Besser man sagt nix! - Stephan C. Braun - E-Book

Besser man sagt nix! E-Book

Stephan C. Braun

0,0
7,99 €

oder
-100%
Sammeln Sie Punkte in unserem Gutscheinprogramm und kaufen Sie E-Books und Hörbücher mit bis zu 100% Rabatt.

Mehr erfahren.
Beschreibung

eBook mit den kompletten 136 Seiten des original Taschenbuchs. In seinen pointierten Kurzgeschichten entdeckt Comedy-Autor Stephan C. Braun das Komische im Banalen und serviert alltägliche Anekdoten mit spitzfindiger Beobachtungsgabe und einer Prise Selbstironie. Vom Baumarkt bis zu Restauranttoiletten – kein Ort ist sicher vor Brauns heiterem Blick, der das Gewöhnliche unerwartet unterhaltsam macht. Ein Buch voller Schmunzler und Lacher – für alle, die den Alltag mit einem Augenzwinkern sehen wollen.

Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:

EPUB

Veröffentlichungsjahr: 2024

Bewertungen
0,0
0
0
0
0
0
Mehr Informationen
Mehr Informationen
Legimi prüft nicht, ob Rezensionen von Nutzern stammen, die den betreffenden Titel tatsächlich gekauft oder gelesen/gehört haben. Wir entfernen aber gefälschte Rezensionen.



Vorwort
Besser man sagt nix
Namensfindung
Emanzipation mach ich jetzt mit
Deutschland hat ein Stuhlproblem
Ich geh immer morgens
Alles Geschmacksache
Keiner kann mehr bremsen
Die Gräfin
Schwiegerelternpaare
Das komplizierte Sandwich
Die Luft muss raus
Nur ich hab Recht
Gar nichts dafür!
Verbitterung
Rituale
Elternhafte Unsinnigkeit
Die Grillparty
Et Emmy
Anderer Leute Stolz
Das kleine Schränkchen
Sperrmüll
Prominente lassen grüßen
All das Gequatsche
Der Autor

Stephan C. Braun

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Besser man sagt nix

 

Feine Texte • Feine Szenen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Milltown Media Verlag

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Impressum:

Stephan C. Braun

Besser man sagt nix!

Feine Texte • Feine Szenen

 

eBook Auflage 1 / 2024

 

Titelgestaltung: Carsten Czanderna

Layout& Gestaltung: Milltown Media Verlag

 

© 2024 Milltown Media Verlag, Remscheider St. 43, D-42369 Wuppertal Alle Rechte vorbehalten.

Nachdruck (auch auszugsweise) verboten ISBN 978-3-910901-50-6

 

www.milltownmedia.de

Vorwort

Ich freue mich, dass Sie sich die Mühe gemacht haben, dieses kleine Buch zu erwerben. Vielleicht haben Sie es bequem zu Hause am Computer bestellt und jetzt lag es endlich im Briefkasten, oder aber Sie haben extra eine Buchhandlung aufgesucht und alle Wetter-, Verkehrs- und Parkprobleme in Kauf genommen, nur um das zu lesen, was ich Ihnen so gerne erzählen möchte.

So oder so, sage ich Ihnen dafür meinen herzlichsten Dank. Davon leben wir Autoren.

Vielleicht haben Sie dieses Buch ja auch geschenkt bekommen. Dann danke ich Ihnen ebenfalls. Möglicherweise haben Sie es sich aber auch von jemandem ausgeliehen. Dann bitte ich Sie herzlich, es wieder zurückzugeben. Sollte es Ihnen so gut gefallen, dass Sie es behalten möchten, dann wären wir wieder beim Thema »Computer« oder »Buchhandlung«.

Wie auch immer, heutzutage ist das ja alles keine Selbstverständlichkeit mehr.

Schauen Sie, wenn man sich näher kennen würde, dann würden wir vielleicht täglich telefonieren, oder schon mal Sprachnachrichten austauschen. Aber Sie haben jetzt nur ein Cover gesehen oder sind vom Hörensagen auf das Buch aufmerksam gemacht worden. Möglicherweise hat da einer gesagt, dass da einer ist, der aus Köln stammt, in Wuppertal lebt, sich aber auch ein Stück pfälzisch und niederländisch fühlt.

Und weil das ja heutzutage nichts mehr bedeutet, und schreiben ja eigentlich jeder kann - eigentlich - bin ich froh, dass Sie nun dennoch auf das Buch gespannt sind.

Mein Name ist Stephan C. Braun. Eigentlich Stephan Braun. Das »C« steht für Cornelis, meinen zweiten Vornamen, den ich aber gebürtig nie hatte. Das »C« verdanke ich der GEMA und meiner Liebe zu den Niederlanden.

Die Situation war wie folgt: Mein Name ist so etwas wie ein Sammelbegriff und weil bei der GEMA schon mehrere Stephan Brauns gemeldet waren, hat man mich angerufen und gesagt: »Sie müssen ihrem Namen etwas hinzufügen!«

Daraufhin habe ich gesagt:

»Meinem Namen ist nichts mehr hinzuzufügen!«

»Jaaaa«, sagte man mir dann am anderen Ende der Leitung, jetzt wäre es aber so, dass wenn ich meinen Namen nicht zugunsten der GEMA ändern würde, es passieren könnte - KÖNNTE! -, dass man meine Tantiemen – versehentlich – einem anderen Stephan Braun auszahlt.

Nun habe ich als kabarettistischer Liedertexter nicht allzu viel zu erwarten. Finanziell jedenfalls nicht. So, dass ich gefragt habe, ob es denn andersrum auch möglich sei, dass mir im Gegenteil, das Geld von einem anderen Künstler gutgeschrieben werden KÖNNTE,

- also versehentlich - wenn der wiederum meinen Namen HÄTTE.

»Ja!«, haben die dann geantwortet: »Natürlich!«

»Gut«, habe ich dann gesagt, »dann lassen Sie meinen Namen mal so, wie er ist.«

Offen gestanden verstehe ich bis heute nicht, warum der nette Sachbearbeiter meiner Logik nicht folgen konnte – oder wollte. Ich hab dann auch klein beigegeben und gesagt: »Wenn's nicht anders geht, dann nehme ich mir eben den schönen niederländischen Vornamen Cornelis dazu.«

Darum also C.

 

C ist übrigens auch die Tonart, die ich am liebsten auf meiner kleinen Ukulele spiele. Zum einen sagt man,

dass diese Tonart von den meisten mitgesungen werden kann und zum anderen ist diese Tonart auch qua Akkorde am einfachsten zu spielen. Und was ist schöner, wenn man einfach zusammen singt.

Dann wären sich wenigstens in diesem Falle alle über den gleichen Text einig.

Besser man sagt nix

Wie ich im Vorwort erwähnte, lebe ich in Wuppertal. Genauer gesagt, in Wuppertal-Ronsdorf. Der Stadtteil gehört zu Wuppertal, ist aber »Ronsdorf« und somit ist »der Ronsdorfer« auch eine ganz besondere Spezies.

Solche Stadtteile finden Sie überall und überall denkt jeder: »Die XYZler sind eine ganz besondere Spezies! Die muss man genau kennen! Die sind eigen!«

Das denken wirklich die meisten von ihrem Ort. Die Wahrheit ist aber ganz anders. Ich habe in meiner beruflichen Karriere festgestellt: Ronsdorf ist überall.

Und wenn Sie beispielsweise diese Fernsehsendung mit dem Titel »Comedy vom Rhein« kennen, die im SWR-Fernsehen ausgestrahlt wurde, dann kennen Sie auch diesen kleinen fiktiven Ort »Hinterbingenbach«, wo diese lustigen Sketche spielen. In der ARD-Mediathek sind diese Folgen übrigens noch abrufbar. Dieser Ort ist von mir erfunden und die Sketche in den ersten 12 Folgen sind von mir geschrieben worden. Später wurden sie von anderen Menschen verfasst, und das merken Sie auch. Denn, wenn man diese ganzen »Ronsdorfs« nicht kennt, dann kann man diese Idyllen auch nicht schreiben und beschreiben. Das ist natürlich ein Problem.

Aber was Sie in den ersten Folgen sehen,

das ist Wuppertal-Ronsdorf,

oder auch Deidesheim-Ruppertsberg

oder Berlin-Köpenick

oder Köln-Buchheim.

Und überall dort sind Sie, ohne dass Sie es merken, Bestandteil von örtlichen

Dramen,

Geheimnissen,

Geschichten,

Tratschereien,

Vorwürfen,

Hindernissen

und persönlichen Befindlichkeiten.

 

Dann hören Sie hier und hören sie da. Bekommen dieses geflüstert und jenes getratscht und bei all dem sollte man immer an die alte Weisheit denken:

 

Besser man sagt nix!

Namensfindung

Pflegen Sie eigentlich eine gute Nachbarschaft? Ich bin da ja ein richtiger Fan von. Aber nur, wenn die Nachbarn es auch durch positives Verhalten, unter anderem in Form von Rücksichtnahme oder Ähnlichem, verdient haben. Dann erkundige ich mich nach entzündeten Knien, bedauere es, wenn der 20-jährige Sohn zum vierten Mal seinen Job verloren hat oder bringe ein bisschen Kuchen vorbei, wenn ich mal wieder zu viel gebacken habe. Und meine Nachbarn freuen sich dann. Und ich freue mich auch, wenn sie meinen Kuchen mit Begeisterung essen.

Apropos Essen. Seit kurzem haben wir eine neue kleine Nachbarsfamilie im Haus links neben uns. Sie haben sich sehr schnell integriert, allerdings redet sie ein bisschen viel. Das zumindest findet mein Partner und treuer Lebensgefährte, den ich nun fast 20 Jahre mein eigen nennen darf. Wenn wir die Nachbarin per Zufall auf der Straße treffen, dann macht er sich jedes Mal schnell und sehr geschickt aus dem Staub und lässt mich dann stehen. Das macht er häufig, wenn wir vor der Haustür Leute treffen. Was für ihn allerdings den Nachteil hat, dass er oft die interessantesten Geschichten nicht mitbekommt.

So auch die, die ich vor wenigen Tagen hören durfte. Da erzählte mir die neue Nachbarin, dass ihre Tochter aus der Grundschule nach Hause gekommen sei und eine völlig schockierende Antwort auf eine eigentlich harmlose und allzu alltägliche Frage gegeben hätte.

Diese Nachbarin fragte ihre Tochter nämlich:

»Was habt ihr heute gemacht?«

Und die Tochter antwortete, völlig unbedeutend,

ganz beiläufig:

»Wir haben Klaus-Dieter gegessen.«

 

Nun ist es so, dass die Mutter der Tochter meiner Nachbarin um die Kreativität ihres Kindes weiß, und bisher auch immer stolz auf die Phantasie des Kindes war. Aber hier schimpfte sie gleich mit den Worten los:

»Wenn ich frage: ‚Was habt ihr gemacht?‘, dann will ich auch eine ernsthafte Antwort!«

Und die Kleine wiederholte, als wäre es etwas absolut Belangloses: »Wir haben Klaus-Dieter gegessen!«

 

Ich weiß ja nicht, wie Sie persönlich so konstruiert sind, und ob es in Ihrem bescheidenen Leben auch manchmal Momente gibt, wo Sie anfangen an Ihrem Verstand zu zweifeln. Zu zweifeln an der Unsinnigkeit,

die Ihnen ein anderer als Realität vorspiegeln will.

Wenn Ihnen zum Beispiel jemand sagt:

»Der Himmel ist grün!«

Das ist ja so ein klassisches Beispiel, dann sagen Sie doch: »Nein! Blau!«

Gut, vielleicht noch »Rot«

oder eine Mischung daraus,

also »Lila«

Aber »Grün«?

Niemals!

So!

Aber, wenn dann noch vier andere ebenfalls sagen:

»Der Himmel ist grün«, dann fangen Sie doch auch an zu stutzen und denken: »Hmmm... vielleicht haben die ja Recht! Vielleicht ist er ja doch so ein klein bisschen grün.«

 

Und so hat die Nachbarin auch gezweifelt und zur Sicherheit die Mutter vom kleinen Leandro angerufen und gefragt: »Sag mal...!«

Die Mütter heutzutage, anders als zu meiner Zeit, duzen sich alle.

»Sag mal, Danni! Hat Leandro schon erzählt, was sie heute in der Schule gemacht haben?«

Und die Mutter von Leandro, sofort ganz aus dem Häuschen: »Ja, Du! Stell Dir mal vor! Da sagt der zu mir: Wir haben Klaus-Dieter gegessen!«.

 

Und da war die Nachbarin jetzt noch verunsicherter. Ihr war zwar bewusst, dass eigentlich jeder kannibalistische Gedanke total absurd, abwegig und fast nicht vorstellbar sei, hat dann aber doch noch mal vorsichtshalber die Lehrerin angerufen.

 

Und ohne zu zögern,

oder irgendwelche Höflichkeitsfloskeln

vorweg zu gebrauchen,

fast atemlos

und erregt

hat meine Nachbarin ohne Umstände sofort gefragt: »Haben die Kinder heute Klaus-Dieter gegessen?«

 

Und die Lehrerin antwortete: »Ja, natürlich! Aber, warum regt Sie das so auf?«

 

Es stellte sich dann heraus, dass »Klaus-Dieter« von der Bäckerei Fleischhauer sozusagen gestiftet wurde.

Es war ein Weckmann, oder wie man woanders sagt ein »Stutenkerl«, den diese Bäckerei unter dem Namen vertreibt.

Ich weiß nicht, ob Sie diese Kette zufällig kennen? Bäckerei Fleischhauer? Solche Kleinketten gibt es überall:

»Bäckerei Fleischhauer«

»Metzgerei Zander«

»Fisch-Feinkost Bretzelbub«

und natürlich seit Jahrzehnten:

»Damen Salon Herren«

muss eine riesen Familie sein.

Seit zwölf Generationen Friseure:

»Familie Herren«.

 

Und als ich diese Geschichte - wir sind jetzt vom Friseur kommend wieder zurück bei der Nachbarin -

hörte, fiel mir auf, dass ich mich seit Jahren schon immer wieder frage, wer in den Bäckereien die Namen und Bezeichnungen für das Backgut erfindet.

Die Leute möchte ich zu gerne mal kennen lernen.

 

Da gibt es ein stinknormales Baguettebrötchen, das den aparten Namen »Pan Ti Ti« trägt.

---ENDE DER LESEPROBE---