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Anfang der 80ziger Jahre. Jörg ist 20, in der Eifel aufgewachsen und nie über Köln hinaus gekommen. Auf dem Nürburgring verbringt er seine gesamte Kindheit und Jugend, denn seine Leidenschaft sind schnelle Autos und Motorräder, die er gegen ein Entgeld waschen, pflegen und später auch fahren darf. Eines Tages braucht er dringend einen Job, der auf einfache Weise noch mehr Geld einbringt, denn er hat Schulden beim Sohn des Metzgers vom Miniplanetendorf gemacht. Über einen Kumpel erhält Jörg eine Aushilfstätigkeit als Postjunge im Kölner Büro eines Bundestagsabgeordneten. Schon nach einigen Tagen meint es das Schicksal gut mit dem Jungen vom Lande, denn der Referent und Fahrer des Abgeordneten fällt auf unbestimmte Zeit aus. Jörg springt ein, weil er am lautesten für diesen Job schreit. Im Rahmen seiner neuen Tätigkeit als Fahrer lernt er die wichtigsten Städte über Köln hinaus kennen. Während dieser gemeinsamen Fahrten lernen die beiden sich immer besser kennen und beginnen die anfänglichen großen Diskrepanzen ihrer Herkunft und Bildung zu überbrücken. Der Abgeordnete zeigt deutlich Milde dem jungen Mann vom Dorf gegenüber, obgleich dieser mit Tagungen, Empfängen und gepflegten Diners anfangs überhaupt nicht zu recht kommt.
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Seitenzahl: 436
Veröffentlichungsjahr: 2017
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Picco van Bergen
Immer nach Ihnen, Chef!
Ein Gesellschaftsroman.
Exposee
Anfang der 80ziger Jahre. Jörg ist 20, in der Eifel aufgewachsen und nie über Köln hinaus gekommen. Auf dem Nürburgring verbringt er seine gesamte Kindheit und Jugend, denn seine Leidenschaft sind schnelle Autos und Motorräder, die er gegen ein Entgeld waschen, pflegen und später auch fahren darf.
Eines Tages braucht er dringend einen Job, der auf einfache Weise noch mehr Geld einbringt, denn er hat Schulden beim Sohn des Metzgers vom Miniplanetendorf gemacht.
Über einen Kumpel erhält Jörg eine Aushilfstätigkeit als Postjunge im Kölner Büro eines Bundestagsabgeordneten.
Schon nach einigen Tagen meint es das Schicksal gut mit dem Jungen vom Lande, denn der Referent und Fahrer des Abgeordneten fällt auf unbestimmte Zeit aus. Jörg springt ein, weil er am lautesten für diesen Job schreit.
Im Rahmen seiner neuen Tätigkeit als Fahrer lernt er die wichtigsten Städte über Köln hinaus kennen.
Während dieser gemeinsamen Fahrten lernen die beiden sich immer besser kennen und beginnen die anfänglichen großen Diskrepanzen ihrer Herkunft und Bildung zu überbrücken. Der Abgeordnete zeigt deutlich Milde dem jungen Mann vom Dorf gegenüber, obgleich dieser mit Tagungen, Empfängen und gepflegten Diners anfangs überhaupt nicht zu recht kommt
Jörg entdeckt die Annehmlichkeiten des anonymen Nachtlebens zwischen Hamburg und Nizza. Völlig geil und alsdann sogar notgeil, macht er seine gesammelten sexuellen Erfahrungen, die er auf dem Dorf in Ermangelung von Gelegenheiten nicht machen konnte. Geschickt kann er zunächst seine einschlägigen Aktivitäten vor seinem Chef verbergen.
Eines Tages, auf einer mehrtägigen Tour nach Paris, entdeckt Jörg etwas ganz verrücktes. Etwas, was er bisher nicht kannte! Etwas, worauf er völlig unvorbereitet und verwirrt trifft!
Sein Chef, verheiratet und Vater zweier Töchter führt ein schwules sexuelles Leben. Offensichtlich, denn Jörg entdeckt ihn in Flagranti mit einigen Männern im Bois de Boulogne in Paris. Er ist außer sich. Und hat außerdem berechtigte Ängste, dass er den Job als Fahrer nun nicht behalten darf.
Aber der Abgeordnete reagiert anders als erwartet. Jörg behält seinen Job, bekommt sogar im Laufe der Zeit immer wichtigere Aufgaben und erhält immer größeren Zugang zum persönlichen und privaten Umfeld des Chefs. Er beginnt sogar das Ansehen des Chefs in der Öffentlichkeit zu schützen und verdeckt dessen sexuellen Neigungen. Inzwischen ständig Notgeil teilt Jörg eines auf jeden Fall mit seinem Chef. Die Liebe zum schnellen horizontalen Spaß.
Allerdings weist der Abgeordnete seinen Schützling häufig darauf hin, den Unterschied zu sehen zwischen Sex ,Sex und Liebe und Verantwortung. Außerdem versucht er Jörg kulturelle Themen näher zu bringen, denn selbst pflegt er eine tiefe Liebe zur angewandten Kunst, während Jörg über die Auto-Motor-Sport selten hinaus kommt.
Allerdings gehen beide immer gerne zur Meditation in die Kirche.
Der Umgang mit den sonderbaren Neigungen reicher Homosexueller, die Jörg auf Grund der wachsenden Freundschaft mit seinem Chef immer näher kennen lernt, ist ohne Umschweife und Probleme. Allerdings muss er immer wieder darauf hin weisen, dass er selbst nicht schwul ist. Nur geil. Jedoch immer zu allem bereit. Die häufig verschwimmenden Grenzen zwischen sexueller Lust und wahrer Identität lassen ihn immer häufiger in Selbstzweifel geraten. Einerseits nicht schwul, andererseits schwulen Sex? Wer ist er selbst?
Jörg lernt Tatjana kennen. Eine junge Frau, selbst Anfang 20, die eine Ausbildung im Supermarkt bei ihm um die Ecke macht. Tatjana ist für ihn ganz anders als alles, was Jörg bislang kennen gelernt hat. Er hat enorme Schwierigkeiten sie anzusprechen und das obwohl er an anderer Stelle unerschrocken bei jeder sich bietenden Gelegenheit den Hengst macht.
Monatelang beobachtet Jörg sie durch sein Fenster, während er inzwischen Zugang zu höchsten gesellschaftlichen Kreisen hat und sich munter im Umgang mit Künstlern, Verlegern und Politberatern erweist.
Im Laufe der Zeit ergeben sich für ihn ungeahnte Möglichkeiten des Geldverdienens, denn er erweist sich als großes Organisationstalent in allen Bereichen des menschlichen Daseins, allerdings
führt er einen inneren Kampf mit sich selbst. Worum es ihm persönlich geht verdrängt er immer wieder erfolgreich und will es auch nicht verstehen. Zu verlockend sind die zahlreichen Angebote für ihn als jungen Mann.
Erst nach einigen seelischen und sexuellen Irrfahrten und vielen schwulen Gesprächen erkennt er langsam, wohin es ihn tatsächlich zieht und er überwindet sich selbst.
1 PROLOG
Grab
Die Herbstsonne grellte plötzlich zwischen den schnell fliegenden, schweren Wolken hervor, als wir hinter dem hellen Eichensarg herliefen. Obwohl der heftige Regen eine Pause machte, klappten nur wenige der vielen Menschen die schwarzen Regenschirme ein. Die Menge sah so wie ein riesiges, wandelndes Schutzschild aus, welches sich langsam nach vorn bewegte. Mit der plötzlichen Sonne funkelte die schwarze Fläche und reflektierte das plötzlich helle Herbstlicht.
Der Chef war nicht mehr aufgewacht. Unfassbar. Er hatte vor kurzen noch wieder eine seiner großen eindrucksvollen Reden vor irgendeinem der vielen Ausschüsse gehalten, in denen er sich immer eloquent und auf dem politischen Parkett so elegant bewegte wie Fred Astaire. Außerdem hatte er mir erzählt, vor einigen Wochen guten Sex gehabt zu haben- und das in diesem Alter...auch unglaublich.
Alte und neuere Weggefährten aus Politik und Wirtschaft hielten, nachdem die Eichenkiste in der Erde versenkt worden war, die langen Reden auf das immerwährende, nun angetretene Vermächtnis und die große, zumindest für mich, unendlich schwer zu füllende Lücke. Jeder der Anwesenden kannte ihn mehr oder weniger gut, mehr oder weniger intim.
Aber außer mir hatte keiner wirklichen Einblick in sein doch bewegtes Leben. Ich wusste das so sicher, wie das Amen in der Kirche zum Schluss eines jeden Gottesdienstes ausgesprochen wurde.
Fast 20 Jahre waren wir ein Team. 20 Jahre war er so etwas wie ein Ziehvater für mich gewesen.
Mit Allem hatte ich gerechnet, nur nicht damit, dass er so schnell sterben würde.
Schmerzen, nie gefühlte Schmerzen. Aber das zu zeigen, nein nicht ich als der Mann, der ich war und heute bin.
Am Grab bildeten sich zwei Parteien, die Offiziellen aus Politik und Wirtschaft und die, die ihn privat kannten
Ich wiederum kannte hier fast alle.
Ich sah Gesichter aus alten, gemeinsamen Zeiten und neue Gesichter. Menschen, die nicht nur ihm, sondern auch mir auf meinen eigenen Weg geholfen hatten und schemenhaft erkannte ich auch die wieder, die ich etwas aus den Augen verloren hatte. In meinen Augen trauerten diese alten gemeinsamen Freunde wirklich. Der Rest repräsentierte sich wieder auf dem öffentlich-politischen Parkett- selbst am Grab.
Immer, wenn ich auf den Sarg schaute, hörte ich ihn fast nach mir rufen, wie er es immer montags im Büro zum Wochenbriefing getan hatte. Auch nach seinem körperlichen Abscheiden hatten wir noch etwas, was uns miteinander verband, das ich jedoch nicht näher definieren konnte. Er rief nach mir und trotz meiner extremen Angst vor dem Tod und meiner eigenen Trauer, zog er mich an. Das alles überwältigte mich fast, obwohl ich vor ein paar Tagen mir noch nicht vorstellen konnte, hier jetzt am diesem Erdloch zu stehen.
Meine Knie zitterten und der Hals schmerzte, als ich mit der Schaufel daran war, Erde auf den Sarg zu werfen.
In der Reihe mit der verbliebenen Familie stellte ich mich auf, um der Trauergemeinde die Hand zu schütteln und den Rücken zu streichen.
Hinter der dunklen Sonnenbrille beobachtete ich die versammelten Menschen hier wie in einem Film aus der UFA-Zeit.
Hinten stand Lorena, sie trug jetzt einen kleinen Bart und war gemeinsam mit Cäsar da. Lorena hatte einen kleinen Bauch angesetzt, ihre Brüste waren verschwunden und Cäsar hatte ich beinah nicht wieder erkannt. Sein Gang kam mir im Gegensatz zu früher etwas beschwerlich vor, Haare, Bräune und Sonnenbrille fehlten.
Dicht daneben nahm ich Hans und den zickigen Carlos wahr. Die beiden waren ja schon ewig miteinander verbunden. Carlos schob Hans im Rollstuhl, ich konnte es nicht fassen. Wie viel Zeit war vergangen?
Renate schob sich durch die Menge. Sie hatte bestimmt gefühlte 20 Diäten hinter sich, zumindest in der damaligen Zeit hatte keine wirklich geholfen, und bis heute hatte sich ihr wahnsinnig dicker Körper nicht wirklich verändert.
Gianni aus Italien erkannte ich schnell, trotz der vergangenen Jahre, zumindest an seiner himmelblaulachsfarbenen Kombination gepaart mit teuren mailändischen Slippern. Wie ich später hörte, war er mit seinem Privatjet eingeflogen „Nenn mich den Slipperkönig“ hatte er immer gerufen, wenn wir betrunken waren.
Josef, unser lieber, kleiner, bescheidener 3-Zimmer-Wohnung-Josef, stand trauernd in der Menge am Grab. Später auf der Trauerfeier sagte er mir, dass ich ihm seinen inzwischen 70.ten Geburtstag veranstalten sollte. Gerne doch!
Hinter ihm sah ich Wolfgang aus München, ich erinnerte mich gern an ihn zurück, weil er für mich schnörkellos und direkt war- etwas anders als die anderen.
Hinter Sven stand Sammy. Sven, den ich als er ganz unten war aufgelesen hatte und Sammy- ein koreanisches Architektengenie und Professor.
Die Leute, die am meisten von ihm wussten und ihm am nächsten standen, die, die aus weiter Ferne hier angeflogen kamen, das waren die, für die ich später eine Rede halten wollte. So mein Plan. Vor den anderen konnte ich einfach nicht, wollte ich nicht. Zu groß waren die Schmerzen und alles kam mir so unwirklich vor. Die letzten Jahre war ich derjenige, der dafür gesorgt hatte, dass der Chef der immer noch politisch sehr aktiv war, die Unterstützung hatte, damit sein Alltag rund lief. Viele kamen im Laufe des Beerdigungstages und Zeremoniells zu mir und meinten, dass er ohne mich gar nicht so lange gelebt hätte. Ein schwacher Trost, aber ich bedankte mich anständig dafür und alle waren sich einig, er wäre einfach zu früh gegangen.
Der offizielle Teil der Trauerfeier fand später mit dem traditionellen Schmaus in einem angesagten Restaurant statt.
Ich ging nicht hin. Meine Trauerarbeit sah anders aus.
Später wollte ich mich einfach nur mit denen betrinken, die ihn fast so gut kannten, wie ich. Aber vorher wollte ich noch einmal ganz allein, wenn alle den Friedhof verlassen hatten, meinen eigenen, intimen Abschied nehmen.
Am Grab, allein, brach ich fast zusammen. Mir gefror der Brustkorb und die Arme fühlten sich eiskalt an. Kurz vor den Tränen bat ich ihn zuzuschauen, was ich nun in meinem neuen Leben ohne ihn veranstalten würde und mir alles Liebe und Gute dabei zu wünschen. In Gedanken umarmte ich ihn innig und wahrscheinlich das erste und einzige Mal, denn trotz aller, sich über die Jahre entwickelten Nähe, hatten wir immer eine gewisse, zumindest körperliche Distanz behalten. Und das war auch notwendig.
Während ich dem Grab schweren Herzens den Rücken kehrte und die Sonne Oberhand über die schweren Wolken bekam, klappte ich endlich meinen schwarzen Schirm ein.
Später umarmte ich alle, die ich nach dem Leichenschmaus in die riesige, feudale Villa von Hans geladen hatte und erinnerte mich gerne an die Erlebnisse, die mich mit jedem einzelnen hier und dem Chef verbanden.
Die erste Fahrt
Vor 20 Jahren und drei Tagen wollte ich mir etwas Geld mit einfachen Arbeiten verdienen Einer meiner Jobs war es, als Kurier Post zu bestimmten Kunden in Köln zu bringen.
Aber sicher nicht, dass ich meinen dann zukünftigen Chef über den Weg lief und später fahren durfte. Die Vorgeschichte dazu gestaltete sich relativ einfach: der eigentliche, damals für mich steinalte Referent meines zukünftigen Chefs wurde krank und auf die rhetorische Frage der Sekretärin des Politbüros, die gerade den Hörer auflegte und an deren Tresen ich gerade meine Post loswerden wollte, „wer jetzt fahren könne“ rief ich, geistesgegenwärtig und vor allem laut genug „Ich kann fahren, auf der Rennstrecke gelernt.“ ich war zufällig zur richtigen Zeit am richtigen Ort und mit einem Anfall von naivem Selbstbewusstsein - wie es nur Landkinder haben können.
„Wie, sie sind doch nur Aushilfe und gerade erst 20!“, protestierte die Sekretärin kopfschüttelnd. Ich antwortete selbstbewusst und siegessicher und fast am Ziel vorbei schießend, ich könne Probe fahren, um mein Können schnell einmal unter Beweis zu stellen. „Ich habe da echt etwas drauf!“, „Aber wenn ich mich nicht beweisen darf, dann gehe ich eben jetzt zur Post, was ja mein eigentlicher Aufgabenbereich bislang hier in diesem Politberater-Büro ist.“ „Ok“, murmelte der von hinten hinzugetretene Chef mit hoch gezogenen Augenbrauen. Wahrscheinlich war er einigermaßen verwundert darüber, dass ich mich überhaupt zu Wort meldete. Während er mich kritisch musterte, murmelte er weiter, er müsse morgen nach Essen, dringend und deshalb würde er es mit mir versuchen, denn angesichts der Lage gäbe es sowieso gerade keine vernünftige Alternative. In dem Moment, in dem er mit mir so herabwürdigend sprach, nahm ich ihn zum ersten Mal seit Beginn meiner Aushilfstätigkeit in diesem Politbüro wahr - nicht gerade positiv: Er war um die 50 Jahre alt, ungefähr 1,80 groß, nicht schlank aber auch nicht dick, man könnte auch sagen leicht untersetzt, kleiner Bauch und volles graues, kurzes Haar, korrekter Seitenscheitel sehr helle, wache, aber kleine Augen und natürlich trug er einen Anzug, ein weißes Hemd und eine Krawatte.
Die ersten Meter am nächsten Morgen in dem dicken Daimler mit Automatik waren ein völlig neues Fahrgefühl – man musste gar nicht arbeiten im Auto, eher etwas für Oldies - , aber nach ein paar Metern ging alles wie von selbst und nach weiteren 50 km und einem Tankstop, nahm mein Chef die Zeitung vors Gesicht und ließ mich ohne Observierung fahren. Am Vorabend hatte ich mir, zufrieden mit meiner kleinen Arbeitsveränderung, die Strecke angeschaut und Notizen dazu gemacht. Ich wollte auf gar keinen Fall Fehler machen. Auf Anhieb und ohne uns zu verfahren kamen wir ans Ziel. Mit einem kurzen knappen „Gut gefahren, ich bin in ca. 1 h wieder da.“, stieg er aus dem Daimlerschiff und hinterließ mich in der Einsamkeit mit meiner Lieblingszeitschrift Auto-Motor-Sport.
Eigentlich ein Kinderspiel, so Geld zu verdienen, dachte ich. Die neue Jobbeschreibung lautete also: schweigend fahren und Anzugträger sicher von A nach B bringen.
Ich kam aus einem kleinen Dorf und wenn ich es mir so recht überlegte, war ich von da aus nie wirklich über Köln hinaus gekommen. Für Urlaube hatten wir von Haus aus kein Geld und in den Ferien schaute ich als Jugendlicher dann oft auf der Rennstrecke am Nürburgring vorbei. Schnelle Autos und Motorräder waren so zwangsläufig meine Leidenschaft und mit der Zeit durfte ich sogar irgendwann mitfahren und mit 16 Jahren auf dem Parkplatz hinter den Boxen, selber Reifenabrieb produzieren. Wagenwäsche oder kleine Besorgungen für die Profirennfahrer brachten etwas Geld und mit 16 hatte ich auch mein erstes Moped. Drei Monate später war es frisiert und lief immerhin satte 110 km/h. Eigentlich hatte ich nie das Gefühl etwas verpasst zu haben, nur mit Freundinnen war es im Dorf schwierig – nur die Zunge in den Hals stecken war mir zu wenig. Aufklärung war sowieso ein Wort der Moderne, das es nicht bis in die Eifel geschafft hatte. Der Pfaffe hatte mein Heimatdorf fest im Griff aber auf der Rennstrecke hatte ich ein Gefühl, dass sich mir eine neue Welt öffnen könnte....
Der Chef setzte sich nach dem Meeting schlecht gelaunt wieder ins Auto, während ich zeitgleich einen anderen Fahrer beobachtete, der schnell und diensteifrig aus dem Wagen sprang, um die Tür seines Autos für seinen Anzugträger geschäftig aufzuhalten. Ich dagegen blieb sitzen, da ich noch sehr wenig über die Pflichten eines Fahrers wusste. Vielleicht war das der Grund der schlechten Laune meines Chefs? Ich kam mit meinen Überlegungen hier nicht weiter, denn ohne weitere Worte zu wechseln, fuhren wir zurück nach Köln ins Büro und mit einem kurzen knappen „Danke... und ich solle morgen anrufen. Übermorgen müsse er für drei Tage in den Norden.“, ging ich in meinen Feierabend. Fahren ist für mich locker verdientes Geld dachte ich, vielleicht gäbe es ja eine längerfristige Anstellung für mich, dann könnte ich mir endlich ein eigenes Appartement mieten.
Seit ein paar Tagen wohnte ich zur Untermiete in Köln bei einem Kumpel um meinen Jobs besser nachkommen zu können.
Von unserem Dorf wäre ich niemals rechtzeitig zur Arbeit gekommen. Die erste Veränderung, die das Arbeiten für den Chef mit sich brachte, hatte ich also schon vollzogen.
Am nächsten Morgen klingelte gegen 9.00 h das Telefon in meiner neuen Bleibe und die Protestsekretärin sagte, dass ich am nächsten Morgen um 7.30 h im Büro sein müsse, um den Chef nach Hamburg und im Anschluss nach Sylt zu kutschieren. Für die Reise seien Donnerstag, Freitag, Samstag anberaumt.
Ich war selig. Zum ersten Mal in einer richtig coolen Stadt. Ich konnte mein Glück kaum fassen. Nichts gegen Köln, aber Hamburg bot mehr. Ich hatte schon seit mehr als drei Monaten keine Freundin und Frau mehr gehabt und jetzt winkte die Aussicht auf die Reeperbahn zu gelangen. Die wollte ich unbedingt sehen, da würde ich doch mit Sicherheit fündig werden und mein dörfliches Nur-Zungen-Problem mit wenig Aufwand, jedoch mit Geld in den Griff bekommen. Mein Mitbewohnerkumpel, der im Kaufhof Köln-Weiden als Verkäufer arbeitete, beneidete mich ein wenig, lieh mir 100 DM und am nächsten Morgen stand ich pünktlich um 7.30 h vor dem Büro. In meine kleine Tasche hatte ich etwas Unterwäsche und ein Sakko eingepackt. Die Protestsekretärin fragte, ob ich einen Anzug mit hätte? Sie fragte das eine Spur zu arrogant für meine Begriffe: außer protestieren, konnte sei also auch noch gut zicken. Nach langer Nachdenkpause auf ihre Frage, fiel mir außer ihrem kleinen runden Hintern nichts Gutes zu ihr ein und dass ich eben keinen Anzug hätte.
„Nein ich habe keinen Anzug und auch kein Geld.“, antwortete ich. Im Gegenzug lächelte sie wieder arrogant und eingebildet, vielleicht sogar eine Spur mitleidig, ging und kam nach 5 min mit Straßenkarte und 250 DM wieder: „Hier für einen Anzug, kannst du in Hamburg kaufen, wird dir vom Gehalt abgezogen. Unten steht der Wagen, fahr ihn tanken und dann geht es los, der Chef legt äußersten Wert auf Pünktlichkeit.“ „Aha.“, sollte meine Standardantwort auf ihre Anweisungen werden und auf alles was ich erst einmal ein wenig verarbeiten musste.
Wenig später waren wir unterwegs, „Guten Morgen.“, war das einzige was der Alte minimalistisch herausbrachte. Mir war das nur recht, er las die Zeitung, ich fuhr, so wollte es die Arbeitsteilung. Nach 2 h machten wir einen Stopp, mein neuer Chef verrichtete seine Geschäfte in gefliesten Räumlichkeiten und 5 min später waren wir wieder unterwegs. Überraschender- und netterweise, wie ich fand, hatte er mir Kaffee und Wasser mitgebracht.
Wir kamen schnell voran, bis es dann eine unangenehme Situation kurz vor Bremen bei 200 km/h gab. Kurz vor uns scherte ein Bus nach links auf die Überholspur aus. Bei diesem hohen Tempo blieb mir nur das Lenkrad nach rechts zu ziehen, über den Randstreifen zu überholen und dann wieder einzuscheren. Mir machte die Aktion Spaß, da ich mein auf der Rennstrecke erworbenes Wissen fachmännisch und intuitiv hatte, aber der Alte war kreideweiß, quetschte sich allerdings noch ein mühsames „Gut gemacht.“ über die Lippen. Ich fühlte mich sehr lässig und obendrein eingeladen ihm zu erzählen, wo ich das Fahren so gut gelernt hätte. Außerdem war ich überzeugt, dass er sich sicher bei mir aufgehoben fühlte. Der Chef hörte jedoch nur schweigend zu, das irritierte mich ein wenig. Nach 4,5 h waren wir in seinem Hotel in Hamburg angekommen. Ich hätte jetzt 2 h Zeit erläuterte er, bis er mich wieder brauchte. Mein Hotel lag ca. 150 Meter von seinem entfernt und es war auch, wie ich feststellen durfte drei Kategorien schlechter. Genau genommen konnte ich es als Absteige bezeichnen, welches schon das verblichene Tapetenmuster im Eingangsbereich aus den 40 er Jahren andeutete. Nun gut, bloß nicht zu viel erwarten: ich hatte eine Aufgabe zu erledigen und die hieß erst einmal einen Anzug kaufen.
Bei Charme und Anmut versicherte mir eine junge, hübsche Verkäuferin mit riesigem Ausschnitt, dass mir die 4 ausgesuchten Teile mehr als gut stehen würden. Dann bot sie an, mir nach Feierabend Hamburg zu zeigen. Bestimmt stand sie auf mich, frohlockte meine Wahrnehmung und nach diesem Angebot. Aber die Pflicht rief mich und so fand ich mich zur einbestellten Uhrzeit wieder beim Chef ein. Er musste zu irgendeiner namhaften Versicherung, bei der er eine Rede halten sollte.Ich schleppte seine wie mir schien, tonnenschwere Aktentasche in das Versicherungsgebäude und im riesigen, mit einem Kristalllüster behangenen Saal, legte ich im Anschluss auf jeden der vorhandene Stühle ein kleines Infomagazin.
Als ich mich von einem Fuß auf den anderen tretend endlich davon machen wollte, schließlich hatte ich meine Aufgaben erledigt und fühlte die geile Vorfreude auf meinen freien Abend auf der Reeperbahn wachsen, teilte er mir leise grinsend mit, ich solle dem anschließenden Empfang ruhig einmal beiwohnen. Das passte mir jetzt gar nicht. Äußerst dumm gelaufen. Ich stand jedoch mehr in seiner Pflicht als den Damen auf der Reeperbahn.
Ich wartete in den folgenden Stunden wie ein Schirmständer im Eingangsbereich, ohne Gespräche zu führen, beobachtete dann aber aus Langeweile die versammelten Teilnehmer haarscharf. Die drei Endlosreden schienen hier nicht nur mich, sondern auch alle anderen kaum zu interessieren, dafür gab es einen schnell und heftig einsetzenden Sturm auf das elegante Buffet und die an mir vorbei ziehenden, überfüllten Teller tropften oft über den Rand.
Später war der Chef völlig abgefüllt und um 22.00 h hatte ich dann endlich frei nachdem ich ihn betrunken wie er war, in seinem teuren Edelhotel abgesetzt hatte. Für die Verkäuferin war es zu spät aber ich hatte zu diesem Zeitpunkt sowieso nur noch ein Ziel, nämlich auf die magische Jungsmeile zu kommen - die Reeperbahn. Nachdem ich den U-Bahnplan gemeistert hatte, stand ich endlich an diesem Abend an meinem vorläufigen Endziel.
Das, was sich mir direkt auf den ersten Blick bot, haute mich fast um. So etwas hatte ich noch nie gesehen. Unmengen von Sexshops lockten mich lustvoll schreiend an. Meine Lenden meldeten sich. Ohne Umwege bin ich direkt in den erst Besten hinein, ich konnte es einfach nicht mehr aushalten. Dann folgte ich den rot blinkenden Pfeilen und ging in eine Einzelkabine, warf 2 DM ins Gerät, um mich dann bei ein paar Pornos selbst zu befriedigen.
Während ich so an mir herumspielte, entdeckte ich neben mir ein kleines rundes Loch aus dem 2 Finger lockten, offensichtlich sollte ich meinen Schwanz da durchstecken. Die groben behaarten Finger gehörten unverkennbar einem Mann. Grauenvoll entsetzt riss ich die Hose hoch, brachte mein beste Stück in Sicherheit und schrie irgendwas wie „Du Sau!“ und stürmte nur noch aus dem Laden.
Schwules Schwein, hämmerte mein Hirn verstört. Das kannte ich nur vom Hörensagen und schon gar nicht bei uns auf dem Dorf und auch noch nicht aus Köln und war da so konservativ wie der Pfaffe auf der Kanzel und wollte das ungute Gefühl schnellstmöglich in neuen Abenteuern loswerden. Das nächste Vergnügen kostete 30 DM Eintritt, nachdem die Geilheit über den für mich schwulen Horror gesiegt hatte. Ein Haufen Japaner saß in der ersten Reihe. Man, sahen die angetörnt aus. Ich setzte mich mit mindestens 100 weiteren Männern hinter die Schlitzaugen und starrte auf die Bühne. Die Show war überwältigend, so etwas hatte ich noch nie gesehen: Eine Nonne betrat die Bühne, dahinter folgte der Pfarrer. Plötzlich hob die Nonne langsam die Kutte hoch und fing an den Pfaffen genüsslich zu blasen und das vor dem ganzen Publikum. Sie machte das bis er einen stehen hatte und ließ sich dann von ihm ficken. Die Japaner sabberten und trieften so nah und direkt an der Bühne. Ich tropfte auch in der Hose und platzte fast, da folgte die Pause. Danach hockte sich die Gefickte breitbeinig auf die Bühne vor die einzelnen geilen Japaner. Der ein oder andere schaute jetzt direkt in das eben gefickte Loch. Das war zu viel für mich, ich hatte eine Erektion und Ejakulation erster Sahne und schleppte mich erschöpft, mit nasser Hose zurück ins Hotel.
Die restliche Nacht irrte ich dann aber doch hellwach und immer noch geil in meinem Zimmer herum und machte es mir noch dreimal selbst.
Ich hatte bisher nur wenig Erfahrung mit Sex gehabt. Einen One-Night-Stand mit Doris hinter dem Kirmesplatz, dann eine Dicke aus der Schulklasse zum Dank dafür, dass sie mir zur Versetzung in die 10. Klasse geholfen hatte und Ulrike mit der ich bis vor 4 Monaten sexuell ergebnislos zusammen war. Ihre katholischen Eltern machten aber auch jegliche ungestörte Zweisamkeit auf dem Zimmer zunichte. Bei dem einen Mal, wo etwas mehr als Küssen zustande kam, bin ich zu früh gekommen und zog peinlich berührt, mit gesenktem Blick über den Zaun ab.
Am nächsten Morgen fuhren wir weiter nach Sylt, ich hatte mir wieder die Route genau zusammengestellt. Auf die Chef-Frage, was ich denn so gemacht hätte am vorausgegangenen Abend, meinte ich nur ich hätte ein paar Bier getrunken und sei dann schlafen gegangen, um heute gut fahren zu können. Zu meiner Überraschung schaute er mich verständnislos an und meinte dann, dass er an meiner Stelle doch ganz sicher auf die Reeperbahn gegangen sei. Da wäre ja nun Tag und Nacht etwas los.
Am Nachmittag kamen wir in Westerland auf Sylt an und bezogen irgendwo Richtung Kampen so etwas wie ein Gästehaus. Ich vermerkte die Steigerung in der Qualität meiner Unterkunft positiv. Mein kleines Zimmer befand sich im Erdgeschoß, der Chef residierte in der oberen Etage, das Personal sorgte für die Beköstigung. Ich war mit offenem Mund beeindruckt.
Immer noch aufgewühlt von der letzten Nacht, befummelte ich mich selbst im Bad unter der tröpfelnden Dusche. Später fuhr ich mit zu dem Termin.
Inzwischen geübt schleppte ich wieder die unvermeidliche Aktentasche und das Infomaterial für 20 geladene Gäste.
Dann durfte ich am Tischende, mit einem weiteren Fahrer Platz nehmen und den Reden lauschen, die geschwungen wurden.
Und wieder beobachtete ich das gleiche Spiel wie in Hamburg: Die geladenen Gäste kippten schon große Mengen Wein vor, während und nach dem Essen. Natürlich bei Mineralwasser, wie der Kollege auch, stellte ich fest, dass die Reden nur Beiprogramm zu sein schienen.
Dann passierte das Unweigerliche, nichts wurde mir erspart. Es wurde Fisch angeboten. Ich mag keinen Fisch. Auf die schüchterne Anfrage, ob ich das denn unbedingt essen müsste, gab es das Alternativprogramm. Eine Wachtel wurde mir serviert. Im Dorf hatte ich nie das Gefühl des Mangels gehabt und Takis Supergrill am Ende der Strasse bot die besten frittierten Schnitzel der Welt, mit ungarischer Sauce und nun hatte ich eine Wachtel auf dem Teller.
Da machte sich dann doch Ratlosigkeit breit. Denn das möglicherweise gesellschaftlich folgenschwere Problem stellte sich wie folgt dar: Wie esse ich das geflügelte Teil?
Geistesgegenwärtig, wie ich fand und hungrig obendrein, beschloss ich die Wachtel wie ein Hähnchen zu betrachten und im Anschluss mit den Fingern zu zerpflücken und dann zu verspeisen.
Später auf dem Weg nach Westerland erzählte mir der Chef, dass der Gastgeber mich als peinlichen Barbaren bezeichnet hätte, ob ich denn so gar nichts mit bekommen hätte im Leben und das nächste gemeinsame Abendessen sei restlos gestrichen.
„Super“, entgegnete ich seelenfroh, „dann gehe ich eben in Zukunft eine Currywurst essen.“ Danach war Ruhe. Der Chef sagte nichts mehr.
Während er sich in Westerland bei weiteren wichtigen Terminen befand, stellte ich die Füße ins Wasser. Noch nie an einem Strand gewesen, war das Meer die größte Attraktion überhaupt. Entspannt kaufte ich mir Pommes mit Mayo und genoss es, die fettigen Mayofinger abzulecken, während ich die Wellen und die Möwen beobachtete. Nachdem der Chef mir 4 h frei erteilt hatte, lenkte ich den dicken Daimler am frühen Abend nach Westerland, fand eine gute Kneipe und lernte beim 3 Bier eine junge Schauspielerin aus Stuttgart kennen, ca. 20 Jahre, mit sensationeller Figur und riesigem Ausschnitt. Durch ihr enges Shirt konnte ich die Nippel erkennen. Das törnte mich schon wieder ganz schön an.
Irgendwie schaffte ich es, sie zu befummeln und sie lud mich in die nächste Disco ein. Die sei echt geil.
Im schummrigen Licht an der Discobar flog plötzlich ein Schampus für mich heran. Den hatte ich nun wirklich nicht bestellt, der Keeper versicherte aber der sei für mich und ginge auf Mr. Unbekannt.
Mit dem zweiten Schampus geriet mein Hirn zur Einbahnstrasse. Ich wollte sie vögeln, völlig klar.
Die Schauspielerin und ich waren betrunken und so ein Typ, der sich zu uns gesellt hatte, outete sich als schwuler Tom aus USA. Der Typ machte mir andauernd Komplimente und näselte schwules Zeug.
Mir war schlecht- ob vom Alkohol oder vom schwulen Tom, der mich an die Aktion in Hamburg erinnerte, konnte ich nicht sagen.
Während ich sie hemmungslos drängte nun endlich in die Dünen abzuziehen, fragte mich die Stuttgarterin, ob es nicht nett wäre, wenn Tom uns beim Ficken zuschauen könnte. Er hätte das sooo gern!!! „Ihr tickt doch wohl nicht sauber!“, hatte ich nur zu melden, aber die Geilheit siegte schnell und so war ich einverstanden.
Der schwule Tom zahlte die Unmengen für Schampus und Wodka-Lemon und wir zogen zu dritt ab.
Es war kalt und ich konnte alkoholbedingt kaum laufen, aber bis ins Auto reichte es gerade und wir fuhren zu dritt an eine einsame Stelle in den Dünen. Sie saß neben mir lächelte mich im Dunkeln an und knöpfte mir dabei ziemlich geschickt die Hose auf, schnappte sich meinen Schwanz, schob ihn sich zwischen die Lippen und fing einfach an mir einen zu blasen.
Das Fahren wurde schwierig.
Endlich angekommen stiegen wir aus, sie kniete auf dem Beifahrersitz schob ihren Mini hoch und verlangte ohne Umschweife jetzt in sie einzudringen. „Mach Jörg, jetzt von hinten.“
Der schwule Tom hockte neben uns und schaute sich sabbernd die Augen aus dem Kopf. Finger weg, herrschte ich ihn an war alles was ich zu sagen hatte, während ich da herum fickte. Der viele Alkohol und der Zuschauer hatten zur Folge, dass das alles ziemlich lange dauerte. Als ich mit ihr und ich fertig war, traute ich meinen Augen nicht, konnte es nicht glauben, was ich da grauselig fies mit ansehen musste und mir wurde wieder speiübel: Der schwule Tom durfte sie auslecken, das war ja ekelhaft.
Mit allerletzter Kraft schleppte mich auf den Fahrersitz und schlief ein.
Ich war allein, als ich wach wurde und die Sonne aufging. Mit der Stirn auf dem Lenkrad eingeschlafen wusste ich, dass ich zu spät war. Ich musste mich, das war ziemlich sicher, arg beeilen. Der Chef wartete schon.
Nackt sprang ich ins Meer, das kalte Wasser sorgte für Stimmung im Hirn und dann machte ich mich mit schlechtem Gewissen auf den Weg.
Auf dem Weg Richtung Kampen setzte die Geilheit wieder ein, bei dem Gedanken an die letzte Nacht. Schwules Ausschlecken war zwar nicht mein Ding, aber alles andere war gewaltig.
Der Chef stand schon vor der Reetdachvilla als ich um die Ecke der Einfahrt flog, machte aber ein erleichtertes Gesicht. Wahrscheinlich war er froh den dicken Daimler wieder unversehrt zu sehen. Er wollte am Abend wieder in Köln sein, dazwischen noch ein Termin hier auf der Insel. Jetzt aber los. Ach so und noch einmal zu spät, dann sei ich entlassen. Aha. Und zum ersten Mal sah ich ihn nach seiner Ausführung lächeln. Ich war verwundert, aber froh keine weitere Standpauke bekommen zu haben.
Den Chef setzte ich in Westerland ab, machte mich an die Promenade zum dringenden Kaffe um dort auf meinen Chef zu warten, da tauchten die beiden der letzten Nacht plötzlich auf. Sie hieß Petra, half sie meinem Gedächtnis nach und der Schwule sei Tom.
Sie sah wieder geil aus, ein neues Nippelshirt mit enger Jeans, Tom hatte noch das Gleiche von letzter Nacht an. Sie lächelte mir unverblümt ins Gesicht und säuselte, ich sei letzte Nacht super gewesen. So etwas hätten sie noch nicht erlebt. Und der schwule Tom bekräftigte auf Englisch ich hätte sie so richtig geil gefickt.
Mir war und wurde ganz anders. Hatten die sich etwa abgesprochen? Und mich als ganzen Kerl für ihren Spaß schon ausgesucht, bevor der Schampus angeflogen war? Sah ganz danach aus.
Mein Chef kam, ahnte wohl etwas, sagte „Guten Morgen.“, gab beiden die Hand, dann verabschiedeten wir uns und fuhren los. Auf der Rückfahrt sprachen wir zum ersten Mal etwas mehr miteinander, ich fragte ihn, wie er denn eine Wachtel essen würde, er lächelte und sagte er würde nie eine bestellen. Ich ergänzte, dass ich mich unsicher fühlte, wenn ich mit ihm zu einem Empfang sollte und dann auch noch etwas essen müsste. Das sei alles Übung entgegnete er milde, mit der Zeit würde ich das schon lernen. Danach schaute er lange zum Fenster hinaus.
Wir waren sehr schnell im Rheinland und das Wochenende begann für mich mit dem Wunsch nach Entspannung. Voller Eindrücke bin ich zu meinen Eltern aufs Dorf gefahren, um mich auszuschlafen.
Ich war trotzdem froh nach Hause zu kommen, obwohl ich eigentlich nie ein Freund von Dörfern war. Die beschränkte, kleine und damit überkontrollierte Welt hatte mich immer schon genervt. Nun kannte ich, meines Erachtens die halbe Welt und das in 4 Tagen. Ich wusste, dass eine Großstadt wirklich frei machen könnte, zumindest von Körpersäften. Es wäre undenkbar gewesen irgendeinem auch nur ansatzweise von meinen grandiosen Erlebnissen zu erzählen. Was ich erlebt hatte, wäre in Minutenschnelle wie ein Lauffeuer durch alle Häuser gegangen und mit größter Wahrscheinlichkeit hätte die soziale Ächtung – auch meiner Eltern - gedroht. Der Ausschluss aus der Dorfgemeinschaft.
So sorgte ich für Ruhe, indem ich den Mund hielt und am Sonntagabend ausgeschlafen, wieder in Köln mit meinem Kumpel ins Kino ging und im Anschluss noch ein Kölsch genossen habe. Das alles geschah mit der großen Hoffnung und Erwartung bald wieder mit dem Chef auf Tour zu gehen.
Montagmorgen klingelte das Telefon.
Die Sekretärin besprach mit mir die nächsten Tage: Dienstag Fahrt nach Frankfurt, Mittwochmorgen nach Stuttgart und am Abend wieder zurück. Ich bekam die Wagenschlüssel, musste den Daimler saubermachen, volltanken, in die Werkstatt bringen und am Abend saß ich zu Hause über dem Stadtplan und suchte mir die beste Route nach Frankfurt heraus. Am nächsten Morgen ging es dann wieder los. Der erste Termin war bei einer Bank um 10 h, wir waren schon kurz nach 9 h dort und für mich bedeutete das Freizeit bis ca 14 h. Ich bekam einen Tagessatz von 30 DM für die Verpflegung und ich beschloss, nachdem ich den Chef abgesetzt hatte, mir die Innenstadt von Frankfurt einmal genauer anzusehen.
Kaffee und Bildzeitung, wegen des überragenden und übersichtlichen Sportteils wurden zu meiner ersten Pflicht und nachdem ich das bewältigt hatte, stolperte ich fast in die Kaiserstrasse.
Das Rotlichtviertel hatte mich magisch angezogen. Die haarigen Männerhände von der Reeperbahn hatte ich schon verdrängt und in erigierter Vorfreude, machte ich mir den Besuch in einem Puff zum Tagesziel. Es gab so viele Etablissements hier, ich beschloss aber, mit einem kleinen Laufhaus anzufangen - Übersicht verschaffen hieß die Devise.
Am frühen Morgen saßen schon einige Huren in ihren Zimmern, die ich Etage für Etage mit Momo-Augen begutachtete. Die schnelle Nummer kostete bei allen 30 DM, das hatte ich fix heraus. In der zweiten Etage waren die dunkelhäutigen Damen schlank bis mittelschlank und mollig.
Ganz oben hingen Glitzerlampen von der schwarzen Decke und bis auf eine Tür waren alle geschlossen. Eine richtig fette Frau stand in der einzigen offenen Tür und schepperte mit einem Eimer herum. „Na Schatzi“, grinste sie fett, „für 20 DM mach ich es dir!“, forderte sie mich auf und weil die Geilheit mit dem vorläufigen Herztod durch Pulshämmern drohte, ließ ich mich auf das Angebot tatsächlich ein. Sie schloss die Tür rasant schnell hinter mir, kassierte noch ab, drückte mir ein Kondom in die feuchte Hand, hob dann ihren Rock und ich sah ihren gewaltigen, fetten Arsch. Sie streckte mir das Teil entgegen und ich schob mich mit verschlossenen Augen in die Dicke hinein, während sie mich mit krächzender Stimme anfeuerte.
“Come on, Schatzi. Do it.”
Damit ich herumrubbeln konnte, musste ich die Arschbacken mit aller Kraft auseinander ziehen.
Nach ca. 5 min war alles vorbei, ich riss die Hose wieder hoch und machte mich auf den Weg.
Gut gelaunt erwartete ich um 14 h meinen Chef und als er mich fragte was ich in der Zwischenzeit gemacht hätte, sagte ich schnell, Bildzeitung und Motorradmagazin gelesen.
Ich fand mich auf den Straßen und Fahrten gut zurecht und nachdem wir einen Termin in Mainz wahrgenommen hatten, fuhren wir wieder nach Frankfurt, wo der Chef um 19 h noch eine Vernissage eröffnete.
In meinen grauen Anzug gesteckt und frisch geduscht durfte ich feststellen, dass es ein grauenvoller Abend wurde. Mit der ausgestellten Kunst konnte ich gar nichts anfangen und aus absoluter Langeweile schlürfte ich ein paar Biere.
Der Chef hatte viele Kontakte hier, es gab so gut wie keinen, den er nicht kannte, begrüßte und ein persönliches Wort an ihn richtete.
Außerdem trank er eine Menge Bier, aber ich konnte ihm den wirkenden Alkohol nicht anmerken.
Der absolute Höhepunkt dieser grauenvollen Veranstaltung war dann wieder einmal das elegante Buffet, auf das sich alle Anwesenden stürzten, als hätten sie Tage nichts zu Essen bekommen, außer Müsliriegel. Nur der Fahrer zu sein, hieß aber abzuwarten, bis die Welle der Ausgehungerten vorbei gezogen war. Wenn das Buffet dann wieder aufgefüllt worden war, durfte ich gehen.
Den Rest der Woche verbrachte ich, wenn traurigerweise nur mit Tagestouren an Rhein und Ruhr. Aber schon die folgende Woche wendete sich das Blatt wieder zu meinen Gunsten und München und Nürnberg standen auf dem Tourenplan. Unter dem Bauchnabel abwärts frohlockte es schon wieder, als die kopfschüttelnde Protestzickensekretärin mir entgegen näselte, dass beide Städte längere Aufenthalte bedeuten würden. Ob das für mich in Ordnung sei? Und ob meine Freundin, denn damit klar kommen würde, dass ich so viel unterwegs war? Ich ignorierte ihren kleinen Versuch mich auszuquetschen. Das ging sie nun wirklich nichts an, ob ich eine Freundin hatte oder nicht. Nichts zu sagen, entschied ich mich, hält alle Optionen bis auf Weiteres offen.
Auf der Fahrt nach Nürnberg bemerkte ich verwundert, dass mein Chef sich mit mir unterhalten wollte. Ich stellte auf den Tagestouren fest, dass er mich als Gesprächspartner immer öfter in Erwägung zog. Das machte mich irgendwie stolz und froh, einem Bildungsbeflissenen dienlich sein zu können. Die gesamte Strecke nach Nürnberg war geprägt von seinem Sendungsbewusstsein nicht nur den Sportteil der Bildzeitung, sondern gelegentlich auch einmal die Tageszeitung oder gar die Süddeutsche zu lesen. Während er dozierte, spekulierte ich schon scharf nachdenkend über meine Nachmittagsaktivitäten.
In Nürnberg angekommen setzte ich ihn wieder in einem seiner schicken Edelhotels ab und machte mich in meine standesgemäße Behausung, um die Tasche los zu werden. Ich tat einige für mich und meinen Geldbeutel angesagte Puffs auf.
Wieder lernte ich etwas Neues kennen: Ich setzte mich in eine Einzelkabine. Diese sah in Nürnberg besser aus, als die auf der Reeperbahn.
Vorher musste ich aussuchen, welche von den scharfen Ludern ich sehen wollte. Nachdem ich Geld eingeworfen hatte, erschien eine Minute später tatsächlich eine ultrascharfe, mit roten Strapsen, dunkler Haut und riesigen Titten ausgestattete Hure hinter der Glasscheibe. Ihre Seite war hell, meine dunkel. Ich schob meine Finger in meine Hose, während sie sich mit gespreizten Beinen lasziv auf einen Stuhl setzte, sich die Lippen und die Finger nacheinander ableckte, dabei in meine Richtung schaute und es sich dann selbst besorgte. Sie warf ihre schwarzen, langen Haare in den Nacken.
Ich explodierte schon, als ich das alles mit den Augen aufsog. Meine Finger und die Hose waren nass, egal.
In den letzten 2 Wochen erlebte ich mehr fragwürdige, geile, verwirrende Dinge, als mein katholischer Charakter fassen konnte. Am Abend beschloss ich trotzdem, es mit einer Hure zu treiben. Der Chef hatte mir bis zum nächsten Morgen frei gegeben, so konnte ich stressfrei auf die Suche gehen.
Aber schon die erste, die ich traf versprach Glück und Verheißung. Sie war ca 22 Jahre alt, 1,70, schlank, hatte schulterlange, dunkle Haare und trug einen schwarzen Sting, weißes Top und schwarze Lackstiefel.
Ich sprach sie an, aber sie erwähnte, dass jetzt Feierabend sei. Ob ich Lust hätte, ein Bier mit ihr zu trinken.
Schon nach dem ersten Getränk schleppte sie mich zu sich nach Hause, in ein pinkes Zimmer mit Plüschdekoration, zerrte mich aus meiner Hose und zeigte mir, wie man es richtig treibt. Vor allem in welcher Stellung, außer der Missionarsstellung, es noch Spaß macht. Sie bearbeitete mich bis in die Morgenstunden, zeigte mir wie man eine Frau oral befriedigte und dass ich nur dann ein guter Lover werden konnte, wenn ich mir Zeit ließe. Nicht so voreilig ermahnte sie mich immer wieder, bis ich am Morgen weniger voreilig gehen musste.
Der Chef kam ein paar Minuten zu spät aus seinem Hotel und so hatte ich noch Zeit mir durchs Gesicht zu reiben und die müden Augen zu bearbeiten. Am frühen Morgen nach all ihren Lektionen, fühlte ich mich endlich wie ein ganzer Mann, als ich sie schließlich mit aller Härte schonungslos von hinten nahm und ihr gleichzeitig auf den Arsch schlug. Sie schrie vor Vergnügen.
Zurück in der Realität meines Jobs, ließ sich der Chef im Wagen nieder und ich beförderte die wieder tonnenschwere Tasche in den Kofferraum. Der Chef wollte schon wieder mit mir eine Unterhaltung anzetteln und fragte mich, was ich denn so gemacht hätte und warum ich so müde aussähe. Dabei schaute er mir ins Gesicht und ich meinte ein Grinsen in den Augen zu sehen. Ich entgegnete auf seine Fragen immer das unverfänglich Gleiche: viel gelesen, bis spät in die Nacht.
„Aha.“, war seine- meine Antwort.
Den Termin in München absolvierte er recht schnell und wollte dann als Selbstfahrer gleich zurück nach Köln. Fast fürsorglich befahl er mir, mich endlich hinten auf dem Rücksitz auszuschlafen, statt zu protestieren.
Trotz aller Härte des Tagesgeschäftes, die sich für mich in Pünktlichkeit und Unterordnung definierte, fing ich langsam an, ihn zu mögen. Immer öfter meinte er, dass ihm mein Fahrstil gut gefallen würde - was mir sehr schmeichelte, aber ansonsten hätte ich jedoch wenig Fähigkeiten mich unterzuordnen. Sicherlich wäre das mehr als ungünstig für einen Arbeitnehmer, vom Arbeitgeber einmal ganz zu schweigen. Ich wusste nicht, ob das als Kritik oder Kompliment gemeint war. Die Zeit würde es zeigen...
Am Abend setzte der Chef mich an meiner Kölner Adresse ab und fuhr sich selbst nach Hause.
Mit meinem Kumpel musste ich dann noch eine kleine Runde durch die nächsten Kneipen drehen, aber ich hatte soviel erlebt, dass auch ich alles Erlebte erzählen wollte.
Er schüttelte ungläubig den Kopf und verlangte Beweise. „Mein Gott, Madonna.“, brachte er nur hervor, als ich ihm das Beweisstück hinter der Kneipentoilettentür auspackte: Meine vollkommen gerötete und wunde Eichel.
Darauf ließen wir das Kölsch richtig durchlaufen. Ich weiß nicht, wie viele wir tranken, auf jeden Fall wussten wir beide am anderen Morgen nicht mehr, wie wir ins Bett gekommen waren. Um 9 h wurde ich wach und beschloss in die Kirche zu gehen, eine Kerze anzuzünden und für eine Festanstellung zu beten: die Dorfflucht, eine eigene Wohnung und geregeltes Geld sollten in Erfüllung gehen.
Von der Kirche ging für mich seit jeher eine magische Kraft aus.
Immer schon zog ich mich gerne an sakrale Orte zurück und betete bei einer angezündeten Kerze, wie auch an diesem Morgen. Es lasteten aktenberghohe schwere Sünden der letzten 2 Wochen auf mir:
Hatte ich tatsächlich Sünden begangen? Ist Sex dazu bestimmt, Kinder zu machen oder um Spaß zu haben? sinnierte ich weiter.
Die Dorfbewohner taten und erlebten alles das, was ich gemacht hatte bestimmt nicht einmal im nächsten Leben – so stellte ich mir das jedenfalls vor! Vielleicht würde die Höchststrafe für meine Sünden eben keine Anstellung als Fahrer beim Chef im Politbüro sein? Sofort zündete ich noch 2 weitere Kerzen an und spendete 5 DM in den Schlitz der Kerzendose.
Paris
Das Politbüro meldete sich mit näselnder Protestzickensekrtärin. Es ginge nach Paris. Ich solle 4 Tage dafür einplanen. Paris! Ohne Worte, fast der Ohnmacht nahe, hatte ich unzählige Französinnen vor Augen, die alle gierig ihre Hände nach mir ausstreckten. Ah,oui!!
Akribisch bereitete ich die Reiserute vor, besorgte einen Stadtplan und machte mich bezüglich käuflicher Liebe schlau. Nicht zu verachten war auch die Aussicht darauf, wieder gutes Geld zu verdienen. Doch das schien in Aussicht auf französische Frauen sekundär.
Pünktlich am vereinbarten Donnerstag um 14 h holte ich den Chef ab, wir mussten zügig fahren, denn um 19 h war schon der erste Empfang anberaumt.
Unterwegs zettelte der Chef wieder ein Gespräch mit der Frage an, ob ich Paris kennen würde. Dabei lächtelte er mich erwartungsvoll an. Seine kleinen, hellen Augen glänzten dabei. Er bot mir fröhlich an, dass er gerne eine kleine Stadttour mit mir machen würde, um mir den richtigen Einblick und das Wesen von Paris näher zu bringen.
Fast die gesamte Strecke unterhielten wir uns. Ich staunte, dass er so bester Laune war. Schließlich kannte ich ihn auch schon anders. Was war denn mit ihm los? Wahrscheinlich freute er sich auch auf die französischen Damen?
Meine Vorfreude auf diese Tour war ungebrochen und gab daher Antworten auf all seinen Fragen und hörte sogar fleißig zu, was er zu erzählen hatte.
Um 19 h waren wir vor seinem Hotel, den dicken Daimler wollte er am Abend behalten und für den nächsten Tag bekam ich den Auftrag ihn um 10 h zu Fuß abzuholen, um dann Richtung Fontainebleau zu fahren.
Aha.
So wanderte ich zu meiner kleinen Behausung ein paar Ecken weiter und bezog ein Minizimmer mit Blumentapete und einem französischen Bett.
Nach einer Stunde der Entspannung, kaufte ich im Minisupermarché an der Ecke ein Baguette, Käse und Rotwein. Immerhin befand ich mich in Frankreich und ich benötigte diese Grundausstattung für mein leibliches Wohl.
Nach der Nahrungsaufnahme musste ich dringend ins Leben, um meine weiteren täglichen Bedürfnisse zu befriedigen. Ich hatte etwas mehr als Erregendes vom Bois de Boulogne gelesen. Außerdem erzählte man mir wissend und grinsend von dem Park auch an der Kaffeebude um die Ecke in Köln. Dieser Park musste jetzt mein Ziel sein. Mit dem Stadtplan in der linken Hosentasche machte ich mich noch schnell ein bisschen frisch, ein Hauch Parfum könnte nicht schaden und die dunklen, etwas zu lang gewordenen Haare wurden mit reichlich Wasser und Gel aus dem Gesicht noch hinten gestylt.
Zur Metrostation fand ich ohne nachzufragen, steckte mir noch eine Gitane in den Mundwinkel und mein inneres Bild eines Franzosen war perfekt. Ich fand mich cool.
Bald stand ich vor diesem riesigen Park. Was auch immer mich da jetzt verheißungsvoll erwartete, ich würde es sehen und so lief ich diverse Wege im Dämmerlicht ab, fand das alles ganz romantisch hier und entdeckte plötzlich nach der letzten Biegung des Weges eine kleine Strasse, die vorher nicht einsehbar. Hier herrschte jetzt tatsächlich lebhafter Verkehr, ohne vier Räder.
Auf dieser Strasse hielten sich der Auto-und Frauenanteil die Waage. Eine Französin schärfer als die andere waren zu sehen. Kaum zu glauben. Während ich das so betrachtete, raschelte es stöhnend neben mir im Gebüsch. Weiter entfernt an einer andern Stelle im hohen Gras der angrenzenden Lichtung hielt sich eine an einen Baum fest. Mit hochgezogenem Rock ließ sie es sich von hinten besorgen. Unglaublich. Wo war ich denn hier? Paradiesische Zustände, Disneyland in der Livesex-Version. Die beiden auf der Lichtung waren fertig, sie zog den Rock herunter und fummelte sich ihre Titten zurecht, während der Typ im Dunkeln verschwand. Sie wendete sich, um es direkt einem anderen, hinzugekommenen Typen zu machen. Mir flimmerte es ob des Überangebots vor den Augen.
Ich machte mich, wahrscheinlich wieder mit riesigen Momo-Augen ein paar Schritte weiter auf den Weg, da fasste mich urplötzlich eine zarte, aber bestimmende Hand am Handgelenk und zerrte mich ins Gebüsch. Ich erkannte eine große, schlanke, dunkelhaarige Frau, der die Hand gehörte. Sie beschwatzte mich auf Französisch, wartete meine Antwort nicht ab und packte mir direkt und unmissverständlich in den Schritt. Mein Schwanz wurde betonhart. Dann zog sie mir die Hose herunter, ging vor mir auf die Knie, schnappte mich mit ihrem Mund und fing an, mir extrem gekonnt einen zu blasen. Für meine Verhältnisse überirdisch gut. Fast wäre ich beim tosenden Orkanorgasmuns umgefallen. Dann spuckte sie meinen Saft aus, lachte laut, zog sich die Bluse zurecht und fummelte an ihrem Minirock, die Kombination, die hier wohl alle Frauen anhatten. , Nachdem ich benommen die Hose hochgezog, kam ich auch langsam wieder zu Sinnen. Sie jedoch spreizte vor mir lasziv ihre Beine, so dass der Rockstoff spannte und dann zog sie den Rock ganz nach oben. Wollte sie mich etwa schon wieder anmachen? Der Stoff schob sich noch weiter hoch und nun war ich tatsächlich der Ohnmacht nahe. Das was ich zu sehen bekam, hatte ich nicht erwartet: Vor mir baumelte ein riesiger Schwanz an der Frau. Die letzte Gehirnschaltung gab zu Protokoll, dass ich an eine Transe geraten war. Oh Mann, so war da nicht geplant.
Ich taumelte gequält und ziemlich bestürzt über diese Wendung die Lichtung entlang, vorbei an den rammelden Typen, zurück an die Strasse. Bei den vielen Frauen dort fühlte ich mich fast in Sicherheit, während mein Puls hämmerte und das Hirn schrie. Wieso hatte sie mich ausgesucht? Oder sollte ich vielmehr „er“ sagen? Warum ausgerechnet ich? Vielleicht wegen der gegelten Haare oder der Gitane im Mundwinkel? Na immerhin hatte ich keinen Franc dafür zahlen müssen und „es“ war schnell wie eine Viper, im nächsten Gebüsch verschwunden.
Trotzdem wollte ich einen solch wahnsinnigen Orkan schnellstmöglich noch einmal erleben, bevor ich morgen weiter ins feine Fontainebleau musste.
Meine Schritte wurden auf dem geteerten Sträßchen wieder fester, bis es plötzlich kein Weiterkommen mehr gab. Die kleine Straße war hier mit einer Wendemöglichkeit zu Ende.
Meinen Augen flimmerten wieder: da stand noch ein Auto. Meine neue Chance vielleicht? Aber dann registrierte meine Netzhaut und mein Gedächtnis, dass mir das Auto bekannt vorkam. Genau genommen sah ich das Kennzeichen des Mercedes sofort. Das war der dicke Daimler! Mit Kölner Kennzeichen! Mit den Initialen des Chefs! Das war ja eine Überraschung. Wie kommt der denn hierher? Interessant.
Sollte der tatsächlich hier im Bois de Boulogne auf der Suche nach einem Abenteuer sein? Augenblicklich wieder bei allen Sinnen und hellwach, nahm ich mir vor ihn zu warnen, sofern er hier irgendwo sein sollte. Mein eben erlebter Orkan stellte sich ja nun schließlich in Verbindung mit einer Transenviper heraus.
Vorsichtig schlich ich durch verschiedene Sträucher und Büsche weiter, den Blick dann auf eine weitere inzwischen fast im Dunkeln gelegene Lichtung gerichtet.
Schemenhaft erkannte ich 2 Typen, die eine Frau von hinten fickten, wenn es dann eine war. Sie hielt sich am Baum fest, den Oberkörper nach vorne gebeugt. Die Typen machten es abwechselnd und raunten französisches Zeug dabei. Ich schlich mich weiter heran und wollte unbedingt wissen, ob einer der beiden Akteure vielleicht mein Chef war. Hier im Dunkeln liefen wohl noch andere herum, die schnell huschenden Schattenfiguren waren bei näherer Betrachtung alles Typen, die wohl den schnellen Sex suchten. Überall aus den umliegenden Büschen drangen Gesprächsfetzen an mein Ohr. Das war wohl eine wahnsinnig geile Ecke hier.
Nach einer kurzen romantischen Eingebung vermerkte ich, dass die Sterne sich am klaren Himmel zeigten und die angenehmen 20 Grad machten das Szenario perfekt. So konnte man es draußen treiben.
Keiner von beiden war mein Chef, das bemerkte ich schnell, aber jetzt erkannte ich noch einen dritten Mann, der daneben stand und sich selbst befriedigte. Ich wollte noch mehr sehen, meinen Voyerismus befriedigen und sehen wie die Frau gefickt wurde: so war das völliges Neuland für mich. „Sie hat kurze Haare?“, dachte ich und dann kam es.
Es war wieder keine Frau: Das war mein Chef! Von 2 Männern wurde er bearbeitet. Mir blieb die Luft weg. Oh Mann!
Plötzlich schaute er hoch, in meine Richtung und so nahe stehend, musste er mich erkannt haben. Sch....
Ich lief so schnell ich konnte. Weg hier.
Das war definitiv zu viel- ich war völlig verwirrt- eine schwule Ecke- mein Chef wurde kräftig gefickt! Sonst ein Kerl im Leben, konnte sich überall durchsetzen, machte den Frauen Komplimente und hier zog er die Hose aus, wurde von 2 Männern ran genommen und einer schaute wichsend zu. Irrsinn. Der totale Irrsinn. Mein dörflich-katholisches Hirn drohte durchzubrennen.
Oben an der Hauptstrasse nahm ich das allererste Taxi, was ich bekommen konnte. Mit der Metro zu fahren kam mir in der Aufregung gar nicht erst in den Sinn. Dem Taxifahrer fuchtelte ich mit der Visitenkarte des Hotels vor der Nase und ließ mich schnellstmöglich wegbringen - weit weg vom Bois.
Während der Fahrt dachte ich unentwegt daran wie der Chef zu mir geschaut hatte. Ich wusste ganz sicher, dass er mich erkannt hatte und hundertprozentig würde ich morgen von ihm entlassen werden...verficktes Leben- im wahrsten Sinne. Neugier am falschen Ort, mit zu bekannten Akteuren. Es hatte alles gut angefangen und würde vorschnell enden... da war ich mir sicher. Ich erinnerte mich da deutlich an den Fick mit Ulrike...
Hätte ich mich doch besser selbst befriedigt, statt in den Bois de Boulogne zu rasen. Na ja, immerhin blieb der Trost, dass eine Transe mir einen überdimensionalen Orgasmus verpasste und das auch noch kostenfrei.
