Tri Wars - Stephan Schneider - E-Book

Tri Wars E-Book

Stephan Schneider

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Beschreibung

Die Geschichte beginnt damit, dass die Trionen, eine außerirdische Rasse, eine folgenschwere Entscheidung treffen. Sie beschließen die Erde zu erobern und der Menschheit damit Einhalt zu gebieten. Doch vieles geht schief und am Ende müssen die Trionen erkennen, wieso etwas Schlechtes eben nie lange funktionieren kann. Sie erkennen die erste Barriere und öffnen sich und der Menschheit damit einen neuen Weg. Die Menschen kämpfen derweil um das nackte Überleben. Zumindest die meisten, aber es gibt auch Schlawiner und Überlebenskünstler wie einen gewissen Hauptmann und seine Kumpels. Die stürzen von einer Traufe in die Nächste und verändern dabei mehr als nur sich selbst.

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Seitenzahl: 674

Veröffentlichungsjahr: 2016

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Stephan Schneider

Tri Wars

Episode I

 

 

 

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Inhaltsverzeichnis

Titel

Tri Wars Episode I

Kapitel I Die Entscheidung

Kapitel II Ein ganz normales Wochenende

Kapitel III Der Angriff

Kapitel IV Die Invasion beginnt

Kapitel V Der Bodenkampf

Kapitel VI Der Gegenschlag

Kapitel VII In den Wäldern

Kapitel VIII Armageddon

Kapitel IX Jäger und Gammler

Kapitel X Neue Männer braucht das Land

„TAPFER ZU VERTEIDIGEN“

Kapitel XI Zeit des Erwachens.

Kapitel XII Der Prozess

Kapitel XIII Neue Kontakte und alte Probleme

Impressum neobooks

Tri Wars Episode I

Dies ist der 1. Teil der 1. Trilogie. Es gibt 2 Trilogien und ein 7. Buch. Insgesamt fast 1000 Seiten. Ich habe dafür den umfassenden Begriff der 7. Bücher der Apokalypse ( Offenbarung ) ausgewählt. Wundern Sie sich also nicht über den Inhalt.

Kapitel I Die Entscheidung

In einer Umlaufbahn hinter dem Mond in 337000 km Entfernung.Das Basisschiff der Trionen. 15.00 MEZ. Montag den 8.10.

Es war ein gewaltiges Schiff, das dort, für Menschen unentdeckbar, hinter dem Mond lauert.

Seit langem wartete es schon auf den Tag der Entscheidung, der heute angebrochen war.

Aus den Tiefen der Milchstrasse hatten sich seine Erbauer auf den Weg gemacht, ihrer Berufung zu folgen: die Eroberung des gesamten Weltalls und die Entdeckung allen Wissens.

Von dieser Art Schiff waren Hunderte in der Milchstrasse unterwegs, auf der Suche nach wasserreichen, warmen Planeten, die man besiedeln konnte. Da die Heimatwelt Trion nicht genug Platz bot und Trionen sehr neugierig sind, wurde der Plan zur Ausbreitung im Weltall vor 285000 Jahren beschlossen und seitdem realisiert. Es gab bereits 368 Kolonien, verstreut in der ganzen Galaxis und weitere 15 Planeten wurden gerade zur Besiedlung vorbereitet.

Hier im Sonnensystem 42 - 7/33 ~ 51000 Lichtjahre von Trion entfernt, war man ebenfalls fündig geworden. Von den Radiowellen einer Raumsonde, die seit Jahrzehnten unterwegs war, ließ man sich leiten und fand eine primitive Lebensform, die sich auf dem 3. Planeten dieses Sonnensystems entwickelt hatte. Da man auch Kontakt zu anderen intelligenten Spezies suchte, ging man behutsam vor um erst einmal die Lage zu sondieren und die Lebensform zu untersuchen. Dies war auch für die Besatzung dieses Kolonieschiffes die erste Möglichkeit eine andere hochentwickelte Spezies kennenzulernen. Man betrat also wissenschaftliches Neuland.

Den langen Weg vom anderen Ende der Milchstrasse bis zur Erde hatte das riesige Schiff in Jahrtausende langer Reise zurückgelegt. Die Erbauer dieser Sternenfestung waren Wesen, die nichts besaßen was mit irdischem Lebewesen vergleichbar wäre. Menschlich betrachtet stellten Sie eine Mischung aus Amphibie und Seestern da.

Anders als die Lebewesen auf der Erde waren sie nicht nur aus Kohlenstoffverbindungen aufgebaut. Sie bestanden aus verzweigkettigen Verbindungen von Kohlenstoff, Silizium und Bleikomplexen.

Sie enthielten 72% Wasser und hatten drei Gliedmaßen, ein dreigeteiltes Auge und drei Gehirnlappen. Einer für logisch- mathematisches Denken, einer für telekinetische Fähigkeiten und einer zur Orientierung im Dreidimensionalen Raum. Diese waren nicht nur im Kopf platziert, sondern erstreckten sich durch die Beine bis zu den Füßen. Je älter ein Trione war, desto mehr verzweigten sich die Nervenbahnen und ermöglichten so immer komplexere Denkvorgänge.

Angepasst an einen Lebensraum, der immer erhellt und etwas leichter war als die Erde, waren sie eine vollkommen andere Lösung der Evolution zum Thema: intelligentes Leben unter schwierigen Bedingungen.

Die Trionen, so nannten sie sich, hatten eine einfache Hierarchieform, die sich in drei horizontale Ebenen aufteilte. Diese wurden dann ebenfalls noch in drei Ränge unterteilt.

Ganz unten rangierten die Anwender oder Aktivisten. Sie steuerten die Apparate und Maschinen. Sie hatten noch keine perfekte Kontrolle über ihre kognitiven Fähigkeiten und arbeiteten daher noch im eigentlichen Sinn.

Je höher der Rang, desto komplexer waren die Aufgaben und der Umfang der Arbeit.

Danach kamen die Strategen. Sie kollektivierten mit ihren telepatischen Kräften die untergeordneten Anwender. Je höher der Rang desto mehr Untergebene und komplexer die Sachverhalte.

An der Spitze standen die Philosophen oder Großdenker. Es waren die ältesten Trionen und mindestens 90000 Erdenjahre alt. Sie vereinten mit ihren telepatischen Fähigkeiten alle einzelnen Trionen zu einem Kollektiv. Außerdem verarbeiteten Sie die gesammelten Daten und regierten quasi über die anderen.

Die drei ältesten Trionen waren die höchsten Anführer und Entscheidungsträger. Sie trafen die wichtigsten Entscheidungen und repräsentierten auch stellvertretend für alle anderen. Diese Lebensform ist praktisch unsterblich, da sie es geschafft hat die biologischen Zerfallsprozesse aufzuhalten und damit den Tod durch Alterung zu besiegen.

Die wichtigste Voraussetzung für die Suche nach Lebensraum in der unendlichen Weite des Weltalls.

Durch die Erfahrung im Laufe ihres langen Lebens steigen sie allmählich auf und erhalten ab der Stufe des Philosophen das Recht auf drei Ableger. Das sind kurz gesagt, identische Kopien. Da ein Trionen aber die Summe seines Wissens bewusst in den Erbanlagen speichern kann, sind diese Ableger wesentlich weiter entwickelt als der Trionen der 1. Generation, als dieser anfing zu existieren.

Jeder 10.000.000.000ste Philosoph erreicht darüber hinaus noch die nächst höhere Existenzform, er verwandelte seinen Geist in reine Energie und verließ seine körperliche Hülle. Er transformierte sich zum Quadtrigonen, einer ultimativen Form von reiner Intelligenz, die keinerlei Bedürfnisse hat, als unablässig über den Sinn des Weltalls nachzudenken und neue Eindrücke zu sammeln.

Es gibt nur 68 dieser Wesen in der Galaxis. Sie greifen nicht mehr in das Geschehen der körperlichen Wesen ein und sind auf einer unendlichen Reise durch das gesamte Weltall. Sie suchen nach ebenso hochentwickelten Intelligenzen, wie sie es sind, um sich mit diesen zu verschmelzen.

Bisher gab es aber nur die trionischen Quadtrigonen. Es gibt auch keinen Beweis dafür, dass es überhaupt eine andere Spezies gab, die so etwas wie einen Quadtrigonen überhaupt hervorbringen kann.

Die Trionen sind darüber hinaus in drei farbliche Untergruppen aufgeteilt, die für verschiedene Ressorts verantwortlich waren. Verantwortlich für die Spezialisierung der Trionen auf nur jeweils einen Bereich, liegt in der angeborenen Veranlagung ihres Gehirns.

Grün waren die Belange von Ethik und Moral. Bei diesen Spezialisten war der Bereich für die Telekinetischen Kräfte enorm vergrößert und verzweigt. Sie waren in der Lage mit ihren Gedanken Gegenstände zu bewegen und so die Schwerkraft zu überwinden, wenn sie ungestört in ihren Bassins meditierten und entsprechend weit entwickelt waren.

Blau war für Produktion und Forschung zuständig. Hier lag der Schwerpunkt auf Logik und alle mathematischen Belange. Die Gehirnleistung dieser Wesen war so groß, dass die Trionen keinerlei Computer benötigten um Berechnungen auszuführen oder Szenarien durchzurechnen. Auch die Archivierung der gesammelten Daten und deren systematischen Auswertung viel größtenteils in das Ressort der blauen Trione.

Rot stand für das, was bei den Menschen als Militär oder Polizei bezeichnet wird. Am ehesten träfe aber der Begriff „Sicherheit“ zu.

Da die Aliens untereinander friedlich waren und auch sonst keine Kriege in ihrer eigenen Geschichte vorzuweisen hatten, war dieser Posten bisher nie wirklich von Bedeutung, aber die Aliens kannten Gewalt und Aggression von den niederen Wesen ihrer Heimatwelt und sie fanden, diesen Wesenszug auch mehrmals in den Weiten des Universums. Doch davon später mehr.

Diese Spezialisten waren in der Lage die Waffensysteme zu bedienen, wozu sie die logisch/mathematischen Fähigkeiten mit einem unübertroffenen Orientierungssinn verknüpften und dadurch potentiell gefährliche Kämpfer darstellten.

Allerdings hatten sie außer Simulatorerfahrung nichts vorzuweisen. Zwar vernachlässigte man diese Sparte keinesfalls, aber das Manko, der unterentwickelten telepatischen Kräfte ließ die Roten etwas abseits der beiden anderen Gruppen stehen. Sie waren auch immer auf einen grünen Trionen angewiesen, der für sie den Kontakt zu anderen herstellte. Allerdings waren nur diese roten Trione in der Lage zum Quadtrigonen zu mutieren. Wenn sich durch willkürlich auftretende Veränderungen auch noch der Bereich der Telekinese entwickelt, waren diese Trione in der Lage alle Bereiche der Intelligenz zu verbinden und dann, den Gesetzen von Wahrscheinlichkeit und Relativität folgend, körperlos zu existieren.

Cogito ergo sum.

In der Spitze des Raumschiffes befand sich ein riesiger Raum mit einem dreieckigen Bassin in der Mitte.

Dort versammelten sich die Anführer der Trione zu einer Konferenz, deren Tragweite in diesem Moment noch niemand bewusst war.Von der Decke herab erhellten Lampen den Raum und erfüllten ihn mit einem grünen Licht, das auf Menschen eine abstoßende Wirkung hatte und an die Strände Italiens im Sommer erinnerte. Das entspricht nicht unbedingt dem ästhetischen Verständnis der Menschen. Aber hier gab es keine Menschen. In einer solchen Umgebung würde ein Mensch auch nur schlecht leben können.. Das Gasgemisch bestand aus Kohlendioxid, Methan, Ethan, NOx, Chlorbenzol und den Edelgasen. Über die Atmung deckten sie auch den größten Teil ihres körpereigenen Energiebedarfs. Sie benötigten als Katalysator allerdings noch Mineralstoffe und viel Wasser. Um die Mineralien zu sich zu nehmen aßen sie in genau vorbestimmten Intervallen verschieden Pasten. Wenn hier ein menschlicher Vergleich erlaubt sei, waren diese Pasten eine Mischung aus Zahnpasta, Quarzsand, Sanitär-Silikon, Mennige und Basica-Mineralpulver.

Das Licht war gedämpft und entsprach etwa dem von normalem Sonnenlicht in einer Tiefe von 15 m unter Wasser. Das ganze war eine fast perfekte Umgebung für seine Bewohner. Die essentiellen und günstigen Bedingungen ihrer Heimatwelt waren im richtigen Maße vorhanden, alles was schaden könnte war ausgemerzt – weggefiltert oder einfach weggelassen.

Es gab in diesem Raum auch keine normalen Bedienelemente oder gar Knöpfe. Auch fehlten die bekannten Monitore und Bildschirme. Aber dennoch wurde rege gearbeitet, jedoch auf geistiger Ebene.

Dies alles geschah mehr oder weniger heimlich.

In so großer Entfernung hinter dem Mond, fernab dem menschlichen Auge, konnten sie ungestört ihrer Arbeit, der Erforschung allen Lebens auf der Erde, nachgehen. Wer war diese Spezies "Homo sapiens sapiens", was sind ihre Motive, welche Zukunftschance mag diese Spezies wohl im unendlich großen Universum haben?

Seit dem Jahr 1998 umkreiste das riesige Schiff der Trionen nun schon unbemerkt die Erde und sammelte Daten. Drei Jahre, in denen sie ihr Treiben ungestört vornehmen konnten und niemand auch nur den leisesten Verdacht schöpfte. Seltsamen Vorkommnissen schenkte man entweder keine Beachtung oder steckte diese unerklärbaren Phänomene in die Schublade "Nonsens".Menschen verschwanden plötzlich und auf unerklärbare Art und Weise, um genauso schnell wieder aufzutauchen, völlig hysterisch und von einer fremden Rasse aus dem All erzählend, die sie zu Forschungszwecken entführt haben sollten. Da nicht sein konnte, was nicht sein durfte, steckte man sie in Psychiatrische Anstalten um sich nicht mit solchem Unsinn auseinandersetzen zu müssen. Natürlich alles zum Wohle der Allgemeinheit und die öffentliche Ordnung immer vor Augen.

Es kam mehrmals zu Ausfällen von Frequenzen im Äther, was zu Störungen bei TV-Signalen führte.Einige, medial begabte Menschen spürten die Anwesenheit einer fremden Macht, die sie zu beobachten schienen. Ihre Ahnungen und Weissagungen produzierten massenweise Sekten, die den Untergang der Welt voraussagten oder die neue Zeit u.s.w. Manche beschlossen sogar an entsprechend abseits gelegenen Orten kollektiv Selbstmord zu begehen, um dann von Außerirdischen in fremde Welten mitgenommen zu werden.

Aber die „Öffentlichkeit“ hielt diese seltsamen Vorkommnissen für belanglos, niemand wollte die Zeichen der Zeit richtig erkennen. Niemand nahm diese Phänomene wirklich ernst und so fanden sie in den Mühlen der Informationsgesellschaften allenfalls in Sendungen für "Seltsame und unerklärbare Phänomene" Erwähnung, die man eher belächelte, als mal einen Gedanken daran zu verschwenden, was denn nun dahinterstecken könnte. Die Vielfalt an Informationen verhinderte auch das sich eine starke Gruppierung bilden konnte. Es gab Hunderte Vermutungen

und jede hatte ihre Anhänger. Angefangen von den Arischen Antisemiten, die hinter allem die jüdische Weltverschwörung vermuteten bis zu den Zionistischen Zirkeln, die darauf warteten, dass der Messias auf dem Bauamt in Jerusalem einen Antrag stellen würde um die Klagemauer und das goldene Tor zu renovieren. ( Warum lässt der sich eigentlich soviel Zeit?)

Alle diese Gruppen waren so mit ihrer eigenen Nabelschau beschäftigt, das die Erforschung des blauen Planeten ungehindert vollzogen werden konnte. Zu ignorant waren die Menschen, um über sich noch höher entwickelte Kreaturen zu vermuten.

Nach intensiven Forschungen war es nun soweit und das Führungsgremium der Trionen, bestehend aus einem grünen, einem blauen und einem roten Trionen, rief die anderen Großdenker zusammen, um ihre Ergebnisse zu präsentieren. Alle Philosophen, insgesamt 27, schwammen in dem dreieckigen Bassin, welches sich unter einer pyramidenförmigen, gläsernen Kuppel befand. Sie lagen regungslos im Wasser und beratschlagten sich auf sehr effektive Art und Weise. Sie bedienten sich nicht der linguistischen Kommunikation, sondern sprachen auf telepatischer Ebene zueinander, indem sie Ihren Geist zu einer Einheit verschmelzen ließen. Dies war nur in diesen speziellen Bassins möglich, da Wasser eine essentielle Rolle im Leben eines jeden Trionen spielte.

Der grüne Trione, Beauftragter für Moral und Ethik, „ergriff das Wort“ und begann seinen mentalen Vortrag über die ethische und moralische Beurteilung der Menschenrasse:

„Sehr verehrtes Gremium, liebe Anwesenden! Nach langer und intensiver Forschung an der Spezies Mensch muss ich leider gestehen, dass ich und meine Kollegen zu keinem umfassenden oder endgültigen Urteil gekommen sind, zu paradox sind die Handlungsprinzipien des Menschen, ja, sogar extrem unlogisch. Doch zunächst ein Einblick in die Geschichte des Menschen:

Sie gingen in einem langen, mehrere Milliarden Umlaufzyklen dauernden, unregelmäßigen Prozess aus ganz simpler Verbindung der ersten beiden Gruppen hervor. Hauptsächlich die Elemente Nr.1/ 6/ 7/ 8. Der Begriff für diesen Prozess nennen sie übrigens Evolution. Damit bezeichnen sie grob gesagt, die stetige Weiterentwicklung und Anpassung ihres „Erbmaterials“ an die sich verändernden Umstände. Der Mensch bezeichnet sich selbst als „vernunftbegabt“ und die „ am weitesten entwickelte Lebensform“.

In Wahrheit sind sie eher primitiv und unvernünftig.

Es gibt zwei Untergruppen, die sich stark unterscheiden in ihrer Anatomie und dem biochemischen Haushalt ihres Körpers. Die Erdenbewohner bezeichnen diese Untergruppierung als "Geschlechter", was bedeutet, dass es ein „männliches“ und ein „weibliches“ Geschlecht gibt. Diese Untergruppierung ist nötig, damit diese Spezies sich fortpflanzen kann, mittels Verschmelzung von Teilen der Erbanlagen des männlichen Individuums mit denen des Weibchens. Aus dieser Verschmelzung zweier unvollständiger Komponenten zu einer neuen Einheit, entsteht nach einer gewissen Reifezeit ein neues Geschöpf. Diese Besonderheit taucht bei allen höheren Wesen dieses Planeten auf. Da es bei diesem Prozess zu Abweichungen und Unregelmäßigkeiten kommt, entstehen neue Arten und Untergruppen. Im Prinzip basiert also der Prozess der Weiterentwicklung auf derTatsache, dass das Reproduktionsverfahren sehr viele Fehler zulässt.

Aber neben den beiden Hauptgruppierungen/Geschlechtern gibt es noch weitere wesentliche Unterschiede zwischen den ~ 6,5 Milliarden Menschen dieses Planeten. Die Menschheit ist unterteilt in verschiedene Rassen, die sich durch klimatische und lokale Anpassung an ihren jeweiligen Lebensraum unterscheiden, was sich nicht zuletzt auch an der Hautfarbe festmachen lässt. Diese Anpassung ist aber weder geplant noch für die Menschen bewusst steuerbar. Sie ergibt sich daraus, dass jedes Defizit an Anpassungsfähigkeit automatisch die Überlebenschancen mindert. So bilden sich dann lokal angepasste Untergruppen heraus, die viele Gemeinsamkeiten aufweisen. Dies ist Grundlage des Überlebens, aber auch die Ursache vieler Probleme.

Es gibt fast 200 unterschiedliche Gebiets- und Verwaltungsformen, fast unzählige Kommunikationsarten und Lebensweisen. Diese Zersplitterung ist auf den Umstand der relativ kurzen Lebensdauer der Menschen zurück zuführen. Da sich Menschen normalerweise nur selten vom Ort ihrer „Geburt“ entfernen, entstehen Volksgruppen, die sich mehr oder weniger ähneln. Da sie sich untereinander verbunden fühlen, werden andere, die nicht die selben Merkmale besitzen, meistens ausgegrenzt und als „nicht zugehörig“ eingeordnet. Das ist ebenfalls häufig ein Grund für Konflikte, die sich wie ein roter Faden durch die Geschichte der Menschen zieht. Es sieht aber momentan danach aus als würden durch neue, schnelle Kommunikationsformen, diese Probleme langsam verschwinden. Aber es könnte auch nur eine temporäre Erscheinung sein. Wir haben außerdem einen uns völlig fremden Denkansatz bei den Menschen finden können.

Einen Hauptbestandteil ihrer Lebensart bezeichnen die Menschen als Religion. Dabei handelt es sich im groben um die Annahme, es existiere eine höhere Lebensform mit irrationalen und unbegrenzten Möglichkeiten. Aber selbst innerhalb dieser allgemein gültigen Annahme, gibt es auch hier Untergruppierungen, die sich zum Teil sogargegenseitig bekämpfen. Der Streitpunkt in dieser Sache ist die Frage, mit welchen Mitteln man diesem höheren Wesen seine Ehrerbietung erweist, bzw. wie dieses ultimative Wesen zu benennen sei. Daran kann man die Paradoxität des Menschen erkennen. Sie haben alle den Glauben an ein höheres Wesen gemein, töten sich allerdings gegenseitig, wegen verschiedener Auslegungen ihres Glaubens, obwohl allen das Töten eines Menschen durch ihre jeweilige Religion verboten wurde.Diese ganze Spektrum der Religionen ist für uns Trionen nicht durchschaubar. Wir können solche Wesenszüge nicht erfassen und diese zeigen uns auch sehr deutlich die Widersprüchlichkeit im Wesen der Menschen.

Bezeichnenderweise schreibt jede Religionsform ihren Anhängern vor, auf welche Art und Weise sie ihr Leben zu verrichten haben. Doch es hält sich fast niemand an diese Regeln, was wohl auch der Hauptgrund für Gewalt und Misserfolg ist. Aus nicht ganz geklärten Gründen kommt es immer wieder zur Tötung eines Menschen durch einen anderen, wobei derjenige, der tötet sich dann häufig den Besitz des Getöteten aneignen und sich dadurch bereichert. Daher mein Fazit: Ein kollektives Denken scheidet aus. Viel eher komme ich zu dem Schluss, dass es sich bei diesen Menschen um 100%ige Individuen handeln muss, die keine echte Bereitschaft zur Symbiose mit anderen Lebewesen aufweisen.

Weiterhin sind wir auf eine ebenso unproduktive Besonderheit gestoßen, die jedem Exemplar der menschlichen Rasse eigen ist. Sie nennen es "Lügen", was die absichtliche Weitergabe falscher Informationen beschreibt. Sie verabscheuen diese Handlungen, wenden sie jedoch ständig an, wann immer sie sich dazu veranlasst fühlen ihren kommunikativen Partner zu täuschen. Es scheint sogar so zu sein, dass die Anführer der Menschen ihre Untergebenen bewusst belügen und die Untergebenen das auch wissen, aber kaum Konsequenzen daraus ziehen.

Jedoch bauen die Menschen eine Vielzahl von Einrichtungen, in denen sie die Mitglieder ihrer Spezies einschließen, die sie beim Lügen oder Töten ertappen. Allerdings sinkt die Wahrscheinlichkeit der „Bestrafung“ mit zunehmendem Umfang des Lügens oder Tötens. Es gibt sogar temporäre Phasen, die man „Krieg“ nennt. Wenn sie während einer solchen Phase töten, können sie davon ausgehen, dass sie sogar in der Hierarchie der Menschen aufsteigen. Wir versuchen immer noch herauszufinden, ob es sich hierbei um ein groß angelegtes Gesellschaftsspiel handeln könnte, jedoch lässt uns die Vorstellung eines so unlogischen Handelns diesen Punkt ausklammern, da uns hierfür das Verständnis fehlt.

Es gibt noch weitere absurde Besonderheit, welche die Menschen auszeichnet. Ein gleichsam unverständliches, wie ineffektives Handeln. Die Erdenbewohner nennen es "Fernsehen" oder kurz "TV". Dabei handelt es sich um ein System aus Sendeanlagen und Empfangsgeräten. Die Sendeanlagen emittieren eine Energiestrahlung, sogenannte Programme, welche von den Empfangsgeräten in jeder Wohnstätte empfangen werden können. Die Menschen haben die Möglichkeit zwischen Hunderten solcher Sendestationen zu wählen und Hunderte verschiedener Programme zu empfangen. Diese Programme haben die Weitergabe von Informationen zum Inhalt. Hierbei gibt es allerdings zwei völlig verschiedene Arten von Informationen,

Zum einen die Verbreitung realer Sachverhalte und Begebenheiten, zum anderen existieren Tausende von Phantasiewelten und Scheinrealitäten. Wir kennen den Sinn dieser Phantasiewelten nicht, aber wir vermuten, dass es sich hierbei um Massenberuhigung und - Kontrolle handelt. Inhalt dieser Scheinrealitäten sind menschliche Handlungsweisen, wie das Töten und das Lügen, aber auch ihre zweigeschlechtigen Paarungsrituale, wobei sie in manchen Programmen bzw. Sendungen all diese Dinge miteinander vermischen. Sollte es sich hierbei aber doch um ein Teil eines Gesellschaftsspiels handeln, so nehmen wir an, dass dies Lernhilfen sind, quasi die vorgelebten Regeln für dieses große Spiel. Leider mussten wir die Forschung an dieser Stelle abbrechen, da unsere Leute nicht mehr länger dazu zu bringen waren, sich diese Programme anzuschauen. Einige wurden sogar krank und fielen als Arbeitskräfte aus. Zu stark war die Verwirrung, die von dieser Einrichtung ausging. Viele unsere Leute klagten darüber, dass das ganze eine enorme Zeitverschwendung sei und die Menschen die kurze Zeit, die sie zu leben hätten, damit verschwenden würden, anderen dabei zuzusehen wie man leben sollte. Anstatt selbst zu leben!

Es gibt aber einen Aspekt, der wirklich aufzeigt wie unlogisch die Menschen sind.

Es ist die Art und Weise, wie sie sich motivieren. Die am häufigsten eingesetzte Methode nennt sich „Geld“. Das ist bzw. sind Metallplättchen, bunte Lappen und fiktive Summen in einer völlig virtuellen Welt. Obwohl dieses „Geld“ den Menschen weder als Nahrung noch als Atemgas dient, setzt es unglaubliche Energien in ihnen frei. Die Menschen versuchen soviel wie möglich von diesem „Geld“ an sich zubringen und wenn das „große Gesellschaftsspiel“ überhaupt einen Sinn haben könnte dann diesen:

Wer am Ende seines Lebens am meisten Geld hat, der gewinnt. Die Anzahl der Nachkommen oder das erlernte Wissen spielen scheinbar keine Rolle. Die Geschichte der Menschen wäre an dem Tage zu Ende, an dem das Geld verschwinden würde. Sie würden aufhören zu arbeiten und einige würden sich selbst umbringen, so groß wäre der Schmerz. Obwohl ihnen physisch kein Schaden entsteht. Der gesamte Zusammenhalt und die Ordnung von fast 7 000. 000. 000. Menschen hängt von bunten Papierlappen ab, deren Herstellungsaufwand, an der Gesamtproduktivität gemessen, gegen NULL geht. Sie sammeln und horten außerdem sehr gerne einige seltene Elemente, wie sie bei Supernova entstehen und Element Nr.6 in komprimierter Form. Sie verbinden dann alles zu bizarren Formen und hängen sich das dann um.

Wenn es überhaupt ein Indiz für die Minderwertigkeit einer Lebensform gibt, dann doch wohl eine Unlogik von solcher Qualität!

Ich möchte daher nun folgendes Urteil über die Menschen sprechen:

Jeglicher Kontakt mit dieser Spezies ist zu vermeiden, da es unmöglich erscheint, eine gültige Vereinbarung mit ihnen einzugehen, die ein Miteinander ermöglichen könnte. Denn welchen ihrer Scheinwelten sollten wir Glauben schenken, wenn eh alles nur Lügen sind; welchen ihrer Worten kann man vertrauen?

Es war uns beim Studium der geschichtlichen Daten möglich festzustellen, dass bisher noch nie ein Vertrag unter Menschen geschlossen worden ist, der nicht gebrochen wurde!

Ein Partner, dessen einzige Konstante seine Unzuverlässigkeit ist, scheidet als Alliierter von vorn herein aus!Außerdem besitzen die Menschen zu wenig fest definierbare Eigenschaften. Viel augenscheinlicher ist, dass jede erdenkliche Variation von Chaos und Ordnung gleichzeitig in jedem Menschen existent ist. Das macht es uns fast unmöglich dieses Phänomen „Mensch“ wirklich zu erforschen.Ich bedaure die Unvollständigkeit meiner Ausführungen über den Menschen. Aber ein detaillierter Aufschluss des menschlichen Lebens wäre nur mit weiteren, noch intensiveren Forschungen verbunden. Daher meine Hoffnung, dass der Leiter der blauen Gruppe das unvollständige Bild des Menschen vervollständigen kann. Sehr verehrter Leiter Blau, ihr Fazit bitte.

So schloss der Leiter der grünen Gruppe seine Ausführungen, mit einem Hauch Betrübnis in seinen Gedankengängen, wusste er doch um sein Dilemma. Für den Leiter der ethisch-moralischen Gruppierung war es ein Drama, dass er nicht alle Aspekte des menschlichen Seins beleuchten konnte. Da er ein Höchstmass an Objektivität und ideellen Werten vertrat, fiel ihm sein Urteil über das menschliche Wesen sehr schwer. Aber er war nur einer von dreien und auch bei den Trionen galt „in dubio pro reo“.

So wartete er gespannt auf den Bericht des blauen Leiters in der Hoffnung, dass dieser das Bild des Menschen vielleicht etwas klarer zeichnen konnte.Die Gedanken des blauen Trionen erreichten die Mitglieder der Versammlung auf einer etwas kälteren, berechnenderen Art und Weise. In seiner typisch bestimmenden Art dachte nun dieser Trione zur Versammlung hin:

Hochgeschätzte Kollegen des interstellaren Kolonialisierungskommandos Nr. XXXIII

Leider muss ich gleich zu Beginn verkünden, dass auch unsere wissenschaftlichen Forschungen noch nicht abgeschlossen sind. Aber nach den Auswertungen, der uns vorliegenden Daten, wissen wir Folgendes:Wir müssen den Menschen prinzipiell als intelligent einstufen, mussten jedoch feststellen, dass sich diese Intelligenz auf einer anderen Ebene befindet, als die Unsere. Auffällig hierbei ist die enorme Vielfalt an charakterlichen Eigenschaften und Lebensweisen. Seine Intelligenz befähigt den Menschen kreative Denkprozesse zu führen und Informationen zu speichern, wodurch er Probleme zu lösen lernt und sich rasend schnell entwickelt.

Er kann sinnvolle Pläne ausarbeiten und sie danach durchführen. Oft entdecken die Menschen auch ohne konkrete Absicht, die Relevanz eines Sachverhaltes und haben sich auf diese Weise neues Wissen angeeignet. Das nennen sie dann Glück, Karma, Synchronisation oder Zufall. Das können sie in die gleiche Schublade stecken wie die Religionen mit ihren allmächtigen „Göttern“. Alles unbeweisbar aber auch nicht widerlegbar.

Seit Beginn unserer Forschungen hat der Mensch sein Potential kontinuierlich ausgebaut und das Tempo seiner Entwicklung nimmt zu. Zwar lebt der Mensch im Vergleich zu einem Trionen nur sehr kurz, aber die Bevölkerung wächst schneller als neue Ressourcen bereitgestellt werden, bei steigendem Lebensalter. Schon vor unserem Eintreffen in diesem unerforschten Teil der Galaxie war der Mensch in der Lage den Planeten zu verlassen und Raumsonden zu starten. Es war denn auch eine dieser Raumsonden, die uns den entscheidenden Hinweis gegeben hat, wo wir unsere Suche beginnen mussten. Aber das wissen sie ja schon.

Leider ist festzustellen, dass der Mensch nicht in allen Bereichen so weit vorgestoßen ist. Paradoxerweise verwendet der Mensch einen erheblichen Anteil seiner Ressourcen und Mittel für den Roten Bereich, die Sicherheit. Aber diese Mittel setzt er fast nur zur Herstellung von Waffen ein, die er dann benutzt, um andere Menschen zu töten. Wir haben dieses Phänomen bei Einzelwesen entdecken können, aber auch bei großen Gruppierungen. Im Laufe der Geschichte hat der Mensch teilweise Jahrzehnte lange Kämpfe geführt, in denen sich Millionen von ihnen gegenseitig getötet haben. Die Details dieser Erkenntnisse würden unseren zeitlichen Rahmen sprengen. Als Resultat ist festzustellen, dass der Mensch über sehr wirkungsvolle Waffen verfügt, die zum Teil mit unseren vergleichbar sind. Dieses Thema müsste man aber noch unter ethnologischen Aspekten betrachten. Da wir aber nicht genau sagen können wie diese Spezies jetzt wirklich vor Urzeiten entstanden war, wäre alles reine Spekulation. Es hat aber den Anschein, als hätten die Menschen den Sinn ihres Lebens wie folgt definiert:

Alle angenehmen Ereignisse und Umstände zu maximieren und die unangenehmen zu reduzieren. Dies gilt aber nur für die eigene Person. Es scheint legitim anderen zu schaden, wenn sich derjenige der schädigt, dadurch Vorteil verschafft. Hier gibt es zwar auch Ausnahmen, aber die sind selten und werden von den anderen dafür auch noch geächtet.

Doch das elementarste Problem dieser Spezies ist der unsachgemäße Umgang mit den Ressourcen:

Durch ihre primitiven Energiewandler und Reaktoren produziert die menschliche Rasse eine fast unüberschaubare Menge an giftigen Substanzen. Dieser Fakt ist den Menschen bekannt, aber es wird nur äußerst selten was dagegen getan. Uns wurde nicht klar, warum der Mensch sich dieser selbstzerstörerischen Handlungsweise nicht entledigt. Wir haben uns erlaubt von unseren Wissenschaftlern eine Unzahl an Szenarien durchrechnen zu lassen. Wir mussten feststellen, dass bei keinem dieser Szenarien der Mensch die Möglichkeit hätte, die nächsten 250 Umlaufzyklen zu überleben. Wahrscheinlich werden innerhalb der nächsten 100 Umlaufzyklen 90% aller Arten auf dem Planeten aussterben. Auf jeden Fall sind bis dahin alle relevanten Ressourcen aufgebraucht.

Der Planet an sich ist aber für uns in seiner momentanen Verfassung noch ein interessanter Kandidat für eine neue Kolonie.Denn 50% der Oberfläche ist warm genug für eine Besiedlung und Wasser ist in ausreichendem Masse vorhanden. Der Abstand zum Zentralgestirn ist gerade noch akzeptabel. Durch verschiedensteFaktoren ist zu erwarten, dass es in Zukunft noch wärmer wird. Dies wäre ja auch zu begrüßen.

Allerdings beträgt die Gravitation 12% mehr als auf Trion. Durch den hohen Anteil an Element Nr. 8 ist die Atmosphäre für unser Volk hochgiftig. Wenn wir diesen Planeten besiedeln wollten, müssten wir einen Teil der Atmosphäre austauschen, was technisch machbar sein sollte. Doch hier beginnt die Streitfrage:

Durch den Austausch der Atmosphäre würden wir alle Lebensformen auf der Oberfläche dieses Planeten töten. Allerdings sind wir der Meinung, dass es sich hierbei keinesfalls um einen gewalttätigen und unmoralischen Eingriff handeln würde, da nach unseren Berechnungen dieser Umstand ohnehin kurz bevor steht.Somit kommen wir zu unserem Fazit:

Aus den eben genannten Gründen stufen wir die Spezies Mensch als sehr gefährlich und völlig unberechenbar ab.

Der Mensch ist dabei, sich selbst und andere Lebensformen in beispiellosem Umfang zu vernichten. Sollte es dem Menschen allerdings gelingen die Raumfahrt auf ein etwas höheres Niveau zu entwickeln, bevor er die Erde zerstört, so wird er alle anderen Welten in der gleichen Weise erobern, versklaven und ausbeuten. Spätestens zu diesem Zeitpunkt wäre er dann der größte Feind der Trionen. Wir können die Zerstörung der Erde verhindern, wenn wir diesen Planeten kolonisieren und die Lebensbedingungen unseren Bedürfnissen anpassen.Zur weiteren Beleuchtung des menschlichen Wesens und den Möglichkeiten zur Erfüllung unserer Mission übergebe ich nun an den Roten Bereich.

Der Beauftragte für Sicherheit wartete noch eine Weile, schien seine Rede noch einmal in Windeseile zu überdenken, begann allerdings mit einem entschlossenen Gesichtsausdruck das Schicksal der Menschheit zu besiegeln.

Sehr verehrtes Gremium, gleich zu Beginn schließe ich mich den Ausführungen meines Kollegen für Ethik und Moral, sowie dem Kollegen für Forschung und Produktion an.

Auch wir kamen zu der Auffassung, dass diese Spezies über alle Anlagen verfügt, einmal der größte Feind der Trionen zu werden. Denn Intelligenz gepaart mit Aggression stellt eine gefährliche Kombination dar. Dies scheint um so gefährlicher, da die Menschen uns trotz ihrer technologischen Unterlegenheit in einer Sache fast ebenbürtig sind: Den Waffen.

Von uns werden Waffen aber nur zur Verteidigung genutzt und bei der Abwehr von Kometen eingesetzt. Die Menschen tragen allerdings permanent bewaffnete Konflikte aus und ein Ende diese Aggression ist nicht abzusehen. Allerdings lehnen einige Mitglieder der Menschenrasse die Gewalt und das Austragen bewaffneter Konflikte, sogenannte Kriege, vehement ab, ja sie üben sogar öffentliche Kritik. Doch im Laufe der Geschichte wurden diese Mitglieder wegen dieser Auffassung entweder umgebracht oder gesellschaftlich geächtet.Meine Beurteilung und Empfehlung lautet daher wie folgt:Wenn wir die Besiedelung dieses Planeten in Angriff nehmen wollen, so müssen wir auf alle Fälle den Menschen unter Kontrolle bringen. Eine Verletzung unseres dritten Grundsatzes:

kein denkendes, vernunftbegabtes Wesen in seiner Entwicklung zu behindern,

ist hier, meines Erachtens nicht zutreffend. Der Mensch ist der Feind aller Lebewesen, seines Planeten und sogar seiner selbst. So empfehle ich also zum Wohle aller, eine schrittweise Eindämmung der Spezies Mensch bis hin zur zoologischen Arterhaltung in gesicherten Arealen und die vollständige Kolonisierung des Planeten Erde durch die Trionen. Die telepatischen Verbindung der Anwesenden trennten sich wieder, um die angedachten Daten zu ordnen und zu überdenken. Es war totenstill im Konferenzraum der Trionen, sie schlossen ihre Lider und verinnerlichten ihre Ergebnisse. Es fiel ihnen nicht leicht eine solche vernichtende Entscheidung für die Menschheit zu treffen.

Ein blauer Trione unterstrich mit seinem Kommentar die Empfehlung des Roten Bereichs:

„Unsere Berechnungen sind gewohnt präzise und die Ergebnisse unserer Modelle, die alle das gleiche Resultat erbrachten, bezeichnen mit Nachdruck das selbstzerstörerische Potential der Menschen. Wir können auch weiter 250 Umlaufzyklen warten, bis der Mensch sein zerstörerisches Ziel erreicht hat, aber dann wäre der Planet so verseucht, dass er auf Äonen für uns unbewohnbar würde.

Die Abteilung Rot, in ihrer Auffassung bestätigt, bedauerte zwar die Unterwerfung einer solch bemerkenswerten und talentierten Spezies, wisse aber, dass es sich bei diesem destruktiven und unvernünftigen Verhalten um ein Teil der Evolution handele, bei der Arten kommen und wieder gehen.

"Keinesfalls wollen wir alle Menschen vernichten. Ein Teil soll weiterhin der Forschung dienen. Es könnte auch ein weiterer Reiz für die zukünftigen Bewohner der Erde werden, wenn wir sie als Anschauungsobjekt ausstellen könnten. Weiterhin könnten sie uns dabei behilflich sein, eine provisorische Heimat für uns Trione zu bauen, bis wir die Atmosphäre ausgetauscht haben“.

Lediglich zwei grüne Trionen äußerten folgende Meinungen.

Es wäre ein zu großer Aufwand mit diesem Projekt verbunden. Es wäre sinnvoller, man würde weiter nach idealeren Lebensräumen suchen, anstatt sich hier mit Suizidaspiranten anzulegen, die zwar ungewöhnlich seien, aber auch nicht mehr. Warum das Leben eines Trionen riskieren für eine so kalte Welt mit 21% Element Nr. 8 in der Atmosphäre.

Der andere Philosoph plädierte für intensivere Studien des Krieges und den Gewaltphänomen.

Er empfahl diese Spezies völlig unberührt und unbeeinflusst sich entwickeln zu lassen und abzuwarten ob es hier nicht doch, auf Lange Sicht, eine Entwicklung zur Vernunft gäbe. Außerdem waren die Menschen ja in der Tat sehr kreativ, einige fortgeschrittene Erfindungen hatte sie schon vorzuweisen. Wer weiß ob man nicht sogar etwas von diesen Menschen lernen konnte.

So endete die Diskussion und niemand der Anwesenden brachte weitere Argumente für oder wider die Kolonialisierung des Planeten durch die Trionen.

25 Trionen stimmten dem Plan der Meister zu, da sie alle hierfür benötigten Maßnahmen für nötig erachteten und sie diese entsprechend billigten, die zwei Skeptiker enthielten sich ihrer Stimme.

Da es aber keine Gegenstimme gab, war das Führungstrio nun mit unbegrenzten Vollmachten ausgestattet und die wurden jetzt im Einzelnen erläutert.

„Nachdem wir nun unseren Entschluss gefasst haben, stelle ich nun den genauen Plan vor", ergriff der Leiter der Gruppe Blau das „Wort“.

„Der wichtigste Teil unseres Plans: alle Menschen unter unsere Kontrolle zu bringen, ist schnell und mit geringen Aufwand umzusetzen. Um die Menschen gefügig zu machen werden wir die Fernseher stören und dann unsere Signale ausstrahlen. Alle Menschen, die dieses Signal durch ihren Fernsehapparat sehen, werden von uns konditioniert und kontrolliert. Es werden allgemeine Befehle von uns folgen, die uns „kurz gesagt“ den Weg ebnen werden. Darunter fällt z.B. das Ausschalten der Sicherheitskräfte, Sabotage der Energieversorgung, Verkehrswege u.s.w.

Ist dieser Punkt des Planes abgeschlossen, so werden wir die Roten Einheiten zur Erde schicken, um die Zentren zu besetzten, Landezonen zu errichten und zu sichern, damit die Blauen Einheiten ohne Zwischenfälle sich aller noch brauchbaren Einrichtungen bemächtigen können. Die zeitgleich eintreffenden grünen Einheiten werden dann alle noch hypnotisierten Menschen, mit einem kleinen Sender ausstatten, um diese somit vollständig unter die Kontrolle Trios zu bringen. Mit dieser Vorgehensweise haben wir die Erdenbewohner für uns nutzbar gemacht und diese werden uns helfen diejenigen unter Kontrolle zu bringen, die dem Fernsehsignal bis dahin entgangen sind.Ist die Operation erfolgreich abgeschlossen, werden wir Trion benachrichtigen, dass wir hier eine weitere Kolonie errichtet haben und auf Lebewesen gestoßen sind.

Zwischenzeitlich werden wir Städte in verschiedenen Gebieten auf der Oberfläche errichten und dort uns ansiedeln, bis die Atmosphäre für uns ungiftig ist. Vorgesehen, da günstig gelegen, sind Gebiete am Amazonas, dem Nil und am Mekong. An diesen Plätzen sind die Bedingungen ideal für die Siedlungsvorhaben. Es gibt dort Wasser und Wärme in ausreichender Menge.

Wir beginnen in vier Erdumdrehungen. Zu diesem Zeitpunkt befindet sich ein Grossteil der Menschheit in der Ruhephase, die zwei Erdrotationen in Anspruch nimmt. Dann sitzen die meisten Menschen vor ihren TV-Geräten und die Hypnose kann beginnen. Die Zeit müsste ausreichen, um alle wichtigen Einrichtungen unter Kontrolle zu bringen. Alles Weitere ist nur eine Frage der Zeit. Mit der Landung der Bodentruppen werden wir dann denn Rest erledigen. Insgesamt veranschlagen wir sieben Rotationszyklen für die gesamte Operation, maximal neun.

Die Invasionspläne der Trionen waren fast perfekt, denn es war praktisch unmöglich sich der Manipulation der Trionen zu entziehen. Wenn auf der ganzen Welt innerhalb einer Erdumdrehung das tironische Signal empfangen wird, musste dieses irgendwann jeden Erdenbewohner erreichen. Einzige Ausnahme waren die Naturvölker, Blinde und Obdachlose, aber diese sollten keine ernstzunehmenden Gegner der Trione darstellen.

Die Trione hatten alles an Bord Ihrer Sternenfestung, was man brauchte um einen Planeten in Besitz zu nehmen. Das Schiff hatte ein Volumen von 72 km3. Eine Besatzung von 2 00.000 Trionen 1/3 davon waren Krieger. Dazu 3333 Landungstransporter mit je 3 Kampfläufer und einem Baufahrzeug.

Das war das Potential mit dem man landen konnte, aber es gab noch andere Aspekte, die für den Erfolg sorgen konnten.

Durch Energiegewinnung mit Materie/ Antimateriereaktoren konnten die Strahlenwaffen mit unvorstellbaren Energiemengen versorgt werden. Sie entspricht etwa dem 10fachen der gesamten Energiekapazität aller Kraftwerke auf der Erde. Die Strahlenwaffen waren mit den Lasern der Menschen vergleichbar, aber wesentlich stärker und weitreichender. Außerdem eine große Menge an Bomben, die stark genug waren, um den gesamten Planeten auseinander zu sprengen.

Man hatte 3 Milliarden Implantate vorbereitet mit denen sie die Menschen kontrollieren wollten.

Diese wurde mit dem vorderen Hirnlappen verbunden und kontrollierten damit alle relevanten Denkvorgänge und Entscheidungsprozesse.

Unter normalen Umständen war eine erfolgreiche Invasion innerhalb einer Woche abzuschließen.

Die Trione erwarteten keine großen Gefechte mit den Menschen. Gewalt sollte nur angewendet werden wenn es sich nicht vermeiden ließ. Man wollte unnötige Zerstörung verhindern um keine zusätzlichen Gifte freizusetzen.

Als der Befehl zur Mobilmachung als Gedanke durch das Schiff hallte, wurde eine gewaltige Maschinerie in Gang gesetzt. Die behäbigen Arbeitsbewegungen der Anwender wurden agiler und man begann damit sich in Sendeposition zu manövrieren.

Die Triebwerke wurden gezündet und das Schiff schob sich, langsam schneller werdend, aus seinem Versteck hervor und machte sich auf den Weg seine Umlaufbahn um die Erde zu erreichen.

Kapitel II Ein ganz normales Wochenende

Deutschland. Landstrasse zwischen Altforweiler und Saarlouis.

16.50 MEZ Freitag 12.10.

Tag 1

Endlich war es Freitagabend. Die Arbeitswoche lag hinter mir und ein phantastisches Wochenende bahnte sich an. Ich ahnte noch nichts von den furchtbaren Veränderungen, die sich schon am Horizont abzeichneten und dass bald nichts mehr so sein würde wie vorher.

An diesem Freitagabend, dem 12.10. war alles normal, so normal wie man es halt gewohnt war. Ich war unterwegs zu meinem Kumpel Klaus, der in Saarlouis-Picard wohnte. Wir waren schon seit der Schulzeit Freunde und auch danach immer noch das Dreamteam des Jahrgangs 1974. Klaus war Wassermann und entsprechend liebenswürdig und umgänglich. Er war schön groß, fast 1,90, aber dafür auch nur 70 kg schwer. Von Beruf war er eigentlich Netzwerktechniker, aber was heißt das schon.

Mit ihm zusammen hatte ich angefangen Paintball zu spielen und nach der erfolgreichen und anstrengenden Saison wollten wir mal wieder selbst spielen und feiern. Wir hatten noch ein paar Freunde eingeladen, die auch vor der Langeweile des Alltags flüchten wollten. Das waren Stephen der Banker, Volker der Baulöwe und Tom unsere Tüftler und Vorzeigeintellektueller. Tom war der unsportlichste von uns allen. Etwas rundlich und auch noch kurzsichtig. Er selbst sagte einmal von sich, dass er unter Bullemie und Alzheimer leidet, er vergisst ständig nach dem Fressen zu kotzen. Das war seine Art von Humor. Das einzig liebenswerte an ihm – in meinen Augen. Wir wollten gegen Heddy, unseren Franzosen und seine Kumpels spielen und natürlich gewinnen. Ich war so was von heiß auf die Ballerei, aber wer selbst spielt kennt das ja.

Meine Ausrüstung, die Fressalien und natürlich das Bier lagen hinter mir und ich hoffte Klaus und Tom würden nicht ähnlich viel Gepäck mitführen wie ich. Dann hätte nämlich der Platz nie im Leben ausgereicht.

Um mein pünktliches Erscheinen vorher anzukündigen, rief ich schnell noch bei Klaus an, um die Lage abzuchecken.

Eine süße Stimme meldete sich mit „Trompeter- Riebel“ und ich sagte „Hi Vanessa ich bin es, Stephan- gib mir mal bitte den Klaus“

Das war seine Freundin Vanessa, leider kein großer Fan unseres bunten Hobbys, aber trotzdem ganz lieb. Sie rief nach ihrem Freund und sagte keinen Ton mehr zu mir. Klaus kam ans Telefon und sagte wie immer:

„Na Bub, was geht.“

„Ich bin unterwegs ,- Ist der Tom schon da ?“

„Ja ist hier und wartet, alles paletti, wir warten nur auf dich“

„Schön - schön, dann bis gleich“

Das war ja schon zu perfekt um wahr zu sein. Alle da, keine Probleme und erst 17.00 Uhr.

Zeit für etwas Musik, dachte ich und machte das Radio an.

Doch zuerst kamen die Nachrichten. Der Sprecher meldete, dass die Friedenskonferenz Nr. sowieso geplatzt sei und der Bericht der Umweltkommission den Industriestaaten größere Anstrengungen abverlangt. Der übliche Mist also. Ich hatte es aufgegeben mich über so etwas aufzuregen. Politiker sollten handeln ohne auf die nächste Wahl zu schielen und das Parlament nicht in eine Schwatzbude verwandeln, wo man nur die Probleme löst, die keinen was angehen und das aufklärt, was eh schon stadtbekannt ist, brutalstmöglich.

Nach den Nachrichten folgte die Werbung. Dasselbe wie immer: Ausverkauf, Neu, Besser Blah-Blah. Dann kam die Musik. Irgend so ein trendy „lalala“ Müll. Ich machte das Radio aus und dachte nur an die gute, alte Zeit mit Metallica, Queen und Depeche Mode.

War ich wirklich schon so alt. Ach was. Ganz in Gedanken folgte ich der Strasse bis zur Wohnung von Klaus. Zu meiner Überraschung sah ich, dass da einige Autos standen, die ich gar nicht erwartete.

Dem Fuhrpark nach, waren alle bei Klaus. Ich sah das Auto von Stephen und Volker, demnach war ich der letzte, der noch fehlte.

Ich parkte und wollte gerade aussteigen als Klaus und der Rest der Meute schon aus dem Haus kamen. Nach der üblichen Begrüßung mit den gewohnten Blödeleien und Faxen stiegen alle in die Autos und wir machten uns auf dem Weg. Wir waren alle super gelaunt und die Fahrt war echt amüsant. Klaus erzählte mir von seinen Erlebnissen auf der Party seines Chefs und Tom gab seine bissigen Kommentare dazu ab. Zwischendurch rief Stephen an und fragte was der Unterschied zwischen einem Ossi und einem Türken sei. Ich kannte denn Witz schon und sagte ihm:

„Der Türke spricht deutsch und hat Arbeit“.

Ja, ja wir waren schon ein geiler Haufen und ließen es uns gut gehen.

Klaus und Tom spielten schon mit den Bierdosen und ihre Augen verrieten, dass ich 10 min zu spät gekommen war. Aber da ich den Chauffeur spielte, musste ich ja brav bleiben und fahren.

Um kurz vor 18.00 Uhr kamen wir an. Unser Feld war ein Waldgelände mit mehreren ha Fläche. Am Arsch der Welt und nur für uns da.

Die Zelte hatte ich morgens schon mit Heddy aufgebaut und auch alles andere war schon fertig.

Heddy hatte den Grill angezündet und selbst Bier mitgebracht. Er und seine Kumpels saßen am Lagerfeuer und feierten schon heftig. Wir parkten und gingen zu ihnen. Ich vernahm ein Paar Bemerkungen auf französisch wie „Pappnasen“ und „ Lahmärsche“ also typische männliche Anredeformen und Titulierungen.

Darin sind sich wohl alle Männer auf der Welt ähnlich, wenn Sie etwas getrunken haben und unter sich sind!

Als wir später in aller Ruhe so zusammensaßen, fragte Klaus so in die Runde, ob wir auch von dieser UFO-Spinnerei in den Talkshows gehört hätten. Ich verneinte und außer Klaus und Tom hatte keiner etwas mitbekommen. Er erzählte, dass in irgendeiner Talksendung mit dem Thema „die Außerirdischen haben mich kontaktiert“ ein Paar echt witzige Spinner aufgetreten wären. Eine junge Frau erzählte von Aliensex und ein alter Sack von seinen wirren Träumen. Marke lesbische Nazinutten von Außerirdischen in den Weltraum entführt und zu einer Hungerkur gezwungen. Morgen geht’s dann weiter mit dem Thema

„Obdachlose transsexuelle Kriegsveteranen geben Diättips.

„Alles Quatsch“: sagte ich, „Wenn uns wirklich Außerirdische erleben könnten, wären wir längst tot.

Keine wirklich intelligente Rasse könnte eine Spezies wie den Menschen tolerieren. Wir sind einfach zu destruktiv und unlogisch“.

Dann unterhielten wir uns noch weiter über dieses Thema und von Rosswell, Loch Ness bis zum Bermudadreieck wurden sämtliche pseudowissenschaftlichen Erkenntnisse des 20 Jahrhunderts abgehandelt. Wir waren uns alle einig, dass es bestimmt Aliens gibt, aber keine die mit Typen verkehren, die in Talkshows auftreten. Das war ja wohl der Abschaum der Menschheit und wohl kaum der intellektuelle Kreis derer, denen ein solches Privileg zustehen würde.

Wir waren ja so naiv und hochnäsig. Als ob wir uns ein Urteil erlauben könnten. Keiner von uns ahnte in diesem Moment, dass es ein böses Erwachen geben würde, wenn wir am Sonntag wieder losfahren wollten. Wir lachten und tranken und als es 2.00 Uhr durch war, schliefen wir alle in den Zelten unseren Rausch aus.

Als wir am nächsten morgen aufwachten dröhnte mir noch immer der Schädel und mit meinem preisverdächtigen Brummschädel hätte ich selbst in einer Talkshow auftreten können. Nach dem Motto „ eins von den 30 Bieren war wohl schlecht“. Das war typisch für mich, normal feiern konnte ich noch nie- wenigstens musste ich nicht kotzen, wie sonst immer.

Ich machte mich frisch und dann setzte ich mich zu den anderen an den Frühstückstisch. Mein Gesichtsausdruck trug natürlich zur allgemeinen Erheiterung bei, was mich ungemein aufbaute.

Wie üblich machte Klaus eine Bemerkung, die sehr passend war.

„Der Stephan ist so einer, der säuft abends so viel, damit er morgens die meisten Lacher einheimst, ohne etwas zu sagen!“ Alle grölten außer mir. Ich meinte nur:„ Dienst ist Dienst und Schnaps ist Schnaps“

Wir aßen unser Frühstück und dann ging die Post ab. Wir spielten wie in den Anfangszeiten in Camo und im Wald. Das hatten wir lange nicht mehr gemacht und wir waren richtig heiß auf die Ballerei. Es gibt nichts Spannenderes auf der Welt. Diesen Adrenalinkick, wenn man sich anpirscht und dem Gegner auflauert. Es ist eine Mischung aus kindlicher Erwartung an Weihnachten gepaart mit der nervösen Erregung beim ersten sexuellen Kontakt mit einer Frau.

Paintball war für uns kein militanter Kriegssport sondern das pure Spaßerlebnis mit den Freunden am Wochenende. Wir hatten etwa gleichviel Soldaten wie Zivis unter den Spielern. Aber das sieht man nicht – mit der Schutzmaske vor dem Gesicht sind es alle Krieger, die ihrem Jagd,- und Spieltrieb frönen.

Frauen werden das nie verstehen. Sie haben sich immer in der Nähe der Höhle aufgehalten und die Kinder gehütet. Wir Männer mussten in Gruppen jagen und Fleisch erbeuten. Das prägt halt und mehrere 100 Millionen Jahre „des Fressens und Gefressen werden“ manifestieren sich auch in den Genen. Jedenfalls sah ich das damals so.

Wir spielten also „unser“ Spiel und waren voll in unserem Element. Die Franzosen waren zwar ein nicht zu unterschätzende Gegner, aber wir waren die Deutschen und ich glaube, sie hatten mehr Respekt vor uns als wir vor ihnen. Aber das spielte an diesem Tag keine Rolle.

Einmal gewannen wir, einmal sie. Das dritte Spiel sollte die Entscheidung bringen.

Nach dem Mittagessen sollte es losgehen und bis dahin war die Stimmung ungetrübt. Kurz nach dem Essen wollte ich dann meine Freundin anrufen um mit ihr über Sonntagabend zu sprechen. Aber es funktionierte nicht. Ich hatte kein Netz und auch die Anderen hatten keins. Das war zwar merkwürdig, aber da wir in Frankreich waren auch nicht so ungewöhnlich. Auf dem Land und abseits einer großen Stadt konnte das mal passieren. Also ging das Spiel weiter und keiner nahm weiter Notiz davon, dass die Verbindung mit der Außenwelt abgebrochen war. Wir hatten nur eins im Sinn - die Franzosen.

Klaus und ich pirschten uns durch die Büsche heran, immer die Knarre im Anschlag und den Schweiß auf der Stirn. Vor uns huschte etwas durchs Gebüsch. Ich schrie nur:„ Kontakt auf 12 Uhr“ und schoss auf die Stelle, wo ich den Gegner wähnte. Es waren Heddy und einer seiner Freunde. Das Feuergefecht war voll im Gange. Klaus und ich schossen ohne direkte Sicht und hofften, dass es gut ging. Die Franzosen bekamen aber jetzt noch von Tom etwas Dampf von rechts. Nach 2 Sekunden war es entschieden. Beide Franzosen raus. Wir suchten weiter, aber konnten nichts finden. Das war typisch für unsere Spiele. Wir suchten sie und sie warteten einfach bis wir kamen. Das lag wohl auch in den Genen. Wir Deutschen nannten es das „Maginot-Gen“.

Leider ging es auch so aus wie sonst. Ich lief in einen Hinterhalt und hatte keine Chance. C’est la vie.

Die anderen hatten mehr Glück und erwischten den Rest von Heddys Truppe. Aber bis auf Volker waren alle aus unserem Team ausgeschieden, ein sehr knapper Sieg.

Merkwürdig war, dass keine anderen Spieler mehr auftauchten, wie sonst immer. Aber ich dachte: „Ist denen wohl schon zu kalt“.

Mir war das Recht. Keine Kunden – kein Geld – aber auch keine Arbeit.

Wir spielten also munter weiter und machten ein Spiel nach dem anderen. Als wir genug hatten, wuschen wir uns und machten unser Barbecue fertig. Den ganzen Abend analysierten wir bierselig und total breit, welche tollen Spielzüge es gegeben hat und wieviel Spaß wir hatten. Das war normal, ein Spiel wird immer doppelt so lange besprochen und beschrieben wie es gedauert hat. Bei Anfängern sogar noch länger.

Wir verputzten denn Rest der Schwenker und stellten fest, dass wir wohl ein Bierproblem bekommen würden. Nach dem Kasten und dem anderen Kasten war nur noch ein Kasten übrig.

Da wir sowieso sehr müde von der Spielerei waren, legten wir uns schon um 22.00 Uhr aufs Ohr.

Der nächste Morgen glich dem ersten, nur war ich diesmal sofort nüchtern und schmerzfrei. Wir hatten immer noch keine Telefonverbindung und standen mitten in der Prärie.

Da wir sowieso nur ein Spiel machen wollten und dann fahren mussten, war es mir aber egal. Ich war ja auch kein kleines Kind mehr, das seine Eltern anrufen musste, weil es den Bus verpasst hatte. Ich wurde erst stutzig als ich mein Radio anmachte und ich keinen Sender fand. Weder einen deutschen noch einen französischen. Das fanden auch die anderen merkwürdig. Volker meinte aus Jux das vielleicht die Russen einmarschiert wären. Tom schrie direkt:

„Eckart, Werner, ich glaub die Russen sind da!“

Stephen ging an sein Auto und überprüfte das Radio und empfing ebenfalls nichts. Jetzt wurden wir alle etwas nervös. Wir spekulierten auf einen Stromausfall in unserer Region oder Sonneneruptionen. Wäre ja möglich. Wir beschlossen einzupacken und heimzufahren.

Als alles verstaut war, fuhren wir wieder zurück, wie wir gekommen waren und planten schon was wir abends noch machen könnten.

Während der ganzen Fahrt kamen uns nur zwei Auto entgegen und wir hatten immer noch kein Radio oder Telefonnetz. Langsam kam uns das alles sehr spanisch vor. Klaus und Tom, die bei mir mitfuhren meinten, dass läge an den Benzinpreisen oder sei einfach nur Zufall.

In mir stieg ein immer größerer Kloß auf. Ich fühlte eine innere Unruhe, wie vor einer Schulstunde, wenn man seine Hausaufgaben nicht gemacht hat. Aber daran war ich ja gewohnt.

Klaus und ich hatten während unserer Schulzeit schließlich wichtigeres zu tun als unsere Nachmittage mit Hausaufgaben zu verplempern. Computerspiele mussten durchgezockt, Schallplatten gehört und Drogenerfahrungen gesammelt werden. Lernen konnte schließlich jeder, nichts machen und trotzdem für gebildet gehalten zu werden, ist viel schwerer. Leider hatten unsere Lehrer wenig Verständnis für unsere revolutionären Lernmethoden und Denkansätze. Diesem Umstand verdankten wir dann auch unsere Ehrenrunden. Gott sei Dank – kann ich heute nur sagen. Ohne die Borniertheit einiger Leerkräfte wären wir uns nämlich nie über denn Weg gelaufen. Als wir dann in eine Klasse gesteckt wurden, saßen wir dann auch schnell nebeneinander und begannen nach und nach, uns unsere Ideologien und Ansichten zusammen zu zimmern. Wir merkten schnell, dass wir zwar unterschiedliche Ansätze mitbrachten, uns aber noch viel mehr von den Anderen in der Klasse unterschieden. Mit der Zeit sogar immer deutlicher z.B. während der Klassenfahrt nach Holland. Wir waren auf jeden Fall anders als die anderen. Irgendwie frecher, hochnäsiger und unangepasster gegenüber der allgemeinen Stimmung dieser „Kinder“. Wir redeten über den Krieg, Panzer, Drogen, sexuelle Phantasien und solche tollen Sachen.

Als wir über die Grenze fuhren wurde es nicht besser. Keine Menschenseele auf der Strasse. Keine Kinder, nur ein Hund lag in der Sonne. Den konnten wir nicht fragen. Als wir über die Landstrasse fuhren kamen wir durch Felsberg. Direkt hinter diesem Ort hatte man einen Ausblick auf einen Teil des darunter liegenden Saartals. Da ich mich auf die Strasse konzentrierte und in Gedanken war, sah ich „Es“ nicht. Erst als Klaus, der neben mir saß laut: „Alter fahr mal rechts ran“, schrie, blickte ich auf. Als Saarländer war ich gewohnt an Industrieabgase und Dampfwolken aus den Kohlekraftwerken und der Stahlindustrie, aber das war garantiert keine normale Aussicht, die sich uns da bot.

Ich fuhr sofort rechts ran und wir stiegen aus.

Es sah aus als ob halb Saarlouis brannte und auch aus anderen Städten am Horizont stieg schwarzer Rauch auf. Jetzt hörte man ein Paar Explosionen, die aber sehr weit weg waren. Wir waren alle leichenblass und das Gefühl im Bauch war jetzt richtig scheiße. So eine Angst hatte ich noch nie gespürt. Volker und Stephen waren etwas hinter uns geblieben. Als sie um die Kurve kamen und uns sahen, hielten auch sie an. Beim Aussteigen sagte Stephen: „Oh mein Gott, es muss Krieg sein. Das kann unmöglich nur ein Brand sein. Jetzt passt auch alles zusammen. Das Radio, Telefon, keiner auf der Strasse. Scheiße, was ist nur los?“

Ich widersprach ihm. Wenn das ein normaler Krieg wäre, wo waren dann die Leute. Innerhalb von 2 Tagen könnten unmöglich alle tot sein. Wir hatten auch keine Flugzeuge gehört oder gesehen und auch sonst keine Explosionen bemerkt.

Klaus ging zum Gepäck und nahm das Fernglas heraus. Er blickte etwa 10 Sekunden durch als er nur meinte.

„Stephan hat Recht- das ist kein normaler Krieg. Das ist unmöglich von unserem Planeten.“

Er gab das Fernglas an Tom weiter und der meinte mit zitternder Stimme:„ Es ist riesengroß, aus Metall, hat drei Beine, mind. 30 m hoch. An den Seiten sind wohl seine Waffen. Es dreht sich.. jetzt feuert es“.

„Gib mal her“: befahl ich und riss ihm das Fernglas aus der Hand. Ich brauchte etwa 10 Sekunden bis ich entdeckte was die beiden so geschockt hatte. Etwas was aussah wie, keine Ahnung wie, einfach gigantisch. Ich erkannte, dass eine Art Laserstrahl, abgefeuert wurde. Ich konnte nicht sehen auf was die Maschine feuerte, es spielte auch keine Rolle. Ich konnte mir die Bemerkung:„ Männer das sind definitiv keine Russen“, nicht verkneifen. Aber es lachte keiner. Ich gab das Fernglas an Stephen und der gab es Volker, nachdem er durchgeschaut hatte.

Volker meinte, dass ihn das an den Krieg der Welten erinnere. Verdammt das konnte nicht war sein. Was sollten wir denn jetzt machen?

Klaus nahm jetzt das Fernglas und kniete sich dann hin um in Ruhe die Gegend abzusuchen.

„Ich sehe nur einen, halt nein, es sind zwei. Sie marschieren von uns weg. Was ist das denn. He, ich glaube es waren drei. Einer liegt auf der Strasse und dem fehlt ein Bein. Scheint als würde er schon länger brennen. Es hat wohl auch schon ein Paar von denen gekostet“.

Er blickte zurück auf den ersten Dreibeiner und meinte:

„Sieht aus als, ob sie die Gegend absuchen“.

Plötzlich sah man wie etwas auf den Dreibeiner zuflog. Es sah aus wie eine Rakete. Wir konnten es zwar nur unscharf mit bloßem Auge erkennen, aber Klaus bestätigte unseren Eindruck.

„Irgendwer beschießt das Ding. Da schon wieder. Aber das scheint dem nichts anhaben zu können“.

Plötzlich jedoch explodierte einer der Laserarme und der Dreibeiner wurde von der Wucht der Detonation umgeworfen. Jetzt hatte der Dritte erkannt von woher der Beschuss kam. Er feuerte in eine Häuserreihe und diese stürzte sofort ein. Die Einschläge waren sehr heftig. Praktisch alles auf 15 m Breite flog auseinander. Das konnte keiner überleben. Dann drehte sich der Kopf etwas nach links und feuerte auf einen kleinen Panzer, der wohl hinter einer Heckenreihe stand. Jedenfalls explodierte dort etwas. Der Dreibeiner der eben umgefallen war, begann zu brennen und explodierte kurz danach. Die Frontluke flog weg und eine riesige blaue Stichflamme schoss heraus. Die anderen Laserarme explodierten jetzt ebenfalls und das gesamte Fahrzeug stand im oberen Bereich in Flammen.

Der letzte von diesen Kampfmaschine sah sich das ganze ebenfalls an und setzte dann seinen Marsch in Richtung Innenstadt fort.

Wir sahen im nach und hofften, es würde ihn doch noch erwischen, aber scheinbar war der Widerstand gebrochen. Mit einem seiner Stelzen streifte er ein Auto. Es wurde durch die Wucht des Aufpralls ein paar Meter weit gegen eine Hauswand geschleudert. Der obere Teil, an dem die Waffen angebracht waren, rotierte schnell und ständig feuerte das Ding seine Kanonen ab. So als wollte es jedes Haus auf dem Weg nach Saarlouis prophylaktisch einäschern. Jedenfalls zog es eine Spur der Verwüstung hinter sich her, die kaum zu überbieten war.

Plötzlich sahen wir noch einen heftigen Einschlag der von links kam. Er traf aber nicht den Arm des Dreibeiners sondern den Bereich darunter. Es war wohl ebenfalls eine Rakete – man konnte eine Kondensspur erkennen, die in der Luft stand. Als der Sprengkopf explodierte wankte der Koloss.

Fast wäre er auch umgefallen, aber in letzten Moment fing er sich und drehte sich augenblicklich in die Richtung von wo aus der Schuss herkam. Der zweite Treffer schlug frontal auf und es sah aus als ob der Dreibeiner jetzt erledigt wäre. Aber er war noch funktionstüchtig. Die Laserkanonen hatten ihr Ziel angepeilt und feuerten, während der Kopf des Giganten sich um die eigene Achse drehte. Das Ziel war ein Hubschrauber der Bundeswehr. Der wurde jetzt von den Strahlenwaffen getroffen und verglühte danach in einer gewaltigen Explosion. Dann stürzte er ab und schlug auf dem Boden auf. Die Munition für die Bordkanone explodierte nach und nach und bot einen Anblick, den man von den Knallfröschen kannte, die man an Sylvester verballert. Das war es dann aber auch. Jetzt war Ende Gelände. Der Dreibeiner blieb stehen und bewegte sich keine Meter mehr weiter. Er war schwer getroffen worden. Die Außenhaut hatte ein Paar Schrammen abbekommen und aus dem einem Laserarm schossen kurz Funken heraus. Ob der Frontaltreffer auch irgendwelche Schäden verursacht hatte, war nicht zu erkennen. Auf jeden Fall waren die Typen, die in dem Ding drin gesessen hatten, bestimmt gut durchgeschüttelt worden. Das Wrack des anderen Alienvehikels brannte lichterloh und begann schon zu glühen. Der Asphalt der Strasse begann zu brennen und auch die Häuser hatten Feuer gefangen.

Ich sagte nach einer Minute:„Es ist besser, wir setzen uns wieder in Bewegung“.

Mein Haus lag in Differten, einem kleinen Kaff. So unbedeutend und klein, dass es kaum weiter auffällt. Klaus und die anderen wollten weiter Richtung Saarlouis. Einmal weil Klaus und Tom dort wohnten und Stephen auf die Autobahn müsste. Volker kam aus meiner Ecke, aber er wollte auch zu seiner Familie. Wir diskutierten dann noch zwei Minuten, aber mein Vorschlag war logischer. Es war besser an einem sicheren Ort Informationen zu sammeln, als sich unbedarft einem riesigen schwerbewaffneten Kampfkoloss zu nähern.

Wir stiegen wieder in die Autos und fuhren ziemlich schnell zu mir.

Auch in meinem Dorf war niemand auf der Strasse. Als ich Zuhause ankam war kein Auto in der Garage und es war totenstill.

Wir stiegen aus und gingen ins Haus. Ich rief nach meinen Eltern und meinem Bruder Michael. Keine Antwort. Im Flur sah alles normal aus.

Aber von meiner Familie gab es keine Spur. Ich wurde aus dieser Geschichte einfach nicht schlau. Ich war der einzige Soldat in der Familie. Mein Bruder hatte verweigert, mein Vater war, was das Schiessen oder den Bund angeht, genauso ahnungslos wie meine Mutter. Sie würden sich im Haus verschanzen und es nicht verlassen. Vielleicht wurden sie auch deportiert und es gab einen Kampf im Flur. Aber die Haustür war ganz und auch kein Fenster zerbrochen. Das ergab alles keinen Sinn. Aber ich wusste das wir uns beeilen mussten. Meine Freunde waren ziemlich mit den Nerven fertig und bangten um ihre Familien. Tom meinte, ich solle mal den Fernseher anmachen, vielleicht würde uns das weiterbringen. Ich drückte den Knopf aber es passierte nichts. Ich wollte das Licht anschalten. Aber es gab keinen Strom. Als ich den Wasserhahn überprüfen wollte, hörten wir ein Geräusch an der Tür.

Kapitel III Der Angriff

Differten. 15.30 MEZ. Sonntag 14.10.

Tag 3

Ich war erschrocken und erleichtert zugleich. Wir stürzten in den Flur und ich sah meinen Bruder. Er sah ziemlich mitgenommen aus. Ich fragte, was vorgefallen war und wo unsere Eltern seien. Er sagte nur:„Gott sei dank bist Du wieder da. Es sind ganz furchtbare Dinge passiert“. Freitags etwa um 20.20 Uhr wären unsere Eltern in sein Zimmer gekommen und hätten darauf bestanden, dass er mit ihnen unten fernsieht. Da er aber lieber für sein Studium lernen wollte, sagte er nein. Aber sie hätten keine Ruhe gegeben und versuchten ihn vor den Fernseher zu zerren. Sie hätten sich dann durch das Haus geprügelt. Es war furchtbar. In dem Gemenge hätte er sie beide mit einer Gipsfigur k.o. schlagen müssen um seine Ruhe zu haben. Es gab keine andere Möglichkeit, sie waren wie Furien. Als er ins Wohnzimmer ging lief der Fernseher. Er sah es nur von der Seite, konnte aber erkennen, dass es kein normales Bild war auch ganz merkwürdige Töne waren zu hören. Dann hat er versucht einen Krankenwagen zu rufen, aber das Telefon war tot. Er rüttelte unsere Mutter wach und wollte wissen, was das soll. Sie hätte einen total abwesenden Eindruck gemacht und nur wirres Zeugs gestammelt. Das hätte Sie ständig wiederholt.