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BK-X Die Sonderermittler des BKA Das BK-X besteht aus mehreren Ermittlerteams, die vom BKA angefordert werden können, wenn das LKA oder z.B. Ministerien organisierte Kriminalität in allen Facetten bekämpfen. Auslöser für die Aufstellung der BK-X Gruppe war das Versagen der Behörden im Fall der NSU, wo sich Verfassungsschutz und Polizei gegenseitig im Weg waren. Oft ist es so, dass man in solchen Ermittlungen stecken bleibt, weil Korruption und Filz einen Erfolg sabotieren. Deshalb braucht man unabhängige Kriminalisten von außen, die sich einschalten und andere Saiten aufziehen. Man entsendet so ein Team nur wenn es dicke Bretter zu bohren gilt.
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Seitenzahl: 168
Veröffentlichungsjahr: 2015
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Stephan Schneider
BKX
Das Schwarzberg-Komplott
Dieses ebook wurde erstellt bei
Inhaltsverzeichnis
Titel
BK-X Sonderermittler des BKA
In einem Wald morgens während einer Treibjagd.
Szene an einer Currywurstbude am nächsten Mittag
Szene im Besprechungsraum des LKAs
Vor dem Polizeigebäude
In einem ÖPNV Bus
Im Auto der Sonderermittler.
Rathaus in Waldhausen Parkplatz und dann Büro des Bürgermeisters
Rathaus Treppenhaus
Vorplatz des Rathaus mit Hauptstraße
Pension Altstadt von außen eine heruntergekommene Wirtschaft im Stil der 60er Jahre.
Pilsstube mit Tresen, ebenso runtergekommen wie der Rest.
Kellerräume der Pension. Dunkel und muffig.
In der Pilsstube abends. Alles verqualmt und düster.
Fußweg durch den Ort und einen Waldweg
Tierpark Eingangsbereich auf einem Hügel. Vor einer Holzhütte.
Auf dem Gelände des Parks in den Ställen und Gehegen.
Auf einem sehr noblen Gestüt mit Wellnesshotel in der Nähe von Waldhausen.
Im Frühstücksraum des Hotels
Vor dem Hoteleingang und dem Parkplatz
Vor dem Wohnhaus von Dr. Laumann. Normale Wohngegend.
Im Auto der Ermittler.
Vor dem Wohnhaus der Laumanns.
Im Tierpark neben der Holzhütte an einer Grillstelle
Waldweg und Straße im Dorf
Vor einem sehr ansehnlichen Mehrfamilienhaus im italienischen Landhausstil mit großem Garten.
In der sehr stattlich eingerichteten Wohnung im italienischen Villenstil.
Im Wagen von Dr. Laumann
Im Wagen der Ermittler
Im Mercedes des Bürgermeisters auf dem Weg zur Polizei.
Im LKA Besprechungsraum und dem Büro des Chefs.
In der Stammkneipe am Abend.
Im Auto der Ermittler.
Straßenszene im Dunkeln in Kaffingen
Straßenszene im Dunkeln vor dem Haus der Feuerofens
Im Hotelrestaurant Waldhof
Auf dem Fussweg durch Kaffingen
Im Auto des Vorarbeiters Günther Kahl
Im Tierpark vor der Holzhütte
In der Frühstückspension in Kaffingen
Im Restaurant des Waldhofs
Im Auto der Ermittler
Vor dem Haus der Feuerofens
Im Besprechungsraum des LKA
Vor dem LKA-Gebäude
Waldhausen vor einem alten Backsteingebäude. Praxis Dr. Kreitner
Arbeitsraum in der Praxis
Im Auto der Ermittler
Ein einfaches Wohnhaus in Kaffingen, Kants Wohnung.
Im Auto der Kommissare Fahrt zur Stammkneipe
Im LKA-Gebäude
Szene wie der Wagen in der Schanzenstraße ankommt
Im Arbeitsraum des Dr. Laumann
Szene im Esszimmer der Laumanns
Im Wohnzimmer der Laumanns
Im LKA-Gebäude
Vor der Kneipe
Impressum neobooks
Das Schwarzberg-Komplott Diese Geschichte ist frei erfunden. Jede Ähnlichkeit mit lebenden oderverstorbenen Personen, ebenso Orte und Einrichtungen, ist nicht beabsichtigt und rein zufällig.
Bei einer Treibjagd sieht man im Dunst eines dampfenden Waldes eine Horde von Jägern und Treibern durch das dampfende Unterholz stapfen. Das Areal ist ein weitläufiger Wald mit Dickicht und Lichtungen. Nebel wabert und die Sonne versteckt sich hinter einem dichten Dunstschleier. Ein Treiber mit orangefarbener Weste hält inne und macht sich zitternd einen Zigarillo an. Das Zippo lässt den Tabak aufglimmen und der blaue Dunst nebelte kurz das Gesicht ein. Der Mann inhaliert den Rauch tief ein und atmet ihn dann langsam wieder aus. Durchs Unterholz schallen die Schüsse der Jäger und man hört wie sich die Tiere in Sicherheit bringen. Es beginnt ganz leicht zu nieseln und der Treiber raucht in der hohlen Hand weiter, immer wieder um sich blickend. Aber er sucht nicht das Wild, er wartet auf einen Artgenossen.
Hinter ihm knackt kurz das Holz und sein Hund blickt aufgeregt hoch. Da kommt ein Mann in grünen Kleidern näher. Man sieht nur die Gummistiefel und wie der Hund aufgeregt mit dem Schwanz wedelt.
„Endlich... ich will jetzt die Unterlagen, ALLE, und Ich will dass Herby auf dem Schrott landet. Endgültig weg vom Fenster. Das war abgemacht.“
Man sieht den anderen Mann immer noch nicht von vorne, aber man erkennt, dass er nickt. Er greift in seine linke Innentasche und der Treiber zuckt schon zusammen. Doch es kommt keine Waffen zum Vorschein, sondern ein silberner Flachmann. Er dreht den Verschluss auf und setzt an, reicht ihn dem Gegenüber und auch der nimmt einen Schluck Cognac. Gibt den silbernen Durstlöscher zurück und zieht entspannt an dem Zigarillo. Der andere Mann packt ihn weg, weist mit der Hand nach vorne und der Treiber meint „Willst du es mir vorne in der Hütte geben?“.
Wieder nickt der Andere ohne das man sieht wer es ist. Der Hund nimmt schon Tritt auf und die beiden gehen hintereinander weiter. Der Treiber zieht nervös an seinem Zigarillo und redet beinah zu sich selbst „Das wurde aber auch Zeit ich hab lange genug gewartet und hab euch ja auch alles abgeliefert. Wieso treffen wir uns eigentlich hier und heute, bei dem Wetter?“.
„Pssst“ macht der Unbekannte von hinten und will dass der andere leiser ist. Sofort schweigen beide und man hört dafür umso deutlicher die Treiber in dem Wald, sieht aber nichts. Man ist alleine und der zweite Mann greift an seine rechte Seiten, wo ein Holster mit einem Revolver sitzt. Er öffnet die Schnalle zieht den Revolver und spannt ihn beim Hochziehen. Der Treiber hört nur noch das Klacken des Hahns und hält erschrocken inne.... zu spät. Mit den Schüssen aus der Ferne, die dem fliehenden Wild gelten wird auch der Treiber niedergestreckt. Die Kugel trifft ihn in den Hinterkopf, durchschlägt den Schädel und zerfetzt das Gesicht beim Austritt. Er fällt nach vorne in den Schlamm. Der Schütze kommt näher und schießt erneut in den Rücken wo das Herz liegt. Der Zigarillo in der Hand geht aus, als die Feuchtigkeit des Bodens ihn auslöscht. So wie das Leben aus den Augen des Toten erloschen ist. Der Hund bleibt ganz unruhig aber gibt keinen Ton von sich. Er beschnuppert die Leiche von oben bis unten, stupst ihn an und blickt dabei ganz treu. Dann streckt auch ihn eine Kugel nieder. Der Todesschütze steckt den rauchenden Revolver in sein Holster, zieht wieder den Flachmann, trinkt ihn in einem Zug leer. Er verschwindet wieder, während es immer stärker regnet.
Detlev Gebhardt und Jürgen Krämer, zwei abgehalfterte Kripobeamte essen eine schnelle Currywurst mit Bierchen und reden belangloses übers Wochenende. Beide sind bei der Mordkommission und nicht die hellsten Leuchten. Gebhardt ist Mitte 40 und leicht untersetzt mit Halbglatze und Bierbauch. Krämer ist 10 Jahre jünger und die klassische Bohnenstange, dünn und schlaksig. Unpassenden Koteletten und mit einem Ziegenbart. Optisch schon ein deutlicher Kontrast zu seinem Chef. Detlevs Handy geht und er greift in seine Jackentasche um es ungeschickt herauszuholen. Die Sauce am Mund mit der Zunge ab schleckend meldet er sich. „Ja Chef“. Er sieht die Nummer des Präsidiums und weiß wer dran ist. „Kommt sofort ins Büro! Es gibt Arbeit. Ich hoffe ihr seht gut aus, nicht wie sonst. Welche Schuhgröße habt ihr beiden?“„Wieso Gummistiefel. Gab's nen Rohrbruch oder machen wir ne Angeltour, was is los, und klar sehen wir gut aus. Immer doch Chef“. Er nimmt einen Schluck aus der Bierflasche und rülpst leicht aus.
„Quatsch nicht – die Größe?.“
„Ok...ich hab 10 und Jürgen 11“.
„Alles klar und jetzt kommt rein, wir warten, aber flott“.„Beeil dich Jürgen wir haben Arbeit... Hast du gehört,... wir brauchen Gummistiefel.“„Will der Chef uns ins Wasser schicken?“
„Keine Ahnung, aber er ist nicht alleine! Klingt wichtig“.Die beiden essen hastig auf und werfen die leeren Pappschalen in den Müll. Detlev leckt sich die Sauce von den Lippen und fährt sich danach mit der Serviette über den Bart. Die Bierflaschen leeren sie brav, steigen ins Auto und düsen los.
Detlev und Jürgen tappen nach einem kurzen Anklopfen ohne zu Warten in das Büro des Chefs. Da erwarten sie schon vier Herren in gut sitzenden Anzügen. Vor den Anwesenden stehen leere Kaffeetassen. Ein Beamer summt leise, die Jalousien sind ausgefahren und verdunkeln den Raum. Der Chef kommt hastig auf sie zu.
„Na endlich wir warten schon die ganze Zeit. Habt ihr wieder an der Wurstbude eure Zeit vertrödelt. Seit ihr wenigstens noch nüchtern?“: mault der Chef sie flüsternd an. „Ja das Leben ist manchmal schon ungerecht, immer diese Warterei. Was gab es in der Kantine?“: süffisierte Detlev etwas unbeholfen und in den Gesichtern der unbekannten Herren sieht er die ersten missbilligenden Blicke .
Ein Beamer projiziert Bilder der Leiche eines Jagdtreibers an die Wand. Der Chef überspielt das gekonnt und fängt an zu erklären:
„Also ich stelle sie mal kurz vor... das ist der Herr Staatssekretär Jung aus dem Justizministerium, das ist Herr Staatssekretär Wolf aus dem Finanzministerium und das sind zwei Kollegen vom BKA. Sonderermittlungsgruppe für organisierte Kriminalität... äh ich hab ihren Namen vergessen... König und Schneider?“.
„Dr. Kaiser. Kriminalrat Dr. Kaiser und mein Kollege Hauptkommissar Mayer. Wir sind Ihre Kollegen bei den Ermittlungen.“
„Äh ja also das sind einmal Herr Hauptkommissar Gebhardt und daneben Kommissar Krämer von der Mordkommission.... also ich fang mal an.“: erklärt der Chef.
Die Männer geben sich die Hand wobei Gebhardt keine gute Figur macht. Er wollte über Kreuz den Handschlag mit Wolf anbieten, was dieser aber deutlich ignorierte. Gebhardt macht eine abfällige Geste indem er den Mund verzieht.
„Also heute Morgen wurde dieser Tote hier gefunden. Er war gestern bei einer alljährlichen Treibjagd eingesetzt und ist dabei erschossen worden... und so wie das aussieht aus nächster Nähe erschossen worden, einmal ins Herz und einmal in den Hinterkopf. Also sicher kein Unfall... und den Hund hat es auch erwischt“.
„Das war ja kein fröhliches Halali“: bemerkt Gebhardt pietätlos.
„Nein das war eine Hinrichtung und es war nicht die erste.“: meint Jung und fährt fort. „Es sind jetzt zwei Tote“.
„Ich seh nur einen oder liegt da noch einer drunter? Den Hund meinen sie ja nicht oder“: witzelt Gebhardt und erntet ungehaltene Blicke dafür. Sein Chef wackelt mit dem Kopf und übernimmt das Wort:„ Was der Herr Staatsekretär meint ist, dass es in Waldhausen. Dort war die Jagd vor... 3 Monaten einen fragwürdigen Selbstmord gab, und damals war schon nicht ganz sicher, dass es ein Suizid war. Jetzt nach diesem Mord, erscheint das alles in einem anderen Licht.“ Der Chef setzt seinen Vortrag fort:„ Der Tote heißt Feuerofen. Ein Angestellter der Gemeinde Waldhausen und ein Akteur der örtlichen Politik. Das andere Opfer davor hieß Michael Kant und der war ebenfalls in der Politik tätig. Er wurde erhängt gefunden und ein Abschiedsbrief auf dem noch angeschalteten Laptop, der seinen Selbstmord aus Depression erklärt. Alles ziemlich dubios aber es gab nur vage Hinweise auf einen Täter oder Fremdeinwirkung. Die Ermittlungen führten ins Nichts. Es gab keine Zeugen und der einzige Verdächtige hatte ein glaubwürdiges Alibi. Aber die Mutter des Opfers hat hartnäckig behauptet, dass sich ihr Sohn niemals selbst umbringen würde.“„Und wieso denken Sie gibt es da einen Zusammenhang?“: bemerkt Jürgen kritisch nachfragend. „Nun das liegt daran, dass wir einen anonymen Hinweis bekommen haben, dass da in Waldhausen etwas nicht stimmt und der Fisch stinkt hier vom Kopf her.“
Der Staatssekretär für Finanzen Wolf reißt das Gespräch an sich und erklärt: „Ich will ihnen das mal umreißen und dann wissen Sie worauf wir hinaus wollen. Die Gemeinde Waldhausen wird seit fast 30 Jahren von der gleichen Partei beherrscht und damit meine ich auch beherrscht. Dort hat sich der Bürgermeister Herbert Schwarzberg quasi ein kleines Fürstentum aufgebaut. Alles ist mit seinen Leuten durchsetzt und jede Planstelle wird nur nach Parteibuch und Wohlwollen des Chefs besetzt. Selbst die anderen Parteien sind im Boot oder Matt gesetzt. Sie werden gekauft oder so lange eingeschüchtert, bis es keinen Widerstand mehr gibt. Alle sind eingeknickt bis auf einen und der soll plötzlich Selbstmord verübt haben... sehr merkwürdig. Bis zu seinem Tod hat Kant sich eingemischt und Hinweise auf .. sagen wir Ungereimtheiten gesammelt. Sie müssen wissen, dass eine Gemeinde wie Waldhausen in den letzten Jahren enorme Bautätigkeiten für insgesamt … 33,9 Millionen angestoßen hat. Insgesamt hat Herr Schwarzberg weit über 500 Millionen Euro während seiner Amtszeit verausgabt. Da wären selbst kleine Anteile durch Bestechung enorm lukrativ, aber schwer zu beweisen. Kant hat nachgerechnet und publiziert, dass die Gemeinde in kurzer Zeitzahlungsunfähig wäre, aber trotzdem noch Einstellungen von Schwarzbergfreunden durchgewunken wurden und ein Bauprojekt zur Ortskernsanierung in Kaffingen für über 3 Millionen €. Das Geld hat die Gemeinde sich geliehen und wie üblich an die Baufirma DÄNTECH überwiesen. Diese Firma steht schon seit längerem im Verdacht illegal Bauprojekte zu ergattern... das Volumen der DÄNTECH beträgt insgesamt fast 75 Millionen Euro im Jahr. Davon fast ein 1/3 von Schwarzberg. Kant hat öffentlich erklärt, dass er es für möglich hält, das hier in ganz großem Stil gemauschelt wird. Also steckt hinter dem Mord etwas nicht alltägliches und sehr viel mehr als sie beiden so gewöhnt sind. Was ich sagen will.
Die Sache scheint für sie einfach eine Nummer zu groß und zu wichtig. Wenn sich herausstellt, dass da was dran ist geht es um Abermillionen Schmiergeld und Schäden für den Steuerzahler. Wir schätzen den Schaden auf über 10 Millionen Euro reine Schmiergeldzahlung und nochmal 50 Millionen durch absurde Ausgaben der Kommune, die indirekt dafür sorgen, dass Schwarzberg seinen Hofstaat unterhält.“
„Vergessen sie die beiden Toten nicht, das ist unser Fachgebiet .... was hat denn Feuerofen getan, um getötet worden zu sein.“ unterbricht Detlev und schenkt sich einen Kaffee ein. Jung setzt den Vortrag seines Kollegen fort und erläutert:„ Für uns war dieser Feuerofen ein ganz heißer Kandidat für eine erfolgreiche Ermittlung. Er besaß ein völlig unverhältnismäßiges Haus und zwei teure Wagen und das bei einem Gehalt als Tierpfleger im örtlichen Tierpark. Er wäre von uns in jedem Fall sehr bald observiert und durchleuchtet worden. Wir waren schon dran und hatten einige Hinweise entdeckt. Aber am meisten wissen wir schon über die DÄNTECH“. Er sieht zu Kriminalrat Kaiser rüber.
„Danke schön, ich bin an der Sache DÄNTECH schon seit längerem dran. Deswegen haben mir die Herrn Staatssekretäre die Leitung in diesem Fall anvertraut. Bzw. sich an das BKA gewandt und unsere Dienststelle war gleich hellhörig als wir die Details erfuhren.Wir werden sie beide als verdeckte Ermittler in den Kommunalbetrieb einschleusen. Sie werden sofort Kontakte knüpfen, in die örtlichen Parteivereine eintreten und sich da breit machen. Klopfen sie als neue Genossen und Kumpel auf den Putz. Sie kriegen genug Geld, um auch mal Leute frei zu halten, eine Runde zu bestellen und auch sonstige Mittel, wenn es erforderlich ist. Gehen sie in diesem Sumpf auf und werden sie ein Teil davon. Spielen sie das Spiel mit und finden Sie heraus wo wir den Hebel ansetzen müssen.“
„Das klingt ja mal nicht verkehrt für den Anfang. Als was werden wir denn da eingeschleust? Als Undercover-Polizisten müssten wir ja dann dort anfangen wo dieser Feuerofen arbeitet.“: sagt Krämer und ihm schwant schon Böses. „Gut das sie fragen, sie üben einfache EURO-Jobs aus, die sie als HARTZ.IV Empfänger zugeteilt bekommen haben. Sie werden daher im örtlichen Tierpark anfangen, da war Feuerofen bis eben noch Chef. Sie werden also dort anfangen wo es richtig qualmt. Und da wo Rauch ist – da ist auch Feuer. Sie werden uns in Ihrer Zeit als Tierpfleger nie treffen oder anrufen. Alles läuft per Email, SMS und erst wenn sie unter sich sind. Am besten verschlüsselt.“: führt Kaiser aus. „Wo werden wir unterkommen?“: fragt Jürgen neugierig und immer Schlimmeres ahnend.
„Das wird ihnen nicht gefallen, aber … also wir werden ihnen schnellstens eine gute Wohnung besorgen, bzw. sie suchen selbst während sie ermitteln. In so einem Kaff werden sie da schnell unterkommen. Bis dahin.... werden sie provisorisch in einer Pension schlafen. Ist klein aber mitten im Ort und sie fallen da gar nicht auf.... also das wäre dann alles. Ach so ja,... Gummistiefel werden sie brauchen.“: schließt der Chef das ab.
Detlev und Jürgen verlassen das Polizeigebäude in schäbigen Klamotten und mit gebrauchtem olivfarbigem BW-Parka. Dazu ein alter BW Rucksack, zwei Nylontüten und neuen, aber alt aussehenden Papieren. „Jetzt brauch ich erst mal einen Schnaps. Wegen der Tarnung. Wenn wir da nüchtern ankommen fliegen wir ja gleich auf.“: meinte Detlev angepisst.
Mit dem Bus fahren sie gemeinsam nach Waldhausen und dann nach Kaffingen. Während der Fahrt lesen sie sich in ihre Vita ein.
„Wow ich bin ein arbeitsloser Trinker und habe nix gelernt nur etwas Büro. Naja dann erwarten die auch nix von mir, hab ja zwei Linke Hände.“: schwärmt Detlev ironisch von seinem Lebenslauf.
„Ich bin auch arbeitslos und auch Trinker, na wenn das mal gut geht. Ich war Zeitsoldat und bin seit 4 Jahren ohne Arbeit. Keine Vorstrafen und ansonsten alles wie bei mir selbst. Geburtsdaten und Orte. Das kann ich mir dann wenigstens mal merken.“Sie durchstöbern die Unterlagen zu der Gemeinde, ein Personaldossier und wie die auffälligsten Baustellen der DÄNTECH liegen.
Und während die beiden Kommissare mit dem Bus an ihr Ziel fahren und von den BKA- Kollegen überholt werden, bespricht Kaiser mit seinem Kollegen Ernst Wilhelm Mayer die Strategie. Mayer ist Anfang 40 dunkelhaarig und etwa 1,80 groß. Er hatte zwei Vornamen, die sein Kollege immer passenderweise benutzte. Wenn es locker zugeht nennt er ihn Willi und wenn es ernst wurde halt Ernst. Mayer war ehemaliger Biathlet in der Sportförderung der Bundeswehr bis er seine Sportkarriere beenden musste. Er hielt sich aber immer noch topfit und hielt den Rekord beim Schießen in der Dienststelle. Kaiser selbst war Ende 40 und hatte sich gut gehalten, war etwas größer und deutlich kräftiger als Mayer. Sein Stiernacken und das breite Kreuz sind deutlich zu sehen. Kaiser war Doktor der Kriminalpsychologie und Oberst der Reserve bei den Feldjägern. Er ermittelt seit Jahren in schwierigen Fällen, die man anderen Ermittlern nicht zutraut.
Beide tragen dunkle Maßanzüge und darunter eine Schutzweste und schwere Revolver und Pistolen. Im Kofferraum gut verstaut liegen eine MP7 und eine Schrottflinte. Schwere Bewaffnung für Sonderermittler im Drogen und Rockermilieu. Das Auto selbst war eine mobile Abhör- und Observierungszentrale mit Richtmikrophonen und einer Mini-Aufklärungsdrohne im Kofferraum. Damit waren sie für alle Fälle gut gerüstet.
„Jetzt fühlen wir Herrn Schwarzberg mal auf den Zahn. Immerhin ist da gerade ein enger Mitarbeiter bei seiner Treibjagd gestorben. Wir fangen ganz sachte an, du kriegst ein Zeichen und dann drehst du auf. Ich will mal sehen ob er wirklich so ein harter Hund ist wie alle sagen. Das muss ne ganz originelle Type sein. Herbert genannt „Herby“ Schwarzberg. Den Spitznamen Herby hat er sich erworben, wie er als Führerscheinfrischling mit nem weißen VW-Käfer durch die Gegend gefahren ist. Meistens besoffen, aber schon damals ein Schlitzohr. Da muss er sich einen Namen gemacht habe, wie der Käfer halt, er hat übrigens studiert... BWL und Steuerrecht war wohl auch noch dabei. Da weiß er also genau was er anrichtet und wie er es machen muss“.„Ich wette dieser Schwarzberg pisst sich schon in den Frack wenn wir ihn in die Mangel nehmen“: winkt Mayer ab.
„Abwarten, der ist schon länger als wir im Geschäft und bisher schon.. ich glaube 32 mal vor Gericht gestanden. Nie kam was bei raus und war alles mal dabei. “
„Ja Sigi aber 33 ist doch deine Glückszahl, weil da das § Zeichen liegt.“
„Dann mal auf in den Kampf“
Kaiser und Mayer fahren auf den Parkplatz des Rathauses und gehen direkt zum Büro des Bürgermeisters. „Herr Kaiser und Herr Mayer, darf ich bitten“: werden sie von einer drallen Sekretären direkt durch die offene Tür ins Arbeitszimmer des Bürgermeisters geleitet. Mayer sieht freundlich und auffordernd in den Ausschnitt der Dame und bewundert ihre perfekten gebräunten Schenkel und einen Wahnsinns-Po. Sie trägt eine Art Trachtenmode mit Karos und es sieht an ihr ganz hervorragend aus. Schwarzberg hat es sich schön eingerichtet, rustikal mit schwerem dunklem Holz, sieht aus wie in einer Jagdvilla. Alte Schnitte zeigen das alte Waldhausen und dann die üblichen Urkunden und Fotos mit Promis... nichts Besonderes wie Kaiser findet. Nach 30 Jahren sogar etwas dürftig.
„Meine Herren Polizeibeamte, ich hoffe es dauert nicht lange, ich muss schnell zu einem anderen Termin der....“
