Blasphemie! - Jürgen Klos - E-Book

Blasphemie! E-Book

Jürgen Klos

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Beschreibung

Wir schreiben das Jahr 2170. Oberst a. D. Jan Volz lebt nach 25 jähriger Dienstzeit zurückgezogen auf dem Mars. Der Besuch einer Nonne ändert das Leben des Praktizierenden Extrem- Atheisten Schlagartig. Während eines Sturms überredet die Nonne Jan noch einmal einen Auftrag anzunehmen: Er soll das Kommando über die "Ares" übernehmen, das Gigantischste Raumschiff, dass jemals von der Erde gebaut wurde. Es wird ein zweiter, bewohnbarer Planet gesucht. Jan ist unkonventionell und unberechenbar, dennoch haben sie schnell Kontakt zu freundlich gesinnten, Außerirdischen Kulturen, auch ein entsprechender Planet ist in Greifbarer Nähe. Der Scheinbare Erfolg der Mission wird jedoch bedroht. Eine weitere Außerirdische Kultur bedroht alle anderen, eine abartige, aggressive, Faschistoide Macht. Eigentlich Interessiert Jan dies alles nicht, er Interessiert sich nur für die äußerst attraktive Nonne, aber um diese zu irgendetwas zu überreden, muss er erst die Probleme lösen. Kann Jan und die Besatzung der Ares die Bedrohung abwenden oder stolpern sie in einen Grauenhaften, interstellaren Krieg hinein? Jan flüsterte leise in ihr Ohr. "Ich mache alles!" Die Nonne ignorierte dies und stellte ihn den anderen vor.

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Seitenzahl: 606

Veröffentlichungsjahr: 2022

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Jürgen Klos

Blasphemie!

Flugziel Galaxis

 

 

 

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Inhaltsverzeichnis

Titel

Einleitung

Das Unheil nimmt seinen Lauf

Gartenarbeit

Kampfschiff Ares

Heul doch!

Katastrophe und Dinner

Aufbruch

Spion im Haus

Immer weiter

Außerirdische Funksprüche

Ein neuer Planet

Freund und Feind?

Ausflug ins Paradies

Feindkontakt!

Problemlösung Extrem!

Katz und Maus!

Noch mehr Gäste an Bord

Das Imperium Karon

Isolierung

Unterstützung von der Erde!

Alarmstufe Rot!

Der letzte Akt des Despoten

Paradies ohne Eva?

Impressum neobooks

Einleitung

Nehmen wir doch einmal, zur Schmerzverstärkung, aus dem 20./21. Jahrhundert irgendeine x- beliebige Person heraus. Einen unterdurchschnittlichen, primitiven Arbeiter Typen. Sagen wir, den Autor des folgenden, realistischen Buches. Derselbe ist Baujahr 1966 und schrieb 2020/2021 dieses Utopische, Vernünftige Buch. Sehen wir uns einmal seinen Urur- Opa an, sagen wir um das Jahr 1870 herum, also vor 150 Jahren. Ein einfacher Mensch, vermutlich Bauer, denn Mitteleuropa war überwiegend Agrarland. Die Industrielle Revolution begann gerade erst. Urur- Opa hatte vermutlich auch keine Ahnung von, beispielsweise, Jules Verne, der gerade seine ersten Utopischen Romane veröffentlicht hatte. Urur- Opa hatte andere Sorgen, dass seine Familie genug zu fressen hatte und im Winter genug zum Heizen und so etwas. Nehmen wir einfach einmal an, Urur- Opa hätte eine Eingebung und würde Öffentlich etwas sehr Unverschämtes Behaupten:

Sein Urur- Enkel wird im Jahr 1985 seine erste Flugreise antreten, mit einem so genannten Flugzeug. Das sind Maschinen aus Metall, mit denen man um die ganze Welt fliegen kann, wo fast 400 Leute darin sitzen werden, wie in einem Konzertsaal. Sein Urur- Enkel ist natürlich kein Millionär und auch kein Adeliger. Vielmehr noch nicht einmal ein einfacher Arbeiter, sondern Lehrling, der lernt, wie man Untertage Kohle ausbuddelt. Dieser 19- Jährige Lehrling fliegt also nach Siam, heute Thailand, Südostasien. Nicht um dort Leibeigenen- Tätigkeiten zu verrichten, sondern einfach nur so, zum Spaß, jeden Tag Party, auf Tropeninseln. Nach drei Wochen fliegt der wieder zurück und fährt wieder zur Zeche. Mit seiner eigenen, alten, Pferdelosen Kutsche, auch eine Maschine aus Metall, genannt Auto, von 1977. Und so weiter und so weiter.

Urur- Opa würde mit Sicherheit in einer Irrenanstalt landen um dort von Folterknechten, so genannten Ärzten, gequält zu werden. Denn Maschinen aus Metall sind schwerer als Luft und können deswegen gar nicht fliegen. Außerdem wird ein einfacher, angehender Arbeiter niemals aus vergnügen sich eine Reise um die halbe Welt leisten können, dass können nur Superreiche oder Adelige. Also musste Urur- Opa Wahnvorstellungen haben, basta.

Wenn also dieser Urur- Enkel 2020/21 ein Utopisches Buch schreibt, über eine fliegende Maschine aus Metall, im Weltall, im Jahr 2170, so wäre das im Jahr 2021 nicht mehr so Utopisch, wie eine Reale Behauptung im Jahr 1870. Der Urur- Enkel von Urur- Opa würde vermutlich nicht mehr in einer Irrenanstalt landen (Hoffentlich!), weil 2021 die meisten Leute in Mitteleuropa und Nordamerika, auch viele in den ehemaligen Kolonien, selbst in fliegenden Maschinen, schwerer als Luft, geflogen sind, mit drei Mahlzeiten und ein paar Dosen Bier oder Wein dabei! Zum ausnüchtern gab es Kaffee.

Was ist Utopie, was Realität? Werden die Menschen 2170 nur mit den Köpfen schütteln, über die Ansichten aus dem Jahr 2021?

„Die Distanzen im All sind viel zu weit. Der nächste Stern ist 4,3 Lichtjahre entfernt, selbst mit fast Lichtgeschwindigkeit würde es weit über vier Jahre dauern, dann wird es noch weiter und längere Entfernungen geben. Geht gar nicht.“

Und ein Flugzeug aus Metall kann gar nicht fliegen, weil es nun einmal schwerer als Luft ist!

Und ein Raumschiff aus Metall kann solche Entfernungen im All überhaupt nicht in einer Akzeptablen Zeit zurücklegen, basta!

Und wenn doch? Beides?

2170 dachten dann wohl einige kluge Leute: Warum nicht?

Außerdem platzte die Erde aus allen Nähten, man suchte bereits Jahrzehnte nach einer zweiten Erde, aber die Exoplaneten die man in der Habitablen Zone ihres Sterns fand, waren entweder zu groß oder zu klein, zu kalt oder zu heiß, zu Vulkanisch, aus Gas, würden demnächst von ihrer Sonne geschluckt, oder sonst ungemütliche oder unbewohnbare Orte.

Nur aus der Ferne suchen war uneffektiv, Unbemannte Sonden, bräuchte man zu viele, waren nicht flexibel, wegen der Distanz zur Erde.

Da blieb nicht mehr viel übrig…

Das Unheil nimmt seinen Lauf

Tag 1

Jan Volz ging in die Küche und goss, aus dem Kochtopf, dass Wasser der gerade gekochten Salzkartoffel ab.

Davon gibt es heute Abend Bratkartoffeln, mit Zwiebeln und Spiegeleier, dachte er so.

Dann schlürfte er ins Wohnzimmer, schaltete den Fernseher ein und legte sich auf die Couch. Er schaute auf die Wohnzimmeruhr. Noch 32 Minuten. Es sollte eine neue Science- Fiction Serie anlaufen wohl Nummer 37 dieses Jahr, na egal. Links, der Blick aus dem Fenstern war wie immer beruhigend. Der ruhige Palmenstrand auf der Insel Koh Samui in Süd Thailand, ruhige See, leichte Brandung. Ein paar Souvenirverkäufer rannten am Strand herum, die Touristen ließen sich noch nicht blicken, lagen wohl noch alle besoffen in ihren Behausungen. Draußen 36° C, hier drinnen Klimatisierte 21° C, angenehm. Die Holzwände, Dach und Boden ließen es trotzdem tropisch erscheinen. Volz dachte noch einmal zurück, 25 Jahre bei den Luftlandetruppen, in einem Anfall von Geistiger Verwirrung plus zu viel Alkohol, hatte er sich dort mit 19 Verpflichtet. Etliche Disziplinarverfahren wegen Befehlsverweigerung und tätlichen Angriffs auf Vorgesetzte waren Standard. Aber auch viele Auszeichnungen wegen hervorragender Leistungen, Die Soldaten unter seinem Kommando folgten ihm Blind, weil er cool war und ihnen auch ungewöhnliche Freiheiten gab. Auch weil er viele Konflikte nicht sofort mit der Knarre lösen wollte sondern mit der Friedenspfeife. Selbst entgegen den Befehlen einiger sturer Vorgesetzter, außer sein Kommandierender General. Sein unkonventionelles Verhalten brachte ihm auch ein hohes Ansehen vieler Militärkritischer Politiker, in den Zivilen Kontrollgremien, ein. Trotzdem, endlich vorbei! 13 Wochen angesammelter Resturlaub war Gestern zu Ende. Ab Heute Oberst außer Dienst. Jetzt kann ich endlich machen was ich will. Nur noch, Saufen,, Ficken, Fernsehen und Kiffen! Gut, habe ich vorher auch gemacht, egal! Vielleicht noch ein bisschen im Garten buddeln, das war’s. Mit den Problemen des Sonnensystems können sich andere befassen.

Ein schriller Piepton riss ihn aus seinen wirren Gedanken. Am Fernseher, unten, leuchtete der rote Schriftzug –bitte auf Kanal 1 gehen-. Volz tat es. Auf dem Bildschirm sah man das Bild von Alexej Wolotkov, vom Planetaren Meteorologischen Institut.

„Hi Jan. Wir haben schlechte Nachrichten. Es braut sich ein Megasturm zusammen. Bei dir müsste auch ein Großteil ankommen, in ca. einer Stunde. Es sollte schon etwas Windig sein?“

„Alles klar Alex, werde gleich mal nach sehen, obwohl es mir egal ist, weil ich ja in einem Bunker wohne. Trotzdem danke. Bis dann.“

„Dir ist schon klar, dass du etwas verrückt bist? Machs gut.“ Wolotkov lachte.

„Ich bin nicht verrückt, nur Ex Soldat! Okay, ist dasselbe. Hau rein.“ Das Bild mit Wolotkov verschwand, stattdessen ein roter Schriftzug –Planetarer Flugverbot-. Volz schaltete um.

Der Bildschirm wechselte wieder auf TV, Werbung. Volz drehte sich nach links.

„Fenster auf außen Kameras!“ Sagte er zum Computer.

Der Strand von Koh Samui verschwand und es erschien die rötliche Wüstenoberfläche vom Mars. Schon ziemlich windig und staubig, für die Verhältnisse hier.

„Krater!“ befahl Volz.

Die Kameras zeigten nun einen Marskrater, vom oberen Rand nach unten blickend. Ein Viertel des Kraterbodens war mit einer Spezial- Kunst- Glaskuppel bedeckt. Darüber acht Zentimeter dicke Kunststoffseile, extrem belastbar, zwischen Kuppel und Seilen wiederum ein Netz aus dünnen Kunststoffseilen, alles zusammen gegen größere und kleinere Steine, die sonst auf das Dach knallen könnten und zur Stabilisierung der Kuppel. Man sah aber noch nichts, nur etwas Staub. Falls irgendetwas passieren sollte, würde, selbst bei einem kleinen Druckabfall innerhalb der Kuppel, ein unangenehmer Alarmton erklingen. Erinnerte ihn an einen Nervigen Ausbilder in der Grundausbildung bis Volz dem Typen sein mobiles Alarm- Teil um die Ohren schlug. „Kö-nne-n Sieee-mi-ch no-ch höö-rennn!?” Fragte er den. Der hat nie wieder samstags geweckt. Eigentlich hat der nie wieder geweckt. Eigentlich hat er den auch nie wieder gesehen, soll wohl gekündigt haben. Egal, war sowieso ein Arschloch, hat gerne schwächere gequält.

Also gut, hier ist es sicher.

Die hatten früher, bei der Entstehung dieser Anlage, vom Kraterboden aus, Hohlräume in die Seite gesprengt und weiter ausgehöhlt. Es sollte als Notfall- Bunker dienen, oben, am Kraterrand, sollte die eigentliche Siedlung entstehen. Am Kraterboden sollten nach und nach vier unabhängige Kuppeln, mit Gewächshäusern innen, entstehen, die dann Verbunden würden. Die Hohlräume im Gestein waren 70 Meter unter der Oberfläche, die Felswand bis zum innern der Kuppel, war sechs Meter dick. Wo Volz wohnte, war die Einsatzleitung geplant. Durch Geniale Planungs- Artisten, hatte man aber kurz nach der Fertigstellung dieses ersten Trakts eine, für die Strategen, viel bessere Lokalität gefunden, zahlen ja die doofen Bürger, wie immer, egal. Volz konnte also diese Anlage sehr günstig erwerben, er musste sich nur verpflichten bei Notfällen die Notunterkünfte zur Verfügung zu stellen. Kein Problem, wenn die Erbauer die Technischen Installationen regelmäßig warten und Instand setzten. Die stimmten natürlich Zähneknirschend zu, denn ein anderer wollte die Anlage nicht. Einfach stilllegen ging auch nicht, denn es war alles in top- Zustand und bei den Baukosten würde die Behörde in noch größerer Erklärungsnot kommen als ohnehin schon.

Also hat sich Volz die geplante Einsatzleitung als Wohnung ausgebaut, 80 qm, gegenüber waren die Notunterkünfte, zwei Schlafsääle, dazwischen ein drei mal fünf Meter langes und ein Meter dickes Stahltor, dann ein drei Meter breiter Zwischenraum, dann noch mal das gleiche Stahltor, dann stand man im „Garten“, also innerhalb der Kuppel. Es liefen dort einige Hühner herum und die grausame Tigerkatze, die gerne Mäuse jagte, die wiederum kamen mit Holztransporten von der Erde an. Alles Mögliche an Pflanzen war dort. Einiges an Gemüse und Obst war angebaut, ein paar Laubbäume, und viele Strauchpflanzen für die Fotosynthese, also Sauerstoffproduktion. Es gab einen ständigen Luftaustausch zwischen der Kuppel und dem Wohnraum. Weil eine Person, nämlich Volz, nicht so viel Sauerstoff brauchte und auch nicht so viel CO2 verbrauchte, wurde teilweise noch etwas Kohlendioxid aus der dünnen Atmosphäre des Mars angesaugt. Der überschüssige Sauerstoff wurde in riesigen Tanks unter den Wohnräumen gespeichert. Auch hier ein ständiger Austausch. Weil die Tanks aber irgendwann voll waren, wurde die überschüssige Luft mit Sauerstoff in die Atmosphäre abgelassen, CO2 wieder angesaugt, und so weiter.

Alle Habitate auf dem Mars wurden zu solchen Maßnahmen verpflichtet. Ebenfalls wurde Tonnenweise Blaualgen über den Polkappen abgeworfen, auch zur Fotosynthese und damit die Polkappen langsam schmolzen, sehr langsam, das dauert noch, Geduld. Alles diente dazu, dass der Mars wieder eine ordentliche Atmosphäre bekam. Bei größeren Habitaten, mit sehr vielen Bewohnern, wurde ein Großteil der Sauerstoffproduktion Maschinell übernommen. Die Stromversorgung kam überwiegend aus Solarzellen, es gab aber auch überall Fusionsreaktoren, entweder für den Notfall, also inaktiv, oder im Dauereinsatz, bei hoher Bevölkerung. Für die Wasserversorgung wurden Bohrlöcher in den Boden getrieben. Was man früher nur vermutete, wurde bestätigt: Es gab Massenhaft Unterirdische, pardon, Untermarsische Seen und Wasseradern. Jedes Habitat hatte auch seine eigene kleine oder größere Kläranlage.

Noch 11 Minuten, Scheiß Werbung! Hol ich mir jetzt schon ein Bier oder nachher?

Ein weiterer schriller Piepton riss ihn erneut aus seinen wirren Gedanken. Am TV- Gerät, erschien nun unten der Schriftzug –Bitte auf Notrufkanal gehen- .

Was wollen die heute alle von mir? Bin ich der einzige Mensch hier? Na klar, in dieser Ecke vom Mars schon!

Der TV war sowohl Fernseher, Stereo Anlage, Computer, als auch Kommunikationscenter. Er Funktionierte sowohl per Sprachsteuerung, wie alles in der Wohnung, als auch Manuell, was er auch sehr oft nutzte. Fast alle Menschen nutzten kaum noch die Manuelle Bedienung, nur einige wenige wie er selbst, aus Nostalgischen Gründen.

„Wenn ich nicht mehr in der Lage bin, meinen Zeigefinger für einen Tastendruck anzustrengen, kann ich mich gleich Einsargen lassen!“ Sagte er einmal zu einem Elektronikfachverkäufer. Aber nun -Notrufkanal ein-!

Ein sehr schlechtes Bild erschien, mit viel rauschen und kaum Verständlicher Sprache unterlegt.

„Bild- und Tonqualität optimieren.“ Sagte er zum Computer.

Es dauerte einige Sekunden und das Bild wurde nach und nach etwas Schärfer. Man erkannte die Umrisse eines Menschen im Raumanzug, wohl in einem kleinen Space Shuttle. Das Bild war immer noch recht schlecht, das Rauschen nicht mehr so stark.

„Hier ist Habitat 17, brauchen sie Hilfe?“ Fragte Volz.

Eine längere Zeit nichts, dann eine gestresst wirkende Frauenstimme.

„ Hier ist Pilotin Tszi, Shuttle Genesis. Ich bin Planmäßig auf den Weg zu Ihnen. Der Sturm in meinem Nacken zwang mich etwas schneller zu werden. Könnten Sie bitte die Automatische Anflug Steuerung aktivieren?“

„Sofort,“ und an den Computer: „Computer, Automatische Anflug Steuerung Aktivieren.“

Auf den Bildschirm erschien kurz der Schriftzug –AAS System Aktiviert-.

„Noch etwas, allerwerteste“, wandte er sich wieder der Pilotin zu, „Vor der Landung müssen Sie das System bei sich deaktivieren, Sie müssen bei dem Sturm Manuell….“

„….in den Krater herein fliegen, ich weiß“, unterbrach sie ihn noch gestresster, „dann an der mittleren Andockschleuse andocken. Wenn Sie mich einfach nur dort in 15 Minuten abholen?“ Ihre Stimme wurde nun fast panisch.

„Bleiben sie locker, das Bier ist bereits kaltgestellt, bis gleich.“

„Ich trinke kein Bier“, entgegnete sie fast hysterisch, „ bis gleich!!“ schrie sie förmlich.

„Dann eben Messwein“, schrie Volz ebenfalls, aber nicht hysterisch, eher amüsiert.

Er zog sich die Gummischlappen an und ging rechts Richtung Ausgang, in Jogginghose, Turnschuhe und T- Shirt. Hinter der Wohnungstür war der große Vorraum, wo er Gerümpel lagerte, Links war ein Aufzug zur Oberfläche, Daneben ein Treppenaufgang nach oben, für den Brandfall. Volz ging zum Tor, rechts. Neben dem Tor waren sechs große Druckknöpfe, grün, gelb, rot nebeneinander, darunter die gleiche Anordnung. Er drückte auf die beiden Roten. Erst hörte man acht mal hintereinander wie sich die Verriegelungskrallen lösten, dann mit einem knirschen und leichten summen öffneten sich beide Tore, sehr langsam. Sie wurden von Elektromotoren angetrieben, unter den Toren verlief je eine Schiene, darin rollten die Rollen, die im Tor befestigt waren.

Als die Tore ca. 2,5 m weit auf waren, drückte er die beiden gelben Knöpfe. Die Tore stoppten abrupt. Am oberen Ende der Schiene fuhren zehn Zentimeter breite Stahllamellen aus, um eine ebene zu erhalten, sonst würde man mit einem Fahrzeug in der Schiene stecken bleiben. Volz ging zum kleinen E- Wagen, komplett offen, ein Zweisitzer, hinten eine kleine Ladefläche. Er fuhr in die Kuppel, erst eine kleine Wiese mit Gartenmöbel, dann ein kleiner verschlungener Pfad, erst durch das Kartoffelbeet, dann Zwiebel und, sehr wichtig Knoblauch, und alles mögliche, Möhren, Kohlrabi, Paprika, Ganja, Tomaten und so weiter, dazwischen immer einige Bäume und Sträucher. Die gesamte Außenwand der Kuppel und die Kraterwand waren ebenso mit sehr hohen Sträuchern, ab 1,60 m bepflanzt.

Hatte die nicht gesagt, sie sei planmäßig auf den Weg zu mir? Was will die? Hoffentlich ist die Geil….

Er stoppte bei Luftschleuse zwei, also der Mittleren. An Schleuse eins, rechts davon, am Kraterrand, stand sein eigener, recht großer Shuttle.

Er blickte durch das Glasdach nach oben. Noch nichts zu sehen, außer vermehrt Staub, der auch langsam herunterwehte, ein Teil verwirbelte oben. Er wartete, 1….2….3 Minuten, auf einmal schoss oben ein Shuttle bis über die Kratermitte, dann stoppte es, als wäre es vor eine Wand geknallt, aber man sah am Bug deutlich die Brems- und Manövrier Triebwerke glühen.

Volz zündete sich eine Zigarette an.

Das Shuttle ging jetzt Vertikal in einen gleichmäßigen Sinkflug, wegen den Verwirbelungen, oben am heftigsten, musste die Pilotin immer leichte Korrekturen vornehmen. Je tiefer sie kam, desto ruhiger wurde der Sinkflug. Kurz vor der Landung brauchte sie nur noch einmal leicht korrigieren, dann setzte sie sanft auf. Genau vor der Schleuse, Volz schätzte den Abstand auf fast genau die empfohlenen 1,50 m. Absolut Brillante Landung, wie ein Schweizer Uhrwerk, cool. Warum war die so aufgedreht? Hat es doch echt drauf, überlegte er. In der Kuppel war vor der Schleuse ein kleiner zirka zweimal zwei Meter großer Raum, für den Druckausgleich und zur Dekontamination von Eventuell eingeschleppten Viren und Bakterien. Die kleine Fahrgastbrücke fuhr nun automatisch zum Eingang des Shuttles aus, man hörte das einrasten noch deutlich in der Kuppel. Es dauerte noch ein paar Minuten. Dann ein leichtes knirschen. Dann noch einmal. Das äußere Schleusentor wurde geöffnet. Noch nicht ganz offen, da quetschte sich die Pilotin auch schon da durch. Sie zog noch eine Tasche in die Schleusenkammer, dann schloss sie hastig das Tor und betätigte sofort den Dekontaminationshebel. Sie wurde nun von allen Seiten eingesprüht. Sie hob die Füße und die Tasche, damit die Unterseiten auch dekontaminiert wurden. Als die Prozedur vorbei war wurde sie noch mit warmer Luft getrocknet.

Außen leuchtete in Grün –locked and clean- auf. Volz schob den Entriegelungshebel, links, runter. Die Tür sprang mit einem zischen auf.

Mit der Tasche in der Hand, rannte sie Volz fast um, zum Wagen. Er nahm ihr, die doch recht schwere Tasche, ab und wuchtete sie hinten auf den Wagen.

„Willkommen auf dem Mars, Erdling.“

Sie ignorierte es und saß noch nicht ganz auf dem Beifahrersitz, da schrie sie ihn schon an. „Schnell, losfahren!!“

„Ja, klar, werd mal locker, hier ist alles sicher. Den Helm kannst du auch abnehmen, hier drin haben wir Atmosphäre.“

„Nichts ist sicher in einer statisch instabilen Kuppel, bei so einem Sturm!“

Volz setzte sich, zündete sich demonstrativ noch eine an und fuhr los, aber schön langsam.

Sie wippte mit dem Oberkörper hin und her, als würde der Wagen dadurch schneller fahren. Tat er aber nicht. Ihr rechtes Bein streckte sie ganz aus, als würde sie das Gaspedal ganz durchdrücken. Da war aber keins.

Ich könnte jetzt noch eine Stunde hin und her fahren und ihr alles Erklären. Dann würde die komplett durchdrehen, dachte er gehässig und musste bei dem Gedanken Grinsen.

„Findest du die Situation etwa witzig?“ fauchte sie ihn an, denn sie hatte sein blödes Grinsen bemerkt.

„Ja.“

Im Eifer des Gefechts, duzten sich beide, Volz war es sowieso egal, wie alles, Frau Tszi hatte jetzt andere Sorgen.

Sie näherten sich dem Tor. Er fuhr ganz durch, bis zum Vorraum, dann Sprang er raus, hechtete zum Tor und drückte die beiden grünen Knöpfe.

Die Bodenlamellen fuhren ein und die Tore begannen sich wieder mit einem knirschen und summen zu schließen, bis sie schließlich im Schloss einrasteten und wieder 8 Fach Verriegelt wurden. Die gute Frau Tszi hatte inzwischen die Verriegelung ihres Helmes gelöst und versuchte nun ihn abzudrehen, ging aber nicht so recht, weil der Anzug die Arme behinderte.

Das ging sowieso nur mit Hilfe.

„Ich muss hier raus, bitte…..“

Er machte die Zigarette aus. „schön still halten, den Kopp gerade.“ Er drehte den Helm langsam auf, ein paar Mal nur, dann konnte er ihn abnehmen.

Wow, sieht die heiß aus!

Sie war total verschwitzt, die blanke Panik in den Augen.

Mitte, Ende 30, aus China oder so.

Sie stieg aus dem Wagen. „Der Anzug…“

Er machte hinten den Reißverschluss auf und half ihr heraus. Frau Tszi hatte natürlich noch die dicke Raumfahrer Unterwäsche an, Sibirien tauglich. Als er sie so sah….

Es war schon sechs Wochen her, dass er in Planitia Utopia war. Er kannte dort eine Frau, für gewisse Stunden, keine Nutte. Es wohnten viele Singles auf dem Mars, manche wollten es auch bleiben, und davon machten viele über das Netzwerk ein treffen dort aus. Die meisten trafen sich immer mit den gleichen, drei- oder viermal im Jahr, für ein paar Tage. Es ging wie ein normales Paar, ein Kaffee trinken, die Gegend ansehen, shoppen, Essen gehen und natürlich immer wieder in die Kiste, Rammeln wie die Karnickel, bis der Arzt kommt! War dort auch nichts Ungewöhnliches.

Bei dem Anblick schossen ihm gleich viele Gedanken gleichzeitig durch den Kopf und bestimmt keine Vernünftigen. Dass, obwohl die Astronauten Unterwäsche alles andere als ein Erotik Beschleuniger war.

Wenn Du wüsstest, was ich jetzt denke, du würdest sofort dreimal hintereinander in Ohnmacht fallen, meine gute.

Er nahm ihre Tasche, ging nach hinten links, neben dem Treppenaufgang zur Oberfläche, und öffnete die Tür links zum Gästezimmer. Sie folgte hastig. Er stellte die Tasche auf den kleinen Tisch.

„Das ist erst einmal dein Reich. Hier vorne geht es zur Küche“, er zeigte auf die linke Tür, gegenüber vom Eingang, „das ist das Badezimmer.“ Rechts davon. „Mach dich erst mal in Ruhe fertig. Zu Essen und trinken habe ich genug da. Wenn du durch die Küche gehst, ist da hinter mein Wohnzimmer inklusive Wohnung, wo ich hause. Hast du noch irgendwelche fragen?“

„Im Moment nicht, vielen dank.“ Antwortete sie leise, fast verschämt, „ Ich möchte mich noch bei Ihnen Entschuldigen, mein Verhalten war absolut unverschämt.“

„Stimmt, weswegen ich jetzt bestimmt drei Wochen Depressionen haben werde!“

„Oh, das tut mir leid, ich….ich weiß gar nicht….“

„….das war ein Scherz, aufgrund meines abartigen Humors!“

Volz lachte, sie musste ebenfalls erleichtert lachen.

„Außerdem waren wir schon beim du.“

„Ach ja, wenn, äh, du nichts dagegen hast. Sorry nochmals, aber bei so Atmosphärischen Stürmen auf dem Mars habe ich eine panische Angst, da setzt bei mir voll der Verstand aus! Weiß auch nicht warum?“

„Wir haben alle unsere Macken, meine würden ein ganzes Buch füllen.“

Beide lachten Entspannt.

„Dafür, dass du so eine Panik hattest, hast du eine absolut Perfekte Landung hingelegt, besser ging es nicht!“

„Danke, dass ist sehr Nett.“ erwiderte sie etwas verlegen.

„So, ich lass dich erst mal in Ruhe, bis später.“

„Ja, bis Später dann.“

Volz verschwand durch die Küchentür.

Der ist ja doch ganz nett, überlegte sie, Vielleicht klappt das ja alles. Am besten gleich mit der Tür ins Haus fallen, falls er keine Lust hat, habe ich noch ein paar Tage Zeit ihn zu bearbeiten. Wegen dem Sturm kann er mich ja schlecht rauswerfen. Hoffentlich…….

Nun saß er endlich wieder vor dem geheiligten Fernseher. Die Folge lief schon. Eine wilde Schießerei. Er schaute links auf die „Fenster“. Der Sturm ist mittlerweile richtig heftig geworden, man sah fast nur noch Staub herum fliegen, vereinzelt auch kleine Steine die am Boden entlang rollten.

Hier drin merkt man nichts, es rappelt nichts, kein Krach, absolut ruhig, wie immer.

Diese Ruhe vermittelte ein Gefühl der Sicherheit, Sogar Gemütlichkeit. Er wusste ja das es Außenkameras waren, aber der Eindruck war, als würde sich das in tausend Kilometer Entfernung, abspielen, Obwohl es siebzig Meter über sein Kopf war, aber dazwischen massives Gestein und hier unten zwei Massive Stahltore. Jan stellte sich Gedanklich schon auf eine wilde Bumsorgie mit Frau Tszi ein. Nach einigen Minuten klopfte es an der Tür.

„Eintreten.“ rief er militärisch- laut.

Scheiße, ich bin ja nicht mehr bei dem Verein! Wollte doch nur noch wie ein Zivilist reden.

Frau Tszi trat ein, und, bei Jan ein Schock, Verwirrung, Zweifel, Trauma!!

Sie hatte Nonnen Kleidung an. Eine Nonne, aaaaaarrr!!

„Ah, Fernsehen, darf ich mitgucken?“

„Jesus, Maria, und….“

„….Josef!“ Ergänzte die Nonne.

„…Und Judas!“

„Ne, der gehört nicht dazu.“

„Du, äh, Sie sind eine Schwester?“

„Natürlich, mit voller Überzeugung.“

„Leibhaftig!“

„Sehe ich wirklich aus wie der Leibhaftige? Übrigens, wir waren schon beim du.“

„Ich habe Gedächtnisprobleme.“ Was sage ich denn jetzt? Ich dürfte gar nichts mehr sagen, weil ich normal nur Unsinniges fasle!

Sie setzte sich Einfach. Es dauerte noch ein paar Minuten, bis Jan sich Erholte um dann festzustellen dass diese Frau doch keine Erscheinung war, auch keine Halluzination.

„Ganz schön Brutaler Film.“ Meinte sie beiläufig.

Ein Kriegervolk fing gerade an, ein paar Gefangene Öffentlich hinzurichten, das komplette Programm, mit ausweiden und köpfen am Ende, richtig ekelhaft.

Er schaltete um auf einen Sportkanal, Fußball und machte sich das bereitstehende Bier auf.

„Hattest du über Funk nicht etwas über Messwein gesagt?“

„Ja, natürlich, sofort.“ er holte eine Flasche Wein mit Glas aus dem Kühlschrank in der Küche und schenkte ihr eins ein.

„Tszi ist aber ein merkwürdiger Ordensname?“

„Schwester Sophie ist mein Ordensname, aber den Akzeptieren die von der Flugkontrolle nicht. Also mein Mädchenname, Suzie Tszi.“

„Suzie Wong.“ Murmelte er wirr und leise vor sich her.

„Wie bitte?“

„Nichts, nichts, sagtest du nicht, du wärst planmäßig hier?“

„Ja, genau. Ich habe eine frohe Botschaft für dich!“

„Jesus wandelt wieder auf Erden und ich bin Pilatus und soll ihn zur Strecke bringen!“

Ungezogener, frecher Lümmel, dachte sie wütend, wagt es in Gegenwart einer Nonne seine Blasphemischen Gedanken zu äußern.

„Nein, nicht so etwas Grauenhaftes. Du hast doch bestimmt etwas über das Raumschiff „Ares“ gehört?“

„Kampfschiff Ares“, stellte er richtig, „ja, ein Militärisches Raumschiff. 2,5 Kilometer lang, soll, glaube ich, demnächst fertig gestellt werden. Für Langzeit- und Tiefenmissionen im Raum. Die suche nach einer zweiten Erde, Voll gestopft mit den Perversesten Waffensystemen des Universums!“

„Die dienen wohl eher der Abschreckung, nur im allerschlimmsten Notfall dürfen die angewendet werden. Deshalb wollen die Regierungen und Zivilen Behörden auch einen Kommandeur der Besonnen sein kann, der nicht sofort schießt.“

„In den Leichenhallen liegen noch ein paar herum.“

Frau Tszi war nun wieder recht verärgert, aber sie wollte ja etwas.

„Nicht alle. Einer sitzt gerade neben mir. Und der lebt sogar noch ein bisschen, glaube ich.“

Jan drehte seinen Kopf zu ihr und sah sie ungläubig an.

„Dein Humor ist noch Abartiger wie meiner, ich dachte das geht gar nicht.“

„Geht auch gar nicht, die möchten gerne, dass du den Job übernimmst.“

„Quatsch, soweit ich weiß ist Jeanette Blisset Captain der Ares!“

„Stimmt, der Captain, aber sie wollen dich als Kommandeur des Vorauskommandos, also der gesamten Mission.“

„Wir haben den gleichen Dienstgrad, da würde nur Unfug heraus kommen, Kompetenzgezanke und so.“ Jan war nun recht Amüsiert, sie schien sich ja wirklich einen durchdachten Scherz mit ihm zu Erlauben. Wohl als Strafe für seine Frechheiten gedacht.

„Weswegen du zum Brigadegeneral befördert wirst.“ Sagte sie entschlossen.

„Deshalb schicken die mir eine Nonne als Überbringerin der frohen Botschaft?“

„Nicht deswegen“, entgegnete Sophie genervt, „General Henson hatte Bedenken, dass du ihn mit einen Tritt in den Po hinaus beförderst, wie, glaube ich, schon einmal einen General?“

„Ah ja, der eine Spinner, hab ihn ein Arschtritt verpasst, weil der mir was von Vorschriften, Pflichtbewusstsein und so erzählte.“

„So was macht man aber auch nicht!“

„Der ist richtig abgehoben, bestimmt einen halben Meter.“ Sinnierte Jan.

„Bist du wohl auch noch stolz darauf?“

„Klar, der konnte drei Wochen nicht sitzen, nur noch auf den Bauch schlafen, ist immer nur gehumpelt und...“ Jan musste unweigerlich lachen, bei dem Gedanken.

Die Arme Sophie schüttelte nur Verzweifelt mit den Kopf und holte aus einer Seitentasche, ihr Handterminal (HT) heraus. Das Gerät ähnelte den Smartphones zu beginn des 21. Jahrhunderts, man konnte bloß wesentlich mehr damit machen.

„Konnte froh sein, dass ich ihn nicht von vorne in die Ei…äh, den Schritt getreten habe, dann wäre der nach hinten abgehoben…“ Jan musste immer weiter lachen und konnte sich einfach nicht mehr einkriegen. Die gute alte Zeit!

„Das wird deine gute Stimmung hoffentlich verstärken.“

Sie zeigte ihm das HT. Jan las es und schaute Frau Tszi nochmals ungläubig an. Da stand tatsächlich seine Beförderung und Abkommandierung zum Kampfschiff Ares und die Einsetzung als Kommandeur.

„Du hast eine Woche Zeit ab jetzt für eine Zusage. Hast du Lust Erwachsen zu werden?“

„Nein, keine Lust!“

„Auf jeden Fall werde ich an der Mission teilnehmen!“

„Lass mich raten, du bist Verantwortlich für den Atomwaffeneinsatz. Alles was du bisher nicht machen durftest und schon immer machen wolltest. Endlich auf den roten Knopf drücken, alles platt machen und...“

„...Nein“, schrie sie nun richtig wütend und laut, „niemals, ich arbeite dort im Sozialen Dienst, Verantwortlich für Leute wie dich, mit einem komplett- Dachschaden!!“

Jan wollte schon wieder etwas sagen, aber,

Oha, besser nicht, die ist ja wirklich ganz schön sauer.

Die Zeit Verging und beide schwiegen. Minuten, die beiden wie eine Ewigkeit vorkam.

Weil die gütige Frau Tszi einen gefühlt doppelt so hohen IQ hatte wie Jan, obwohl der auch recht intelligent war, aber es vermied dies zu zeigen, unterbrach sie also das Schweigen.

„Entschuldigung, ich habe dich zu Unrecht beleidigt, es tut mir leid.“ Sagte sie leise.

„Komplett- Dachschaden?“

„Ich habe mich Entschuldigt.“

„Gesetz den Fall, rein hypothetisch, ich würde zusagen…“ Jan überlegte.

„…Ja…“

„…dann hätte ich ja das Oberkommando über die gesamte Besatzung?“

„Ja.“

„Einschließlich der Zivilisten?“

„Ja.“

Jan wusste natürlich die Antworten, er fragte aber trotzdem, um sicher zu stellen das Frau Tszi sich dessen auch bewusst war.

„Und einschließlich des Sozialen Dienstes?“

„Ja-ha!“ Antwortete sie genervt.

„Und du müsstest alles machen was ich dir sage?“

Jetzt verstand sie. Du hast ja wirklich nur faxen im Kopf, mein lieber! Na warte.

„Natürlich müsste ich alles machen was du mir anweist“, Jan schaute sie schon Erwartungs- froh an, „dienstlich natürlich, und konform mit den Vorschriften.“

Ätzend, dachte Jan beleidigt.

„General Henson meinte auch, du könntest dort machen was du möchtest, kannst ja nicht immer zu Hause anrufen.“ Die Vorschriften ändern, fiel ihm spontan und hinterlistig ein.

„Die Vorschriften ändern!“ Sagte er laut und wieder gut gelaunt. Frau Tszi wollte etwas sagen, aber nun musste sie auf einmal lachen, schüttelte immer wieder den Kopf.

„Hilfe! Was ist das für ein Offizie….hier?“

„Wir waren gerade am hypothetisieren“, meinte er trocken, „und ich bin kein Offizier mehr.“ Sie beruhigte sich wieder.

„Also was jetzt, bestätigst du, oder wie?“ Sie hielt ihm den HT wieder vor die Nase.

„Ich dachte ich hätte noch eine Woche Zeit dich zu ärgern, bis ich absage?“

„Wenn du bestätigst kannst du mich noch Monate oder sogar Jahre ärgern.“

Jan sah sie Erstaunt an. Moment, war das jetzt eine Einladung, Monate- oder Jahrelang die kleine Schwester Ärgern? Ihm vielen spontan viele Wilde Sachen ein, mit Schwesterlein.

„Nicht wie du jetzt wieder denken willst. Ich bin Jesus versprochen!“

„Der ist Tod“, meinte Jan wieder Blasphemisch, „ist vor über 2100 Jahren rechtskräftig zum Tode Verurteilt worden, wegen Volksaufwiegelung. Das ist heute immer noch ein Straftatbestand, die Strafen waren damals natürlich ein wenig drastisch, aber das war so allgemein üblich und Sitte zu der Zeit. Übrigens, wusstest du“, Jan holte tief Luft, er war ein absoluter hardcore Geschichts- Fan, „dass die Römer zu der Zeit im Mittelmeerraum so viele Leute kreuzigten, dass ihnen fast das Holz aus ging? Die gingen schon dazu über, viele an die noch verbliebenen Bäume zu nageln. Das war wesentlich effektiver, denn nach einer Karenzzeit von 24 Stunden, bis der Typ endlich Tod war, wurde der abgenommen und der nächste daran festgenagelt. Das gab natürlich einen Rückstau, in den Kerkern, die Folterknechte mussten ja auch bezahlt werden,…. erst viel später, bei der Französischen Revolution, wurde dieses Problem durch die Erfindung der Guillotine gelöst. Das Fallbeil raste herunter und die Rübe war ab. Dann brauchte man das Fallbeil nur wieder, mit einem Seil, hoch ziehen, währenddessen konnte der nächste Kunde schon bequem Platz nehmen, Seil los lassen und schwups, wieder eine Rübe ab. Ging ruck zuck. Aber die Technische Weiterentwicklung war nicht immer ein Segen:“ Jan war nun voll in seinem Element, die Nonne blickte immer verärgerter, er holte nochmals tief Luft, „Im 20. Jahrhundert hatte man den Elektrischen Stuhl erfunden. Ein extrem hoher Stromverbrauch war die Folge. Das Umweltbewusstsein der Leute war noch nicht so ausgeprägt, Strom wurde überwiegend aus Fossilen Brennstoffen, oder später Atomkraft, erzeugt. Nur in Knästen wo in der Nähe ein Wasserkraftwerk, also Staudamm, war, konnten die Leute weitestgehend Emmissionsfrei hingerichtet werden, sehr zur Freude fast aller beteiligten. Aber ich schweife ab, zurück zu Jesus. Der wurde natürlich nicht an einen Baum genagelt, sonst hättet ihr jetzt alle einen kleinen Bonsai um den Hals hängen. Er hatte also sein eigenes Kreuz, was er auch immer mit sich schleppen durfte,“ Jan lachte fies, „ist auch viel zu unhygienisch an so einem Baum, wo vorher jeder Hans und Franz abgehangen hatte. Jesus wurde also an sein persönliches Kreuz genagelt. Jetzt das große „aber“, er hang dort nur sechs Stunden, bis man ihn abnahm, üblich waren, wie gesagt, 24 Stunden. Das bedeutet, er war gar nicht Tod, vielleicht bewusstlos, aber nicht Tod. Dann ist er irgendwann aufgewacht und putzmunter herumspaziert. Also, nicht Tod, daher keine Auferstehung und somit auch keine Himmelfahrt, alles ein leichtes Missverständnis. Dann hat er sich beleidigt nach Indien verkrümelt und wurde Buddhist! Außerdem frage ich mich, wie die eigentlich die Nägel da herausgezogen haben, aus dem Kreuz? mit einer riesigen Zange? Ich hätte die Delinquenten mit den Kopf nach unten auf den Boden gelegt, waren ja schon Tod, dann von der anderen Seite die Nägel mit dem Hammer wieder herausgekloppt. Als alter Heimwerker findet man da schon…“

„… Würdest du bitte aufhören in Gegenwart einer Nonne so ein Unfug zu reden?“

Sie hat Recht, das hätte ich fast Vergessen….Normal hatte Jan mit anderen Frauen zu tun.

„Ich habe mir den Scheiß doch nicht ausgedacht.“

„Stimm zu!“ Befahl sie Jan und hielt ihm wieder den HT vor die Nase. „Und drück deinen Heidnischen Daumen da drauf!“

„Mit dir mache ich alles, bis auf das.“

Frau Tszi nippte an ihrem Glas, Jan kippte sich die andere hälfte der Pulle auf ex runter, stand auf und ging in die Küche.

„Hast du schon Hunger?“ Fragte er Versöhnlich im raus gehen.

„Was gibt es denn?“

„Bratkartoffeln mit Spiegeleier, auf Ketzerische Art.“

„Kannst du keine Pizza drucken?“

„Klar kann ich dir auch eine Pizza drucken, aber ich bleibe dabei, die Kartoffeln sind bereits gekocht, die Eier liegen schon parat, heute morgen von den Hühnern gelegt, wie bestellt und die Zwiebeln schon geschnitten.“

„Moment, richtige Kartoffeln und Eier und Zwiebeln?“

„Richtig, hast du doch vorhin, auf der Fahrt gesehen?“

„Da habe ich gar nichts gesehen, glaube ich, weißt doch, Panik. Kann ich mithelfen?“

„Klar, komm.“ Sie stand auf und folgte ihm schnell.

Auf Raumschiffen, in einfachen Raumstationen, und Raumbasen auf anderen Planeten oder Monden kam der größte Teil der Nahrung aus 3 D Druckern. Die konnten fast alles. Man konnte auch ein paar Steine Reinwerfen etwas Wasser darauf oder der zog Wasser aus der Luftfeuchtigkeit und fünf Minuten später kam dort eine Pizza Roma heraus. Vieles wurde auch als ein Mann Packung (epa) von der Erde geliefert, aber das Ergebnis war ähnlich. Die meisten schwörten auf den Drucker. Nur die großen Raumstationen- oder Basen, mit künstlicher oder natürlicher Schwerkraft, bauten auch Nahrungsmittel an.

Sophie betrachtete die Zutaten als hätte sie die Bundeslade gefunden und könnte direkt mit Gott sprechen. Sie stand kurz vor der Schwelle zum Paradies.

„Für frisches Essen würde ich alles tun!“ Hauchte sie benebelt. Jan reagierte sofort um die Situation Rücksichtslos auszunutzen.

„Kein Problem, mir fallen da auf Anhieb sofort ein paar Sauereien ein!“

Frau Tszi Erkannte ihren schrecklichen Fehler, sie wollte eigentlich „fast alles“ sagen, aber die Düfte benebelten ihre Sinne.

„Ich meinte fast alles.“ korrigierte sie demütig.

„Hast du aber nicht gesagt und da bin ich ganz pingelig. Ich werde dich natürlich später wortwörtlich beim Wort nehmen und daran festnageln.“

Er grinste sie wieder überlegen, fies an.

So einfach ist das eine Nonne rum zu kriegen, mit Grundnahrungsmittel? Ich steige ein in die Landwirtschaft, im Weltall, da kriege ich jede. Aber im Moment nur diese.

Sie wollte schon etwas erwidern, aber Jan fing bereits mit der Zubereitung an und sie half natürlich mit. Der Rest ging recht schnell, bis die Kartoffeln und die Eier gebraten waren. Jan kippte Sophie sofort eine sehr große Portion Bratkartoffeln auf den Teller, darüber zwei Spiegeleier.

„Salz, Pfeffer, Ketchup und Senf stehen auf den Tisch.“ meinte er beiläufig. Sophie setzte sich sofort an den Tisch und begann, schnell und hastig, dass Essen in ihren Mund zu schaufeln. In diesem Moment der Gier war es ihr egal, ob das jetzt Ketzerische Bratkartoffeln waren. Selbst wenn die Zutaten von Satan selbst wären und der auch das Essen selbst zubereitet hätte, sie hätte die Pfanne aus seinen Klauen gerissen und nach dem Essen die Pfanne um die Hörner gehauen. Im Notfall wäre sie sogar mit Jan die ganze Nacht in die Kiste gesprungen. Bei dem Gedanken hielt sie inne. Jan hatte sich inzwischen auch gesetzt und fing langsam an zu Essen. „Doch nicht gut?“ fragte er zweifelnd. „Do…do…“ bekam sie nur heraus. Sie versuchte nun ein Bissen herunter zu würgen, währen der nächste schon im Mund war. Sie aß nun etwas langsamer weiter.

„Bist du gierig, du hast schon einen ganz roten Kopp.“

Was habe ich da für einen Gedanken gehabt? Das Gebet vor dem Mahl habe ich vor lauter Gier auch Vergessen. Wenn ich zurück bin muss ich ganz schnell Beichten!

Jan holte eben noch die Pulle Wein und das Glas aus dem Wohnzimmer. Kaum hatte er es auf den Tisch gestellt, leerte sie sofort das noch fast volle Glas. Jan kippte natürlich wieder nach und machte sich selbst noch ein Bier auf.

Mal sehen wie die so drauf ist, wenn die besoffen ist!

„Kann ich noch was haben?“ Er nahm ihren Teller und packte den rest auf denselben. Sie schaufelte sich das auch noch in den Hals, trank das Glas Wein aus, und hielt sich den Bauch. Etwas Eigelb war noch um ihren Mund.

„Ich bin voll, da passt die nächsten Tage nichts mehr rein!“ Sie stand auf.

„Ich werde jetzt schlafen gehen, gute Nacht“

„Jetzt schon? Okay, gute Nacht.“

Na die hat es ja eilig. Habe sie wohl doch etwas überfordert, am ersten Tag. Geht der Sturm noch eine Woche weiter, ist die reif für die klapse.

Jan holte sich noch ein Bier aus dem Kühlschrank, ging wieder ins Wohnzimmer und schaltete wieder die Serie ein. Das Gemetzel ging weiter, die nächste Folge. Während er sich das Massaker, nur beiläufig, ansah, überlegte er den ganzen Abend, wie er die Nonne zum Sex überreden könnte. Mit Geld? Nein, ist Nonne. Mit der Taufe? Zu plump. Mit einem Steak? Habe nur Tiefgefrorene. Aber Moment…

….Sie will doch unbedingt, das ich an dieser obskuren Mission teilnehme. Also: „Ja, ich sage zu, aber nur wenn du mit mir in die Kiste springst!“ Eine Raffinierte Idee, sie dürfte auch wählen, wie sie es gerne hätte….

Nachher finde ich dann einen Grund, doch nicht daran teilzunehmen.

Was denkst du da für ein Unsinn, da lässt die sich nie darauf ein. Weiter logisch und vernünftig nachdenken.

Das erwies sich nun doch als etwas schwierig, je mehr Bier er im Kopf hatte. Also erst mal ab ins Bett, morgen ist auch noch ein Tag, vielleicht ergibt sich etwas von selbst. Das wäre der Hammer, eine Gutaussehende Nonne, im interessanten Alter…Gute Nacht, schärfste aller Frauen auf dem Mars.

Gartenarbeit

Tag 2

Am nächsten Morgen saß Jan draußen im Habitat, links vor dem Tor und trank sich bereits den dritten Kaffee. Die große Kaffeekanne stand auf dem Gartentisch, darin eingearbeitet eine Warmhalteplatte.

Was habe ich Gestern für ein Quatsch geredet? Zumindest für eine Nonne muss sich das anhören, als sei ich gerade aus einer Anstalt Entlaufen. Ich werde ihr Feierlich geloben, dass ich nur noch Vernünftiges sagen werde.

„Jan“, rief die Nonne. Sie stand im Tor, das wieder ca. 2,50 Meter weit offen war und blickte skeptisch nach oben, zur Kuppel „wie sieht’s aus?“

„Guten Morgen! Gut, keine Angst, bei Druckverlust geht sofort der Alarm los. Willst du da Wurzeln schlagen?“

„Oh, sorry, Guten Morgen, nein natürlich nicht.“ Sie kam vorsichtig heraus und setzte sich an den dritten Stuhl am Tisch. „Aaaah!!“ schrie sie plötzlich vor schreck auf. Sie hatte gerade, auf den dritten Stuhl etwas entdeckt.

„Ist nur Stinky, keine Angst.“ Nun sah sie auch, dass es nur die Tigerkatze war, die dort wie eine Statue saß, im Halbschlaf.

„Ach, eine Katze“, sagte die Nonne beruhigt, „na du bist ja eine süße.“ Sie kraulte die Katze etwas am Kopf, die dadurch ein Kopf größer wurde und wie irre schnurrte. Die Katze leckte immer wieder an Sophies Hände. Sophie lachte.

„Übrigens“, sagte Jan, „die hat heute früh eine Maus geschreddert. Die Zunge ist noch die gleiche!“ Sophie zog ihre Hände weg.

„Böse Katze!“ Diese war quitschvergnügt und hoch zufrieden mit ihrer Tagesleistung.

„Katze müsste man sein!“ sagte Jan, Gedankenversunken.

„Wieso, magst du etwa Mäuse jagen?“ Sophie lachte wieder.

„Nein, aber ablecken, erst die Hände, dann alles andere!“ Jetzt lachte Jan, aber gemein.

Sophie wurde wieder rot. Es gab wieder eine längere Sprechpause.

„Kaffee?“ Fragte Jan versöhnlich.

„Ja, gerne.“ Er schenkte ihr eine Tasse ein.

Frau Tszi war schon den ganzen morgen, seit dem aufstehen, am überlegen.

Wenn der hier seit Monaten alleine lebt, nur mit einer Katze und ein paar Hühnern, ist es ja kein Wunder wenn der, wie Gestern und gerade, nur groben Unfug redet. Der ist ja kein Mönch, und wenn der eine Frau sieht, und sei es eine Nonne, hat der Hormonüberproduktion. Da kommt nichts Anständiges bei rum

„Ich habe etwas beschlossen.“ sagte Jan Feierlich.

„Tatsächlich? Irgendetwas Normales?“

„Natürlich: Ich werde ab jetzt nur noch Vernünftiges reden. Auch wenn Gestern alles, mehr oder weniger, vernünftig war, könnte es für eine Nonne doch ein wenig befremdlich sein.“

„Du meinst so etwas wie, als dir da ein paar Sauereien eingefallen sind?“

„Dies war auch relativ vernünftig. Apropos, hatte ich fast Vergessen, gut das du mich daran Erinnerst, komme nachher darauf zurück. Außerdem werde ich den Scheiß zustimmen.“ Sagte er eher beiläufig.

„Welchen Scheiß meinst du?“ Fragte die Nonne überrascht.

„Das mit dem Piss- Kommando, auf der kack- Ares! Schon Vergessen?“

Sie starrte ihn zweifelnd und abwesend an. Die Überraschung war nur kurz, dann kramte sie aus einer Seitentasche wieder ihr HT hervor und tippte etwas darauf ein.

„Dein Daumenabdruck.“ Sagte sie wie in Trance. Der Daumenabdruck war nicht nur der Fingerabdruck, es wurde gleich auch noch die DNA registriert und ob der Daumen auch noch aus lebenden Zellen bestand. Früher hatte man jemand einfach einen Daumen abgehackt und sich damit seine Autorisierung von irgendetwas erzwungen.

Die Nonne Tippte nun noch etwas ein.

„So, ich habe jetzt auch noch meine Bewerbung abgeschickt!“

„Bewerbung“, fragte Jan erstaunt, „als was?“

„Als…“ Sie holte diesmal tief Luft, „… Chefsekretärin des Kommandeur der Ares!!“

„Was? Warum?“

„General Henson will unbedingt, dass ich an deiner Seite bin, aber du solltest es selbst entscheiden, wen du engagierst. Er meinte, es wäre ganz gut, wenn ich als eine Art „moralischer Kompass“ fungieren würde und natürlich alles Administrative. Darf ich eben schnell den General kontaktieren?“ Fragte sie mit großen China- Augen.

„Meinetwegen, aber auf eigene Gefahr.“ meinte Jan Mürrisch. Sophie drückte fleißig einige Tasten. Nach wenigen Sekunden erschien General Henson auf dem HT.

„Hallo Schwester, Sie melden sich aber sehr früh. Sie sollten nicht zu schnell verzagen, der Sturm dauert ja noch etwas an und bis dahin…“

„…Er hat bereits“, unterbrach sie ihn forsch, „seinen Scheiß, heidnischen Daumen aufs HT gedrückt!“

„Wirklich?“ Fragte er sie ungläubig.

„Ja-ha.“ Entgegnete die Nonne wieder genervt.

„Nach einen Tag? Unglaublich! Gute Arbeit. Mir ist aber aufgefallen, dass Sie Jans Ausdrucksweise übernommen haben. Ich hatte ja gehofft sie würden ihm etwas Manieren beibringen und nicht er Ihnen sein Toilettenvokabular.“

Sophie erschrak, er hatte Recht, es war ihr gar nicht aufgefallen, dass sie so schrecklich redete. Die Liste für die Beichte wurde immer länger…

Jan unterbrach die Denkphase der beiden schroff.

„Ey, du Bettnässer, wenn ich meine Beförderung abhole, bekommst du gleich noch den dir zustehenden Arschtritt!“

„Miau!“ sagte die grausame Tigerkatze vorwurfsvoll, an beide gerichtet.

„Ich melde mich morgen wieder.“ Meldete sich die Nonne beim General ab.

„Bis dann, Schwester.“ Der Tigerkatze war es egal, die dachte nur an frische, saftige Mäuse.

Nach wieder einer längeren Demutspause von beiden, ergriff die Nonne wieder das Wort.

„Bei dieser Mission, wenn wir eine zweite Erde finden, kannst du einiges bewegen, als Kommandeur.“ Jan zündete sich eine Zigarette an, das half beim denken.

„Wenn da, auf einen günstigen Planeten, schon Menschen oder so Leben?“ fragte er Sophie.

„Dann lassen wir die in Ruhe und fliegen weiter.“

„Wenn dort Lebewesen leben, die sich, vielleicht in ein paar hundert Millionen Jahren, zu Intelligenten Wesen entwickeln würden?“

„Dann…dann lassen wir die auch in Ruhe.“

„Da werden wir aber nie eine zweite Erde finden, teuerste. Bleibt nur Terraforming und das dauert ewig!“

„Vielleicht haben wir auch Glück!“ Sophie war nun doch leicht verärgert, nicht wegen Ketzerei oder Sexismus, sondern weil Jan auf einmal Vernünftige Argumente brachte.

„Oder“, Sophie ahnte schlimmes, denn Jan holte wieder tief Luft, „wir finden einen Planeten, wo die Dinosaurier leben, die fressen alle Säugetiere weg, die sich weiter entwickeln könnten. Auf der Erde hatten wir das Glück, das dort ein Komet einschlug, die Saurier ausstarben und die Säugetiere sich zu unserer komischen Gattung entwickelten. Also finden wir einen Saurierplaneten, eliminieren alle Saurier, dann können wir beruhigt dort Siedeln?“

„Ich denke nicht, dass so eine Vorgehensweise toleriert würde.“

„Warum haben wir dann zwei Regimenter Luftlandetruppen an Bord, und ein Waffenarsenal das wir zwei Sonnensysteme komplett wegsprengen könnten?“

„Zur Abschreckung, habe ich dir doch gesagt! Außerdem gibt es Milliarden Sterne und noch mehr Planeten, irgendeinen werden wir da schon finden. Dann können wir dort noch mal von vorne anfangen, ohne die Fehler die wir auf der Erde gemacht haben!“

„Das Paradies 2.0 sozusagen, dürfen wir bloß keine Äpfel Essen.“

„Ketzer!!“ Sagte Sophie wieder verärgert. Bei jedem anderen wäre das wohl eine Beleidigung, aber nicht bei Jan, der war nun mal ein Ketzer, deshalb brauchte sie das nicht bei der nächsten Beichte berücksichtigen.

„Allerdings“, Jan nahm noch einen großen Zug und machte die Zigarette dann aus, „könnten wir auch auf eine Gesellschaft treffen, die auf dem Niveau unseres Mittelalters, oder der Antike ist. Nach einem sehr langen Flug durchs All, würden wir vielleicht trotzdem dort landen, damit die Besatzung Mal etwas anderes sieht und nicht langsam durchdreht. Egal was wir denen Erzählen würden, für die wären wir Götter. Fliegende Maschinen, die ganzen Technischen Spielereien und so.“

„Und was dann? Sollen wir etwa sagen: Mahlzeit! Wir sind keine Götter, wir sind euch nur 5000 Jahre voraus!?“

„Gute Idee, die würden uns trotzdem für Götter halten. Falls die Langeweile haben, könnten die uns ja bei der Errichtung unserer Durchgeknallten Megabauten helfen, also alles Freiwillig. Unsere Anzahl von Baumaschinen, an Bord, ist begrenzt.“

„Also ihre Gutgläubigkeit ausnutzen?“

„Natürlich, im Gegenzug würden wir deren Seuchen heilen, Menschenopfer und belanglose Kriege abschaffen und ihren Lebensstandard um tausend Jahre erhöhen, auch auf dem Gebiet der Wissenschaften!“ Sophie wurde nachdenklich.

„Das hört sich ja eigentlich ganz Vernünftig an. Wenn wir einer Kultur die ganzen Grauenhaften Sachen ihrer Weiterentwicklung ersparen könnten.“

„Einige auserwählte Priesterinnen könnten ihren Gottesdienst dann am lebenden Objekt ausüben.“ Philosophierte Jan.

„In Form von Sex, oder wie?“ Fragte Sophie wieder Verärgert.

„Da hast du endlich einmal eine sehr Vernünftige Idee“, meinte Jan begeistert und lachte wieder fies, „wir lassen uns da ein paar Porno Tempel hinsetzen das der Dschungel rappelt!“

„Als Obergott hättest du natürlich eine unbegrenzte Auswahl?“

„Wird immer besser, komisch, dass eine Nonne mich erst auf die Idee bringen muss. Die sind bestimmt spitz wie Nachbars Lumpi, wenn sie es mit ihren Göttern treiben dürfen. Für die Weiblichen Besatzungsmitglieder und Schwule finden wir bestimmt auch ein paar Boys, für die Mädels, die auf Frauen stehen, finden wir wohl auch die entsprechenden Damen.“ er blickte Sophie amüsiert an. Jetzt musste er aber doch etwas nachdenken.

Aber ich will doch etwas ganz anderes….

„Vernünftiger wäre es aber, wenn der, in deren Augen, Obergott, es mit einer anderen, in deren Augen, Göttin treiben würde? Was meinst du?“

„Weder noch.“ meinte sie zerknirscht und beleidigt.

„Also doch besser Saurier abknallen, oder mit Eingeborenen in die Kiste springen?“

Sophie wurde richtig Wütend, sie schrie.

„Mit…niemanden!“

Sophie wurde auf einmal Knallrot, sie hatte auf einmal schreckliche Sex- Gedanken im Kopf, war das Gedankenübertragung?

Jan, der ja nicht blind war, sah natürlich das sie knallrot wurde, im Gegensatz zu sonst nutzte er die Situation aber diesmal nicht Rücksichtslos aus, was er wollte, aber er war zu überrascht.

„Mao.“ sagte die grausam getigerte Katze Schadenfroh.

Schon wieder so ein schlimmer Gedanke, schoss ihr durch den Kopf, vielleicht kann ich durch eine Kom- Verbindung eine Notfall- Beichte durchführen. Hoffentlich fällt die Schwester Oberin nicht in Ohnmacht? Wahrscheinlich muss ich die grausigsten Bußen tun, die es gibt.

Im 22. Jahrhundert konnte auch eine Nonne die Beichte abnehmen. Die waren schon richtig modern, es wurden sogar ein paar Kinderschänder in den Knast gesteckt, die dort aber nicht lange überlebten.

„Ich muss“, sagte Jan ablenkend, „sowieso noch mal nach Henson hin, wegen der Scheiß Beförderung, da kann ich ja noch nachfragen, wie wir in diesen Situationen verfahren sollen.“

„Das wäre bestimmt vernünftig, die müssen dich auch noch ordentlich Briefen, bevor die uns ins All schießen.“

„Andererseits darf und werde ich sowieso machen was ich will, sagtest du ja.“ Er grinste wieder fies und eindeutig zweideutig.

„Vermutlich würdest du natürlich immer das Gegenteil von dem machen, was man dir sagt.“

„Woher weißt du das?“ Jan simulierte Erstaunen.

„Nach einem Tag kenne ich deine Triebgesteuerte Denkweise.“

„Triebtäter mit Komplett- Dachschaden! Du suchst dir komische Vorgesetzte aus.“

Sie Erschrak. Herrgott, Jesus und bei allen Heiligen!Ich habe mich bei ihm beworben und mir fallen die ganze Zeit nur üble Beleidigungen für Jan ein. Jeder andere hätte meine Bewerbung ungelesen gelöscht und mich vor die Tür gesetzt, trotz oder wegen des Sturms. Und dieser hier? Na ja, der grinst mich nur blöd und lüsternd an, dass ihm nicht noch der sabber aus dem Mund läuft….

„Ist aber auch nicht sicher, dass ich diesen Job bekomme, oder?“ Fragte sie nun fragend mit großen Unschuldsaugen.

„Na ja“, er zündete sich noch eine Denk- Zigarette an, „wenn bei deinen Mitbewerberinnen ein total Versautes Luder dabei ist, die nun wirklich alles macht, dann sinken Deine Chancen natürlich rapide.“ Sophie senkte traurig den Kopf, dass hatte sie fast befürchtet, bei ihren Unfreundlichkeiten, wie sie dachte.Jan entging natürlich ihr Trübsal nicht, so Grausam wollte er nun doch nicht sein.

„Aber bezahle für den Job, nicht für eine stupide Fick- Partnerin. Suche natürlich eine Intelligente Sekretärin, da hast du die Nase wieder weit vorn.“

Sie hob wieder den Kopf und strahlte leicht.

Musste der jetzt unbedingt das böse F- Wort sagen? Vermutlich ist das für Jan schon fast Vornehm. Wenn der seinen eigenen Vorgesetzten schon Bettnässer nennt…..aber der arme Herr General schien das auch schon gewohnt zu sein.Möchte nicht wissen was der dem schon alles vor den Kopf geknallt hat, der ist bestimmt schon abgestumpft. Moment, ich soll ihm ja Manieren beibringen. Hm, besser erst, wenn ich den Job habe…..

Jan sah erleichtert, dass die Nonne erleichtert war.

Jan, wie blöd bist du eigentlich? Die wäre fast am heulen gewesen. Ich wollte doch nur noch Vernünftiges reden. Ich glaube es wäre Zeit für etwas Abwechslung….

„So, Schwesterlein, langsam muss ich was tun, trotz meiner chronischen Faulheit.“

„Was hast du denn vor?“

„Sissiphusarbeit, Unkraut pulen, da vorne im Garten fange ich an.“ Er zeigte ein paar Meter weiter.

„Oh, wie im Klostergarten, darf ich mithelfen?“

„Klar, hast du Arbeitssachen dabei?“

„Ja.“

Wie auf Kommando, von einer Tarantel in den Hintern gestochen, sprangen beide auf und rannten in den Wohntrakt, zum umziehen. Jan war als erster fertig, lief wieder heraus, nahm sich einen Eimer und begann zu pulen. Nach wenigen Minuten, gefühlten Stunden, erschien die Nonne, nahm sich auch ein Eimer und zupfte Unkraut.

„Du siehst ja fast genauso wie vorher aus!“ Sagte Jan erstaunt. Sie hatte eine ältere Nonnenkluft an.

„Das sind meine Arbeitssachen!“ Sagte sie genervt. Beide zupften weiter. Die Katze überwachte alles und gab Kommandos. Die Nonne hatte ihren Eimer immer schneller voll und leerte den sofort auf dem Kompost. Beide zupften munter, auf den Knien. Die Nonne genau ein Meter vor Jan.

Jetzt muss ich mir auch noch die ganze Zeit ihren Arsch angucken! Nur gucken, nicht anfassen, Grausam. Das ist jetzt meine Strafe. Darf ich kein Erzählen.

„Mittagspause.“ Rief er. Jan griff sich immer wieder ins Gesicht und hatte dort auch den Dreck, wie überall. Die Nonne ebenso. Am Gartentisch zogen sie beide die Schuhe aus. Sophie wollte schon hinein gehen, als Jan meinte:

„Willst du etwa so dreckig durch die Wohnung laufen?“

„Wie denn sonst?“

„Dann müsste ich gleich schon wieder alles sauber machen, erhöhter Wasser und Energieverbrauch und so.“

„Wie denn sonst?“ Fragte sie nochmals.

„Rein Logisch betrachtet, wäre es am Vernünftigsten, wir würden uns gleich hier ausziehen.“

„Ach so! Und im Geiste der Wasserersparnis sollten wir auch zusammen Duschen?“

„Genau, eine hervorragende Idee.“ Antwortete Jan Verwirrt. Sagt die das wirklich gerade oder Träume ich?

„Wenn man den Gedanken fortführt“, folgerte Sophie scharfsinnig, „sollten wir auch nur ein Schlafzimmer und ein Bett nutzen, spart enorm Energie!“

„Richtig, zum wohle der Menschheit!“ entgegnete Jan nun richtig euphorisch. Sie ist ja doch Vernünftig, hat nur so prüde getan.

„Und für die Freiheit!“ Sagte die Nonne.

„Für die Gesundheit, bis der Arzt kommt!“ entgegnete Jan, benebelt.

Sophie stemmte nun die Hände in die Hüften.

„Du gibst wohl nie auf wie?“ Sie lachte.

„Wenn wir schon die Menschheit retten sollen, sollten wir gleich hier anfangen. Im Sinne der Umwelt, des Gemeinsinns und was weiß ich noch.“

Natürlich haben sich die beiden nicht sofort nackelig ausgezogen. Sie waren auch nicht zusammen Duschen und teilten sich auch nicht das Schlafzimmer und Bett miteinander. Jan hielt seine Argumente durchaus für sehr Vernünftig und logisch, aber die Nonne konterte immer mit dem Zölibat. Sophie wurde in den folgenden Tagen immer geschickter, mit der Abwehr von Jans Durchgeknallten Sexuellen Phantasien. Er stand manchmal wie ein Volltrottel da. Ansonsten plätscherten die Tage so dahin, sie machten irgendwelche Gesellschaftsspiele, Tischtennis, kochten zusammen, abends meistens TV, wie ein altes, nörgelndes Ehepaar. Bis zum verheerenden Fünften Tag nach Sophies Ankunft….

5. Tag

kurz nach 10 Uhr morgens saß Jan mit dem Kaffee im Wohnzimmer. Er schaltete auf Kanal 1. Wieder ein roter Schriftzug, aber diesmal: -Planetarer Luftverkehr für heute ab 16:00 Uhr Ortszeit wieder freigegeben- .

„Scheiße!“ sagte Jan. Die Nonne in der Küche hörte es. Ich glaub ich muss kotzen!

„Ist irgendetwas?“ Sie kam nun mit ihrer Kaffeetasse ebenfalls ins Wohnzimmer.

„Du kannst wieder fliegen! Flucht vom Planet des Ketzers!“ Sie setzte sich auf die Couch und betrachtete den Bildschirm nachdenklich.

„Da muss ich wohl heute Nachmittag schon los. Ohne diesen Sch… äh, blöden Sturm hätte ich schon längst auf der Ares sein müssen.“

„Klar.“ Knurrte Jan.

„Aber du kommst ja auch bald nach. Wie lange brauchst du noch ungefähr hier?“

„Zwei bis drei Tage, eine bekannte hat mir vor längerem schon angeboten sich um alles zu kümmern, falls ich mal kürzer oder länger weg muss.“

„Na das wird dann wohl etwas länger werden.“

„Ist egal, die ist auch Single und Arbeitet im home Office. Außerdem ist die, komischerweise, Fan der Katze.“

Die restliche Zeit sagten beide kaum noch etwas. Frau Tszi wartete bis 16:30 Uhr, bis sie sich den Raumanzug anlegte, Jan half ihr wieder. Sie beobachtete immer wieder die Anzeige auf Kanal 1, kann ja sein, dass die Flugfreigabe wieder aufgehoben wurde. Aber es blieb dabei, Flugfreigabe. Jan wuchtete wieder ihre Tasche hinten auf den Wagen und fuhr sie zu Luftschleuse zwei. Sie umarmten sich noch kurz. Eins konnte Jan sich aber nicht verkneifen:

„Nach unserem Abflug mit der Ares, schaffe ich an Bord das Zölibat ab!“

„Das kann nur der Papst!“

„Falsch, der ist nicht da und hat an Bord auch nichts zu melden!“

Sophie wollte schon etwas erwidern, aber dann würden sie morgen früh noch zanken.

„Bis die Tage.“

„Bis dann.“

15 Minuten später war sie auf dem weg zur Ares. Jan fuhr zurück und hielt vor dem Gartentisch. Er machte sich ein Bier auf, das dort zufällig bereitstand.

Merkwürdig, die Fünf Tage habe ich kaum was gesoffen.

Trotzdem hörten die Hühner auf zu picken und sahen Jan vorwurfsvoll an. Wie die grausame Tigerkatze, die nun aussprach, was alle dachten: „Miau!“

„Ja, ja, miau“, entgegnete Jan entschieden, „das weiß ich selber. Hätte ich die etwa festbinden sollen?“

„Mao.“ sagte die Katze, was wohl „Ja“ bedeuten sollte.

Langsam werde ich wohl Geisteskrank! Jetzt Konferiere ich schon mit meinen Haustieren.

Kampfschiff Ares

7. Tag

Mitte des 21. Jahrhunderts begann der Bau einer kleinen Raumstation um die Erde, die erstmals eine Künstliche Gravitation hatte. Um einer Antriebseinheit, der Achse, in der ein Atomreaktor die Energie lieferte, wurde ein Rad konstruiert. Durch die Energie vom Reaktor wurde das Rad in eine Drehung versetzt, so das, durch die Fliehkraft, am äußeren Rand diese „Rades“ eine künstliche Schwerkraft entstand. Für die ersten bemannten Missionen zu anderen Planeten und Monden in unserem Sonnensystem, wurden die Raumschiffe ebenfalls mit solchen drehenden „Rädern“ konstruiert. Die Flüge dauerten mit den Konventionellen Chemischen Antrieben einfach zu lange, der Menschliche Körper wäre in einem halben Jahr in der Schwerelosigkeit nicht in der Lage dann auf einem anderen Planeten oder Mond Spazieren zu gehen, also musste man mit künstlicher Schwerkraft fliegen. Zu Beginn des 22. Jahrhunderts baute man am L 5 Lagrange Punkt, also zwischen Erde und Mond, eine „Röhre“, zwei Kilometer Durchmesser, acht Kilometer lang, die ebenfalls rotierte und an der gebogenen Innenfläche ebenfalls eine Künstliche Schwerkraft erzeugte. Die Energie für die Rotation kam diesmal aber von mehreren Fusionsreaktoren, die Kontrollierte Kernfusion hatte man endlich im Griff.

Dort lebten und Arbeiteten fast 25000 Menschen und die Vegetation hatte man auch gleich mitgebracht. Erst nach fast 40 Jahren Bauzeit, also im Jahr 2141, wurde sie endlich in Betrieb genommen. In einer Marsumlaufbahn wurde noch eine kleinere Version gebaut, für 10000 Menschen, die Raumstation „epsilon“ (um die Erde war „delta“).

Nachdem man sich Entschloss ein großes Interstellares Raumschiff zu bauen, die Ares, wurde auch die Röhrenform gewählt. Es gab nur einen großen Unterschied zu den Weltraumhabitaten: um diese um sich selbst rotierende Röhre, wurde eine zweite Röhre gebaut, die natürlich nicht rotierte, wozu auch, sie war nur als „Panzerung“ gedacht. Zum einen konnte der Einschlag von Asteroiden abgemildert werden als auch zum Schutz gegen Waffen eventuell Feindlich gesinnter, anderer Völker im Weltraum. Die Außenhülle der „Ares“ war ebenfalls mit einem Elektromagnetischen Feld gesichert, auch gegen Fremdkörperbeschädigung und Energiewaffen. Gegen den Einschlag von größeren Gesteinsbrocken, Meteoriten, oder eventuellen Feindlichen Raketen, sollten Flugabwehrraketen eingesetzt werden. Diese Devensivwaffen als auch die Offensivwaffen wurden nach dem Abschuss auf fast Lichtgeschwindigkeit beschleunigt. Auf kurzer Distanz gab es dagegen keine Verteidigungsmöglichkeit, weil es so gut wie keine Reaktionszeit gab. Zumindest nach dem derzeitigen Stand der Technik. Die Ares wurde also als Militärisches Raumschiff entwickelt. Aber auch Zivile Forscher aus allen Fachgebieten waren Vertreten.

Die Offensivwaffen waren noch Grausamer konstruiert. Die größte war eine 30 Meter lange Rakete, mit einem Mehrfachsprengkopf von Wasserstoffbomben, der beim Einschlag in einem kleinen Planeten, bei fast Lichtgeschwindigkeit, bis zum Planetenkern durchschlagen würde und dann detoniert. Es würde den Planeten von innen heraus Auseinander reißen. Die Ultimative Waffe, die, so wurde gehofft, niemals angewendet würde. Um das Risiko einer Vollkommenen Vernichtung zu minimieren, wurde als Kommandeur natürlich ein Stabsoffizier gesucht, der leicht Pazifistische Merkmale aufwies. Der einzige den man fand war nun einmal Jan Volz, auch wenn derselbe ein wenig irre war und sowieso keine Befehle befolgen würde. Die Zivilen Mitglieder des Kontrollausschusses, die in der Mehrheit waren, wollten lieber einen irren, als einen sturen Militär, wo in deren Augen, eine Konfrontation viel wahrscheinlicher wäre. Dann doch lieber einen Gestörten…

Das mit dem gestörten und irren sagte die brave Schwester Sophie nun doch besser nicht zu Jan.

Jan wiederum hatte alles erledigt. Helena Schukow hatte sich bereit erklärt, so lange in Jans Habitat zu leben, bis er wieder da wäre. Als sie gestern ankam, sind beide natürlich unverzüglich übereinander hergefallen, weil beide ausgehungert waren. Jan ertappte sich, dass er dabei an jemand ganz anderen dachte….

Er hatte sich noch schnell seine Beförderung, auf epsilon, abgeholt, dann ein kurzes Briefing mit dem Kontrollausschuss und General Henson, dann ging es weiter zur Ares. Den Versprochenen Arschtritt für Henson hatte er noch Vergessen.

Der Einflug in die Ares war kompliziert: Zuerst durch eine diagonale Einflugröhre der Außenhülle, dann, bis zur Synchronisation der Einflugröhren, in die innere Einflugröhre, bis zu dessen Ende. Dann stand das Shuttle auf einer Hebebühne, die nach oben fuhr und man war im Transporthangar. Von dort ging es, mit Manövrierdüsen, zur eigentlichen Parkposition. Dann konnte man Entspannen. Oder auch nicht.