Blog.Geschichten - Petra Kolossa - E-Book

Blog.Geschichten E-Book

Petra Kolossa

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Beschreibung

Meine geschriebenen Zeilen sind Zeitzeugnisse. Dinge, die unser Leben in der jetzigen Zeit bewegen und konfrontieren. (Petra Kolossa) Ihre Blog.Geschichten sind lesenswert, kurzweilig und treffen den Nerv der Zeit. Es sind Momentaufnahmen aus ihrem eigenen Leben. Kritisch, nachdenklich, geistreich und mit einer Portion Humor greift sie soziale, politische und alltägliche persönliche Themen auf und verpackt diese mit viel Empathie in ihre Texte.

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Veröffentlichungsjahr: 2020

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Buch

„Meine geschriebenen Zeilen sind Zeitzeugnisse. Dinge, die unser Leben in der jetzigen Zeit bewegen und konfrontieren.“ Petra Kolossa

Ihre Blog.Geschichten sind lesenswert, kurzweilig und treffen den Nerv der Zeit. Es sind Momentaufnahmen aus ihrem eigenen Leben.

Kritisch, nachdenklich, geistreich und mit einer Portion Humor greift sie soziale, politische und alltägliche persönliche Themen auf und verpackt diese mit viel Empathie in ihre Texte.

Autorin

Petra Kolossa, Jahrgang 1958, ist eine vielseitige Künstlerin, Buchautorin und Bloggerin. Sie lebt und arbeitet nahe dem Bodensee, in Horgenzell. Ihre Kunstwerke sind international, wie auch in Deutschland in vielen Ausstellungen zu sehen. Ihr erstes Buch „Frag einfach!“ veröffentlichte sie 2015. Seit 2014 schreibt die gebürtige Dresdnerin ihren Blog www.petra-kolossa.com.

Die Sprache ist die Kleidung der Gedanken

Samuel Johnson

Inhaltsverzeichnis

Prolog

Im März, der fünfte im Monat

Zeitmanagement? Es kommt eh anders

Einfach nur Suppe

Ach ja, die Kunst und so

Häh? Low Carb?

Zerrissen

Die Poscht und so

Flickwerk

Koller

Nahe beisammen: Glanz und Verfall

Granatapfel verspeisen – Fluch und Segen

Aufgeschnappt und ausgespuckt

Logisch?

Glas ist Glas

Ein paar Minuten

Zwetschgen, Pflaumen – oder wie?

Altmodisch – oder was?

Karnickelstarre

Kuh oder Schaf

Kabarett Warteschlange

Bloß keinen Trend verpennt

Gleich ist Weihnachten

Haptik

Knapp zwei Stunden

Ka-Ka-Ka-Brot

Hineingeboren

Zum Haare raufen

Verschieberitis

Handwerk hat goldenen Boden, sagt man

Freitags wird gebadet und samstags wird geputzt

Sender – Empfänger

Bye 2019

Gebürstet, nicht genagelt

Auto teilen – und so

Gretchenfrage

Ein Clown! Wie lustig!

Einfach mal die Fliege machen

Badezimmergenießer

Was will uns ein Fußkettchen sagen?

13. Februar

Die Sache mit dem Hut

Die Sache mit dem Hut und dem Shopping

Kürbisökonomie

Zwischen den Valentinstagen

Kaffee – Ein Dilemma

Links-Rechts-Links-Gewinde

Gedanken am Bügelbrett

Mal fix telefoniert

Ihren Mann stehen

Wir über ich

Irgendwo im Nebel

Bücher-Haus

Raigschmeggd

Zu eitel?

Küchenpapierrollen …

Schrei nach Knallbunt

Reißleine ziehen

Nur Zeit gewinnen

Dank

Buchcover

Kontakt

„Wann endlich wirst du die kurzen Geschichten aus deinem Blog in einem Buch zusammenführen?“, das wurde ich mehrfach gefragt.

Nun ist es soweit. Ich habe eine Auswahl getroffen und die Beiträge etwas bearbeitet.

Denn: Ein Blog ist ein Blog, ein Buch ist ein Buch. Entstanden ist ein bunter Strauß Text-Werk aus meinen zögerlichen Anfängen des Bloggens 2014 bis heute, in die ersten Monate 2020.

Meine geschriebenen Zeilen sind Zeitzeugnisse. Dinge, die unser Leben in der jetzigen Zeit bewegen und konfrontieren. Die Beiträge sind aus der Situation des Augenblicks geschrieben. Es sind Gedanken und Erlebnisse, real, satirisch, nachdenklich. Manche Dinge greife ich mit einem Augenzwinkern auf, andere kommen tief aus meinem Herzen.

Mir bleibt nur, Euch ein großes Lesevergnügen mit meinen Blog.Geschichten aus

www.petra-kolossa.com

zu wünschen.

PS: Freut Euch auf Teil zwei der „Blog.Geschichten“. Geplant ist er für den Februar 2021.

Im März, der fünfte im Monat

Man könnte glauben, es sei der blödeste Tag, um überhaupt mit dem Schreiben eines Blogs zu beginnen.

Kein Erster oder Letzter des Monats, oder wenigstens die goldene Mitte.

Nein, es ist einfach nur der 5. März. Ein normaler Märzanfang nach einem warmen Winter ohne Schnee und wenig Frost. Ein ungewöhnlich milder Winter, sagen die Leute.

Wenn da nicht diese 72-Stunden-Regel wäre. – Du weißt, die drei-Tage-Regel. Kennst du das?

Da kommt einem eine Idee, ganz plötzlich, so von irgendwoher und du fängst an zu überlegen: „Hm, das könnte man doch tun!“ Und schon setzt die innere Maschinerie ein. Die Rädchen fangen an zu drehen, die Idee lässt einen nicht mehr los.

Ja! Und jetzt kommt DAS Wichtigste: Wenn du jetzt nicht anfängst, sofort den ersten Schritt zu tun, aber spätestens innerhalb von 72 Stunden, also in drei Tagen, dann wird in der Regel nix mehr daraus!

Also habe ich gestern diesen Blog eingerichtet. Erst einmal banal, schlicht und einfach. Heute schreibe ich die ersten Zeilen. Und ich will mich disziplinieren, meinen Blog aktuell zu halten. – Regelmäßig ein paar Zeilen für euch hinterlassen. Das ist schon ein großer Anspruch!

Ich stolpere gerade über das oder der Blog. Es heißt wohl richtig das Blog. Es passiert mir immer wieder, dass ich "der Blog" denke und dann auch "der Blog schreibe. Wenn es mir passiert, so bitte ich schon heute, mir das zu verzeihen. In meinen Ohren klingt "der" irgendwie sympathischer.

Hier, in meinem Blog will ich auf lockere und unterhaltsame Weise über die kleinen und großen Dinge, die den Weg meines Lebens kreuzen, erzählen, schwätzen, berichten …

Zeitmanagement? Es kommt eh anders.

Zeitmanagement ist schon etwas Geniales, rein theoretisch. Irgendwie bekomme ich das selten gebacken. Ich meine, ganz ohne Eile, ohne hundert Dinge auf dem Weg erledigen zu wollen. Das ist fast zwanghaft, zumindest bei mir.

Ich meine, ich komme schon pünktlich zum Termin, aber eben halb im Flug, was denen, die mich so erleben, mächtig auf den Keks gehen kann.

Zum Beispiel heute: Nachdem ich fix die Fenster geschlossen, die Heizung herunter gedreht, den Geschirrspüler geöffnet habe, der soeben seinen Dienst beendet hat, ach ja, der Oleander im Treppenhaus! Schnell noch gegossen, oh je die Kätz (so nenne ich liebevoll unsere Katzen) haben keine Milch mehr, die Schälchen gefüllt, Hände gewaschen - verflixt, die Seife ist gleich zu Ende. In die Küche gesaust, auf dem Einkaufszettel eine Notiz hinterlassen, zurück ins Bad geflitzt. Noch meine Hände eincremen.

Jetzt wird's aber eng! Schnell in die Stiefel und dann los! Ich nehme mir also meine Stiefel, ziehe vom linken den Reißverschluss auf und schlüpfe hinein. Ich nehme den rechten, ziehe den Reißverschluss nach unten, fahre mit meinem Fuß hinein.

Komisch. Ich habe doch gestern keine Kuschelsocken getragen. So kalt war es gar nicht. Manches Mal streift sich solch eine zweite Socke beim Ausziehen ab und verbleibt im Stiefel. Ich halte den langen Schaft meines Stiefels fest und drücke meinen Fuß kräftig in den Schuh.

Was ist das?! Es bewegt sich!!

Noch niemals in meinem Leben habe ich mich so schnell einem Schuh entledigt. Ich drehe den Stiefel um. Nein!!! Ich muss quieken.

Wer erschrockener war, die Maus, oder ich, kann ich nicht sagen. Wir guckten uns kurz an, bis sie sich besann und den Flur entlang rannte, um sich im Wohnzimmer zu verkriechen.

Unglaublich! Wie hat es das Tierchen geschafft, sich durch diese langen umgeknickten Stiefelschäfte bis in die Schuhspitzen zu kämpfen?

Ich behalte es mal für mich und sage es keinem weiter, dass wir unseren Haushalt mit drei (DREI) Katern teilen.

Benny kommt soeben durch die Katzenklappe. "Sieh zu, dass du die Maus im Wohnzimmer findest!", weise ich ihn an und verlasse im Sturzflug die Wohnung.

Mir soll mal einer etwas von Zeitplänen erzählen.

Ich brauche einen mit einem riesengroßen Toleranzbereich.

Ich muss unbedingt Zeit einplanen, um darüber nachdenken zu können.

Einfach nur Suppe

Pause.

Damit es auch jeder Seminarteilnehmer bis in die letzte Ecke des Raumes begreift, werden diese fünf Buchstaben via Power Point an die weiße Wand projiziert. Träge erheben sich die Leute, die einen, um sich endlich "Eine" durch die Lungen zu ziehen, die anderen, um sich zu "stärken".

Ein Kaffee wäre gut, denke ich. Ermüdet vom Anstieren der bunt aufbereiteten Bildchen an der Wand und der monotonen Stimme noch im Ohr trabe ich aus dem Halbdunkel des Raumes den anderen hinterher, nach nebenan.

Die ersten kommen uns mit voll beladenen Tellern entgegen.

Ich schlendere zum Buffet und entdecke einen großen Topf mit Suppe. Die duftet nach Curry. Ich mag Curry.

Die schwerfällige Masse blubbt von der Kelle in die Suppentasse. Ich lege die Suppenkelle zurück und gucke zweifelnd auf diese Konsistenz. Was das wohl sein mag?

Schon werde ich angesprochen: "Ist da Tier drin?" Ich schaue auf. "Keine Ahnung, fühlt sich aber so an, als sei welches dabei. Geflügel, nehme ich an."

Die Dame regt sich auf, dass hier nie an die Vegetarier gedacht würde.

Eine andere fällt gleich mit ein und beschwert sich, was solle sie als Veganerin sagen. Da sei nichts dabei. "Doch", sage ich und zeige auf eine Schale mit Äpfeln. Sie verdreht die Augen und geht.

Ich rühre mit dem Löffel und versuche zu erkunden, was ich mir da aufgetan habe, als ich wieder angesprochen werde. "Schmeckt das süßlich?", fragt mich ein hagerer Älterer. "Ich habe noch nicht probiert", antworte ich langsam genervt. Da sei sicher Zucker drin, dieses Teufelszeug, ohne kriegen die Küchen ja nix hin.

Das hört sein Nachbar und ergänzt das Gemaule: "Auf jeden Fall Geschmacksverstärker. Das gibt Durst. Das kann ich euch jetzt schon sagen."

Ein anderer stellt sich dazu. "Gluten, das ist ungesund. Ich habe da letzte Woche erst eine Sendung im Fernsehen gesehen. Ich kann euch sagen, da müsst ihr unbedingt auf die Verpackungen gucken ..."

Ich drehe mich um und verziehe mich. Endlich will ich mich meinem Essen widmen.

Die Masse in der Tasse ist inzwischen kalt und hat sich zu einem festen Brei entwickelt. Ich stecke den Löffel hinein. Noch immer weiß ich nicht, was das eigentlich ist. Und ganz heimlich fange ich an zu überlegen.

Wie viele Punkte wird das Zeugs haben? (Okay, jetzt habe ich mich geoutet ...) Keine Ahnung. Ich schaue auf die inzwischen abgenagten Brötchenplatten. Gut, die können mich nicht mehr verführen.

"Es geht weiter!", ruft eine kräftige Männerstimme in den Raum.

Befreit stelle ich die Suppentasse unbenutzt zu dem benutzten Geschirr, zapfe noch einen Kaffee und greife mir einen leckeren Apfel.

"Der ist nicht aus der Region. Importware! Die werden gespritzt wie verrückt! Wasch den lieber noch mal ab, bevor du den isst. Man weiß nie! Und überhaupt! Wie viele Kilometer diese Äpfel rumgekutscht werden, der Diesel und so. Wo wir doch im Lande selbst genug davon haben ..."

Ich schaue mich um. Nö, da ist keiner! Oh je! Wie kommt das in mein Hirn?!

Auf dem Weg zu meinem Platz gehe ich an der Veganerin vorbei. Sie kaut auf einem Eisbergsalat.

Die Kunststofffolie mit dem Produktaufkleber, die diesen umhüllte liegt vor ihr auf dem Platz. Und ich kriege langsam einen dicken Hals auf die erhobenen Finger all der physischen und virtuellen Superschlauen dieser Welt, die uns umgeben.

Wenn ich heute Nacht nach einer langen Fahrt wieder zu Hause sein werde, gönne ich mir einen leckeren Rotwein.

„Mach's nicht! Alkohol ist ungesund und macht dick!“, zischt das schlechte Gewissen in mein Ohr.

Genießt das Leben!

Achtet und hört auf Eure Gefühle.