Beim Zweiten Mal - Elocin Smind - E-Book

Beim Zweiten Mal E-Book

Elocin Smind

0,0
2,99 €

-100%
Sammeln Sie Punkte in unserem Gutscheinprogramm und kaufen Sie E-Books und Hörbücher mit bis zu 100% Rabatt.

Mehr erfahren.
Beschreibung

Als die junge Angel Donovan den Millionär Zane Dawson kennen und lieben lernt, scheint im ersten Moment alles perfekt. Doch grausige Geschehnisse in der Vergangenheit der jungen Frau, als sie auch ihre Eltern verlor, stellen die Beziehung auf eine harte Probe. Wird sie es schaffen ihre Erlebnisse zu verarbeiten? Oder bestimmt die Vergangenheit ihre Zukunft? Zudem stellen sich den Beiden noch andere Hürden in den Weg.

Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:

EPUB
MOBI

Seitenzahl: 179

Veröffentlichungsjahr: 2014

Bewertungen
0,0
0
0
0
0
0
Mehr Informationen
Mehr Informationen
Legimi prüft nicht, ob Rezensionen von Nutzern stammen, die den betreffenden Titel tatsächlich gekauft oder gelesen/gehört haben. Wir entfernen aber gefälschte Rezensionen.



Elocin Smind

Beim Zweiten Mal

© 2014 Elocin Smind

Umschlag, Illustration: tredition, fotolia- NDTeam

Verlag: tredition GmbH, Hamburg

ISBN

Paperback

ISBN 9783732306756

Hardcover

ISBN 9783732306763

e-Book

ISBN 9783732306770

Das Werk, einschließlich seiner Teile, ist urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung ist ohne Zustimmung des Verlages und des Autors unzulässig. Dies gilt insbesondere für die elektronische oder sonstige Vervielfältigung, Übersetzung, Verbreitung und öffentliche Zugänglichmachung.

Alle Namen und Örtlichkeiten sind frei erfunden. Ähnlichkeiten zu lebenden Personen sind rein zufällig.

Was würde sie tun, um einem geliebten Menschen, das Leben zu retten?

Sie würde ihr eigenes Leben opfern.

Was, wenn sie dabei in den Lauf einer Waffe sieht?

Sie hofft und betet, dass es nur eine Kugel gibt, die sie selbst trifft und nicht den geliebten Menschen hinter ihr.

1. Gute Nachrichten

Draußen schien die Sonne und die Blumen zeigten sich in ihren schönsten Farben und Formen, die Bäume trugen ihre volle Blätterpracht und in ihnen ertönten die lieblichen Gesänge der Vögel. Doch all das nahm Angel in diesem Moment nicht wahr. Nichts dergleichen von diesem wirklich perfekten Frühlingstag. Und doch war er soeben noch traumhafter geworden, es hätte nicht besser sein können. Noch immer saß sie, mit dem Telefon in der Hand, am offenen Fenster. Gerade hatte sie das Gespräch mit ihrer Schwester beendet. Mia war nicht ihre leibliche Schwester, doch das hatte nie etwas zwischen ihnen geändert. Sie waren Schwestern seit dem Tag an, als Mason und Emely Lockert sich entschlossen hatten Angel zu sich zu nehmen. Einzig und allein ihr Nachname zeugte davon, dass sie nicht in diese Familie geboren worden war, denn sie trug seit ihrem zehnten Lebensjahr den Mädchennamen ihrer Mutter, Donovan, ein Name der sie weiterhin mit ihr verband.

Angel erinnerte sich an die fröhlich und aufgeregt klingende Stimme von Mia, als diese ihr mitteilte, dass Bryan ihr am Abend zuvor einen sehr romantischen Antrag gemacht hatte. Angels Herz machte in diesem Moment einen riesengroßen Sprung, sie freute sich sehr für ihre große Schwester, wobei das nur körperlich korrekt war. Denn eigentlich war Mia zwei Monate jünger als Angel.

„Du hast doch hoffentlich ja zu ihm gesagt?” Angel musste sie necken und konnte sich ein Lachen kaum verkneifen.

„Also ganz ehrlich, ich musste doch erst ein paar Minuten überlegen, solange sind wir doch noch gar nicht zusammen“, brachte Mia etwas zu ernst hervor.

„Das ist jetzt nicht wahr. Mia sag mir, dass das ein Scherz war.”

„Ich brauchte keine Sekunde und natürlich habe ich ja gesagt“, prustete Mia in den Hörer und konnte sich kaum halten vor Lachen. Erleichtert musste auch Angel selbst ein wenig kichern. Noch nie hatte sie ihre Schwester so glücklich gesehen wie mit Bryan und das galt auch umgekehrt. Er trug Mia auf Händen und man sah ihm förmlich an wie sehr er sie vergötterte. Seit exakt sechs Monaten waren die beiden ein beinah unzertrennliches Paar.

Unwillkürlich dachte Angel an die Zeit zurück als sich die beiden kennen gelernt hatten. Und man konnte sagen ganz unschuldig war Angel daran nicht. Sie kannte Bryan bereits aus Kindertagen. Jahrelang verbrachten sie jeden Sommer miteinander, insgesamt waren es immer sechs Wochen. Sie war so gern mit ihren Eltern in Cape Cod Massachusetts gewesen. Auch Bryan war mit seinen Eltern zu der Zeit dort. Schnell wurden sie enge Freunde, trotz der zwei Jahre Altersunterschied. Sie verbrachten beinahe jeden Tag miteinander, gingen schwimmen, waren Kabeljau angeln, Ballspielen am Meer, spazieren, waren mit ihren oder mit seinen Eltern unterwegs, je nachdem wozu sie Lust hatten und was das Wetter zuließ. Meistens waren es die schönsten und sonnigsten Tage des Jahres.

Er kannte sie, wusste wer sie war, wusste was sie durchlebt hatte. Dennoch hatte er sie, bis vor knapp sieben Monaten, ganze vierzehn Jahre nicht mehr gesehen. Er wusste nicht einmal ob sie überhaupt noch am Leben war und genau das war es, was es ihn nie vergessen ließ.

Vor sieben Monaten war Angel von San Francisco zurück nach New York gezogen. So war sie wieder in der Nähe ihrer Familie und zurück bei ihren Wurzeln. Sie liebte ihre Familie sehr und einen Job hatte sie ebenfalls sofort bekommen. Sie bekam eine Festanstellung in einer gemeinnützigen Organisation.

We for you bestand aus einem kleinen gemütlichen Heim, in dem 25 Kinder aufgenommen werden konnten und circa fünfzehn allein erziehende Elternteile mit ihren Kindern. Außerdem unterhielten sie im vorderen Bereich des großen Anwesens einige Büroräume die neben Verwaltung, auch Beratungsstellen aufwiesen. Und genau dort befand sich für die frischgebackene Sozialarbeiterin/- Pädagogin Angel der neue Arbeitsplatz. Also wurde ohne zögern gepackt und innerhalb weniger Tage war sie wieder nah bei ihren Lieben.

Es war gerade ihre zweite Woche im neuen Job. Sie betreute gerade eine 24- jährige Frau und deren fünf Jahre alte Tochter. Der Ehemann war in den letzten Monaten immer wieder gewalttätig geworden und auch eine Antiaggressionstherapie konnte daran nichts ändern, es war nur wenige Wochen besser. Seit einer Woche lebten Mutter und Tochter im betreuten und sicheren Heim. Nachdem sie am Vortag von ihrem Mann nach der Arbeit angegriffen wurde. Angel sollte sie zur Anwaltskanzlei McConnel und Gellar begleiten, für eine einstweilige Verfügung gegen ihren Ehemann.

Bryan Gellar war mit seinen 26 Jahren ein bereits hoch angesehener Anwalt, galt als sehr fürsorglich und stets erfolgreich. Das meiste lehrte ihn sein zwanzig Jahre älterer Kollege, der Bryan nach nur kurzer Zeit zu seinem Partner machte. Beide Anwälte arbeiteten hin und wieder für ein geringes, bis keinem Honorar für die Organisation, je nachdem wie aufwendig sich die Fälle gestalteten.

Bryan hatte sich verändert, natürlich, er war zu einem jungen Mann herangewachsen und doch hatte Angel ihn sofort erkannt. Zu Anfang dachte sie der Name war Zufall, aber er war es tatsächlich, ihr alter Sandkastenfreund. Noch immer mit blonden Haaren, genau wie auch ihre und noch immer diese wunderbaren bernsteinfarbenen Augen. Er war groß und sportlich und ziemlich gut aussehend. Genauso wenig hatte sich seine Ausstrahlung verändert. Er hatte dieses ehrliche und freundliche Lächeln und strahlte eine Warmherzigkeit aus, bei der man sich sicher und geborgen fühlen konnte. Während des gesamten Gesprächs musterte er immer wieder unauffällig Angels Gesicht, als würde er überlegen, ob sie es tatsächlich sein konnte.

Bis zum Feierabend ließ es ihm keine Ruhe. Er musste es wissen, musste wissen ob Miss Donovan die Angel aus seiner Kinderzeit war. Sie ließ sich nicht das Geringste anmerken, deutete mit keiner Wimper an, ob sie sich kennen würden. Er beschloss sie anzurufen.

„We for you sie sprechen mit Angel Donovan. Wie kann ich ihnen helfen? “

„Ja. Hallo. Hier ist Bryan Gellar.“ Es entstand eine kurze Pause, Bryan wusste nicht recht was er sagen sollte.

„Hallo Bryan. Ich dachte mir schon fast, dass du dich noch melden würdest. Na ja, so wie du mich angesehen hast.“ Angel sprach sehr leise, sie klang beinah traurig.

„Gott… Angel, du weißt gar nicht wie oft ich in den letzten Jahren an dich gedacht habe. Niemand sagte uns damals wo du geblieben bist.“

„Es tut mir leid Bryan. Man hatte mich aus der Öffentlichkeit gezogen. Zum einen damit ich zur Ruhe kommen konnte und zum anderen um mich zu schützen.“ Angel liefen Tränen über die Wange, sie fühlte sich schuldig, weil sie ihm scheinbar Kummer bereitet hatte. Zeitgleich war sie froh, über diesen einen Menschen für den sie sich nicht verstellen musste.

„Man sagte uns damals nichts weiter über dich. Sie sagten du wurdest operiert, hattest schwere Verletzungen und dein Zustand war instabil. Damals verstand ich das nicht. Und dann haben sie dich trotz allem plötzlich verlegt.”

„Bryan ich versuche dir einiges zu erklären, aber nicht alles. Ich versuche seit fast vierzehn Jahren das hinter mir zu lassen.” Bryan schien zu verstehen was sie ihm damit sagen wollte. Er fragte ob sie sich auf einen Kaffee treffen könnten am nächsten Tag und genau das taten sie dann, sowie jede folgende Woche. Schnell stellte sich dieselbe Vertrautheit, wie schon früher, ein. Angel erzählte ihm wozu sie bereit war, doch sie wollte nur eines, ihre Vergangenheit endlich hinter sich lassen und keine Angst mehr haben.

Doch das wird wohl nie klappen.

An einem Samstag sollten Mia und Angel ihre Eltern zu einem Wohltätigkeitsdinner begleiten. Normalerweise drückte sich Angel gern vor solchen gesellschaftlichen Ereignissen, doch bei diesem ging der Erlös auch an We for you. So sah sie es als ihre Pflicht dort zu erscheinen. Kurze Zeit nachdem sie angekommen waren, hatte Bryan seine ehemals beste Freundin auch schon entdeckt. Mit einem Lächeln ging er auf Angel und Mia zu. Deren Eltern hatten sich schon einige Meter von ihnen entfernt und unterhielten sich angeregt mit einem älteren Ehepaar. Er begrüßte Angel mit einer flüchtigen Umarmung. Anschließend stellte Angel ihm stolz ihre Schwester vor. Sie hätte schwören können in seinen Augen ein Funkeln gesehen zu haben und sie hatte sich nicht geirrt. Mia gefiel ihm vom ersten Augenblick. Das war aber auch nicht weiter verwunderlich, viele Männer drehten sich nach ihr um, wenn Mia einen Raum betrat. Angel fand ihre Schwester schon immer wunderschön, was sie von sich selbst niemals behaupten würde. Nicht weil ihr das Selbstbewusstsein fehlte, sie war einfach nur objektiv, zumindest glaubte sie das wirklich, sie zählte sich zum Durchschnitt, als nichts Besonderes. Mia war groß, schlank, hatte wundervolles dunkelbraunes Haar und große haselnussbraune Augen. Man konnte sie wahrhaftig für ein Supermodel halten. Außerdem war sie noch klug dazu. Wenn man es so sagen will, kann man behaupten, dass Angel stolz darauf war ihre Schwester zu sein. Und das war der Tag an dem für Mia und Bryan alles begann.

Ein Windhauch wehte durch Angels blonde Locken, woraufhin ein paar einzelne Haare an ihren feuchten Wangen kleben blieben. Erst jetzt bemerkte sie, dass ihr Freudentränen über das Gesicht gekullert waren. Die Verlobung war der eine Grund, doch was sie zu Tränen rührte, war die Frage die Mia an sie gerichtet hatte. Und zwar ob Angel bereit wäre, ihre Trauzeugin zu sein. Einmal mehr, wurde ihr bewusst, wie viel sie einander bedeuteten. Sie stand auf, legte das Telefon beiseite und steuerte ihr Bad an.

Etwas kaltes Wasser kann nicht schaden.

Sie schaute in den Spiegel und betrachtete sich einen Moment lang. Sie war das komplette Gegenteil von Mia. Beide Frauen waren 24 Jahre alt. Angel hatte langes, blondes, lockiges Haar das scheinbar immer mal wieder sein Eigenleben entwickelte und schwer zu bändigen war. Ihre Augen waren grün und erinnerten an Smaragde, nur etwas heller. Sie war mit ihren 1,66m recht klein, fast zierlich gebaut, trotz ihrer herrlich weiblichen Rundungen. Eben nichts Besonderes, ganz gewöhnlich, ihrer Definition nach. Doch an Angel war ganz und gar nichts gewöhnlich. Das wurde jedem sofort klar der sie ansah. Ihre Eltern hatten mit der Wahl ihres Namens den Nagel buchstäblich auf den Kopf getroffen. Ihre herzliche und freundliche Art, das zarte Gesicht und diese großen, treuen Augen. Nein, an ihr war nicht das Geringste unscheinbar.

2. Im Cafe´

Angel und Mia hatten sich für den folgenden Tag in einem kleinen Cafe´ verabredet. Sie trafen sich oft dort, beinah wöchentlich einmal. Es war ein kleines und gemütliches Cafe´ in dem man die Zeit vergessen konnte, einfach dem Trubel der Stadt entfliehen. Das Dekor, die Stühle und Tische und auch die Fenster und die Tür erinnerten an Paris. Gemütliche Rotund Brauntöne, kleine floristische Muster an Fenstern und Türen, natürliche Eleganz, ohne das es einen erdrückte.

Es erinnerte Angel an die Zeit, die sie das letzte Mal in Paris verbrachte. Sie war damals gerade acht Jahre alt gewesen und erinnerte sich dennoch an jedes Detail ihrer Reise. Zu der Zeit war ihre Welt noch in Ordnung gewesen und sie mit ihren Eltern zusammen. Ihr Vater war Gründer und Vorstandsvorsitzender eines renommierten Bauunternehmens, welches sich bereits durch mehrere Zweigstellen weltweit auszeichnete. Die Zeit gemeinsam war kostbar und selten. Nicholas Monnahan hatte es geschafft. Er arbeitete hart und verdiente Millionen. Seiner Frau und seiner Tochter las er jeden Wunsch von den Augen ab und jede freie Minute verbrachte er mit ihnen.

Das Vermächtnis an seine Tochter war somit eine Millionenschwere Firma. Bis Angel volljährig war, wurde die Firma allein durch einen Partner geführt und auch ihr Vermögen verwaltet. Als sie dann alt genug war, beschloss sie alles so zu lassen wie es war. Sie wollte das Herzstück ihres Vaters nicht aufgeben, doch sich ihrer Vergangenheit stellen konnte und wollte sie auch nicht. Also blieb sie im Hintergrund, als eine stille Teilhaberin. Einmal im Quartal erhielt sie Berichte über den Verlauf und die Bilanzen, wurde zu großen Entscheidungen dazu geholt, doch das Sagen überließ sie dem ehemals besten Freund und Partner ihres Vaters. Das Geld aus der Firma, nutzte Angel nicht für sich. Fast alles spendete sie an wohltätige Organisationen. Sei es für Tiere, Kinder, Krebshilfen, Veteranen, sie versuchte ihr Bestes zu geben.

Angel selbst bedeutete Geld nicht viel, sie war mit dem zufrieden was man zum Leben brauchte. Mehr als das, verursachte Probleme, zumindest wurde ihr das in der Vergangenheit unfreiwillig beigebracht. Ihre Adoptiveltern Mason und Emely Lockert waren ebenfalls gut situiert, doch das war ihr egal. Auch wenn Angel nie über ihre leiblichen Eltern sprach, sie vermisste sie und dachte täglich an die beiden.

„Okay, nun erzähl schon und lass ja nichts aus,” spornte sie ihre Schwester an, wobei das scheinbar unnötig war.

Mia platzte bereits vor Aufregung ihr alles bis ins kleinste Detail zu verraten. Am Ende ihrer Ausführungen gab es nur noch eines zu erwähnen. Mia war sich allerdings nicht so sicher ob es Angel gefallen würde.

„Was ich dir noch sagen wollte…”, Mia zögerte etwas.

„Nun spuck schon aus”, erwiderte Angel lachend.

„Für Donnerstagabend ist ein Dinner geplant. Mom, Dad, du und ich, sowie Bryan mit seinen Eltern und auch sein Trauzeuge wird da sein. Die beiden kennen sich seit dem College, obwohl er drei Jahre älter ist wie Bryan. Ein netter und wahnsinnig gut aussehender Typ.”

Angel zog scharf die Luft ein. “Das wird jetzt aber kein Verkupplungsversuch von dir oder?”

„Nein, ich weiß ja wie du dazu stehst”, erwiderte Mia mit Unschuldsmiene. “Aber sein Freund ist Zane Dawson.”

Angel schluckte hart. Schon allein seine Anwesenheit machte die Hochzeit für die Öffentlichkeit noch interessanter. Mia hatte recht, die Sache gefiel ihr nicht, dazu kam noch das sie als Trauzeugen auch einiges miteinander zu tun hätten. Bryan und Mia wollten nicht lange warten und zählten auf ihre Unterstützung und Mithilfe.

„Ich werde pünktlich dort sein, keine Sorge. Zane Dawson hin oder her.” Obwohl ihr ein wenig flau im Magen war.

Außerdem sehe ich die Gellars wieder. Sie werden sich wahrscheinlich noch genau an die Zeit vor vierzehn Jahren erinnern.

Angel nahm sich vor mit Bryan darüber zu reden. Er musste ihnen ihren neuen Namen erklären und ihnen sagen das sie nicht über die Vergangenheit sprachen. Bryan sollte ihnen sagen das sie von ihrem Patenonkel adoptiert wurde und mehr wäre nicht nötig.

Mia stopfte sich noch rasch ihren Keks, den sie stets bis zum Schluss aufhob, in den Mund und verabschiedete sich mit einer festen Umarmung von Angel.

Am Mittwoch hatte Angel einen eher ungewöhnlichen Besucher. Es war ein fünfzehnjähriger Junge, der aber schon wesentlich älter wirkte. Nicht nur durch seine recht große Statur, sondern auch wegen seines ernsten Gesichtsausdrucks. Ein Ausdruck den man für gewöhnlich nicht in der Form bei einem Kind erwartet, Teenager hin oder her, ein Kind war er dennoch. Er wurde von der Schule zu ihnen geschickt, doch bisher war kein ran kommen an ihn, jeder der es versuchte, versagte. In den letzten Monaten hatte er sich von einem netten Einser-Schüler zu einem zurückgezogenen Vierer-Schüler entwickelt. Grenzte sich selbst überall aus und traf auch seine Freunde nicht mehr. Anfangs hatte man angenommen es hätte alles mit dem Tod seiner Mutter vor zwei Jahren zu tun, bis die ersten blauen Flecke an seinen Unterarmen den Lehrern auffielen. Aus Angst er könne sich den Drogen zugewendet haben, inklusive aller Probleme die das mit sich brachte, wollte man, das er sich einmal mit ihnen unterhielt. Doch Alec Bouwer dachte nicht daran auch nur ein Wort zu sagen. Man hatte ihn mit der Vermutung konfrontiert, er hätte Drogen konsumiert. Er hatte sie in dem Glauben gelassen, das war besser in seinen Augen, als die Wahrheit.

Nun saß er in einem kleinen farbenfrohen Büro mit einer Sozialarbeiterin, die Antworten von ihm erwartete, die er schon in der Schule verweigerte. Er wollte dort nicht sein, doch ihm blieb nichts anderes übrig. Der nächste Schritt war, dass sein Vater informiert werden würde. Angel Donovan hatte das jedoch abgelehnt. Sie wollte sich zuerst mit ihm unterhalten, wahrscheinlich ahnte sie etwas. Alec war erleichtert und genervt zugleich. Er wollte es nicht zugeben, doch von Miss Donovan war er überrascht. Sie fragte einmal und bohrte nicht nach, im Gegenteil. Auf die Frage wie es denn zu Hause war, wurden seine Augen dunkler und er verschloss sich vollends. Auch auf die Frage wie es in der Schule lief, antwortete er eher einsilbig. Also schwang sie auf unverfängliche Themen um. Sport. Hobbys. Und dann war die eine Stunde auch rasch um. Vorerst hielten sie seinen Vater raus aus der Sache. Doch er musste wieder kommen. Und er musste reden. Angel gab ihm ihre Karte und notierte auch ihre Handynummer. Irgendetwas war an diesem Jungen was sie beunruhigte, was es war konnte sie nicht sagen. Aber feststand er brauchte Hilfe, auch wenn er sie zu diesem Zeitpunkt noch ablehnte. Angel bezweifelte zudem stark, dass Alec je irgendwelche Drogen nahm. Diesen Jungen schien etwas ganz anderes zu bedrücken.

3. Das Dinner

Ich glaub so kann ich gehen.

Angel stand vor dem großen Spiegel in ihrem Schlafzimmer und betrachtete sich von allen Seiten. Sie trug ein schlichtes schwarzes Kleid aus Chiffon, das ihr nicht ganz bis zu den Knien reichte. Es hatte schmale Träger und betonte ihren Busen, von der Taille verlief es in A Linien Form abwärts. Ihre Haare hatte sie wie meistens offen und der einzige Schmuck den sie trug, war eine zierliche silberne Kette mit einem kleinen Engelsanhänger. Die Kette trug sie eigentlich immer. Zu ihrem siebenten Geburtstag hatte ihre Mom ihr sie geschenkt.

Auf dem Weg ins Restaurant hatte Angel ein ungutes Gefühl im Bauch. An jeder Ampel, an jeder Kreuzung an der sie halten musste, warf sie ein Auge auf ihr Telefon. Am Nachmittag hatte sie einen beunruhigenden Anruf erhalten. Es ging um Alec Bouwer. Als Alec nicht zum vereinbarten Termin zu ihr kam, beschloss sie zu ihm zu fahren. Doch sie traf weder ihn noch seinen Vater an. Gerade als sie gehen wollte kam ein junges Mädchen vorbei, etwa im selben alter wie Alec. Sie erzählte ihr, dass der Vater noch vor sieben Uhr am Morgen das Haus verlassen hatte. Direkt nach lautem Geschrei und Geschimpfe, das kam wohl vermehrt vor. Seit Jahren wohnten sie nebeneinander und waren auch mal gut befreundet, bis seine Mutter an Krebs verstarb.

„Er war nicht in der Schule“, erzählte sie besorgt weiter. „Er sitzt in Physik direkt vor mir und auch in den Pausen habe ich ihn nicht gesehen.”

All das, genügte Angel, um sich Sorgen zu machen. Laut seinen Unterlagen hatte Alec noch nie unentschuldigt gefehlt. Mrs. Attler, die Leiterin und zeitgleich ihre Chefin, meinte für den Tag könne man nichts mehr tun. Sie versprach ihr, später noch einmal bei dem Vater anzurufen und wollte sich melden, wenn sie etwas erfahren hatte.

Während Angel das Restaurant betrat, sah sie auf ihre Uhr.

Zwei Minuten vor sechs. Genau pünktlich.

Lange suchen brauchte sie nicht und auch der nette Ober hätte sich die Mühe sparen können, sie zu begleiten. Emely, ihre Mutter, fiel ihr sofort auf. Trotz ihrer fünfzig Jahre hatte sie noch dasselbe dunkelbraune, glatte Haar wie das ihrer Tochter, nur kurz geschnitten. Man könnte sie glatt acht bis zehn Jahre jünger schätzen. Sie trug ein knallrotes, elegant geschnittenes Kostüm, welches ihre schlanke Figur betonte. Als Emely Angel entdeckte, strahlte sie über das ganze Gesicht. Angel ging auf den bereits vollbesetzten Tisch zu. Außer ihrem, war nur noch ein Stuhl frei, direkt neben Bryan.

Na wenigstens bin ich nicht die Letzte, wo ich doch schon mal pünktlich bin.

Von jedem der Anwesenden wurde sie herzlich begrüßt, von Mason und Emely gab es einen leichten Kuss auf die Wange.

„Miss Donovan. Es ist sehr schön sie wieder zu sehen“, begrüßte sie Mrs. Gellar. Also war ihr sehr wohl bewusst wer sie war und Bryan hat seine Hausaufgaben gemacht.

„Setz dich doch Angel, mein Trauzeuge müsste auch jeden Moment eintreffen“, ertönte die sanfte Stimme von Bryan und schob ihr den Stuhl direkt neben Mia zurecht. Angel hatte gerade platz genommen, als sie ihn sah. Er kam genau auf sie zu. Seine Bewegungen waren elegant und er strotzte nur so vor männlicher Stärke. Sein schwarzes Haar wirkte als hätte jemand seine Hände darin vergraben gehabt und war doch irgendwie ordentlich. Für einen Moment dachte sie, seine himmelblauen Augen ruhten nur auf ihr, was ihr einen leichten Schauer über den Rücken jagte. Mia lag genau richtig, er sah verdammt gut aus.

Auch ohne von Mia seinen Namen zu kennen, wusste Angel um wen es sich handelte, denn er war bei weitem kein Unbekannter. Zane Dawson gehörte mit seinen 29 Jahren zu den reichsten Männern Amerikas. Er hatte durch ein unglaubliches Gespür, Lücken im Markt entdeckt und gefüllt. Nachdem er die Stahlbaufirma seines Vaters übernommen hatte, brachte er diese bis an die Spitze. Inzwischen gab es Zweigstellen weltweit, zudem besaß er eine beachtliche Anzahl an Immobilien. Würde sein Vater noch leben, er wäre stolz auf seinen Sohn. Oft zierte Zanes markantes, mit drei tage Bart geschmücktes Gesicht, entsprechende Titelblätter etlicher Magazine, von Klatschpresse bis Wirtschaftsmagazinen.