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Der Fänger im Roggen im Balkan Im Mittelpunkt dieses legendären ungarischen Romans steht eine Gruppe junger Freunde, die sich, statt um ihr Studium, mehr um die wahren Dinge des Lebens kümmern: um Frauen und Alkohol und vor allem um Geld. Sie lehnen die erstarrte Welt, in der sie leben, ab und begegnen der gesellschaftskonformen Betriebsamkeit mit Verweigerung. Sie haben die Unmöglichkeit jeder Revolte begriffen und sehen der Zukunft mit Unbehagen entgegen. Auch der Vorstellung von Liebe trauen sie nicht, für sie zählen nur Sex und die damit verbundenen Möglichkeiten Geld zu machen - ihre einzige Konzession an die Verhältnisse. Bekenntnisse eines Zuhälters - erzählt in einem beinahe unbeschwerten, leicht melancholischen Tonfall - stellt unser inzwischen erstarrtes Bild der wilden und politischen Sechziger auf den Kopf. Das schicksalhafte Jahr 1968 - wie sah es hinter dem eisernen Vorhang aus? In seinem wilden, komischen und turbulenten Roman zeigt uns László Végel die Welt von der anderen Seite.
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Seitenzahl: 322
Veröffentlichungsjahr: 2013
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Titelseite
Impressum
1. VIEL EIFER UM NICHTS
MITTWOCH
FREITAG
SAMSTAG
MONTAG
MITTWOCH
DONNERSTAG
SONNTAG
DIENSTAG
MITTWOCH
DONNERSTAG
FREITAG
SAMSTAG
SONNTAG
SAMSTAG
MONTAG
2. WOZU DAS GANZE? ES PASSIERT DOCH NICHTS.
FREITAG
SAMSTAG
DONNERSTAG
MITTWOCH
FREITAG
FREITAG
SAMSTAG
SONNTAG
MONTAG
DIENSTAG
MITTWOCH
László Végel bei Matthes & Seitz Berlin
Esther Kinsky bei Matthes & Seitz Berlin
LÁSZLÓ VÉGEL
[EGY MAKRÓ EMLÉKIRATAI]
ROMAN
Aus dem Ungarischen von Lacy Kornitzer
Die Herausgabe dieses Werks wurde gefördert durch TRADUKI, ein literarisches Netzwerk, dem das Bundesministerium für europäische und internationale Angelegenheiten der Republik Österreich, das Auswärtige Amt der Bundesrepublik Deutschland, die Schweizer Kulturstiftung Pro Helvetia, KulturKontakt Austria, das Goethe-Institut, die Slowenische Buchagentur JAK und die S. Fischer Stiftung angehören.
Erste Auflage Berlin 2011
Copyright © 2011
MSB Matthes & Seitz Berlin Verlagsgesellschaft mbH
Göhrener Str. 7, 10437 Berlin, [email protected]
Alle Rechte vorbehalten.
Titel der Originalausgabe: László Végel, Egy makró emlékiratai
Copyright © 1968 Forum, Újvidék
Umschlaggestaltung: Falk Nordmann, Berlin
eISBN: 978-3-88221-911-1
www.matthes-seitz-berlin.de
Endlich nahm ich mir die Zeit, mich nach einem karierten Hemd umzusehen. Ich liebe es, nachmittags durch die Gegend zu streifen. Vor der katholischen Kirche lief ich Hajdú & Co. in die Arme. Hajdú grinste hämisch und ließ mich wissen, dass der alte Sík eine Aktennotiz gemacht habe, er sei sauer gewesen, dass ich eine wichtige Vorlesung geschwänzt hatte. Er solle mir mit der läppischen Universität nicht auf die Nerven gehen, antwortete ich. Ihm sei es egal, sagte er, er habe mich bloß vorgewarnt. Sík werde uns die Hölle heißmachen und uns beim Examen auflaufen lassen, immerhin sei es nicht irgendeine x-beliebige Universität. Solche Sachen. Das mit dem Examen befürchtete ich allerdings auch. Dann luden mich Hajdú & Co. – Hajdú und seine Frau – auf einen Drink zu sich ein. Nach ein paar Kognaks fing Hajdús Frau an, mit ihren frisch erworbenen Schallplatten zu prahlen. Ganz große Kunst, sagte sie. Irgendwie hatten wir dann aber vergessen, sie aufzulegen und uns die große Kunst anzuhören. Bei den Platten fiel mir Sylvie Vartan ein, ihre unglaubliche Beliebtheit. Wie im Chor antworteten sie, dass sie Schlager ablehnten und sich nur ernste Musik anhören würden. Dann kramte Hajdús Frau Gedichte aus einem schwarzen Pappkarton hervor und begann, sie laut aufzusagen. Hajdú & Co. machen beide Lyrik, sie laden ständig Leute ein und tragen ihnen ihre Elaborate vor. Das klinge alles ganz erträglich, sagte ich, als sie fertig war, und erzählte, was für schöne Hemden ich in der Stadt gesehen hätte. Hajdú meinte, es sei völlig absurd, wegen ein paar läppischer Hemden der Vorlesung fernzubleiben. Egal, sagte ich, ich würde versuchen, morgen wieder da zu sein. Da fiel mir ein, dass ich mit Tornadosz im Klub eine Verabredung hatte, er hatte versprochen, Geld zu organisieren, damit wir was trinken könnten.
Ich sagte, es sei wirklich sehr angenehm bei ihnen, aber jetzt müsse ich gehen, ja. Vom Kognak beflügelt, baten sie mich zu bleiben. Ich dachte, wenn ich bliebe, würden sie mich bis zum jüngsten Tag mit ihren Gedichten traktieren. Ich sagte, ich käme lieber ein anderes Mal wieder.
Vor dem Klub wurde mir übel. Das passiert mir oft, wenn ich reingehen will. Trotzdem drückte ich die Klinke hinunter, denn ich wusste nicht, wo ich sonst hätte hingehen können. Ich fragte Tornadosz, ob alles in Ordnung sei.
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
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