Benny und die Waschbärbande - Abenteuer im Summenden Wald - Eleni Livanios - E-Book

Benny und die Waschbärbande - Abenteuer im Summenden Wald E-Book

Eleni Livanios

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Beschreibung

Ein magisches Geburtstagsfest

Große Aufregung im Summenden Wald! Ein Fremder ist angekommen und hat offensichtlich vor, sich niederzulassen! Benny heißt der Neue – ein ganz zwielichtiger Typ, finden Eule Lola, Kater Indigo und Schaf Mäggie. Bennys Freundin Radieschen, die Mini-Gans, hat es anscheinend auch faustdick hinter den Ohren. Mäggie lädt die beiden Neuen trotzdem zu ihrer Geburtstagsfeier ein. Und so eine abenteuerliche Party haben die Freunde vom Summenden Wald noch nie erlebt. Denn Benny und Radieschen haben ein Geschenk dabei, das sie alle verzaubert!

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Seitenzahl: 67

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Für meine Eltern,

die mir eine wunderbare Kindheit

und Jugend geschenkt haben und

nach wie vor immer für mich da sind.

Inhaltsverzeichnis

Das Moos-Floß

Ankunft im Summenden Wald

Oben in der Hohen Linde

Auf der Lauer

Radieschens ­Märchenstunde

Im Mäusecafé

Die sollen bleiben, wo der Pfeffer wächst!

Ein Schaf im Blubberbach

Am Findestrand

Lauter Kostbarkeiten

Das schönste Geschenk

Alle Mann an Bord!

Auf dem Fluss

Kapitän Benny

Quirin, der Detektiv

Eine aufregende Entdeckung

Das Moos-Floß

Es ist ein wunderschöner Aprilabend, die Sonne geht schon unter, da kommt das Floß den Fluss hinauf.

Den Fluss hinauf? Gegen den Strom? Wie soll denn das gehen?

Doch, das geht! Ludwig, der Fischotter, kümmert sich darum. Er schwimmt hinter dem Floß her und schiebt es an. Damit hält er sich fit.

Einmal in der Woche fährt Ludwig das Floß den Fluss hinauf und einmal in der Woche fährt er den Fluss hinunter. Da braucht Ludwig aber nicht anzuschieben. Da kann er oben sitzen, zusammen mit Frederik, dem Igel. Der ist Steuermann. So können alle Tiere aus dem Summenden Wald den Fluss hinauf- und hinunterreisen. Das Floß ist schon sehr alt und hat überall Moos angesetzt. Deshalb heißt es Moos-Floß.

Jetzt fährt das Moos-Floß gerade den Fluss aufwärts. Frederik, der Igel, steht am Steuerruder. Ach, Frederik ist ein so schlechter Steuermann! Schon fünf Mal ist er ans Ufer gedonnert. Und jetzt schon wieder. »Tut mir leid, tut mir leid!«, ruft Frederik aufgeregt. »Ich war gerade etwas abgelenkt.«

Frederik ist leider ziemlich oft etwas abgelenkt. Anstatt geradeaus zu schauen, betrachtet er die Gegend.

Zum Glück hat er heute sehr geduldige Passagiere an Bord. Einen kleinen Bären und eine winzig kleine Gans. Es sind die einzigen Passagiere an diesem Abend im ­April. Der kleine Bär sieht nicht aus wie ein gewöhnlicher Bär. Er hat dunkles Fell rund um die Augen und einen buschigen Schwanz mit Streifen. Einen solchen Bären nennt man Waschbär. Das weiß Frederik. Er ist in seinem Leben nämlich schon weit herumgekommen!

Die beiden Passagiere scheint es nicht zu stören, dass das Floß ständig gegen das Ufer rumpelt. Im Gegenteil, sie finden es lustig! Jedes Mal, wenn sie durchgeschüttelt werden, kichern sie vergnügt.

»Ihr müsst wissen, ich bin nicht nur Steuermann, sondern auch Fremdenführer«, sagt Frederik zu seinen Passagieren. »Wenn ihr wollt, kann ich euch etwas zu der Gegend erzählen.«

»Ja, bitte«, sagen der Waschbär und die kleine Gans höflich.

»Ich bin übrigens Benny«, sagt der Waschbär. »Und das hier ist Radieschen.«

»Ich bin eine Mini-Gans«, bemerkt Radieschen stolz.

»Sehr erfreut!«, sagt Frederik und erklärt: »Links von uns seht ihr die große Apfelbaumwiese.« Er zeigt auf unzählige Bäume am Flussufer. Sie stehen in voller Blüte. Richtig feierlich sieht das aus.

»Wunderschön!«, seufzt Radieschen.

Benny nickt. »Die rosa Apfelblüten sehen aus wie Erdbeeren mit Schlagsahne.« Und dann sagt er: »Hoppla!« Das Floß ist nämlich gegen einen Stein gerumpelt.

Radieschen kichert. »Was summt denn hier so laut?«, ruft sie.

»Das sind unsere Bienen und Hummeln!«, erklärt Frederik. »Im Frühjahr und im Sommer summt und brummt es die ganze Zeit. Außer nachts natürlich.«

»Oh, jetzt weiß ich, woher der Summende Wald seinen Namen hat!«, schnattert Radieschen.

Frederik zeigt nach rechts: »Als Nächstes kommt der Tannenwald.«

Von den hohen, dunklen Tannen strömt ein harziger Duft zu ihnen herüber. Ein paar Eichhörnchen hüpfen von Ast zu Ast und spielen Fangen. Es scheint, als hätten sie viel Spaß miteinander.

»Und dort drüben seht ihr den Findestrand«, sagt der Igel und zeigt nach links.

»Den was?«, fragt Benny.

»Na, den Strand, wo man Sachen findet«, mischt sich Ludwig vom Heck des Floßes ein. »Hier spült der Fluss immer wieder Sachen an. Manchmal sind ziemlich nützliche dabei.«

Das klingt ja spannend. Benny geht an den Rand des Floßes, um besser sehen zu können. Aber der Strand ist zu weit weg. Von hier aus kann Benny nicht erkennen, ob da irgendetwas Interessantes liegt. Außerdem ist die Sonne schon fast untergegangen und es wird langsam dunkel.

Der Summende Wald scheint ein sehr schöner Ort zu sein. Benny spürt das gluckernde Gefühl von Vorfreude in seinem Bauch. Er kann es gar nicht erwarten, dass er und Radieschen endlich in ihrem neuen Zuhause ankommen.

Ankunft im Summenden Wald

Das Floß hält ruckartig an. Frederik hat einen dicken Ast am Flussufer geschnappt und hält sich daran fest. Hier mündet ein kleiner Bach in den Fluss.

»Das Haus von Olaf Honigbär liegt an diesem Bach«, erklärt Frederik.

»Dann ist das wohl der Blubberbach?«, fragt Benny. »Warte, ich habe hier die Adresse auf einem Zettel stehen.« Schon beginnt er in seinem Seesack zu wühlen.

»Lass nur«, sagt der Igel. »Ich weiß doch, wo Olaf wohnte. Hier im Summenden Wald kennen sich alle.«

»Olaf hat ganz oben in der großen Linde gewohnt«, meldet sich Ludwig. Er ist ein wenig außer Atem, denn er lenkt das Gefährt mit kräftigen Schwimmstößen um die Kurve und in den Blubberbach hinein.

Erst kommen sie an einer Wiese voller Gänseblümchen und Löwenzahn vorbei, dann an einem riesig großen Strauch mit violetten Blüten. Wie Eistüten sehen sie aus. Unzählige Schmetterlinge gaukeln um sie herum.

»Das ist der Schmetterlingsstrauch«, erklärt Frederik. »Ein sehr beliebter Treffpunkt.«

Benny schaut neugierig zum Ufer. Ob er hier im Summenden Wald wohl bald Freunde finden wird? Freunde, mit denen er sich am Schmetterlingsstrauch verabreden wird?

Jetzt nähern sie sich einer großen Linde. Der Baum ragt weit hinauf in den Abendhimmel.

»Das muss die Linde von Olaf Honigbär sein!«, ruft Radieschen.

Benny nickt. »Bestimmt sehen wir gleich das Baumhaus.«

Olaf Honigbär ist ein alter Freund von Benny. Als der Frühling ins Land zog, hat Olaf beschlossen, auf Welt­reise zu gehen, und hat Benny angeboten, in der Zwischenzeit sein Baumhaus zu hüten. In einem Baumhaus zu leben, hat Benny sich immer schon gewünscht. Und deshalb zieht er jetzt mit seiner Freundin Radieschen hier ein.

Das Floß rumpelt gegen den kleinen Steg, der in den Bach ragt. Der Steg liegt genau unter der Hohen Linde.

»Wir sind da«, teilt Frederik mit.

»Zum Glück«, prustet Ludwig am Heck. Die Fahrt war wieder einmal sehr anstrengend. Aber nun kann er sich ja ausruhen. Frederik und er haben für heute Feierabend.

Benny kramt in seiner Jackentasche und holt für Frederik und für Ludwig je eine Muschel hervor. »Ich nehme an, hier im Summenden Wald bezahlt man auch mit Muscheln? In der Stadt ist das so üblich.«

Frederik und Ludwig sehen verdutzt drein. »Bezahlen?«, fragt der Igel. »Hier bei uns wird nicht bezahlt. Wir tauschen unsere Sachen. Und jeder hilft dem anderen, wie er kann. Der eine kann dies und der andere das. So funktioniert das bestens.«

»Oh! Das ist ja praktisch!« freut sich Benny.

Hinter einem Fliederstrauch raschelt etwas. Dort hocken Lola, die Eule, Indigo, der Kater, Mäggie, das Schaf, und Quirin, der Frosch. Die vier beobachten die beiden Fremden, die mit dem Floß angekommen sind. Die eine kleine Gestalt ist eine Gans. Eine sehr, sehr kleine Gans. Aber was für ein Tier ist ihr Begleiter? Er sieht ein bisschen aus wie ein Bär und ein bisschen wie eine Katze. Ein solches Tier haben sie noch nie gesehen!

Die vier Freunde schleichen davon. Morgen werden sie die neuen Nachbarn bestimmt kennen­lernen.

Inzwischen schleppt Benny seinen Seesack, den Koffer und die Badetasche die Wendeltreppe zum Baumhaus hinauf. Stufe für Stufe müht er sich ab.

Radieschen hat nicht so viel Gepäck dabei. Nur einen kleinen Rucksack. »Es reist sich leichter mit leichtem Gepäck«, sagt sie.

Benny weiß nicht, wie oft er diesen Spruch schon von der kleinen Gans gehört hat. Sie hat ja Recht, aber er selbst besitzt nun mal viele Sachen. Und weil er seine Sachen liebt, müssen sie natürlich mit übersiedeln.

»Wie schade, dass wir so spät angekommen sind«, jammert Radieschen. »Ich wäre so gerne noch im Blubberbach schwimmen gegangen.«

»Morgen ist auch noch ein Tag«, meint Benny.

Oben in der Hohen Linde