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Vier Brüder. Eine Knospe. Ein Spiel, das keines mehr ist. Wir wollten alles und mehr. Die ultimative Premiere im Pitch. Petit, Bellezza, Fleur, McGhee ... Morata-Girl. Sag, zahlen wir jetzt den Preis? Sind wir schachmatt? Ein Frühling. Stürmische Wochen. Vier Brüder und eine Knospe ... Der Crown Prince ist gefallen. Seine Knights sind gefallen. Ihr Mädchen ist gefallen. Bis zum höchsten Gipfel sind sie gemeinsam aufgestiegen und allein in die Finsternis gestürzt. Weil sie eine Premiere wollten. Die Sonne schien so warm und verheißungsvoll, und sie vergaßen, dass ein Spiel niemals ohne Gegner funktioniert. Wer fängt auf? Wer fängt ab? Wohin mit der Hoffnung, wenn das Licht verblasst? Dennoch ist jedes Ende auch ein Anfang. Jeder Abschied ein Neubeginn. Jeder Verlust eine Chance, sich selbst zu finden. Wie der Phönix aus der Asche. Manchmal ist Loslassen der Schlüssel. Flores, Sage, Phoenix, Angel und Rocco ... Eine neue Zeitrechnung beginnt. Seid ihr bereit, Verantwortung zu übernehmen, wenn nicht mehr nur eine Frage im Raum steht? Wenn Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft in einem Moment passieren. Band 4 der Black-Reihe. Alle Folgebände handeln von denselben Hauptfiguren. Die Reihe ist abgeschlossen: Band 1: Black Summer - Die Nacht in uns Band 2: Black Winter - Die Dämmerung in mir Band 3: Black New Year - Das Flimmern sind wir Band 4: Black Spring - Das Licht in dir Band 5 Black Neverland - Das Ende in uns Enthält direkte Sprache und explizite Szenen - bitte verantwortungsvoll lesen. Dark Romance. Bully Romance. Dark Sensual. Düster, Sinnlich, Atmosphärisch, Morata-Brüder ________________________ Leser:innen-Stimmen: Es wird gelacht, geweint, die Wahrheit gesprochen, gelogen, Eingeständnisse gemacht und Liebe, so verdammt viel Liebe empfunden, dass es einen zerreißt. Ein Meisterwerk! Danke Ana! (Vicky, Vorlabeserin) Band 4 liefert Antworten, neue Fragen, EMOTIONEN. Ich bin nun absolut bereit für den großen Showdown. (Tina, Vorableserin) Was war das bitte für eine Achterbahnfahrt der Gefühle. Ich hatte Tränen in den Augen, war zutiefst schockiert, habe den Atem angehalten, musste auch laut lachen und war bewegt. (Marita, Vorableserin)
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Seitenzahl: 483
Veröffentlichungsjahr: 2025
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Was erwartet dich in diesem Buch?
Die weibliche Hauptfigur geht mit mehr als einem Mann eine sexuelle Beziehung ein. Für diese Männer ist SIE die EINE und wenn es ein Happy End geben sollte, ist das aller Wahrscheinlichkeit nach nicht klassisch westlich. Deswegen heißt es auch »umgekehrter Harem«. Es wird geteilt. Und glaub mir:
Du willst definitiv geteilt werden.
1. Auflage
Copyright © 2024 Ana D. Rocky, Deutschland
Alle Rechte vorbehalten
Covergestaltung: Sternfeder Verlag
Lektorat & Korrektorat: Sternfeder Verlag
Herausgeber: Sternfeder Verlag
Druck und Distribution im Auftrag der Autorin.
Das Werk, einschließlich seiner Teile, ist urheberrechtlich geschützt.
Für die Inhalte ist die Autorin verantwortlich.
Jede Verwendung ist ohne ihre Zustimmung unzulässig.
Personen und Handlungen sind frei erfunden und etwaige Ähnlichkeiten mit real existierenden Menschen rein zufällig.
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Mehr über die Autorin Ana D. Rocky:
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Für alle, die etwas verloren haben.
Für alle, die auf der Suche sind.
Für euch, die ihr hofft.
Gebt niemals auf.
Seid Bangarang.
Black Spring Vibes
Mad World | Jasmin Thompson
Die Welt wackelt
Wollt Ihr das Bett in Flammen sehen | Rammstein
Happy Half-Year Anniversary
Plastic Heart | Nostalghia
Sage (der Puncher)
All I Want | A Day To Remember
Phoenix (der Hexer)
The Drugs Don´t Work | The Verve
Angel (der Teufel)
Hurt | Nine Inch Nails
Rocco (der Harlekin)
Through Glass | Stone Sour
Flores (die Knospe)
May It be | Enya
Vollständige Playlist auf Spotify unter:
Black Spring Soundtrack
Von Ana D. Rocky
... auf den Sturm folgt die Stille. Und sie ist rot. So rot wie Blut, das von allen Seiten auf deine Blätter tropft. Der Damm bricht, stetig steigt der Pegel und du kannst nichts tun. Zentimeter für Zentimeter wird dir die Luft zum Atmen geraubt. Bis du darin ertrinkst. Würdest du es geschehen lassen, um endlich das Licht zu sehen?
Eine ausführliche Leserwarnung findest du am Ende dieses Buches. Pass auf dich auf!
Mummy
Wie ein kleines Schulmädchen, das auf den Bus wartet, sitze ich auf der Bettkante. Meine Hände liegen gefaltet in meinem Schoß, der Kopf ist ein wenig geneigt. Was ist, wenn die Fahrt ausfällt? Es gibt keine Alternativen. Dass um mich herum ein Lichtermeer aus winzigen LED-Spots funkelt, sollte Beruhigung genug sein. Genauso stelle ich es mir vor, in der Dunkelheit zwischen unzähligen Sternen zu schwimmen.
»Ich werde mich selbst anzeigen, Baby.« Phoenix betritt den Raum, bleibt mit ausreichend Abstand vor mir stehen, blickt auf mich hinab. »Auf der morgigen Pressekonferenz erzähle ich jedem Wichser da draußen, was für ein erbärmliches Arschloch ich bin und suche anschließend die zuständige Behörde auf. Charles Anwältin ist ebenfalls informiert. Auf keinen Fall wirst du meine Probleme zu deinen machen. Du bist frei, Flores.«
»Und du dann fort.«
»Sieh mich an.« Zögerlich hebe ich mein Kinn, realisiere erst jetzt die Verletzungen auf seiner Wange und der Hand. »Es sind bisher nur Bruchstücke, an die ich mich erinnere. Noah, Amber und ich waren nachts in der City unterwegs, kamen von einer Party und wollten noch nicht nach Hause. Wie immer waren eine Menge Drogen im Spiel. Koks, LSD, diverse Joints ... Das volle Programm eben. Amber und ich waren dauergeil, hatten schon häufiger Sessions im Smith One erlebt. Größtenteils, weil sie fast süchtig danach war, vom halben Club durchgefickt zu werden. Und ich, weil ich dabei zusehen konnte. Noah verhielt sich immer hemmungsloser, aber ich war nicht mehr in der Lage, das korrekt einzuordnen. Er feierte wie eine Wildsau, geriet völlig außer Kontrolle. Ich habe ihn gefickt, Flores. Und er mich. Es gibt Fotos davon.«
Vehement schüttele ich den Kopf, als könnte ich allein dadurch die ausweglose Situation verändern, vor der wir stehen. »Du bist kein Täter, Phoenix.«
»Egal, wer oder was ich bin, das hier ist ein Abschied. Du trägst schon zu viel von meinem Ballast mit dir herum.«
Alle Tränen, die ich jemals geweint habe, sind aufgebraucht. Rückwärts rutsche in die Bettmitte, sinke auf die weiche Matratze. Mit den Fingerspitzen streichele ich über den besonderen Stoff des Lakens. Das Material fühlt sich warm und kühl zugleich an. Ein samtiger Schutz. Angel überlässt nichts dem Zufall und hat ausreichend Vorkehrungen getroffen.
»Nehmen wir uns diesmal Zeit? Nicht kopflos, sondern bewusst. Und möchtest du dafür sorgen, dass es zwischen uns passiert? Eine Premiere.« Langsam stelle ich meine Beine auf, kippe sie ein wenig auseinander. »Ein gebührender Abschied?«
Phoenix kommt über mich, dass ich mich weiter öffne, klar signalisiere, was ich will. »Erst gestern hast du meinetwegen geblutet. Dieses Geschenk steht mir nicht mehr zu. Außerdem wird alles in dir noch wund sein. Schmerzen sind nicht das, was ich mir dabei für dich wünsche.«
Im Hintergrund erklingt eine dunkle Melodie, die sanft in meiner Brust vibriert, mich an das Ende einer epischen Schlacht erinnert. Gemächliche Rhythmen, tiefe Bässe, die Überlebenden kommen zusammen. Entschlossen greife ich nach seiner unversehrten Hand, lege sie auf meine Hitze. »Ich bin okay, sogar mit Gütesiegel des Punchers versehen.« Phoenix schmunzelt, obwohl er es krampfhaft zu verstecken versucht. »Wirst du mich ein letztes Mal begleiten, wenn ich springe?«
»Das wird er, Petit.«
Hinter mir, neben mir, vor mir, über mir. Die vier Reiter der Apokalypse umzingeln die Jungfrau, die keine mehr ist. Um ihr dennoch ein erstes Mal zu schenken. Meine Stiefbrüder knien sich auf das Bett. Nacheinander reicht Angel eine Flasche Champagner weiter, dass jeder trinkt, Flüssigkeit über nackte Oberkörper rinnt.
Jetzt bin ich an der Reihe, aber nicht so, wie ich es mir zuerst vorstelle. Die Moratas flößen es mir ein. Ich trinke das, was mir ihre Lippen schenken. Verklärt blicke ich in das Prisma über uns, schlucke und atme im Wechsel. Der Anblick raubt mir schier den Verstand.
»Weiter«, befiehlt Angel. »Bis nichts mehr übrig ist.«
Diesmal ist es Rocco, der meinen Hinterkopf packt, langsam prickelnde Flüssigkeit mit mir teilt. Das, was aus seinem Mund läuft, fange ich auf. Zwischendurch leckt er die Tropfen von meinem Hals, wandert weiter hinab, berührt flüchtig meine aufgerichteten Spitzen. Allein das reicht aus. Ungeniert stöhne ich heraus, was zwischen uns passieren wird.
Wieder wird geteilt, gesaugt und geleckt. Ich möchte mich selbst anfassen, sofort pinnt Rocco meine Hände über den Kopf. »Du machst das großartig, Fleur, aber du wirst zuerst aushalten, was wir mit dir anstellen. Nacheinander werden wir dich ficken und es immer dann enden lassen, wenn du kurz davorstehst. Zwischendurch wirst du trinken. Bis das Gefühl, dringend pinkeln zu müssen, deine Sinne beherrscht. Erst dann haben wir dich so weit.«
Neben mir landet der ausladende Bademantelgürtel, gefolgt von Angels Messer. »Petit ist meine Sub. Macht sie fertig für die Session.«
Noch vor wenigen Wochen wäre es jetzt zwischen den Brüdern eskaliert. Stattdessen übernimmt jeder seinen Part, dass ihre Hände zeitgleich meinen Körper berühren, liebkosen, elektrisieren. Phoenix hockt sich hinter mich, bringt mich in eine halbliegende Position. Rechts und links werden meine Handgelenke an die Fußfesseln gebunden, straffgezogen. Der Stuhl! Mein Atem beschleunigt sich.
»Du bist zu nichts verpflichtet, Baby. Wenn du dich in dieser Position unwohl fühlst, sag es. Die Fesseln dienen allein dazu, dass du dich vollkommen auf dich konzentrierst, nicht auf die Idee kommst, uns anzufassen.«
Unsere Blicke treffen sich. Er wird nicht mitmachen, sich nicht mehr das Recht einräumen, seine Freundin zu streicheln. »Das hier ist für mich selbst und meine Entscheidung für das Leben. Ich vertraue euch.«
Phoenix verleiht meinen Worten Flügel. Tief hinein gleitet er in den Bund seiner Jeans und bewegt seine Hand auf und ab. Fast komme ich, weil er dabei so verdammt frei aussieht, seine Erregung hinein in mein Ohr stöhnt.
»Schneid sie, Angel und dann fick sie. Schon seit dem Sommer wollte ich das sehen. Zeigt mir, wie tief eure Verbundenheit reicht. Dass du mein Baby beschützt, obwohl ihr Blut an deinen Händen klebt.«
Das ist er, der offenbarte Mann. Sämtliche Obsessionen sind enttarnt. Kühles Metall gleitet über die Innenseiten meiner Schenkel, hinterlässt ein bittersüßes Pulsieren und Brennen. Meine Nerven überreizen mit einem Schlag. Angel leckt über den Schnitt, ungefiltert schreie ich meine Lust heraus. Erneut bin ich ihnen vollkommen ausgeliefert und könnte doch an keinem Ort mehr zur mir selbst finden.
»Sieh mich an, Petit.«
Ich gehorche. Geräuschvoll gleitet der Thronfolger in mich, umfasst beidhändig meine Kehle. Lustvoll drückt er mich gegen die Brust seines kleinen Bruders, damit ich die Härte in Phoenix Shorts mit jedem Stoß weiter stimuliere. Stetig steigert sich das Tempo, dennoch ist es nicht genug.
»Angel ..., bitte.« Er kennt die Bedürfnisse seiner Familie. Jegliche Zurückhaltung schwindet. Für Phinx. Immer weniger Luft gelangt in meine Lungen, was mich zu keiner Zeit in Panik versetzt. Wir leben jede Facette aus und ich rase mit Vollgas auf die Klippe zu. Nur noch ein paar Meter, dann springe ich der Sonne entgegen.
»Wehe, du kommst.« Ohne Vorwarnung kneift er mich dort, fängt mich wie ein junges Fohlen mit dem Lasso ein. Der aufkeimende Schmerz stoppt den Höhenflug, bis die abgewandelte Missionarsstellung fortgesetzt wird, sein Becken weiter gegen mich schlägt.
»Fleur ..., trink.« Kurz löst sich der Griff des Thronfolgers um meinen Hals. Wie bei einem kleinen Baby wird mir der Flaschenhals an die Lippen gesetzt. »Lass es langsam fließen.«
Rocco lächelt, während er mich füttert, viel zu viel von der prickelnden Flüssigkeit an den Seiten hinab rinnt. Ich würde ihn so gern streicheln, mit ihm verschmelzen und körperlich zeigen, dass auch er auf so vielen Ebenen mein Freund ist. Gleich. Das wird mein Geschenk an ihn sein. Rocco Morata soll mein erstes Mal sein.
Der tiefe Klang von Angels Stimme schwenkt meinen Fokus zurück auf ihn. Er fickt mich, schneidet sich, wird immer härter in mir. Ein feines rotes Rinnsal schlängelt sich über seine Brust, tropft auf meinen Bauch. Gemächlich in meiner Ekstase schwebend, stelle ich mir vor, wie es mich Stück für Stück wieder zusammensetzt und das, was mir genommen wurde, heilt.
»P e t i t ...« Voller Hingabe brüllt er meinen Namen,ergießt sich bis zum letzten Tropfen, spreizt meine Beine bis aufs Äußerste. Eine kleine Ewigkeit verharren wir in dieser Position. Wieder und wieder zuckt es in mir, dass nicht mehr viel fehlt und ich aufs Neue Anlauf nehme. Schnellatmend zieht er sich aus mir zurück. Augenblicklich tropft es aus mir heraus, benetzt meinen Po und das dezent gummierte Laken.
Scharf sauge ich die Luft ein, weil die Fortsetzung ohne Pause folgt. Gänzlich anders dringt der Puncher in mich ein. Mit der Hand an seinem Schaft dirigiert er seine Männlichkeit stückweise vor, zurück und wieder vor. Fliegen ..., die Lust katapultiert mich an den Rand des Universums, nimmt fast schmerzhafte Züge an. Geräuschvoll vermischen sich die Körperflüssigkeiten. Meines. Seines. Unseres. Über die Unsittlichkeit des Teilens zwischen Brüdern bin ich längst hinweg. La famiglia.
Wieder trinke ich, spüre den Drang stetig ansteigen und akzeptiere es, in den Tunnel zu gleiten. Die Zeit stoppt, rast, schlägt aus, läuft seitwärts, um dann zu galoppieren. Wir sind auf dem Weg in ein neues Jahrtausend. Ich war zu Gast in Parallelwelten. Flashbacks suchten mich heim. Fiktion und Realität vermischten sich. Ich liebte, liebte, liebte, liebte und verlor. Jetzt bin ich hier, betrachte uns in den Spiegeln. Ihre Körper sind anbetungswürdig, jede Bewegung ist grazil und zeitgleich bedrohlich, der Sex mit ihnen ist ultimativ.
Nach und nach verändert sich die Atmosphäre, bildet ein Echo aus Keuchen, Flüstern, Anweisungen erteilen. Sages Stöße sind langsamer, dafür feurig platziert, eines Punchers würdig. Gekonnt stimuliert er meinen Lustpunkt, lässt mich keine Sekunde aus den Augen. Stolz lese ich in seinem erhitzten Gesicht, weil ich heute für mich selbst einstehe. Wegen ihm. Er hat mich nach Hause geholt. Hinter mir stöhnt der Hexer. Ist er gekommen?
»Konzentriere dich nicht auf mich, Baby. Bei dir spielt die Musik.«
Permanent fällt mein Kopf in den Nacken, obwohl ich ihn ansehen will. »Ich muss ... ich muss ...«
»Ja, du musst. Und es ist okay.«
Kaum mehr schaffe ich es, dem Wechsel zu folgen. Sie teilen mich ohne Unterlass. Immer härter und hemmungsloser. Der Höhepunkt steht bevor, ebbt ab, steigert sich erneut. Ich erinnere mich nicht, wann ich jemals so viele Schimpfwörter am Fließband benutzt habe.
»Aufpassen, Fleur, sonst wird dir die Anstandsdame später mit Freude den Mund mit Seife auswaschen, wenn du weiter in einer Tour solch verdorbenes Vokabular schreist.«
»Rocco ..., verflucht, ich kann verfickt noch mal nicht mehr. Du bist am Zug. Nur du. Es ist mein Geburtstagsgeschenk an dich. Ich will es. Bring mich dazu.« Wie ein Maschinengewehr schleudere ich die Angst heraus, dass er nicht annehmen wird.
Groß und breit stellt er sich vor mich, lässt sein Schmuckstück aufblitzen, dreht die Cap Reverse. Extra für mich. Erneut beugt er sich vor, fährt mit seinem Zeigefinger die verblasste Narbe nach, bis er dort angekommen ist, wo Sage mich exakt für das hier vorbereitet hat. »Phinx, du weißt, was zu tun ist. Ich brauche dich dabei.«
Der Mann hinter mir sagt keinen Ton, legt dennoch behutsam seine Hand auf meinen Bauch.
»Stooooopp, was hast du vor?«
»Er hilft dir, Fleur. Lass ihn gewähren.«
Zwei Finger gleiten in mich. Zuerst langsam, dann mit ansteigendem Tempo. Zeitgleich wird der vorsichtige Druck auf die Region unterhalb meines Bauchnabels erhöht. Panik breitet sich aus, dass ich es nicht kann. Dass ich anatomisch gar nicht in der Lage bin, weiblich zu ejakulieren.
Sage und Angel setzen sich zu mir auf das Bett, widmen sich ausgiebig meinen Brüsten. Ein strenger Klaps mit der Hand, mit den Zähnen knabbern und beißen, zwischen den Fingern zwirbeln. Jegliche Manieren lösen sich in Luft auf, auch die letzten selbst auferlegten Tabus zu halten. Der Sturm reißt sie brachial nieder.
Rocco Morata gesellt sich zu mir in den Tunnel, zieht mich immer weiter vorwärts. Genau dorthin, wo die Sonne am hellsten scheint.
»Fleur ...«, raunt er mir zu, »it´s a womans world. It´s your fucking stage. Komm für uns, Morata-Girl.« Letztmalig verändert sich der Winkel seiner Hand, zeitgleich kippt mich der Rebell weiter nach hinten. Mein Doppel! Beide arbeiten erneut im Gleichklang, katapultieren mich jenseits von Gut und Böse. So entblößt und frei. So verflucht kurz davor, mich selbst zu verlieren und neu zu erfinden.
»Spritz für mich, Baby. Lass alles los und zeig mir, wozu du fähig bist.«
Draußen explodieren die Raketen, wechseln das Jahr. Hier unten zerschelle ich in tausende Splitter, verändere mein Leben. Ich komme und komme und komme. Bäume mich auf. Und komme. Ohne Hemmungen, Tabus und Zweifel. Niemals in meinem Leben bin ich so hochgeflogen und nicht gefallen.
Der Spiegel zeigt es mir. Alles glitzert, alles glänzt. Der Boden, das Bett, meine Stiefbrüder. Ich selbst. Dad?
»Finger weg von meiner Tochter!«
Schockstarre. Bei uns allen. Das ist unmöglich. Nicht real. Nur Phoenix reagiert. In Windeseile löst er die Fesseln, rollt mich von sich herunter und zerrt das nasse Laken über mich. Traum. Das kann nur der Streich eines furchtbaren Albtraums sein, oder? Mitten in der Bewegung hält er inne, starrt mich mit großen Augen an. Christopher zielt mit geladener Waffe direkt auf seinen Hinterkopf.
»Bleib unten, Flores.«
In Zeitlupe wird er von mir gerissen. »Du perverses Dreckschwein ..., du hast meine reine Daisy auf dem Gewissen. Ich bring dich um. Ich bringe euch alle um.«
»Du bist betrunken«, stellt Angel nüchtern fest, steigt unbeeindruckt in seine Boxershorts. »Auf diese Weise bekommst du deine Tochter niemals zurück.«
»Wenn ihr auch nur einen Schritt näherkommt, puste ich ihm sofort den verseuchten Schädel weg.«
»Dad, hör auf.«
Mich komplett ignorierend, zerrt er Phoenix brutal in den Neon-Room. Ohne Rücksicht auf Verluste, reiße ich das Laken vom Bett, stürme den beiden hinterher. Rocco will mich aufhalten, danach Sage. Keiner schafft es. Ich gerate völlig außer Kontrolle, knicke mehrmals weg, renne um Phoenix Leben.
»Lass ihn los«, speie ich dem Mann mit der Waffe lautstark entgegen. »Du hast kein verfluchtes Recht dazu.«
»Daisy, bleib stehen. Ich warne dich.« Mit voller Wucht donnert das Geschoss auf Phoenix Stirn, hinterlässt eine deutliche Platzwunde. Dennoch bricht er nicht zusammen, sorgt sich nur um mich, nicht um sich selbst. »Das ist eine Sache zwischen mir und dem Junkie-Abschaum.«
»Ist es nicht. Seit dreizehn Jahren nicht mehr. Wie ein Feigling bist du verschwunden, als hätte es dich niemals gegeben.« Meine Stimme bricht. Verzweifelt starre ich in flimmerndes Eisblau, dass sich zügig rot färbt. »Lass ihn bitte los. Er ist nicht der Spiegel deiner Fehler.«
»Verflucht, ich hatte keine andere Wahl. Jeden Tag warst du in meinen Gedanken, in meinem Kopf. In meinem Herzen. Zählt das denn gar nicht?«
Ebenso wie meine Ekstase ist meine Wut grenzenlos. Aus den Untiefen steigt blanker Hass empor, weil er mich schon meiner Kindheit beraubt hat und jetzt den Moment mit den Männern, die ich bedingungslos liebe. Hocherhobenen Hauptes schreite ich auf Christopher zu, zeige mit dem Finger auf ihn. »WAS. HAST. DU. GETAN? Wieso bist du fortgegangen?« Im ultravioletten Licht wirkt sein Gesicht verzerrt wie das einer dämonischen Fratze. Nicht wie das eines Daddys, der Trici immer beschützen wollte. Er ist wie Jeremy. »Sag es«, schreie ich verlorene Jahre heraus. »Du verdammter Feigling. Sag es.«
Völlig dem Wahn verfallen, verpasst er Phoenix zusätzlich einen heftigen Schlag in die Magengegend, drückt ihn vor sich in die Knie und richtet wiederholt die Waffe auf seinen Kopf. Er wird ihn eiskalt erschießen. Hilfesuchend blicke ich hinüber zu meinen Stiefbrüdern, die sich Zentimeter für Zentimeter vorwagen und die Schlinge immer weiterzuziehen. Ich bin ihr Verderben. Kein Safe Place. Der Untergang.
»Sieh mich gefälligst an, wenn du wissen willst, warum ich nicht mehr nach Hause gekommen bin, Flores. Warum dein fröhliches Lachen lange Zeit nur noch Gift in meinen Ohren war.« Die Sekunden werden zu endlosen Jahren. »Ich habe ein unschuldiges Menschenleben auf dem Gewissen. Dein Daddy ist ein Mörder.«
Mein Hals liegt frei, die Luftzufuhr stoppt, ungebremst werde ich zurück in die Traurigkeit einer Fünfjährigen katapultiert. Nur er, seine Worte und ich existieren in diesem Moment. Dass er meine Welt war, obwohl er fehlte. Dass er mein Held hätte sein sollen. Dass ich davon träumte, er würde mich retten. Fast unhörbar wird die Waffe entsichert und die Zeit rinnt dahin. Ein kleiner Junge ... In meinem Alter ...
»Wie konntest du dich zur billigen Hure dieser vier Brüder entwickeln? Dich jedem von ihnen schamlos hingeben? Pfui, Daisy. Deine Mum ist zurecht enttäuscht. Das endet jetzt.«
Hinter jeder Geschichte, steckt eine Geschichte, steckt so viel Leid. Die Hölle entfesselt sich selbst. Von allen Seiten stürmen sie auf den Mann zu, der Flores Bloom-McGhee das Leben genommen hat. Mehrmals. Ich höre meinen Namen, dann folgt ein Schuss. Nur ein simpler Schuss. Und ein Schrei. Kommt er von mir? Wieder ist alles voller Blut. Und Stille. Diese verdammte Stille. Das Strichmädchen hätte es mit ihnen gewollt. Hätte sie es gekonnt. Mummy ...
Heirate mich, Fleur.
Nicht ihn.
Mich.
Schachmatt
Vier Brüder. Eine Knospe.
Ein Spiel, das keines mehr ist.
Wir wollten alles.
Jede Facette von Schmerz, Lust und Hingabe.
Und mehr.
Die ultimative Premiere im Pitch.
Petit, Bellezza, Fleur, McGhee ... Morata-Girl.
Sag, zahlen wir jetzt den Preis?
Sind wir schachmatt?
Mad World
Neujahrsnacht, Teil 1 ...
Er ist mein Bruder. Wenn nicht für ihn? Für wen dann? Wir stehen füreinander ein, fangen uns auf und manchmal ..., da fangen wir auch ab. Getroffen sacke ich in die Knie, halte mir die rechte Brustseite. Sofort wird es warm an meiner Hand und still in meinem Kopf. Die Umgebung verschwimmt, der einsetzende Tumult, sodass ich schlaff vornüberkippe. Irgendwer fängt mich auf, mahnt mich, wach zu bleiben. Ich kann nicht. Apathisch fallen mir die Augen zu und ich gleite hinein in die Gewissheit, nichts zu bereuen, weil ich zu ihm gegangen bin. Zu dem Jungen, der trotz seiner Probleme immer an meiner Seite gewesen ist und mir in kleinen Gesten gezeigt hat, wie viel ich ihm bedeute. Erinnerungen fluten mich und ich lasse los. Verdammt, ich lasse einfach los ...
... »Happy Birthday, mein Schatz.« Mum küsst mich auf die Wange und ich schüttele mich innerlich. Auch Phoenix verzieht sein Gesicht, stopft sich fleißig weiter meine geliebten Erdbeerbonbons in den Mund. Wenn er nicht aufpasst, wird er sie später wieder auskotzen dürfen. Weil ich dafür sorgen werde. »Na los, streng dich an. Alle vierzehn Kerzen auf einmal sind das Ziel. Dann wartet vielleicht noch eine Überraschung auf dich.«
»Mum, das ist unfair. Wieso bekommt er ein Extrageschenk, ich aber nicht.«
»Weil du erst in zwei Monaten Geburtstag hast und lernen musst, dich in Geduld zu üben.« Zwinkernd wuschelt Mum durch Phoenix Haare, betrachtet ihn liebevoll. Ich mag es, wenn sie das bei ihm macht. Mein Bruder braucht diese Art der Zuwendung wie die Luft zum Atmen, obwohl er sich das niemals eingestehen würde. Am meisten von Dad, der fast nie anwesend ist. Und wenn, dann kommen die beiden nur schwer miteinander aus.
»Wir hatten darüber gesprochen, Caitlyn. Sofern unser Sohn weiter Unsinn auf einem konstant hohen Niveau in der Schule anstellt, geht er dieses Mal leer aus. Noch eine Verfehlung, Phoenix und der Sack ist zu. Ohne Widerrede. Merk dir das.«
Sofort verpasse ich ihm unter dem Tisch einen Tritt, damit er cool bleibt. Nicht schon wieder will ich einen Streit zwischen den beiden erleben. Das passiert zu häufig in letzter Zeit und endet grundsätzlich in noch mehr Rebellion.
»Phinx ist traurig.« Holly rutscht von Dads Schoß auf die Bank zwischen uns, schnappt sich seine Hand, schmiegt ihre Wange hinein. »Nicht immer böse sein, Daddy.«
»Genau. Und nicht immer glauben, was andere sagen, CHARLES. Ursache und Wirkung. Versteht sogar ein fast Dreizehnjähriger.«
Wieder holt mein Fuß aus, touchiert mit der Schuhspitze sein Schienbein. Mit Klugscheißer-Sprüchen betritt er das gefährlichste Terrain. Schulterzuckend wird mein zweiter Versuch zur Kenntnis genommen, tief eingeatmet und zum Gegenschlag ausgeholt. Ehe die Situation eskaliert, puste ich, was das Zeug hält. Kerzenwachs fliegt über den Tisch, trifft Mums Hand, prompt zähle ich vierzehn auf einen Streich. Holly applaudiert und quietscht. Mit vier Jahren ist die Welt noch in Ordnung.
»Das hätte auch ins Auge gehen können, Schatz.«
»Ist es aber nicht«, antworte ich leicht gereizt, trommele unruhig mit den Fingern auf der Tischplatte herum. Zeichnen. Ich muss zeichnen und an meinen geheimen Motiven weiterarbeiten. Nur noch zwei Jahre, dann werde ich mich tätowieren lassen. Und niemand wird mich davon abhalten. Das wird mein ultimativer Schutzpanzer.
»Hier, das ist für dich, Roc.«
Unerwartet überreicht mir mein Bruder einen grauen Karton, den er wie aus dem Nichts neben Holly und sich hervorgezaubert hat. Wenn das die Überraschung sein soll, ist sie beiden schon jetzt geglückt. Feinsäuberlich wurde auf den Deckel mein Name gekritzelt und darunter gleich zwei Strichmännchen gezeichnet. Er und ich. Zu mehr künstlerischem Geschick ist der Kleinste nicht fähig, dennoch sind wir perfekt getroffen.
»Ich hoffe, du hast das nicht irgendwo mitgehen lassen.«
»Charles, hör auf damit. Dein Sohn hat sein Taschengeld dafür gespart.«
Die Faust, die ich verborgen balle, öffnet und schließt sich im Wechsel. Nicht umsonst hasse ich Geburtstage in dieser Familie.
»Na los, mach schon auf«, treibt er mich verbal an, ignoriert den gemeinen Seitenhieb. Geräuschvoll fummele ich an dem Karton herum, imitiere mit den Lippen eine kleine Fanfare. Zum Vorschein kommt ein streng limitiertes Basecap, um die ich schon seit einigen Wochen herumschleiche. Lockere 300 Dollar wird er für das schwarz-pinke Teil gezahlt haben. Ehrfürchtig nehme ich die Cap aus der Box, biege den Mützenschirm vorsichtig in Position.
»Aufsetzen. Aufsetzen. Aufsetzen.« Meine Schwester lässt nicht locker. Über beide Ohren grinsend verschwinden meine grundsätzlich verstrubbelten Haare unter der Mütze. Zufrieden streckt mir Holly ihre winzige Handfläche entgegen, in die ich einschlage. Wie wir es fast täglich miteinander üben. Kurz danach boxe ich meinem Bruder gegen die Schulter.
»Fucking Shit, Phinx. Was. Für. Ein. Geiler. Scheiß. Du hast definitiv was gut bei mir. Ein Leben lang.«
Seine Augen glänzen, die Mundwinkel zeigen nach oben, die Haare streicht er sich wie immer aus der Stirn. Er freut sich tierisch, weil ich mich freue. Dennoch huscht sein Blick permanent hinüber zu Dad. Wieder bleibt ein Lob aus. Ein freundliches Nicken, oder wenigstens ein simpler Daumen hoch. Stattdessen ist es eine starre Maske, die uns präsentiert wird. Am Tisch sitzt der waschechte CEO-Dad wie er leibt und lebt. Prinzipientreu, fokussiert, mit unerreichbaren Erwartungen an seine vier Söhne.
Kurz wird sich geräuspert, an goldenen Manschettenknöpfen gezwirbelt. »Pass im Beisein von Holly auf deine Wortwahl auf, Rocco. Ich möchte nicht, dass sie mit solchen Ausdrücken konfrontiert wird. Die im Übrigen KEIN Morata benutzen sollte. Denk an deine Verantwortung und die Außenwirkung.«
»Wer möchte Kuchen?«
In Lichtgeschwindigkeit wird mir eine dreistöckige Torte vor die Nase gesetzt, der Themenwechsel auf unpassendste Weise vollzogen. Sahnecreme, Marzipan, verziert mit allerlei Schnickschnack aus Mums Lieblingskonditorei. Was hatte ich mir gewünscht? Einen schlichten Marmorkuchen mit Schokoglasur. Selbstgemacht. Entweder, sie hat es vergessen oder sich wieder über meine bescheidenen Wünsche hinweggesetzt.
»Sieht toll aus«, erkläre ich kaum überzeugend, ringe mir die Freude aus dem Arsch, weil es von mir erwartet wird. Mit frischen vierzehn betrachte ich eine Torte, die es auf die Titelseiten eines jeden Hochzeitsmagazins schaffen würde. »Sogar mit Blattgold verziert. Wahnsinn.«
»Zeig ein bisschen mehr Dankbarkeit. Nicht viele Familien sind finanziell in der Lage, dir so etwas zu spendieren.«
»Hättet ihr ja nicht machen müssen.« Phoenix spricht aus, was ich denke. So ist das immer. Und dafür liebe ich ihn, obwohl ich zeitgleich eine verfluchte Angst um ihn habe. Überall eckt er an. Nur ich komme an ihn ran. Vielleicht noch Mum und Holly. Das war es.
Dads Handfläche knallt auf den Tisch, das Besteck macht einen Satz und meine Schwester zuckt erschrocken zusammen. Parallel erscheinen Angel, Sage und Isabella im Esszimmer. Deutlich zu spät. Aber niemanden scheint das zu interessieren. Solange der Thronfolger mit von der Partie ist, fließt Vertrauen in Strömen.
»Setzt euch«, flötet Mum melodisch, als wäre zuvor nichts gewesen. »Ihr seht hungrig aus.«
»Danke, Mrs. Caitlyn. Wie immer sehr zuvorkommend von Ihnen.«
Bereits der erste Tag im Jahr reicht aus, um mich in Luft auflösen zu wollen. Ich kann die Nanny nicht leiden. Seit sie im letzten Sommer zu uns in die Familie gekommen ist, macht sie etwas mit Angel. Niemand sieht das, nur ich. Vielleicht ist er verliebt und frisst ihr deshalb aus der Hand. Keine freie Minute vergeht, ohne dass er nicht von ihr redet, sich um den Finger wickeln lässt. Isabella verlangt Dinge von ihm, die sich nicht gehören. Heimlich, in seinem Zimmer, oder wenn keiner anwesend ist. Ich habe es gesehen. Das Messer, die Tabletten, der irre Ausdruck in ihren Augen. Erst letzte Nacht. Unsere Eltern waren auf einer Silvester-Party eingeladen, den Rest muss ich noch verarbeiten.
Mum lächelt betoniert, achtet feinsäuberlich auf exakt gleichgroße Schnitte. Jedem von uns wird ein Stück Luxus-Kuchen aufgetischt. Meines kippt seitlich wie ein gesprengtes Gebäude. Marmelade kommt zum Vorschein, automatisch rümpfe ich die Nase. Es wird mir nicht schmecken.
»Rocco ...«, rollt Isabella meinen Namen mit südländischem Akzent, zwinkert mir zu. »Mir scheint, du bist über Nacht ein paar Zentimeter gewachsen. Ab jetzt gehörst du offiziell in die Riege der Teenager. Herzlichen Glückwunsch.« Mit Vollgas schießt mir die Röte ins Gesicht. Ich wollte nicht spannen. Und schon gar nicht, von meinen Brüdern dabei erwischt werden. Phoenix ist zu jung für diese Art der Spielereien. Er hat definitiv zu viel mitbekommen.
»Da hast du recht, mein Sohn will anscheinend hoch hinaus. Wir alle fragen uns, wohin das noch führen wird. Nicht wahr Charles? So langsam werden deine Söhne zu richtigen Männern.«
Sage schmunzelt über Mums peinlichen Satz, Angel grinst durchtrieben, Phoenix ist damit beschäftigt, den Kuchen zu verstümmeln. Und ich? Ich schaufele mir Gabel für Gabel in den Mund und esse etwas, das ich nicht will. Mad World. The dreams in which im daying are the best I ever had ...
... Die Gesichter um mich herum verblassen. Mum und Dad. Isabella. Holly. Oh Holly, der Sog ist so stark. Ihre kleine Hand streckt sich nach mir aus. Verzweifelt ruft sie meinen Namen, dass ich bloß dableiben soll. Weil sie mich braucht, ich heute nicht sterben darf. Ist es überhaupt ihre Stimme? Wieder wird mein Name gebrüllt, an mir gerüttelt und gezerrt. Von allen Seiten schwappt die Panik zu mir herüber, vermischt sich mit der Gewissheit, diesmal keinen Ausweg zu finden.
Nur mühsam schaffe ich es, die Augen einen Spalt zu öffnen. Sages Lippen pressen sich wiederholt auf meine. Kraftvoll pumpt er Luft in meine Lungen, bis ich huste und roten Speichel würge. »Wehe, du schläfst wieder ein, Roc. Ich schwöre dir, das lasse ich nicht zu. Bleib. Wach.«
Sofort fegt ein bestialischer Schmerz durch mich hindurch, je stärker er die Wunde abdrückt und ich mich zuckend winde. Fleur ... Die Panik packt mich. Unter Aufbietung letzter Kraftreserven drehe ich meinen Kopf zur Seite, blicke in Phoenix blutüberströmtes Gesicht. Hektisch schnellt es zwischen mir, dem Täter und dessen Tochter hin und her, die zitternd die Waffe auf ihn richtet. »Nein ...« Nicht mehr als ein heiseres Flüstern verlässt meine Kehle. »Tu das nicht.« Das war es. Erneut verdrehen sich meine Augen. Zu viel Blut ist aus der Stelle geflossen, wo mich die Kugel getroffen hat. Angels martialischer Fluch ist das Letzte, was ich wahrnehme. Und ein erfolgloser Puncher, der dabei ist, mich an den Tod zu verlieren. Alles verschwimmt. Der zweite Schuss. Dass ich dieses Mädchen geheiratet hätte. Nur bei ihr wäre ich Rocco gewesen. Rocco mit Morata.
Wir beide oder keiner
Neujahrsnacht, Teil 2 ...
»Du musst Petit fortschaffen. Sofort!« Ich würge, blute, zittere ununterbrochen. Drei Menschen liegen am Boden. »Phoenix, hörst du mir zu? Ihr beide seid nie hier gewesen. Schnapp dir das Tagebuch aus dem Auto und dann verschwindet.«
»Rocco ..., er bewegt sich nicht mehr.« Wie paralysiert starre ich auf seinen erschlafften Körper, der sonst unentwegt vor Leben strotzte. Nichts mehr ist davon übrig.
»Der Notarzt ist unterwegs und Sage bei ihm. Los jetzt. Für Flores. Nur noch du wirst in der Lage sein, zu ihr durchzudringen.«
Fest kneife ich die Augen zusammen, beiße auf meine Faust, um nicht das komplette Haus in seinen Grundfesten zu erschüttern. Ich hasse mich selbst. Meinetwegen ist es so weit gekommen. Weil ich seine Tochter gestohlen habe.
»Bitte ...« Der Thronfolger nimmt mich in seine Arme, zittert nicht weniger als ich. »Wenn du es nicht schaffst, dann niemand. Bring dein Mädchen fort von hier. Du bist ihre einzige Hoffnung. Ihr Alibi. Tu es.«
Ich blinzele, ziehe die Nase hoch, wische mir Tränen und Blut aus den Augen. »Sie ist auch deine Petit.«
Angel schüttelt den Kopf. »Nicht heute. Heute bist du der Eine für sie. Der Phönix. Zumindest in den nächsten Stunden musst du noch einmal aus deiner Asche emporsteigen.«
»Mein Feuer hat das hier hervorgerufen.« Brachial verlassen die Worte meinen Mund, hallen durch den Neon-Room. Darauf gibt es nichts zu erwidern. Wir lösen uns voneinander, laufen in unterschiedliche Richtungen. Langsam knie ich mich vor mein Baby, schlucke den Drang herunter, mich an Ort und Stelle zu übergeben. Splitternackt liegt Flores am Boden, starrt durch mich hindurch, wimmert ununterbrochen den Namen ihres Dads und meines angeschossenen Bruders. Vorsichtig strecke ich mich, greife nach dem schmutzigen Laken. Mehr Schutz existiert an diesem Ort nicht. Dass ich behutsam meine Arme unter ihren Körper schiebe, wird nicht registriert. Jegliche Spannung ist der Leere in ihr gewichen.
Langsam stehe ich auf, throne einsam und verloren über meiner Familie, die auf dem Schlachtfeld um Leben ringt, halte selbst ein schwindendes Mädchen im Arm. Sorgenvoll betrachte ich Angel, der die Waffe an sich nimmt, den Lauf umfasst, erste Beweise verschwinden lässt. Er wird sich kümmern. Notfalls sich selbst opfern. Aus Liebe zu uns.
»Phoenix, die Zeit läuft euch davon. Du hast maximal noch fünf Minuten. Und denk an das Tagebuch. Jetzt raus hier.«
Mein letzter Blick gilt Rocco. Er würde wollen, dass ich mich um seine Fleur kümmere. So, wie er es nach dem Unfall für mich getan hat. Das bin ich ihm schuldig und so unendlich viel mehr.
»Lass ihn nicht sterben, Sage.«
Mit diesen Worten drehe ich mich weg, verlasse den Tatort und zügig das Strandhaus. Nie wieder kann ich hierher zurückkehren. Der Ort ist verflucht. Ein Grab. Die Hölle auf Erden.
Die fortgeschrittene Nacht des neuen Jahres verschluckt uns vollständig. Ich fahre ohne Scheinwerfer, zu schnell, zu verzweifelt, zu nah am Abgrund. Dennoch bleiben wir auf Kurs. Irgendwer will, dass wir die Serpentinen wie auf Schienen zurücklegen. Immer wieder blicke ich neben mich, dann schlage ich auf das Lenkrad, raufe mir die Haare. Wohin? Wohin soll ich uns fahren? Ich habe keinen verdammten Plan. Wenn wir flüchten, hat das Konsequenzen. Bleiben wir hier, wird uns das auseinanderreißen. Egal, wofür ich mich entscheide, wir sind schachmatt.
»Phoenix ..., hilf mir.« Leere Augen betrachten mich. »Ich will sterben. Bitte mach, dass ich sterbe.«
»Baby, es war Notwehr. Verfluchte Notwehr.« Flores krümmt sich und ich mich mit ihr. Wenn es Rocco nicht schafft, ich weiß nicht, ob ich das überlebe.
Ohne Vorwarnung wird an der verschlossenen Beifahrertür gerüttelt, aus Leibeskräften geschrien, die schiere Todessehnsucht herausgebrüllt. »Ich kann nicht mehr. Mach die verfluchte Tür auf. Ich will raus hier.«
Mit quietschenden Reifen fahre ich rechts ran, atme wie der Leibhaftige und zerre Flores über die Mittelkonsole auf meinen Schoß. Arme, Beine, Füße ... Kaum ist es mir möglich, mein Baby unter Kontrolle zu bringen. Wieder und wieder trifft sie mich an der Stirn, bringt die Platzwunde erneut zum Bluten. »Ich will nicht mehr leben, Phoenix. Bitte lass mich gehen, damit es endlich aufhört.«
»Nein. Nein, verflucht.« Jetzt brülle auch ich. »NEIN! Wir werden die Nacht gemeinsam überstehen und auf Angel und Sage vertrauen, die wissen, was sie tun. Ohne dich schaffe ich das nicht. Flores, ich brauche dich.«
»Ich bin eine Mörderin. Wie mein Dad. Niemand braucht mich.«
Beidhändig vergrabe ich mich in roten Haaren, stoppe für einen Moment die Raserei zwischen uns und zwinge Flores dazu, Blickkontakt aufzunehmen. »Wenn es Rocco und dein Dad nicht schaffen, bringen wir es zu Ende. Nur wir zwei. Wie die zerstörten Ausgaben von Romeo und Julia. Hast du mich verstanden? Ich werde dafür sorgen, dass es endet.«
»Nein, du nicht. Nur ich. Nur ich ...«
»Doch, erst recht ich. Wir machen es so, wie das Leben niemals für uns war: leicht. Du wirst in meinen Armen liegen, während ich zuerst dich, dann mich versorge. Im Hintergrund läuft Musik. Ein Lied, das uns beiden gefällt. Nach und nach spüren wir die Wärme durch unsere Körper kribbeln, die jegliche Kälte der Welt vertreibt. Alles wird sich wohlig anfühlen, weit weg, wie ein belangloses Echo. Unsere Lippen berühren sich. Immer langsamer. Bis wir gemeinsam einschlafen und durch den Tunnel schreiten. Erst dann lassen wir uns los. Und ich blicke dir nach, bis du deinen Frieden gefunden hast.«
Der Glanz in ihren Augen verrät es mir. Sie sehnt sich so sehr nach diesem Szenario. Dem Loslassen von Schuld, Reue, einem Leben, das nicht passt.
»Versprichst du es mir, Phoenix? Mich ebenso ziehen zu lassen, wenn es Dad nicht schafft, Rocco aber schon? Niemals könnte ich so weitermachen. Egal, ob es Notwehr gewesen ist, oder Christopher Schuld an meinem Schicksal trägt. Es würde mich zu einer lebenden Toten machen.«
»Wir beide oder keiner, Flores.« Meine Stimme klingt belegt, dumpf und flatterig. »Verlang das nicht von mir.«
»Bitte ..., ich brauche die Gewissheit eines Auswegs, sonst überstehe ich die nächsten Stunden nicht. Du wirst nichts tun, meine Entscheidung akzeptieren, es geschehen lassen.«
»Und umgekehrt? Was, wenn es dein Dad schafft, Rocco aber nicht? Würdest du zusehen, wie ich mir eine Kugel in den Kopf jage?«
Flores schweigt, findet ebenso wenig eine Antwort. Zum ersten Mal seit Ewigkeiten bin ich an Neujahr nicht zugedröhnt mit Kokain, Ecstasy & Co. und doch am Ende des Konsums angekommen. Vereint im Tod, getrennt im Leben. Das ist unser Schicksal. Wenn es so weit ist.
»Komm, ich fahre uns in ein Motel. Wir sollten dringend von der Straße runter, bevor uns jemand entdeckt oder patrouillierende Cops einen Blick in den Mustang werfen.« Wieder verkrampft Flores auf mir, fiept nach Luft. »Hey, immer fleißig weiteratmen. Vorerst musst du das noch, dich beruhigen und vom Besten ausgehen. Der Notarzt ist an uns vorbeigefahren und jetzt bei ihnen. Angel oder Sage hätten uns kontaktiert, wenn er ... nichts mehr hätte tun können.« Kurz schließe ich die Augen, reiße mich am Riemen. »Es ist ein gutes Zeichen.«
»Danke, dass du bei mir bist.« Kraftlos verlassen die Worte Flores Lippen, weshalb es mir selbst schwerfällt, nicht mit ihr die Hoffnung zu verlieren. Angel zählt auf mich. Ich treffe eine Entscheidung.
»Küss mich.« Ihre Augen werden groß, weil es nicht in diese Situation passt, oder gerade deshalb. Nicht fordernd, nur sanft starte ich den Versuch, die Endlosschleife in ihrem Kopf zu durchbrechen. Unsere Lippen berühren sich, die Zungen benötigen einen Moment, bis sie dazustoßen, einander schnell nicht mehr loslassen. Wir teilen unseren Seelenschmerz, wissen so verdammt genau, wie zügig uns die Zeit davonläuft. Egal, wie es endet. Es endet.
»Phoenix ..., bitte lass mich vergessen. Die Angst vor dem Anruf, das Geräusch der Schüsse in meinem Kopf, der Finger am Abzug. Ein Dad, der auf mich losgehen wollte. Hilfst du mir durch die Stunden dieser Nacht?«
Ihre Küsse werden hungriger, leidenschaftlicher, rastloser. Was ist richtig, was falsch? Was ist, wenn wir morgen unser Versprechen einlösen? »Mehr als das habe ich nicht verdient, Flores. Selbst jetzt nicht.«
»Rocco würde es wollen. Er würde es wollen. Oh Gott, er würde es so wollen.« Ein abgehackter Schluchzer folgt auf den nächsten. »Er würde sagen, dass wir verflucht noch mal miteinander vögeln sollen. Erinnerst du dich? Der Morgen nach dem Festival. Du hattest mich aus dem Schlafzimmer auf das Sofa getragen und bist kurz danach wütend verschwunden. Ich wollte dich so sehr und dein Bruder wusste das.«
Dichter ziehe ich sie an mich heran. »Du hast keine Ahnung, wie hart mein Schwanz gegen den Jeansstoff drückte. Die halbe Nacht hielt ich dich im Arm, bin dir nicht zu nahe gekommen. Es hat mich eine Menge Überwindung gekostet, mir nicht schon im Fahrstuhl einen von der Palme zu wedeln. Dem Nasenbluten sei Dank. Zuerst musste ich die Sauerei stoppen, bevor es dann im Auto so weit gewesen ist. Auf einem beliebigen Parkplatz habe ich mir minutenlang die Seele aus dem Leib gewichst.«
Lachen und Weinen zugleich. Dürfen wir das? Der Drops schmeckt bitter. Uns beiden. Wir sind schuldig und ich verkrampfe mehr und mehr, bin nicht imstande, ihr zu geben, was sie braucht. Wissend rutscht Flores von meinem Schoß zurück auf den Beifahrersitz. »Mir würde es schon reichen, wenn du mich noch einmal auf diese Weise festhalten könntest. Um es enden zu lassen, wie es zwischen uns anfing.« Der letzte Satz wird nur geflüstert und dennoch dröhnt er in meinem Schädel. Schweißausbrüche, Gier, Stimmungsschwankungen, das Arschloch-Ich. Unvermeidbar wird mich die Sucht einholen. Ich traue mir selbst nicht über den Weg.
Zügig rolle ich zurück auf die Fahrbahn, überlege fieberhaft, wo ich uns schnellstmöglich unterbringen könnte. Meine Wohnung ist keine Option, ebenso wenig ein Motel in der Stadt. Dort würden wir in diesem desolaten Zustand deutlich zu viel Aufsehen erregen. Wir brauchen eine grandiose Absteige, wovon es nur eine gibt, die mir spontan einfällt: das Midtown-Inn. Nach dem Unfall bin ich dort für eine Nacht untergekommen. Es liegt abseits, am Ende des Verbindungstunnels zwischen den Hamptons und New York, verfügt über ein knarzendes Bett, eine Dusche und wenn wir Glück haben, über warmes Wasser. Kaum jemand wird heute Nacht dort sein, das Personal versackt vermutlich im eigenen Drogensumpf, der Snack-Automat wurde hoffentlich nicht geplündert.
»Ungefähr eine Stunde, Baby. So lange werden wir bis zum Motel fahren. Dort wird es nicht besonders schön sein, aber ausreichend, um zu warten, und dich von mir ... festhalten zu lassen.«
Erschöpft gleitet Flores Kopf seitlich gegen die Scheibe. Sie ist so unendlich müde und dennoch wollen die Augen nicht zufallen. Immer wieder beginnt der Horror von vorn, wie es auch bei mir der Fall ist. Ein Dad, der einen kleinen Jungen auf dem Gewissen hat. Ein Junge, der zu einem Bruder gehörte. Ein Bruder, der aus Rachsucht ein unschuldiges Leben zerstörte. Ein unschuldiges Leben, das niemals eine Wahl hatte. Und Rocco, der zwischen die Fronten geraten ist, obwohl ich es hätte sein sollen. Das ist die Kette. Mehr Bruchstücke braucht es nicht, um den Wahnsinn zu verstehen. Selbst wenn Christopher McGhee überleben sollte, diese Schuld wird niemals verblassen.
»Jackson, das war der Name deines Dads. Und deine Mum hat ihn so geliebt.«
Meine Kehle schnürt sich zu. Trotz drogenverseuchten Hirns bin ich in der Lage, die unterschiedlichen Tempus-Formen zu unterscheiden. Flores spricht in der Vergangenheitsform von ihm. Ich frage nicht nach, starre weiter geradeaus auf die Straße. Es ist nicht wichtig. Seit einundzwanzig Jahren komme ich ohne ihn aus. Jackson ... Kingston ... Zwei ähnliche Namen. Der Erste gehört zu einem Mann, den ich nicht kenne. Der Zweite zu einem ungeborenen Baby, das entweder einen Junkie oder einen Vergewaltiger zum Daddy hat.
Die nächsten Meilen legen wir schweigend zurück, rauschen weiterhin lichtlos durch die Nacht. Immer wieder betrachte ich das Multimedia-Display, rechne jeden Moment damit, von Rocco angerufen zu werden. Weil er mich fragt, wie es mir geht, welchen Scheiß ich schon wieder verzapft habe, ob ich etwas außerhalb des Chemie-Kosmos benötige. Doch der Bildschirm bleibt dunkel und ich bete zu allen verfluchten Göttern dieser verfickten Welt, dass das kommende Gespräch nicht mit Schweigen beginnt.
Flores greift nach meiner Hand, hält mich und sich fest. Ich bin kein Anker, aber für den Augenblick der einzig Erreichbare auf dem sinkenden Schiff. »Ich hätte Amber nicht geheiratet.«
»Ich Noah schon. Und ich würde es nach wie vor. Sogar mehr denn je. Es ist meine Bürde, die Begleichung von Schuld, der Deal mit dem Fährmann. Wäre ich im Café bei ihm geblieben, säßen wir jetzt nicht hier.«
Mehrmals hintereinander ziehe ich die Nase hoch, räuspere mich, spüre den Hexer aus seiner Trance erwachen. Auch die Platzwunde an meiner Stirn pocht jetzt in einer Tour. »Der Entzug setzt ein.« Erstickt verlassen die Worte meine Lippen, den Rest schlucke ich herunter. Wir sind weit über den Punkt hinaus, über Entscheidungen zu streiten, die auf Leben oder Tod folgen. Es gibt keine Pläne. Nur Sekunden, Minuten und Stunden. Deutlich fester wird meine Hand umklammert. Ein Albtraumschub jagt den nächsten. Zerstreuen sich die Gedanken, gnadenlos fickt die Realität den Kopf.
Nach einer gefühlten Ewigkeit gelangt endlich die Ausfahrt in Sichtweite. Die zu fahrende Kurve ist scharf, führt mich auf eine kaum beleuchtete Landstraße. Wer sich hierher verirrt, der wird mit Schlaglöchern und einer deutlich unbefestigten Schotterpiste belohnt. Sogar im Schritttempo wackeln wir wie Crash-Testdummys hin und her. Erst nach einer Meile normalisiert sich das Gelände, offenbart ein grell flackerndes Neon-Schild. Zehn von zehn Motel-Zimmer sind unbelegt. Genau das hatte ich erhofft und erwartet. Geradewegs steuere ich auf einen verwaisten Paktplatz zu, halte direkt vor der letzten Absteige außerhalb des Lichtkegels der einzigen Laterne.
»Du bleibst im Wagen, bis ich dich hole. Verstanden?«
»Was hast du vor?«
»Mir Zutritt verschaffen und etwas Essbares besorgen.«
Blitzschnell springe ich aus dem Auto, verriegele das Fahrzeug hinter mir. Wir denken gleich. Ein Davonlaufen, während ich beschäftigt bin, ist kein abwegiges Szenario. Ich lese es in ihrem Blick. Mehrmals hintereinander reibe ich mir die Nase, ziehe mir die Kapuze über den Kopf und mache mich ans Werk. Obwohl alles verlassen scheint, bleibe ich vorsichtig. Wer weiß, wen die gleiche Idee ereilt hat, hier inkognito zu übernachten.
Zu meinem Glück wurde der Snack-Automat nicht Opfer hungriger Junkies, wie ich einer bin. Kurz blicke ich nach rechts und links. Mir bleibt nichts anderes übrig, als die Scheibe einzuschlagen. Der Millionärssohn hat keine Kohle. Tief hole ich Luft, setze einen gezielten Schlag mit dem Ellenbogen. Fuck. Tut das weh. Und noch einen. Der nächste Treffer muss sitzen. Das Glas splittert, eine deutliche Prellung ist mir sicher, vier Schokoriegel und zwei DosenLimonadewechseln den Besitzer.
»Mir ist so kalt, Phoenix.« Total überrumpelt hebe ich meinen Kopf, betrachte klappernde Zähne und nackte Füße, die unter dem schmuddeligen Laken hervorstechen. »Von innen lässt sich ein Auto immer öffnen. Das hattest du nicht bedacht.«
Entkräftet schwankt Flores. Sofort bin ich bei ihr, stütze sie. »Schaffst du es, den geklauten Zuckerschock zu tragen? Dann tauschen wir und ich transportiere dich.«
»Ich habe keinen Hunger.«
Umständlich stopfe ich mir die beiden Dosen in die Gesäßtaschen, reiße das Papier eines der Riegel mit den Zähnen auf. »Wann hast du das letzte Mal etwas gegessen?«
Verwaschenes Grün betrachtet mich. »Erst gestern bei Thea, gefühlt ewig liegt das zurück. Und dennoch brauche ich nichts.«
»Einen Bissen, Flores. Nur einen.« Fordernd halte ihr die Schokolade vor die Nase.
»Du zuerst.«
Beherzt schiebe ich mir das Teil zwischen die Zähne, kaue angestrengt auf gesalzenem Karamell herum. »Schmeckt. Iss!«
»Wenn ich brechen muss, bist du schuld.«
»Iss«, wiederhole ich mit Nachdruck. Noch nie habe ich ein Mädchen so sinnlich von einem Riegel abbeißen sehen. Zaghaft legen sich ihre Lippen um die Süßigkeit. »So ist gut. Etwas drin zu haben, schadet nicht.«
»Redest du weiterhin von der Schokolade, Phoenix Morata?«
»Natürlich nicht. Ich bin durch und durch krank und verdorben.«
Ultraleicht landet Flores auf meinem Arm. Mit großen Schritten schlage ich den Weg zum Motelzimmer ein und frage mich leicht paranoid, ob wir nicht doch heimlich beobachtet werden. Und wenn schon. Das hat keine Priorität. Zuerst gilt es, jetzt das Schloss zu knacken. Ach, scheiß drauf. Mein Fuß erledigt den Rest. Die Tür fliegt halb aus den Angeln, prompt weht mir ein muffiger Geruch entgegen. Niemand will hier sein. Wir leider schon.
»Das ist Hausfriedensbruch, oder etwa nicht?«
»Die Liste meiner Verfehlungen ist lang«, erwidere ich unbeeindruckt. »Da fällt das hier sicher nicht mehr ins Gewicht.« Mit der Ferse sperre ich die Welt da draußen aus und uns für die nächsten Stunden ein. Vorsichtig stelle ich Flores zurück auf die Füße, achte auf einen sicheren Stand. Kurz inspiziere ich die Absteige, schalte die Lampe auf dem mit Brandflecken übersäten Nachtschränkchen ein. Ohne Drogennebel ist es weitaus schlimmer als angenommen. Junkie-Loch!
Resigniert setze ich mich auf die Kante des kleinen Bettes, vergrabe mein blutverkrustetes Gesicht in beiden Händen. Es ist Monate her, seit ich clean die Nacht mit Flores verbracht habe. Wie soll ein Mann wie ich, ein Mädchen wie sie, durch die Dunkelheit geleiten? Sie bräuchte meine Brüder. Vor allem Rocco. Nicht mich. Einen Kerl, der mit ihr den Freitod suchen würde.
»Du bist nicht dazu verpflichtet, bei mir zu bleiben. Ich verstehe es, wenn du lieber von hier verschwinden möchtest.« Noch immer klappern ihre Zähne ohne Unterlass. Grob befördere ich die Autoschlüssel und den Proviant auf das Bett, verfrachte uns beide in das Badezimmer. Obwohl ich schemenhaft in Erinnerung habe, dass es gerade so für das Kotzen über der Kloschüssel reichte, bleibt mir keine andere Wahl. Flores braucht dringend Wärme.
Ohne mich bitten zu lassen, steige ich in voller Montur mit ihr unter die Dusche, schirme den ersten kalten Strahl ab, bis das Wasser endlich an Temperatur gewinnt. »Wenn es zu heiß wird, sag es.«
Kein weiterer Ton kommt über bibbernde Lippen. Wir stehen nur da, mitten im Inferno. Es wütet, verbrennt uns bis auf die Knochen. Blut rinnt in den Abfluss, Schmutz und Angst. Es sickert aus jeder Pore, weshalb ich gar nicht anders kann, als ihrem Wunsch nachzukommen und sie mit Haut und Haaren an mich zu pressen.
»Zieh dich bitte aus, Phoenix.« Ich schlucke. Schlucke erneut. Und wieder. Der fette Kloß in meinem Hals bleibt. Traurige Augen erfassen meine im Halbdunkel einer schäbigen Duschkabine. »So oder so ist es ein Abschied. Wir sind an uns zugrunde gegangen. Einmal möchte ich dich noch fühlen. Wie du mich liebst, wenn ein Morgen auf uns warten würde. Wenn es tatsächlich ein Paralleluniversum für uns gegeben hätte. Wenn du dort mein Erster gewesen wärst.«
Mein Atem kommt immer schneller. Weil ich verliere. Auf die eine oder andere Weise. Ohne den Blick abzuwenden, schäle ich mich aus dem durchnässten Hoodie, schmeiße ihn achtlos über die Abtrennung. Es folgen meine Vans, dann die Jeans. Bis ich ebenso nackt wie das Mädchen vor mir bin. Haben wir uns jemals so angesehen? Nicht berührt, nur betrachtet, was wir so unendlich begehren? Phinx ist unersättlich, prägt sich jede Sommersprosse ein, blasse Haut, feine Gesichtszüge, einen perfekten Körper. »Ich habe nicht vergessen, was ich zu dir gesagt habe, Flores. Alles davon war ernstgemeint. Dass ich es hätte sehen wollen.«
Finger streichen mir die Haare aus dem Gesicht, gleiten über die Wunde auf meiner Stirn, den Cut auf meiner Wange. »Was meinst du?«
Anstatt weiter mit Worten zu beschreiben, sind es meine Hände. Langsam drehe ich mein Baby, bis ihr Rücken gegen meine Brust lehnt. Rechts und links schiebe ich meine Arme vor, berühre vorsichtig ihren Bauch. Er hebt und senkt sich immer schneller. »Phoenix, ich kann ...«
»Shht, bitte sag nichts. Ich will nur einmal träumen, ohne mich direkt dafür zu verurteilen. Weil jemandem wie mir so etwas nicht zusteht. Weil es nicht zu mir passt. Weil ich der süchtige Rebell bin, der sogar Männer in den Arsch fickt und nicht in der Lage ist, zu lieben. Das stimmt nicht. Ich hätte Verantwortung übernommen. Für Kingston und für ... dich.«
Flores legt ihre Hand auf meine. Jetzt bin ich derjenige, der maßlos zittert, zurück in den Pitch kehrt, die Ereignisse im Zeitraffer durchlebt. Christopher McGhee packt mich, zerrt mich weg von dem Mädchen, das zwischen ihren Stiefbrüdern ihr fortgeschrittenes erstes Mal erlebt. Bedrohlich spüre ich den Lauf der Waffe an meinem Hinterkopf, den Schlag, seine Verzweiflung. Die Situation eskaliert, wie es immer der Fall ist, wenn mein Karma anwesend ist. Der betrunkene Daddy offenbart sich, betitelt seine Tochter als Hure. Ich raste aus, verfalle in einen Rausch, verliere völlig die Kontrolle. Der erste Schuss fällt, grob werde ich zur Seite geschubst. Nein. Nein. Nein. Endlose Sekunden verstreichen. Rocco atmet ein, ich aus, wir erinnern uns an die Brüder, die wir einst waren. Langsam sackt er in die Knie. Ab jetzt überschlägt sich alles. Wäre Daddy doch nur stehengeblieben.
Hilflos gleite ich tiefer, weiß nicht, wohin. Mein Mädchen versteht. Sie ist bei mir, führt mich, zeigt mir, was nicht zu stoppen ist. So sind wir: der Hexer und die Witch. Gemeinsam allein auf verlorenem Posten. Selbst jetzt nicht dazu fähig, die zerstörerische Sucht zu unterbinden.
»Liebe mich.«
Haltlos stöhne ich meine Lust heraus, drehe Flores erneut. Wieder blicken wir uns an, die Fliesen stützen ihren Körper, sie schaut zu mir hinauf, ich zu ihr hinab. Minutenlang. Während das Wasser permanent seine Temperatur verändert. Heiß, lauwarm, kühl, heiß ... Ich koche vor Verlangen. Langsam gleite ich hinab, umfasse ihre Brüste und liebkose sie mit meinem Mund so lange, bis mir selbst schwindelig wird, das Monster in mir an den Ketten zerrt. »Sanft kann ich nur bedingt. Aber ich gebe mir Mühe, dir diesmal nicht wehzutun. Das habe ich schon zu oft. Bitte gib mir ein Zeichen, bevor ich eskaliere.«
»Ich vertraue dir. Daran hat sich nichts geändert.« Ihre Zurückhaltung schwindet. An meinen Haaren zerrt sie mich zu sich, saugt an meiner Unterlippe, beißt leicht hinein. Zugleich wandern Hände über meine Brust, malen sanft die Konturen des Tattoos nach. Bis hinab in tiefste Regionen, weil es mir fast bis dorthin reicht. Jede Ausrede würde mich ab jetzt Lügen strafen. Mein Schwanz gehorcht nur noch ihr, nicht mehr mir. »Sei der Mann, der du bist. Sei der Mann, der seinem Herzen folgt. Für Rocco. Seit ich ihn kenne, hat er in dir das Licht gesehen. Niemals die Version, die du selbst im Spiegel betrachtest.«
Mein Bruder führt mich, drückt mich komplett auf die Knie. Hätte Flores ihn exklusiv gewollt, ich wäre nie wieder in ihre Nähe gekommen. Hungrig stelle ich mir ein Bein auf die Schulter, gleite mit der Zunge tief in die Hitze unseres Mädchens. Sofort fließt mir pures Dope entgegen. Es schmeckt wie Weihnachten und Ostern zusammen. Natürlich. Echt. Ein wahrer Festtagsschmaus.
Weiter spreize ich ihre Schenkel, lege zusätzlich mit den Fingern frei, was den Unterschied macht und stimuliert werden will. Wie ein Ertrinkender schlucke, lecke und beiße ich im Wechsel, sauge ihr die Schuld aus der Seele. So exzessiv es mir möglich ist. Ohne Pause. Exakt so, wie es mir von ihm beigebracht wurde.
Kurz blicke ich auf, weil da zügig mehr geht. »Sieh mich an.« Verklärte Augen finden meine. »Fuck. Me. Baby. Hörst du? Benutz den kleinen Wichser, wie du es brauchst. Nimm keine Rücksicht.« Fahrig wird mein Kopf gegen die eigene Mitte gedrückt. Diesmal bin daher ich derjenige, der nach Atem ringt. Verfluchter Mist macht mich das geil. Flores vögelt mein Gesicht, dirigiert mich, zeigt mir eindeutig, was jetzt meine Aufgabe ist. Und ich folge.
Kurz bin ich geneigt, es mir nebenbei selbst zu machen, verbiete es mir jedoch. Er darf zucken, aber nicht spritzen. Wild wird Roccos Name gebrüllt, dann meiner. Angel und Sage im Anschluss. Der Höhepunkt rollt wie eine Dampfwalze über uns hinweg, mündet in einem endlosen Heulkrampf. Ich lasse sie gewähren, halte alles aus, was Flores in den nächsten Stunden von mir braucht. ALLES.
»Noch mal, Phinx.« Schluchzend wird erneut auf mein glänzendes Gesicht hinabgeblickt. »Und noch mal. Immer wieder. Nur so kann ich für einen Moment vergessen, was ich getan habe.«
Dann soll es so sein. Ruckartig komme ich zurück auf die Füße, schlinge mir Flores Beine um den Körper, dringe nicht in sie ein. »Ich will es im Bett mit dir tun«, keuche ich um Selbstbeherrschung bemüht. »Aber vorher muss ich es noch einmal hören. Was möchtest du, dass ich mit dir mache?«
»Liebe mich, Phoenix. Liebe dein Mädchen.«
Mein Herz krampft. Tropfnass verfrachte ich uns beide auf das knarzende Bett, schiebe fahrig die Sachen zur Seite und positioniere Flores in der Mitte. Sie ist hier, bei mir und wiederum nicht. Ihre Lust täuscht nicht über den tiefen Schmerz hinweg. So viele Tränen, gegen die ich machtlos bin.
Seitlich stütze ich mich mit den Unterarmen ab, komme über das Mädchen mit den vier Stiefbrüdern. Ganz gleich, dass meine Platzwunde erneut zu bluten anfängt, oder ich die Stelle mehrmals mit dem zweiten Kopfkissen abtupfen muss. Es in diesem Zimmer aller Wahrscheinlichkeit nach Mitbewohner gibt, die in die Kategorie Ungeziefer fallen. Ich voll im Entzug hänge. Hart schlage ich dem Monster in die Fresse. Flores braucht den Phönix.
»Liebe mich, ehe es zu spät ist. Ich vergehe innerlich.«
»Tust. Du. Nicht.« Liar, schelte ich mich stumm für die Lüge selbst. Ich sehe es. Quälend langsam, dringe ich in meinen persönlichen Garten Eden vor. Wirklich jedes Mal trompeten die Engel, wenn das Mädchen unter mir die Augen verdreht, sich Finger lustvoll in das Laken krallen. Dass mich der Anblick killt, wissen alle. Dass er mich heilt, vielleicht auch. Aber dass er mich unendlich traurig macht, nicht. Noch immer sehe ich Flores im Auto sitzen, stille Worte sprechen und vom Vorplatz fahren. Da wusste ich es. Es war Liebe auf den ersten Blick. Und zugleich der Anfang vom Ende.
Mein Becken schiebt sich vor, wir beide stöhnen im Gleichklang. Und wieder. Hörbar klatscht Haut auf Haut. Aber das reicht nicht. Ich bin zu weit weg. Erneut mutiere ich zum Briefbeschwerer, mit dem sie mich am Morgen nach Hollys Geburtstag verglichen hatte. »Passt das so für dich?«, frage ich rau, kitzele mit nassen Haarspitzen ihre Stirn. »Ansonsten wechseln wir und du übernimmst die Zügel.«
»Es ist perfekt so.«
Tief atme ich aus, führe ihre Hände über den Kopf und verhake unsere Finger. »Okay, dann werden wir jetzt miteinander schlafen. Bis die Sonne aufgeht. Bis unseren verfickten Dämonen die Puste ausgeht. So lange, bis du niemals mehr an deiner Unschuld zweifelst. Du hast einen verlorenen Jungen vor sich selbst gerettet. Egal, wie die Geschichte endet. Du hast Peter gerettet. Vergiss das niemals, Wendy Darling. Der Junge liebt dich. Ob verbannt an das Ende der Welt, schmorend im Höllenfeuer, tief vergraben unter der Erde. Mit der Nadel im Arm. Er liebt dich.«
Nur ein Muster ohne Wert
Neujahrsmorgen ...
Ein Spiel gegen die Taubheit in mir. Sex, Drugs & Rock`n`roll, um mich lebendig zu fühlen. Messerroutinen im Tausch mit Vertrauen. Spielzeuge, die mir gefallen. Vier Brüder stellen den Rape an mir nach. Ich komme, komme und komme und erschieße meinen Dad.
Ein weiterer Orgasmus fegt fast schmerzhaft über mich hinweg. Mittlerweile liege ich flach auf dem Bauch, Phoenix auf mir. Meine Beine sind nur leicht geöffnet und dennoch ermöglicht diese Stellung, eine ungeahnte Tiefe. Ohne Unterlass treibt er sich gemächlich in mich, pausiert, wenn er selbst kurz davorsteht und stimuliert mich mit alternativen Methoden. Der Rausch ist perfekt, verdrängt alles und nichts. Er kann so sanft sein. So liebevoll. So sündig.
»Backdoor«, keuche ich abgehackt, stütze mich kaum mehr bei klarem Verstand, auf den Ellenbogen ab. Unbeirrt schaue ich mir über die Schulter, hinein in einen blauen Eiswirbel. »Ohne Gleitgel. Auch wenn es verfügbar wäre.«
Permanent hallen seine Worte in mir nach, berühren mich unendlich. Und doch sind sie nicht mehr das, was ich brauche. Ich bin eine lebende Tote, wandele mich vollends in diese Version von mir.
»Das ist nicht dein Ernst, Flores.«
»Doch, Phoenix. Nichts ist mehr in der Lage, mir Schmerzen zuzufügen.« Um ihm die Entscheidung zu erleichtern, hocke ich mich auf das Bett, stoße ihn ein Stück weit zurück. »Du gierst nach meinem Arsch und er will dich. Nimm ihn dir vor.«
