ein richtiges Date, und bei einer Dating-App war ich bisher auch nicht angemeldet. Zach und ich waren seit der achten Klasse, in der wir beide den Band-Kurs belegt hatten, befreundet, und über die Jahre sind wir uns immer nähergekommen. Bis er eines Tages, gegen Ende der Zehnten, meine Hand genommen hat und ich es zuließ. Dann fing er an, mich als seine Freundin zu bezeichnen. Alle um uns herum taten so, als sei das keine Überraschung, also machte ich ebenfalls keine große Sache daraus. Im Laufe der Jahre wurde ich wohl einfach von ihm mitgerissen.
Bei dem Gedanken runzele ich unwillkürlich die Stirn, weil ich nicht richtig weiß, was ich davon halten soll. Ich kann mir nicht vorstellen, mit jemand anderem jemals so vertraut zu sein, wie ich es mit Zach war. Besonders mit meinem kleinen Problem. Dann müsste ich von Neuem jemandem etwas vormachen.
Hazel mustert mich wissend, als stünden mir meine Bedenken ins Gesicht geschrieben. »Was?«
»Ich kann doch nicht …« Ich gestikuliere mit der Hand in der Luft rum. »Du weißt schon.«
Sie schnaubt und ahmt überspitzt meine Handbewegung nach.
Mir entfährt ein verlegenes Lachen.
»… zum Orgasmus kommen?«, beendet sie meinen Satz.
Ein erstickter Laut kommt mir über die Lippen. »Ja. Es liegt an meinem Körper. Und davon soll ich einem neuen Typen erzählen?«
Sie lässt mit einem Seufzen den Kopf in den Nacken fallen. »Es liegt nicht an deinem Körper. Deine Muschi wusste einfach, was für ein riesiger Loser Zach ist.«
»Hör auf, über meine Muschi zu reden.«
»Aber deine Muschi will Action!«, brüllt sie in den Wald. Lachend versuche ich, ihr den Mund zuzuhalten. »Gib deiner Muschi, was sie verlangt!«
Als uns ein Paar entgegenkommt, lächeln wir sie an. Mein Gesicht steht in Flammen. Kaum dass wir an ihnen vorbei sind, brechen wir von Neuem in albernes Kichern aus.
Hazel hebt einen Stock auf und wirft ihn für Daisy, die sofort hinterherhechtet. Den restlichen Spaziergang über erzählt sie mir von ihren versnobten Kollegen im Yogastudio, und bis wir wieder ihr Auto erreichen, schmerzt meine Gesichtsmuskulatur vom vielen Lachen. Daisy ist am ganzen Körper von einer Schlammschicht überzogen, aber sie trägt ihren erschöpft-glücklichen Hundeblick zur Schau.
»Na los«, fordere ich sie auf und deute auf die mit Handtüchern ausgelegte Rückbank, »spring rein.«
Sekundenlang starrt sie mich an, dann schüttelt sie sich.
Ich reiße die Arme hoch, um mich zu schützen, aber da ist es bereits zu spät. Im nächsten Moment bin ich von oben bis unten mit dreckigem Pfützenwasser bespritzt.
Hazel, die auf der anderen Seite des Wagens steht, lacht sich kaputt. Schnell zieht sie ihr Handy raus und macht grinsend ein Foto von mir.
Ich schürze die Lippen. »Der Schlamm ist auch in meinen Haaren, oder?«
Ihr Grinsen wird noch breiter. »Jepp.«
Eine Stunde später liegt Daisy sauber und zusammengerollt auf dem Sofa im Wohnzimmer, während ich unter der Dusche stehe und mir den Dreck aus den Haaren wasche. Jamie wird erst am späten Nachmittag nach Hause kommen, weswegen ich laut einen Coldplay-Song schmettere. Ich singe ihn so, wie ich ihn aufnehmen würde, an manchen Stellen weich, an anderen rau.
Die Akustik im Bad ist toll, und das heiße Wasser, das über meine Haut rinnt, zusammen mit dem Duft der Haarspülung verleihen mir das Gefühl, in meiner eigenen kleinen Welt zu sein, in der ich ganz allein bin und wo mir niemand etwas anhaben kann.
Nach einer Weile verstumme ich und drehe das Wasser ab. Mit einem Handtuch rubbele ich mir die Haare trocken, bevor ich es mir um den Körper wickele und das Bad verlasse, um nach unten zu gehen und nach Daisy zu sehen.
Mitten im Wohnzimmer steht Jamie Streicher und starrt mich an.
Kapitel 7
Jamie
Mein Gehirn hat einen Aussetzer. Das ist die einzige Erklärung dafür, dass ich hier stehe und eine so gut wie nackte Pippa anstarre, die ein winziges Handtuch um ihren Körper geschlungen hat. Ihr nasses Haar fällt in Kaskaden über ihre Schultern, und oberhalb des Handtuchs, das sie an ihre Brust drückt, bleibt mein Blick an ihrem Dekolleté hängen. Sommersprossen zieren nicht nur ihr Gesicht, sondern auch ihr Schlüsselbein.
Als sie eben unter der Dusche gesungen hat, war das der süßeste Klang, den ich je gehört habe. Ich war unfähig, mich von der Stelle zu bewegen.
Etwas rauscht durch mein Blut – Erregung. Anziehung. Funken sprühen prickelnd meine Wirbelsäule entlang, als ich ihre Beine betrachte. Ihre Haut sieht so weich aus. Ob ich will oder nicht, ich fühle mich immer noch wahnsinnig zu dieser Frau hingezogen.
Sie läuft knallrot an. Ihre Zehennägel sind mintfarben lackiert. Warum ist das so verdammt süß? Mein Blick wandert zu ihrer Unterlippe. War die schon immer so unglaublich voll? Als ich spüre, wie mir das Blut in den Schwanz schießt, wende ich mich schnell ab.
»Was machst du da?«, frage ich schärfer als beabsichtigt.
»Daisy hat mich mit Schlamm vollgespritzt, und ich wusste nicht, dass du so früh nach Hause …«
»Schon okay«, unterbreche ich sie. Eigentlich sollte sie nicht hier sein, wenn ich nach Hause komme. Diese Sache kann nur funktionieren, wenn ich ihr nicht begegne.
Wem versuche ich hier etwas vorzumachen? Es. Funktioniert. Nicht. Seit zwei Wochen denke ich ununterbrochen an sie. Frage mich, was sie und Daisy gerade machen. Sie schickt mir Updates per E-Mail, und obwohl ich ihr nie darauf antworte, freue ich mich darauf. Wenn ich im Flugzeug sitze oder zwischen zwei Trainingseinheiten etwas Zeit habe, checke ich ständig meinen Posteingang.
Ich habe mir eingeredet, dass sie mich nicht ablenken wird, solange ich sie nicht zu Gesicht bekomme. Wie falsch ich doch lag.
Ich stoße einen frustrierten Laut aus und marschiere zur Tür.
»Ich bin in einer Minute weg«, ruft sie mir hinterher.
»Um vier bin ich zurück.« Das ist die Uhrzeit, zu der ich eigentlich nach Hause hätte kommen sollen, aber einer meiner Trainer musste einen Termin verschieben.
Ich ziehe meine Schuhe an und werfe keinen Blick zurück.
Im Aufzug schließe ich die Augen und atme in dem kläglichen Versuch, mich zu fokussieren, tief durch. Als mein Handy in der Gesäßtasche vibriert, ziehe ich es heraus. Auf dem Display leuchtet mir ein Foto von meiner Mom und mir entgegen.
Das ist die Erinnerung, die ich gebraucht habe. Ich kriege es kaum hin, mich aufs Eishockeyspielen zu konzentrieren und um meine Mutter zu kümmern. Ich kann es mir nicht erlauben, wegen einer Frau den Kopf zu verlieren. Das ist es nicht wert.
»Hey, Mom«, melde ich mich.
Kapitel 8
Pippa
Nachdem Jamie die Wohnung verlassen hat, starre ich fassungslos die Tür an. Er ist so ein Arsch. Schließlich ist er derjenige, der zu früh nach Hause gekommen ist. Ich habe mich an den Terminplan gehalten, den er mir gegeben hat.
Ich gehe hoch in das Zimmer, in dem ich wohne, wenn er auf Reisen ist, um mich umzuziehen und so schnell wie möglich von hier zu verschwinden. Ich mache mir nicht einmal die Mühe, meine Haare zu föhnen. Kurz darauf laufe ich die Treppe runter, drücke Daisy einen Abschiedskuss auf den Kopf und schließe hinter mir ab.
Da Hazel bis abends einen Online-Yogakurs von zu Hause aus gibt und ich ihr den nötigen Freiraum dafür lassen will, setze ich mich in den Coffeeshop unten, um mein Update zu schreiben. Jamie hat mich nie darum gebeten, aber ich versuche, meinen Job so gut wie möglich zu machen.
Bei einem Blick auf mein Handy stelle ich fest, dass ich eine neue Nachricht von Hazel habe. Sie muss eingegangen sein, als ich unter der Dusche stand.
Was zur Hölle ist das?, schreibt sie zu dem Link, den sie mir geschickt hat.
Ich klicke ihn an. Als das Video startet, wird mir augenblicklich kotzübel.
Hastig stecke ich mir meine In-Ear-Kopfhörer in die Ohren und wähle die passende Bluetooth-Verbindung aus.
